Speechless

SongficDrama, Angst / P12
Feyre Archeron
23.11.2019
23.11.2019
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Dieses Kapitel
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Speechless

Fandom: Das Reich der sieben Höfe
Genre: Songfiction,Drama
Rating: P12
Pairing: -
Kapitelanzahl: 2
Kurzbeschreibung:Es war ihr unmöglich gewesen die Augen vor dem Leid ihrer Leute zu verschließenund stillschweigend hinzunehmen, was sie gesehen hatte.
Und dennoch war es dies gewesen, was er von ihr verlangt hatte.

Part I

Hier kommt die Flut und sie reißt mich hinfort
Ich treib' und ich werde versinken
In ihrer Kraft, da verhallt jedes Wort
Soll ich nun wehrlos ertrinken?

„Es hat keinen Zweck. Tamlin hat das ganze Haus mit einem Schutzschild versehen. Andere können ein und aus gehen, nur du nicht.“
Luciens Worte hallten in ihr wieder, während sie benommen an der Barriere hinab rutschte, die Stimme vom Weinen und Brüllen schon ganz heiser, das Blut rauschte in ihren Ohren, Tränen verschleierten ihre Sicht, nahmen ihr die Orientierung, als sie zurück ins Herrenhaus stolperte Möbel umstieß und auf dem Boden zusammen sank.
Er hatte es gewagt sie einzusperren.
Er hatte sie in ihrem eigenen Anwesen eingesperrt!
Nach all dem, was sie unter dem Berg zusammen durchgestanden hatten!
Dass sich etwas verändert hatte, das hatte sie bereits gemerkt, als sie den Berg verlassen hatte. Als sie das sterbliche, naive Menschenmädchen hinter sich gelassen hatte. Als es unter dem Berg gestorben war und ihr die Augen geöffnet hatte.
Die Augen darüber, dass sie nie wieder zu ihrem alten Ich zurückkehren konnte und die Augen darüber geöffnet, dass andere sie brauchten. Es war ihr unmöglich gewesen die Augen vor dem Leid ihrer Leute zu verschließen und stillschweigend hinzunehmen, was sie gesehen hatte.
Und dennoch war es dies gewesen, was er von ihr verlangt hatte.
Die Augen wohl wissentlich vor dem Elend zu verschließen, das sie gesehen hatte und ihrem frohen und scheinschönem Leben am Hof nachzugehen. Nicht zu bewachten wie die Menschen auch nach dem Fall von Amarantha immer noch mit ihrem täglichen Leben haderten, wie sie versuchten wieder in den normalen Alltag zurück zu kommen.
Wie auch sie selbst versuchte wieder „normal“ zu werden… Doch wie war es ihr möglich zu diesem Punkt zurück zu kehren?
Wie war es ihr möglich wieder unwissend zu werden?
Es war nicht möglich eine Tote wieder zum Leben zu erwecken.
Eher würde sie noch ein zweites Mal sterben. Einfach ersticken in dieser Zelle, Zerquetscht von einem goldenen Käfig.
Ertrunken in der Schwärze die sie seit jenem Tag unter dem Berg von innen heraus zu zerfressen drohte.

So wird's nicht sein
Ich breche nicht zusammen
Bin ich auch allein
Ich gebe den Kampf nie auf

Der Lichtblick in dieser Stunde war die Nacht selbst.
Sie hörte sie reden, spürte ihre Nähe und ihre Wärme. Blonde Haare kitzelten ihre Haut, holten sie langsam zurück ins Jenseits.Es war so unglaublich schwer die Augen zu öffnen, gegen die Angst anzukämpfen, die sie zu ersticken drohte und nicht abebben wollte.
Und dort war jemand, der bei ihr war, sie hielt, sie aus dieser Welt gewordenen Hölle trug.
Und auch als sie erkannte, dass es Morrigan war, die bei ihr war, dass Mor ihre Hand ergriffen hatte und sie wieder an die Oberfläche der bodenlosen Schwärze gezogen hatte, wagte sie es sich ein wenig zu entspannen.
Langsam, ganz langsam war sie wieder in der Lage Luft zu holen, wieder frei zu atmen. Die Dunkelheit die sie umgab würde wohl niemals ganz verschwinden, aber für den Moment war sie auf dem Rückzug.Sie fühlte sich wie eine Ertrinkende, die in mitten des Sturms nach dem nötigen Halt suchte. Wie eine Ertrinkende klammerte sie sich an Mor, zitternd und schreiend, aus Angst sie würde wirklich ertrinken oder ersticken, sollte sie ihrer Panik keinen freien Lauf lassen, während Mor nah an ihrem Ohr sanfte Worte wiederholte.
„Du bist draußen, du bist frei.“
Sie war frei.




Ich werd' nicht schweigen
Und lasse mich nicht besiegen
Werd' der Stille nicht erliegen

Und das war sie wirklich.
Mor hatte sie nicht angelogen, ihr nichts vorgemacht.
Sie war frei unter dem weiten Himmel des Hofes der Nacht, auch wenn sie einige Zeit gebraucht hatte dies zu verstehen.
Rhysand hatte beordert sie aus ihrer Misere zu befreien, auf seinen Befehl war Mor gekommen und hatte sie gerettet. Er hatte es ihr erzählt, nachdem er die halbe Nacht an ihrer Seite verweilt hatte und auf sie aufgepasst hatte, über sie gewacht, während er ihren Schreien lauschen musste, wie sie ein weiteres Mal litt.
Oder hatte ihr Leiden nie aufgehört?
Hatte sie je aufgehört zu leiden, nachdem sie aus Amaranthas Verlies entflohen waren?
War die heile Welt die sie Tamlin vorgespielt hatte letztendlich nicht nur eine Farce gewesen, sie sich gegenseitig immer und immer wieder vorgegaukelt hatte.
Viel zu lange hatte sie geschwiegen.
Sie war still geblieben über ihre eigene mentale Gesundheit, war der Meinung gewesen, es wäre besser für sie beide, wenn Tamlin nicht darüber Bescheid wusste, dass es ihr nicht gut ging. Dass sie nachts wach lag, Träume sie wieder und wieder heimsuchten, dass sie oft desorientiert und zitternd aus ihnen heraus schreckte, für einen Moment nicht in der Lage war zu erkennen wo sie überhaupt war, während der High Lord des Frühlings selig schlummernd neben ihr lag, sich nicht anmerken ließ, ob er einfach nur nicht mit bekommen hatte, dass sie aus dem Schlaf geschreckt war oder es ignoriert hatte, weil er sie beide nicht in Verlegenheit bringen wollte, indem er sie zwang ihr Schweigen zu brechen.
Und gleichzeitig hatte er sie gezwungen stumm auszuharren, neben ihm hübsch auszusehen. während er Angelegenheiten im Reich klären musste.
Während er unterwegs war, hatte sie Picknicke veranstaltet, Blumen gepflückt oder Ausritte unternommen, all dies in den lächerlichen Kleidern, die Ianthe mit ausgesucht hatte für sie.
Es war ihre Aufgabe gewesen gesehen zu werden, aber hören wollte sie offenbar niemand.
Denn es würde niemals so etwas wie eine High Lady geben. Das hatte Tamlin ihr versichert.

Nein, ich schwör', ich werd' niemals schweigen

Und dann war Rhys in ihr Leben getreten und plötzlich hatte das Schweigen ein Ende genommen, als sie seine Hand ergriffen hatte, die er ihr helfend entgegen gestreckt hatte, um sie aus der Dunkelheit zu ziehen.
Als er ihr geholfen hatte ihr Schweigen zu durchbrechen.

~~~

Hallo an alle die es bis hier unten durchgehalten haben.
Zu erst einmal vielen Dank fürs Lesen meiner Geschichte, die mir schon seit einiger Zeit im Kopf herumspukt. Ehrlich gesagt, seit ich das erste Mal durch eine Disney Playliste auf meinem Handy auf dieses wunderbare Lied aus dem neuen Aladdin Film gestoßen bin und mir dachte, dass es auf diese Reihe passt, wie die Faust aufs Auge.
Der Text hat mich sofort an Feyre erinnert und jetzt hatte ich endlich die Motivation, Zeit und vor allem die Muse aufzuschreiben, was mir so durch den Kopf wanderte.
Dies ist nur der erste Part, der kurz nach Tamlins Entscheidung spielt, Feyre in sein Herrenhaus einzuschließen.
Vielleicht interessiert sich jemand auch noch für den folgenden Part II, der so bald wie möglich folgen wird.
Ich werde so viel verraten, wir begeben uns zu einer durchaus wichtigen Szene in "Sterne und Schwerter".

Allen ein schönes Wochenende und eine wunderbare Zeit.

Liebe Grüße
Rookie
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