Somebody will find you (Samu und Sofia)

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
OC (Own Character) Riku Rajamaa Samu Haber
23.11.2019
16.09.2020
60
65.915
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16.09.2020 1.636
 
~Sofia~

Oh, wie war das herrlich, Samu endlich wieder spüren zu können. Seine Lippen auf den meinen, seinen Körper eng an dem Meinen und sein Duft in meiner Nase. Mit einem wohligen Seufzen, ließ ich mich in unseren Kuss sinken. Nach einer gefühlten Ewigkeit trennten wir unsere Lippen voneinander, blieben aber weiter eng umschlungen. „Es ist so schön, dich wieder halten zu können mein Schmetterling.“ Mit der Stirn an meine gelegt, sah er mir tief in die Augen. Wie liebte ich diesen Blick und das Glänzen seiner Augen. Doch dann löste er sich doch noch von mir, legte seine Hände auf meine Hüften und sah mich weiter aufmerksam an. „Es geht dir nicht gut Kleines!?“ stellte er besorgt fest. „Die Situation belastet dich zu sehr!“ Mit einem Nicken bestätigte ich seine Feststellung. „Dann will ich dich nicht mehr länger im Ungewissen lassen.“ Er legte seinen Arm um meine Schultern und schob mich sachte zu dem in der Mitte stehenden Tisch. Bevor ich mich auf einen der Stühle setzen konnte, saß er schon und zog mich seitlich auf seinen Schoß. „Ich muss dich in meiner Nähe haben und spüren, Schmetterling.“ Auch mir war dies ein Bedürfnis, denn viel zu lange waren wir voneinander getrennt.

„Dann lass mal deine Neuigkeiten hören,“ forderte ich ihn auf, denn meine Neugierde war inzwischen auf ihrem Höhepunkt angelangt.
„Gut, ich werde nicht lange drum herumreden. Wir … Mikko, sein Kumpel Risto und Reesa haben gemeinsam einen Plan ausgetüftelt.“ „Okay!“  Aufmerksam hörte ich ihm zu und hätte nie im Leben damit gerechnet, was er mir berichtete.


~Samu~

„Allerdings ist die Ausführung des Plans etwas abenteuerlich. Doch eine andere Möglichkeit haben wir nicht…“ Ich machte eine kurze Pause und ergriff derweil ihre Hand „Bevor ich ihn dir jedoch unterbreite, solltest du noch etwas Hintergrundwissen bekommen, um zu verstehen, was uns zu diesem drastischen Schritt bewogen hat…“ ich sog einmal tief Luft ein, bevor ich die erste Bombe platzen ließ. „Risto hat durch seine Nachforschungen herausgefunden, dass dein toller Chef Kontakte zur Russen Mafia pflegt.“ Ihre Augen weiteten sich voller Überraschung, und ein entsetztes „Oh!“ entschlüpfte ihren Lippen. „Zudem hat er noch herausgefunden, dass er ebenso Geschäfte mit ihnen macht, möglicherweise sogar irgendwie dazu gehört und in ihren Strukturen einen festen Platz einnimmt. Dieser Fakt macht es uns nun so gut wie unmöglich, irgendetwas gegen ihn zu erreichen.“ Sofia hatte sich während meiner Worte immer enger an mich gekuschelt, so als würde sie Schutz suchen. Doch nach meinem letzten Satz sprang sie aufgewühlt auf, sprungbereit, als wollte sie gleich losrennen. „Oh Gott! So etwas hätte ich nie von ihm vermutet.“ Fassungslosigkeit zeigte ihr Blick, als sie besorgt fortfuhr „Wir müssen Leevi unbedingt da herausholen. Bei so einem Vater kann er doch nicht bleiben.“ Kurz stoppte sie, fuhr dann aber fort „Aber wie sollen wir das denn schaffen?“

„Genau da kommen wir nun zu unserem Plan, Sofia.“ Sanft ergriff ich ihre Hand und zog sie wieder zu mir heran. Mir war klar, dass sie sich in ihrem aufgewühlten Zustand nicht wieder ruhig auf meinen Schoß setzen würde, deshalb zog ich sie, an ihre Hüften greifend, zwischen meine Beine und ließ ihr keine Zeit, irgendwie zu reagieren. „Reesa und ich werden euch mit Ristos Hilfe außer Landes bringen.“

Die nächste Bombe war geplatzt.

„Aber…“ restlos überfahren und geschockt ließ sie sich nach hinten fallen und plumpste gerade noch auf den hinter ihr stehenden Stuhl. Ich hatte sie schon daneben fallen sehen, weshalb ich hektisch nach ihren Armen griff. „… das kann nicht euer Ernst sein!?“ stieß sie entgeistert aus. „Doch Kleines, ist es. Denn es gibt keine andere Möglichkeit.“ Konsterniert suchte sie meinen Blick und fixierte ihn. „Aber wie soll das gehen?“ Um sie etwas zu beruhigen, nahm ich ihre Hände in die meinen.

„Morgen, am späten Nachmittag findet hier im Museum eine weitere Veranstaltung für Kinder statt. Sie geht bis zum frühen Abend. Du lässt dich mit Leevi von eurem Chauffeur hierher bringen. Dann wirst du mit Leevi an der Veranstaltung teilnehmen. Ich werde auch da sein. Doch ich werde mich im Hintergrund aufhalten. Übers Handy werde ich dir dann eine Nachricht schicken. Daraufhin schnappst du dir Leevi und nimmst ihn mit zu den Toiletten. Dort warte ich auf euch. Wir können dann durch einen Personalzugang aus dem Haus und werden auf dem Parkplatz von Risto erwartet.“

Immer skeptischer wird ihr Blick und viele Fragezeichen lassen sich in ihren Augen erkennen. Doch ich fahre unbeirrt fort, in der Gewissheit, sie von unserem Vorhaben und dessen Gelingen  überzeugen zu können. „Risto wird uns danach sofort an den Flughafen bringen, wo Reesa uns erwarten wird.“
Plötzlich weiten sich ihre Augen, Unruhe befiel sie wieder, denn ein Gedanke schien sie zu überfallen. „Aber ich habe doch meinen Pass nicht. Und Leevis ebenso nicht. So kommen wir doch gar nicht durch die Kontrollen.“ Doch auch diese Befürchtung konnte ich ihr guten Gewissens nehmen. „Psst, alles gut. Das ist wie alles andere geregelt, Sofia.“ beruhigte ich sie und erklärte ihr, wie uns dies gelungen war. Ihr Gesichtsausdruck nahm nach und nach an Zuversicht zu und entspannte sich zusehends. „Nun musst du nur noch deine Zustimmung geben, dass du dieses Abenteuer mit uns bestreiten möchtest, Schmetterling.“ Ganz langsam kam dieses Strahlen, das ich so sehr an ihr liebte in ihre Augen zurück. „Wie könnte ich die nicht geben.“


~Sofia~

Die nun für Leevi und mich letzte Nacht unter diesem Dach, in diesem Bett, brachte eine große Unruhe für mich mit sich. Meinem kleinen Schatz hatte ich noch nichts davon erzählt, was uns morgen Aufregendes erwarten würde. Es war besser so, denn wenigstens er sollte diese Nacht noch gut schlafen, damit er morgen ausgeschlafen sein würde. Der Abend und die nächste Nacht würden sicher sehr anstrengend für uns werden. Körperlich, als auch psychisch.

Die Unruhe hatte mich fest im Griff und ließ mich kaum ein Auge zu machen. Einerseits war da die Hoffnung, endlich diesem Gefängnis zu entkommen, doch andererseits war da aber auch die Angst, entdeckt zu werden und die ganze Situation nur noch schlimmer zu machen.

Samu hatte mir erst im Museum und auch später, als Leevi und ich durch unseren Chauffeur Sergei wieder zurück im Haus waren, per Nachrichten immer wieder beteuert, dass alles bestens organisiert und durchdacht war.
Da wir ja schlecht morgen Nachmittag, mit einem gepackten Koffer bei Sergei auftauchen konnten, hatte Samu mich gebeten, nur das Allernötigste für mich und Leevi in Rucksäcke zu verpacken. Reesa hatte schon die Tage Kleidung für uns besorgt, die in Koffern morgen für uns am Flughafen bereit stehen würden.

Die Vorstellung, quasi alles zurückzulassen und ganz neu an einem mir fremden Ort wieder zu beginnen, war schon etwas beängstigend. Schon einmal hatte ich neu begonnen, doch da waren die Umstände andere. Ich konnte zumindest einiges aus meinem vorigen Leben mitnehmen. Etwas, das mir dieses Mal verwehrt blieb. Doch dieses Mal war ich nicht allein. Ich hatte Reesa und meinen kleinen Schatz an meiner Seite und… den Mann, der mir neben Leevi, inzwischen Alles bedeutete.

Ja… ich liebte ihn. Dies wurde mir spätestens jetzt endgültig bewusst. Und ich war mir sicher, dass es ihm genauso ging. Würde er sonst so etwas für uns organisieren? Immerhin war diese Aktion illegal, eine Straftat. Er half dabei Leevi zu entführen. Würde für uns zum Straftäter und setzte seine Karriere, seine Integrität für uns aufs Spiel. Darüber durfte ich gar nicht weiter nachdenken. Mir würde es schlecht werden und möglicherweise ‚kalte Füße‘ bescheren.

Um unsere Rucksäcke kümmerte ich mich am Morgen, während Leevi in seinem Englischunterricht saß. Zum einen, um mich abzulenken, denn die Nervosität und Unruhe nahm weiter zu. Geschlafen hatte ich in dieser Nacht wenig, bis gar nicht. Mein Gedankenkarusell drehte sich unaufhörlich und ließ mich nicht zur Ruhe kommen.

So hoffte ich, dass mich das Packen etwas ablenken würde. Viel konnten wir ja nicht mitnehmen. Deshalb musste das Wenige gut durchdacht sein. Leevi war, was seine Kleidung anging, sehr unkompliziert.  Er hatte wenig Lieblingsstücke, die er unbedingt anziehen wollte. Eines davon, war das Tshirt, das ihm Reesa zum Geburtstag geschenkt hatte. Darauf war ein Piratenschiff, ein Bild von ihm und die Aufschrift  ‘I'M A PIRATE'. Des Weiteren gab es da noch einen Schlafanzug, ebenso mit Piraten, der unbedingt mitkommen musste. So packte ich noch zwei weitere Tshirts, frische Unterwäsche zum Wechseln, eine Jeans, sowie ein Sweatshirt und seine Jacke ein. Seine Zahnbürste fand auch noch einen Platz. Und ganz wichtig… sein Kuscheltier, das immer in seinem Bett lag und zum Schlafen überaus wichtig war. Ein Pinguin, den ich kurz nach meiner Ankunft für ihn gekauft hatte, nach dem ich festgestellt hatte, dass er so etwas nicht hatte. Aiino hatte ihm alles, was von Reesa kam und ihn an seine Mutter erinnern würde, offenbar weggenommen. Ein Pinguin deshalb, da er zuvor auch einen gehabt hatte. Dieser lag nun seither immer versteckt unter seiner Bettdecke. Nachts hatte er ihn im Arm und mehrmals hatte ich beobachtet, wie er mit ihm gesprochen hatte, ihm von seinen Erlebnissen erzählt hatte. Auch von Samu.

So war Leevis Rucksack schnell gepackt.

Doch auch bei mir ging es recht schnell. Auch ich hatte überwiegend Kleidung, die neben zweckmäßig auch bequem war. Schließlich saßen wir ja meistens zu Hause. Da benötigte ich nicht viel. So gab es auch wenige Kleidungsstücke, von denen ich mich nicht trennen wollte. Einzig bei der Tunika und dem Rock, den Samu mir bei unserem ‚ersten Mal‘ ausgezogen hatte, wurde ich etwas sentimental. Diese Stücke wollte ich unbedingt mitnehmen. Vielleicht war dies ja etwas kindisch, kitschig, doch so fühlte ich eben …es war ein ganz besonderer, unvergesslicher Tag für mich gewesen und den verband ich einfach mit diesen Kleidungsstücken. So fanden sie nun neben einigen wenigen notwendigen Sachen Platz in meinem Rucksack.
Ja und um die anderen Sachen, die ich zurücklassen würde, war es mir seltsamerweise nicht schade. Irgendwie traurig, oder…?