Theoretisch Baby, theoretisch

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Gajeel Redfox Gray Fullbuster Juvia Loxar Levy McGarden Lucy Heartfilia Natsu Dragneel
23.11.2019
27.03.2020
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Dieses Kapitel
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 Datenschutzinfo
 
 
Ich darf und möchte euch herzlich Willkommen heißen! Vermutlich ist diese Fanfiktion bereits bei so manchen von euch bekannt und geprägt von unregelmäßigen Updates und monatelangem Untertauchen. Ehrlicherweise wird sich dies auch mit dem neuen Start nicht ändern. Aktuell befinde ich mich in der Abi-Phase und bin nebenbei seit langer Zeit berufstätig, weshalb ich manchmal gerne längere Tage hätte, um zum Schlafen zu kommen.  Damit bin ich sicherlich nicht alleine, oder? Jedenfalls bin ich gespannt, was ihr von der Stor haltet. Lasst euch entführen und mir gerne anschließend einen Kommentar oder eine Empfehlung da. Ich freue mich über jegliche Interaktion mit euch!

Die drei Songs die ich als Inspiration nutzte sind
~Let me down slowly von Alec Benjamin
~Play with fire von Sam Tinnesz feat. Yacht Money
~GFY von Dennis Lloyd



☽♚☾

Langsam konnte er den massiven Holztisch und die ledernen Sitze nicht mehr ertragen. Genauso wenig wie die ganzen Bilder, Pokale und Urkunden, die das gesamte Büro des Rektors schmückten und einen glorreichen Lebenslauf präsentierten.  
Ja, die Dreyer's waren immer schon eine erfolgreiche Familie gewesen.
Ihr jüngster Sprössling, Laxus oder wie auch immer der Typ hieß, machte gerade Karriere als Profisportler.


Glückwunsch, dachte sich Natsu ironisch und kniff die dunklen Augen ein wenig zusammen. Es war, als würden ihm diese ganzen beschissenen Auszeichnungen ins Gesicht spucken,  um ihm zu zeigen, dass er im Gegensatz hierzu ein echter Verlierer war, ein Niemand.


Dass er sich ausgerechnet in diesem Büro wiederfand, weil er Scheiße gebaut hatte, machte die gesamte Situation nicht besser. Stattdessen konnte er hier schweigend sitzen und darauf warten, dass der alte Sack sich endlich umdrehen und die Klappe aufkriegen würde.
Doch auch in den nächsten fünf Minuten passierte nichts. Es war sogar so ruhig, dass man das stetige Ticken der Designeruhr hören konnte.

Und jene Stille machte den Schüler förmlich wahnsinnig. Es war pure Folter ihn in diesem Raum gefangen zu halten, der in dieser Situation der Hölle auf Erden gleichte und dafür sorgte, dass ihm sein mageres Frühstück beinahe den Rachen hochkroch. Wirklich. Warum nur musste der Dragneel eine so ungeduldige Person sein? Er musste sich tatsächlich beherrschen, um sich nicht unkontrolliert durch die kirschblütenfarbenden Haare zu fahren oder gar die Beine in die Hand zu nehmen und das Büro zu verlassen, da es für ihn der reinste Horror war, auf die dunkle, und vor Allem teure, Rücklehne des schwarzen Bürosessels des Rektors zu starren. Und das nun seit glatten zehn Minuten, was ihn nur noch mehr verunsicherte, wenn er ehrlich war. Denn  der Schüler er wusste ganz genau, was auf ihn zukommen würde, sobald sich der kleine Knacker umgedreht hatte. Die Konsequenzen allerdings, kannte er nicht. Nochnicht, zumindest.
             
Tick Tack. Tick Tack.                                                                                

Immer mehr Minuten verstrichen, der Teufelskreis drehte sich weiter und weiter und sein Verstand gleich mit.            
Der Dragneel war verzweifelt auf der Suche nach Ablenkung, weshalb er damit beschäftigt war, mit seinen schwarzen, billigen Sneaker immer wieder auf den glänzenden Holzboden zu tippen, der viel zu Edel für seine abgeranzten Schuhe war, die überhaupt nicht zu einem Schüler der Fairy-High gehören sollten.


Jemand räusperte sich laut und Natsu's Kopf fuhr automatisch hoch.
Zu spät.
"Ich wusste nicht, dass jemand ein so großes Interesse für einen einfachen Boden entwickeln kann.", gähnte Makarov entspannt. Der alte Mann war zu entspannt, wie der Dragneel fand, dessen Augen sich zu brennenden Schlitzen verengten. Ein amüsiertes Glitzern jagte stattdessen durch die seines Gegenübers und verscheuchte die  Augenringe dieser für den Bruchteil einer Sekunde.

Zu viel.                                                                                  
Der gereizte Schüler bemerkte die heiße Wut, welche sich wie Feuer durch seinen Magen kämpfte und dann seine Hände erreichte. Er spürte, wie ihm die Hitze in den Kopf stieg und sein Schädel anfing zu brennen. Bevor es sich davon abhalten konnte, waren seine Hände zu Fäusten geballt und seine Knöchel mittlerweile weiß angelaufen.  
Trotzdem versuchte er, so gut es ging, seinen lässigen Gesichtsausdruck zu bewahren, um seine heftige Reaktion möglichst unbemerkt zu verstecken.
Sein Temperament war ein weiteres Problem.      
Um seine protestierende Aggression zu unterdrücken knirschte er so leise wie möglich mit den Zähnen und ging sogar so weit, dass er es wagte, sich gelangweilt an die viel zu bequeme Rücklehne seines Sitzes zu drücken und die Beine leicht zu spreizen, sodass keinerlei Zeichen auf seine Unsicherheit - oder seinen                              
Ausbruch - hindeuteten.
Körpersprache war hier das A und O.

Vorallem, wenn sich statt einer schwarzen, schimmernden Rückenlehne eines teuren High-Class-Business Stuhls, ein gewisser Makarov Dreyer vor einem befand. Oder besser gesagt  ein guter Menschenkenner, der in der Lage war, bröckelnde Fassaden sofort zu durchbohren, einem die Maske abzureißen und diese zu verbrennen, sobald dieser die Gelegenheit dazu mit seinen Kenntnissen zu erschnüffeln. Er war fast schon gefährlich erfahren.
                                                                                             
Desweiteren war jener Dreyer der Schulleiter der Fairy-High, Fiore's populärste High-School, die sich durch ihre hervorragenden Ergebnisse bei den jährlichen Großen Spielen jedes Mal auf's Neue hervorhob. Die sogenannten "Großen Spiele" waren nichts weiter, als etliche Tests, die jeder Schüler der Abschlussklassen, in ganz Fiore, bewältigen musste.              
Getestet wurden vor Allem die Fächer, in welchen logisches Denken, Ausdrucksfähigkeit oder Kreativität wichtig waren.                                              
Sobald dann die Auswertung erfolgte, erhielt die führende Schule, also die, mit den besten Ergebnissen Ruhm, Trophäen und, wie sollte es anders sein, Geld.          
Nichtsdestotrotz war es so gut wie unmöglich, auf diese High-School zu gelangen - und zu bleiben.
Denn wer auf diese Elite-Schule ging, war entweder unfassbar reich oder unheimlich intelligent.
                                               
Fun Fact: Natsu passte in keine dieser Schubladen. Er war weder reich, noch berühmt oder intelligenter als seine Mitmenschen.

Er hatte einfach nur Potenzial, wie der merkwürdige Mann damals zu ihm gesagt hatte.
Der Haken an der ganzen Sache?
An dem Tag hatte er zwei Prügeleien und einen Deal hinter sich gebracht. Und dann so was?
Dass er nicht lachte.
Jegliche Sympathie und Lockerheit waren urplötzlich verschwunden und die Atmosphäre innerhalb des hochwertig dekorierten Büros veränderte sich schlagartig. Die Raumtemperatur sank ins Unermessliche und wo sich zuvor ein alter, ruhiger Opa befunden hatte, saß nun ein Riese, welcher über enorme Autorität verfügte. Er war ein wütender Gigant, dessen Zorn niemals hätte geweckt werden dürfen, da jener Gigant in der Lage war, den 18-jährigen mit nur einem einzigen, klitzekleinen Wörtchen, wie eine Ameise, zu zerquetschen.  
Der Dragneelb begutachtete für einen kurzen Moment seinen ausgefransten Rucksack, welcher sich links neben ihm befand und an ein silbernes Stuhlbein gelehnt war, um der erdrückenden Stimmung zu entkommen.                            

"Also für jemanden, der mit einem Anruf ins Gefängnis befördert werden könnte, sind wir aber heute ziemlich entspannt, was, Mr. Dragneel?", meldete sich Makarov Dreyer zu Wort. Natsu sah schnell auf und blickte direkt in die eisigen, vor Ärger blitzenden Adleraugen des Schulleiters, dessen buschiger Bart vor Wut bebte.
Wieder zu spät.
Die sonst so ruhige Stimme des reichen Mannes war so hart und kalt wie ein Hammer aus Eis, der ihn augenblicklich erschlagen könnte.  
Stille.

Der Schüler schwieg und hielt der wortlosen Herausforderung stand, brach den Augenkontakt nicht ab, sondern beobachtete den Alten ganz genau. Allerdings konnte er das Verlangen nicht mehr unterdrücken, sich einmal nervös durch die Haare zu fahren.        
Der Verband an seinem rechten Arm berührte dabei für den Bruchteil einer Sekunde die heiße Haut seiner brennenden Wange.
Der Rhythmus seines Herzens war, mit den Worten des Schulleiters, augenblicklich in die Höhe geschossen  und hämmerte wie verrückt gegen seinen Brustkorb. Und zwar so laut, dass der Schüler beinahe befürchtete, dass auch Makarov seinen Herzschlag hören konnte.
Das Schweigen zog sich in die Länge. Es vergingen weitere Minuten, in denen es derDragneel schaffte, sich zu beruhigen und nicht die Fassung zu verlieren.
Kurz darauf schaffte es Natsu nicht mehr, den Augenkontakt aufrecht zu erhalten, da er den frostigen, verschlingenden Seelenspiegeln des Alten nicht weiter standhalten konnte.
Tief durchatmen.
Genau. Er musste einfach nur kurz Luft holen, dann würde es ihm gleich viel besser gehen. Problem war nur, dass der Schüler nicht die Möglichkeit und die Zeit hatte, um sich wirklich zu "entspannen", weshalb er keine andere Wahl hatte, als diesen wieder her zu stellen.
Statt weiterhin Löcher in die Haare des Rektors zu brennen und seine Pupillen ein Irrer immer wieder nach links und rechts springen zu lassen, sah er erneut in die Augen des Dreyer's, noch bevor dieser sich räuspern musste.                                                  
Etwas hatte sich an dem Blick des Direktors verändert. Das war das Allererste, was ihm auffiel.
Denn statt des vorherigen Zorns, hatte sich eine andere Gefühlslage in die Makarovs Augen geschlichen.                        
Etwas Weicheres.
Natsu konnte nicht genau ausmachen, welche es war, da es eine dieser Emotionen war, die er in seinem Leben nicht häufig zu sehen bekommen hatte.      
Der Dragneel bemerkte auch, dass sein weißer, buschiger Bart nicht mehr lebendig war.
Ein weiterer Punkt, der ihm auffiel war, dass der Direktor tiefentspannt war, während er den Jungen vor sich komplett "durchscannte", um die Schwachstelle seiner Maske zu entdecken. Dieser musste sich beherrschen, um nicht wie ein Irrer zu lächeln.
Er besaß keine wunden Punkte.
Der Alte konnte sich also nach Herzenslust austoben und sich dumm und dämlich suchen.
Und allein dieser Gedanke ließ den Schüler beinahe laut loslachen.
Aber auch nur fast.                                                                                        
Er wartete ganz klar darauf, dass sich Natsu zu Wort melden würde, was dieser aber selbstverständlich nicht tat.
Norman, der  nach gefühlten fünf Minuten des "Anstarrens und Inspizierens" den Augenkontakt brach und laut seufzte, nahm das kleine, halbleere Plastiktütchen in die Hand. Dieses war mit einer weißen, pulverartigen Substanz gefüllt.
Erneute Stille breitete sich in dem Büro aus und der Schüler senkte seinen Kopf kurz und betrachtete seine Hände.                        
Es war, wie er es sich gedacht hatte. Seine Handflächen wurden von lilanen, fast runden Blutergüssen geschmückt.        
Er riss seinen Blick los und hob seinen Kopf, um den kleinen Mann zu beobachten.                                          
Dieser war wohl seit einer längeren Zeit damit beschäftigt gewesen, das Rauschmittel zu begutachten.
Dem Schüler entging dabei nicht, dass die Gesichtsfarbe des Direktors immer wieder zwischen weiß und rot wechselte, was langsam wirklich nervig war. Dabei hatten sich tiefe Falten auf seine Stirn gelegt, die ihn noch ernster und konzentrierter wirken ließen. Der Schulleiter dachte nach. Vermutlich darüber, was er nun mit seinem "Problemkind" anstellen sollte.
Bingo!
"Was soll ich nur mit dir machen...?", murmelte der bärtige Dreyer erschöpft, wobei er Natsu, der mit den Schultern zuckte, keines Blickes würdigte.  Seine Stimme war nichts weiter als ein sanftes, leises  Geflüster, wie Sand, der vom Wind davon geweht wurde.
Daraufhin sagte niemand mehr etwas.                                                        

Stattdessen schüttelte Makarov das Päckchen vorsichtig und betrachtete den Inhalt etwas genauer. Immer wieder huschten verschiedene Emotionen über sein Gesicht, doch der Dragneel konnte sie größtenteils nicht einordnen, so schnell waren diese Ausdrücke wieder verschwunden. Erneutes Seufzen, dann ein angewiderter Blick, welcher auf die Drogen gerichtet war.  


Kurz darauf wurde jenes Rauschmittel behutsam auf das schimmernde, dunkelgraue Designertischlämpchen, rechts von dem Familienfoto auf den Schreibtisch des Dreyer’s gelegt, welches eine geschwungene, eingravierte Eucliffe Signatur besaß.                            
Eine beschissene Signatur, die zum Chef der Firma höchstpersönlich gehörte.

Die wollten ihn doch echt verarschen.
Jetzt waren auch noch Autogramme ein Statussymbol.


Natsu schnaubte empört auf. Seine grünen Augen verdunkelten sich, verengten sich zu Schlitzen und nahmen ein gefährliches Giftgrün an, welches puren Hass widerspiegelte.        
Wieder einmal spürte er die flammende Wut, welche seinen Körper wie ein Blitz durchzuckte und seine schmerzenden Hände erneut  zu Fäusten werden ließ. Er wusste ganz genau, dass sich die bereits gebildeten, kleinen Blutergüsse auf seinen Handflächen nur noch mehr vergrößert hatten. Dieses einmalige Pochen kannte er nur zu gut.
Scheiß drauf.
In dem Büro des eigenen Schulleiters zu sitzen, war nicht empfehlenswert. Der Eine hatte vielleicht etwas zerstört - merkwürdigerweise immer aus Versehen (da Türen auch einfach aus ihren Angeln fielen oder Glas einfach so zersprang). Dem Anderen wurden hier positive Nachrichten übermittelt, ein Dritter war wiederum nur der seelische Beistand für die bereits genannten Patienten, aber bei ihm war es das genaue Gegenteil der Fall:
Der Grund, weshalb sein Arsch mal wieder in dem, viel, viel zu bequemen, Ledersitz platziert war, lag an den Drogen. Drogen, die er unter die Leute brachte, mit denen er Geld verdiente.              
Ja, vielleicht hatte er wieder scheiße gebaut.
So wie die ganzen vorherigen Male. Mit dem Unterschied, dass er nun ein riesiges Problem hatte, welches ihn köpfen könnte und dafür sorgen könnte, dass man fortan nur noch was im Knast von ihm hörte:
Diesmal gab es Beweise. Davor waren es nur die Hinweise, die ihn verdächtig gemacht hatten. Jetzt würde er sich nicht wieder herausreden können. Und dieser Gedanke, diese Situation, ließ ihn panisch und unruhig werden. Er hatte nicht die Zeit, um hinter Gittern zu hocken.                                    
Er musste herausfinden, wer ihn von der Bildfläche dieser Welt gelöscht hatte.    
Er musste endlich erfahren, wer seinen Vater ermordet hatte.

Ein Räuspern, dann folgende Worte:" Wenn ich dich noch einmal hier beim Dealen erwische, sehe ich mich gezwungen, dich von meiner Schule zu werfen."
Die Stimme des kleinen Mannes war hart und ernst. Umso ernster waren seine Worte, obwohl Natsu wusste, dass sich der Alte um ihn sorgte.
Und da wirkte dieser auf einmal gebrechlich und verdammt alt, sodass der Dragneel beinahe befürchtete, dass der Rektor hier und jetzt zusammenbrechen könnte.
Was aber niemals passieren würde.

Und obwohl Makarov schwach und bekümmert aussah, wusste sein Schüler ganz genau, dass er eine weitere Aktion nicht tolerieren würde.
Er sah es in seinen Augen, die sich wie ein Kaugummi an seine geklebt hatten und nicht lockerließen. Denn statt Wut, konnte er in ihnen nur Enttäuschung und Trauer erkennen.
Wie bei einem Menschen, der wusste, dass ihn bald etwas Wertvolles verlassen würde.
Es war, als würde der Hund des armen Schulleiters bald eingeschläfert.
Hatte dieser überhaupt ein kläffendes Haustier?
Vermutlich nicht.

Fakt war allerdings, dass Natsu innerhalb von Sekunden erkannt hatte, dass dies seine letzte Chance war.  
Und er sah auch, dass wenn er sich nicht langsam zusammenriss, der Zug endgültig für ihn abfahren würde. Es war glasklar, der Blick des Rektors, meinte er und die Nachricht, die diese ihm vermittelten: Noch einmal, und du verschwindest von hier.
Wahrscheinlich auch aus dem Leben.
Dass Drogen mittlerweile auch an Schulen (und dann noch ausgerechnet an der Fairy-High die Runde machten, war ein absolutes No-Go.

Dabei waren solche Rauschmittel nichts Neues. Klar, sie waren gefährlich, aber jedem das seine.                          
Und der Dragneel würde sogar seine Hand ins Feuer legen, und behaupten, dass jeder dieser beschissenen Stadt über 30 mindestens einmal etwas ausprobiert hatte.
Für den scheiß "Kick", versteht sich.
Diese Leute waren doch echt krank.
Alle taten so, als würden sie sich für andere interessieren. Nächstenliebe und so'n Scheiß, aber in Wahrheit würde jeder dem anderen den Rücken zu drehen, sobald dieser am Boden lag.
Ganz nach dem Motto:"Ich sehe dich nicht", oder noch besser:                            
"Nicht mein Problem."

Das Beste an dieser scheiß Drogensache war, dass Makarov der alte Knacker ganz genau wusste, dass sich ein großer Teil seiner beschissenen Schüler mit diesem Zeug zu dröhnten. Der Opa war vielleicht auch nicht besser als seine ganzen "Sprösslinge", wie er sie immer nannte,  wenn es um Rauschmittel ging, doch er versuchte  die ganze Sache hier zu verschweigen, damit die Schule ihren ach so geilen Ruf nicht an die Sabertooth-High abgeben musste, und damit sie natürlich auch weiterhin ihre Sponsoren behielt.
Ach ja, die  Presse gab's ja auch noch.
Makarov wollte also auch noch verhindern, dass die Leute über diese Schule sprachen.
Warum ?
Nun, im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass sich letztendlich alle das Maul über ihn zerreißen würden.
Dass wiederum  würden heißen, dass die Dreyer's auch ihren gesellschaftlichen Status - und demnach Einfluss und Ansehen - verlieren würden.
Demokratie am Arsch.
Egal wie man das Blatt wendete, es kam immer dasselbe Ergebnis bei raus. Und das war der einzig wirkliche Grund, weshalb sich hier in dem viel zu groß geratenem Büro und eben nicht im Unterricht befand.                
Es ging um Geld, um Reichtum. Es ging letztendlich darum, wer mehr besaß.
Es drehte sich schließlich immer alles um das größte Suchtmittel, das die Welt regierte, seit der Wortschatz der Menschheit nicht nur aus "Ugha Ugha" oder sonst irgendeiner primitiven Sprache bestand.

Gott, wie ihn diese Welt ankotzte.

Natsu schluckte seinen  Ärger hinunter. Er brannte vor Wut, wortwörtlich.

Er hatte in der Fairy-High eine Art Chance gesehen, sein Leben auf die Kette zu kriegen, doch auch nach drei Jahren an der High School hatte sich seine Situation nicht gebessert. Stattdessen hatte er zusätzlich noch Ärger mit der Schule (und dem Rektor), schrieb größtenteils schlechte Noten, hatte Schülerinnen, die ihm am Arsch klebten (nicht, dass ihm das nicht gefallen würde, es war halt nur manchmal sehr anstrengend...) und noch weniger Zeit, um sich um seine...Geschäfte zu kümmern.

Vor einigen Monaten hatte er erkennen müssen, dass sein Weg bereits vorbestimmt war.
Dass er das Ghetto nicht verlassen würde, sondern es eher erobern musste, um zu überleben.  
War doch irgendwie von Anfang an klar gewesen.
Wer aus dem Ghetto kam, der blieb auch im Elend stecken. Träume brachten einem dort nur den Tod.
Woher er das wusste? Nun…

"Was sagst du Natsu? Bist du damit einverstanden?", fragte der bärtige, kleine Mann vor ihm. Er saß immer noch in seinem imposanten Business Stuhl, der mit teurem Leder überzogen war.

Und der Dragneel...Hatte absolut keine Ahnung, was die letzten fünf Minuten abgegangen war.
Dennoch nickte er brav, so, als ob er alles verstanden hätte.
Dabei wippten seine kirschblütenfarbenden, wilden Haare, leicht hoch und runter.

Shit.

"Ausgezeichnet", sagte Makarov ruhig," Dann erwarte ich dich heute zu Beginn der Mittagspause. Ich bin mir sicher, ihr werdet euch gut verstehen.", sprach er weiter. Dabei fuhr er sich langsam und nachdenklich durch den weißen Bart.
Doch plötzlich fing er schelmisch an zu grinsen:" Und selbst wenn nicht...Sie hat da einen Freund, mit dem nicht zu spaßen ist.", beim letzten Teil fing er an zu lachen.

Natsu hatte jetzt schon keine Lust mehr auf diesen Tag, der bis jetzt so wahnsinnig amüsant war.
Er blickte auf die weiße, makellose Designeruhr, die an der braun gestrichenen Wand links von ihm hing.

10:23Uhr - Klasse

"Du darfst gehen.", sagte der Rektor und zeigte mit dem Kinn auf das, was hinter ihm lag. Die Tür, die zum Ausgang führte.

Das Tor aus der Hölle, dachte sich der Teenager ironisch und erhob sich von dem schwarzen Ledersitz, der unter seiner Bewegung leicht  knirschte.
Er nahm seinen dunklen, ausgefransten Rucksack vom Boden und schob seinen Sitz an den Eichentisch.


Der Dragneel nickte dem alten Mann kurz zu und drehte sich dann herum, um den Raum zu verlassen.                    

Bevor er die Klinke hinunter drücken konnte, hörte er Makarov noch etwas sagen:" Ich hoffe, du verstehst den Ernst deiner Lage, mein Sohn. Jemand mit dem Potenzial wie du es besitzt, sollte es nicht einfach wegschmeißen...", er hielt kurz Inne, ehe er seufzend fortfuhr," Es gibt immer einen  zweiten Weg...", ein Hauch von Bedauern schwang in der Stimme des Opas mit. Fast so, als würde sein Schüler ihm leid tun.

Er hasste es, wenn der alte Mann mit ihm sprach, als wäre er sein Vater. Wirklich, er hasste es.

Im Hintergrund war das vielversprechende Klingeln zu hören, welches zur Pause ertönte.

Ohne sich noch einmal umzudrehen oder etwas zu sagen, verließ Natsu den Raum. Die Tür ließ er dabei absichtlich laut wieder zu fallen.

Freiheit!

In seinem Leben zählten genau zwei Dinge:
Das Tanzen und die Musik. Sie halfen ihm, loszulassen und seine Vergangenheit zu verarbeiten.


Denn selbst wenn er nicht den Gesichtern der berühmten Modemagazinen Konkurrenz machen würde - mit seinem kirschblütenfarbenden Haar, den onyxfarbenden Augen, dem markanten Gesicht und einem Körper der "Oh là là!"rief -, wäre seine Leidenschaft immer noch das, was ihm Halt geben würde.

Keine Frau oder Sex, auch kein Geld, noch nicht  einmal sein Kater Happy.

Nein, nur die Musik. Denn auf sie konnte er sich schon immer verlassen.
Auf Menschen noch nie.

Gestatten? Natsu Dragneel


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