The Eyes

von Suei
GeschichteHorror, Übernatürlich / P16
Bokuto Koutarou Haiba Lev Iwaizumi Hajime Kuroo Tetsurou Oikawa Tooru Terushima Yuuji
23.11.2019
21.01.2020
10
34118
7
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Dieses Kapitel
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EDIT: hättet ihr Interesse an einem Bonus/Filler Kapitel, indem man sich für einen Ausflug einschreiben muss wo natürlich die Jungs mitkommen wollen, nachdem sie bemerken, dass Reader sich eingeschrieben hat?


Hallo!!!
Dieses Kapitel geht irgendwie in so viele verschiedene Richtungen, dass ich am liebsten Pfeile miteinfügen wollte.  ↑←↓↗

Ich hoffe es ist nicht zu chaotisch. Mein Hirn hatte irgendwie mehrere Aussetzer und ich bin totmüde, aber was erzähl ich da.
Die Story geht so langsam in eine Richtung, in die ich sie hoffentlich erfolgreich leiten kann!
Viel Spaß!

▪︎♧ ▪︎


xx where love is missing, you come into play. have you people ever felt love, have you ever felt the caring touch of someone who cares for you? xx


Anger is manifested in the individual who spurns love and opts instead for fury. It is also known as Wrath.

Pride has been called the sin from which all others arise. Also known as Vanity.

Envy is the desire for others' traits, status, abilities, or situation.

Gluttony is an inordinate desire to consume more than that which one requires.

Lust is an inordinate craving for the pleasures of the body.

Greed is the desire for material wealth or gain.

Sloth is the avoidance of physical or spiritual work.


Dein Zustand des Verlorenseins hatte beinahe einen Monat erreicht.
Vor fast einem Monat hatte all das begonnen.
Deine Hände waren noch immer kalt. Jeden Tag.
Du hattest einen Arzt aufgesucht, der dir Vitamine aufgeschrieben und dir gesagt hatte, dass du dich besser ernähren solltest, da dir wohl einige wichtige Zusätze fehlten. Er hatte dir Blut abgenommen und sich drei Tage später gemeldet, um dir zu berichten, dass keine Abnormalitäten zu sehen waren, weshalb er darauf beharrte, dass du diverse Vitamine zu dir nehmen solltest.
Sie halfen nicht.

Er hatte dich auch wegen deinem kreidebleichen Gesicht angesprochen und die Augenringe, die so tief waren, dass er dir Schlaftabletten verordnet hatte. Du weigertest dich sie zu nehmen. Er ging von einer Art von Insomnie aus, die durch Stress erzeugt wurde und merkte an, dass du nicht die einzige Studentin warst, die zu viel lernte und zu wenig schlief.
Du konntest ihm schlecht sagen, weshalb du tatsächlich kein Auge zu mehr bekamst und wenn, dann nur vier Stunden am Stück.
So warst du dementsprechend auch mürrischer drauf. Der Schlafentzug ging dir ordentlich auf die Psyche und im Zusammenhang mit deinen kalten Händen, machte es dir nur noch mehr zu schaffen.
Du machtest mehr Pausen als üblich. Wenn du zu Hause warst, gingst du immer wieder zwischendurch in dein Bett und unter die Decke, um dir die kalten Hände zu wärmen und deinen Körper so auszutricksen, dass er sich dadurch etwas entspannte. Manchmal schliefst du ein, doch wachtest nicht selten schweißgebadet auf; die glühenden Augen deiner Mitschüler noch immer in deinen Verstand gebrannt.
Nichts half gegen die Albträume.

Die Blutergüsse an deinem Körper waren so verblasst, dass sie beinahe verschwunden war.
Sie juckten ab und an, doch du stempeltest dies als Phantomgefühl ab.
An manchen Tagen, wenn alles zu viel wurde und es sich anfühlte, als würde Iwaizumis Hand dir noch immer die Luft abschnüren, könntest du schwören, sie tatsächlich an deinem Hals zu spüren.
Vielleicht hattest du ein leichtes Trauma, vielleicht war das normal, nach solch einem Erlebnis.
Nichts war mehr wirklich normal, also konntest du nicht erwarten, normal weiterzuleben.

Dennoch saßt du in deiner Vorlesung, Hana unmittelbar neben dir und für einen Augenblick schien alles, so wie immer.
Du hattest dich nach ganz vorn gesetzt und Hana mitgenommen. Das tatst du nun öfters; ganz vorn sitzen.
So konntest du vermeiden, dass einer von ihnen sich in deinen Blickfeld stahl, sich zu dir umdrehte, oder du etwas sahst, dass du nicht sehen wolltest.
Es wirkte.
Es wurde besser. Doch die Pausen oder der Leerlauf zwischen deinen nächsten Vorlesungen war noch immer unstimmig. Fürs Erste war es ruhig.

Nachdem nun auch die siebte und - du hofftest - allerletzte Person sich dir offenbart hatte, konntest du nicht sagen, was ihr nächster Schritt war.

Der Professor verabschiedete euch für diese Stunde und du klapptest dein Notizbuch zu. Du hattest gelernt den Blick unten zu halten, geduckt zu gehen und auf unsichtbar zu tun.
Ehrlicher Weise war dein Leben im Moment ziemlich armselig.
Deine Existenz bestand nur noch daraus, nicht gesehen zu werden und niemanden zu sehen. Die einzige Person, die du wirklich ansahst war Hana.

Bald war es ein ganzer Monat.
In drei Tagen müsstest du dich mit Hana und Kuroo treffen. Ihr hattet einen wöchentlichen Termin ausgemacht, um eure Präsentation zusammen zu kriegen und du warst schon jetzt besorgt darüber.
Du seufztest, während du deine Stifte einsammeltest, was Hanas Aufmerksamkeit auf dich zog.

„Alles okay?“ - „Alles okay?“
Du sahst verdutzt auf. Hana sah eben so perplex herum. Gemeinsam saht ihr wer gerade gesprochen hatte. Hana und Tendou hatten zur selben Zeit, das selbe gefragt und du warst überrascht darüber, dass er überhaupt hier war. Du konntest nicht mehr sicher sagen, wer alles in deinen Vorlesungen war. Du sahst dich nicht mehr um.
Er stand kerzengerade vor dir, ein schelmisches Lächeln auf den Lippen.

„Verhext“, sagte er an Hana gerichtet, die gerade etwas hatte sagen wollen, doch den Mund wieder schloss. Sie entschied sich für einige Sekunden mitzuspielen und blieb stumm.

„Habt ihr Hunger?“, fragte er und stellte sich zwischen dich und Hana und drängte euch zu gehen. Die Frage sollte auch Hana mit einbeziehen, doch war ganz klar an dich gerichtet. Er sah dich an, aber wartete nicht auf eine Antwort. „Ich hab Lust auf Shio Ramensuppe... oder vielleicht doch Tonkotsu?“
Alles ging so schnell, du konntest dich kaum darüber beschweren, dass er zwischen euch lief, als würde er das jeden Tag tun. Als wärt ihr jahrelange Freunde.

„Du darfst wieder reden“, sagte er nun an Hana gerichtet und gluckste lachend. „Wir sollten zusammen Ramen Essen gehen, was meint ihr? Ich kenne das beste Restaurant.“
Neben euch fiel der lange, schlaksige Satori, wie ein bunter Hund, auf. Blicke folgten euch durch die Klasse, dann durch den Gang, wo ihr noch immer gemeinsam nebenher lieft.

„Gibts da auch ausgefallen vegetarisches?“, kam es nun von Hana, die so schnell um seinen kleinen Finger gewickelt wurde, dass du sie nur anstarren konntest. Warum ging sie darauf ein?!

„Ah“, machte er und die ohnehin zufallenden Augen wurden kleiner, „ich sehe schon, du magst die besonderen Sachen... ich auch!“
Er schien ganz hibbelig zu werden, durch Hanas Vorliebe und streckte die Hände hoch in die Luft.
Du wolltest etwas sagen, warst dir nicht genau sicher was genau du äußern konntest, das nicht seltsam wäre - in Hanas Präsenz.
Während ihr immer weiter gingt, versuchtest du die Oberhand zu gewinnen und die Richtung anzugeben, in die ihr gehen solltet. Du hattest in zehn Minuten eine weitere Vorlesung, weshalb du daraufhin zu steuertest.
Die vielen Fenster neben euch sollten dich entspannen, doch je länger ihr zusammen gingt, desto größer wurde das Verlangen das Weite zu suchen. Du konntest einfach nur hinaus starren und hofftest er würde sich sobald verziehen, doch dein Herz hämmerte in deiner Brust so stark, dass du das Gesicht verzogst.

Du riebst dir die kalten Hände. Dein Körper schien an Temperatur zu verlieren, während seines an Temperatur gewann. Von ihm ging eine Hitze aus, die du an deiner rechten Körperhälfte spürtest. Sie war so stark, dass du meinen könntest, er würde gleich in Flammen aufgehen.
Du schieltest kaum merklich zu ihm. Du sahst seine Lippen sich bewegen. Sein Kopf war zu Hana gedreht, die mit einem Lächeln zuhörte und das ein oder andere erwiderte. Die Worte schienen über deinen Kopf hinweg zu fliegen und kamen nur gedämpft an deine Ohren. Du konntest keine Wortfetzen ausmachen.
Du versuchtest dich auf etwas anderes zu konzentrieren. Vielleicht die kleinen Fusseln, die an seiner dunklen Jacke klebten. Nein, das führte dazu, dass du die Hand ausstrecken und sie am liebsten entfernen wolltest.
Dein gesamter Körper arbeitete auf Hochtouren. Du warst übersensibel, anfällig auf jegliche Veränderung, die von ihm ausging und trotzdem konntest du die Augen nicht von ihm nehmen.

Erst als sein Kopf sich nun nach vorne drehte, konntest du dich mit unglaublicher Anstrengung dazu winden, seinem Blick zu folgen. Er hatte nämlich die Hand hochgehoben, erneut das stille Winken, bei dem er die Hand nicht bewegte, doch dieses Mal kam ein „Hey“ von ihm.
Du wolltest wissen, wen er da grüßte und sahst nun die große Gruppe direkt neben dir, an der ihr einfach vorbei lieft.
So schnell ging es.
Und schon waren sie hinter dir und wurden immer kleiner.
Alle sechs von ihnen.
Du hattest dich sogar noch umgedreht und nachgezählt und tatsächlich waren es die Anderen.
Die, die deine Träume heimsuchten und sie in Albträume umwandelten.
Sie hatten im Flur gestanden, nichts außergewöhnliches. Im Flur in der Nähe der nächsten Vorlesungen standen viele Studenten, doch, dass du sie auf einem Haufen sehen würdest, während du mit Tendou höchstpersönlich warst, der sie in solch einer nonchalanten Art und Weise grüßte, ließ dich schütteln.
Du hattest nicht viel erkannt. Den ein oder anderen Gesichtsausdruck hattest du ausmachen können, doch ihr wart so schnell an ihnen vorbei gegangen, dass du das gar nicht glauben konntest.

Du schlucktest hart.
Tendous Handrücken streifte deines und du schrakst auf. Du zogst deine Hand zurück und riebst die Stelle, die er berührt hatte. Es hatte sich angefühlt, wie heißer Wachs, der dir heiß auf die Haut gekippt wurde und dann abkühlte.

Ihr bogt um die Ecke ab, wo du kurz über deine Schultern blicktest. Du wurdest paranoid, doch euch folgte niemand.
Du hieltst kurz inne, damit die Beiden endlich zum Stehen kamen.
Dein Herz zog sich schmerzvoll zusammen und du schnapptest nach Luft, bevor sie sich zu dir umdrehen konnten.
Du fühltest dich wie ein Fisch gestrandet auf dem Land.
Tendou bemerkte zuerst, dass du nicht mehr neben ihnen warst und er drehte sich ruckartig zu dir um. Sein Kopf war kaum merklich nach hinten gelegt, die Augen so gefährlich scharf auf dir. Das Lächeln hatte sich zu einem mysteriösen Grinsen verändert, das dir das Blut in den Adern zu fror.

„Ich muss dort lang“, sagtest du und zeigtest nach rechts. „Hana kommst du nicht mit?“
Das Etwas, das in deiner Stimme mitschwang, schien deine dunkelblonde Freundin nicht zu bemerken, stattdessen verneinte sie.

„Ich habe einen Freiblock“, informierte sie dich und du nicktest.
Der rothaarige Volleyballspieler sah dich weiterhin an.
Es schien kalkulierend zu sein.

„Ich würde dir raten, da nicht hinzugehen“, sagte er und zog eine Grimasse.

„Huh“, kam es von Hana, die sich direkt wieder zu ihm umdrehte um das zu hinterfragen, „wieso denn nicht?“
Deine Ohren fingen zu klingeln an, die Worte erneut gedämpft. Seine Augen auf dir versprachen dir, dass du es bereuen würdest, dass etwas passieren würde, wenn du da hingehen würdest. Hana schien die zweideutige Bedeutung nicht zu verstehen, wie denn auch, sie wusste nicht was zwischen euch geschah.
Vielleicht wollte er dich vor einem Chaos retten, doch auch wenn er dir zu helfen versuchte, empfandest du alles andere als Sicherheit.

Deine Hände brannten.
Sie waren heiß und du befürchtetest beinahe, dass sie vor Wärme anschwellen würden.
Du sahst zu ihnen hinab und sahst sie zittern. Deine Hände waren heiß und zitterten. Dies war nicht normal.
Dein Herz wurde schneller. Du wurdest ganz panisch.
Dann legte sich eine große Hand auf deine Hände und umklammerte mit Leichtigkeit beide von ihnen.
Tendous Brust war genau vor deinem Gesicht und du musstest hoch sehen, um ihm in die roten Augen zu sehen, die dich interessiert musterten.
Hana zog neben dir scharf die Luft ein und bevor du blinzeln konntest, war seine Hand wieder verschwunden und du spürtest sie wieder kälter werden.
Aus irgendeinem dir unerklärlichem Grund hattest du das Verlangen dich an ihn zu schmiegen, ihm deine Arme um den Hals zu werfen, damit er deinen so ängstlichen Körper umarmen und dich in Sicherheit wiegen konnte. Das war unglaublich untypisch für dich und das wäre es auch für ihn, aber... du spürtest die Anziehung. Diese seltsame Anziehung, die du spürtest, wenn einer von ihnen in deiner Nähe war.
Die Anziehung, die dich zurück in dieses Gebäude trug, von dem du nicht zu lange entfernt bleiben konntest, weil dein Herz sich zusammenzog und nach etwas ächzte, das du nicht kanntest. Oder doch?

Du tratst einen Schritt zurück und gabst ihm das Zeichen, auf das er gewartet hatte.
Du nicktest.
„Okay“, sagtest du widerwillig, „auf zur Cafeteria.“

▪︎♧ ▪︎


Euer Tisch war viel zu groß und viel zu leer, als dass diese Wahl von Tendou bloß ein Zufall gewesen war.
Es gab so viele freie Tische, trotzdem hattet ihr an dem Platz genommen, das zu den größeren galt.
Du konntest nicht mehr dagegen ankämpfen. Du konntest kaum sprechen.
Du versuchtest alles, um wieder Herr deiner Gefühle zu werden, die völlig außer Kontrolle waren.

Er saß direkt neben dir, wo er sich locker ausgebreitet hatte und du dich in deinem Stuhl kleiner zu machen versuchtest.
Sein Bein streifte immer wieder gegen deines und du schlucktest jedes Mal hart und versuchtest dir nicht anmerken zu lassen, wie sehr dich das eigentlich beschäftigte.
Hana saß auf der anderen Seite von dir und die Beiden unterhielten sich amüsiert, während du zwischen ihnen gefangen warst.
Der Rotschopf war gerade dabei, über sein Team zu sprechen, das noch immer eines der unschlagbarsten auf dem Campus war und du hörtest halbherzig zu, während du den Blick durch die große Halle schweifen ließt.

Du schienst aus dem Inneren heraus in Flammen aufzugehen. Es war ein unerklärliches Gefühl. Die Frage ob Tendou sich auch so fühlte, wurde vergessen, als du die Gruppe hinein kommen sahst, die du noch eben im Flur gesehen hattest.
Sofort schien Tendou zu merken, dass sie hier waren. Er hörte abrupt auf zu reden, ließ ein wohligen Laut von sich, und drehte sich in Richtung Tür, wo er die Gruppe geschwind zu sich winkte.
Hana zog scharf die Luft ein, als sie Kuroo ganz vorn erblickte, der mit einem selbstgefälligen Grinsen auf euren Tisch zuging.
Solltest du eine Ausrede erfinden, aufstehen und gehen? Vielleicht könntest du von nahem endlich die restlichen Sünden aufdecken, die Besitz von deinen Mitschülern ergriffen hatten.
Du konntest keine Entscheidung fällen, da Satoris Hand sich auf deinen Oberschenkel legte und sich dort festkrallte.
Etwas erschrocken zucktest zu zusammen und drehtest den Kopf in seine Richtung.
Seine Augen sahen direkt in deine und schienen so tief hineinzublicken, dass du meinen könntest, er könnte deine tiefsten Geheimnisse aufdecken.
Du schlucktest.

Deine Hand fand seine, woraufhin du deine Fingernägel geschwind in seinen Handrücken drücktest, damit er von dir abließ.
Das tat er nicht, egal wie sehr du in seine Haut drücktest und seine Hand wegzuschieben versuchtest, sie bewegte sich nicht.
Du beugtest dich nach vorn zu ihm; die Geste spiegelte stark Kuroos, als er dir in dein Ohr geflüstert hatte und kurz schauderte es dir.

„So willst du mein Vertrauen gewinnen?“, fragtest du mit gedämpfter Stimme. „Da bist du auf dem falschen Weg.“
Seine Mundwinkeln zogen ganz leicht in die Höhe, doch der gelangweilte Blick, der bei ihm Standard war, nahm etwas dunkles an.
Du fühltest den Druck an deinem Oberschenkel verschwinden und er nahm unschuldig die Hände hoch und machte einen überraschten Gesichtsausdruck.

„Ich bin unschuldiiiig“, sang er und setzte sie auf dem Tisch ab, um seinen Kopf auf den Händen zu stützten. „Siehst du, ich tu was du sagst.“
Er sah dich mit fast geschlossenen Augen an. Jetzt, wo er sich den Kopf abstützte, schien er die Müdigkeit über sich ergehen zu lassen und nicht dagegen anzukämpfen. In der Luft hing ein trüber Hauch, das beinahe an gemütliche Morgenstunden erinnerte und den Drang verstärkte, im Bett bleiben zu wollen, um mit jemandem zu kuscheln.
Du wusstest nicht mehr, ob er solch eine Power hatte, die Spannung in der Luft so einfach verpuffen zu lassen, doch es war seltsam. Überaus seltsam.

Du wolltest zum Sprechen ansetzten, da wurdest du bereits unterbrochen, bevor du anfangen konntest.
Levs große Gestalt machte sich zwischen dir und Tendou breit und du musstest weit nach oben gucken, um sein Gesicht auszumachen.
Unmittelbar hinter ihm kam Oikawa zum Vorschein, der mit verschränkten Armen vor der Brust da stand und dich und Lev ansah. Der Neid blitzte in seinen Augen auf, du konntest es mit Leichtigkeit erkennen.
Dem großen Halbjapaner wurde es zu bunt, woraufhin er seine große Hand, wie eine Kralle ausfuhr und sie auf Tendous Schulter tat. Du beobachtetest ihn dabei und merktest, dass seine Finger sich kaum merklich in die Schulter des Rothaarigen bohrten, dessen Mund sich zu einem O formte. Er lachte laut auf, schien das aber nicht ernst zu meinem, doch rutschte einen Platz weiter, wo er sich sofort wieder den Kopf stützte und gelangweilt die Situation ebenfalls beobachtete.

Lev setzte sich in Tendous vorigen Stuhl, drehte sich mit dem gesamten Körper zu dir und sah dich mit einem Grinsen an, das den Anschein machte, er würde etwas aushecken. Die Mandelartigen Augen halfen dabei nicht, sondern schienen ihn nur mysteriöser aussehen zu lassen, als ohnehin schon.
Tendous rote Haare kamen hinter Lev zum Vorschein, der den Rücken gerade drücken musste, um überhaupt über Levs Schulter zu sehen.
Du fandest das irgendwie amüsant.

„Was habt ihr euch denn da zugeflüstert?“, fragte Lev forsch heraus, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, ob er nicht zu direkt war.
Du konntest Tendous Gesichtsausdruck nicht erkennen, nur die spitze Frisur, die sich hinter Lev bewegte und du musstest beinahe lachen.

„Huh“, machtest du und sahst zu Hana hinüber, um herauszufinden, ob sie all das hier genauso seltsam fand, wie du.
Doch als du dich zu ihr umdrehtest, merktest du bloß noch, dass Oikawa sie irgendwie dazu gekriegt hatte, durchzurutschen, weshalb er nun direkt neben dir Platz nahm. Ein Schmunzeln im Gesicht, das dich die Stirn runzeln ließ.

Bevor du dich versahst, hatten die übrigen Jungs auch Platz genommen.
Neben Tendou saß Kuroo und daneben Bokuto. Neben dem war Terushima, der dir zuzwinkerte, als du ihn ansahst. Iwaizumi war der Einzige, der lieber stand und den Rücken zu euch gedreht hatte.
Du starrtest ihn eine Weile an und auch wenn du dir sicher warst, dass er das spürte, rührte er sich nicht vom Fleck. Er stand da wie fest gefroren und schenkte euch keine Aufmerksamkeit.

„Ach, ignorier Iwalein“, sagte Oikawa nachdem er deinem Blick folgte, „der schmollt gerne und lange.“
Der Spitzname erinnerte dich kurz an die Zeit, bevor all das passiert war. Du hattest Oikawa den Namen immer durch den Gang rufen hören, woraufhin Iwaizumi dann erst Recht auf taub gemacht hatte.
Jetzt schien er das auch, doch du erkanntest die angespannten Schultern, die er kaum merklich hochgezogen hatte, nachdem Oikawa ihn so nannte.

„Oh, mach ruhig weiter, gleich explodiert er“, stieß Kuroo heraus.

„Wen interessierts?“, fragte Terushima und zuckte mit den Achseln.

„Ich hab Hunger“, sagte Bokuto und streichelte sich den anscheinend leeren Bauch.

„Also“, flüsterte Lev, jetzt wo er sich sicher war, dass nicht alle zuhörten, „ihr geht später zusammen Essen?“
Er sah Tendou an, der nur kurz blinzelte und das so bejahte, dann dich und Hana.
Ihr hattet nicht wirklich zugesagt, doch du glaubtest nicht, dass ihr da viel Mitbestimmungsrecht hattet.

„Ich will auch mit“, verkündete Lev. „Wir können auch was danach machen. Was meinst du?“
Er sah dich hoffnungsvoll an. Du hieltest inne.

„Bist du...“, fingst du an, „...uhh...“
Du wolltest nicht, dass Hana etwas mitbekam, auch wenn du nun zwischen Lev und Oikawa saßst, die immer näher zu kommen schienen. Je näher Lev kam, desto näher kam auch Oikawa, der instinktiv aus Neid handelte und das wohl kaum merkte, dass er sich dir fast auf den Schoß gesetzt hatte.
Er sah zu Iwaizumi, den er immer noch ärgerte, doch sein Körper reagierte, ohne, dass er davon viel mitbekam.
Aber jedes Mal wenn er zu Lev hinüber blickte und sah, dass dieser dir auch näher gekommen war, musste er das gleiche tun.
Deshalb machte es bei dir Klick.
Der Neid und der Geiz.

„Oh“, sagte Lev und tätschelte dir den Kopf, als würde er einem gehorsamen Hund den Kopf streicheln, „hast du es letztendlich herausgefunden?“
Er schenkte dir ein Lächeln, das seine Augen berührte.

„Fass sie doch nicht so an“, sagte Oikawa nun. Der Unterton in seiner Stimme empört, die Lippen nach vorn geschoben, als würde er gleich schmollen, „sie ist doch kein Hund, Lev“

„Aber sie ist so niedlich“, sagte der Riese, dessen Hand deinen gesamten Kopf bedeckte.
Du seufztest genervt und schobst seinen gesamten Arm von dir. Er lachte bloß, deine Reaktion schien ihn sichtlich zu amüsieren.
Die Hände legten sich in seinen Schoß, wo du direkt hinstarren musstest.
Die Art und Weise, wie er sich nun die Hand rieb, die eben gerade noch deinen Kopf berührt hatte, ließ dich nicht los.
Selbst unter dem Tisch und in seinem Schoß, war die Hand noch dabei, sich in eine lockere Faust zu ballen.

„Ihr seid so nervig“, kam es plötzlich von Iwaizumi, der sich endlich zu euch umgedreht hatte und dich nun nieder starrte. Seine Augen brannten auf dir, als würde er nur noch dich sehen. Die Worte gingen zwar an die Jungs und an dich, doch so wie er dich ansah, fühlte es sich an, als würdest nur du existieren.

„Dann geh“, sagte Kuroo, „du musst hier nicht sein.“

„Er war noch nie beliebt mit den Mädchen“, flüsterte Oikawa dir zu, weshalb Iwaizumi bloß ein Schnauben von sich gab und Anstalten machte von dannen zu ziehen.

„Wenn du gehst“, sagte Bokuto, der hochfuhr und nicht stillsitzen konnte, „wer hält mich dann davon ab, sie zu vernaschen!?“
Er zeigte mit dem Finger auf dich und dir blieb der Mund weit offen.

„Wovon zum Teufel redest du da?“, fragtest du, etwas zu laut, da einige Studenten sich zu dir umdrehten.
Der Angesprochene prustete drauf los.

„Hast du das gehört, Kuroo?“, rief er und hielt sich den Bauch, „wovon zum Teufel reden wir da eigentlich?“

„Du bist echt nicht du, wenn du hungrig bist“, sagte der Schwarzhaarige, doch hatte ein breites Grinsen im Gesicht kleben. Er fand das wohl witzig, doch du verstandest gar nichts mehr.

„Machst du gerade Werbung?“ Terushima sah die Beiden abwechselnd an und schüttelte den Kopf.

„Hey... hey... HEY", Bokuto schob den Plastikstuhl zur Seite und stellte sich mit einem Bein darauf. „Wir sind aus gutem Grund hier.“

„Wenn du weiter so viel Aufmerksamkeit auf uns ziehst, kommen wir nicht mehr dazu, diesen Grund zu erklären“, Kuroo klopfte auf den Rücken seines Freundes und zog ihn zurück auf seinen Stuhl, wo er etwas hibbelig erneut Platz nahm.

„Hana“, Oikawa sprach deine Freundin mit zuckersüßer Stimme an, „könntest du uns für einige Minuten alleine lassen?“
Hana antwortete nicht, stattdessen sah sie sofort dich an, um herauszufinden, wie du darauf reagieren würdest.

Es war simpel.
Ihr wart in der Öffentlichkeit, inmitten euren Mitschülern, wo sie nichts tun könnten, vor allem als solch große Gruppe, die ohnehin Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie würden nichts seltsames abziehen und du warst der Meinung, dass ihr dieses kommende Gespräch brauchtet. Was auch immer geschah, beide Seiten brauchten Antworten.
Also nicktest du ihr zu und gabst ihr somit das Zeichen, das ihr versicherte, dass du klar kommen würdest.

„Okay“, sagte sie, „ich bin da hinten bei Nakamura, falls du was brauchst.“
Sie zeigte auf einen Tisch weiter weg, wo Nakamura und einige andere Mädchen saßen. Ihre Blicke förmlich auf euch gefesselt.

Sie ließ euch alleine und Iwaizumi schien endlich aus seiner Starre zu erwachen.
Er ging herum und nahm neben Oikawa Platz, wo es jetzt frei geworden war.
Er würdigte dich keines Blickes und lehnte sich mit verschränkten Armen nach hinten, ernst in die Luft starrend.

„Bevor wir anfangen“ - meldete Tendou sich plötzlich - „will ich sicher gehen, ob ich das auch richtig verstanden habe. Wir wollen uns jetzt alle gegenseitig vor den Bus werfen?“

„Nennst du das so?“, Kuroo sah ihn mit undeutbarem Blick an. „Hast du ihr nicht gesagt, um dies zu gewinnen, muss sie nichts tun? Du hast dich entschieden auf die Regeln zu scheißen, in der Sekunde, in der du sie ausgewählt hast.“
Das schien die Wut von Iwaizumi anzukurbeln, die ohnehin schon präsent war. Schließlich war er nicht wortkarg darüber, dass er die Wahl nicht mochte, die stattgefunden hatte.

Der Rotschopf hingegen nahm die Arme beschwichtigend hoch, als wolle er seine Unschuld bezeugen.
„Wir wissen doch alle, dass ich passiv gegenüber diesem Spiel bin. Ich bin ihre beste Chance auf den Sieg.“

„Du darfst ihm nicht wirklich trauen“, sagte Oikawa nun, die braunen Augen hatten etwas scharfes angenommen, als würde er gleich auf Tendou losgehen und zuschnappen. „Er ist Trägheit in Person.“

„Oh“, sagtest du. Oh, in der Tat.
Das machte Sinn. Deshalb wollte er, dass du nichts tatest.

„Wenn du nichts tust, gewinnt er das Spiel“, sagte Lev neben dir und nahm nicht ein einziges Mal die Augen von dir.

„Worum gehts bei diesem Spiel überhaupt“, deine Neugierde ging durch die Decke und es half nicht, dass sie es so oft erwähnten. Du hattest die Nase voll. Du wolltest Antworten. Klartext. Alles.

Kurz ging eine Stille durch die Runde. Sie schienen alle das Selbe zu denken und du wagtest es kaum zu sprechen.

Dann kratzte und quietschte es ganz fürchterlich und du fuhrst vor Schreck hoch.

Iwaizumi hatte seinen Stuhl nach hinten geschoben und hatte sich erhoben.
Du merktest ihm an, wie schwer es ihm fiel, sich zusammenzureißen und du zittertest leicht.

„Wer denkst du eigentlich wer du bist, dass du uns diese Frage stellst? Scheiß doch auf dieses gottverdammte Gespräch.  Wenn ihr glaubt, so gewinnen zu können, dann seid ihr dümmer, als ich geglaubt habe.“

Seine Augen hatten nun einen Hauch von einem Rot in ihnen. Ein Rotschimmer, dass du nur dann erkanntest, wenn Licht auf sie fiel.

Er schnappte nach Oikawas T-Shirt Ärmel, worauf er ihn dadurch auf die Füße hievte und Anstalten machte ihn mit sich zu zerren.

„Das war‘s wohl mit dem Gespräch“, sagte Tendou gleichgültig. Er stemmte sich gegen die Tischplatte um sich zu erheben. „Das Essen steht noch.“

Und bevor du antworten konntest, taumelte er bereits hinter Iwaizumi her, der mit Oikawa im Schlepptau die Cafeteria verlassen hatte.

Egal, wohin dieses Gespräch eigentlich hätte gehen sollen, du hattest trotzdem einige Puzzleteile zusammenknüpfen können.

Vor allem, da du jetzt jede Sünde zuordnen konntest.

Der Stolz gehörte zu Kuroo, die Lust zu Terushima und die Wut zu Iwaizumi. Der Neid saß in Oikawa, der Geiz in Lev, die Trägheit in Tendou und Bokutos hungrige Augen versicherten dir, dass die Völlerei zu ihm gehörte.

▪︎♧ ▪︎


Ich persönlich finde, dass die Wut, das schlimmste Los gezogen hat, da er jegliches Gefühl mit Wut ausfüllt und dadurch keine Liebe empfinden kann.
Ich weiß nicht ob ich dieses Kapitel so lasse aaaaa. ich finds schrecklich, aber ist auch irgendwie ein filler Kapitel o:

so speziellen dank an CathyBarker, FallLove und Sani für die Reviews. <3 i love it!

Danke fürs Lesen und wir sehen uns im nächsten Kapitel, das hoffentlich wieder einen der Jungs im Vordergrund hat und die Story voran bringt, so wie ich das plane <3
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