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Die freundlichen Riesen

von Shizumin
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Aone Takanobu Azumane Asahi OC (Own Character)
23.11.2019
05.04.2020
36
63.118
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23.11.2019 1.626
 
"Azusa, wenn du deinen Bruder noch einholen willst musst du schleunigst los, sonst verpasst du doch alles!" Die Stimme meiner Mutter drang aus dem Wohnzimmer in meine Ohren. Tsuki, unser Shiba Inu, wollte einfach nicht von mir ablassen. Ein weiteres Mal schleckte sie über meine Hand. "Tsuki, ich muss dringend los! Asahi hat doch heute sein großes Spiel!" Fragend sah sie mich an. Sie drehte ihren Kopf ein wenig und ließ ihre Zunge aus ihrem Maul hängen. Lächelnd tätschelte ich ihren Kopf ein letztes Mal, damit ich Asahis Spiel nicht wirklich verpasste. Das würde er mir nie verzeihen... Der Arme war gestern Abend völlig fertig von seinem Training gekommen und heute würde er wieder ein richtiges Spiel spielen müssen. Volleyball war immer ein sehr wichtiges Bestandteil von Asahis Leben gewesen. Vor drei Monaten gab es da zwar mal einen Vorfall, der Asahi dazu brachte seine Spielerkarriere an den Nagel zu hängen, doch irgendwie hatten es seine Teammitglieder doch wieder geschafft ihn dazu zu bringen wieder Volleyball zu spielen. Asahi war ziemlich sensibel, wenn es um diesen Vorfall ging, weshalb ich damals schnell damit aufhörte ihm gut zu zu reden, da er sich die Schuld für alles gab.

Ich öffnete die Haustür und machte mich zügig auf zur Sendai Sporthalle, da diese noch ein Stück weit entfernt lag. Ich hatte wenig Ahnung von Volleyball und verstand auch nicht so Recht, was Asahi so sehr damit verband, aber die unterstützende Schwester, die ich bin, würde sich sein Spiel nicht entgehen lassen und ihn natürlich anfeuern! Nach einem kleinen Fußmarsch war ich bei der Sporthalle angekommen und ließ meinen Blick über die vielen Menschen schweifen, die sich im Eingangsbereich aufhielten. Ich hatte einen ganz guten Überblick. Mit meiner Körpergröße lag ich sichtlich über der Durchschnittsgröße eines jeden hier. Manche Menschen waren so klein - ich hätte ihnen auf den Kopf spucken können. Nur wenige waren größer als ich. Vor der Sporthalle war so ein brünetter Typ, der von einer Mädchenherde umringt war, der schien mindestens so groß wie ich zu sein. Er schien ein Spieler zu sein, denn er trug einen Trainingsanzug, leider weiß ich bloß nicht zu welchem Team er gehörte. Das aber jetzt aber auch egal, ich musste Asahi finden, um ihm und seinem Team noch einmal Glück zu wünschen.

Je weiter ich durch die Gänge schweifte, desto mehr Getuschel nahm ich wahr. "Ist die riesig!" "Ist das eine Frau oder eine Schülerin?" "Ist das ein Junge mit langen Haaren und sehr femininen Gesicht?" - diese Aussage ließ mich stutzen. Ich war groß, 182 cm groß, um genauer zu sein, aber machte mich das automatisch zu einem Jungen? "Die macht einem ja Angst!" Ich lief und lief und konnte nicht fassen, wie groß so eine Sporthalle doch sein konnte. Asahi war nirgendwo zu sehen, auch keine anderen bekannten Gesichter konnte ich entdecken. Hoffentlich drückte er sich jetzt nicht plötzlich! Das wär's ja noch! Das würde ich nicht zu lassen. Dieser kleine Feigling würde dann aber eine ordentliche Stand- Jemand lief in mich hinein. Jemand sehr, sehr kleines lief in mich herein. Ich konnte das Selbstgespräch in meinem Kopf gar nicht zu Ende denken. Die Person prallte an mir ab und fiel rückwärts nach hinten. "Oh nein! Ist alles in Ordnung?", fragte ich vorsichtig. Es war ein Junge. Er hatte strahlende, rote Haare und versuchte sich langsam aufzuraffen. "Ja... alles... in... Ordnung..." Er sah gar nicht auf, um zu sehen mit wem er da zusammengestoßen war. Er schien es ziemlich eilig zu haben, da er kehrt machen wollte. Da erkannte ich es. "Karasuno", stand auf seinem Trikot. "Halt! Warte! Du gehörst zu Karasuno?" Er hielt an und drehte sich zu mir. Der sah ja mal gar nicht gut aus. Er war ja ganz blau im Gesicht! "Äh... Geht es dir gut?" Er nickte langsam und erzwungen. "Ja. Ich bin von Karasuno, wieso?" "Weißt du wo ich Asahi finde." Erst jetzt sah er auf. Er ging erschrocken einen Schritt zurück. "Wow! Bist du riesig!" "Äh... ja... ich..." "Spielst du auch Volleyball?" Hatte ich ihm nicht eine Frage gestellt? "Nein..." "Dann doch bestimmt Basketball, nicht wahr?" "Nein. Ich mache keinen Sport." "Schade. Deine Größe ist ja dann eine richtige Verschwendung!" Ich war kurz sprachlos, wegen der Direktheit, die dieser Junge vor mir an den Tag legte. "Kannst du mir vielleicht jetzt-" "Hinata, wo steckst du bloß?!" Ich wurde schon wieder unterbrochen... "Was machst du denn nur? Das Spiel beginnt doch gleich! Oh! Azumane? Bist du das etwa?" Es war Daichi. Er war so wie Asahi ein Drittklässler, aber ein ganzes Stück kleiner als er und ich. "Sawamura! Ja ich bin es! Weißt du wo Asahi ist?" "Ja klar, folg uns!" Er packte den Kleinen, der gegen mich gestoßen ist und den ich nun als Hinata kannte, am Kragen und ging voran.

"Oi, Asahi! Deine Schwester ist hier!" Angesprochener drehte sich zu uns und kam mit einem Lächeln zu uns gelaufen. "Moment mal. Schwester? Bist du Asahis Schwester?", fragte mich Hinata nun. "Ja..." "Cool. Also bist du hier, um ihn anzufeuern!" Hinata war Feuer und Flamme geworden. Den Jungen konnte man anscheinend leicht beeindrucken... "Nein. Ich bin hier um euch alle anzufeuern!" Hinata hielt kurz inne und plötzlich bildeten sich Tränen in seinen Augen. Theatralisch warf er seinen Kopf nach hinten und fasste sich an seine Stirn. "Oh vielen Dank! Ähm... Azumane?" Er schien nicht ganz zu wissen, wie er mich nennen sollte. "Nenn mich ruhig Azusa." "Alles klar, Azusa!" "Azu!" "Asa!" Asahi schwang einen Arm um meine Schultern. "Schön, dass du da bist!" "Ja, ich wollte dir und deinem Team noch einmal Glück wünschen!" "Vielen Dank!" "Soll ich das Team zusammenrufen, damit du ihnen das sagen kannst?", fragte Daichi dann. "Ä-Äh nein das musst du nicht...", antwortete ich verlegen. Doch er war schon dabei zu rufen. "Versammelt euch!" Alle Teammitglieder hatten sich in einem Halbkreis um uns herum aufgestellt und warteten auf eine Ansage. "So hört mal alle her! Asahis Schwester hat euch was zu sagen!" "Äh... Also... Ich wünsche euch viel Erfolg bei euren Spielen. Und... äh... Karasuno! Fliegt!" Poetisch oder philosophisch war das ja nicht gerade, aber ich war ja auch nicht wirklich vorbereitet gewesen... "VIELEN DANK!", erklang es im Gleichklang von allen Teammitgliedern, während sie sich verbeugten. Wow... So viel Power! "Ihr schafft das bestimmt!", rief ich nun etwas lauter. "Ja das werden wir!", rief Hinata zurück. Ich sah mir die einzelnen Spieler noch etwas genauer an. Fast alle waren mittelgroß. Zwei waren besonders klein. Hinata und ein Junge, dessen Trikot eine andere Farbe hatte. Wie nannte man diesen Spieler noch gleich? Liberi? Nein das hört sich nach einem Plural an... Libero? Das muss es sein. Nur ein Spieler hob sich besonders von allen anderen Spielern ab. Er war mit Sicherheit größer als ich und auch größer als Asahi. Er hat kurze blonde Haare und trägt eine Brille. Das ist Tsukishima... Er war ein Erstklässler, so wie ich. Er war der Einzige in der gesamten Jahrgangsstufe, der mir in Sachen Größe das Wasser reichen konnte.

Nach einer Verbeugung meinerseits und Daumen nach oben für Asahi ging ich auf die Zuschauertribüne und stellte mich hinter das Banner der Karasuno Oberschule. Ich war ganz alleine. Bei den anderen Teams standen ganze Menschenmassen, die ihre Teams anfeuerten. Hmm... Dann muss ich eben einfach lauter schreien als die anderen. Es dauerte eine Weile bis Team Karasuno anfangen konnte zu spielen. Nach dem Anpfiff war ich überraschenderweise extrem gefesselt vom Spiel. Hinata und dieser dunkelhaarige Junge machten irgendeinen besonderen Spielzug. Es sah ja schon fast majestätisch aus. Vor Staunen vergaß ich fast das Anfeuern. "Karasuno! Fliegt!", rief ich lauter als ich wollte und zog somit die Aufmerksamkeit der Spieler und Zuschauer um mich herum auf mich. Asahi lächelte mich an. Ich war selbst etwas erschrocken über mich selbst. So laut war das dann doch wieder nicht geplant. "Na los!", "Hey das war aus!", "Asahi, halt dich gefälligst nivht zurück!", waren die harmlosesten Sachen die ich schrie. Das erste Spiel war vorüber. Karasuno hatte gewonnen. Ich war überglücklich und stürmte zu den Ausgängen der Spielfelder, um Asahi abzufangen. Auf dem Weg dorthin hatte ich es wohl selbst viel zu eilig, da ich gegen jemanden lief. Zwei mal am Tag, huh? Was ich nicht erwartet hatte war, dass dieser jemand, ziemlich groß und breit war, selbst für meine Verhältnisse. Das war doch kein Schüler mehr! Der war mindestens 190 cm groß! Und... hatte er etwa keine Augenbrauen?! Oh nein... Er schaut ziemlich grimmig... "Verzeihung! Ich bin ein Tollpatsch!" "Nicht so schlimm." Seine Stimme. Sie passte überhaupt nicht zu seinem Äußeren. Sie war rau, aber so sanft und ruhig. Der wäre sicher ein guter Hörbuchsprecher. Ich war in Gedanken versunken. "Könntest du uns vorbei lassen?" "Äh ja, natürlich!" Verlegen machte ich ihnen Platz. "Datekou", las ich die Lettern auf ihren Trikots laut vor. Das ist doch... "Azu! Wir haben es geschafft!", rief plötzlich Asahi. "JAA! Das habt ihr toll gemacht!" Ich fiel Asahi um den Hals. "Ich habe dir etwas zu essen mitgebracht! Willst du etwas?" "Ou ja!" "Na dann! Hau rein!"
 
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