Des Rabens Dienerin

von M Potter
KurzgeschichteDrama, Tragödie / P16
Leta Lestrange Newt Scamander OC (Own Character)
21.11.2019
02.12.2019
3
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1859-1875

Perseus Dugard war 47 Jahre alt und bereits zweifacher Witwer als seine Hauselfe Bonnie ein Kind gebar.
Dugard bezeichnete sich selbst als Gentleman alter Klasse und so kümmerte er sich um das Kind das, dass seine war.
Finanziell fehlte es dem Mädchen, Irma genannt und der Mutter, welcher Dugard ein kleines Landhäuschen zur Verfügung stellte an nichts. Doch der reinblütige Vater ließ sich selten sehen. Kaum jemand wusste von der Liason, wie er sie in seinen Gedanken bezeichete, mit seiner Hauselfe und dem Resultat. Nach der verschwundenen Bonnie fragte sowieso niemand. Hauselfen waren in den höheren Kreisen einfach kein Gesprächsthema.

Irma Dugard wuchs heran. Sie hatte äußerlich viel von einer Hauselfe, jedoch auch viele menschliche Züge. Dennoch war ihre Magie schwach. Sie war freier in der Entfaltung ihres Wesens als eine Elfe und alterte in ihrer Kindheit auch annähernd menschlich. Sie war eine Künstlerin in der farblichen Gestaltung und ihren menschlichen Halbbrüdern in geistigen Dingen zum Teil auch überlegen.

Ihre Halbbrüder, die drei leiblichen, gewollten Söhne des Perseus Dugard, hießen zum einen Pierre nach einem weitläufigen Ahnherren, welches ein schlichter Name für einen Dugard war und Eridanus. Beide stammten aus Perseus erster Ehe und waren deutlich älter als Irma.
Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau hatte Perseus Dugard sich dann mit einer Tremblay vermählt, war jedoch nur wenige Jahre verheiratet gewesen als sie starb und ihren Sohn Jean-Perseus zurückließ, welcher nur vier Jahre älter war als Irma. Mit dem letzten verbrachte sie von ihren Brüdern am meisten Zeit, vorallem als dieser immer älter wurde und sie alleine besuchen konnte.

Irma hatte eine vielleicht etwas einsame Kindheit, doch im großen und ganzen war sie glücklich.

Dann starb Perseus Dugard unerwartet als seine Tochter gerade 16 Jahre alt war.
Sie war traurig gewiss, doch nicht sehr denn er war ihr Vater und doch nur ein Fremder, der alle Jubeljahre mal hereingeschneeit war, gewesen. Sie war nicht einmal auf seiner dritten Hochzeit gewesen, sondern hatte als diese gewesen war im Landhaus ausgeharrt. Irma war eher betroffen.

Jenes kleine Landhaus war barockmäßig eingerichtet. Bonnie die Hauselfe hatte über die Jahre hinweg nichts verändert, da Perseus Dugard nie etwas in diese Richtung gesagt hatte, wenn er denn mal da war.
,,Kind, du kannst da nicht hin.", sagte Bonne piepsig zu ihrer Tochter als diese ankündigte bei der Testamentseröffnung dabei sein zu wollen.
,,Und ob ich kann, ich bin seine Tochter. ICH, wurde ins Ministerium eingeladen."
,,Du bist kein Mensch und auch Menschenfrauen haben sich zuhause zu halten.", beharrte die Elfe.
Irma kränkte das sehr und sie wollte das letzte Wort haben, vor ihrer Mutter hatte sie schon lange nichts mehr viel Respekt.
,,Ich schicke eine Eule.", sagte sie schlicht.
,,Das kannst du nicht. Master Perseus hat Befehle gegeben. Ich soll auf dich aufpassen."
,,Master Perseus ist tot.", sagte Irma gereizt, leicht nachäffend.
,,Doch.", sagte die Hauselfe schlicht, was nicht unbedingt das passendeste war in dieser Situation.
Irma ging in ihr Zimmer. Sie musste Jean-Perseus ihren Halbbruder erreichen. Dieser hatte ihr bereits vor einiger Zeit einen Zwei-Wege-Spiegel zukommen lassen.
Ein Schwall französisch ergoss sich direkt auf Jean-Perseus Dugard, der kurz darauf in der Diele erschien und seine kleine Halbschwester mitnahm.
,,Vater macht es schwer traurig zu sein.", sagte er. Irma nickte.
,,Pierre wollte nicht, dass du kommst und Eridanus, den kennst du ja."
Oh ja, Irma kannte Eridanus Dugard, der durchaus eine grausame Seite hatte, die er nicht immer zu verstecken wusste.
Sie tauschten als sie unterwegs waren noch belangloses aus, wie es den Schwägerinnen ging beispielsweise.

,,Was will sie hier?", zischte Pierre Dugard zu seinem jüngsten Bruder anstatt seine Halbschwester zu begrüßen als sie sich auf dem Weg zum Advokaten trafen.
,,Sehr freundlich Pierre.", murmelte Irma in ihren nicht vorhandenen Bart.

Eridanus war unwesentlich freundlicher mit seinem kurzen: ,,Schwester.", und einem Kopfnicken.
,,Ich kenne mich ehrlich gesagt mit Testamenten nicht aus, was passiert?", fragte Eridanus an Pierre gerichtet, der nicht antwortete.
Stattdessen meldete sich Irma knapp zu Wort: ,,Es sind an sich nur die Leute da, die etwas erben. Das ist doch deine Sorge, oder?" sagte sie scharf.
,,Du könntest unserer Familie Unnannehmlichkeiten bereiten. Doch da dieser Termin in den späten Abendstunden ist, uns niemand sehen wird und ich dich als meine Hauselfe oder Dienerin ausgeben könnte ist alles in Ordnung.", sagte Pierre.
,,Was ist mit Aurelie?", fragte Irma nach der letzten Ehefrau ihres Vaters. Solche Äußerungen von Pierre war sie einigermaßen gewöhnt, wen man davon absah, dass sie sich nicht oft sahen.
,,Unsere liebe Stiefmutter wird auch kommen."
Aurelie Dugard, eine dunkelhaarige Schönheit Ende dreißig war bereits in dem Büro des Advokaten und trank ein Glas Wasser als die Geschwister dort eintrafen.

Nach dem Prozedere stellten sie sich in eine Reihe auf, wobei Irma durch ihre Größe hervorstach.
Sie betrachtete ihre Brüder. Pierre war nicht schlecht aussehend mit dem blonden Haar und den ebenen Gesichtszügen, die nur durch seine nach innen gerichteten Augen ein wenig entstellt wurden. Eridanus war bulliger, kräftiger als ihr Vater und hatte ein grobes Gesicht, jedoch die gleichen Haare wie Pierre, was sie als Brüder kennzeichnete.
Jean-Perseus hatte ebenfalls helle, blonde Haare, jedoch eine deutliche Spur heller als seine Halbbrüder und hatte im Kontrast zu Eridanus stehend recht weiche Gesichtzüge. Keiner der Männer sah dem Vater besonders ähnlich, sah man jedoch in das Gesicht von Irma, wenn man sich die Mühe machte, sich herunterzubeugen entdeckte man eine starke Ähnlichkeit mit dem seeligen Perseus Dugard.

,,Aurelie Marielle Dugard, nehmen sie das Erbe ihres Mannes an?"
,,Ja, das nehme ich."
,,Pierre Drusus Dugard, nehmen sie das Erbe ihres Vaters an?"
,,Ja, das nehme ich."
,,Eridanus Perseus Dugard, nehmen sie das Erbe ihres Vaters an?"
,,Ja, das nehme ich an."
Schweigen herrschte.
Irma zappelte.

,,Ich verstehe nicht ganz.", setze sie an und guckte den Advokaten an.
,,Was soll ich hier, wenn ich nichts geerbt habe.
Der Advokat seuftzte lächlend: ,,Wie ich eben schon erwähnte ist das Erbe ihres Bruders Monsieur Pierre Dugard, damit verbunden, dass er ihnen ein monatliches Einkommen zahlt."
Daran hatte Irma noch gar nicht gedacht. Prinzipiell würde sie schon gerne für sich selbst sorgen, allerdings wer stellte eine magisch kaum begabte, kleine, ungelernte, 16 jährige Halbhauselfe, die Lohn verlangen würde ein? Das war die Frage und das hatte ihr Erzeuger wohl auch so gesehen. Zudem hätte sie aus seiner Sicht der Familie Dugard durch das Arbeiten auch Schande gemacht über seinen Tod hinaus.
Pierre lächelte gequält. Er würde die Klausel erfüllen. Andernfalls würde man sein Erbe pfänden.


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Hallo!

Diese Geschichte wird in etwa 4-5 Kapitel umfassen. Über Feedback würde ich mich sehr freuen.
Das ein Advokat an sich eher kein Notar ist weiß ich auch, doch ich finde der Begriff Advokat passt besser in die magische Welt und dort kann es ja anders sein.
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