Der Herzensbrecher-Prinz

SongficRomanze / P12
America Singer Maxon Calix Schreave
20.11.2019
20.11.2019
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Wie sie ihm gegenüber saß, so unsicher selbstsicher. Nicht ahnend, warum sie hierher gehören könnte. Sie versuchte zu verbergen, dass sie ihn attraktiver fand als im Fernsehen zuvor. Er sah live noch besser aus. Obwohl, schon im Fernsehen hatte sie ihn hübsch gefunden, aber nichts gegen ihren Aspen.
Sie war sich vorgekommen wie eine dieser Mädchen, die vor dem Krieg in der Schule eine Krone gewonnen hatten, weil sie hübsch und beliebt waren. Sie hatte ihr Winken und Lächeln nachgeahmt und sich dabei so merkwürdig gefühlt, wie sie so in ihrem Kleid den anderen Mädchen hinterher marschierte. So viel Blitzlicht hatte sie noch nie gesehen. Noch nie an sich interessiert gesehen. Und doch kam es ihr vor, als könnte sie den Glanz, den diese Mädchen vor etwa 100 Jahren verkörpert hatten, nicht für sich nutzen. Die anderen hatten die Prom-Queen Krone verdient. Sie versuchte nur ein Kleid zu tragen und dabei zu stolzieren. Alles hing von ihrem ersten Auftritt ab.
Sie wusste nichts, weder wie man sich in der Öffentlichkeit verhielt, noch wie gegenüber den Adligen im Schloss. So blieb ihr nichts anderes übrig als den Rock sprichwörtlich zu raffen, den Kopf zu erheben und ihr Bestes zu geben.
Nun, sie wusste nicht, was ihr mehr Angst machen würde, zu gewinnen oder zu verlieren? Doch als sie den ersten Abend erfolgreich hinter sich gebracht hatte, begann sie kopflos in den Garten zu rennen, verängstigt vor dem was war und vor dem, was kommen möge. Sie rannte ihrem Leben davon und irgendwie gerade hinein.

Jeden Moment unter Beobachtung, Kameras, Hofstaat, Prinz, König, Königin, die anderen Mädchen.

Aber niemand sah ihr ehrliches Lächeln, das einem Festzug die strahlende Freude streitig gemacht hätte. Auch sie nicht, selbst sie ahnte nicht, dass sie sich auf Maxon freute.
Vorher zählte sie die Tage, um zu ihm zu fahren, kaum war sie da, zählte sie, bis sie nach Hause fahren würde. Und doch bahnte es sich an.

Sie sagten, sie wäre ungeeignet, ein Trampel, ungeschickt, unbedarft und einfach nicht dazu geschaffen. Zu eigen, zu unschön, einfach ein schlechter Umgang – sollten sie doch. Jeder dort sponn Intrigen, Verwirrungen und auf eine inhaltslose Forderung folgte die inhaltslosere Belohnung. Und doch setzte die Presse auf sie und die Gerüchte besagten, eines Tages würde sie mit ihm davonlaufen.

Sie verschwesterte sich mit einigen Mädchen, alle nicht sein Geschmack. Eine nach der Nächsten schickte er nach Hause, weniger erbarmungslos, als die Medien es darstellten. Er sah auch, wie die anderen ihre Bemühungen schmälerten und sich nach vereitelten Erfolgen oder Ausrutschern von ihr, die Hände rieben. Ein ums andere Mal ertrug sie Rückschläge, richtete sich auf, gegen sich, gegen ihn, gegen den Palast und gegen alle anderen. Und nur er schien es zu bemerken.

Sie sollte einen Vorschlag machen, was sie als Königin ändern würde. Das, was sie erstrebte, war schon vor ihr zu Asche geworden. So wie sie fast auch. Sie katapultierte sich beinah ins Aus, ihre Zofen litten mit ihr, und doch konnte er nicht ohne sie und sein Vater nur ohne sie. Er musste auf seinen Moment warten, seine Züge planen und weise agieren. Auch wenn sie sich verängstigt zurückzog.

Keine Kameras konnten ihre gedämpften Schluchzer einfangen, nur ihre Zofen bemerkten es. Sie hatte Aspen verloren, sie hatte Maxon verloren. Sie hatte sich verloren. Sie hatte sich lange auf die Präsentation vorbereitet und nun war der Orkan in die falsche Himmelsrichtung losgebrochen.
Und wieder sagten sie, sie sei ein schlechter Mensch, schlechter Umgang, ein schlechtes Mädchen. Und doch wollte sie nichts weiter als ihn, es gab keinen wie ihn. Sie wäre America und er ihr Prinz.
Jetzt war er der Herzbrecher.
Abends suchte er sie auf. Gratulierte ihr zu ihrem Vortrag und scholt sie unvorsichtig. Er eröffnete, was seine Pläne waren, wie sie sie fast gefährdete. Gemeinsam wollten sie etwas bewegen und machten sich auf in die nächste Stadt. Getrieben von gleichen Zielen, gleichen Emotionen. Der gleichen Trauer über den allgemeinen Zustand.

Sie wollte nicht, dass er sich abwandte. Dass er ging.
Sie wollte nicht mehr mit ihm um sie kämpfen. Nicht mehr streiten.
Niemand würde siegen. Er sollte zu ihr kommen und mit ihr ein Zuhause aufbauen.
Sie wollte, dass er wusste, sie würde ihn nie im Stich lassen, denn das war ihr gemeinsamer Kampf und eines Tages würden sie siegen.

„Es geht um uns beide, um uns dreht sich meine Welt. Egal, was sie sagen, egal, ob ich nicht zur Königin geboren wurde. Egal, ob ich ein schlechter Umgang bin. Ich wollte, dass du weißt, es gibt nichts, wie uns. Wie America und den Herzensbrecher Maxon.
Ich wäre dafür, wenn du mit mir davonlaufen würdest.“