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Doc zur Stelle

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Die deutsche Nationalmannschaft OC (Own Character) VFL Wolfsburg
19.11.2019
15.03.2020
16
55.937
18
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
27.01.2020 3.344
 
Hallo an alle,

ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche.

LG Franzi




Kapitel 10


Anna

Im Auto war es still, durch den Rückspiegel sah ich nur wie Franzi immer noch traurig vor ihrer Tür stand. Gerade ohne Schuhe und nur in T-Shirt ist es bestimmt nicht angenehm bei den heutigen Temperaturen, draußen zu stehen. „Sagst du mir was passiert ist?“ „Gerade habe ich einfach keine Lust zu reden.“ Verstehend nickte ich und fuhr zu uns Nachhause. Dort angekommen verschwand sie in ihrem Zimmer und ließ mich mit all meinen Fragen alleine, weshalb ich die Person anrief, die mir am besten weiterhelfen könnte. „Lindberg.“ „Franzi, hi hier ist Anna.“ „Hi, Anna.“ „Was ist passiert?“ „Was hat dir Svenja erzähl.“ „Gar nichts. Sie ist einfach in ihr Zimmer verschwunden. Ich meine mich geht das ganze ja nichts an, aber sie war den ganzen gestrigen Tag bei dir und heute Morgen schreibt sie mir nur wild, dass ich sie sofort abholen soll von dir.“ „Es ist kompliziert. So genau weiß ich auch nicht was wirklich das Problem war. Gestern war alles super, bis auf das wir gestern Abend mit meinem Vater essen mussten. Ich hatte etwas zu viel getrunken und hatte einen kleinen Gedächtnisverlust, was gestern alles passiert war, als wir nachhause kamen und heute Morgen wollte ich ihr Bein behandeln, da sie schmerzen hatte. Da habe ich gesehen, dass die Narbe sich etwas entzündet hat. Svenja warf mir vor, dass ich sie nicht richtig behandeln wollte. Was das Gegenteil ist, ich schwöre. Auch wenn wir in einer Beziehung sind, achte ich jeden Moment auf ihre Gesundheit.“ „Ich glaub dir und so richtig verstehe ich nicht, warum Svenja so ausflippt, aber gut.“ Seufzend strich ich mir durchs Haar. „Ich gebe dir Bescheid, sobald ich mit ihr geredet habe.“ „Danke. Ich bin im Krankenhaus, aber mein Handy habe ich mit mir.“ Ich nickte und legte dann auf, während mein Blick zu Svenja ihrer Tür ging. Ok, wie mache ich das am dümmsten. Mein Blick ging zu Jamie, der auf dem Sofa lag. „Hey Kumpel.“ Er hob seinen Kopf und kam dann zu mir. „Ich brauch deine Hilfe.“ Vorsichtig klopfte ich und öffnete dann die Tür. Svenja lag auf dem Bett und weinte leise. Jamie sprang sofort aufs Bett und legte sich zu ihr. „Was ist wirklich dein Problem?“ „Ich habe mich zu sehr ablenken lassen. Meine Gedanken sollten komplett bei der Reha und meiner Genesung liegen und nicht bei Franzi.“ „Du weißt, dass es weder ihre Schuld, noch deine ist. So etwas passiert und mit etwas Ruhe geht das auch schnell wieder weg.“ „Ich hätte besser aufpassen müssen.“ Augenverdrehend setzte ich mich auf die Bettkante. „Du weißt bei so etwas hat keiner Schuld. Das kommt mit der Verletzung und wird dich nicht weiter zurückwerfen.“ Svenja schnäuzte in ihr Taschentuch und sah dann mit rot umrandeten Augen zu mir. „Also denkst du ich habe überreagiert.“ „Etwas. Immerhin hast du Franzi mit T-Shirt und Barfuß vor der Tür stehen lassen.“ „Oh.“ Sie sah nach unten. „Denkst du, ich habe sie sehr verletzt.“ „Naja, ich denke schon. Immerhin ist sie heute an ihrem freien Tag ins Krankenhaus um zu arbeiten.“ „Oh.“ Lächelnd drückte ich ihr gesundes Bein. „Sie macht sich sorgen und versucht zu verstehen, was sie falsch gemacht hat. Glaub mir sie wird sich an der Entzündung die meiste Schuld geben und alles analysieren um so etwas noch einmal zu verhindern.“ „Das klingt nach ihr.“ Sie lächelte leicht und strich weiter durch Jamie sein Fell. „Schreib ihr einfach. Sie wird sich bestimmt freuen.“ Svenja nickte und ich stand auf. „Falls du Lust hast, aus deiner Höhle zu kommen. Ich bin im Wohnzimmer.“ Sie nickte und hielt ihr Telefon in der Hand.


Franzi


Im Krankenhaus war heute nicht so viel los, aber das heißt ja nichts. Gerade saß ich in meinem Büro als mein Telefon vibrierte. Ich zog es heraus und fand eine neue Nachricht von Svenja. „Hi. Es tut mir leid wegen eben. Ich war nur so wütend auf mich selbst, dass ich nicht auf meinen Körper früher gehört habe.“ Seufzend wählte ich den grünen Hörer und wartete bis sie abnahm. „Hi.“ Ihre Stimme war leise. „Es tut mir leid.“ „Ich bin derjenige der sich entschuldigen muss. Immerhin habe ich dich in der Kälte zurückgelassen.“ „Ich habe schlimmeres durchgestanden.“ „Und jetzt bist du im Krankenhaus.“ „Ja, ich muss noch einiges an Papierkram machen. Immerhin sind wir ab Dienstag zwei Wochen nicht da.“ „Ja, stimmt. Morgen Vormittag komme ich zu dir, zum Röntgen.“ „Ja, geht es bei dir gegen 11 Uhr. Dann könnten wir vielleicht danach noch Mittagessen.“ „Gerne. Das würde mir gefallen.“ Ein schnaufen war neben dem Telefon zu hören. „Ist Jamie bei dir?“ „Ja, er heitert mich etwas auf. Wir wollen gleich nochmal eine Runde laufen.“ „Schön. Zieh dich nur bitte warm an.“ Svenja lachte leise auf. „Ja, Mama.“ Ich grinste und musste hochsehen, als es an meiner Tür klopfte. „Warte kurz.“ Ich legte das Telefon weg und setzte mich auf. „Herein.“ Zu meiner Überraschung kam Emma herein. „Was willst du?“ „Mit dir reden.“ „Worüber. Es ist alles geklärt.“ „Du weißt ganz genau, dass es das nicht ist.“ Sie kam zu meinem Schreibtisch und hob mein Telefon auf. „Was?“ „Tschüss, Bitch.“ Schon legte sie Svenja auf und ich stand wütend auf. „Emma, was wird das? Raus hier.“ „Ich glaube nicht das du so mit mir reden willst.“ Sie kam um meinen Tisch herum und schubste mich in meinen Stuhl. „Geht’s noch.“ Ich schob meinen Stuhl weg und hielt Abstand. „Vor zwei Wochen wolltest du auch noch. Hast schon fast gebettelt.“ „Was vor zwei Wochen war, war ein Fehler.“ „Ach Franzi, du solltest wissen, dass eine Nacht mit mir kein Fehler ist oder soll ich dich vielleicht noch einmal daran erinnern.“ Sie zog ihr Telefon heraus und spielte ein Video ab. Geschockt sah ich von dem Video zu ihr. Sie hatte ein Sex Tape von uns gemacht. „Das hast du nicht.“ „Doch natürlich.“ Sie grinste und setzte sich auf meinen Schreibtisch. Wütend griff ich nach ihrem Telefon und löschte das Video. „Das bringt dir überhaupt nichts. Denkst du ich bin blöd. Ich habe natürlich mehrere Kopien davongemacht.“ Innerlich krampfte sich alles zusammen, während ich äußerlich immer wütender wurde. „Was willst du? Geld?“ „Oh, nein. Ich will dich.“ „Träum weiter.“ „Du willst doch nicht das dieses Video im Internet landet oder noch schlimmer hier im Krankenhaus kursiert.“ „Ok, warte.“ Ich hob abwehrend die Arme und gab ihr das Telefon zurück. „Ok, gut. Du hast gewonnen. Was muss ich machen.“ „Zuerst einmal musst du mit der Schlampe von Fußballerin Schluss machen.“ Bei Svenja musste ich zusammenzucken. „Ok, mach ich.“ „Sofort.“ „Per Telefon.“ Sie nickte und gab es mir. Ich wählte ihre Nummer und hörte regelrecht, wie mein Herz pumpte. „Franzi, ist alles ok.“ „Ja, alles ok. Hier ich muss dir etwas sagen. Erinnerst du dich was ich heute Morgen zu dir gesagt habe.“ Nervös sah ich kurz zu Emma, die mich verwirrt ansah. „Franzi, was ist los.“ „Ich kann nicht mit dir zusammen sein, weil ich Emma liebe.“ Bitte verstehe den Tipp. Emma dagegen grinste mich an. „Franzi was ist los. Bedroht sie dich.“ „Ja, ich liebe sie. Mit uns das war ein Fehler.“ „Ok, ich verstehe. Soll ich die Polizei rufen.“ „Ja, glaub mir doch. Ich liebe sie.“ Langsam wurde mir schlecht. Diese Worte so zu missbrauchen. „Ok, leg auf. Ich rufe die Polizei.“ Ich legte auf und Emma lachte auf. „Und hat sie geweint.“ „Ja, bist du zufrieden.“ Finster sah ich sie an und legte mein Telefon weg. „Sehr sogar. Jetzt wirst du nach draußen gehen und jedem erzählen, dass du mich liebst.“ „Können wir nicht vielleicht noch etwas hierbleiben. Wenn ich schon nicht mehr Svenja habe, dann brauche ich eine andere Ablenkung.“ Sie grinste mich an und kam zu mir. „Sehr gerne.“ Langsam fing sie an sich auszuziehen und ich musste mich fast übergeben. Das war doch Krank hier. Sie zog mich nach vorne und küsste mich, während sie gewalttätig meinen Kittel abstreifte. Um den Geschmack nicht länger auf meinen Lippen zu haben, küsste ich ihren Hals. „Halt, zuerst du.“ Sie öffnete meine Hose und zog sie mir nach unten. „Langsam. Babe wir haben doch Zeit.“ „Babe. Ich mag das.“ Sie war wirklich so dumm. „Weißt du was, ich habe eine super Idee.“ Sie grinste und trat hinter meinen Stuhl und band dann auf einmal meine Hände fest. „Emma, was wird das?“ Geschockt sah ich sie an und musste schlucken. „Was, das ist heiß.“ Sie kniete sich nach unten und begann dann meine Bluse aufzuknöpfen. „Keine Sorge ich werde mich gut um dich kümmern. Dir wird nie wieder langweilig.“ Ich fühlte mich dreckig, als ihre Hände über meinen Oberkörper strichen. Verdammt. Svenja schick endlich jemanden hier herein.



Svenja


Nervös legte ich auf und wählte sofort den Notruf. „Notrufzentrale, wie können wir Ihnen helfen.“ „Meine Freundin wird in ihrem Büro bedroht.“ „Ok, wie kommen sie zu der Annahme und wie ist ihr Name.“ „Mein Name ist Svenja Huth und wir hatten gerade telefoniert, als diese Krankenschwester, die bei ihr im Krankenhaus arbeitet ins Zimmer kam und das Telefon auflegte. Wenige Minuten später ruft Franzi mich an und will Schluss machen.“ „Denken sie nicht, dass sie es vielleicht wirklich so meinte.“ „Nein, heute Morgen sagte sie noch zu mir, dass sie den Satz ich liebe dich erst laut sagt, nachdem sie bereit ist und jetzt hat sie es gleich dreimal am Telefon gesagt und Emma damit gemeint.“ „Ok, also diese Emma bedroht ihre Freundin. Wie ist der Name ihrer Freundin?“ „Dr. Franziska Lindberg.“ „Warten sie Dr. Lindberg.“ „Ja, sie ist gerade in ihrem Büro im Klinikum Wolfsburg und bat mich darum die Polizei zu rufen.“ „Ok, wir werden sofort zwei Streifenwagen hinschicken.“ „Danke.“ Ich legte auf und lief aus dem Zimmer. „Anna.“ „Mhm.“ Sie sah von der Couch auf. „Wir müssen sofort ins Krankenhaus.“ „Warum.“ „Franzi wird von dieser Emma bedroht.“ „Hä?“ „Komm schon.“ Sie sprang über das Sofa und schnappte sich ihre Schlüssel, Jacke und Schuhe und wir liefen zum Auto. Unterwegs rief ich Mel an. „Svenja ich bin bei der Arbeit.“ „Geh sofort zu Franzi ins Büro. Emma bedroht sie oder Erpresst sie keine Ahnung, aber sie wird sie etwas machen lassen, was sie später bereuen wird.“ „Auf dem Weg.“ Verdammt, warum dauert das solange.




Mel



Mit schnellen Schritten lief ich die Treppen nach oben. Verdammt warum muss Franzi ihr Büro auch so weit oben sein. Davor angekommen schnaufte ich durch, bevor ich einfach eintrat. Sofort sah ich Franzi auf dem Stuhl gefesselt und Emma kniete vor ihr. „Hör auf damit.“ Wütend zog ich Emma von ihr weg. „Was zur Hölle. Kannst du nicht anklopfen oder uns einfach alleine lassen. Wir sind gerade bei etwas wirklich Wichtigen.“ „Aha, so einvernehmlich sieht das hier aber nicht aus.“ „Da täuschst du dich. Franzi liebt mich. Stimmst, Babe.“ „Mel binde mich los.“ „Was ist hier los?“ „Emma versucht mich zu Erpressen. Sie hat ein Sex Tape gemacht von uns und will jetzt das ich mit ihr zusammen bin.“ „Du Bitch. Das ist dein Ende. Ich werde dieses Video hochladen und dann ist deine Karriere beendet.“ Die kramte in ihrer Tasche herum und holte eine Waffe heraus. „Woar.“ „Emma. Mach das nicht. Noch ist nichts passiert. Du gibst mir das Video und alle Kopien und wir lassen dich gehen. Du machst nur noch alles schlimmer.“ „Sobald du den Mund aufmachst, lügst du wie gedruckt.“ Franzi schob sich vor mich und hob die Hände. „Du liebst mich doch oder? Würdest du mich wirklich erschießen.“ „Nein, aber sie?“ Sie zeigte die Waffe auf mich und Franzi stellte sich sofort davor. „Emma, die Polizei wird gleich hier sein und dann ist es vorbei. Gib auf.“ „Wie hast du sie erreicht.“ „Tia, scheinbar kann ich auch gute Hinweise geben. Svenja wusste sofort, dass ich Lüge.“ „Dieses Miststück.“ Wütend stampfte sie auf und hielt die Waffe dann auf Franzi.


Franzi


Noch immer hielt Emma die Waffe auf mich. Wenn sie nur ein Stück weiter vorne wäre, dann könnte ich sie greifen, aber so musste ich warten. Ihre Hand zitterte und sie hatte Tränen in den Augen. „Ich dachte das wäre etwas Besonderes zwischen uns. Du hast mich nur ausgenutzt.“ „Eigentlich wusstest du von Anfang an, dass es bei mir keine Beziehung geben wird. Zu dem Zeitpunkt hast du mir etwas die leere genommen, aber niemals wäre aus uns ein Paar geworden.“ „Gut, dann hast du es auch nicht verdient zu leben, wenn ich ins Gefängnis muss.“ Mel wollte mich nach hinten schieben, aber ich blieb standhaft und sah sie an. In dem Moment stürmen die Polizisten herein. Emma erschreckte sich und ich nutzte die Chance und versuchte ihr die Waffe zu entnehmen. Dann löste sich ein Schuss und wir hielten alle inne. Ich sah nach unten und sah das Blut was mir entwich. Emma hat mich Seitlich am Bauch getroffen. Sofort spürte ich den Schmerz und fiel zu Boden. „Franzi.“ Mel kniete neben mir, während Emma die Waffe fallen ließ. Sie schien geschockt und hielt sich vor Unglauben den Mund zu. „Das wollte ich nicht.“ Ich sah nach unten und spürte wie Mel mit ihren Händen auf die Wunde drückte. Der Schmerz ließ mich aufstöhnen. „Hey, bleib bei mir. Du wirst mir hier nicht verbluten.“ „Glaub mir, das habe ich nicht vor.“ Schwestern kamen ins Zimmer und alles wurde etwas unscharf. „Franzi.“ Svenja kam geschockt ins Zimmer gelaufen mit Anna an ihrer Seite. „Hey, es tut mir leid.“ „Was ist passiert?“ „Emma hat Franzi angeschossen. Ich brauche eine Trage und einen OP Saal.“ Mel drückte weiter auf die Wunde, während ich innerlich alle Organe durchging, die es getroffen haben könnte. „Milz oder doch schon Magen.“ „Ich brauch ein Ultraschallgerät. Du verlierst zu viel Blut.“ „Ja, ich merke es. Svenja.“ Die angesprochene kam zu mir. „Ich muss dir noch was sagen.“ „Das kann warten.“ „Nein, ich muss es dir sagen. Ich lie…“ „Nicht. Erst wenn du wieder aufwachst.“ Sie strich sich die Tränen weg und ich nickte. Langsam wurde mir schlecht. Als nächstes kam mein Vater ins Zimmer. „Dr. Sander was? Franzi.“ Geschockt sah er zu mir und fing sofort an mitzuhelfen. „Kind, was ist passiert?“ „Später, zuerst muss ich schlafen.“ „Stopp, du musst bei mir bleiben. Ich kann dich nicht auch wie deine Mutter verlieren.“ Eine Trage wurde hereingebracht und ich wurde drauf gehoben. Das schmerzte besonders und ich stöhnte auf. „Aua.“ „Dr. Lindberg wir müssen sofort nach unten zum OP.“ „Gut, ich werde mit Dr. Sander übernehmen.“ „Nein, sie sind zu nah an der Patientin. Dr. Lechner und Dr. Weyh übernehmen.“ „Ich bin hier der Leiter des Krankenhauses, also werde ich die OP durchführen.“ „Papa, lass ihn bitte.“ Mir fielen die Augen zu und alles wurde schwarz.


Dr. Lindberg


Franzi wurde nach draußen gefahren und noch immer war ich einfach geschockt. Sie dort so liegen zu sehen. Mich schüttelte es und ich sah auf meine Hände. Blut. Franzi ihr Blut. Was ist hier nur passiert? Ich sah mich um und sah neben einer aufgelösten Dr. Sander auch eine weinende Frau Huth. „Ich hätte schneller hier sein müssen. Dumme Krücken.“ Sie warf sie zur Seite und rutsche an der Wand nach unten. „Hey, du hast alles Erdenkliche gemacht. Immerhin hättest du nicht die Polizei gerufen, dann wäre vielleicht schlimmeres passiert.“ „Was ist eigentlich überhaupt passiert?“ Fragend sah ich von Dr. Sander zu Frau Huth. „Franzi und ich hatten telefoniert, nachdem ich mich entschuldigt hatte. Wir hatten heute Morgen einen Streit, da kam Emma rein und legte einfach auf. Wenige Minuten später rief Franzi wieder an. Sie wollte auf einmal Schluss machen und redete etwas davon, dass sie Emma lieben würde. Ich wusste sofort das etwas nicht stimmen konnte. Franzi gab mir versteckte Hinweise und ich legte auf und rief die Polizei.“ Sie wischte sich die Tränen weg. „Danach rief Svenja mich an und ich kam hier hoch. Franzi war am Stuhl gefesselt und Emma hatte sie gerade schon angefasst, als ich sie von ihr wegzog und Franzi befreite. Danach erzählte sie mir das Emma sie mit einem Sex Tape von ihr und Franzi erpresste. Emma wurde wütend und zog die Waffe. Franzi stellte sich vor mich und versuchte sie dazu zu bringen aufzugeben, aber Emma wollte die Waffe nicht senken. Als die Polizei hereinkam, nutzte Franzi ihre Chance und versuchte ihr die Waffe zu entwenden, da fiel ein Schuss und das nächste was ich wusste, war Franzi die am Boden lag und Blut verlor.“ Ich nickte und musste mich auf den Schreibtisch meiner Tochter setzen. Mein Blick fiel auf diesen und das erste Mal überhaupt sah ich mir die Bilder darauf an. Neben ein Bild von Franzi mit Nicole und eins mit meiner verstorbenen Frau, gab es ein drittes Foto. Es war eins wo sie noch ganz klein war. Es zeigte uns beide wie Franzi versuchte mich im Alter von 5 Jahren abzuhören. Wir lachten beide in die Kamera und jetzt kamen mir auch die Tränen. All die Jahre habe ich es versäumt Vater zu sein. Es war die ganze Zeit vor meinen Augen und ich habe es einfach ignoriert. Tränen kamen mir hoch und ich hielt das Bild weiter fest. „Ich war so schrecklich zu ihr. All die Jahre habe ich es ignoriert und sie so verletzt. Sie wird mir nie verzeihen.“ Ich sah nach unten und hielt mir eine Hand vor das Gesicht. Eine Hand legte sich auf mein Arm und ich sah auf. Frau Huth sah mich ernst an. „Es stimmt, Franzi musste wirklich viel kämpfen, aber sie braucht sie jetzt und das bedeutet sie müssen für sie da sein und das nicht nur zur Hälfte, sondern ganz.“ Ich nickte und sie seufzte auf. „Gibt es eine Chance, zu erfahren wie die OP läuft.“ „Natürlich. Immerhin bin ich immer noch der Leiter dieses Krankenhauses.“ Damit strich ich mir die Tränen weg und stand auf. „Folgt mir.“ Wir liefen nah unten in die erste Etage. Dort zogen wir uns die OP Mäntel über und traten ans Fenster. Dort arbeiten vier Schwestern und zwei Oberärzte um das Leben meiner Tochter. Komm schon Franzi. Du musst es schaffen.


Die OP dauerte fast 2 Stunden, bevor uns Dr. Lechner zu nickte. Erleichtert seufzte ich auf und sah zu den anderen drei Frauen. Frau Huth ist vor Erschöpfung und Sorge eingeschlafen, während Dr. Sander kurz davor war, nur die andere Dame schien noch aufmerksam zuzuschauen. „Und sie sind? Entschuldigen sie, ich hätte früher Fragen sollen.“ „Anna Blässe. Keine Sorge Sie hatten andere Sorgen.“ „Freut mich sie Kennen zulernen. Sie spielen auch bei Wolfsburg.“ „Ja.“ Ich nickte und sah dann zu Frau Huth. „Wir sollten sie wecken. Franzi wird gleich auf die Intensivstation gebracht.“ Sie nickte und drehte sich vorsichtig um. „Sveni aufwachen.“ „Mhm.“ Sie sah müde auf und ihr Blick fiel sofort zum OP Saal. „Hab ich etwas verpasst.“ „Sie hat es geschafft.“ „Echt.“ Sie stand schwunghaft auf und ich hielt sie am Arm fest, als sie leicht schwankte. „Ja, aber bitte machen sie langsam. Wir brauchen nicht noch einen Patienten mehr.“ Lächelnd ließ ich sie los und wir sahen auf, als Dr. Lechner zu uns nach draußen trat. „Wie geht es ihr?“ „Wir mussten ihre Milz entfernen und es ist sehr viel Blut in ihren Magen gedrungen, aber wir konnten die Wunde stoppen und den Magen säubern. Sie wird wohl noch ein bis zwei Tage schlafen, aber ihr Körper ist stabil. Wir müssen abwarten, wie sie die Nacht übersteht.“ Ich nickte und gab ihm die Hand. „Danke, wirklich.“ „Dafür sind wir das geworden, was wir sind. Ihre Tochter ist stark und sollte das ganze gut wegstecken.“ Er lächelte mich an und verließ dann den Raum. „Also wird wieder alles gut.“ „Ja, alles wird wieder gut.“ Lächelnd nahm ich alle drei in den Arm. „Ok, wir sollten nach oben und dann würde ich sagen gehen sie drei nachhause und ruhen sich aus. Ich werde an ihrem Bett wache halten.“ „Sie ist meine beste Freundin.“ „Und meine Freundin. Entschuldigen sie, aber sie müssen wohl mit uns vorlieb nehmen.“ „Ok.“ Ohne zu widersprechen, nickte ich und konnte nur staunen wie gute Freunde Franzi doch hat.
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