Hetalia: Geschichte spielt jetzt und hier

von Yumestar
OneshotHumor, Schmerz/Trost / P12
Deutschland Frankreich Italien
18.11.2019
22.01.2020
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Hetalia: Geschichte spielt jetzt

Frankreich - Einsturz der Toulouse-Brücke

18.11.2019


„Bonjour! Bonne journée!“
Frankreich wanderte durch die Straßen und grüßte jeden mit fröhlichen Enthusiasmus. Er lächelte und blieb stehen, als er einen Schulbus an sich vorbeifahren sah.
Wie bezaubernd jung sie sind, Seine Augen leuchteten schwärmerisch wie die eines alten Herren, der die Jugend mit einem Hauch von Nostalgie beobachtete, Sie halten meine Zukunft in der Hand, nein, die der ganzen Welt!
Er lachte leicht zu sich selbst und wünschte denjenigen, die ihn seltsam musterten, einen wunderschönen Tag. Dann verschwand er auch schon wieder und ließ verwirrte Franzosen zurück.
In all den Jahren war es für ihn zu einer Gewohnheit geworden, genau dann zu verschwinden, wenn er das Gefühl hatte, seine Arbeit erledigt zu haben.
Damit wollte er verhindern, sich in den Vordergrund zu drängen – Schließlich waren es seine Leute und nicht er, die glänzen sollten.
Dieses Mal verschwand er nach Toulouse in der Region Okzitanien. Auch wenn Frankreich sich am liebsten in Paris aufhielt, wollte er einen entspannten Tag in der viertgrößten Stadt seines Landes nicht missen. Er wollte für alle seine Landteile gleich viel Liebe aufbringen, denn jeder Mensch, egal aus welchem Land oder eben Landteil, verdiente denselben Respekt und dieselbe Anerkennung.
Was ist das? Frankreich blieb stehen und fasste sich ans Knie, Dieser Schmerz bedeutet nichts Gutes.
Trotz der Schmerzen rannte er los und ließ sich dabei von dem üblen Gefühl, was er hatte, leiten. Er spürte mit jedem Schritt, dass irgendetwas zerriss. Vielleicht nicht gerade sein Bein, aber irgendetwas in Toulouse. Er spürte es. Nur was?
Der laute Knall, der wie ein Flugzeugabsturz klang, beschleunigte seine Schritte nur noch mehr.

„Que s’est-il passé?“ Frankreich kam vor einem von der Polizei abgesperrten Bereich zum Stehen, „Was ist passiert?“
„Bitte halten Sie Abstand“, wies der Polizist ihn zurück.
„Mais-!“ Frankreich gestikulierte vor Sorge wild mit seinen Händen rum, „Aber ich bin Frankreich. Bitte sagen Sie mir, was passiert ist!“
Einen Moment lang sah der Polizist ihn verwirrt an und schien sein Funkgerät zücken zu wollen. Wahrscheinlich, weil er diesen seltsamen Blonden für einen Verrückten und nicht für ein Land hielt.
„Kommen Sie schon, Sie kennen mich doch sicher!“ Frankreich schenkte ihm ein vertrautes Lächeln, „Ich habe doch diese wunderbare Rede über Gerechtigkeit gehalten!“
Der Polizist packte das Funkgerät wieder zurück und schien kurz nachzudenken. Dann nickte er, „Ich verstehe.“
„Können Sie mich bitte durchlassen?“, fragte Frankreich und wippte nervös mit seinem schmerzenden Knie, „Ich bitte Sie inständig!“
Wieder nickte der Polizist nur und Frankreich schlich sich unter der Absperrung durch. Als er nur ein paar Schritte weiterging, sah er das große Unglück. Automatisch fielen seine Hände an den Mund und er musste heftig schlucken, D-Die Brücke!
Ungläubig schaute Frankreich auf die eingestürzte Autobrücke, die zur Hälfte im Wasser des reißenden Flusses untergetaucht war. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern sprang er durch das Gebüsch und lief ans Ufer. Es werden schon Überlebende da sein, hoffte er und blickte sich um. Das Rauschen des Flusses war laut und das Gestrüpp ließ ihn kaum etwas erkennen. Trotzdem nahm er ein unscheinbares Rufen wahr. Mehr aus Instinkt als aus Vernunft heraus sprang er ins Wasser und schwamm mit kräftigen Arm- und Beinbewegungen zu der erschöpften Person, die ihren Kopf kaum mehr über Wasser halten konnte. Dabei ließ ihn das kühle Wasser und die Not der Person den Schmerz in seinem Bein vergessen.
„Keine Sorge, ich rette Sie“, beruhigte er die verzweifelte Person und griff ihr unter die Arme. Dann zog er sie ans Ufer und aus dem Wasser. Die Frau keuchte schwer und sah ihren Retter mit verzweifelten Blick an, „Mon fille, mon fille!“
„Ihre Tochter?“ Frankreich schaute in den Fluss zurück und verstand. Sein fröhliches Lächeln verschwand. Seine blauen Augen glitzerten wie die Oberfläche des Flusses, der still vor sich hinplätscherte, als wäre nie etwas geschehen.

„Es gibt eine Tote, zwei schwer Verletzte und neun leicht Verletzte“, informierte der Polizist Frankreich. Dieses Mal war Frankreich derjenige, der nur nickte. Dann drehte er sich zu der Frau um, um welche sich nun ein Rettungsteam kümmerte. Mit tränenbestückten Gesicht wiederholte sie immer wieder die Worte: „Mon fille, mon fille!“ Manchmal unterbrochen von einem verzweifelten Schluchzen.
Frankreich hielt diesen Anblick nicht länger aus und ging zu der Frau hin.
„Alles wird wieder gut, Madame.“ Er schenkte ihr ein aufmunterndes, hoffnungsvolles Lächeln.
„Meine Tochter…“ Die Frau sah ihn mit nassen Augen an. Eine Träne lief ihren Wangen hinunter.
„Sie war sicher jemand liebes, jemanden, der Ihnen sehr viel bedeutet hat.“ Frankreich legte ihr die Hände auf die Schulter und sah ihr tief in die Augen. Sein Ausdruck wurde ernst, „Ich bin mir sicher, dass sie wiedergeboren wird.“
Noch mehr Tränen füllten ihren verzweifelten Augen. Es waren Tränen einer Mutter, die ihr Kind verloren hatte. Sie fiel Frankreich schließlich in die Arme und schluchzte nochmal laut.
„Alles wird wieder gut“, wiederholte er und rieb ihr über den Rücken, „Gott wird allen gnädig sein.“
Vor allem zu der Jugend, die unsere Welt noch entscheidend prägen wird.  

Diese Geschichte ist wieder einmal ein kleines Projekt von mir. Inspiriert von dem Hetalia-Video „History is now“ hatte ich mir überlegt, Nachrichten zu kleinen Geschichten zu formen. Zum einen, um diese Momente in der Geschichte festzuhalten und zum Anderen, um die Persönlichkeit der Länder und wie sie mit einer Katastrophe oder einem Problem umgehen, festzuhalten.
Zu Beginn habe ich Frankreich gewählt, da gerade dies mit der Toulouse-Brücke geschehen ist und Frankreich ein sehr liebenswürdiges Land ist.
Ich hoffe euch hat die erste Nachricht von der Schreibart gefallen. Mein Beileid an alle Opfer des Brückeneinsturzes.
Gerne könnt ihr mir Nachrichten zukommen lassen, über die ich in Geschichtenformat berichten soll.
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