Der bezaubernde Schnösel

von CKOANE
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Kim Seokjin OC (Own Character)
18.11.2019
01.12.2019
3
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„Mhm, noch 5 Minuten", murmelte ich vor mich hin, während ich auf die Schlummer-Taste meines Weckers drückte. Gefühlt war das schon das zehnte Mal. In Wirklichkeit... At least das vierte Mal! Ich liebte es einfach eingekuschelt in meinem Bett zu liegen und vor mich hin zu träumen.

„Fuuuuuuck!". Keine zwei Minuten später sprang ich auf. Ich hatte sowas von verschlafen und heute war der erste offizielle Vorlesungstag an der Uni. Schnell ging ich ins Bad und putzte meine Zähne. Daraufhin folgten Haare und Klamotten. Schwarz! So wie fast immer eigentlich. Ein schwarzes lockeres Top mit V-Ausschnitt und schwarzer Rock bis zu den Knien. Auf dem Weg in den Flur sah ich um und stopfte mir ein Croissant zwischen die Lippen, während ich mir einen etwas chaotisch und schief hängenden Zopf machte. Meine Tasche und dann meine Schuhe. Es standen nur noch meine dort. Waaas?! Wow... keiner meiner Mitbewohner aka Freunde dachte auch nur daran mich zu wecken und sind einfach weg. Ohne mich! „Tolle Freunde", seufzte ich ehe mir wieder einfiel, dass ich viel zu spät dran war. Sofort rannte ich los.

An der Uni angekommen, musste ich erst einmal das richtige Gebäude für meine Fachrichtung finden. Gleich würde das erste Semester beginnen. Meine Freude hielt sich fürs erste in Grenzen. Auf der einen Seite war ich verdammt aufgeregt, aber auf der anderen hatte ich schon jetzt irgendwie keine Lust. Zu viele fremde Menschen, zu viel Neues, alles irgendwie fremd. Ich verlor mich Mal wieder in Gedanken. Ohne großartig darauf zu achten, wohin ich lief, ging ich in ein Gebäude hinein. Dann suchte ich Raum Nummer 3.03. Ich wollte nicht auffallen, aber dafür war es zu spät. Oder eher ich. 20 Minuten!

Leise schlich ich mich hinein und setzte mich neben einen Typen. Er hatte ziemlich breite Schultern, so dass er schon etwas Platz wegnahm. Nach 15 Minuten kam mir alles sehr komisch vor. Das, was am Board stand, oder auch die Bücher der anderen. „Sche...iße...", rief ich fast laut heraus ehe ich den letzteren Teil murmelte. Der Typ neben mir sah mich sofort an, wie auch ein paar andere um uns herum. Er sah auf mein Buch und verkneifte sich ein Lachen, grinste dennoch blöd vor sich hin.

„Du musst nach nebenan in das Gebäude", flüsterte er mir ins Ohr. Sofort stellten sich meine Nackenhaare auf als seine Stimme, aber vor allem als ich seinen Atem an meinem Ohr vorbei streifen spürte. Wie ich es hasste, wenn wir jemand direkt ins Ohr flüsterte.

„Also kein Psychologie hier, hm? Upsi!". Ich versuchte cool herüberzukommen und zuckte mit den Schultern. In meinem Inneren brodelte es fast schon eher. Wieso war ich immer so verpeilt?! Wieso musste gerade mir das passieren. Wow! Das ist wieder einmal wirklich typisch für mich.

Langsam stand ich auf und hörte nur ein kurzes, fast arrogantes „Management". Ich lächelte und nickte ihm zu, ehe ich kurz mit der Zunge schnalzte. „Alles klar...", murmelte ich fast schon angewidert von seinem arroganten Ton.      Widerlich. Verdammt. Das hätte mir sofort auffallen sollen bei der Rolex, die er trägt. Peinlich berührt eilte ich aus dem Raum, um endlich in das richtige Gebäude und in den richtigen Raum zu gelangen. Eine... ganze... Stunde... zu spät. Natürlich machte ich an meinen ersten Tag sofort einen super Eindruck. Nicht! Mein Orientierungssinn war definitiv heute nicht vorhanden. Und mein Gedächtnis war vergleichbar mit dem eines Goldfisches. Gut gemacht, Y/N! Wirklich super! Ich konnte es kaum erwarten meine Freunde gleich in der Mittagspause zu sehen.

*****

Und endlich war es soweit. Mittagspause! Alles hat sich heute wie eine Ewigkeit für mich angefühlt. Aber nun konnte ich mich endlich mit meiner besten Freundin Elsie treffen und mich hoffentlich entspannen. Sie studiert hier ebenfalls, und zwar Social Studies. An unserer Uni konnte man wirklich fast alles studieren. Die Uni war einfach riesig mit einigen Gebäuden, in denen man sich nur verlaufen kann. Zum Essen würde ich aber immer finden, immer hin etwas.

Wir nahmen uns Tabletts, um uns etwas zu essen zu holen. Die Kantine war riesig, denn diese wurde von allen genutzt. „Der eine Typ da drüben starrt dich die ganze Zeit an. Ich meine ich weiß, wie hübsch du bist, aber das ist schon echt heftig, wie er herüber guckt. Nicht gucken! Er hat sehr breite Schultern, ist gebräunt, als käme er gerade aus dem Sommerurlaub, super gerade Nase, handsome face, löchrige Jeans und ein Hemd. Kommt er dir bekannt vor?".

Ich seufzte sofort auf und verdrehte nur die Augen. Erst atmete ich durch ehe ich fragte „Trägt er eine Rolex?". Sie schaute zu seinem Handgelenk und nickte: „Ich glaube schon". Ich verdrehte nur Wieder die Augen.

„Leider bin ich diesem Schnösel heute schon begegnet". Zu mehr kam ich aber nicht, denn wir konnten unser Essen wählen. Elsie fragte nach einem veganen oder zumindest vegetarischen Gericht, denn sie war Vegetarierin, die versucht sich vegan zu ernähren.

Plötzlich kam es aus der Ecke gerufen: „Jetzt lassen sie hier also auch Öko-Tanten an der Uni zu. Geh doch raus, da findest du genug Grünzeug." Als ich mich umdrehte, sah ich, dass dies von den Leuten, um diesen Schnösel kamen.

Sofort brodelte es in mir bis Elsie's Hand auf meinem Arm lag „Ignorier es einfach. Alles andere ist es nicht wert". Sie hatte ja Recht, aber ich hasste solch idiotisches Verhalten. Natürlich redeten und lachten sie weiter bis sie irgendwann auch ihn anstifteten. „Auf Jin. Mach mit. Sonst bist du doch auch immer dabei".

Wir wollten einfach nur zum Tisch, an dem unsere 2 Mitbewohner Maggie und Eddie saßen. Wir alle waren wirklich sehr gut befreundet. Auf dem Weg dorthin stellte sich eine breite Gestalt vor mir auf. Ich war nicht gerade klein, so konnte ich ihm sehr gut in die Augen sehen. „Los. Hau deine Sprüche heraus und dann lass mich vorbei. Ich würde jetzt gerne etwas essen, Mr. Management". Ich sah ihn weiterhin erwartungsvoll und gespannt an bis er endlich seinen Mund öffnete. Irgendwie wirkte er komisch, aber was interessierte mich das?!

„Du hast den Weg hier her gefunden? Konntest also endlich Schilder lesen? Glückwunsch! Dachte schon du bist auf dem Weg zu einer Beerdigung, so wie du aussiehst. Sicher, dass du hier hin gehörst? Aber vielleicht hilft dir dein Orientierungssinn morgen ja endlich, um zum Müll zu gelangen, wo du hingehörst".

Man hörte seine Leute jubeln. Aber ich grinste nur etwas und ging ein wenig auf die Seite, so als wolle ich an ihm vorbei. Dann wieder zur Seite direkt auf ihn zu. Dabei beförderte ich mein Essen direkt gegen sein weißes Hemd.

„Oh, das tut  mir jetzt aber leid. Mein Orientierungssinn gibt wohl heute schon wieder auf. Aber sicher halb so wild, hm? Mommy oder deine Nanny waschen das Hemd ja. Schließlich bekommst du in diesem Alter nichts alleine hin. Selbst deine Freunde müssen erst einmal für dich reden. Ganz toll gemacht. Armes armes Bubilein". Ich klopfte kurz gegen seine Schulter und ging an ihm vorbei. Die ganze Kantine war super still gewesen. Das traute sich wohl sonst keiner. Auch Jin bekam keinen Ton heraus und war sichtlich überrascht, selbst wenn er es sich nicht anmerken lassen wollte.