Es war einmal...

von Stokely
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
17.11.2019
05.04.2020
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Kapitel 1

Tony POV

»Tony? Dir ist schon klar, dass ich mich so nicht konzentrieren kann, oder?«
»Was meinst du?«, hake ich gespielt unwissend nach und baumle mit meinen Beinen in der Luft. Ich sitze auf der Werkbank in unserem Keller. »Schau doch einfach zu deinem Boot und beachte mich gar nicht.«
»Denkst du wirklich, ich könnte dich ignorieren, wenn ich das Wissen habe, dass du mit nacktem und verschwitztem Oberkörper in meiner Nähe bist? Natürlich möchte ich dir da meine Aufmerksamkeit schenken und nicht dem Holz.« Wieder lässt er von seiner Arbeit ab und wirft mir einen Blick über seine Schulter zu. Auch wenn ich seinen begehrenden Ausdruck in seinen Augen genieße und er mir schmeichelt, witzele ich deutend auf mein Gesicht.
»Hey, meine Augen sind hier oben!«
»Du meinst, die wunderschönsten auf der Welt«, kommentiert er es mit einem schiefen Lächeln, wendet sich dann aber spürbar widerwillig seinem Boot zu. Ich grinse.
»Ich weiß welche Absicht du damit verfolgst«, kommt es nun ruhig von ihm.
»Womit?« Gespannt warte ich ab. Mit einem wohligen Kribbeln im Bauch.
»Damit, nach deiner ausgiebigen Joggingtour nicht sofort duschen gegangen zu sein, sondern mir stattdessen Gesellschaft zu leisten. Du bezweckst durch dein heißes Äußeres mich dazu zu bewegen, sofort Zeit mit dir zu verbringen.«
»Danke für das Kompliment«, meine ich zunächst und weiß einfach, dass er amüsiert seine Augen verdreht. »Bin ich so leicht zu durchschauen?«
»Ja«, Gibbs lässt seinen Hobel achtlos auf den Boden fallen und dreht sich in meine Richtung. »Bei mir schon. Und ich bei dir auch. Denn es funktioniert.«

Schnell ist er bei mir, schlingt seine Arme um meinen Körper und zieht mich runter, sodass ich mit beiden Füßen auf dem Boden stehe. Seine Fingerspitzen gleiten zärtlich über meinen Rücken ohne die Umarmung zu lösen. Unsere Lippen finden sich zu einen nicht gerade unschuldigen Kuss.
»Irgendwie muss ich dich doch von deinem Boot wegkriegen«, erkläre ich schließlich mein Verhalten. »Unseren gemeinsamen Urlaub sollten wir anders einläuten als damit, dass ich dir beim Bootsbau zusehe oder dir dabei helfe.«
»Sagt der, der nach Dienstende erst einmal noch laufen gehen wollte, kaum waren wir zu Hause eingetroffen«, erwidert er und versiegelt unsere Lippen zu einem erneuten Kuss. Diesmal wandert dabei seine eine Hhand nach vorne und gleitet über meine Brust.
»Ich muss im Training bleiben, ich möchte doch gut für dich aussehen...«
»Du wirst immer für mich der schönste Mann auf Erden sein.«
»...und du wolltest die Zeit doch nutzen um deinen Keller zu entrümpeln, damit du dies erledigt hast und du dich nicht irgendwann in den nächsten zwei Wochen darum kümmern musst, weil es dich stört. Dabei hältst du es hier doch immer recht ordentlich.« Doch dass Gibbs tatsächlich ausgemistet hat, habe ich eben schon anhand der Kiste, die neben der Treppe steht, sehen können. Er hat sich von einigem seines alten Werkzeuges getrennt und es gegen das neue ausgetauscht, welches er sich am letzten Wochenende gegönnt hat. Zudem hat er wohl sehr gründlich gefegt, denn ein relativ großes Häufchen Späne wartet darauf, aufgekehrt zu werden.
»Es ging schnell«, meint Gibbs in einer kleinen Kusspause, ich sage nichts dazu, denn es war mir ja vorher klar gewesen, dass er nicht lange dafür brauchen würde. »Deshalb beschloss ich noch ein bißchen zu hobeln, bist du wieder da bist.«
»Ich...«, beginne ich und werde geküsst, »bin aber doch wieder da.«
»Das habe ich erst gehört, als du schon in der Kellertür standest. Du scheinst das Anschleichen immer mehr von mir zu lernen. Ich wäre ansonsten sofort hochgekommen. Und als ich dich dann obenrum nackt erblickte, dachte ich mir, warte ich mal ab, was du vorhast.«
»Hm«, der Kuss war auch dieses Mal verdammt leidenschaftlich.
»Eigentlich ging ich davon aus, dass du mich verführen möchtest«, gesteht er mir und ein schelmisches Lächeln ziert nun mein Gesicht. »Aktiv, Tony. Doch dass du dich nach einer Begrüßung einfach nur auf die Werkbank gesetzt hast, als würde das reichen, war nicht nur unglaublich selbstsicher von dir, sondern irgendwie auch fies. Denn ich hatte mich schon darauf gefreut von dir...angemacht zu werden. Aber stattdessen komm ich zu dir, als hättest du nur nach mir pfeifen müssen. Du hast zu viel Macht über mich.«
»Übertreib mal nicht«, ich fahre ihm liebevoll über die Wange, schaue ihm tief in die Augen.
»Weißt du eigentlich, wie sehr ich dich liebe, Tony?«, fragt er mich voller Ernst.
»Bestimmt nicht mal annähernd so wie ich dich, Jethro.«
»Da irrst du dich«.
Der folgende Kuss ist sanft, meine Hände legen sich behutsam auf seine Hüften.

Als er endet, schaut mich Gibbs einfach nur aus seinen blauen Augen gutmütig an.
»Was ist?«, möchte ich mit einem kleinen, erfreuten Lachen wissen, denn was auch immer nun kommen wird, ich bin davon überzeugt, dass es mir gefallen wird.
»Wenn du nicht schon längst mein Ehemann wärst, würde ich dir jetzt einen Antrag machen.«
»Tja, da war ich schneller gewesen.« Alleine die Erinnerung daran, wie er Ja gesagt hat, erfüllt mich mich tiefster Zufriedenheit und enormen Glück. »Kaum zu glauben, dass wir nächste Woche schon unseren ersten Hochzeitstag haben werden.«
»Den wir nicht hier verbringen werden, aber du magst mir immer noch nicht sagen, wohin es gehen wird, oder?«
»Du wirst nichts aus mir herausbekommen, Jethro.« Dass ich für zwei Tage eine recht modern ausgestattete Holzhütte an einem See mitten im Wald gemietet habe, ist eine Überraschung und soll auch so bleiben. Bestimmt würde ihm auch eine Unterkunft ohne fließendes Wasser und Strom gefallen, aber ich möchte mich an unserem Hochzeitstag ebenfalls wohl fühlen.

»Bekomm ich dich denn wenigstens nun ins Bett?« Verführerisch fährt er sich mit der Zunge über die Unterlippe.
»Was glaubst du eigentlich, worauf ich die ganze Zeit warte?«
Wir müssen beide lachen, dann haut er mir leicht auf meinen Hintern. »Geh du schon mal hoch und stell die Dusche an, ich komm sofort nach. Dann helf ich dir dich sauber zu machen, bevor ich dich dann im Schlafzimmer wieder dreckig mache.«
»Lass mich nicht zu lange warten, Jethro«, ich stehle mir noch einen Kuss, bevor ich mich mit Vorfreude auf den Weg begebe.
»Werde ich nicht. Ich bring nur die Kiste schon mal auf die Veranda, damit sie nicht mehr hier im Haus steht, bevor ich die Werkzeuge entgültig entsorge.«
Ich spüre seinen Blick auf mir ruhen, als ich die Treppe hinaufsteige, oben angekommen, bringen mich seine nun zu hörenden Worte dazu, stehen zu bleiben.
»Ich würde dich jeder Zeit wieder heiraten, Anthony DiNozzo-Gibbs.«
Ich schaue zu ihm herunter und lächle, mit Herz ist erfüllt mit Wärme. »Genauso wie ich dich.«

Äußerst gut gelaunt durchquere ich den Hausflur um die Treppe zum ersten Stockwerk zu erreichen. Jede Sekunde meines Lebens, die ich mit Jethro an meiner Seite verbringen kann, ist wie ein kostbares Geschenk für mich, auch wenn wir uns natürlich hin und wieder mal kabbeln. Aber nur wegen Kleinigkeiten.
Darum freue mich sehr auf unseren Urlaub, da die Arbeit uns in den letzten Wochen arg in Anspruch genommen hatte. Ein kniffliger Fall jagte einen langwierigen. Und der Einstieg in unsere Erholungszeit ist doch sehr vielversprechend.

Ich bin noch nicht oben angekommen, als ich lautes Poltern aus dem Keller höre. Mein Puls beschleunigt sich, Panik macht sich in mir breit.
Eigentlich sollte ich mich beruhigen, mir einreden, dass garantiert nichts Schlimmes passiert ist. Dass Gibbs bestimmt nur die Kiste aus den Händen geglitten ist. Doch mein Instinkt macht mir einen Strich durch die Rechnung.
So schnell wie möglich laufe ich wieder runter, eile zur Kellertür. Zuerst kann ich meinen Ehemann nicht im Raum ausmachen, doch dann setzt mein Herz eine gefühlte Ewigkeit aus, als ich ihn am Fuße der Treppe entdecke. Seine Beine liegen über die letzten drei Stufen, die Kiste umgekippt neben ihm. Seine Augen sind geschlossen.
»Jethro!?«, frage ich ängstlich, wissend, dass ich leider keine Antwort von ihm bekommen werde. Rasch steige ich hinab, um ihm helfen zu können.
»Jethro?«, frage ich erneut meinen bewusstlosen Mann, nachdem ich über seine Beine gestiegen und bei ihm angekommen bin. Mit eine Fuß kicke ich die Kiste zur Seite und knie mich neben ihn hin.
Das wenige, aber zu meinem Leidwesen dennoch vorhandene Blut unter seinem Kopf zwanghaft ignorierend, lege ich zwei Finger meiner zittrigen Hand an seinen Hals, um zu überprüfen, ob ein Puls vorhanden ist.

-Fortsetzung folgt-
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