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Heartbeat

KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kise Ryōta Momoi Satsuki
17.11.2019
17.11.2019
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Er wollte doch gewinnen. Für seine Mannschaft. Seine Freunde. Für sich. Doch sie hatten verloren. Er hatte verloren und noch war ihm nicht so klar, welcher Schmerz überwog. Natürlich spürte er seinen Herzschlag deutlich in seiner Brust, die heißen Tränen, die über seine Wangen liefen und das verräterische Stechen in der Brust. Das Gefühl des Versagens war überdeutlich, genauso wie der pochende Schmerz in seinem Fuß.

Kise zischte auf, als er mit der linken Hand über seine linke Wade fuhr und ebenso feststellte, dass seine Muskeln unter der Berührung zuckten. Schien so, als hätte er es definitiv übertrieben. Ein trauriges Lächeln zog sich über seine Lippen, denn er wusste genau, was das für das nächste Spiel bedeuten würde. Doch vielleicht war die Gewissheit, zu verlieren, nicht so schmerzhaft als im Spiel wirklich zu verlieren. So konnte er sich damit schon mal abfinden.


„Wat machst n für n Gesicht, hä?“, erklang die tiefe und leicht genervte Stimme von Aomine, welcher in der offenen Kabinentür stand. Überrascht sah der Blonde auf und wischte sich schnell über die Augen, um die Tränen zu verstecken. Vergeblich, natürlich. „Aominecchi, was-?“, dieser stieß sich vom Türrahmen ab und ging auf ihn zu. „Tsk.“, ehe er ihn am Oberarm packte und hochzog. Darauf bedacht, dass der Blonde sein verletztes Bein nicht belastete. Dann half er ihm, in die Duschräume zu gelangen und setzte ihn dort auf einen kleinen Hocker.

Er kannte Kise nun lange genug, um genau zu wissen, dass er viel zu stolz war, um nach Hilfe zu fragen. Seine Teamkameraden waren bereits gegangen und entweder hätte der Blonde sich unter großen Schmerzen geduscht oder es gelassen. Ganz davon abgesehen, dass er so wahrscheinlich auch eher schlecht nachhause kam. Ihm war direkt aufgefallen, dass dieser die Schmerzen runterspielte und sich versuchte, zusammen zu reißen. Das funktionierte aber nicht bei ihm.

Kise blinzelte überrascht, ehe er sich verlegen räusperte und ein leises, „Danke.“, von sich gab. Und irgendwie erwartete er, dass der Dunkelhäutige nun ging, doch das tat er nicht. Stattdessen knurrte Aomine ungeduldig und zog eine Augenbraue hoch. „Nu zieh dich schon aus!“, oder musste er da auch noch nachhelfen?

Der Blonde stockte, sah überrascht auf und da Aomine nicht wirklich der geduldigste Mensch war, trat er einen Schritt auf ihn zu und griff nach dem Saum des Kaijo-Trikots und zog es ihm einfach über den Kopf. Im ersten Moment war Kise so perplex, dass er die Prozedur einfach über sich ergehen ließ. Es war natürlich nicht das erste Mal, dass sie sich gegenseitig nackt gesehen hatten. Akashi hatte immer darauf bestanden, nach dem Sport auf jeden Fall zu duschen. So waren in seiner frühen Jugend auch viele, lustige Duschaktionen entstanden und doch – ihm war das unangenehm.

Eine tiefe Röte zierte sein Gesicht, als der Blauhaarige vor ihm auf die Knie ging, um ihm die Schuhe samt Socken auszuziehen. Aomine war überraschend sanft, als er sich dem linken Fuß widmete und seine kühlen Finger taten der geschundenen Haut gut. Ein leises, zufriedenes Seufzen verließ die Lippen des Blonden. Er war es gar nicht mehr gewohnt, so sanft berührt zu werden. Seit den Meisterschaften war keine Zeit für seine Fans gewesen, mal abgesehen davon, dass Kasamatsu ihn sicherlich geschlagen hätte, wäre er auch nur ein einziges Mal mit einer Dame ausgegangen oder gar wegen dieser zu spät beim Training erschienen.

„Geh damit zum Arzt.“, murrte Aomine, als er den Fuß leicht drehte und klang dabei tatsächlich besorgt. Unter den langen Socken und den Schuhen sah man nicht, wie dick und blau das Gelenk war. Kise biss sich auf die Unterlippe, als er zu seinem ehemaligen Teampartner runterblickte und nickte. Haizaki hatte wirklich gute Arbeit geleistet. Damit würde er die nächsten Wochen nicht spielen können.

Als Aomine wieder aufstand, tat Kise es ihm gleich und knickte direkt weg. Dank der guten Reflexe, hielt der Blauhaarige ihn in einem sicheren Griff und spürte, wie der Blonde vor Schmerz zitterte. Erst jetzt erlaubte er sich, die Schwäche wirklich zuzulassen. Vor Aomine brauchte er sich nicht schämen.

Kise hatte wirklich Mühe, nicht das Bewusstsein zu verlieren, immerhin hatten ihn vorher die Endorphine im Spiel aufrecht gehalten. Doch jetzt, wo die ganze Euphorie weg war, schlug der Schmerz weitaus extremer auf, als er erwartet hatte. Er krallte sich in Aomines Schultern fest und kniff die Augen zusammen, ehe er einen angespannten Laut von sich gab, als das Pochen etwas nachließ.

„Idiot.“, knurrte der Blauhaarige und zog Kise näher an sich. Legte einen Arm um seine Hüfte, um ihn zu stützten. Der Blonde übertrieb es ja gerne mal, aber das war wirklich zu viel des Guten. „Tut mir Leid.“, hauchte er und vergrub sein Gesicht an Aomines Hals. Dieser hielt kurz inne und zog eine Augenbraue hoch. Er achtete genau auf die Reaktionen des Blonden, so wollte er ihm ja nicht unnötig schaden, doch nach recht kurzer Zeit knurrte er ungeduldig.

Kise kicherte leise und löste sich, wischte sich über die Augen und seufzte. „Ich schaff das schon.“, versuchte er sich selbst und den Blauhaarigen zu überzeugen. „Klar.“, brummte dieser sarkastisch und musterte das Model. Zugegeben, er hatte sich verändert. Der Blonde war schon lange nicht mehr nur dürr und groß, nein. Er hatte fein definierte Muskeln und war ziemlich ansehnlich geworden. Er konnte die Frauen durchaus verstehen, die ihm hinterherjagten.

Manchmal war er ein klein wenig eifersüchtig, auch wenn er das niemals zugeben würde. Immerhin müsste er selbst ja nur ein klein wenig netter sein und die Weiber würden schlangestehen, so wie sie es bei Kise taten. Doch war er sich auch bewusste, warum er es nicht tat. Einer dieser Gründe stand grade in seinen Armen und wirkte unbeholfener denn je.

Kise wurde unter den musternden Blicken rot und wirkte von Minute zu Minute unruhiger. Ob er sich die Sehnsucht in Aomines Augen nur einbildete? Der Blonde räusperte sich und vermied den Augenkontakt. „Ich sollte duschen.“, nuschelte er. Kalt wurde ihm außerdem auch noch, obwohl die Blicke heiße Schauer über seinen Rücken trieben. Der Blauhaarige blinzelte, schien aus seiner Trance aufzuwachen und half dem Blonden sich gegen die Fliesen zu lehnen. Dann drehte er das Wasser auf, prüfte die Temperaturen und beobachtete Kise dann dabei, wie er versuchte, auf einem Bein stehend, aus seiner Shorts zu kommen.

Nicht, dass er das nicht wirklich geschafft hätte, wenn er denn wollen würde. Innerhalb von Sekunden hatte der Blonde entschieden, dass er etwas testen wollte. Schon seit seiner Zeit bei Teiko waren ihm die Blicke aufgefallen, doch damals konnte oder wollte er sie noch nicht einordnen. Mittlerweile war er erwachsener geworden. Ein Mann. Mit Bedürfnissen.

Er würde Aomine nicht vor den Kopf stoßen, auch wenn er, zugegeben, mehr Interesse an Frauen hatte. Doch der Dunkelhäutige hatte ihn schon immer fasziniert und egal, mit wie vielen Frauen er auch ausging, gab es da nur eine einzige Frau, die er begehrte. Heimlich, verstand sich, denn sie gehörte ihm und so agierte er höchstens als bester Freund und Vermittler, da Aomine manchmal wirklich gefühllos ihr gegenüber war.

Dieser murrte ungeduldig, halb belustigt, als er dem Versuch letztendlich zur Hilfe kam. Er stellte sich vor den Blonden und griff an dessen Bund der Shorts. Kise blinzelte erst auf die Hände, ehe er den Kopf hob und feststellte, dass Aomine ziemlich nahestand. Ebenfalls etwas davon überrascht, weiteten sich die Augen des Blauhaarigen. Die Röte, die ihm dabei ins Gesicht schoss, war aufgrund seiner dunklen Hautfarbe kaum zu erkennen. Der Blonde jedoch besaß bekanntlicherweise besondere Augen und so fiel ihm das sofort auf.

Er musste leicht grinsen und räusperte sich, ehe er sich aufrichtete und sich vollends gegen die Fliesen lehnte. Sofort überzog ihn eine Gänsehaut, da diese eiskalt waren und ein leises Keuchen kam über seine Lippen. Aomines Augenbraue zuckte, ehe er seinen Blick erneut über Kise wandern ließ. Was er sah, gefiel ihm einfach. Das konnte er nicht leugnen und dem Blonden gefiel, dass er in diesem Moment so offen in den dunklen Augen lesen konnte.

Grade, als Aomine ihm die Shorts von den Beinen ziehen wollte, damit er endlich duschen ging, hörten die Beiden ein leises Kichern und zuckten heftig zusammen. Sie drehten die Köpfe und erblickten Momoi. Diese saß in der Umkleide auf den Bänken und beobachtete sie. „Lasst euch nicht stören.“, ihr wissender Blick war auf die beiden Männer gerichtet.

Es war eine Sache, sich vor Aomine zu entblößen. Kise fand ihn attraktiv und bewunderte ihn, keine Frage aber sich vor Momoi nackt zu machen, war etwas ganz anderes. Sofort griff der Blonde an seine Shorts und hielt sie an Ort und Stelle. Sein Gesicht glühte förmlich und er senkte beschämt den Blick. „Ich kann das allein.“, stotterte er und schob Aomine etwas auf Distanz. Dieser ließ die Finger auch sofort von dessen Shorts verschwinden und vergrub sie tief in seinen Hosentaschen. Bewusst, um zu verhindern, dass seine beste Freundin sah, dass ihn die Situation hart gemacht hatte.

„Wenn was ist…“, deutete der Blauhaarige an und drehte sich rum. Schloss hinter sich die Tür und starrte nun die Pinkhaarige finster an. „Was tust du hier, Satsuki?“, erfreut war er definitiv nicht. Sie zuckte mit den Schultern. „Du warst plötzlich weg und ich dachte mir schon, dass ich dich hier finden werde.“, meinte sie und lächelte sanft. Aomine schnaubte und drehte den Kopf weg, hörte, wie der Blonde unter die Dusche stieg. Als dieser kurz, schmerzvoll aufkeuchte wollte er am liebsten direkt zu ihm.

Momoi beobachtete ihn genau. Hatte sie irgendwie schon immer im Gefühl gehabt, dass zwischen den beiden mehr als eine normale Männerfreundschaft war. Nicht unbedingt etwas sexuelles, aber tiefe Verbundenheit. „Ich kann auch draußen warten.“, nuschelte sie und stand auf. Strich sich durch die langen, pinken Haare. Eine Geste, in der Aomine sich immer zu ihr hingezogen fühlte. Er schüttelte den Kopf und zuckte gelichzeitig mit den Schultern. Ihre Augen ruhten auf ihm, von unten her und wirkten neugierig und groß.

Er drehte den Kopf und setzte sich dann neben sie auf die Bank. „Er braucht bestimmt doppelt Hilfe.“, murmelte er und starrte auf die Tür. Es war ja nicht so, als sei er blind. Wie Kise Momoi ansah, wenn er dachte, keiner bemerkte es, war deutlich genug. Ob er ihn so in eine unangenehme Situation brachte? Wahrscheinlich. Darüber nachdenken tat er aber nicht, konnte er nicht, als sich seine beste Freundin neben ihn setzte und den Kopf auf seiner Schulter ablegte und die Augen schloss.

Sie war müde. Verständlicherweise. Er hatte sie die ganze Nacht wachgehalten und schämte sich deswegen kein Stück. Die Erinnerung an die Nacht war es eher, die ihn erneut in kleine Bedrängnis brachte und als Kise, nur im Handtuch um die Hüfte, aus dem Duschraum humpelte, machte es nicht besser. Ob sie ihn ärgern wollten?

Überrascht blickte der Blonde auf die Beiden und zog eine Augenbraue hoch. „Stör ich?“, murrte Kise und konnte nicht verhindern, tatsächlich etwas zickig zu klingen. Die Beiden wirkten vertrauter als sonst. Hatte er also etwas entscheidendes verpasst? Aber warum hatte Aomine dann so heftig auf ihn reagiert?

Momoi blinzelte und lächelte sanft. „Ki-chan, wie geht es dir?“, er ließ sich etwas unbeholfen auf die Bank sinken und zuckte mit den Schultern. „Was tust du hier, Momoicchi?“, unsicher strich er sich durch die nassen Haare und betrachtete sie von der Seite her. „Ich habe nach Dai-chan gesucht.“, meinte sie und schien wirklich gute Laune zu haben. Er nickte verstehend und biss sich auf die Unterlippe.

Irgendwie missfiel ihm die Situation und das schien auch Aomine zu merken, denn dieser stand ruckartig auf und räusperte sich. „Kommste klar?“, packte Momoi und zog sie ebenfalls mit hoch. Diese empörte sich jedoch darüber und sah den Blauhaarigen überrascht an. „Wir können ihn doch nicht allein lassen. Du hast selbst gesagt, er braucht doppelte Hilfe.“, wies sie ihn zurecht und er rieb sich über den Nacken. Hatte er das?

Kises überraschter Blick ließ ihn sich umdrehen und in dessen Tasche nach einem zweiten Handtuch suchen, welches er dem Blonden über den Kopf warf. Natürlich nur, damit dieser sich nicht erkältet, zusätzlich. Der Blonde lächelte leicht und rubbelte sich die Haare trocken, während Aomine ihm seine Wechselsachen rauslegte.

„Du hast die Frage nicht beantwortet.“, murmelte die Pinkhaarige, ehe sie vor ihm auf die Knie ging und besorgt auf seinen Fuß sah. Kise betrachtete sie einen Moment und grinste dann breit. „Mir geht’s gut.“, und er log. Sein ganzes Bein pochte und er spürte es kaum noch. Sie runzelte die Stirn und strich vorsichtig über seinen Fuß. „Spürst du das?“

Momoi schien wirklich besorgt zu sein und der Blonde biss sich auf die Unterlippe. „Uhm…“, schien, als würde das mehr aussagen als er hätte sagen können. Sie seufzte und zog aus ihrer Manteltasche zwei Rollen Verbandszeug raus und eine Salbe. „Momoicchi…“, er wollt ihr keine Umstände machen. Die Pinkhaarige ließ sich aber nicht beirren und spreizte seine Beine etwas.

Der Blonde zuckte leicht und fuhr mit den Händen über das Handtuch, damit es sich nicht spannte und sie so absolut freie Sicht hätte. Das Blut schoss ihm direkt in den Kopf und er sah hilfesuchend zu Aomine, doch dieser beäugte die Szene ruhig. Setzte sich neben ihn und schien zu wissen, was seine beste Freundin vorhatte.

Er schenkte dem Blonden einen Seitenblick und grinste leicht, ehe er sich seine Hände schnappte und sie festhielt. Verwirrt wurde er dabei betrachtet, ehe er verstand und anfing zu lachen. Glockenhell. Momoi kicherte ebenfalls, ehe sie zu ihm aufsah. „Das spürst du also?“, er nickte und war überrascht.

Sie strich mit ihren Fingern unter seinem verletzten Fuß entlang. War ziemlich sanft dabei. Ob sie ihn bewusst kitzelte? Jedenfalls bekam sie die gewünschte Reaktion. Als sie dies erneut tat, kicherte der Blonde nochmal und hielt das Bein still, was ihm gar nicht so leicht fiel. Der Fluchtreflex war immerhin vorhanden, denn so gerne er auch lachte, so mochte er nicht unbedingt gekitzelt zu werden.

Die Pinkhaarige lächelte sanft und strich über seinen Unterschenkel. Massierte diesen etwas, ohne ihm dabei weh zu tun. „Spürst du das auch?“, diesmal schüttelte er den Kopf. Außer dem starken Pochen, verstand sich aber ihre Finger fühlte er nicht. Solange nicht, bis sie an seinem Oberschenkel angelangt war und er leicht zuckte. Sie bemerkte dies, ließ ihre Finger aber erst kurz vor dem Handtuch stoppen. Dann sah sie zu ihm hoch.

In ihrem Blick lag etwas, dass er nicht einordnen konnte. Eine Gefühlsregung, die ihm ganz und gar nicht gut tat. Etwas überfordert leckte er sich über die Lippen und sah dann zu Aomine. Dieser erwiderte seinen Blick, ehe er zu Satsuki sah, welche nun dazu übergegangen war, dasselbe bei seinem gesunden Bein zu machen. Diesmal spürte er ihre Finger natürlich und hatte Mühe, sich auf seine Atmung zu konzentrieren. Ihre Berührungen waren wie Nadelstiche, die sich direkt in sein Herz versenkten. Viel zu lange hatte er sich ausgemalt, wie es wäre, sie als Partnerin zu haben. Dieser Wunsch sollte doch bloß Traum bleiben!

Der Blonde schloss die Augen und keuchte leise, als sie sanft über seine Oberschenkel strich. „… Momoi…cchi…“, seine Stimme klang rau, verzweifelt. Er spürte nur zu deutlich, wie das Handtuch verrutschte, weil er seine Hormone nicht im Griff hatte. Unwohl drehte er den Kopf und vergrub ihn an Aomines Schulter. „… Tut mir Leid…“, meinte er leise. Verdammt! Was war heute nur mit ihm los?

Die Blicke, die sich Aomine und Satsuki zuwarfen, bekam der Blonde gar nicht mit. Allerdings reagierte er, als der Blauhaarige seine Hände wieder freigab und presste sie sich sofort in den Schritt. Unsicher schielte er zu der Pinkhaarige, welche ein kleines Grinsen auf den Lippen trug und nun anfing, seinen verletzten Fuß zu verbinden. Es lenkte tatsächlich etwas ab, denn die Schmerzen kehrten postwenden zurück und er verzog das Gesicht. Es linderte die Erregung und ließ sie abklingen, zumindest bis er Aomines Finger an seinem Rücken spürte.

„Entspann dich.“, brummte dieser, nahe an seinem Ohr und sofort jagte ihm eine Gänsehaut über den Körper und innerhalb von Sekunden war er wieder hart. Der Blauhaarige hatte die Augen auf Kises Mitte geheftet und gluckste nun. Der Blonde schien heute aber aufs höchste empfindlich zu sein. „Dai-chan.“, wurde er von der Pinkhaarigen zurechtgewiesen, auch, wenn ihre Stimme belustigt klang und ein wenig… eifersüchtig?

Ob der Blonde sich das einbildete? Etwas überfordert blinzelte er und erzitterte, als sie erneut Kreise auf seinem Oberschenkel zeichnete. Mit dem Verbinden war sie fertig. Kises Atmung ging schneller, abgehackter. „Sei nicht so besitzergreifend.“, murmelte sie und der Dunkelhäutige schnaubte nur. Träumte Kise?

Momoi stand auf und ihre Finger wanderten noch ein Stück weiter an seinen Beinen hinauf, so dass das Handtuch etwas mehr verrutschte. Dabei sah sie ihm allerdings in die honigfarbenden Augen. „Gehen wir nachhause, Ki-chan?“, ihre Stimme war leise, verführerisch und der Blonde konnte den Blick nicht abwenden. Ihre Lippen waren nur wenige Zentimeter von seinen entfernt und ihre Finger waren definitiv zu nahe an seiner Männlichkeit, als dass er diese Geste fehlinterpretieren konnte. Der Blonde schluckte, hypnotisiert von den Empfindungen und nickte langsam. „O… Okay…“

Sie lächelte warm, ehe sie sich von ihm entfernte und aus der Kabine trat, damit sich der Blonde umziehen konnte. Erst dann wurde ihm bewusst, dass er nicht mit ihr allein gewesen war und ruckte mit dem Kopf zu Aomine. Dieser sah der Pinkhaarigen kurz nach, ehe seine Augen auf die von Kise trafen. Der Blauhaarige konnte Angst in ihnen lesen, denn die Situation vorher hatte er immerhin richtig interpretiert. „… Ich…“ Kise wusste nicht, wie er das erklären sollte. Sein ganzer Körper war angespannt vor Erregung und Erwartungen, die er doch gar nicht haben durfte. Verunsichert rieb er sich über die Brust und zog das Handtuch wieder zurecht.

Er wollte im Erdboden versinken, so unangenehm war ihm das. Was würde sein bester Freund nun von ihm halten? Das war ein Schachzug, den er nie hatte spielen wollen. Interpretierte er da doch zu viel rein? Er war ganz durcheinander und irgendwie wurden ihm seine eigenen Gefühle erneut zu viel.

Als er merkte, wie seine Sicht verschwamm, spürte er auch sogleich die Finger von Aomine an seiner Wange, welche diese wieder wegstrichen. „Warum heulstn jetz?“, wirklich wütend war der Dunkelhäutige aber nicht. Zittrig atmete Kise aus und räusperte sich. „Lass mich allein… Du… Sie… Ihr verwirrt mich!“, beklagte er sich und Aomine lachte dann einfach.

„Bist n Idiot, Ryouta!“, dann half er dem Copy-Ass in seine Klamotten und schulterte die Tasche von diesem, ehe er den Arm des Blonden ums eine Schultern legte und mit dem freiem Arm seine Hüfte festhielt, damit dieser sich auf ihm abstützten konnte. Vor der Umkleide wartete Satsuki auf die Beiden und lächelte fröhlich, stellte sich auf die andere Seite Kises und verhakte die Finger mit seinen.

Dieser war von dem plötzlichen Namenswechseln, denn kaum einer nannte ihn beim Vornamen, und der Zärtlichkeit einfach zu überrascht, so dass er all dies kommentarlos über sich ergehen ließ und es letztendlich auch still genoss, im Mittelpunkt seiner zwei liebsten Menschen zu stehen.


Anscheinend standen sie sich doch näher, als er immer dachte… Oder?


ODER?
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