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You are more than your Darkness

GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Finn General Hux Kylo Ren/ Ben Solo OC (Own Character) Poe Dameron Rey
17.11.2019
15.09.2021
81
298.849
51
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Dieses Kapitel
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15.09.2021 3.103
 
Hallo Ihr Lieben. Es tut mir leid, dass so lange kein neues Kapitel kam. Nun nutze ich schnell meine Pause, um es endlich hochzuladen. Dieses Kapitel hat mir einiges an Nerven gekostet. Insgesamt habe ich es drei Mal gelöscht und neu geschrieben.

Beim Schreiben dieses Kapitels habe ich unter anderem "Ruelle - the fear von letting go" gehört und empfehle es als Einstimmung darauf.

Und nun wünsche ich euch: Viel Spaß beim Lesen

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Die fellene Hand des Wookies, welcher hinter mir zu stehen schien, wog schwer auf meinen Schultern.
Doch wahrlich nichts wog im Moment so schwer wie die Entscheidung, welche vor mir lag. Wie eine unsichtbare Kette lag diese Last auf meinen Schultern und begann mich erbarmungslos herunterzuziehen.

Merkwürdig gefesselt starrte ich auf unser Haus, welches nur wenige Schritte entfernt vor mir lag und doch so weit weg wirkte.
Unser Haus - dieser Gedanke erzeugte ein warmes, friedliches, fast unwirklich schönes Gefühl in mir und jagte einen Haufen Glühwürmchen durch meinen Bauch. Und dennoch hatten diese Emotionen einen faden Beigeschmack.

Wer weiß wie lange ich dies noch mein Zuhause nennen könnte. Ich hatte diesen einen wichtigen Punkt schlicht und ergreifend verdrängt. Hatte mich unbewusst einer Illusion hingegeben, damit ich der Wahrheit so spät wie möglich ins Auge sehen musste. Wie naiv ich doch war, dass ich dachte, wenn wir alle hier wären, würde alles anders und die Probleme der Galaxie würden sich von ganz alleine lösen.

Am liebsten würde ich mich hier verstecken und so lange warten bis sich das Unheil, welches bedrohlich über uns allen schwebte, von alleine verschwinden würde. Doch dies würde nicht passieren. Dessen war ich mir sicher, obgleich bisher schon mehr geschehen war, als ich es mir je hätte vorstellen können.

Nie hatte ich wirklich daran geglaubt, dass ich Anon je verlassen würde. Dies je tun zu können, erschien mir schlicht und ergreifend zu unwirklich, surreal und irgendwie nicht erreichbar.

Doch ich hatte nicht anders gekonnt, als dieses unerreichbar wirkende Ziel so lange wie es ging vor mir herzutragen. Einfach weil es mir Hoffnung gegeben und mich am Leben gehalten hatte. Jeden verdammten Morgen hatte ich mich dazu zwingen müssen aufzustehen und mein eintöniges und von Einsamkeit geprägtes Leben weiterzuleben. Nur diese Erwartung hatte es leichter gemacht.

Wie oft hatte ich in meinem Bett gelegen und durch mein Fenster so lange in die Sterne gestarrt bis sie vor meinen Augen verschwommen waren? Wahrscheinlich jeden Abend. Zuerst begleitet von der Fantasie, dass dort draußen jemand Besonderes auf mich warten würde. Jemand der meine Verkleidung durschauen und mich aus meinem verfluchten Leben befreien würde.

Nach dem Tod meines Onkels hatte ich mir nur noch gewünscht, dass dort draußen jemand wäre, der mir Antworten geben könnte. Jemand, der mir genau jene Fragen beantworten würde, welchen mein Onkel immer so offensichtlich ausgewichen war.

Gab es noch jemanden da draußen, der zu unserer Familie gehört hatte, oder Freunde meiner Mutter?
Irgendjemand der mir erzählen konnte was genau geschehen war? Der mir helfen konnte meine Erinnerung zurück zu gewinnen. Und nicht zuletzt vielleicht ein Teil meiner verloren geglaubten Familie, bei dem ich Anschluss und eine Art Zuhause finden könnte.

Schon als Kind hatte ich mich fremd auf Anon gefühlt. So als würde ich dort nicht hingehören, als würde es mich schon immer woanders hinziehen. Nichts hatte ich mir mehr gewünscht, als ein richtiges Zuhause zu haben, eine Familie, welcher ich angehören konnte und Freunde.

Als ich diesen Gedanken bereits aufgegeben hatte und jeden Tag nur noch existierte, war Poe in mein Leben getreten. Damals erschien er mir wie ein Lichtblick, wie der lang ersehnte Retter, welcher mich aus meiner Misere befreien konnte und doch kam alles anders.

Wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wenn wir zusammen vor der Ersten Ordnung hätten entkommen können? Nur kurz verlor ich mich in dieser Vorstellung, schämte mich fast dafür, denn sie bedeutete vor allem eines... Hastig schüttelte ich meinen Kopf, als könnte ich damit diesen Gedanken ungeschehen machen. Kurz darauf nahm der Wookie seine schwere Hand von meiner Schulter.

Erleichtert wollte ich, befreit von der Last aufatmen, doch es ging nicht. Dieses erdrückende Gefühl wollte nicht von meinen Schultern verschwinden. Ganz im Gegenteil - es wurde noch schlimmer.

Es war dieser eine Gedanke, welcher unaufhörlich durch meinen Kopf raste und mir Kopfschmerzen verursachte.
Alles was ich immer wollte war ein friedliches Leben, Freunde, ein Zuhause. Doch die Erfüllung dieser Wünsche war wie feiner Sand, welchen ich mit bloßen Finger greifen und festhalten wollte. Sobald ich ihn glücklich und fest in meiner Hand hielt, rann er unbarmherzig durch meine Finger hindurch und ich musste von vorne beginnen. Es war als würde das Schicksal, wenn ich gerade glücklich war, mir jedes verfluchte Mal ein Bein stellen und mich so zum Fall bringen.

Mein altes Leben hatte ich im Feuer verloren. Bodo hatte mich auf Anon verraten. Und auch, wenn ich es mir gewünscht hatten diesen verdammten Planeten zu verlassen - er war doch irgendwie mein Zuhause gewesen.

Lange hatte ich mich dagegen gewehrt so zu empfinden, doch so sehr ich die Erste Ordnung zu Beginn gehasst hatte und nur durch Zwang ein Teil dieser geworden war, so sehr war diese zu meiner Familie, zu meinem Zuhause geworden. Nie hätte ich gedacht dort so gute Freunde wie Ria und Keth zu finden.

Wie oft hatte ich gedacht, dass die Macht sich einen Scherz darin erlaubt hatte Kylo und mich durch ihr Band zu verbinden, doch nun ahnte ich, dass es doch so etwas wie ein Schicksal gab. Und dieses hatte mich zu ihm geführt - zu dem Menschen, welchen ich so lange in den Sternen gesucht hatte. Als ich dann auch noch Armitage gefunden hatte, gab es für mich keinen Grund mehr die Erste Ordnung zu verlassen.

Wie dumm du warst, Sunja, schimpfte ich mich selbst aus. Ich hatte in einer Blase gelebt und verdrängt, dass es außerhalb dieser einen Krieg gab, welcher die Galaxie in zwei Seiten spaltete. Auf beiden Seiten gab es gute und böse Menschen. Doch nie hätte ich daran gedacht, dass es auf der anderen Seite einen anderen Teil meiner Familie gab.. Und diese hatte mich vor Nexus gerettet, mich so selbstverständlich aufgenommen und willkommen geheißen wie ein verlorenes Kind.

Und nun fühlte es sich an, als würden beide Seiten beginnen an mir zu zerren. So lange bis sie mich zerreißen und leer zurück lassen würden. Außer natürlich ich würde mich für eine der Seiten entscheiden.

Was hatte ich eigentlich gedacht, wie es nun weiter gehen würde? Das alle sich die Hände reichen und Frieden verkünden würden? Wie blind und dumm ich gewesen war. Dieser Pakt war ein Frieden auf Zeit. Diese zwei Welten, welche nun hier vereint waren. Dieses neue Zuhause, welches sich in kurzer Zeit so gut angefühlt hatte, drohte genauso auseinanderzufallen wie diejenigen davor. Schon jetzt zerriss mich der Gedanke daran, weil ich gehofft hatte, dass dieser Tag noch weit weg war.

Eben noch fühlte ich mich gut und alles schien Sinn zu machen. Doch nun fühlte ich mich merkwürdig taub und leer. War alles nur eine Lüge gewesen? Hatte ich mich selbst belogen? Hatte Kylo mit seinen Worten recht gehabt?, diese Fragen schwirrten durch meinen Kopf und erzeugten darin eine unsagbare Übelkeit.

Er wollte, dass ich mich schon jetzt entschied. Die Blase, in der ich gelebt hatte, war geplatzt und nun fühlte ich mich, als würde ich unter Wasser gedrückt werden und langsam ertrinken. Ich musste an etwas anderes denken.

Voller Hoffnung sog ich die Luft durch meine Nase ein und dachte, diese würde meinen Geist klar werden lassen. Das sie jene quälenden Gedanken, welche in einer endlosen Schleife durch meinen Kopf kreisten zur Ruhe bringen würden, doch dem war nicht so.

Die Last auf meinen Schultern wirkte wie Blei und machte es mir unmöglich tief Luft zu holen. Ich hatte das Gefühl es würde ein großer, schwerer Stein auf meinem Brustkorb ruhen und jeder Versuch gegen diese Barriere zu atmen schien zwecklos. Anstatt dessen japste ich nach Luft und presste sie kurz darauf mühsam wieder aus meinen Lungen.

Ich hatte das Empfinden jegliche Wärme wäre zusammen mit meinem Wunsch und dem Gedanken an mein Zuhause mit dieser aus meinem Körper geströmt. Ersetzt wurde sie durch eine Kälte, welche von innen heraus an mir zu nagen schien und nichts als eine merkwürdige Taubheit hinterließ.

Fest kniff ich meine Augen zusammen und konzentrierte mich darauf weiter zu atmen, doch auch dies schien nicht mehr wirklich zu funktionieren. Mehr als einmal hatte ich lähmende Angst gespürt, doch dieses Gefühl, welches sich jetzt in mir aufbaute, war mir gänzlich neu. Es war als würde ich die Kontrolle über alles verlieren - meinen Körper, meinen Verstand, mein Leben.

Instinktiv wollte ich zu der Kette an meinen Hals greifen und Halt darin finden. Doch da war nichts mehr und so griff ich mir fest an meine Brust und spürte wie erbarmungslos mein Herz gegen meine flache Hand zu hämmern schien. Unbarmherzig schlug es mir bis zum Hals, erzeugte einen Kloß darin und ließ das Blut in meinen Ohren rauschen. So sehr, dass ich nur noch dieses Geräusch vernehmen konnte.

Obwohl mir eiskalt war, fühlte ich wie sich langsam Schweiß in meinen Nacken sammelte.Ich wollte das alles nicht mehr. Diese ganzen schmerzhaften, verwirrenden Gefühle, diese Verantwortung, welche mir aufgebürdet wurde, ohne dass ich es gewollt hätte.

In diesem Moment hätte ich vor Wut und Verzweiflung am liebsten geschrien, doch ich konnte kaum noch atmen und so war das einzige, was meinen Mund entkam, ein ersticktes Keuchen.

Wegrennen, am liebsten würde ich wegrennen, doch es wäre sinnlos. Egal wie weit ich rennen würde, mein Schicksal würde mich wieder einholen. Die Kälte in meinem Inneren breitete sich unaufhörlich aus und mit ihr kam das Gefühl der Leere immer stärker zum Vorschein.

Mir wurde so kalt, dass ich das Bedürfnis nach Wärme nicht länger verdrängen konnte. Und so hob ich meine Hände und rieb mir damit über die Oberarme. Zuerst langsam und stetig, dann immer schneller und unkoordinierter, weil die Taubheit in meinem Inneren sich immer mehr ausbreitete. Warum hatte ich meinen Mantel auch nicht mitgenommen? Weil ich doch zurückkommen wollte - zurück zu ihm - oder wollte ich das etwa nicht mehr?

Mein Herz zog sich plötzlich krampfartig zusammen. Ganz so, als würde dieses sich gegen die dunklen, kalten Klauen, welches sich darum zu legen schienen, wehren. In seiner Verzweiflung schlug es immer schneller und das Gefühl Ohnmächtig zu werden kam immer näher.

Zu dem beißendem Schmerz in meinem Inneren gesellte sich ein eigenartiges Gefühl, welches ich kaum greifen konnte. Eine fremdartige Einsamkeit, gemischt mit tiefer Trauer und dem Gefühl alles verloren zu haben, wieder alleine zu sein, überkam mich. Es war nicht mein Gefühl, doch es war so stark, dass ich es nicht ausblenden konnte. Eher noch nahm ich es in mich auf, verdrängt damit zwar die Taubheit, aber die Heftigkeit dieser Gefühle übermannten mich.

Tränen stiegen in meinen Augen auf und umso mehr diese in meinen Augen brannten umso heftiger versuchte ich mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Nicht weinen, Sunja, nicht weinen. So stark ich auch versuchte Luft in meine Lungen zu ziehen, es gelang mir nicht... Wie Gift krochen diese Gefühle und Dunkelheit durch meinen Körper und ließ mich auf meine Knie sinken.

Wie ein kleines, hilfloses Kind hockte ich, inmitten der Wiese, auf meinen Knien, hatte die Arme fest um meinen Körper geschlungen und begann leicht vor und zurück zu wippen. Diese kleine Bewegung schien mich und meine Nerven wenigstens etwas zu beruhigen.

Kein Wunder, dass ich begann durchzudrehen.
Es war alles zu viel gewesen, zu viel war in dieser kurzen Zeit passiert. Und wer weiß was noch passieren würde...

„Grrr", kam es von dem Wookie hinter mir, doch ich hatte keine Ahnung was er wollte und es interessierte mich auch nicht wirklich.

Das Gefühl von Einsamkeit und Leere in mir wurde immer erdrückender, schnürte mir meine Kehle so sehr zu, dass ich Probleme hatte weiter zu atmen. Wie automatisch griff ich mir mit einer Hand an den Hals und versuchte mit der anderen irgendwie Halt am Boden zu finden.

Große Hände rieben stetig über meinen Rücken - hinauf und wieder herab. Sie erzeugten Wärme, doch nur äußerlich. Innerlich war es als wäre ich einen heftigen Schneesturm geraten. Meine Gedanken fuhren immer stärker Achterbahn und ich war kaum noch imstande meine Gefühle zu ordnen.

Bilder der Vergangenheit rasten durch meinen Kopf. Ganz so, als wollte mein Geist mir zeigen, was alles passiert war. Mir damit helfen wieder klar zu werden, doch sie verwirrten mich umso mehr.

„Grrr", wie unter Wasser hörte ich das ratlos wirkende Grummeln des Wookie. Er war so fern, so unwirklich wie die ganze Situation, in die ich geraten war. Warum musste mir das alles passieren? Ich hatte fort von Anon gewollt, doch nicht auf diese Art und Weise.Das Gefühl innerlich zerrissen zu werden ergriff zuerst meinen Geist und dann mein Herz.

Ruckartig riss ich die Augen auf und starrte auf unser Haus, welches auf einmal so viel weiter entfernt wirkte.

Wieder war das das Gefühl von Einsamkeit, Trauer und Verzweiflung, welches seinen Ursprung nicht in mir hatte. Wie eine tosenden Welle schwappte es über mich hinweg, nahm mir die Luft zum atmen.

Die Macht um mich herum schien zu vibrieren. Ihre goldenen Fäden tanzten um mich herum, schienen sich vor meinen Augen immer wieder neu zu ordnen. Sie erzeugten ein eigenartiges Gefühl in mir, welches sich kaum beschreiben ließ.

In meinem Inneren hatte ich das Gefühl, dass etwas passiert war was die Macht verändert hatte. Kylo, schoss es mir durch den Kopf, aber ich hatte keine Ahnung warum. So gut es ging, versuchte ich meinen Geist zu kontrollieren und hektisch Luft in meinen Lungen zu pressen.

Kraftvoll stieß ich mich mit meiner Hand vom Boden ab, stemmte meine Füße förmlich in die Erde unter mir und versuchte mich so aufzurappeln. Es kam mir vor, als hätte ich eine Ewigkeit gebraucht um mich aufzurichten und anschließend halbwegs sicher auf meinen zwei Beinen zu stehen. Doch was war schon Zeit? Ich hatte jegliches Zeitempfinden verloren und nicht einmal die geringste Ahnung wie lange ich im Gras gehockt hatte.

Schwankend kniff ich meine Augen zusammen und öffnete sie wieder. Weil das Haus vor mir, nein alles um mich herum immer mehr verschwamm und mein Sichtfeld von Dunkelheit ergriffen wurde, blinzelte ich immer heftiger.

Erst jetzt bemerkte ich wie merkwürdig still es um mich herum war. Selbst das Rauschen in meinen Ohren war verschwunden. Mein Körper fühlte sich merkwürdig taub an. So als wäre ich eine leblose, kalte Hülle - gefangen in einem surrealen, angsteinflößenden Traum aus dem ich mich nicht selbst befreien konnte.

Ein schrilles Lachen drang durch die Dunkelheit um mich herum und als ich mich herumdrehte, damit ich deren Ursprung ausmachen konnte, hatte ich das Gefühl von meinen Beinen gerissen zu werden.

Nun hatte ich gänzlich die Kontrolle über meinen Körper verloren. Ich fühlte mich als würde ich auf Wellen treiben und von ihnen wild herumgeworfen werden. Was um alles in der Galaxie passierte hier?

Pure Verzweiflung stieg in mir auf und ich tastete mit meinen Händen um mich herum. Hilflos versuchte ich in der Dunkelheit etwas zu suchen woran ich mich festhalten konnte, doch es war mir nicht möglich etwas zu finden. Nur noch schwer bekam ich Luft in meine Lungen gepresst. Mein Herz raste so heftig und unregelmäßig, dass ich befürchtete, dass jeder Schlag der letzte gewesen sein könnte.

Das Gefühl zu Fallen ergriff mich so plötzlich, dass ich zusammenzuckte und kurz darauf spürte ich einen leichten Schmerz an meinem Kopf. Gehauchte Wörter drangen an mein Ohr, doch ich verstand nicht, was man mir sagte. Immernoch fühlte ich mich taub und in meinem Körper gefangen.

Raue Hände fuhren unablässig über meinen Kopf, strichen fast schon zärtlich über mein Gesicht und brachten mich dazu wieder an die Oberfläche meines Bewusstseins zu kommen. Mit jeder Berührung nahm ich meinen Körper wieder mehr war. Ganz so, als würden jene Hände mich wieder zusammensetzen, mir von außen Halt geben und mich neu ordnen.

„Atmen. Sunja, Sicherheit...", Worte drangen bruchstückartig in meinen Geist und brachten die Dunkelheit dazu langsam zu verschwinden.

Ein Japsen drang an mein Ohr, gefolgt von einem merkwürdigen atemlosen Schluchzen. „Beruhige dich. Atme. Ruhig...", eine warme Hand legte sich mit leichtem, aber nicht zu festem Druck auf meinen Brustkorb und automatisch konzentrierte ich mich darauf gegen deren Gewicht zu atmen.

Mit jedem Atemzug wurde es leichter Luft zu holen. Mein Herz schlug nun weniger heftig gegen meine Rippe und das Rauschen in meinen Ohren schien stetig geringer zu werden.

„Es ist alles gut. Egal was es ist, was dir Angst macht, ich bin bei dir", flüsterte jemand an mein Ohr und fast zeitgleich schlug ich meine Augen auf.

Ich konnte die Person vor mir nicht erkennen, doch das bereitete mir überraschenderweise keine Angst. Wieder hörte ich den Wookie leise grummeln. Ich konnte ihn nicht verstehen, doch in meinen Ohren hörte es sich an, als wäre er besorgt.

Langsam, aber stetig verebbte die Kälte in meinem Inneren und machte dem Gefühl von Wärme wieder Platz. Sobald die Taubheit aus meinem Körper verschwand, spürte ich, dass ich auf etwas Weichem lag. Vorsichtig streckte ich meine Finger aus und fuhr leicht über den Stoff, welcher unter mir lag. Dieser fühlte sich rau und doch weich an.

Ich bin nicht mehr auf der Wiese, erschrocken, wollte ich mich aufrichten, doch sofort legten sich zwei starke Hände auf meine Schultern und drückten mich wieder zurück. Wo um alles in der Galaxie hatte Chewbacca mich hingebracht?

Innerhalb weniger Atemzug war ich alle Möglichkeiten durchgegangen, doch keine schien mir in diesem Moment erstrebenswert. Die Vorstellung auf meinen Bruder und Fia zu treffen, fühlte sich genauso unangenehm an wie Leia, Rey oder Poe zu begegnen.

Geradezu angstvoll kniff ich nun meine Augen zusammen und traute mich nicht diese zu öffnen. Obwohl es mir unwahrscheinlich erschien, wieder klar sehen zu können, wollte ich mich nicht eines Besseren belehren lassen.

Die Person vor mir schmunzelte hörbar und verwundert schüttelte ich meinen Kopf. Dieser Wookie schien wirklich schlau zu sein, oder er hatte mich nur durch Zufall zu ihm gebracht.

Bitte irre dich nicht. Bitte irre dich nicht, Sunja, betete ich innerlich und schlug meine Augen auf.

„Um alles in der Galaxie, Sunja. Was ist passiert? Du warst so tief weg, dass ich Angst hatte, du kommst nicht mehr zu Bewusstsein", sagte er doch anstatt etwas zu sagen, starrte ich nur erleichtert in seine braunen Augen.

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Ich bin schon sehr gespannt, ob euch das neue Kapitel gefällt. Wie immer freue ich mich über, Kritik, Anregungen und Wünsche für die nächsten Kapitel. Falls jemand von euch ein tolles Lied hat, welches mich beim Schreiben inspirieren könnte - immer her damit :-).

Liebe Grüße eure Endless Dream
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