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sunrise

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Annabeth Chase Jason Grace Nico di Angelo Percy Jackson Piper McLean Will Solace
16.11.2019
18.12.2020
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07.02.2020 3.077
 
Nico saß am Fuße einer Eiche, den Rücken an den Stamm gelehnt und blickte nachdenklich zu dem umliegenden Wald des Camps. Er hatte die Lichtung, auf welcher er sich befand, am dritten Tag seiner Ankunft in Camp Halfblood gefunden und jetzt diente sie ihm als willkommender Rückzugsort. Der Wald war so dicht, dass keine unerwünschten Blicke hin durchdringen konnten. Schon vor Jahren, als er verletzt gewesen war, weil Bianca auf einen Auftrag ging und ihn zurück ließ, hatte er sich oft hier verkrochen.  

Er seufzte leise und blickte auf den Apollosohn hinab, der seinen Kopf in Nicos Schoß gebettet und die Augen geschlossen hatte. Gedankenverloren fuhr er durch die blonden Haare seines Freundes. Es überraschte  ihn, dass der Heiler in seiner Gegenwart so entspannt sein konnte. Viele Halbgötter machten weiterhin einen großen Bogen um ihn, wenn sie sich im Camp zufällig über den Weg liefen. Andere wiederrum hatten mittlerweile begriffen, dass Nico nicht vor hatte einen von ihnen Umzubringen.

In seine Gedanken schlich sich wie so oft das Gesicht von Bryce Lawrence, der ihn mit blanken Entsetzten an geblickt hatte, als Nico ihn in die Unterwelt schickte. Er blickte wieder hinunter auf das entspannte Gesicht des Heilers und hoffte, dass Will ihn nie so ansehen würde. Die gebrochene Nase war wieder grade und all das Blut von ihrem Training verschwunden. Dafür jammerte Will schon den ganzen Morgen über den Muskelkater rum. Auch Nico hatte eine Verspannung im Bereich seiner Schultern, aber er wollte Will den Triumpf nicht gönnen, das ihr Training auch an ihm nicht spurlos vorbei gegangen war.

Sein Magen drehte sich um, als er daran dachte wie oft er Will hatte töten können, wenn sie sich in einem richtigen Kampf befunden hätten und dabei hatte er sich noch nicht einmal anstrengen müssen. Wills Stärke lag eben in der Heilung und Nico musste ihm zugestehen, dass er einiges an Ausdauer und Durchhaltevermögen besaß.

„Worüber denkst du nach?“, ertönte eine verschlafene Stimme von unten. Will hatte seine strahlend blauen Augen geöffnet und blinzelte müde. „Über Verschiedenes“, wich Nico aus, dann deutete er nach oben „kannst du mir sagen wie spät es ist?“ „Vielleicht so sechzehn Uhr, aber keine Garantie darauf“, Will blickte angestrengt zur Sonne empor. „Dann sollten wir zurückgehen, sonst vermisst uns noch jemand“, meinte Nico, zog den protestierenden Will auf die Beine und schob ihn vor sich her.

Als er seine Hand lösen wollte, hielt der Blonde sie fest und streckte ihm die Zunge raus. Nico konnte nur lachen wegen dieser Albernheit, die der Apollosohn malwieder an den Tag legte. „Na los eine Runde Ausdauertraining“, rief Nico seinem Freund zu und zog ihn in einem schnellen Tempo durch den Wald. „Du bist schrecklich, di Angelo“, hörte er Will lachen, aber er hielt gut mit. Kurz vor dem Waldrand gab Will seine Hand frei und Nico war dankbar dafür.

Erst vor einigen Tagen, hatte er sich eingestehen können, dass er in Will verliebt war und er war noch nicht bereit dafür, sich gleich dem ganzen Camp über zu offenbaren. Es reichte ihm schon, dass Katie sie von der Seite aus neugierig beobachtete. Auch Kayla, Austin, Piper und Annabeth hatte er im Verdacht, da sie erstaunlich oft zu ihm sahen, wenn Will auch nur in der Nähe war.

Kaum hatten sie einen Fuß aus dem Wald gesetzt kam auch schon Kayla auf sie zu gelaufen. „Ich habe euch schon die ganze Zeit gesucht“, keuchte die Apollotochter atemlos. „Was habt ihr denn die ganze Zeit im Wald gemacht?“. „Äpfel pflücken“ erwiderte Will knapp. „In einem Nadelwald, wie denn das?“, fragte Kayla und zog ihre Augenbraun zusammen „Und wo habt ihr die Äpfel.“ „Wir haben keine gefunden, Nadelwald eben“, sagte Nico und schaute Will, aufgrund seiner doch sehr schwachen Ausrede, vernichtend an. „Was ist denn los?“ fragte Will hastig und wich Nicos Blick geschickt aus. „Annabeth hat ein Gruppentreffen einberufen, an welchen alle dreizehn teilnehmen sollen.

„ Nur euch beide hat man seltsamerweise nicht gefunden“, erklärte Kayla und warf bei ihren letzten Worten ihrem Bruder einen Vorwurfsvollen Blick zu. „So eine Schande aber auch, da kann man nicht einmal in Ruhe Äpfel pflücken“, beschwerte sich Will und Nico verdrehte genervt die Augen. „Wann beginnt das Treffen denn?“, fragte Nico um Ruhe bemüht. „Eigentlich vor fünf Minuten im Haupthaus, ihr seid schon zu spät“, gab Kayla zurück, bedachte beide Jungen mit einem letzten Blick und entfernte sich dann.  

„Gut, dass wir uns beeilt haben“, meinte Will und wollte seiner Schwester schon folgen, aber Nico hielt ihn zurück. „Ich kenne einen schnelleren Weg“, ohne auf eine Antwort zu warten verschwand er mit dem Apollosohn in den Schatten. Fast Augenblicklich krallte Will sich schmerzhaft in seinen Arm. „Bist du Wahnsinnig, Neeks? Mir so einen Schrecken einzujagen“, fauchte der Heiler, als sie aus den wirbelnden Schatten wieder auftauchten. „Alles gut. Du kannst mich los lassen“, Nico verzog  Schmerzhaft das Gesicht. Will schnaubte nur wütend. „Hör auf mich so vorwurfsvoll anzustarren. Das war der schnellste Weg und das weißt du“, sagte Nico zu dem eingeschnappten Halbgott.

Im inneren des Haupthauses warteten die anderen Auserwählten Halbgötter schon auf sie. Die Esstische der einzelnen Hütten waren an den Rand geschoben und sie hatten einen Stuhlkreis in der Mitte gebildet. Will wandte sich demonstrativ von ihm ab und ließ sich neben Katie auf einen Stuhl nieder. Nico setzte sich auf der gegenüberliegenden Seite zwischen Jason und Travis. Als er seinen schmollenden Freund beobachtete konnte er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Er konnte Will einfach nicht ernstnehmen, wenn er wütend war. Der Heiler sah dabei einfach zu niedlich aus, mit dem betont verdrießlichen Gesichtsausdruck, der so garnicht zu ihm passte.

„Also wir haben mehrere Dinge zu besprechen“ fing Annabeth an und wollte fortfahren, aber Travis fuhr ihr in Wort „Genau wir sollten zu erst einmal einen Gruppennamen und Gruppenführer wählen“, ereiferte sich der Hermessohn. „Das war eigentlich nicht das was wir besprechen wollten“, warf Jason ein, aber keiner achtete auf ihn. „Genau, wir brauchen einen Anführer und vielleicht auch einen Stellvertreter“, stimmte Lou Ellen zu. „Ich verstehe aber nicht, warum ihr wählen solltet. Immerhin bist du, Clovis und Damien nur durch würfeln auserwählt worden“, wiedersprach Clarisse.

„Als wir mit der Argo gereist sind. Haben wir nie einen Anführer gebraucht“, verschaffte Piper sich das Wort. Aber Nico wusste, dass das nicht ganz stimmte. Jedenfalls hatte er bemerkt, dass sich die anderen an Jason und Percy orientierten und sich ihren Entscheidungen anschlossen. „Aber wie sind nicht ihr“, beschwerte sich Damien und lehnte sich mit verschränkten Armen zurück.  „Wir brauchen einen Anführer.“ Will legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Vielleicht reden wir erst einmal über die Themen, für die Annabeth uns zusammen gerufen hat und wenn dann noch Zeit ist über einen Anführer“, schlug der Apollosohn vor.  „Und über den Gruppennamen“, fügte Travis hinzu, verstummte aber als Katie ihn anfunkelte.

„Also wir haben heraus gefunden, wo der erste Gegenstand sein könnte. Heute Mittag haben wir eine Nymphe getroffen, die uns von einem sogenannten Wunderspiegel erzählte, den sie gesehen hatte“, erzählte Annabeth. „Den Spiegel meiner Mutter. In ihm sieht man immer genau so aus wie man es möchte“, warf Piper ein. „Und wo ist er?“, fragte Clovis mit schläfriger Stimme. „Circes Beautysalon Außenstelle Kiribati“, antwortete dieses Mal Percy mit seltsam verzogenem Gesicht. Annabeth warf ihrem Freund einen Mitleidigen Blick zu „Wir haben die Zauberin bereits einmal getroffen, damals hat sie Percy in ein Meerschweinchen verwandelt“, erklärte die Tochter der Athene. „Musstest du das erwähnen?“, fragte Percy peinlich berührt.

„Aber warum hat sie Aphrodites Spiegel?“ fragte Will verwirrt. „Keine Ahnung, aber wir brauchen ihn zurück“,  Piper lehnte sich entschlossen auf ihrem Stuhl vor. „Immerhin ist das ein Anfang“, stimmte Annabeth ihrer Freundin zu. „Da wir jetzt einen Hinweis haben, sollten wir bald aufbrechen. Am besten so schnell wie möglich, damit sich die Olympier nicht vorher die Köpfe einschlagen“, sagte Jason. „Leo ist die Argo soweit Start bereit?“

„Aber sicher“ sagte Leo mit einem breiten Grinsen. „Die Zimmer haben wir auch schon eingeteilt und zwar so dass möglichst niemand umgebracht wird“, sagte Lou Ellen „Annabeth und Percy, Jason und Piper, ich und Clarisse, Travis und Leo, Clovis und Damien, Katie und Nico“ zählte Lou Ellen auf. Überrascht schaute Nico zu Katie, die ihn frech angrinste und dann eine Geste zu Will hin machte, der sie wiederum misstrauisch musterte. Sie wollte wissen was zwischen ihm und Will lief, deswegen hatte sie sich bei ihm einquartiert, vermutete Nico.

Will blickte seine Freundin strafend an und murmelte ihr etwas zu, was Nico aber nicht verstand. „War es das jetzt, können wir einen jetzt einen Anführer ernennen?“, fragte Travis ungeduldig. „Wie gesagt ich denke nicht dass wir einen brauchen. Wir Vertreten alle einen Gott und sind somit gleichgestellt“, meinte Jason ruhig. „Aber dann kann es zu Missverständnissen kommen“, wiedersprach Clarisse und eine Sekunde später stritten die Halbgötter.

„Und wie wäre es, wenn wir auf der Reise keinen Anführer haben und Piper bestimmt dann auf Kiribati wie wir den Spiegel zu holen versuchen, immerhin ist es der ihrer Mutter und wenn wir wissen wo die anderen Gegenstände sind, kann der jeweilige Halbgott anführen“ schlug Nico zu und da er sich zum ersten Mal zu Wort meldete, hörten die anderen ihm zu. „Das ist eine gute Idee“, stimmte Annabeth erleichtert zu. „Was meint ihr?“

Die anderen nickten zustimmend. „Was ist jetzt mit dem Gruppennamen“, ungeduldig rutschte Travis auf seinem Stuhl herum. „Bitte gehe uns nicht jetzt schon auf die Nerven“, bat Damien und Katie nickte zustimmend, bis Will sie vorwurfsvoll in die Seite stieß und sie aufhörte. „Gruppe einfach super, finde ich gut“, grinste Leo. „Finde ich scheiße“, sagte Percy und bekam ein Tritt von Annabeth gegen sein Schienbein. „Wie wär es mit den dreizehn Verrückten“ fragte Travis. „Der Name ist überraschend passend“, murmelte Piper. „Mir so egal, nennt uns wie ihr wollt“, seufzte Annabeth an Rande ihrer Geduld. „Ich bin für Travis Vorschlag“ ereiferte sich Leo. „Also zwei Zustimmungen und elf Enthaltungen. Perfekt der Gruppenname steht“ Travis klatschte in die Hände. „Also wann geht’s los?“

„Am besten wäre gleich morgen früh“ sagte Annabeth. „Dann kann ich ja garnicht ausschlafen“, stöhnte Clovis. „Du kannst auf dem Schiff weiter schlafen. Wir werden bis Kiribati einige Seemeilen zurück legen müssen.“ meinte Percy. „Wie lange werden wir brauchen?“, fragte Lou Ellen. „Schwer abzuschätzen kommt darauf an, ob Wind und Meer uns gelegen kommen.“ Meinte der Sohn des Poseidons und erhob sich. Auch die anderen standen langsam auf. Nico beeilte sich, um als erstes zur Tür heraus zu kommen.

Er brauchte Zeit für sich alleine und so ging er im Schatten bis zu seiner Hütte. Sich gegen die geschlossene Tür lehnend, atmete er kurz durch. Immer noch waren ihn Versammlungen mit vielen Menschen zu wieder. Sie überforderten ihn einfach nach so vielen Jahren, die er alleine oder nur mit Toten verbracht hatte. Er war die Gesellschaft mehrerer Menschen einfach nicht mehr gewohnt. Sich aufraffend, lief er durch die dunkle Hütte und suchte seine Sachen zusammen, damit er das für den nächsten Tag schon einmal erledigt hatte. Ebenso wie Clovis war Nico ein Langschläfer durch und durch.  Auch wenn der nächste Tag wichtig war, Nico würde sich nur mit Mühe aus dem Bett kämpfen können.

An seiner Tür klopfte es leise, fast schon vorsichtig. „Komm einfach rein“, rief er, wissend wer vor der Tür wartete. Will schloss zaghaft die Tür hinter sich und sah sich stirnrunzelnd um „Ist ja echt… gemütlich hier.“ „Nicht wirklich“, gab Nico zu „derjenige der für die Inneneinrichtung zuständig ist, hat es mit dem Thema Tot vielleicht ein wenig übertrieben.“ Er machte eine Hand Bewegung zu den Sägen, die als Betten dienten und dem Hocker in Form eines Grabsteins.  

„Hast du schon einmal gefragt, ob du hier etwas ändern darfst?“ Will sah sich mit großen Augen um. „Nö, so sehr stört es mich nicht und außerdem sind die Särge bequemer als sie aussehen.“, Nico zuckte mit den Schultern. „Und dazu verdammt grusselig“, murmelte Will und ging in einem weiten Bogen um einen Sarg. „Man gewöhnt sich dran. Jason hat erzählt, dass er bei dem Donner, in seiner Hütte immer nicht einschlafen kann und außerdem fühlt er sich von der großen Statur seines Vaters gestalkt. So gesehen hab ich noch die bessere Hütte erwischt“, Nico stockte kurz, als Will seine Hände mit den seinen sanft umfasste. Sie waren so verdammt warm und schickten kleine Stromstöße durch seinen ganzen Arm.

„Wenn die Sonne auf die Apollohütte fällt, bekommen wir immer einen Augenschaden und alle zwei Sekunde stößt man gegen irgendein Instrument, aber eigentlich darf ich mich nicht beschweren. Ich mag meine Hütte“, murmelte Will und blickte auf ihre ineinander verschlungenen Finger. „Schweres Schicksal“, meinte Nico sarkastisch, schob Will ein wenig zurück und löste ihre Finger. Keine Frage er mochte den blonden Heiler sehr sogar, aber an den Körperkontakt musste er sich erst einmal gewöhnen.

„Warum bist du hier?“, fragte er und hoffte gleichzeitig, dass er nicht zu unhöflich klang. „Ich wollte wissen wie es dir geht“ besorgt ruhten die blauen Augen auf ihm „und ich meine nicht körperlich, sondern Seelisch. Du hast viele schlimme Dinge erlebt, die man nicht so schnell verarbeiten kann und nun musst du wieder auf einen Auftrag.“ Wills stimme war rücksichtsvoll und ungewöhnlich sanft, aber Nico nahm eine Ablehnende Haltung ein. „Es geht mir gut, Solace“, erwiderte er kühl.

„Das tut es nicht und das wissen wir beide. Du musst damit nicht alleine fertig werden. Ich möchte dir helfen, aber ich weiß nicht wie, solange du nicht mit mir darüber redest.“ „Ich möchte mit niemanden reden und auch mit dir nicht“, sagte Nico barsch und presste die Lippen aufeinander. Er konnte unmöglich mit Will über den Tartarus reden, über den Bronzekrug, über Bryce oder über Bianca. Der Heiler würde ihn danach nie wieder auf die gleiche Weise ansehen wie zu vor und das wollte Nico nicht riskieren.

„Okay“, meinte Will enttäuscht und unsicher sah er zu dem Hadessohn hinab. „Willst du, dass ich gehe?“ Nico schüttelte leicht den Kopf, setzte sich auf den Grabstein und zog den Apollosohn wieder näher. „Ich kann noch nicht darüber reden. Vielleicht werde ich das nie können, aber deine Anwesenheit hilf mir sehr und ich rede jetzt nicht von dem ganzen Heiler Gequatsche, das ist einfach nur nervig“, meinte Nico und nahm Wills vorwurfsvollen Blick gleichgültig zur Kenntnis. „Das Gequatsche“, Will verzog das Gesicht „ist sehr sinnvoll und wichtig.“ Der blonde ließ sich neben ihm nieder und lehnte seinen Kopf an Nicos Schulter. Egal was der Hadessohn sagte oder tat, Will ließ sich einfach nicht abschrecken. Möglichst unauffällig verbarg Nico sein Gesicht in den weichen blonden Haaren und sog den wundervollen Geruch ein. Verwundert blickte Will auf.  

„Bist du aufgeregt wegen Morgen“, fragte Nico, um seine Verlegenheit zu verbergen, an den Haaren seines Freundes geschnüffelt zu haben. „Ein wenig. Ich meine wir wissen nicht wo uns dieser Auftrag überall hinbringen wird“, nachdenklich blickten die blauen Augen zu ihm auf. „Es ist beinahe wie eine etwas gefährlichere Weltreise.“  Nico musste lachen wegen diesem Vergleich. Will lächelte leicht und lehnte seinen Kopf wieder an Nicos Schulter. „Du solltest öfters Lachen“, murmelte er an seiner Jacke.

Nico antwortete nicht und genoss still die Gegenwart des anderen und bemerkte wie Wills Wuschelkopf  gemächlich schwerer wurde. „Wenn du auf meine Jacke sabberst bist du tot, Sunshine“, warnte Nico, aber seine Stimme verlor einiges an Schärfe, als Will sein Gesicht an Nicos Hals drückte. Scheinbar wurden Nicos Drohungen nicht mehr ernst genommen. „Wie spät ist es?“, murmelte der Apollosohn. „Die Sonne ist schon untergegangen, am besten gehst du in deine Hütte, deine Geschwister warten sicherlich schon“, schlug Nico vor, auch wenn es ihm nicht behagte Will gehen zu lassen.

„Ach die schlafen schon längst“, winkte Will gähnend ab. „Geht ihr immer schlafen wenn die Sonne nicht mehr scheint? Und steht auch mit dem ersten Licht wieder auf“, spöttelte Nico. „Nein“ beschwerte sich Will „Das ist ein weit verbreiteter Mythos, Apollokinder können auch länger aufbleiben.“ „Und doch schlafen bei euch schon alle und auch du warst kurz vorm einnicken“, grinste Nico. Will wandte ihm demonstrativ den Rücken zu und antwortete nicht. „Bist du jetzt wieder eingeschnappt?“, fragte Nico und verdrehte die Augen. „Und wenn es so ist, ist es deine Schuld“, Will drehte sich um und pikste ihm  auf die Nasenspitze. Nico warf ihn einen bösen Blick zu, aber Will zog nur die Augenbrauen provokant in die Höhe. Fehler.

Nicos Gestalt verschwamm beinahe, als er aufsprang, so schnell bewegte sich der Hadessohn. Leicht brachte er den überrumpelten Apollosohn zu fall, wobei er aufpasste, dass dieser sich nichts brach. Nico wollte nicht noch eine gebrochene Nase. Er setzte sich auf den Bauch des Blonden und hielt die Hände neben dessen Kopf fest. Will versuchte derweil sich die hellen Haare aus den Augen zu pusten. „Was soll das denn jetzt“, lachte der Heiler. „Ich halte dich fest, bis du dich entschuldigst“, meinte Nico, während er sichtlich Mühe hatte, die Hände seines Freundes festzuhalten. „Wenn du grade  versuchst bedrohlich zu sein. Das klappt nicht“ lachte Will, befreite eine seiner Hände und schob den kleineren von sich herunter und setzte sich auf.  

„Es tut mir furchtbar leid, wenn ich euch nicht mit dem nötigen Respekt behandelt habe, großer Geisterkönig“, grinste Will und rutschte näher an Nico heran. „Wenn du erlaubst würde ich jetzt gerne schlafen gehen. Wir haben morgen viel vor“, seine Stimme wurde immer leiser, bis hin zu einem sanften flüstern. Nico versank tief in den blauen Augen seines Freundes. Vorsichtig umfasste er das samtene Gesicht mit seinen Händen. Will legte kurz die Lippen auf die seinen „Schlaf gut.“ Dann zog der Sohn der Sonne sich zurück. Nicos Hals zog sich schmerzhaft zusammen, als ihn wieder die Angst überkam, dass dem Heiler etwas zu stoßen konnte. Er antwortete nicht sondern zwang sich zu einem einfachen lächeln.  

„Bis morgen, schlaf nicht zu lange“, verabschiedete sich Will und trat aus der Tür hinaus. „Ja“ meinte Nico knapp. Er sah dem Blonden noch nach wie er im Schatten der Hütten zu seiner Hütte huschte, dann schloss er die Tür. Was er nicht alles geben würde um zu wissen, was sie auf der Reise noch alles erwarten würde.

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Hey, ich hoffe, dass das Gespräch der Halbgötter nicht zu verwirrend war, aber ich wollte so gut wie möglich jeden Charakter einbringen. Ich freue mich sehr über die Empfehlungen, Reviews und Favos, die ich bekommen habe. (Auch wenn ich Rechtschreibfehler übersehen habe, könnt ihr mir sie gerne schreiben. Nur so werde ich besser) An alle die das lesen, ein schönes Wochenende.
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