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one minute

von Rockbar
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
15.11.2019
22.05.2020
2
2.248
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Dieses Kapitel
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15.11.2019 915
 
Hier folgt nun eine kurze Geschichte zur aktuellen Lage.
Wie viele von euch wissen, waren die Tickets zur anstehenden Ärztetour nach einer knappen Minute ausverkauft.

Ich selbst habe kein Ticket bekommen und möchte mit dieser Fanfiction auch andere trösten, denen es ähnlich erging.
Vorab möchte ich euch aber an einigen meiner Gedanken teilhaben lassen. Ihr könnt unabhängig von dieser Geschichte gerne dazu eure Meinung schreiben.

1. Ich kann verstehen, dass der Ansturm nach 6 Jahren Pause groß ist. Was ich nicht verstehe, ist die kurze Zeit, in der die Tickets nicht mehr verfügbar waren. Ich gehe davon aus, dass hier bots im Spiel waren (Computerprogramme, die einen Kauf beschleunigen). Diese These wird dadurch verstärkt, dass diese Tickets kurz darauf zu unverschämten Preisen auf ebay verscheuert wurden. Ich habe nichts gegen ebay und wenn man krank wird, ist das eine lukrative Option, damit man die Konzertkarten weiterverkauft. Hier ist es aber schon sehr offensichtlich, dass man Tickets nur kaufte, um sie später fürs doppelte zu verticken. Das ist kriminell, moralisch total daneben und überaus bedenklich!!!

2. Mir ist nicht ganz klar, wie es sein kann, dass zur Zeit, in der der Verkaufsstart stattfinden sollte, schon alle Tickets verkauft sind. Freunde haben dokumentiert, dass der Ticketstart schon  Minuten zuvor stattfand, was nicht gerade fair ist. Wenn es heißt, um 17 Uhr, kann man das Ticketportal nicht um 16:58 Uhr öffnen.

3. Ich weiß, dass die Ärzte damit gegen den Schwarzmarkt steuern wollten, indem sie nicht bei eventim verkaufen. Meiner Meinung nach, haben sie hierdurch aber das Gegenteil erreicht, da sich die Schwarzhändler nun nur auf ein Portal konzentrieren und dadurch Menschen an Tickets gekommen sind, die sie rein aus Profitgier erworben haben. Das ist ein Stich ins Herz für echte Fans.

Fazit für mich: Ich finde die gesamte Vorgehensweise arg bedenklich und als Ärzte Fan halte ich es für sehr schade, dass die Band wie die Rolling Stones zu einer Massenband verkommt. Erste Ansätze wären Tickets bei kleinen Veranstaltern vor Ort zu hinterlegen. Beispiel: Wenn sie in Hannover spielen, bekommen eben auch Reisebüros oder lokale Konzertkassen Tickets. So, wie es früher einmal war.
Ich kann damit leben und werde wohl darüber hinweg kommen nicht bei der 2020 Tour dabei zu sein. Die Vorgehensweise finde ich dennoch nicht in Ordnung.  Ich kenne andere Zeiten...

Und nun viel Spaß mit meiner Story!



________________________________


-Jule-

„Die Tickets sind ausverkauft.“

„Nicht dein Ernst?“

Entsetzt sah ich von meinem Laptop auf meinen Freund, während mir die Tränen in die Augen traten. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah.
Binnen einer Minute waren die Karten weg. Ich war nicht einmal mehr zur Option des Warenkorbs gekommen.

Die nackte Realität traf mich wie ein Tritt in die Magengrube.
Die kommende Ärzte Tour würde ohne mich stattfinden.

Jannes sah mich mitfühlend an, doch sein Blick sollte es nicht besser machen.

Zum ersten Mal hatte ich das Geld aus eigener Tasche erarbeitet und musste dafür nicht meine alleinerziehende Mutter oder meine Freunde anbetteln, weil mein klammes Studentenbudget es kaum hergab und dann bekamen wir nicht einmal eine Karte für die anstehende Tour.

Mein Freund trug es mit Fassung. Ganz im Gegensatz zu mir.

„Sieh mal, Schatz. Dann gönnen wir uns eben was anderes“, aber ich sah ihn nur an, als hätte er mich zu seiner  persönlichen Beerdigung eingeladen.

„Was anderes?“, hauchte ich ihm sarkastisch entgegen und hoffte immer noch jeden Moment aus diesem Alptraum zu erwachen.

„WAS ANDERES?“, wiederholte ich lauter und war von der Couch aufgesprungen, was Jannes mit überraschtem Blick quittierte.

„Ich will nichts Anderes. Ich will diese Band sehen“, herrschte ich ihn mit Tränen in den Augen an, weshalb er nun vollends überfordert wirkte.

Frustriert stellte ich den Laptop auf unserer Couch ab (auch um ihn vor Wut nicht aus dem Fenster zu schmeißen). Anschließend lief ich stumm heulend zu meinem Smartphone, auf dem sich die Ersten meiner Freunde bereits ausgelassen über ihre erworbenen Tickets freuten. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Es schien, als hätten alle Karten, nur ich selbst nicht!

„Wer weiß wie lange die Jungs überhaupt noch in dieser Form zusammen spielen. Farin, Rod und Bela sind ja auch nicht mehr die Jüngsten“, murmelte ich mit zittriger Stimme, was meinen Freund zu einer spontanen Entscheidung anspornte. Konzentriert schnappte er nach unsrem Laptop und übernahm die Funktion des Krisenmanagers.

„Ach was, noch sind ja nicht alle Messen gesungen. Vielleicht werden wir auf ebay fündig“, kam es von Jannes, ehe eine langanhaltende Pause folgte.
Eine Pause, die mich nach wenigen Minuten stutzig machte, denn so lange hatte ich meinen  Freund nur ein einziges Mal Inne halten sehen. Und das war an dem Tag, an dem seine Eltern ihm die Scheidung verkündet hatten.

„Krass“, murmelte mein Verlobter ungläubig und schüttelte dann fassungslos mit dem Kopf, während ich mich nach der ersten Verdauung des Schocks neben ihn setzte.

„500 Euro als Startpreis. Die, die so was kaufen, müssen komplett irre sein.“

Schon wenige Minuten nach dem Verkaufsstart wurden die ersten Tickets zu unverschämten Preisen auf ebay verscheuert. Und das nicht in Ausnahmefällen. Nein, es wimmelte von angebotenen Tickets zu Preisen, die jenseits von Gut und Böse waren.

Das abrupte Klingeln meines Handys riss mich aus meiner Schockstarre.

Es war Dirk, mein Kollege. Nachdem ich nicht abgenommen hatte, legte er mit einer whatsapp Nachricht nach.

„Jule, wo bleibst du? Unser Meeting beginnt in einer halben Stunde.“

Frustriert schmiss ich mein Smartphone auf die Couch, ehe ich schweren Herzens nach meinem Mantel griff und in meine Schuhe schlüpfte.
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