Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Tales of... Fairytales

von GhostData
OneshotHumor, Parodie / P16 / MaleSlash
Alice Aster Colette Brunel Decus Lloyd Irving Zelos Wilder
15.11.2019
19.12.2019
4
8.479
2
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
29.11.2019 1.512
 
'Rapunzel' und die verbrannten Extensions




In Hima lebten vor langer Zeit – eigentlich vor gefühlten drei Tagen – zwei Betrüger, welche sich als Decus‘ Eltern ausgaben. An und für sich war das zwar ziemlich gemein, doch der junge Mann schmiedete ohnehin bereits so einige Pläne, wie er von diesem angeblichen Zuhause wegkommen könnte. Dieses Vorhaben sollte sich sogar schon bald verwirklichen, als seine angebliche Mutter plötzlich ganz dringend einen Stein der Weisen benötigte. Wahrscheinlich wollte sie ihn verkaufen, doch das wusste nicht einmal ihr betrügerischer Partner, welcher eben jenen Stein unbedingt aus der Kapfestung holen sollte.
Warum er diesen Stein der Weisen nicht einfach von jedem beliebigen anderen Ort holen konnte, wusste im Übrigen auch niemand, nicht einmal die Autorin.

Somit wurde der namenlose Betrüger losgeschickt, um einen Stein der Weisen aus der Kapfestung zu holen. Hätte er die Wahl gehabt, hätte er es wahrscheinlich nicht einmal gemacht, doch seine Partnerin musste ja unbedingt eine Szene machen und meinen, dass sie grauenhaft krepieren und ihm auf ewig eine Szene machen würde, wenn er ihr den blöden Stein nicht holt. Also hatte er nicht einmal eine Wahl. In aller Eile machte sich der Betrüger also auf den Weg – wenn man das denn so nennen konnte da er sowohl für den Hin- und Rückweg jeweils mindestens zwei Tage benötigte. Selbst wenn er irgendwann einmal einen Rheaird geklaut hatte, ändere das nicht viel. In der Kapfestung, schnappte er sich den Stein der Weisen und verschwand, zu seinem Glück, ungesehen. Wieder zuhause angekommen, übergab er der Frau den Stein und sie synthetisierte sich gleich ein Spezialgummi daraus. Das war sehr logisch, zumal sie eine Statue daraus hätte herstellen können, doch belassen wir es dabei, die Frau war eben nicht die Schlauste und ihr Partner konnte darüber auch nur den Kopf schütteln.

Scheinbar reichte ihr das Spezialgummi jedoch nicht aus, weswegen sie ihren Partner schon nach ein paar Tagen wieder in die Kapfestung schickte, nur um etwas noch Sinnloseres zu beschaffen. Dieses Mal bestand sie darauf, das ihr Partner Richters Brille stahl, da sie gehört hatte, eben jener sei ohne sie so blind wie ein Maulwurf. Was sie jedoch damit wollte, blieb für immer ungeklärt. So musste sich der angebliche Vater auch schon gleich am nächsten Tag auf den Weg machen, da sie ihm wieder mit einer schrecklichen Szene drohte, welche sein ganzes Leben lang anhalten sollte. Schnaufend ging er erneut zur Kapfestung und suchte Richter auf, welcher zu diesem Zeitpunkt schlief, da sie dieses alte Gebäude zum neuen Vanguard-Stützpunkt ernannt hatten. Jedoch musste er feststellen, dass der Brillenträger nicht allein war, sondern eigentlich gerade von Brute zur Nachtwache geweckt werden sollte. Somit wurde er dieses Mal entdeckt.
„Ein Eindringling!“, meinte Brute augenblicklich und der Betrüger wurde sogleich von Vanguard-Soldaten umstellt.
„Es tut mir leid!“, versuchte der vermeintliche Dieb sich gleich zu erklären, „Meine Partnerin wollte unbedingt Richters Brille, ich weiß doch selbst nicht warum! Aber wenn ich sie ihr nicht bringe, dann macht sie mir vor allen Leuten eine Szene und darauf habe ich wirklich keine Lust!“

Brute seufzte und hielt sich die Stirn. Dann sah er zu Richter, welcher durch den ganzen Tumult bereits aufgewacht war, und bat ihn aufzustehen. Das tat dieser schließlich auch und blieb vor Brute stehen.
„Gib mir bitte deine Brille, ich kaufe dir auch eine Neue.“, meinte Brute seufzend und Richter sah ihn fragend an.
Er gab ihm die Brille, wenn er auch nicht verstand wieso und der Mann überreichte dem Betrüger die Brille.
„Hier, aber dafür schuldest du mir etwas.“, meinte der Anführer Vanguards, „Hast du vielleicht jemanden, der uns beitreten kann, als Gegenleistung?“
Sofort nickte der Betrüger, packte die Brille ein und versprach Brute, ihm Decus zu schicken. Damit war dieser dann auch zufrieden und ließ ihn gehen.

Wieder in Hima erzählte er seiner Partnerin gleich davon, achtete aber nicht darauf, das Decus in diesem Moment zuhörte und daraufhin, da dies sowieso Teil seines Planes war, zur Kapfestung aufbrach und sich Vanguard anschloss. Die Frau brauchte die Brille im Endeffekt übrigens nur aus Modezwecken und niemand trug eine stylischere Brille als Richter. Einige Jahre lang arbeitete er für Vanguard, bis Brute meinte, das an der Kapfestung dringend Umbauarbeiten getätigt werden müssten, was beinhaltete, das der Haupteingang verriegelt wurde und alle Mitglieder Vanguards nun über ein kleines Fenster im Obergeschoss hineinkommen mussten. Jedoch galt dies nur für die hochrangigen Mitglieder. Magnar und Hawk mussten sich Zelte im Hof der Kapfestung aufschlagen – aber nicht weil die Autorin die beiden nicht mag, sondern weil sie das Passwort nicht wussten. Dieses Passwort lautete, banal wie es auch klang ‚Eau de Seduction‘. Immer wenn Brute oder Richter dies riefen, musste Decus sich Extensions in die Haare flechten und aus ihnen ein Seil binden, damit die beiden hochklettern konnten.
Warum sie es sich so schwer machten?
Nun, Sicherheit ging wohl vor Logik in diesem Fall.

So ging es einige Wochen gut, bis sich Vanguard eines Tages ein neues Mitglied anschloss, welches auch aus Hima stammte. Zu diesem Zeitpunkt wusste Decus noch nicht, das dieses Mitglied Alice war, seine große Liebe aus Kindertagen. Da Alice das Potenzial hatte, gleich ein hochrangiges Mitglied zu werden, wurde ihr natürlich auch das Passwort verraten und so machte sie sich auf den Weg zu dem kleinen Fenster, blieb darunter stehen und rief:
„Decus, du Idiot! Lass mir dein Haar herunter, ich weiß, dass das Passwort Eau de Seduction lautet!“, rief sie.
„Oh, liebste Alice! Das würde ich ja gern, aber meine Haare sind nicht von Natur so lang. Ich muss mir erst die Extensions einflechten!“, rief der Violetthaarige zurück und die Blonde klopfte ungeduldig mit dem Fuß auf den Boden.
„Geht das nicht ein wenig schneller?“, forderte sie, doch nein, es ging leider tatsächlich nicht schneller.
Vor allem, wenn man sich überlegte, das Decus sich meterlange Extensions einflechten musste. Wer eben jene kämmen und entknoten musste, hatte wirklich ein verdammtes Leben. Wenigstens mussten sich darum weder Hawk noch Magnar oder gar Decus selbst kümmern.
Wozu gab es denn neue Angestellte bei den Vanguards?

Nachdem er es endlich hinbekommen hatte, die Haare herunterzulassen, kletterte Alice zu ihm hinauf. Der Violetthaarige war unglaublich froh, die junge Halbelfe wiederzusehen.
„Was sollen eigentlich diese ganzen Umstände? Es ist doch nervtötend immer hier hochklettern zu müssen!“, beschwerte sich die Blonde und Decus hätte ihr gern geholfen, wäre er denn dazu imstande.
Doch er durfte dieses Zimmer nicht verlassen, hätten doch jede Sekunde Richter oder Brute zurückkehren können.
„Was das soll, kann ich dir auch nicht sagen, ich weiß nur, dass der Haupteingang nun schon seit einigen Wochen verriegelt ist.“, gab er ihr wieder und Alice schüttelte den Kopf.
„Das ist doch vollkommener Unsinn! Als wäre es so sicherer, du solltest einfach gehen und sie zu der Einsicht zwingen, das sie diese blöde Tür wieder öffnen. Ganz ehrlich, ich habe keine Lust, jedes Mal hier hochzuklettern.“, schnaufte Alice und Decus nickte augenblicklich.
„Wenn es dein Wunsch ist, liebste Alice, werde ich sie unten stehen lassen! Aber damit es nicht so auffällt, muss ich schon noch ein paar Tage warten. Ich will nicht, das sie dich verdächtigen.“, gab er ihr wieder.

So wartete Decus einige Tage lang und ließ sowohl Alice, als auch Brute und Richter immer wieder hinauf- und herunterklettern, bis er sich dann eines Tages versprach, als die beiden gerade zu ihm heraufgeklettert waren.
„Irgendwann werdet ihr wieder die Tür benutzen müssen und dann verschwinde ich zusammen mit meiner liebsten Alice!“, nuschelte er, doch nicht leise genug, um das die beiden es nicht hörten.
Zu diesen Worten sagte Brute jedoch erst einmal nichts und wartete bis zum Abend, bis Decus sich die Extensions aus den Haaren entfernt hatte, und schlich sich zusammen mit Richter in sein Zimmer. Dort angekommen schnappte er sich ohne Umschweife die frisch gekämmten Extensions und warf sie aus dem Fenster. Natürlich hatten sie damit nicht bedacht, dass auch sie nicht mehr hinaufkamen. Immerhin wollten sie eigentlich nur, dass Alice nicht mehr nach oben kam, sie hatte ihm ja auch den Floh ins Ohr gesetzt. Durch den ganzen Lärm geweckt, setzte Decus sich auf und bekam gerade noch mit, wie Richter dazu befehligt wurde, Eruption – das war immerhin auch ganz und gar nicht übertrieben und verbrauchte einiges an TP – auf die Extensions zu wirken, welche nun im Hof der Kapfestung, zwischen den Zelten von Magnar und Hawk lagen. Richter wirkte den Zauber ohne Umschweife und Decus konnte nur noch dabei zusehen, wie sie verbrannten und die halbe Umgebung gleich mit. Aus dem Schlaf gerissen, stürmte Hawk aus seinem Zelt und rief nach seinen Unterstellten.
„Männer! Es brennt, ich höre es mit meinen eigenen Augen!“
Weil dies allein der Logik wegen so gut funktionierte.

Nur wenige Augenblicke später bemerkten die beiden Vanguards endlich, dass sie nun die Tür wieder öffnen mussten und somit hatten alle ihren Willen bekommen. Alice musste nicht mehr durch das Fenster klettern, Hawk und Magnar konnten endlich wieder nach drinnen und – weit voneinander entfernt – ihren Aufgaben nachgehen. Decus derweilen konnte auch endlich seiner sich selbst auferlegten Bestimmung nachgehen und Alice bei allem dienen, was sie tat, in der Hoffnung, irgendwann ihr Partner zu werden.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast