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Eine neue Gefahr

von NiallMtG
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
15.11.2019
28.11.2019
8
23.494
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15.11.2019 1.364
 
Die Herbstsonne viel durch die großen Scheiben des Thronsaals, Randor betrachtete durch diese nachdenklich die Laubbäume die im Schlosspark standen. Ihre Blätter hatten sich schon verfärbt und tönten den Park in ein zauberhaftes gelb/rot. Zwei der Schlossgärtner fegten schon fleißig das hier und da gefallene Laub zusammen. Eine kalte Nacht, etwas Wind und der Herbstzauber wäre verflogen und das Laub von den Bäumen, aber danach sah es zur Zeit nicht aus, es schien als wenn dieser Herbst noch einige schöne Tage zu bieten hätte. Der Himmel war blau und keine Wolke war zu sehen. Der Blick des Königs fiel zwar nach draußen doch er nahm von dem Treiben im Park und den Bäumen wenig wahr. Seine Gedanken kreisten um andere Dinge, wichtige Entscheidungen waren zu treffen und sie sollten noch heute getroffen werden.

„Randor!“ die wuchtige Tür zum Saal öffnete sich und Man At Arms trat herein, die beiden Männer waren die einzigen Personen im Raum, ansonsten hätte Duncan niemals auf die Förmlichkeiten verzichtet und den König so angeredet. Beide verband eine lange Geschichte, viele Schlachten die man geschlagen hatte, viele Gefahren die man zusammen abgewendet hatte, nicht immer ging alles gut aus, doch stets hatte man das Gefühl gehabt die Oberhand vor den Feinden zu behalten. Mit den Jahren war der Waffenmeister mehr geworden als die rechte Hand des Königs und Erfinder unzähliger Waffen, Fahrzeuge und technischer Spielereien. Es verband sie eine ehrliche Freundschaft die genügend Respekt bewahrt hatte um auch unangenehme Dinge offen aussprechen zu können.
Der Saal als solches war prunkvoll ausgestattet, der Thron des Königs stand auf einer hölzernen Empore, zwei lange Tischreihen standen sich parallel gegenüber mit goldverzierten Stühlen. Reichverzierte Säulen trugen die Decke und die Sprossenfenster ließen genügend Licht ein um den Saal am Tag zu erhellen, einen prächtigen Blick auf den Park zu geben und die dahinterliegende Stadt Eternis. Hinter dem Thron waren ebenfalls Glasfenster und eine Glastür die auf einen großen Balkon führte, auch dieser war inzwischen schon winterfest gemacht worden, vielleicht zu früh, so war der Balkon inzwischen fast leer, nur noch ein Tisch und ein paar Stühle waren zu finden.
Die Wände auf der gegenüberliegenden Seite der Fenster waren mit prunkvollen Schmuckteppichen behangen, auf ihnen waren die Heldentaten König Randors und der anderen Masters eingewebt, mit Glück würde hier beim nächsten Sommerwendenfest ein neuer Teppich aufgehängt werden. Man würde leben im Saal haben, Barden würden spielen, die Köche die edelsten Speisen auftrumpfen, Wein aus der Altararegion würde fließen und der neue Teppich würde enthüllt werden. Auf ihm die nächste Heldentat des Königs und seiner Masters prangen. Der Sieg über Hordak, die Rettung vom Königreich Etheria durch König Randor von Eternia.

„Stratos kommt mit Neuigkeiten, ich habe ihn kurz gesprochen, er war ziemlich entkräftet, aber es sind gute Neuigkeiten…“ Der Waffenmeister hielt kurz inne bevor er hinzufügte: „Also gut im Vergleich zu den bisherigen Nachrichten der letzten Tage.“ Der König nickte und ging zum Balkon, wie immer würde Stratos über diesen kommen.
„Ich bin froh wenn wir endlich eine Chance haben dies alles zu beenden und Hordak dafür bezahlen zu lassen was er uns antat, wir müssen Königin Angella helfen.“
Man at Arms nickte „Die Mobilmachung ist fertig, wir können quasi in wenigen Stunden aufbrechen.“
Wie aufs Stichwort landete Stratos, der letzte Vogelmensch auf dem Balkon und wurde vom König persönlich eingelassen. Der Vogelmensch kniete sich im Saal vor den König senkte das Haupt und sagte gebührend „Mein König“ als Begrüßung.
„Steh auf Stratos“ sagte dieser schlicht „Die Zeit eilt, was hast du herausgefunden?“
Der Kundschafter tat wie im befohlen und erhob sich. „Dank des Jetpacks von Man At Arms konnte ich schneller fliegen als ich es für möglich gehalten hätte. Ich war in Etheria bei Königin Angella, sie erbittet unsere Hilfe. Die Horde macht mobil und befindet sich auf den Weg zu ihr.“
Der Waffenmeister atmete schwer aus. „Der Teufel macht also ernst…“
„Hatten wir dies nicht immer gewusst?“ fragte Randor in den Raum, erwartet aber keine Antwort: „Hordak hat ein Zweifrontenkrieg begonnen, er will eine Front nun besiegen, Etheria, danach wird er sich sammeln und uns angreifen, wir müssen dies verhindern!“
„Die Königin hat Teile ihres Hofstaats schon in die Whispering Woods verlegt, für den Fall dass sie der Horde nicht standhalten kann, das Hauptheer zieht gen Westen, kleinere Truppenverbände schickt Hordak von Nord und Süd entgegen um die Hauptstadt einzukesseln. Angella kann einer Belagerung wohl mehrere Wochen stand halten, aber sie braucht Hilfe.“
Randor strich sich nachdenklich mit der Hand über den Bart. „Hmm“ brummte er „Ich bin nicht glücklich über die Situation, Hordak ist kein Idiot, ihm wird klar sein dass wir zur Hilfe kommen, das riecht nach einer Falle.“
Der Waffenschmied nickte zustimmend: „Das stimmt aber welche Wahl haben wir denn sonst? Wir müssen helfen!“
Randor legt den Kopf schief und meinte „Müssen wir?“
„Mein König?“ fragte Stratos überrascht.
„Versteht mich nicht falsch, wir werden helfen, Etheria darf nicht fallen, aber wir helfen nicht so wie Hordak es vorhersieht und wie Königin Angella es sich wünscht. Unsere Truppen werden nicht nach Etheria verlegt, Hordak hat große Teile seines Heeres abgezogen, er wollte einen Zweifrontenkrieg haben und den kriegt er jetzt. Wir marschiere in die Fright Zone ein und zerstören dort die Werke in denen Hordak seine Trooper baut, damit kriegt er keinen Nachschub mehr, er wird, wenn er unseren Plan durchschaut Truppen aus Etheria abziehen was Angella mehr Zeit verschafft und wir entgehen der von Hordak gestellten Falle.“
Während der Waffenschmied nicht überzeugt wirkt war Stratos von dem Plan schnell begeistert. „Wenn wir das Hinterland der Fright Zone von der Horde zurück haben könnte es sein dass sich die Horde so zersplittert dass wir tatsächlich eine Chance auf den Sieg haben!“
„Außer wenn genau das die Falle ist, letztlich machen wir nichts anderes als Hordak.“ Gab Man At Arms zu bedenken. „Wir rücken mit unserem Heer aus und lassen Eternis schutzlos zurück…“
Der König machte eine Handbewegung die verdeutlichen sollte dass er seine Entscheidung getroffen hatte: „Sowohl Stratos als auch Mekanek haben die Hordetruppen im Auge, kein Heer ist in Eternia und die Fronten zur Fright Zone sind gesichert. Außerdem werden nicht alle Master mitkommen. Ram Man bleibt zum Schutz hier, mit einer schlagfertigen Truppe, auch die Schüler bleiben hier.“
„Das wird Teela gar nicht gefallen…“ seufzte der Waffenschmied der seine Tochter nur zu gut kannte.
„Teela ist eine tatkräftige Frau geworden und würde uns gut nützen, aber genau deshalb soll sie hier mit Ram Man bleiben, als Verteidigung für die Stadt und das Reich.“
„Und euer Sohn?“ fragte der Waffenschmied mit einem so beiläufigen Tonfall dass sogar der König ein Lächeln nicht unterdrücken konnte.
„Du kennst die Antwort“ erwiderte der König, der Waffenschmied winkte ab.
„Ihr traut ihm zu wenig zu, seit er im Training ist hat er sich gemacht, er ist ein verdammt guter Schwertkämpfer geworden und kann inzwischen auch gut schießen, wäre es nicht an der Zeit ihn mitzunehmen und sich beweisen zu lassen.“
„Duncan…“ Die Stimme des Königs klang ernst. „Ich schätze dich als Freund, aber wir jagen hier keine Banditenhorde, wir sind im Krieg. Adam ist nicht wie Teela, er liest viel, bildet sich und ja er macht Fortschritte, er ist aber kein Kriegsherr, ich bin sicher dass er eines Tages ein guter König werden wird, aber diese Zeit ist noch nicht gekommen. Außerdem, stell dir vor wenn wir versagen, Hordak hätte sein Ziel erreicht und mich und alle meine Kinder getötet. Wenn wir nicht wieder kommen ist Adam die letzte Hoffung des Reiches.“
„Mein König, wir sind die Masters oft the Universe, wir siegen immer! Hordak wird den Tag verfluchen als er zurück kam und uns herausgefordert hat!“ Stratos Stimme klang fest und zuversichtlich.
„Ja, wir werden siegen, aber ruhe dich erstmal aus mein Freund, heute Nacht werden wir losziehen und du hast ein langen Weg hinter dir, wir brauchen dich und deine wachen Augen.“ Der Vogelmensch nickte anerkennend, verabschiedete sich und ging auf dem Weg auf den er gekommen war. Man At Arms und der König redeten noch eine ganze Zeit über verschiedene Dinge die noch zu tun waren, wer wo eingesetzt würde wie viele Battle Rams in der Stadt bleiben würden und ähnliches was in ihrer Abwesenheit geregelt sein musste.
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