Honesty

von Liany
OneshotRomanze / P18 Slash
Jungkook V
15.11.2019
15.11.2019
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Sei ehrlich zu dir selbst!


„Bist du jetzt endlich fertig?“, beschwerte sich Jimin, der auf meinem Bett lag und sein Smartphone in der Hand hielt. „Wir müssen langsam mal los.“
„Es wäre schneller gegangen, wenn du mir geholfen hättest“, nörgelte ich und schlüpfte in mein schwarzes Hemd, welches ich nur bis zur Hälfte zuknöpfte.
„Du siehst in allem gut aus“, murmelte Jimin, sah dabei aber nicht mal in meine Richtung. „Keine Ahnung, warum du dir dann so einen Stress machst.“
„Kann ja nicht jeder so ein riesiges Selbstbewusstsein haben, wie du.“ Schnaubend schüttelte ich den Kopf, woraufhin Jimin mir die Zunge herausstreckte.
„Mehr als es dir ständig zu sagen, kann ich auch nicht machen“, erwiderte er achselzuckend und widmete sich wieder seinem Smartphone.
Nachdenklich sah ich ein weiteres Mal in den Spiegel und brummte dann unzufrieden. Lust, mich nochmal umzuziehen hatte ich keine, weswegen ich mir abschließend mit den Fingern durch die Haare fuhr.
„Wir können los“, teilte ich Jimin mit und spielte mit dem Gedanken mein Smartphone mitzunehmen, ließ es dann aber bleiben. Auf der letzten Party hatte ich es beinah verloren und darauf konnte ich wirklich verzichten.

„Na endlich.“ Motiviert sprang Jimin auf und ließ seinen Blick ungeniert an meinem Körper hinab wandern. „Scheiße, du siehst heiß aus. Wenn wir nicht befreundet wären, würde ich-“
Augen verdrehend schlug ich ihm gegen die Schulter und schob ihn dann aus meinem Schlafzimmer. „Lass mir doch meinen Spaß, Jungkookie“, nörgelte Jimin daraufhin und schob schmollend seine Unterlippe vor.
„Wir hatten das geklärt. Der Kuss damals war schön, aber wir wollten es nicht wiederholen.“ Eindringlich sah ich Jimin an, der sich zu mir umdrehte und mich breit angrinste. „Spielverderber.“

„Wer schmeißt die Party gleich nochmal?“, wechselte ich das Thema und schlüpfte in meine Schuhe. „Bitte nicht der Typ vom letzten Mal.“ Mit Schrecken erinnerte ich mich an die letzte Party, bei der plötzlich die Polizei vor der Tür gestanden und den Gastgeber festgenommen hatte.
„Nein, keine Sorge.“ Lachend schüttelte Jimin den Kopf. „Der Typ heißt Yoongi und ist bekannt für seine ausgelassenen Partys. Ohne Drogen“, erwiderte er und wartete geduldig, bis ich meine Wohnungstür abgeschlossen hatte.
„Hoffentlich, auf ein weiteres Drama kann ich verzichten.“
„Ach, Kookie. Die Party war trotzdem geil“, warf Jimin ein und zwinkerte mir zu, als ich die Augen verdrehte.
„Naja. Wenn du meinst.“

Ein Schwall schwüler Luft schlug uns entgegen, als wir kurz darauf auf der Straße standen und uns auf den Weg machten. Obwohl es bereits spät abends war, hatte es sich nicht abgekühlt und ich begann schon nach wenigen Metern zu schwitzen.
„Ich hasse dieses Wetter.“ Brummend fächelte ich mir erfolglos Luft zu.
„Übertreib doch nicht“, tadelte mich mein bester Freund daraufhin.
„Es ist die verdammte Wahrheit, ich übertreibe nicht. Mein Hemd klebt an meiner Brust, ich hasse es.“
„Man, Kookie. Du musst gute Laune haben, wir gehen immerhin feiern. Mir ist auch heiß, aber anstatt mich zu beschweren, freue ich mich auf die gekühlten Getränke.“ Freudestrahlend klatschte er mehrmals in die Hände, sprang dabei ein wenig auf und ab, bevor er sich räusperte und mit den Fingern durch die Haare fuhr. Ungläubig sah ich ihn an und schüttelte den Kopf. Nur Jimin schaffte es, innerhalb weniger Sekunden von peinlich zu sexy zu wechseln.
„Ich sag nichts mehr.“ Beschwichtigend hob ich meine Hände und bog in die Straße ein, in die er deutete. „Wir sind auch gleich da“, teilte er mir mit, ehe wir zehn Minuten später vor einer Villa stehen blieben.
Vor Überraschung klappte mir beinah der Mund auf. „Was macht Yoongi beruflich?“, fragte ich abwesend und blickte die hohe Fassade hinauf.
„Er ist der DJ in dem Club, für den ich arbeite. Er ist unglaublich gut“, antwortete Jimin gelassen.
„Warte? Du wusstest, dass er in einer verdammten Villa wohnt?“
„Natürlich. Aber jetzt lass uns reingehen.“ Ungeduldig zog er an meinem Arm, woraufhin ich mich zögernd in Bewegung setzte.

In der übergroßen Eingangshalle blieb ich ein weiteres Mal stehen und mir blieb die Spucke weg, als mir die teure Inneneinrichtung ins Auge fiel. „Shit“, murmelte ich, fühlte mich verloren und fehl am Platz. „Entspann dich, Yoongi ist wirklich korrekt.“ Wir kannten uns mittlerweile so lange, dass Jimin immer sofort wusste, was mir durch den Kopf ging. Bevor ich mich jedoch weiter umsehen konnte, stand plötzlich ein junger Mann vor uns.
„Hey Yoongi, geile Party“, freute sich Jimin und begrüßte ihn mit einem Handschlag. Für einen Wimpernschlag zogen sich dessen Mundwinkel nach oben, bevor er mich mit einem emotionslosen Blick musterte.
„Hey“, murmelte ich, hob meine Hand und wagte kaum in sein Gesicht zu sehen.
„Das ist Jungkook“, stellte Jimin mich ungefragt vor, woraufhin Yoongi leise brummte. Er war mir nicht geheuer, egal wie begeistert mein bester Freund von ihm war.  
„Hobi und ich sind im Wohnzimmer, könnt ja dazu kommen“, meinte Yoongi plötzlich und deutete hinter sich.
„Bin dabei. Ich zeige Jungkook vorher aber noch alles. Wir sehen uns dann später“, verabschiedete sich Jimin von ihm und legte mir dann einen Arm um die Schultern.
„Viel Spaß.“ Mit diesen Worten verschwand Yoongi und ließ mich völlig verwirrt zurück.
„Nimm es ihm nicht übel. Er ist immer so, selten zeigt er mal Emotionen.“
„Wenn du das sagst, aber sag mal“, begann ich und sah mich suchend um, „wo ist die Party, die er schmeißt? Sieht überhaupt nicht danach aus. Ich hab mehr mit tanzenden, besoffenen Leuten und einer Menge Alkohol gerechnet.“
„Bei Yoongi läuft alles anders. Es gibt Alkohol und laute Musik, aber nur unten in seinem Party Keller. So bekommt er keinen Stress mit seinen Nachbarn. Diejenigen unter uns die es etwas ruhiger haben wollen, gehen ins Wohnzimmer oder auf die Terrasse. Ruhige Musik, Cocktails, alles was du so bevorzugst“, erklärte er und streckte mir nach seinen letzten Worten die Zunge raus.
„Sinnlos besaufen ist einfach nicht mein Ding.“
„Weiß ich doch, Kookie. Na los, lass uns die Party genießen.“

Ein paar Stunden später, Jimin hatte sich vor einer halben Stunde abgesetzt, wanderte ich mit einem Cocktail in der Hand durch die große Villa. Auch wenn ich es nicht glauben wollte, verlief die Party wirklich gesittet. Während im Keller ordentlich gefeiert wurde, saßen in den oberen Räumen kleine Gruppen zusammen, unterhielten sich angeregt miteinander und genossen die Gesellschaft. Immer wieder nippte ich an meinem Getränk, schob die Tür zur Terrasse auf und trat nach draußen. Ich hatte keine Ahnung, wie spät es war, aber es musste weit nach Mitternacht sein. Eine angenehm, kühle Brise strich über meinen verschwitzten Körper, während ich nach ein paar Schritten vor dem großen Pool stehen blieb. Nachdenklich blickte ich auf die glitzernde Wasseroberfläche, stellte mein Glas auf dem Boden ab und begann die Knöpfe meines Hemdes zu öffnen. Leise raschelnd schob ich mir den Stoff von den Schultern, öffnete meine Hose und streifte sie mir von den Beinen. Ungeduldig entledigte ich mich meiner Schuhe, setzte mich nur in Boxershorts an den Rand und ließ mich langsam ins Wasser gleiten.
Entspannt schwamm ich ein paar Bahnen und genoss die willkommene Erfrischung, durch das angenehm kühle Nass.

Im Augenwinkel bemerkte ich irgendwann, dass ich nicht mehr allein war. Unauffällig sah ich zu dem jungen Mann hinüber, der am Rand saß und seine Beine ins Wasser baumeln ließ. Das silberne Mondlicht beleuchtete sein Gesicht, seine verwuschelten Haare und seine Brust, die nur mit einem offenen Hemd halb bedeckt wurde. Sein Blick ruhte unablässig auf mir, selbst als ich an die Leiter schwamm und aus dem Becken kletterte. Skeptisch ging ich auf ihn zu, erwiderte seinen durchdringenden Blick und setzte mich neben meine Sachen. „Taehyung“, stellte er sich plötzlich vor, „Kann ich dir was zu trinken anbieten?“ Grinsend hielt er eine Flasche Wodka hoch, deutete damit auf mein Glas, welches zwischen uns stand. Mit einer hochgezogenen Augenbraue musterte ich ihn, nahm mein Glas und exte den Rest meines Cocktails. „Jungkook“, sagte ich und hielt ihm mein Glas hin. „Bist du ein Freund von Yoongi?“, fragte er, füllte erst mein Glas und dann seins, ehe er die Flasche zur Seite stellte.
„Nein, aber mein bester Freund kennt ihn. Die beiden sind Arbeitskollegen.“
„Ah, ja Yoongi hatte etwas in die Richtung erwähnt. Ein kleiner, frecher Typ, den er heiß findet“, sagte er völlig entspannt und lachte leise. Ungläubig weiteten sich meine Augen über seine Worte.
„Was?“
„Was genau schockt dich jetzt?“, hakte Taehyung nach und nippte an seinem Glas.
„Jimin hat nie etwas in diese Richtung erwähnt“, antwortete ich zögernd.
„Jimin? So heißt er also. Ich kenne ihn nicht, aber Yoongi hat ihm noch nicht offen gesagt, dass er Interesse hat. Egal in welcher Art.“ Er zuckte mit den Schultern, richtete seinen Blick auf die glitzernde Wasseroberfläche. „Ich bin bei Yoongis Gefühle noch nie durchgestiegen. Gönnen würde ich es ihm.“

Nachdenklich drehte ich mein Glas zwischen meinen Fingern, schwenkte die klare Flüssigkeit darin herum. „Bist du homophob?“
„Nein“, stieß ich erschrocken hervor, „Shit, ganz bestimmt nicht.“
„Dafür ist deine Reaktion aber ziemlich“, aufmerksam glitten seine Augen über mein Gesicht, „seltsam.“
Kopfschüttelnd wendete ich meinen Blick ab, exte mein Glas und stellte es zur Seite. Im Augenwinkel bemerkte ich, wie Taehyung es ungefragt neu füllte. „Mir ist es völlig egal“, versuchte ich ihn zu überzeugen, was er nur mit einem leisen Lachen beantwortete. „Sicher?“
„Jimin und ich haben uns schon geküsst, vor langer Zeit. Warum erzähle ich dir das überhaupt?“ Wütend drehte ich meinen Kopf in seine Richtung und funkelte ihn an. „Ich kenne dich nicht mal.“ Taehyung störte sich nicht an meiner Laune, kicherte stattdessen nur leise. „So temperamentvoll.“
Knurrend presste ich meine Kiefer aufeinander, machte Anstalten aufzustehen, als mich seine tiefe Stimme aufhielt. „Entspann dich, Jungkook. Trink was und nimm nicht alles so ernst.“ Überlegend sah ich ihm in die Augen, bis ich mich tief ausatmend entspannte. Ohne ihm Beachtung zu schenken, griff ich nach meinem Glas und setzte es nicht ab, bis der letzte Tropfen Wodka in meine Kehle gewandet war. Der Alkohol breitete sich warm in meinem Bauch aus, beruhigte mich und ließ meinen Unmut verfliegen. Eine angenehme Stille breitete sich zwischen uns aus, unterbrochen von dem Gelächter der anderen Gäste, welche sich im Wohnzimmer eingefunden hatten.

„Wie hat er dir gefallen?“
Verständnislos sah ich ihn an. „Was genau meinst du?“
„Der Kuss, wie hat er dir gefallen?“
„Du bist ganz schön neugierig“, stellte ich fest, woraufhin er belustigt grinste. „Vielleicht. Bekomme ich eine Antwort?“
„War ganz schön, aber nichts besonderes. Jimin ist und bleibt mein bester Freund, mehr nicht.“ Nickend nahm er meine Aussage zur Kenntnis. „Vielleicht war es einfach nur der falsche Mann“, raunte er mit tiefer Stimme, die mir eine Gänsehaut bescherte.
„Wer wäre denn der richtige Mann?“, ging ich auf sein Spiel ein und zwinkerte ihm lächelnd zu, als er mich überrascht ansah.
„Du bist ja doch nicht so schüchtern, wie ich dachte.“
„Deine Schuld, immerhin füllst du dich mich ab“, witzelte ich, woraufhin Taehyung laut lachte. „Schuldig, schätze ich.“ Seine Augen funkelten, als er mir zuprostete und sein Glas exte. Fragend deutete er auf mein Glas, woraufhin ich den Kopf schüttelte. „Ich hatte eindeutig genug.“
„Hast recht, wir sollten es nicht übertreiben“, stimmte Taehyung mir zu und stellte sein Glas neben die halbvolle Flasche.

„Ich finde dich sehr attraktiv.“ Überrumpelt über seinen plötzlichen Themenwechsel, fehlten mir im ersten Moment die Worte. Schlagartig veränderte sich die Stimmung, knisterte und mir stieg die Röte in die Wangen.
„Äh, danke“, murmelte ich und musste mich zwingen, meinen Blick nicht abzuwenden. Unzählige Frauen hatten mir schon Komplimente gemacht, doch noch nie war ich so verlegen gewesen. Ohne mich aus den Augen zu lassen, schob er meine Sachen zur Seite und rutschte dichter an mich heran.
„Was hast du vor?“, fragte ich unsicher und wich zurück, als Taehyung sich langsam zu mir lehnte. Auf eine Antwort wartete ich vergeblich, aber als seine Augen zu meinen Lippen huschten, wusste ich was er vor hatte.
„Ich bin nicht-“, setzte ich an, als mich Taehyungs Lippen, die sich auf meine pressten, unterbrachen. Überrumpelt starrte ich in seine Augen, spürte mein Herz bis zum Hals schlagen, bis sich seine Lider schlossen und er seine Lippen sanft gegen meine bewegte. Anders als bei Jimin damals, gefiel es mir und obwohl er noch immer ein Fremder war, erwiderte ich seinen Kuss schließlich. Zaghaft griff ich nach dem Stoff seines Hemdes, neigte meinen Kopf ein wenig, bis Taehyung unseren Kuss beendete. „Jungkook?“, wisperte er gegen meine Lippen, berührte sie nur federleicht und grinste, als ich ihm folgte. „Lass uns woanders hingehen.“ Grob schob er seine Finger in meine Haare, zog meinen Kopf zur Seite und strich mit seiner Nasenspitze meinen Hals entlang. „Für mehr Zweisamkeit“, raunte er und küsste meine empfindliche Haut, bevor er sich abrupt von mir löste. Mit brennenden Wangen, sah ich zu ihm und suchte verzweifelt nach Worten. Grinsend stand Taehyung auf, hockte sich dann vor mich und strich mit seinem Finger über meine Unterlippe. „Süß und heiß. Traust du dich, Jungkook?“ Mit rasendem Herzen sah ich ihm hinterher, als er sich von mir entfernte und an der Terrassentür stehen blieb. Meine Lippen kribbelten angenehm, während ich mit mir haderte. Ich hatte die Wahl, mich auf etwas Neues einzulassen oder einfach zu gehen. Ausatmend nahm ich mir einen Moment Zeit, überblickte den großen Pool und fällte eine Entscheidung.

Ich spürte Taehyungs brennenden Blick auf mir, als ich aufstand und meine Klamotten in die Hand nahm. Mit unsicheren Schritten ging ich auf ihn zu, Aufregung und Nervosität machte sich in mir breit, als ich ihm ins Innere der Villa folgte. Zielstrebig bewegte er sich auf die Treppe zu, schien genau zu wissen wo er hinwollte und lockte mich mit seinen intensiven Blicken. In der zweiten Etage herrschte völlige Dunkelheit und ich erschrak, als Taehyung plötzlich neben mir auftauchte. Ein angenehmer Schauer jagte mir über den Rücken, als er meine Hand nahm und mich bestimmend hinter sich herzog. Ich folgte ihm neugierig und achtete nicht darauf, welchen Raum er betrat. Kräftig schubste Taehyung mich im nächsten Moment gegen die Wand, drückte die Tür neben mir ins Schloss und schlug mir meine Klamotten aus der Hand. Jegliche Luft wurde mir aus den Lungen gepresst und ich kniff reflexartig die Augen zu.
„Keine Angst“, wisperte er und hauchte viele kleine Küsse auf meine Lippen, bis ich mich merklich entspannte. „Küss mich“, vernahm ich seine Stimme aus der Dunkelheit, spürte seinen Atem auf meiner Haut und seine Hände, die sich auf meine Hüften legten. Keuchend suchte ich seine Lippen, schnappte nach ihnen und griff wie vorhin nach dem Stoff seines Hemdes. Verlangend küsste ich ihn, schämte mich für einen kurzen Augenblick für meine heftige Reaktion, bis Taehyung sein Knie zwischen meine Beine schob. Überrascht stöhnte ich in unseren Kuss, klammerte mich an ihn und kratzte dabei mit meinen Nägeln über seine Haut. Neckend schoben sich seine Fingerspitzen unter den Bund meiner Boxer und verharrten dort, als ich mich keuchend von Taehyung löste. „Warte“, stieß ich hervor, blinzelte in die Dunkelheit und konnte Taehyungs Gesicht schemenhaft vor mir ausmachen.
„Entspann dich.“ Zärtlich knabberte er an meiner Unterlippe, bewegte sein Knie unmerklich und benebelte meine Sinne. „Nicht nachdenken, lass deinen Körper handeln.“
„Ich kann nicht“, murmelte ich und widersprach mir mit meiner nächsten Handlung selbst. Wollend drückte ich mich ihm entgegen, als Taehyung meine Boxershorts ein Stück über meine Hüften zog und mich einnehmend küsste.

Schwer atmend löste ich mich von ihm, haderte mit mir und musste mir selbst eingestehen, absolut nicht abgeneigt zu sein. Trotzdem hatte ich Angst und wusste nicht, ob es die richtige Entscheidung war mich auf ihn einzulassen. „Ich kann nicht mit dir-“, begann ich und unterbrach mich selbst, als Taehyung seine Hand auf meine Mitte legte. Stöhnend verdrehte ich die Augen, konnte mich nur schwer davon abhalten mich an ihm zu reiben. „Es gibt viele andere Wege Spaß zu haben“, raunte er, massierte mich durch den Stoff meiner Boxer und griff mit der anderen Hand nach meiner Hüfte.
„Wir müssen nicht miteinander schlafen.“ Fest gruben sich seine Finger in meine Haut, als er langsam rückwärts ging und ich ihm zögernd folgte. Nach wenigen Schritten blieb er stehen, sein heißer Atem strich über meinen Hals. „Darf ich?“ Fragend zog er am Bund meiner Boxer, küsste sich über meinen Kiefer bis zu meinen Lippen. „Ja“, hauchte ich atemlos und verspannte mich, als Taehyung das letzte, schützende Stück Stoff über meine Hüften zog. Eine Gänsehaut breitete sich auf meinem Körper aus, als dieser über meine Beine rutschte und sich zu meinen Füßen sammelte. Obwohl es um uns herum stockdunkel war, schämte ich mich für meine Nacktheit, doch Taehyung ließ mir keine Zeit darüber nachzudenken. Bevor ich reagieren konnte, hatte er uns herumgewirbelt und schubste mich kräftig. Mit einem erstickten Laut landete ich auf einem weichen Untergrund, den ich als ein Bett identifizierte. Mit rasendem Herzen setzte ich mich auf, konnte Taehyung schemenhaft vor mir erkennen und schnappte nach Luft. „Entspann dich einfach“, raunte er, ging vor mir auf die Knie und legte seine Hände auf meine Oberschenkel. Absichtlich ließ er meine Mitte aus, streichelte mich und kicherte leise, als ich frustriert wimmerte. „Öffne dich mir“, wisperte er, kratzte mit seinen Nägeln über meine Haut, „Deine Entscheidung.“ Völlig in meiner Erregung gefangen, spreizte ich meine Beine und ließ mich stöhnend auf den Rücken fallen. Egal wie falsch es auch war, es fühlte sich viel zu gut an, um jetzt einen Rückzieher zu machen.
„Jungkook“, hauchte Taehyung liebevoll, ehe ich mich in seinen Berührungen verlor und sich mein Verstand verabschiedete.

~♥~

Es war noch immer tiefste Nacht, als ich aus meinem Dämmerschlaf erwachte. Die Hitze im Raum war erdrückend, war erfüllt von dem Geruch nach Schweiß und Taehyungs süßlichem Parfüm. Ausgestreckt lag ich auf dem Rücken, spürte seine Präsenz neben mir und drehte meinen Kopf träge in seine Richtung. Der Mond schien hell, schmeichelte seinen weichen, aber gleichzeitig männlichen Gesichtszügen und ließ seine Augen leuchten.
„Du schläfst nicht?“, durchbrach ich die angenehme Stille zwischen uns, als er seinen Kopf auf der Hand seines angewinkelten Arms abstützte.
„Sollte ich?“
„Weiß nicht“, antwortete ich ehrlich und atmete tief aus, „Ich bin fertig. Scheiße, ich hatte noch nie so einen guten Orgasmus.“
Taehyungs tiefes Lachen, bescherte mir eine Gänsehaut und unwillkürlich zogen sich meine Mundwinkel nach oben. „Du faszinierst mich, Jungkook.“
„Warum? Weil ich so naiv war, mich auf dich einzulassen?“
Schnaubend streckte er seine Hand aus, legte sie auf meine Brust und fuhr über meine verschwitzte Haut. „Du hast keinerlei Erfahrung mit Männern“, begann er leise, sah mich dabei aber nicht an. „Hast dich aber trotzdem fallen lassen.“
„Ziemlich bescheuert, mh?“ Abrupt spannte ich meine Muskeln an, als seine Finger über meinen Bauch weiter nach unten wanderten. „Du musst wissen, ich mache das nicht mit jedem“, offenbarte er mir und überraschte mich damit.
„Nicht?“
„In keiner Sekunde dieses Abends, war es nicht meine Absicht mit dir zu schlafen“, sagte er leise, „Auch wenn ich darüber nachgedacht habe“, fügte er zwinkernd hinzu, was mich erröten ließ. „Ich habe dich angesprochen, weil ich dich kennenlernen wollte. Der Blowjob war mehr spontan, ich wollte wissen, wie du reagieren würdest.“ Zärtlich strichen seine Fingerspitzen über meine Hüftknochen, seine Augen musterten mich eingehend und hinterließen ein angenehmes Kribbeln auf meiner Haut.

„Hätte ich eine Chance bei dir?“, fragte er und schien mit einem Mal unglaublich nervös. „Mh“, brummte ich nachdenklich und nahm seine Hand, die er auf meinen Bauch gelegt hatte. Schweigend spielte ich mit seinen Fingern, ließ mir die Geschehnisse durch den Kopf gehen und setzte mich schließlich auf. „Ich denke“, begann ich und sah über meine Schulter zu ihm, „ich werde es auf einen Versuch ankommen lassen.“
Das strahlende Lächeln, welches Taehyungs Gesichtszüge erhellte, ließ mein Herz höher schlagen und ich war gespannt, was die Zukunft bringen würde.




~♥~


Hallo meine Lieben,

ein weiterer Taekook Oneshot, der mir persönlich wirklich gut gefällt.
Jeder Leser kann sich selbst überlegen, wie es mit Taehyung und Jungkook am Ende weitergeht.
Ich hoffe, ihr hattet viel Spaß beim Lesen. Lasst mir gerne eure Meinung da, ansonsten wünsche ich euch einen schönen Tag.

Ganz liebe Grüße
Liany :3
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