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[(D'c) HeartBeat] Die Verführung der Braut

GeschichteRomance, Suspense / P18 / Het
14.11.2019
18.01.2020
38
107.456
127
Alle Kapitel
294 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
29.11.2019 3.155
 
Anm.: Huhu, ihr Lieben.
Ich wollte mich eigentlich schon beim letzten Kapitel bei euch bedanken.
Ihr haut mich echt um. So viele Reviews und Empfehlungen, ich war und bin echt sprachlos und hoffe, dass ich die Erwartungen auch erfüllen kann ;)
Vielen, vielen Dank, das ihr auch hier mitlest und mir immer wieder eure Gedanken und Kommentare zu den Kapiteln mitteilt und dalasst.

LG
Tiehara

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Genau drei Minuten später bremste er die Maschine neben einer Bank, mit Blick auf die Golden Gate und Frisco auf der anderen Seite der Bucht, und schaltete den Motor aus, bevor er sie aufbockte. Wohltuende Stille breitete sich augenblicklich aus und nur das leise Rauschen vom Wind in den Bäumen und das entfernte leise Schlagen der Wellen an die Felsen war noch zu hören.

Langsam stieg er ab und hob dann Joy von der Maschine, bevor er ihre Hand nahm und sich mit ihr auf die Bank setzte. Keine Laterne erhellte den Platz und nur das Mondlicht und die Sterne beleuchteten die Bank und die Umgebung etwas. Aufmerksam sah Josh Joy an, die mit glänzenden Augen auf die Lichter der Stadt sah.

„Gefällt es Dir?“

„Es ist so wunderschön. Danke.“ Mit strahlenden Augen sah sie ihn an und Josh konnte nicht widerstehen. Langsam beugte er sich etwas vor, als plötzlich sein Handy schellte und beide zusammenzuckten.

Knurrend zog Josh das Handy aus der Jeans, ohne Joy aus den Augen zu lassen, die gerade verlegen die Tüte öffnete und ihm einen der Shakes reichte.

„Was?“ Knurrend nahm Josh das Gespräch an und griff, Joy anlächelnd, gleichzeitig in den Karton mit den Wings, die sie ihm hinhielt, bevor sie sich selbst ebenfalls einen nahm und daran herum knabberte. Josh konnte den Blick kaum von ihren Lippen nehmen, die sich an dem Wing festsaugten und innerlich stöhnte er auf. Wie zum Teufel konnte so etwas profanes, wie einen Wing essen, so verflucht erotisch auf ihn wirken.

„Josh? Ich habe hier zwei Frauen, die fast durchdrehen, weil Du mit ihrer Freundin abgehauen bist und sie ihr Handy ausgemacht hat.“

„Ich bin nicht mit ihr abgehauen, Joy wollte da weg.“

„Sag mir jetzt nicht, dass die Kleine noch bei Dir ist, Josh.“

„Mhm … Lautsprecher, Andy.“ Josh drückte auf das kleine Symbol und legte das Handy zwischen sie, bevor er sich etwas schräger hinsetzte, um Joy besser im Auge zu haben. So wie sie den Wing aß und das obendrein scheinbar auch noch unbewusst, war das ein einziges heißes Versprechen für sein Libido und Josh bekam nicht genug davon ihr zuzusehen.

Joy hörte ihren Namen und drehte etwas den Kopf, um Josh fragend anzusehen, während sie genüsslich weiter an dem Essen knabberte. Bis sie plötzlich merkte, dass er kaum den Blick von ihrem Mund nehmen konnte und verlegen und verwirrt sah sie ihn an. Langsam ging sein Blick nun zu ihren Augen und wieder auf ihren Mund und noch langsamer beugte er sich nach vorne, kam ihr immer näher und unbewusst öffneten sich ihre Lippen leicht und sie beugte sich ebenfalls vor. Seine Augen wurden immer dunkler, sein Blick brannte sich in sie hinein und als er fast ihren Mund berührte, schloss sie automatisch ihre Augen, spürte wie er sanft über ihre Lippen glitt und gleichzeitig einen Finger unter ihr Kinn legte.


„Joy? Gott, Joy. Bist Du okay? Wieso bist Du nicht zuhause? Himmel, Du kannst doch nicht einfach...“

„Joy? Alles okay? Wir haben uns Sorgen gemacht, weil Dein Handy aus ist.“

Joy zuckte zusammen und Josh fluchte innerlich. Himmel, das Handy hatte er total vergessen, als sie ihn angesehen hatte. Er schloss kurz die Augen und atmete tief durch, um seine Sinne zu beruhigen. Andy würde ihn sofort durchschauen, dafür kannte er ihn zu gut.

„Ich sagte doch, sie ist bei mir sicher. Wir sind etwas essen und fertig.“ Ruhig gab Josh den beiden Frauen eine Antwort und war froh, dass er zumindest seine Stimme wieder unter Kontrolle hatte, was man vom Rest seines Körpers gerade nicht wirklich behaupten konnte.

„Mir geht es gut. Mein Gott. Es ist zwar niedlich, dass ihr euch Sorgen macht, aber ich bin in guten Händen, wirklich. Alles okay. Ich hatte Hunger und Josh kennt eine tolle Bar wo man geile Shakes bekommt.“

„Aber dann fährt er Dich gleich nachhause? Denk dran, dass Du Sonntag heiratest.“

„Daran brauchst Du mich nicht erinnern, Pam.“ Joy's Stimme war leiser als noch vor einigen Minuten und seufzend warf sie den angebissenen Wing zurück in die Tüte.

Josh schloss kurz die Augen, als er den sprichwörtlichen Tritt in den Magen spürte und den kleinen Stich, der ihn durchzuckte. Da war es wieder, das Gefühl was ihn unbewusst den ganzen Abend genervt hatte, seit er sich ihr gegenübergesetzt und das erste Mal  in ihre Augen gesehen hatte und in ihm der Wunsch aufgekommen war, seine Hände in ihren weichen, langen Locken zu vergraben.
Sie gehörte einem anderen … verdammt und trotzdem warf sie ihn total und komplett aus der Bahn.
Seine Stimmung raste rapide auf den Abgrund zu und wütend presste er die Lippen zusammen, während seine kleine Narbe unter dem Auge sich mehr als deutlich von seinem gebräunten Gesicht abhob.

„Sobald Joy nach Hause will, werde ich sie fahren. Keine Angst, sie wird schon nicht ihre Hochzeit verpassen.“

Obwohl er es eigentlich hatte vermeiden wollen, klang seine Stimme knurrig und wütend und innerlich fluchend warf er seinen Wing ebenfalls in die Tüte zurück. Der Appetit war ihm gerade mehr als vergangen. Stattdessen griff er nach seinem kalten Shake und hätte ihn, zumindest jetzt gerade, gerne gegen ein eiskaltes Bier eingetauscht. Oder einen Whiskey, obwohl er wusste, dass er sich spätestens nach dem zweiten Glas davon, vollkommen weg geknallt hätte, weil er ihn nicht vertrug. Doch vielleicht war es genau das, was er gerade brauchte, um nicht daran zu denken, dass sie heiraten würde, einem anderen gehörte, gar nicht sein Typ war und es ihn deshalb eigentlich auch nicht groß interessieren sollte, ob und wen und wann sie heiraten würde.

„Joy? Du machst keinen Mist, oder?“

„Gott, Pam...“ Joy verdrehte die Augen und am liebsten hätte sie Josh's Handy geschnappt und möglichst weit weggeworfen.

„Da ihr euch ja nun informiert habt, dass es Joy gut geht … Andy, wir sehen uns.“ Josh drückte das Gespräch einfach weg und steckte das Handy wieder ein. Nachdenklich sah er auf die Bucht hinaus und spielte mit dem Becher in seiner Hand, bevor er Joy kurz ansah. Sie saß mehr oder weniger zusammengesunken neben ihm und sah auf ihre Hände, die in ihrem Schoss lagen und irgendwie machte sie gerade einen ziemlich unglücklichen Eindruck.


„Ich sollte Dich vielleicht besser nach Hause fahren, hm?“

Ruckartig flog ihr Kopf herum und sie sah ihn unglücklich an. „Nein, ich … ich will nicht nach Hause.“

„Warum nicht, Joy? Solltest Du nicht schlafen, Dich ausruhen und Dich auf Deinen großen Tag am Sonntag freuen? Du wirkst eher … was ist los, hm?“

„Ich weiß, das sollte ich … aber...“ Sie zuckte die Schultern. Wie sollte sie ihm etwas erklären, was sie selbst nicht verstand und was seit dem Augenblick, als sie in seine Augen gesehen hatte, wie ein Damokles Schwert über ihr schwebte und sie alles in Frage stellen ließ, was sie die letzten Jahre gedacht hatte zu fühlen?

„Willst Du darüber reden? Manchmal hilft es, weil jemand fremdes einen anderen Blickwinkel hat.“
...Idiot, bring sie besser schnellstmöglich nach Hause und vergiss den Abend...

Joy schüttelte verneinend den Kopf und sah weiter auf ihre Hände. „Hast Du schon einmal das Gefühl gehabt, alles ist richtig und gut und so wie es ist, ist es ok und dann … von einem Moment auf den anderen wird alles infrage gestellt?“

„Ja.“
...zuletzt heute Abend, Fruchtzwerg...

„Und was hast Du getan?“

Neugierig sah Joy ihn an und Josh drehte sich wieder etwas seitwärts, sodass er sich bequem mit seinem Rücken an die Rückenlehne und Armlehne der Bank lehnen konnte, und sah ihr aufmerksam ins Gesicht.

„Ich versuche herauszufinden was das ist, was alles durcheinanderbringt oder infrage stellt, und dann sehe ich weiter...“

„Hmm...“ Joy seufzte leise und sah auf ihre Hände. „...aber wenn Du das Gefühl hast, Du hast keine Zeit und das, was vorher richtig war, wirkt plötzlich falsch und das, was Du willst, eigentlich falsch wäre, obwohl es sich eigentlich nicht falsch anfühlt?“

„Das klingt ziemlich kompliziert. Worauf willst Du hinaus, Joy?“

„Meine Hochzeit … ich dachte immer, dass es richtig ist, doch irgendwie, je näher der Termin rückt...“ Joy zuckte die Schultern.
...und dazu dann Du heute Abend und dieser Kuss, der mir klargemacht hat, was ich niemals haben werde...

„Du glaubst, dass es falsch ist zu heiraten? Wenn Du das denkst, ist es definitiv falsch.“ Josh presste die Lippen zusammen und sah auf Joy, deren Augen nicht mehr so strahlend waren wie vorhin, sondern mehr bedrückt und nachdenklich. „Oder sind das nur diese sprichwörtlichen kalten Füße, die viele vor der Hochzeit bekommen?“

„Nein, es ist … viel komplizierter. Selbst Pam und Birgit, meine beiden besten Freundinnen, kennen die Wahrheit nicht und denken nur, dass wir … also...“

Joy seufzte und Josh ließ langsam den Blick über sie gleiten. Am liebsten hätte er sie in den Arm genommen, um irgendwie wieder dieses Strahlen in ihrem Blick zu sehen.

„Was für eine Wahrheit, Joy?“ Josh runzelte kurz die Stirn und beugte sich fragend etwas vor.

„John und ich kennen uns seit fünf Jahren, seit zwei sind wir ein Paar, seit einem Verlobt und wir haben noch nie … noch nie...“ Joy brach verlegen ab und biss sich auf die Lippen. Gott, wie konnte sie das nur sagen? Es ging keinen etwas an, auch Josh nicht und trotzdem … irgendwie...

Ungläubig sah Josh sie an, als ihm langsam die Bedeutung ihrer Worte klar wurde. „Willst Du sagen, Du bist noch … Du hast noch nie … ihr habt noch nie? Wow, … das nenn ich mal...“
...total bescheuert, absolut bescheuert, Joy war wie Dynamit, zum Teufel, welcher Kerl würde da wie ein Heiliger bleiben. Vor allem, wenn sie ein Paar waren?...

Seufzend sah Joy wieder auf ihre Hände, während sie vor Verlegenheit knallrot wurde. „Nein, wir haben noch nie und werden auch niemals … Birgit und Pam denken, wir wollen warten, zumindest hab‘ ich ihnen das immer erzählt.“

„Oh scheiße“ Josh fuhr sich durch die Haare und schloss kurz die Augen. Die Kleine war eine verdammte Jungfrau. Wenn er auch nur irgendwie, vielleicht doch im hintersten Winkel seines Kopfes daran gedacht hatte mit ihr zu schlafen, um festzustellen warum sie ihn so durcheinanderbringen konnte, fegte dieses eine Wort alle Gedanken daran augenblicklich aus seinem Kopf.
...Eine verdammte Jungfrau … Willkommen in Deiner ganz persönlichen Hölle, Walker...


„Du kannst einem Mann … einem fremden Mann, doch nicht sagen, dass Du eine … oh scheiße, Joy. Männer sind Dreckskerle. Gott … weißt Du, dass es Männer gibt, deren Hobby es ist Jungfrauen aufzureißen und zu sammeln? Ich könnte so ein Kerl sein oder ein Sadist oder sonst was...“

Wütend und frustriert sprang er auf und lief unruhig ein paar Meter, um durchzuatmen. Er hätte sie am liebsten geschüttelt und mit blitzenden Augen drehte er sich zu ihr um. Wenn sie irgendein anderer angesprochen hätte oder sie an den Dreckskerl mit diesem Aufreißer-Blick geraten wäre. Ihr könnte sonst etwas passieren, wenn sie durch die Welt lief und allen verkündete, dass sie eine verdammte, verfluchte Jungfrau war.


„Ihr habt also noch nie, ihr werdet nie. Du denkst, dass es falsch ist ihn zu heiraten, warum zum Teufel, tust Du es dann trotzdem?“

„Weil er mich braucht. Er braucht eine Frau, wenn er in seiner Firma weiter aufsteigen will. Er muss eine Familie vorzeigen können.“ Joy sackte etwas zusammen und spürte wie ihre Wangen noch mehr brannten.

Fluchend strich sich Josh durch die Haare und ging langsam auf sie zu. „Und was hast Du davon? Himmel, Joy, Du bist mehr als leidenschaftlich, wie pures Dynamit, das hat man vorhin gemerkt. Wie kannst Du jemanden heiraten, der Dir nicht gibt, was Du vielleicht willst oder brauchst? Das ist Irrsinn.“

„Ich bekomme eine Familie.“ Joy sah zu Josh hoch und in ihren Augen schwammen Tränen.

„Ich bin in einem Waisenhaus aufgewachsen. Meine Mutter hat mich vor deren Türe ausgesetzt, mit einem Zettel, 'das ist meine kleine Joyce, passt bitte auf sie auf'. Mit achtzehn bin ich da weg, hab‘ als Schreibkraft in einem Büro gearbeitet, nebenbei Abendkurse belegt und eine Ausbildung zur Sekretärin gemacht und als von John die Sekretärin in Mutterschaftsurlaub ging, sollte ich sie vertreten und so haben wir uns kennengelernt und dann...“ Joy zuckte die Schultern und sah an Josh vorbei.

„Wir sind öfters ausgegangen und irgendwann waren wir einfach ein Paar. Aber es gab nie mehr als Küsse und irgendwann rückte er damit heraus, warum nie etwas passieren könnte. Er ist...“ Joy machte eine Pause und schluckte.

„...Er ist impotent. Er hat mir gesagt, dass er als Jugendlicher einen Unfall hatte und deshalb … da rührt sich absolut nichts bei ihm, wenn er mich küsst oder in den Arm nimmt. Ich hatte ihn gerne, … hab ihn gerne und er tat mir leid und so hab‘ ich seinen Antrag angenommen. Er gibt mir eine Familie und er bekommt seine Frau.“

„Das ist falsch, Joy, absolut falsch und Du weißt das. Zum Teufel...“ Mit zwei langen Sätzen war er bei ihr, hob sie hoch und stellte sie auf die Bank, dass sie genau auf Augenhöhe waren.

Innerlich fluchend sah er in ihre Augen und wusste, dass er sich von ihr fernhalten sollte, jetzt mehr denn je. Er war nicht der richtige Typ dafür, einer Frau die Unschuld zu nehmen.
Er war zu groß, zu ungeduldig und genau aus diesem Grund zog er Frauen vor, die über Erfahrung verfügten und wussten worauf sie sich einlassen würden. Doch gleichzeitig vergrub er seine Hände in ihren Haaren und zog ihren Kopf näher. Er wollte keine Tränen in ihren Augen sehen, er wollte das Glühen und Strahlen von vorhin und leidenschaftlich presste er seinen Mund auf ihre Lippen.
Augenblicklich erfasste ihn der gleiche süße Rausch wie in der Bar, tief zog er ihren Duft in sich ein und als sie ihre Hände in seinen Haaren vergrub, leise an seinen Lippen aufseufzte und sich eng an ihn presste, war sein Verstand nahezu endgültig ausgeschaltet. Langsam ließ er eine Hand über ihren Rücken wandern, während er die andere um ihren Nacken legte und ihren Kopf festhielt.

Vorwitzig glitt ihre Zunge über seine Unterlippe, zog sie zwischen ihre vollen, herzförmigen Lippen und erwiderte dann leidenschaftlich das Spiel seiner Zunge. Er spürte wie sie erzitterte und sich gegen ihn fallen ließ und leise knurrend vertiefte er seinen Kuss. Er hörte ihr leises Keuchen an seinem Mund und spürte, wie sie plötzlich ihre Beine um ihn schlang, sodass er sie nun komplett auf dem Arm hatte. Seine Hand glitt tiefer, umfasste ihren Hintern und drückte sie enger gegen seine Mitte, was ihr ein kleines Stöhnen entlockte.


Langsam drehte er sich um und ließ sich auf die Bank sinken, ohne seinen Kuss zu unterbrechen, sodass sie nun auf seinem Schoß saß. Sachte strich er ihr die Haare zur Seite und ließ seine Lippen an ihrer Wange zu ihrem Hals wandern, um seine Lippen nur Sekunden später auf ihren wild pochenden Puls unterhalb ihres Ohrläppchens zu legen und sie sanft zu küssen. Joy stöhne erneut leise auf und eine Gänsehaut raste über ihren Körper. Ohne groß nachzudenken, glitten ihre Hände nach unten und zupften ungeduldig an seinem Shirt, nur um einen Moment später darunter zu gleiten und seinen Bauch zu berühren, bevor sie langsam und forschend zu seinem Brustkorb glitten und ihn streichelten.

Josh zuckte zusammen als ihre Hände seine nackte Haut berührten und sich alles in ihm zusammenzog. Kochend heiß raste das Blut durch seine Adern, gab ihm das Gefühl zu brennen und leise aufstöhnend löste er seine Lippen von ihrem Hals. Sein letztes bisschen Verstand meldete sich zurück, schlug krachend Alarm und langsam öffnete er wieder die Augen.

„Joy...“ Heiser flüsterte er ihren Namen und wartete bis sie die Augen öffnete und ihn ansah. „Das ist falsch. Gott.“

Joy nahm sein Gesicht in ihre Hände und sah ihm in die dunklen Augen, während immer noch Schauer durch ihren Körper jagten und sie kaum Luft bekam. „Josh … Bitte, schlaf mit mir...“

„Was? Gott, weißt Du eigentlich was Du mir da anbietest?“ Fassungslos sah er sie an. „Joy, ich bin nicht der Richtige. Ich bin vierunddreißig, also zehn Jahre älter als Du. Ich bin ein Dreckskerl und schleppe Frauen für eine Nacht ab. Du brauchst jemand sanftes, in Deinem Alter, der Dich liebt und Dir alles zeigt was zur echten Liebe gehört. Du solltest diesen John nicht heiraten und Dir lieber einen richtigen Mann suchen, der das, was Du zu geben hast, zu schätzen weiß und es wert ist.“

„Ich … was ist, wenn ich aber Dich will? Du sagst, Du schleppst Frauen nur für eine Nacht ab. Das hier … wäre nur eine Nacht. Gib mir eine Nacht, Josh. Bitte. Ich werde Sonntag heiraten, ich habe ihm mein Wort gegeben. Aber ich möchte einmal … wenigstens einmal...“
...spüren, wie es sich anfühlt, in den Armen eines Mannes zu liegen, der mich einfach alles vergessen lässt und der etwas in mir weckt, was ich noch nie zuvor gefühlt habe...

„Um Himmels Willen, Joy...“

Josh schloss die Augen und versuchte sich zu beruhigen. Er war verdammt nochmal nicht der Richtige. Aber er konnte sie auch jetzt nicht einfach nach Hause fahren, wer weiß was sie dann anstellte. Scheiße.
Ruckartig stand er auf und stellte sie sanft auf die Beine. Während er sie mit einer Hand festhielt, sammelte er mit der anderen die Esssachen ein und warf sie in den Mülleimer, ehe er sie hinter sich herzog und auf seine Maschine setzte. Wortlos sah er sie an und sah ihre immer noch verhangenen Augen und ihren leidenschaftlichen Blick.


„Wohin fahren wir?“

„Zu mir. Du wirst heute Nacht bei mir schlafen.“ Er sah ihren Blick und kurz zuckte ein Grinsen um seine Mundwinkel. „Du in meinem Bett, ich auf der Couch und später fahre ich Dich nach Hause.“

„Aber...“

„Nein, Joy.“ Sanft strich er ihr mit einem Finger über die Lippen und musste sich beherrschen sie nicht erneut zu küssen. Noch einmal einer dieser alles entflammenden Küsse von ihr und er würde einfach vergessen, dass sie eine Jungfrau war und sich nehmen was er wollte und sie anbot.

„Ich wette, Du würdest es morgen bereuen und deshalb … nein. Gott weiß, ich will Dich, verdammt, trotzdem oder obwohl Du einem anderen gehörst. Aber ich bin nicht der Richtige für Dein erstes Mal.“

Tränen traten in ihre Augen und Josh zwang sich wegzusehen. Schnell stieg er auf und startete den Motor. „Halte Dich fest, Joy.“

Kaum spürte er ihre Hände erneut auf seinem Bauch, biss er die Zähne zusammen und drehe den Gashebel weit auf. Laut auffauchend schoss seine Harley den Schotterweg entlang und am liebsten hätte er den Hebel noch weiter aufgedreht, in der Hoffnung, seinen Gedanken und Gefühlen, die gerade alle durcheinanderwirbelten zu entkommen. Er hatte es gewusst, wenn er mit ihr verschwand, war das Chaos vorprogrammiert.
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