Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

[(D'c) HeartBeat] Die Verführung der Braut

GeschichteRomance, Suspense / P18 / Het
14.11.2019
18.01.2020
38
107.456
130
Alle Kapitel
294 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
27.11.2019 2.568
 
Fünf Minuten später standen sie draußen und Joy zog tief die frische Luft in ihre Lungen, bevor sie zu Josh sah, der sie mit einem seltsamen Blick ansah. Sie wollte gerade etwas sagen, als ihr Handy piepste und neugierig zog sie es aus der Tasche und sah dann seufzend auf den Namen. Entschuldigend sah sie zu ihm hoch und zuckte die Schultern.

„Das ist Pam.“ Entschlossen drückte sie den Anruf weg und wollte gerade ihr Handy wieder wegstecken, als es erneut piepste. Genervt, öffnete sie die Nachricht und presste dann die Lippen zusammen, als sie sie las.


Absender: Pam
Zum Teufel, das ist doch wohl jetzt nicht Dein Ernst, oder? Du kannst doch nicht einfach mit einem wildfremden Kerl abhauen. Du kennst ihn doch gar nicht.



Schnell klickte sie auf Antworten und kurz zögerte sie, bevor ein mutwilliges Funkeln in ihre Augen trat. Immer hielten sie ihr vor, dass sie sich nie was traute und endlich leben sollte und wenn sie einmal einen winzigen Schritt machte, kam direkt so eine Nachricht. Na, warte … heute ist der richtige Zeitpunkt und der Letzte, um Dir einmal eine kleine Dosis Schock zu verpassen. Auch wenn garantiert nichts passieren würde, aber das wusste Pam ja dann nicht.


Empfänger: Pam
Du hast doch immer gesagt, selbst heute noch, dass ich mal was erleben soll oder, dass ich Erfahrung brauche. Also mach Dir keine Sorgen, ich melde mich morgen.



Entschlossen schickte sie die Nachricht weg und schaltete dann das Handy einfach ab und steckte es zurück in die Tasche.

„Meine Maschine steht da drüben, wenn Du mir sagst, wo Du wohnst, fahre ich Dich nach Hause.“

„Maschine? Du meinst Motorrad? Toll.“ Joy sah ihn mit leuchtenden Augen an und Josh spürte wieder die kleine Flamme, die sich durch sein Innerstes brannte.

„Ja, Motorrad. Du magst sie?“

„Ich liebe sie, obwohl ich noch nie auf einem gefahren bin. Aber die sehen so toll aus und irgendwie...“ Joy zuckte ihre Schultern und strahlte ihn an.

Ein kleines Lächeln zuckte um Josh's Mundwinkel, als er ihre strahlenden Augen sah und grinste dann. „Na, dann wird das ja heute eine Premiere. Also? Wohin? Ich brauche Deine Adresse.“

„Ich … ich will eigentlich gar nicht nach Hause. Ich wollte nur daraus...“
...und irgendwie mit Dir alleine sein...

Joy sah ihn an und wie er kurz die Augen schloss und nervös biss sie sich auf die Lippen. Das war sonst gar nicht ihre Art, doch irgendwie wollte sie nicht, dass er sie nach Hause brachte und dann verschwand. Sie wollte … ja was wollte sie eigentlich?
Sie sah in sein Gesicht und hätte es gerne berührt, die kleine niedliche Narbe gestreichelt und geküsst, die auf seinem Wangenknochen unterhalb seines Auges war, und erfahren woher er sie hatte. Sie wollte alles von ihm wissen und vor allem wollte sie, dass er sie noch einmal küsste und in den Arm nahm.

„Joy … Du solltest nicht mit einem wildfremden Kerl durch die Gegend ziehen. Himmel...“
...und mich vor allem nicht so ansehen, dass ich alles vergesse und nur daran denken kann, Dich im Arm zu halten und zu küssen … Verdammt...

„Es tut mir leid, ich wollte nicht...“ Verlegen sah sie an ihm vorbei und schluckte. „Ich wollte mich nicht aufdrängen oder so. Ich … keine Ahnung...“

Er zögerte einen Moment, dann nahm er ihre Hand in seine und sah einen Moment auf ihre beiden Hände hinunter, ihre war so klein und zierlich und verschwand fast komplett in seiner. Seufzend hob er den Kopf und presste die Lippen zusammen. Nein, sie musste nach Hause und er so weit weg von ihr wie nur möglich. Sie hatte ihm jetzt schon total den Kopf verdreht, sonst hätte er nicht eine heiße Nacht mit ihrer Freundin sausen lassen, nur um noch etwas länger in ihrer Nähe sein zu können.
Sie würde heiraten und war überhaupt nicht sein Typ. Außerdem hatte er noch nie in fremden Revieren gewildert, das war absolut erbärmlich und sowas würde er niemals machen. Er würde sie nach Hause bringen und dann ebenfalls nach Hause fahren, noch was trinken und alleine ins Bett gehen.

„Was würdest Du denn gerne machen, Joy?“
...zum Teufel, was machst Du da?...

Joy sah ihn strahlend an und augenblicklich war jeglicher Gedanke an den anderen aus seinem Kopf vertrieben und er wollte nur, dass dieses Strahlen in ihren Augen blieb und niemals daraus verschwand.

„Mit Deinem Motorrad fahren, irgendwo etwas essen, hoch zum View Point und auf Frisco schauen und die warme Nacht genießen.“
...und vor allem … Dich noch einmal küssen...

Josh grinste und zog sie langsam in Richtung seiner Maschine. „Das kann ich Dir sogar alles bieten. Sofern Du nicht gerade ein drei Gänge Menü von mir erwartest. Denn jetzt hat so gut wie nichts mehr auf.“

„Ich wäre auch mit einem Bürger und ‘nem Milchshake einverstanden, ich bin nicht verwöhnt.“

Josh lachte leise und Joy hielt kurz den Atem an, als der warme, tiefe Klang seines leisen Lachens erneut durch ihren Körper raste und leckte sich mit der Zungenspitze über ihre Unterlippe. Ihre Lippen waren plötzlich wie ausgetrocknet und sie hatte das Gefühl, als wäre sie drei Tage durch die Wüste spaziert und er hielt das lebensspendende Wasser in seinen Händen. Dazu seine mehr als starke Hand deren Finger sich sanft mit ihren verschlungen hatten und von wo aus immer mehr ein Kribbeln ihren Arm hochkroch und die vielen kleinen Krabbelviecher in ihrem Körper wieder aufschreckte, so dass sie wie bescheuert umherwanderten.

„Erdbeermilchshake?“ Josh sah sie fragend an und bemerkte erleichtert ihr strahlendes Nicken.

„Ja … nur, die anderen schmecken nicht so gut wie Erdbeere.“

„Perfekt.“ Josh lachte erneut leise und blieb dann neben einer großen mitternachtsblauen Harley stehen. „Dann weiß ich, wohin wir fahren werden. Rüber nach Sausalito, da kenne ich eine kleine Bar, die jetzt noch aufhat, den besten Erdbeershake der Welt macht und von da ist es nur ein Katzensprung zum View Vista Point.“

„Oh, Sausalito, da war ich noch nie, genauso wenig wie am Vista Point.“ Joy sah ihn mit glänzenden Augen an und Josh merkte wie ihm immer wärmer wurde. Langsam ließ er ihre Hand los, stieg auf seine Maschine und klopfte dann auffordernd hinter sich...

„... na dann komm.“

Joy sah sich kurz die Maschine an und stellte dann entschlossen einen Fuß auf die Fußstütze, bevor sie sich an ihm festhielt und mit einem Satz hinter ihm war, gleichzeitig schlang sie die Arme eng um ihn und kuschelte sich dann an seinen Rücken, als hätte sie noch nie etwas anderes getan.

Josh holte kurz zischend Luft, als ihre Hände auf seinem Bauch lagen und sie sich eng an ihn schmiegte. Himmel, was tat die Kleine da nur mit ihm. Sein Herz raste und ihre Hände fühlten sich an, als würden sie genau dahin gehören, auf seinen Bauch, seinen Körper und nirgendwo anders.

„Wenn ich zu schnell fahre, sag mir Bescheid, ja?“ Er sah kurz über die Schulter, doch das einzige was er sah, waren ihre Haarspitzen, als sie nun auch noch ihr Gesicht an seinen Rücken schmiegte und nur nickte. Langsam startete er die Maschine und ließ sie anrollen, doch das was ihm in den Ohren klang, war nicht das Brüllen seiner Harley, sondern ihr kleines, zufriedenes Seufzen, welches sie ausstieß, dass wie ein Blitz durch seinen Körper jagte und dafür sorgte, dass plötzlich ganz andere Bilder durch seinen Kopf flogen.



Sie waren nicht mal auf der Golden Gate angekommen, die von Frisco rüber nach Sausalito führte, als Joy plötzlich an seinem Shirt zupfte.

„Kann sie auch schneller fahren?“

„Ja, kann sie. Sollen wir?“ Lächelnd bemerkte er ihr Nicken in seinem Rücken und gab etwas mehr Gas.

„Schneller...“

Josh lachte leise und spürte, wie sich Joy noch enger an ihn schmiegte, als er den Gashebel aufdrehte und die Maschine mit einem Brüllen davon schoss.



<<-->>




Pam fauchte auf und trank wütend ihr Glas leer, bevor sie Birgit ansah. „Sie hat ihr Handy ausgemacht. Verdammt. Die letzten Nachrichten hat sie nicht beantwortet und der Anruf ging direkt zu ihrer Mailbox. Verdammt. Gott, wenn ihr etwas passiert...“

„Vielleicht geht sie mit ihm ins Bett, findet heraus, dass John eine Schlaftablette gegen andere Männer ist und sagt die Hochzeit ab?“ Birgit grinste und bestellte beim vorbeilaufenden Kellner zwei neue Drinks.

„Verdammt, Biggi, das ist kein Spaß. Wir haben den Kerl doch erst vorhin kennengelernt, wer weiß was das für ein Typ ist? Du und ich können vielleicht mit Kerlen klarkommen und sie auch mal in die Schranken weisen … aber Joy? Gott, sie ist so naiv und zutraulich. Sie sieht in jedem doch nur das gute. Typen wie dieser Josh, fressen sie zwischen dem ersten und zweiten Frühstück.“

„Woher willst Du das wissen? Wir kennen ihn genauso wenig wie Joy, vielleicht ist er ein ganz lieber?“

Pam fauchte auf und schüttelte den Kopf. „Nicht so wie der küssen kann und aussieht. Der hat reichlich und genug Erfahrung und das heißt, dass er garantiert dauernd irgendwelche Frauen oder Kerle abschleppt. Für ihn ist Joy nicht mal eine Zwischenmahlzeit und dazu ist sie total unerfahren. Du kennst die Kerle, wenn die merken, dass sie ‘ne Jungfrau am Haken haben, wollen sie unbedingt der erste sein, egal wie...“

„Ach verdammt, Pam.“

Birgit seufzte und strich sich durch ihre kurzen, glatten Haare. Unruhig glitt ihr Blick durch den Laden und blieb an dem Typ hängen, mit dem Josh zusammengesessen hatte und dem er gesagt hatte, dass er gehen würde. „Komm mit.“


Entschlossen stand sie auf und ging die wenigen Meter zum Nachbartisch. Ohne groß zu fragen ließ sie sich dem Kerl gegenüber auf einen Stuhl fallen und sah ihn fest an, als der überrascht den Kopf drehte und sie ansah.

„Du bist der Freund von Josh.“

Birgit sah ihn an und Andy wurde augenblicklich wachsam und vorsichtig, als sie ihn so unverblümt ansprach, besonders als sich nun noch eine Blondine neben sie setzte und ihn ebenfalls ansah.

„Ach ja? Sagt wer?“

„Hör auf mit dem Scheiß, er hat Dir vorhin gesagt, dass er geht und wir wollen seine Handynummer.“

„Nein.“ Andy sah die beiden einen Moment an, bevor sein Gesicht einen gleichgültigen Ausdruck bekam und er nach seinem Bier griff, das der Kellner ihm gerade hingestellt hatte.

„Wie … nein?“ Die Blondine, die sich zuletzt gesetzt hatte, sah ihn fragend an und Andy zuckte die Schultern.

„Nein. Das Gegenteil von Ja. Bedeutet, dass was ihr wollt, bekommt ihr nicht. Tschüss.“

„Pass mal auf, Du Arsch. Dein Freund ist mit unserer Freundin abgehauen, sie hat ihr Handy aus und wir wollen wissen, wo sie sind und vor allem, wo unsere Freundin ist. Sie heiratet Sonntag. Also rück' die Nummer raus.“

Andy stellte langsam sein Bier auf den Tisch und drehte sich nun ganz zu den Frauen um, während er sie musterte.

„Die kleine dunkelhaarige? … Keine Sorge, ihr wird nichts passieren. Sie ist nirgendwo so sicher wie bei Josh. Wahrscheinlich hat er sie nach Hause gefahren. Falls ihr also Angst habt, dass er mit ihr ins Bett geht, kann ich versichern, wird er nicht.“

„Ach ja? Und woher willst Du 'das' wissen?“ Die Rotblonde fauchte ihn an und Andy verzog genervt sein Gesicht, bevor er wieder zu seinem Bierglas griff.

„Weil ich ihn kenne? … Lady, hör zu … erstens … würde Josh niemals eine Frau anbaggern oder mit ihr ins Bett gehen, die einem anderen gehört. Zweitens …, wenn er etwas für eine Nacht suchen würde, dann wäre Deine Freundin da...“ Andy deutete kurz auf Pam, „...seine bevorzugte Beute und nicht die kleine dunkelhaarige. Wenn er also mit ihr weg ist, dann nur, weil sie das wollte und er wird sie höchstens nach Hause bringen, aber nicht mit in sein Bett nehmen. Ganz einfach. Und falls ihr nun wieder ankommt mit … 'gib uns seine Nummer' ... Nein, ich gebe die Nummer meines Freundes bestimmt keinem, bevor ich nicht sein OK habe. Als vergesst es, ok? Fahrt zu ihr und guckt nach, sie wird wohl selig schlummernd im Bett liegen … Und zwar alleine … Also … Tschüss.“

Er drehte sich wieder halb weg und nippte an seinem Glas, während die Blonde ihn nun ebenfalls anfauchte. „Du Arsch, wir machen uns trotzdem Sorgen um unsere Freundin.“

„Habt ihr absolut keinen Grund zu, wenn sie mit Josh unterwegs ist.“

„Verdammt, das kann doch wohl nicht wahr sein.“ Birgit sah den Mann ungläubig an und presste dann die Lippen zusammen.

Seufzend und gleichzeitig genervt drehte er sich wieder von der Bühne weg, wo Ben gerade seine Show beendet hatte und sah die beiden Frauen an.

„Okay … ich mach euch einen Vorschlag. Sofern ihr mich dann endlich in Ruhe lasst und verschwindet, werde ich Josh anrufen und fragen, wo eure Freundin ist.“

Birgit sah zu Pam die nickte und beide sahen gleichzeitig zu Andy, der sie abwartend ansah.

„Okay.“



<<-->>




Josh drückte Joy, die immer noch auf seiner Harley saß und darauf einfach unglaublich sexy aussah, die Tüte in die Hand und stieg vorsichtig vor ihr auf. Er hatte darauf bestanden, das sie hier wartete und er schnell hineinsprang. Zuerst hatte sie protestieren wollen, doch mit seinem Versprechen, dass es so schneller ging und sie zum View Vista konnten, hatte sie schließlich mit einem strahlenden Lächeln nachgegeben.

„Zwei Shakes, eine doppelte Portion Wings und einmal extra Pommes für die Lady. Kannst Du das bitte irgendwie festhalten, bis oben zum Point? Sind … fünf? Minuten.“

Joy grinste ihn an und schlang den anderen Arm um ihn, was ihn erneut leise und zischend Luft holen ließ. Genauso wie vor dem Excalibur, fühlte sich ihre kleine Hand einfach nur perfekt auf seinem Bauch an und erneut stiegen Bilder in ihm auf, wie ihre kleinen, schlanken Finger über seine Haut wanderten. Und genauso wie vorhin, spürte er, wie ihm mehr als heiß würde und seine Jeans plötzlich einige Nummern zu eng zu sein schien. Scheiße. Gott, sein Körper benahm sich gerade wieder wie mit fünfzehn, als er das erste Mal … mit dieser kleinen damals nachts am Strand … Gott, ihm fiel nicht einmal mehr der Name ein. Zum Teufel, er reagierte doch sonst nicht so schnell auf eine Frau. Da gehörte schon einiges mehr zu, als ihm nur eine Hand auf seinen Bauch zu legen. Verdammte scheiße.

„Ich kann das sogar noch viel länger festhalten.“

Leise, fast wie schnurrend erklang ihre Stimme in seinem Rücken und Josh schloss die Augen. Das, was ihm gerade ihre Stimme versprach und noch mehr Bilder in seinen Kopf projizierte, war nicht wie sie die Tüte mit den Shakes festhielt, sondern etwas ganz anderes. Innerlich fluchend startete er die Maschine und fragte sich, nicht zum ersten Mal, was an dieser Kleinen war, dass er so extrem  auf sie reagierte und sogar eine, vermutlich, mehr als heiße Nacht mit einer willigen Blondine ausschlug.

„Fünf Minuten, naja, vielleicht auch drei … halte Dich gut fest, Fruchtzwerg.“

„Wieso Fruchtzwerg?“ Verwirrt riss Joy die Augen auf, während sie gleichzeitig versuchte die Tüte irgendwie zwischen ihre Beine und damit zwischen Josh und sich zu klemmen, damit sie nicht vom Wind zerrissen wurde und sich aber auch gleichzeitig irgendwie wieder an seinen warmen Rücken schmiegen wollte. Ein Unterfangen, das nicht ganz so einfach war, doch endlich hatte sie es geschafft und schlang nun, zufrieden, auch den zweiten Arm wieder um Josh.

Josh zuckte mit seinen Schultern. „Du bist winzig und riechst nach Früchten.“ Ohne ein weiteres Wort, schoss er vom Parkplatz und Joy sah kurz ungläubig auf seinen Rücken, bevor sie sich wieder enger an ihn schmiegte und plötzlich ein Grinsen nicht mehr unterdrücken konnte.
… ich bin sein Fruchtzwerg, wie niedlich...
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast