[D'c HeartBeat] Die Verführung der Braut

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
14.11.2019
18.01.2020
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Keine fünf Minuten später warf John sich in den Beifahrersitz des Wagens und starrte wütend durch die Windschutzscheibe nach vorne, während Derek sich nicht einmal ansatzweise rührte oder reagierte. Unruhig verschränkte John die Arme vor der Brust und schnaubte unwillig.

„Es reicht! Komm runter und beruhige Dich. Egal was gerade los ist, bevor Du nicht ruhig und entspannt bist, werde ich nicht einen Satz zuhören.“ Derek's schneidende Stimme durchbrach die Stille und John zuckte zusammen, bevor er tief einatmete.

„Ich dachte, Du schläfst.“ John sah zu Derek hinüber, der mit geschlossenen Augen, seinen Kopf an der Nackenstütze liegen hatte und völlig entspannt wirkte. John erwartete jetzt, dass Derek ihn wenigstens ansah, doch wie dieser gesagt hatte, ignorierte er ihn völlig und seufzend schloss John kurz die Augen, um sich zu beruhigen.

„Sie hat einen Kerl da oben und es scheint mit ihnen schon vor der Hochzeit angefangen zu haben und jetzt will sie, dass die Ehe annulliert wird.“ Wütend presste John die Lippen zusammen. „Der Kerl war sogar auf unserer Hochzeit und beide haben so getan, als würden sie sich nicht näher kennen.“

Jetzt hatte er doch Derek's Aufmerksamkeit und langsam öffnete dieser seine Augen und sah John an. „Und dann räumst Du einfach das Feld und lässt sie da oben mit diesem Typ? Wieso hast Du ihn nicht rausgeworfen?“

John schnaubte unwillig. „...der ist genauso breit wie hoch und mit Sicherheit weit über eins neunzig. Der lässt mich am ausgestreckten Arm verhungern und das hat er sehr deutlich gezeigt.“

„Du übertreibst wieder maßlos. Also hast Du den Schwanz eingezogen und bist gegangen. Reife Leistung.“ Derek hob spöttisch eine Augenbraue und John sackte etwas zusammen.

„Der ist wirklich riesig und nicht gerade schmal und als der mich angesehen hat, so als wäre ich der Eindringling und hätte da nichts zu suchen … dazu das Joy sagte, dass sie eine Annullierung will...“

„Gott, John. Wer ist der Typ überhaupt? Du sagst, er war auf eurer Hochzeit?“ Stirnrunzelnd ging Derek die Gäste durch, die er im Kopf hatte. „...ich habe Dich gewarnt, dass Joy die Falsche ist und nicht das ist, was Du glaubtest zu sehen und Du Dich in ihr irrst. Sie war nicht im Gleichgewicht und hatte noch nicht zu sich gefunden. Aber Du wolltest ja nicht hören. Du hast Dich blenden lassen von ihrer unschuldigen, naiven Art.“

„Ja, Du hattest wie immer recht und ich nicht. Brauchst es mir nicht unter die Nase zu reiben. Scheiße...“

Derek zuckte die Schultern. „... diese Birgit, die wäre die Richtige gewesen. Ich hätte sie unter Kontrolle bekommen können, sie verfolgt mich ja immer noch mit ihrem verliebten Dackelblick, wenn sie mich sieht, auch wenn sie meint, ich merke es nicht.“ Spöttisch verzog er leicht die Lippen.

„Woher willst Du das wissen?“

„... an ihrem Verhalten mir gegenüber und ich habe damals auch bei Dir gewusst, was Du bist oder magst, oder etwa nicht? Manchmal merkt man das an der Art und wie sie sich einem gegenüber verhalten. Zumindest jemand wie ich, oder jemand der so veranlagt ist, egal welche Position, schließlich brauchen wir immer unseren Gegenpart, sonst geht nichts, das Thema hatten wir aber schon vor Ewigkeiten, John.“

John rieb sich über die Schläfen. „Kannst Du bitte fahren? Und dann muss ich überlegen was ich mache. Ich habe ihr gesagt, sie soll heute Abend im Haus sein...“ Er zögerte kurz. „... sonst würde Don sie holen kommen.“

„Wohnung oder Haus? Und wer ist der Typ nun genau?“ Derek startete den Wagen und sah kurz zu John, bevor er sich in den Verkehr einfädelte und auf eine Antwort von John wartete.

„Wohnung, bitte. Der Feuerwehrmann. Da waren doch ein paar Gäste von Wilko, sie gehörten dazu. Er und sein Vorgesetzter.“

„Weißt Du etwas über ihn?“

„Nur seinen Namen, Joshua T.  Walker. Und dass er bei der Feuerwehr ist.“

„Reicht mir.“ Derek griff zu seinem Handy und wählte eine Nummer, bevor er auf Freisprechen klickte und wartete. Endlich hob jemand verschlafen ab und ein Grinsen flog über Derek's Gesicht.

„Brown. Bin nicht da.“

„Matt. Hast Du gerade einen Auftrag, an dem Du arbeitest? Hätte 'nen Job für Dich.“

„Ne, hab gerade einen Abgeschlossen und frei, warum? Was brauchst Du?“

„Joshua T Walker, lebt hier in Frisco, arbeitet bei der Feuerwehr. Ich will alles, was Du über ihn herausfinden kannst. Wenn er Leichen im Keller hat, will ich das wissen, jedes kleinste Detail, lückenlos ... und ich will das Du Joyce überwachst, komplett … mindestens … hmmm, zwei Wochen. Falls die beiden sich treffen, will ich das wissen, ich will wissen, wo und wann und wie lange.“

„John's Frau? Jetzt schon Ärger im Paradies? Scheiße, … Hat sie rausgefunden, dass John...?“ Matt machte eine kurze Pause und seufzte leise. „...also keinen Abend im Club mit meiner Frau, wird ihr nicht schmecken. Ich denke mal Du willst, dass ich sofort anfange, oder? Ziemlich umfangreich. Wird teuer, Derek.“

Derek warf einen Blick auf John, der ihn ansah und dann erst den Kopf schüttelte und dann nickte. „Nein, John glaubt nicht, dass sie das weiß. Kosten sind scheißegal. Bestell Tina Grüße von mir, Du kannst sie danach im Club vorführen und mit ihr spielen … auf meine Kosten.“

„Ich nehme Dich beim Wort und Du kennst Tina, sie wird darauf bestehen, dass Du dann auch mit John da bist.“ Matt lachte leise und wurde dann wieder ernst. „Alles klar, ich melde mich, wenn ich Ergebnisse habe.“



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„Joy?“ Josh stand plötzlich wieder neben ihr und sah sie besorgt an, bevor er sie vorsichtig in den Arm nahm. Schluchzend klammerte sie sich an ihn und Josh hielt sie einfach nur fest, bis sie sich etwas beruhigt hatte. „Willst Du mir sagen, was los ist und warum er einfach so gegangen ist?“

„Er will … will, dass ich spätestens heute Abend in seinem Haus bin, ansonsten lässt er mich holen. Er besteht darauf, dass ich mein Wort halte, bis er alles hat, was er will … ich denke, er meint den CEO Titel.“

Josh fluchte leise und hob sanft ihr Gesicht an, forschend sah er ihr in die Augen. „Und was willst Du? Was wirst Du machen?“

„Ich...“ Joy schluckte und verlegen biss sie sich auf ihre Lippe. „Ich will lieber mit Dir zusammen sein … aber ich habe ihm mein Wort gegeben und er will, dass ich...“ Wieder stiegen Tränen in ihre Augen, sie brach ab und Josh, der kurz ein Glücksgefühl bei ihren Worten verspürt hatte, versteifte sich.

„Wenn Du nicht mehr mit ihm zusammen sein willst, Joy, dann sei es nicht, verdammt. Er kann Dich nicht zwingen. Wechsel das Türschloss aus oder ich bleibe hier oder Du gehst zum Anwalt und wohnst bei mir, damit er Dich nicht zwingen kann, bei ihm zu bleiben.“

„Ich kann nicht … ich weiß gerade absolut nicht...“

Langsam ließ Josh sie los und trat einen Schritt zurück. Ausdruckslos sah er sie an, obwohl alles in ihm tobte und rumorte. „Ich glaube, das ist der Punkt, wo Du eine Entscheidung treffen musst. Du weißt, was er von Dir verlangt, was Du willst und Du weißt … solltest eigentlich mittlerweile wissen, was ich möchte...“ Tief vergrub er die Hände in seinen Taschen und sah sie an.

„Ich … woher soll ich wissen, was Du möchtest? Du hast es ja nicht gesagt. Das Einzige was ich weiß, ist, dass Du gesagt hast, dass Du kein Mann für eine Beziehung bist und Dich nur mit Frauen für Sex triffst. Wir kennen uns ja eigentlich gar nicht richtig.“ Unruhig lief sie hin und her, während Josh sie nur ausdruckslos beobachtete.

„Stimmt, aber zum Kennenlernen braucht man Zeit, Joy. Und diese Zeit liegt alleine in Deinen Händen, nicht in meinen. Ich bin nicht gebunden, Du schon … auch wenn ich das immer wieder verdränge.“ Er schloss kurz die Augen, bevor er sie wieder ansah. „Ich habe viel gesagt und bei Dir dann doch immer genau das Gegenteil davon getan. Und wenn Du mir gestern auch nur einen Moment aufmerksam zugehört hast oder hättest, solltest Du wissen...“ Er brach ab und presste die Lippen zusammen.

„Ich weiß gerade gar nichts mehr. Ich...“ Aufstöhnend hielt sie sich den Kopf. „Das ist alles zu viel, viel zu viel. Was soll ich denn machen? Sag es mir ... Josh? Was soll ich denn machen?“

„Wenn Du das wirklich nicht weißt, kann ich Dir nicht helfen, Joy. Es ist Dein Leben, 'Du' musst entscheiden wie Du es leben möchtest, dass kann Dir keiner sagen. Nicht ich, nicht dieser … Dein Mann, nicht Pam oder sonst wer. Dass kannst nur Du alleine entscheiden.“ Langsam ging er in den Flur und zog sich seine Sneaker an.

„Josh? Gehst … gehst Du weg?“ Unruhig sah sie ihn an und schlang die Arme um sich. Sie wollte nicht, dass er ging, wollte, dass er blieb und sie festhielt, ihr sagte, was sie machen sollte, was sie ja eigentlich wusste, aber zumindest könnte er es ihr doch leichter machen und sagen...
...was sagen? Fruchtzwerg, Du gehörst zu mir? Träum weiter...

Seufzend richtete Josh sich auf und ging langsam auf sie zu und blieb dicht vor ihr stehen. „Du musst Dich entscheiden, Joy. Richtig entscheiden. Und ja, ich werde gehen. Weil ich...“ Er presste im letzten Moment die Lippen aufeinander und brach mitten im Satz ab.
...Dich verdammt nochmal liebe und nicht zu etwas zwingen will...

Langsam ging er an ihr vorbei und in die Küche, sah auf die Kette und griff langsam danach, während Joy immer noch wie erstarrt in der Türe stand. Dicht trat er wieder an sie heran, sah in ihr Gesicht, die geschlossenen Augen und wie stumm die Tränen über ihr Gesicht liefen. Vorsichtig nahm er eine Hand von ihr und legte die Kette hinein, bevor er ihre Hand darum schloss. „Wenn Du Dich entschieden hast … weißt Du, wo Du mich findest.“ Vorsichtig hauchte er einen Kuss auf ihre Lippen und ihre geschlossene Hand und ließ sie dann los, bevor er zurücktrat und ihrem Blick auswich, der zwischen ihrer Hand und ihm hin und herging.

„Aber, Fruchtzwerg, wenn Du Dich entscheidest zu Deinem Wort zu stehen und bei ihm zu bleiben, dann … bitte, halte Dich von mir fern, komm nicht mehr zu mir. Denn ich, … ich kann das alles nicht.“ Leise verließ er ihre Wohnung und atmete draußen zischend ein, während er kurz die Augen schloss und sich durch die Haare fuhr. Garantiert hatte er jetzt alles verspielt, er hätte bleiben sollen, sie dazu bringen, dass sie sich richtig entschied.
...für Dich, ja? Ist das denn richtig? Oder ist das nur Wunschdenken von Dir?...

Langsam, nachdenklich und wie betäubt ging er langsam die Stufen hinunter, verließ das Haus und richtete den Blick starr auf seinen Wagen, bloß nicht zur Seite oder zurücksehen, sonst würde er umdrehen, wieder hochgehen und sie schütteln bis sie endlich klar im Kopf wurde. Aber er musste ihr den Freiraum geben, sie musste nachdenken, ihn vielleicht … nur vielleicht … vermissen und wollen, dass er zurückkam. Anders würde es nicht funktionieren. Sie war am Zug und Josh fragte sich erneut, ob er nicht gerade einen verdammten Fehler gemacht hatte, als er ging.



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Joy stand wie betäubt und sah auf die Tür, die sich fast lautlos hinter Josh geschlossen hatte. Dieses leise Schließen war um einiges schlimmer als ein lautes Türe werfen, es wirkte so … endgültig.

Minutenlang stand sie einfach nur da, sah auf die Tür und hielt die Kette umklammert, die er ihr in die Hand gelegt hatte. Wieso zum Teufel, hatte er ihr sie überhaupt in die Hand gelegt? Nachdenklich öffnete sie ihre Hand und sah auf den kleinen Anhänger, der silbrig im Flurlicht schimmerte und ihr zuzuzwinkern schien. Langsam ging sie in die Küche und legte ihn zurück in das Kästchen zu dem Armband und stützte sich dann auf der Anrichte ab.

Alles wirbelte in ihrem Kopf durcheinander, der Abend und die Nacht mit Josh, was er gesagt hatte, das Auftauchen von John, seine versteckte Drohung und seine Worte. Langsam drehte sie sich um und rutschte an der Theke auf den Boden, zitternd schlang sie die Arme um ihre Beine und legte ihren Kopf auf ihre Knie. Sie wusste, was sie wollte, was John von ihr wollte, ja fast schon verlangte, doch nicht was Josh eigentlich wollte oder erwartete. Was wollte er von ihr? Sex? Zeit?

...„Stimmt, aber zum Kennenlernen braucht man Zeit, Joy. Und diese Zeit, liegt alleine in Deinen Händen, nicht in meinen. Ich bin nicht gebunden, Du schon...“ … „Ich glaube, das ist der Punkt, wo Du eine Entscheidung treffen musst. Du weißt, was er von Dir verlangt, was Du willst und Du weißt … solltest eigentlich mittlerweile wissen, was ich möchte...“...


Sie wusste was sie wollte, was sie wirklich wollte und das war, mit Josh zusammen sein. Jedes Mal, wenn sie ihn sah, fühlte sie sich so unglaublich gut und wohl und alles schien so richtig und perfekt. Das hieß, sie musste sich aber John gegenüber durchsetzen, heute nicht nachgeben und in sein Haus ziehen, wie er es verlangt hatte. Und wenn er sie tatsächlich holen ließ? Wenn sie heute Abend nicht im Haus war und er dann Don schickte? Joy erschauerte, als sie an den bulligen, kleinen Sicherheitsmann mit den fiesen Augen dachte. Sie wusste nicht warum, doch sie mochte ihn ganz und gar nicht. Seit sie ihn damals das erste Mal gesehen hatte, ging sie ihm aus dem Weg. Aber wo sollte sie hin? Alles in ihr wollte ihr einreden, ihre Sachen zu packen und zu Josh zu fahren, doch sie war sich nicht sicher, ob er das wirklich so gemeint, wie er es gesagt hatte und sie wollte nicht bei ihm wohnen, bevor sie nicht wusste, was er von ihr wollte. Auch wenn alles in ihr drängte, genau das zu tun. Nein, nicht solange sie nicht wusste, ob er das gleiche fühlte wie sie oder sie sich nicht zumindest sicher war, dass er das wirklich ernst gemeint hatte.

Und wenn sie heute erst einmal zu Pam ging? Sie könnte einen Anwalt anrufen und einen Schlosser und alles erledigen und wäre bei ihr erst einmal relativ sicher. Aber das war sie hier doch auch … John würde doch nicht wirklich seine Drohung wahrmachen und Don schicken? Nervös und unsicher biss sich Joy auf die Unterlippe. Zumindest musste sie jetzt erst einmal duschen und sich anziehen, vielleicht fiel ihr bis dahin ein, was das Beste war. Schwerfällig stand sie auf und ging langsam aus der Küche und ins Bad.


Knapp zwei Stunden später stand sie gerade im Schlafzimmer und warf einige Sachen in ihre Tasche, während sie mit Pam telefonierte. „... Ich habe nachher noch einen Termin bei der Anwältin. Sie wollte mich erst auf übernächste Woche vertrösten, weil sie keinen Termin heute frei hat, aber als ich sagte, dass es äußerst dringend sei, hat sie gesagt, ich soll kurz vor Feierabend reinkommen, sie nimmt sich dann etwas Zeit. Fand ich nett.“

„Du bist Dir sicher, ja? So plötzlich?“

„Ja.“ Joy sah in die Tasche und runzelte kurz die Stirn, bevor sie prüfend in den Schrank sah. „Ich habe auch schon einen Schlosser angerufen, aber der kann nicht vor Montagmorgen.“

„Du weißt, dass Du hier schlafen kannst. Aber das meine ich nicht, Joy. Gott, ich bin mehr als froh, dass Du diese scheiß Ehe annullieren lassen willst, aber ich meine, ob Du Dir sicher bist mit Josh? Himmel, ihr kennt euch grade mal 'ne Woche, davon wart ihr, was? Zweimal? im Bett, einmal hat er Dich rausgeworfen und Du lagst im Krankenhaus wegen ihm.“

„Himmel, so wie Du Dich ausdrückst, könnte man meinen, er hätte mir etwas angetan und ich würde trotzdem immer wieder zu ihm laufen.“

„So kommt es mir auch fast vor. Er schmeißt Dich raus, Du landest im Krankenhaus, er kommt Dich besuchen und Du liegst sofort wieder in seinem Arm. Du bist das perfekte Spielzeug für ihn. Wenn er Sex will, schnippt er mit den Fingern und Du springst.“

„So ist das doch gar nicht. Du kennst ihn nicht, Pam. Wenn es nach ihm ginge, hätten wir wahrscheinlich noch nicht einmal miteinander geschlafen.“

„Sicher.“ Pam's Stimme klang mehr als spöttisch. „...vielleicht ist genau das seine Masche? Sich zu zieren und der Frau einzureden, dass sie was Besonderes ist und er sich Zeit lassen will und dann heizt er sie an, zieht sich zurück und schwups, hat er sie in seinem Bett.“

Joy zuckte zusammen und schluckte. „Nein, glaube ich nicht.“

„Glaubst Du nicht oder willst Du nicht glauben?“ Pam's Stimme hatte einen leicht lauernden Unterton angenommen und Joy fühlte sich plötzlich mehr als unwohl.

„Glaube ich nicht.“ Fest gab Joy ihr eine Antwort und klang sicherer, als sie sich gerade wirklich fühlte. Pam hatte sie erfolgreich verunsichert und jetzt wusste sie nicht mehr, was sie glauben und denken sollte.

„Nunja, wie auch immer. Ich habe erst um fünf Feierabend. Kommst Du solange klar? Ansonsten musst Du im Laden vorbeikommen und den Schlüssel abholen. Das ist wieder ein Grund, warum ich Dir schon tausendmal einen Schlüssel von mir geben wollte, aber Du wolltest ja nie ...“

Joy fuhr sich über die Stirn als sie wieder Kopfschmerzen bekam und setzte sich kurz auf die Bettkante. „Ne, ich komm schon klar, muss ja noch einiges erledigen, außerdem brauch ich ja auch wieder ein Auto. Und da ich die letzten Jahre ja kaum was ausgegeben habe und genug verdient, will ich mir gleich mal einen kleinen Wagen ansehen.“ Siedend heiß fiel ihr ein, dass sie ja nun arbeitslos war und dringend einen Job brauchte, auch wenn sie sich eine Zeitlang ohne Arbeit über Wasser halten konnte, ewig würde ihr Geld nicht reichen. Vielleicht sollte sie das mit dem Auto erst einmal lassen?

„Okay, dann treffen wir uns heute Abend bei mir am Laden, muss jetzt wieder nach vorne. Meine Pause ist um. Bis später.“

„Ja, bis dann...“ Nachdenklich legte sie auf und war sich nicht sicher, ob es eine gute Idee war, für ein paar Tage zu Pam zu ziehen. Sie war gerade mehr als seltsam und machte alles mies, was Josh betraf. Auch wenn sie sich Sorgen machte, das war wirklich extrem und teilweise böse.

Seufzend schüttelte sie den Kopf und vertrieb die Gedanken, vielleicht bildete sie sich das gerade auch nur ein, irgendwie sah sie im Moment überall Gespenster. Es machte ihr gerade alles ziemlich zu schaffen. Seit letzter Woche hatte sie das Gefühl, ihr Leben bestand nur noch aus Chaos, von super gelaunt, war sie im nächsten Moment total mies drauf und hätte sich am liebsten irgendwo verkrochen wo sie niemand fand.