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[(D'c) HeartBeat] Die Verführung der Braut

GeschichteRomance, Suspense / P18 / Het
14.11.2019
18.01.2020
38
107.456
127
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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03.01.2020 2.979
 
Josh schlug stöhnend die Augen auf und sah auf die Flammenwand, die in wenigen Metern Entfernung wütete. Die Hitze trieb ihm den Schweiß aus jeder Pore und am liebsten hätte er seine Jacke aufgemacht, genauso wie er gerne die Sauerstoffmaske von seinem Gesicht gerissen hätte. Mit jeder Sekunde fiel ihm das Atmen schwerer, weil die Luft zuneige ging und stöhnend schloss er die Augen, als der Schmerz wieder durch sein Bein zuckte, das unter dem schweren Schrank eingeklemmt war. Er wusste genau, dass es gebrochen war, doch er war sich nicht mehr sicher, wie es passiert war und erneut aufstöhnend legte er den Kopf gegen die Wand hinter sich. Er war hier hoch, weil er glaubte, jemanden um Hilfe schreien zu hören, obwohl sie die wenigen Wohnungen und alle Zimmer durchsucht hatten und nirgendwo jemand gewesen war. Trotzdem war er erneut hoch und hatte nachgesehen und dann war er in diesen Raum gekommen, hatte kurz aus dem Fenster gesehen, neben dem Schrank und dann … Josh runzelte die Stirn, der Rest war einfach nur ein schwarzes Loch.

Wie lange hatte er noch, bevor er ersticken würde oder das Feuer ihn umbrachte? Zwei Minuten? Fünf? Langsam knöpfte er die Jacke auf, es machte absolut keinen Unterschied, ob sie auf oder zu war und mit einer Handbewegung fegte er die Sauerstoffmaske von seinem Gesicht, nur um sofort zu husten, als der Qualm beißend in seine Lunge drang.

Wieder sah er auf sein Funkgerät, welches in einigen Metern entfernt auf dem Boden neben ihm lag, so nah und doch unerreichbar. Und sein Handy lag natürlich im Wagen unten. Keine Chance dem Feuer zu entkommen, er war es selbst schuld. Warum zum Teufel war er auch nochmal ins Haus gerannt, obwohl er es seinen Leuten verboten hatte, weil es zu gefährlich wurde? Er war sich nicht einmal sicher, ob Andy mitbekommen hatte, dass er ihm gesagt hatte, dass er nochmal hineinging.

Zum Teufel, seit unzähligen Jahren predigte er seinen Leuten, niemals, wirklich niemals, alleine in ein brennendes Haus zu gehen, immer seinen Partner dabeizuhaben und er selber machte einmal diesen dummen, scheiß Fehler, während seine Leute weiter versuchten das Feuer unter Kontrolle zu bekommen und nun würde er dafür bezahlen. Verdammt, dabei hätten bei ihm alle Alarmsirenen losgehen müssen, als an mehreren Stellen in der Stadt gleichzeitig Gebäude Feuer fingen. Genau das gleiche Schema hatte damals der Brandstifter gehabt, der die Stadt wochenlang in Atem gehalten hatte und mit der Feuerwehr Katz und Maus gespielt hatte. Bis heute wussten sie nicht, ob er einen Partner gehabt hatte, doch die Brände letzte Woche und heute sprachen eine eindeutige Sprache. Entweder war es ein Nachahmungstäter oder er hatte wirklich einen verdammten Partner gehabt.

Hustend schloss er erneut die Augen und dachte an Joy, die zu Hause saß und auf ihn wartete. Nervös und unruhig, was in ihrem Zustand überhaupt nicht gut für sie war. Doch er würde nicht mehr zu ihr zurückkehren, diesmal nicht. Er würde nicht dabei sein, wenn sein Sohn geboren wurde, wenn er seine ersten Schritte lernte, die ersten Worte sprach. Oder stolz zusehen, wenn er in die Schule kam, konnte ihm nicht beibringen, Fahrrad zu fahren oder mit ihm Baseball spielen.

Was zum Teufel hatte er ihr nur angetan. Genau das, wovor er immer Angst gehabt hatte, was er immer hatte vermeiden wollen, war nun eingetreten. Er würde sie alleine lassen … Er hatte sein Feuermädchen, bekam einen Sohn und das Feuer hatte ihn dieses Mal endgültig besiegt. Er würde diesmal nicht zu seinem kleinen Fruchtzwerg nach Hause zurückkehren, in Zukunft stand sie alleine da, nur sie und ihr gemeinsamer Sohn. Er konnte sie nicht einmal anrufen und ein letztes Mal ihre Stimme hören.

Wieder öffnete Josh schwerfällig die Augen, schätzte die Entfernung zum Feuer ab und wie lange er noch etwas Luft hatte, auch wenn sie mehr als rauchgeschwängert war. Flach atmete er ein und sah mit brennenden, tränenden Augen auf seine Sauerstoffanzeige, nein, die Maske aufzusetzen, würde sich nicht mehr lohnen, sie war nahezu leer. Da waren vielleicht noch ein dutzend Atemzüge drin, doch sie würden ihm kaum das Leben retten. Dafür war es hier zu heiß, zu viel Feuer, das schon viel zu nahe war, und viel zu viel Rauch und Qualm in der Luft.

„Joy...“ Rau und kratzig klang seine Stimme in seinen Ohren, als er leise ein letztes Mal ihren Namen flüsterte und ihr Gesicht vor seinem inneren Auge sah. Seine wunderschöne Joy und seit sie schwanger war, war sie noch schöner geworden. Josh spürte, wie die Flammen und die Hitze näherkamen und öffnete schwerfällig die Augen, die ihm immer wieder zufielen. Flach holte er Luft und fing direkt wieder an zu husten, nur um dann aufzustöhnen, weil er sich bewegt hatte und der Schmerz von seinem Bein erneut durch seinen Körper raste, ihn aufstöhnen und zischend Luft holen ließ und er damit wieder die Hitze und den Qualm einatmete. Er spürte, wie ihm langsam das Bewusstsein schwand und schloss wieder die Augen.
Er dachte an Joy, seinen Sohn, den er niemals kennen lernen würde und fühlte sich noch mieser als es ihm eh schon ging. Er hätte sich damals von ihr fernhalten sollen, egal wie sehr sie ihm unter die Haut gegangen war. Sie wusste nicht einmal, was er für sie empfand, er hatte es ihr niemals gesagt und nun war es zu spät. Er war immer davon ausgegangen, dass sie es wusste, doch gesagt hatte er es ihr niemals. In den ganzen zwei Jahren nicht einmal, er wollte immer den perfekten Moment abgewartet haben, ihr sagen, dass er sie liebte und ihr einen Heiratsantrag machen. Der Ring lag schon so unendlich lange im Schreibtisch seines Arbeitszimmers. Doch der Moment war nie gekommen und wenn er einmal dagewesen war, war irgendetwas gewesen, er hatte ihn nicht nutzen können oder sie waren unterbrochen worden.

Zu spät, jetzt war es zu spät. Tränen traten in seine Augen, die nichts mit dem Qualm zu tun hatten und Josh schluckte schwer, bevor er endgültig von einer gnädigen Schwärze umhüllt wurde.



Langsam betrat Andy mit versteinertem und grau eingefallenem Gesicht die Veranda von Josh und Joy's Haus. Noch immer trug er seinen Feuerwehranzug und noch nie war ihm etwas so schwergefallen wie diese wenigen Meter von seinem Wagen zu dem Haus zu laufen. Eigentlich übernahm Shane sonst diese Aufgabe, doch Andy hatte nur den Kopf geschüttelt und gemurmelt, dass er das tun musste. Shane sollte ihn auch nicht begleiten. Diese Aufgabe würde er alleine bewältigen. Den letzten Gang um seiner Freundin und Josh's Frau zu sagen, dass Josh niemals wieder nach Hause kommen würde.

Bevor er noch anklopfen konnte, wurde die Tür von innen aufgerissen und Joy stand vor ihm. Sie sah ihn an und wurde schlagartig kalkweiß. Taumelnd griff sie nach dem Türrahmen und legte gleichzeitig eine Hand auf ihren Bauch

„NEIN! … Nein, nein, nein … sag mir, dass er gleich kommt, dass es ihm gut geht. Andy...“

Andy schluckte und wich ihrem Blick aus. „Joy … ich...“

„Nein ... oh bitte, nein...“

Schluchzend sackte sie zusammen und Andy konnte sie gerade noch auffangen, bevor sie zu Boden fiel. Vorsichtig hob er sie hoch und trug sie zur Couch, wo er sie sanft absetzte und sich dann neben sie setzte und sie in den Arm nahm.

„Es tut mir so leid, Joy … so unendlich leid.“ Andy schluckte und kämpfte selbst mit den Tränen, als Joy sich an ihn klammerte und herzzerreißend schluchzte. Sanft strich er ihr über den Rücken. Es gab absolut nichts, was er sagen oder tun konnte, was vielleicht auch nur ansatzweise ihren Schmerz lindern oder das Geschehene ungeschehen machen würde oder ihr Josh wiedergab.



<<-->>




„Josh...“

Leise und eindringlich drang die Stimme zu Josh durch und verwirrt öffnete er die Augen und sah direkt in Joy's hinein. Er brauchte einen Moment, um zu realisieren, wo er war und leise aufstöhnend, fuhr er sich mit einer Hand über das Gesicht, bevor er auf seine Hand sah, die immer noch … oder wieder? … von Joy festgehalten wurde.

Ein Traum, ein scheiß, realistischer, verdammter Traum. Josh schloss erneut kurz die Augen, um sich zu fangen und wollte gerade etwas sagen, als die Türe aufging und eine Schwester hereinkam.

„Guten Morgen. Wie fühlen Sie sich, Mrs. Vega? Ich bringe Ihnen gleich das Frühstück. Kaffee? Tee? Oder lieber etwas anderes?“ Fragend sah sie zu Josh. „Und Sie? Die Nachtschwester hat uns mitgeteilt, dass jemand hier ist, möchten Sie auch etwas? Kaffee? Tee? Frühstück?“

Joy's knurrender Magen enthob sie einer Antwort und Josh nickte der Schwester dankbar zu. „Kaffee wäre nett, danke. Und eine dieser eingepackten Einwegzahnbürsten.“

„Gerne. Mrs. Vega? Fühlen Sie sich gut genug für's Bad? Kommen Sie, ich helfe Ihnen.“

„Ja bitte...“ Joy setzte sich hin und Josh beeilte sich, aufzustehen und ging langsam zum Fenster. Langsam öffnete er die Vorhänge und sah hinaus, während er nur halb zuhörte, wie die Schwester Joy aus dem Bett half und sie ins kleine Badezimmer brachte, das zum Zimmer gehörte.

Er war immer noch in seinem scheiß Traum gefangen, der sich so verdammt real angefühlt hatte und der ihm gezeigt hatte, was passieren könnte, wenn er sich auf Joy einließ und was er auch ohne diesen Alptraum längst wusste. Entweder hatten sie eine Affäre, wo höchstwahrscheinlich er derjenige war, der bezahlen würde, weil sie ihm schon viel zu viel bedeutete oder sie trennte sich von John, mit ihnen beiden wurde es etwas und dann trat das ein, was er am meisten fürchtete, wenn er eine ernste Beziehung führen würde. Dass er im Feuer umkam und sein Mädchen alleine zurückblieb. Beides war absolut nicht dafür geeignet, dass er sich auch nur im Geringsten besser fühlte, oder es ihm half eine Entscheidung zu treffen. Obwohl die Entscheidung eigentlich einfach war … sich von Joy fernhalten und möglichst schnell und weit von ihr wegkommen und den größtmöglichen Abstand zu ihr gewinnen. Doch alleine der Gedanke daran, schmeckte ihm ganz und gar nicht und ließ seine Laune auf den Gefrierpunkt sinken. Außerdem hatte er das in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch versucht und das Ergebnis war, dass sie nun hier lag und er sich abgeschossen hatte, um sie aus seinem Kopf zu bekommen. Scheiße...

Blind starrte er aus dem Fenster und verfluchte sich und Andy und alles und jeden. Er wusste einfach nicht mehr, was er machen sollte. Alles war durcheinander und chaotisch, genau wie er es geahnt hatte, als er das erste Mal in ihre Augen gesehen hat und sie mit dem provozierenden Hüftschwung durch das Excalibur gelaufen war.

Die Schwester verließ das Bad und zog die Türe hinter sich zu. „Ich bringe Ihnen das Frühstück und Ihre Frau sollte sich wieder hinlegen, wenn sie das Bad verlassen hat.“

Langsam erwachte Josh aus seiner Starre und drehte sich um. Er wollte schon sagen, dass Joy nicht seine Frau war, doch dann ließ er es und nickte nur. „Steht schon fest, ob sie noch länger bleiben muss, oder nach Hause kann?“

„Das kann ich Ihnen nicht sagen, aber nachher ist Visite und danach entscheidet der Doktor ob sie gehen darf oder noch weitere vierundzwanzig Stunden bleiben sollte.“

„Danke.“ Josh strich sich durch die Haare und drehte sich wieder um, um erneut aus dem Fenster zu sehen. Wo zum Teufel war eigentlich dieser scheiß Fatzke, den Joy geheiratet hatte? Himmel, er würde alles stehen und liegen lassen, wenn er ihr Mann wäre und sie im Krankenhaus liegen würde.
...Das hast Du auch so gemacht und bist seit gestern hier. Weil Du wieder mal nicht gehen konntest, obwohl Du es vorhattest. Sie hat Dich ja ganz schön am Wickel, was?...

Josh schloss die Augen und versuchte seine Gedanken zu vertreiben. Er musste sich endlich entscheiden, was er tun wollte, denn so konnte es nicht weitergehen.
...was soll nicht weitergehen? Es hat ja nicht einmal etwas angefangen, außer einem One-Night-Stand, der Dich eiskalt erwischt hat ...

„Josh?“

Blitzschnell drehte Josh sich um, als er Joy's leise, zittrige Stimme hörte und sah erleichtert, dass sie nicht blass oder unsicher auf den Beinen war, sondern ein paar Schritte hinter ihm stand und ihn ansah. Er sah die Unsicherheit in ihrem Blick, so als wüsste sie nicht, was sie sagen sollte und mit einem leisen Seufzen, überbrückte er die Distanz zu ihr und nahm sie in den Arm.

„Es tut mir so leid, dass Du wegen mir hier bist, Fruchtzwerg. Es ist allein meine Schuld.“

Joy schlang die Arme um ihn und erstarrte dann, sie wollte sich wieder losmachen, doch Josh hielt sie fest und sah auf sie hinunter. Innerlich fluchend sah er die Tränen in ihren Augen, die sie versuchte zu unterdrücken.

„Bist Du nur deshalb hier? Weil Du denkst, es ist Deine Schuld?“ Erneut versuchte sie sich loszumachen und da er sie nicht losließ, sah sie starr auf seine Brust. Sie hatte gedacht … gehofft, … dass es einen anderen Grund gab, warum er hier war, die ganze Nacht an ihrem Bett gesessen hatte. Sie war mehrmals wach gewesen, weil sie es nicht gewohnt war, mit jemandem in einem Raum zu schlafen und hatte seinen unruhigen Schlaf beobachtet. Etwas schien ihn sehr beschäftigt zu haben und mehrmals hatte er leise etwas gemurmelt, ohne dass sie es hatte verstehen können.

„Es ist nicht Deine Schuld, Josh. Ich habe einfach nur einen Moment nicht aufgepasst und nicht rechtzeitig mitbekommen, dass der Fahrer vor mir gebremst hatte. So was passiert halt. Wenn es also das ist, was Dich beschäftigt … ich gebe Dir absolut keine Schuld, okay? Ich war dumm und Du hattest Recht. Ich hatte absolut kein Recht dazu, zu Dir zu fahren und dann auch noch einfach auf Deiner Couch zu schlafen, aber ich bin einfach eingeschlafen. Ich war seit Montagabend wach. Als ich nicht einschlafen konnte und noch etwas durch die TV-Kanäle gezappt habe und dann … dann gesehen habe, dass es unten am Hafen brennt und … und...“ Joy brach ab und ohne es zu wollen, fing sie an zu zittern, als erneut die Bilder in ihrem Kopf auftauchten, wie er in die Lagerhalle lief und dann diese Explosion passierte.

„Joy...“ Josh holte tief Luft, was zum Teufel sollte er sagen? Ja, deshalb bin ich hier? Das würde sie garantiert verletzen. Aber vielleicht war das genau das, was er tun musste, um einen Schnitt machen zu können, damit sie ihn einfach vergaß oder wütend auf ihn war und er sich von ihr fernhalten konnte.
Oder nein, deshalb bin ich nicht hier? Das würde wahrscheinlich mehr preisgeben, als er momentan bereit war zu zeigen, solange er nicht wusste, was zwischen ihnen war. Er würde sich bestimmt nicht die Blöße geben und zugeben, dass er zwar etwas gebraucht hatte, um es zu verstehen und es sich obendrein auch einzugestehen, dass er sich Hals über Kopf in sie verliebt hatte.

Bevor er sich jedoch endlich für eine Antwort entschieden hatte, öffnete sich nach einem kurzen Klopfen die Tür und die Schwester betrat erneut das Zimmer. Diesmal mit einem Frühstückstablett, das sie auf den Nachttisch stellte, bevor sie Josh ein kleines Päckchen hinhielt, der sich, als die Türe aufgegangen war, blitzschnell von Joy gelöst hatte und damit rechnete, dass ihr Mann das Zimmer betreten würde.

„Rasierzeug, Zahnbürste, Waschlappen und ein Handtuch. Damit sie sich frischmachen können.“

„Danke.“ Josh lächelte sie kurz an und nahm ihr die Sachen ab, während er sich über seine Barstoppeln fuhr und dann zu Joy sah. „Du entschuldigst mich kurz, ja?“

Joy sah Josh hinterher und sah dann auf die junge Schwester, die einen bewundernden Blick auf Josh warf und der ihre Gedanken mehr als offensichtlich im Gesicht standen und am liebsten hätte Joy ihr das Tablett an den Kopf geknallt. Josh war sexy, ganz besonders wenn seine Haare durcheinander waren und er diese Bartstoppeln hatte, aber das gab dieser Schwester kein Recht ihn so anzugaffen.
...ach nicht? Er gehört Dir nicht...

„Ja, er ist total durchtrainiert. Ja, er ist 'n ausdauernder und leidenschaftlicher Liebhaber und ja, er sieht ohne Klamotten genauso megaheiß aus wie angezogen. Sie brauchen ihm also nicht mit ihrem Blick die Klamotten vom Leib brennen.“ Fauchend fuhr Joy die Schwester an, während sie sich auf das Bett setzte und sah zufrieden, wie diese zusammenzuckte und erst blass und dann rot wurde.
...Holla, das hat gesessen, was ist denn mit Dir los?...

„Ich weiß nicht, was Sie meinen.“ Die Schwester sah sie kurz an und machte sich dann daran, Joy ihr Frühstück herzurichten.

„Nicht? Dann behalten Sie Ihre Blicke bei sich und ziehen Sie meinen Mann nicht damit aus.“ Erneut fauchte Joy die Schwester an, die nur kurz eine Entschuldigung murmelte und dann eilig das Zimmer verließ. Wütend sah Joy ihr hinterher und fühlte gleichzeitig eine immense Befriedigung darüber die Frau vertrieben zu haben, als auch ein schlechtes Gefühl wegen ihrer Lüge und bekam prompt die Rechnung, als sie Josh's erstaunte und amüsierte Stimme hörte.

„Ich wusste gar nicht, dass ich Dein Mann bin. Wann wolltest Du mir das mitteilen?“ Josh lehnte mit der Schulter am Türrahmen des Badezimmers und hatte die Arme vor der Brust verschränkt, während er sie mit unergründlichem Blick ansah.

Er hatte die Badezimmertür nicht richtig geschlossen gehabt und beim Zähneputzen mitbekommen, wie Joy die arme Krankenschwester angefaucht hatte. Und obwohl er es nicht wollte, hatte er grinsen müssen, als er ihre fauchende, eifersüchtige Stimme gehört hatte. Und scheiße, als sie 'mein Mann' gesagt hatte, hatte sich das einfach nur geil angefühlt. Seltsam, aber irgendwie auch total gut.

Trotzdem änderte das alles absolut nichts an der Situation, außer dass er nun wusste, dass Joy scheinbar mehr als eifersüchtig war, warum auch immer. Verdammt, sie hatte geheiratet, warum also … ob es doch stimmte, dass sie...

Stirnrunzelnd sah er sie an, wie sie nun verlegen auf der Bettkante saß und scheinbar nicht wusste wohin mit ihrem Blick und mehr als verlegen ihre Hände knetete. Langsam stieß er sich vom Türrahmen ab und ging auf sie zu.

„Willst Du mir vielleicht etwas sagen, Fruchtzwerg?“
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