[(D'c) HeartBeat] Die Verführung der Braut

GeschichteRomanze, Suspense / P18
14.11.2019
18.01.2020
38
107.453
100
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19.11.2019 2.511
 
„Ooh, das wird so gut, so gut, so gut.“ Pam sprang durch das Schlafzimmer von Joy und klatschte aufgeregt in die Hände.

„Ja, sicher.“ Joy sah leicht genervt auf ihre beste Freundin und stützte ihr Kinn in ihre Hand, während sie Pamela ansah. Pamela, in Hotpants, die ihre langen Beine perfekt zur Geltung brachten, und mit einem Top, das kaum über ihre Oberweite passte und kurz oberhalb des Bündchens der Jeans endete. Wie immer kam sie sich neben der über einmetersiebzig großen, schlanken Pamela mehr als unscheinbar vor und seufzend strich sie sich durch ihre Rotbraunen Haare.

„Birgit bringt nachher etwas Besonderes zum Anziehen für Dich mit und dann werden wir die ganze Nacht feiern gehen. Das wird so gut.“ Strahlend ließ sich Pam rücklings auf das Bett fallen und sah in das Gesicht ihrer Freundin, das von ihren großen dunkelblauen Augen beherrscht wurde und die zur Pupille hin immer heller wurden.

„Mensch, Joy, Du heiratest Sonntag. Wer weiß, wann Du das nächste Mal Zeit hast mit uns zu feiern, wenn ihr erst einmal...“ Pamela brach ab und grinste, während sie eine bezeichnende Bewegung mit der Hand machte, die Joy verlegen erröten ließ.

„Musst Du so darauf herumhacken, dass wir noch nie...“ , unbehaglich brach sie ab und seufzte.

„Na, welcher Kerl wartet heutzutage noch solange, um seine Freundin flachzulegen? Ihr kennt euch fünf Jahre, seid seit zwei Jahren ein Paar, Sonntag heirate ihr und es ist noch nie was passiert, außer ‘nen paar Küsse? Entweder hast Du mich angeschwindelt oder der Kerl hat die Geduld eines Heiligen.“

Joy errötete wieder und seufzte. „Nein, wir haben wirklich noch nie.“

„Naja, ich bin trotzdem immer noch der Meinung, dass Du wenigstens einmal mit einem anderen etwas hättest anfangen sollen und Sex haben, bevor Du heiratest.“

„Ich bin nicht wie Du, Pam. Ich kann so was nicht. Ich kann doch nicht einfach … konnte doch nicht einfach mit irgendeinem Kerl was anfangen, nur damit ich Erfahrung habe. Vielleicht will ich nur einen Mann und dafür den Richtigen?“

„Woher willst Du wissen, dass es dann der Richtige ist?“

Joy machte den Mund auf und klappte ihn dann wieder zu, während sie mit den Schultern zuckte. „Es gibt mehr als Sex.“

„Ja, aber guter Sex ist das A und O. Unser Sex ist das, womit wir die Männer schwach machen und sie uns dafür lieben. Wir erfüllen ihnen ihre kühnsten und geilsten Träume … Der Rest kommt dann von ganz alleine.“

„Müssen wir die Diskussion wirklich schon wieder führen, Pam? Bitte? Und müssen wir wirklich weggehen? Ich habe keine Lust auf eine Party. Können wir nicht einfach zuhause bleiben, ‘ne Pizza bestellen und ‘nen Bier trinken und ‘nen schönen Film gucken? Da hätte ich viel mehr Lust zu.“

„Ja, müssen wir.“ Pam sprang vom Bett und schnappte sich die Hände ihrer Freundin, um sie mit einem Ruck vom Bett hochzuziehen und dann zu lachen, als Joy mit ihren knapp einmeterfünfundfünfzig vor ihr stand und zu ihr hochsah. „Du gehst jetzt duschen, dann werde ich Dich schminken und dann kommt auch gleich schon Birgit.“ Pam klatschte wieder aufgeregt in die Hände und schubste ihre Freundin dann sanft Richtung Badezimmer.

„Ja, Mama...“

Brav trottete Joyce ins Badezimmer und Pam sah ihr nachdenklich hinterher, bevor sie die Lippen zusammenpresste. Klein, zierlich und trotzdem mit hübschen Rundungen war sie ein niedliches, kleines Ding und sah nicht älter als knapp zwanzig aus, obwohl sie in einigen Monaten schon fünfundzwanzig wurde.
...fünfundzwanzig und Jungfrau...
Wie so oft hatte sie das Gefühl, dass John ganz und gar nicht der Richtige für ihre kleine Joy war. Joy brauchte jemanden, der sie einfach umhaute und mitriss, sie beschützte und auf Händen trug. Jemanden, der ihr den Atem nahm und sie alles vergessen ließ und nicht so eine Schlaftablette wie John. Aber wenn Joy anderer Meinung war, würde sie den Teufel tun und ihr was anderes erzählen. Aber zum Teufel, welcher Kerl versuchte denn bitte nicht, mit seiner hübschen Freundin im Bett zu landen? Vor allem, wenn sie schon seit knapp einem Jahr verlobt waren. Wer zum Teufel, wartete heutzutage bis zur Hochzeitsnacht?



                                                                       
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„Um Himmelwillen, ich kann doch so nicht rausgehen.“

Joy sah entsetzt auf sich selber im großen Schlafzimmerspiegel und riss erschrocken ihre Augen auf. Ihre Haare fielen in weichen Wellen bis weit die Schulter hinunter und waren an einer Seite zurückgesteckt, während sich ein paar winzige Locken verspielt um ihr Gesicht ringelten. Ihre Augen, eh schon viel zu groß für ihren Geschmack, schimmerten riesig aus ihrem Gesicht und wirkten dunkel und geheimnisvoll, wobei der hellere Innenrand und die hellen Flecken irgendwie betont wurden, dazu ihr Mund der dunkelrot und verführerisch feucht glänzte, so als würde sie alle paar Sekunden mit der Zunge darüberfahren. Dazu trug sie ein mehr als enges Shirt, das knapp über dem Bauchnabel endete und ein Stückchen Bauch freigab, in dem neckisch ein kleiner Stein blitzte. Ein Piercing, das sie sich mal aus trotz vor ein paar Jahren hatte stechen lassen. Hautenge Jeans, die jede Kurve ihres Hinterns betonte und hochhackige Sandalen vervollständigten den Look. Doch das Schlimmste waren die großen, leuchtenden, glitzernden Buchstaben auf ihrer Brust, die den Blick auf ihre Oberweite lenkten, und allen mitteilte, dass sie die Braut war. An einem Buchstaben hing eine kleine Kette mit einem Schlüssel, der je nachdem aus welcher Richtung man sah, auf einen der beiden anderen Mädchen zeigte.

Geschockt sah sie sich an und dann auf Birgit und Pam, die ähnliches wie sie trugen und bei denen nur rechte und linke Hand der Braut stand, dazu zwei weniger diskrete Hände, die sich um ihre Brüste klammerten und diese scheinbar festhielten. Wobei jede Hand noch ein kleines abgeschlossenes Vorhängeschloss zierte. Wenn sie alle drei nebeneinander standen lief die Kette von Pam's Brüsten, über Joy's und dann bis zu dem kleinen Schloss in der Hand auf Birgits Brust.

„Nein, ich zieh mich um.“ Joy wollte schon ihr Shirt hochreißen, als Pam sie festhielt und sie eindringlich ansah.

„Süße, schlage doch wenigstens einmal … ein einziges Mal über die Stränge, sei doch mal frech und sexy. Du bist so niedlich und kaschierst das immer mit diesen grausigen Klamotten und wer weiß … nach der Hochzeit geht das vielleicht nicht mehr. Dann werden Dich immer alle beobachten. Du heiratest den Assistent CEO von Wilko. Einen der begehrtesten Junggesellen in Frisco. Wenn der alte CEO irgendwann abtritt, wird John seinen Platz einnehmen.“

„Und genau deshalb kann ich nicht so … so … so komisch und aufreizend herumrennen. Himmel.“

„Doch kannst Du.“ Birgit, eine burschikose und schlanke, mit extra für diesen Abend halb blond und halb rotbraun gefärbten Haaren, griff nach Joy's Cluster und prüfte ob sie alles hatte was sie brauchte und schob sie dann einfach Richtung Tür. „Wir gehen jetzt in die DNA Lounge und essen und feiern und danach haben wir später noch eine Überraschung für Dich.“ Sie grinste und warf Pam einen Blick zu, den diese mit einem Funkeln in den Augen zurückgab. Bevor Joy überhaupt noch etwas sagen oder machen konnte, bugsierten ihre Freundinnen sie in den Aufzug und drückten den Knopf für das Erdgeschoss.



„Was ist mit der Limo, Pam?“ Birgit sah fragend zu Pam die grinsend an der Aufzugwand lehnte und den Daumen nach oben zeigte.

„Die steht ab halb zwölf vor der Lounge.“

„Sehr gut, genau die richtige Zeit.“ Birgit grinste erneut und ein vergnügtes Funkeln trat in ihre Augen, während Joy immer nervöser und unruhiger wurde. Wie hatte sie den beiden nur erlauben können, ihren Junggesellinnenabschied zu planen?


Hochrot und verlegen ignorierte Joy die neugierigen und amüsierten Blicke der Passanten und die Pfiffe einiger Jugendlicher, als sie die wenigen hundert Meter Arm in Arm zur DNA Lounge liefen.



Gut zwei Stunden später bereute Joy es erneut, den beiden die Planung des Abends überlassen zu haben. Keine Alkoholfreien Getränke waren nur eines der Verbote, die sie für den Abend aufgestellt hatten und Joy merkte wie sie Kopfschmerzen bekam, als sie an ihrem mittlerweile dritten Mai Tai nuckelte, in der Hoffnung, dass er den Durst löschte, den sie hatte. Sie hätte lieber ein eiskaltes Bier getrunken, aber selbst das hatte Pam ihr aus der Hand genommen und gemeint, sie solle endlich mal feiern. Die Techno Musik hämmerte in ihrem Kopf, die zuckenden und grellen Lichtblitze nervten sie und sie würde gerade nahezu alles geben, für ein ruhiges, gemütliches Plätzchen, ein kaltes Bier und … nackte Füße. Unauffällig sah sie auf die Uhr und stellte erleichtert fest, dass es kurz nach elf war und der Spuk, zumindest in diesem Laden, gleich erst einmal vorbei war. Wobei ihr gleichzeitig davor grauste, was noch kommen würde.

„Hi Kleine, Lust auf einen Drink?“

Joy zuckte zusammen, als sie plötzlich angesprochen oder vielmehr angeschrien wurde und sich eine Hand auf ihren Hintern legte. Nervös sah sie den Typen an, der plötzlich mit einem Drink in der Hand neben ihr stand und sie angrinste. Und natürlich waren Pam und Birgit gerade nicht da. Pam wollte zur Toilette und Birgit tanzte mit ‘nem Typen auf der Tanzfläche, wobei Joy die Verrenkungen wirklich nicht als tanzen betiteln würde. Alle sprangen, drehten und wippten einfach nur rum, wackelten mit den Armen und hüpften teilweise auf der Stelle, als hätten sie irgendwelche Federn unter ihren Schuhen.

Seufzend sah sie erneut auf den Kerl und zwang sich zu einem Lächeln, während sie gleichzeitig ihren Mai Tai hochhielt. „Danke, ich habe noch und ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du Deine Hand von meinem Hintern nehmen könntest.“

„Komm, ich lade Dich auf was Besseres ein, so ein süßes Ding wie Du sollte auch was süßes Trinken.“ Der Typ nahm ihr einfach das Glas aus der Hand und schnappte ihre Hand, um sie hinter sich herzuziehen, als plötzlich Pam bei ihnen stand und den Kerl lieb anlächelte.

„Du solltest sie besser loslassen. Ihre Pussy ist mit Rasierklingen gepierct und nur ihr Verlobter hat den Schlüssel dazu, um sie zu entfernen.“

„Du verarschst mich.“ Der Typ sah von Pam auf Joy die ihn unschuldig anlächelte und dann wieder auf Pam.

„Nö, kannst ja gerne ‘nen Stich versuchen, wird dann aber wohl Dein letzter in diesem Leben sein.“

Sie sah ihn an und grinste, als er plötzlich etwa blasser wurde und Joy losließ. Bevor die beiden noch etwas sagen konnten, war er schon verschwunden, nicht ohne erneut einen seltsamen Blick auf Joy zu werfen. Kaum war er außer Sichtweite, brach Pam in schallendes Gelächter aus, während sie von Joy vorwurfsvoll angesehen wurde.

„Nicht nur, dass ihr mich in diesem Laden alleine lasst, meine 'Pussy' ist mit Rasierklingen gepierct? Gott...“ Doch dann zuckte trotzdem ein Grinsen um ihre Mundwinkel und einen Moment später lachte sie ebenfalls laut los, als sie wieder den entsetzten Blick des Typen vor ihren Augen sah.

„Was ist denn hier los?“ Birgit kam außer Atem an den Tisch und stürzte ihren Mai Tai in einem Zug hinunter, bevor sie sich auf dem Tisch abstützte  und auf die Uhr an ihrem Handgelenk sah. „Viertel vor zwölf … wir sollten los.“

Pam erzählte ihr schnell von dem Typen und Birgit brach ebenfalls in Lachen aus, bevor sie mit dem Kopf schüttelte. „...das Gesicht hätte ich gerne gesehen. So, los Mädels, zeigen wir Joy mal die...“ Sie brach ab, grinste und zog die beiden hinter sich her zum Ausgang.

„Wohin gehen wir jetzt?“

„Lass Dich überraschen.“ Pam lachte vergnügt und schubste die Leute, die ihnen im Weg standen, beiseite. „He, lasst die Braut durch … Abmarsch, beiseite … zack zack...“



Endlich standen sie an der Luft und Joy schloss einen Moment die Augen, als sie die frische Luft einatmete und merkte wie ihre Kopfschmerzen etwas nachließen. Langsam gingen sie zu der Limousine, wo ein Fahrer schnell ausstieg und ihnen die hintere Türe öffnete.

„Meine Damen. Der Junggesellinnenabschied, ja? Bitte steigen Sie ein.“

„Ja, Dankeschön. Sie wissen, wo wir hinwollen?“

„Natürlich. Wir fahren ungefähr fünfzehn Minuten. Danach stehe ich, wie vereinbart auf Abruf bereit, um sie weiter zu fahren, sofern Sie das möchten. Ist alles geregelt.“

„Dankeschön.“

„Gerne.“ Auffordernd zeigte er ins Wageninnere und wartete, bis die drei eingestiegen waren, bevor er sachte die Türe zudrückte und um den Wagen herumging.


Alle ließen sich erleichtert in die Sitze fallen und Pam drückte der erstaunten Joy grinsend eine Flasche Wasser in die Hand.

„Hier draußen darfst Du jetzt was … alltägliches trinken, damit Du fit bleibst.“

„Wie großzügig ihr doch seid.“ Wie eine verdurstende, öffnete Joy blitzschnell die Flasche und trank sie halb leer, bevor sie zufrieden aufseufzend die Augen schloss und einen Moment Atem schöpfte.



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„Oh nein … nein … nein … nein und nochmal … nein.“ Entsetzt sah Joy auf die Schrift über dem Lokal und dem Reklame Mann, der nur mit einem knappen, engen Höschen mit einem Schwert wackelte und dabei seine Hüften kreisen ließ, während in dem Schwert in leuchtendem Neon blau die Schrift Excalibur aufleuchtete. Grelle Lichtblitze schossen immer wieder in den Himmel und der riesige Parkplatz war voller Wagen.

Lachend nahmen Pam und Birgit sie in die Mitte und hakten sie ein, während Joy weiter entsetzt auf den Namen blickte und dann vehement den Kopf schüttelte. „Nein … nein, das ist … nein, ein Männerstrip? Seid ihr noch ganz dicht?“

„Wir wollen Dir nur zeigen, was für Prachtexemplare Du nicht mehr bekommen kannst, wenn Du heiratest.“

„Das ist eine schwulen Bar … hab ich gehört.“ Zischend fauchte Joy Pam an, während sie einen nervösen Blick umherwarf, nicht das jemand das mitbekam und sich beleidigt fühlen würde. Schwule sollten so empfindlich sein, hatte sie mal gehört, wenn man sie auf ihre Sexualität ansprach oder sie sich diskriminiert fühlen würden.

„Da sind auch durchaus ein paar normale … denke ich mal. Ist ja auch egal. Wir wollen doch nur Spaß haben und niemanden abschleppen. Und wo hat man mehr Spaß als in einem Strip Lokal?“

„Ich will keine tanzenden, nackten Männer sehen, das ist einfach nur peinlich.“ Joy stemmte sich mit den Hacken in den Boden, als Pam und Birgit sie vorwärts schieben wollten und seufzend blieben sie wieder stehen.

„Die sind doch nicht ganz nackt, Joy. Die haben durchaus noch was an, da unten … so'n bisschen, oder?“ Pam sah hilfesuchend zu Birgit, die nun die Schultern zuckte und grinste.

„Keine Ahnung, ich war noch nie in einem Männerstrip Lokal. Ich weiß nur, dass der Laden total angesagt ist, es ihn erst seit knapp einem Jahr gibt und er immer brechend voll ist. Der ist mittlerweile so angesagt, dass sie dazu übergegangen sind, nur eine bestimmte Menge Laufpublikum hineinzulassen und ansonsten brauchst Du Eintrittskarten.“

„Gut, dann kommen wir bestimmt nicht hinein und können doch nach Hause fahren, oder?“ Hoffnungsvoll sah Joy von einem zum anderen und dann in den Himmel, der gerade von einer Salve greller Lichtblitze erhellt wurde, die vom Dach des Ladens hochgeschossen wurden und oben mit Laserstrahlen ein Schwert in die dunkle Wolkendecke zauberte.

„Wir haben Karten.“ Triumphierend, sah Birgit sie an und entschieden schoben die beiden die widerstrebende Joy in Richtung Eingang.