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[(D'c) HeartBeat] Die Verführung der Braut

GeschichteRomance, Suspense / P18 / Het
14.11.2019
18.01.2020
38
107.456
127
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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09.12.2019 2.503
 
Josh wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Cleo auf seiner Schulter landete und sich seine Krallen in ihn bohrten. Zusammenzuckend fluchte er auf und merkte gleichzeitig, wie Cleo ihm mit dem Schnabel durch die Haare fuhr und daran zupfte, bevor er auf die Theke sprang und auf die kleine verschlossene Dose zulief. Immer wieder stieß er dagegen, sah Josh an und versuchte dann den festen Deckel zu öffnen. „'Scheiße, Joy?'

„Scheiße, Cleo.“ Fluchend nahm Josh den Deckel ab und griff in die Dose, um Cleo sein Leckerchen zu geben. Das fehlte ihm noch, dass er jetzt den ganzen Tag nach Joy rief und ihm damit auch noch zusetzte.

'Scheiße, Cleo'“ Zufrieden flog Cleo mit dem Stück Trockenobst zurück auf seine Stange und stellte eine Kralle darauf, um es zu fressen.

Langsam nahm Josh sich eine Tasse und goss sich Kaffee ein, bevor er an den Kühlschrank ging und einen Teelöffel Butter in seinen Kaffee steckte. Nachdenklich sah er in die Tasse und wartete, dass die Butter sich auflöste, bevor er ihn umrührte und ihn hinunterstürzte.


Josh wollte gerade ins Bad, um zu duschen, als sein Handy schellte und mit einem Satz war er beim Wohnzimmertisch und hob es auf. Vielleicht war das ja Joy?
...weil sie ja auch Deine Nummer hat, … Idiot...

Stirnrunzelnd sah er auf die Nummer der Wache. Was wollten sie, er hatte heute und morgen noch Urlaub, verdammt.

„Walker.“

„Josh, Maddox hier.“

„Sir!?“ Josh zog die Augen zusammen und strich sich durch die Haare, wenn Shane ihn anrief, war was los. Normalerweise tätigte der Chief keine Anrufe zu seinen Leuten, das machte Josh oder einer der anderen.

„Ich hoffe, Deine Galauniform ist griffbereit und ordentlich, Josh?“

„Das ist sie immer, Shane. Aber deshalb rufst Du nicht an, oder?“

„Doch genau deshalb. Du wirst sie morgen brauchen. Wir müssen zu einer verdammten Hochzeit und eigentlich sollte mich der Polizeichef begleiten, aber seine Frau ist krank geworden und er will sie nicht alleine lassen. Also wirst Du einspringen und mitkommen. Du bist nun mal Assistant Chief und wenn Du in ein paar Jahren meinen Posten übernimmst, musst Du die Scheiße eh öfters mitmachen. Kannst Dich also schon einmal daran gewöhnen, auf dämlichen Veranstaltungen eine gute Figur zu machen und die Berufsfeuerwehr zu repräsentieren.“

„Ich habe heute und morgen noch Urlaub, Shane.“

„Der ist hiermit gestrichen. Der Tag wird Dir gutgeschrieben. Wir treffen uns um zehn an der Wache und fahren dann zusammen zu dieser Hochzeit. Der alte Wilko will, dass wir da sind, schließlich kommt jedes Jahr ein mehr als dicker Scheck für die Feuerwehr und die Polizei beim Bürgermeister an, also müssen wir springen, wenn er einen Wunsch äußert. Befehl vom Bürgermeister.“

Lautstark fluchte Josh und wurde von seinem Chief unterbrochen. „Mir gefällt der Scheiß auch nicht, JT. Also kneif Deinen Arsch zusammen und prüfe Deine Uniform auf Makel, wir sehen uns morgen früh.“

Bevor Josh noch etwas sagen konnte, hatte er aufgelegt und fluchend warf Josh sein Handy zurück auf den Wohnzimmertisch. Das hatte ihm zu seinem Glück gerade noch gefehlt, eine scheiß verdammte Hochzeit, die ihn daran erinnerte, dass Joy trotz ihrer gemeinsamen Nacht diesen Scheißkerl heiraten wollte, der ihr niemals das geben konnte, was sie beide in dieser Nacht gehabt hatten, und die obendrein einfach abgehauen war, ohne ihn zu wecken oder sich zu verabschieden.
...und die nicht einmal ihre Nummer dagelassen hatte...

Wütend presste er die Lippen zusammen und stürmte ins Bad. Scheiß doch drauf, war es eben nur ein weiterer One-Night-Stand gewesen.
...‘nen One-Night-Stand mit einem Feuermädchen? Sicher...



<<-->>




„Was zum Teufel fällt Dir ein, einfach die ganze Nacht und den Tag bei dem Kerl zu verbringen? Gott, Joy … wir sind fast umgekommen vor Angst. Du kennst ihn doch gar nicht. Und sein verfuckter Freund war auch keine Hilfe. Und dass dieser Josh einfach das Gespräch unterbrochen hat und dieser andere Typ kein weiteres Mal anrufen wollte, war auch nicht gerade gut dazu geeignet, uns zu beruhigen. Scheiße verdammt, ey...“

Joy zuckte zusammen, als sie urplötzlich Pam's Stimme hinter sich hörte, kaum dass sie ihre Wohnung betreten hatte. Langsam drehte sie sich um und sah Pam müde an. Wieso hatte sie Pam eigentlich nochmal ihren Zweitschlüssel gegeben? Jetzt gerade bereute sie es zutiefst.

„Du bist nicht meine Mutter, verdammt, also hör auf, Dich so aufzuspielen. Du hast doch immer gesagt, dass ich Erfahrungen sammeln soll.“

Langsam zog Joy ihre Schuhe aus und kickte sie einfach in eine Ecke des Flures, bevor sie in die Küche ging und Kaffee aufsetzte.


„Ja, hab‘ ich. Aber Gott, damit war gemeint, bevor Du Dich verlobt hast und nicht jetzt, ein paar Stunden vor der Hochzeit...“ Lauernd und gleichzeitig besorgt, sah Pam Joy ins Gesicht. „...es sei denn, Du willst die Hochzeit doch noch absagen.“
...und diese verdammte Schlaftablette endlich abschießen...

„Lass mich in Ruhe … Ich geh duschen.“

Joy ging einfach an Pam vorbei, verließ kurzerhand die Küche, ging durch den schmalen Flur ins Bad und schloss nachdrücklich die Türe hinter sich ab.

Fassungslos sah Pam Joy nach und runzelte die Stirn. Etwas stimmte ganz und gar nicht mit Joy. So hatte sie sich noch nie aufgeführt, sie war eigentlich immer ruhig und mehr als höflich, selbst wenn sie, was selten vorkam, mal sauer war. Nachdenklich schnappte sie sich den fertigen Kaffee und stellte ihn zusammen mit zwei Tassen, Milch und Zucker auf ein kleines Tablett, was sie vorsichtig ins Wohnzimmer trug und auf dem Tisch abstellte, bevor sie sich in einen Sessel fallen ließ und dann darauf wartete, dass Joy das Badezimmer verließ.



Joy lehnte sich von innen an die Tür und schloss einen Moment die Augen. Sie wäre jetzt viel lieber alleine, würde sich gerne ihrem Elend hingeben und Rotz und Wasser heulen, zumindest fühlte sie sich gerade danach. Wie hatte sie nur auf die bescheuerte Idee kommen können, dass sie eine Nacht mit einem Mann verbringen konnte, den sie kaum oder gar nicht kannte und das, ohne Schaden zu nehmen? Wie hätte sie auch wissen können, dass man sich so schnell verlieben konnte, denn das war ihr passiert, oder? Nachdenklich runzelte sie die Stirn, während sie sich langsam von der Tür abstieß und anfing sich auszuziehen. Wie sonst könnte man das erklären, was sie fühlte?

Alleine der Gedanke an ihn ließ ihr Schauer über den Rücken laufen und alles in ihr zog sich zusammen. Wenn sie mit ihrem Finger über ihre Lippen strich, hatte sie das Gefühl als wären es seine Finger oder seine Lippen, die sie berührten. Und würde er jetzt an der Türe schellen und sie hier wegholen, würde sie keinen Gedanken an irgendetwas verschwenden, sondern einfach mitgehen.
...weil er ja auch an Deiner Tür schellen würde. Weil er ja auch weiß, wo Du wohnst...

Schniefend drehte sie das heiße Wasser auf und zögerte, unter die Dusche zu gehen. Wenn sie jetzt duschte, würde sie seinen Geruch nie wieder riechen. Er war noch an ihr und mit jeder Bewegung hatte sie das Gefühl er würde sie berühren oder er würde dicht hinter ihr stehen.

Langsam ließ sie ihre Finger über ihren Mund wandern, ihren Hals entlang und schloss die Augen als sie mit den Fingern eine Spur zu ihrem Busen zog. Augenblicklich zogen sich ihre Brustwarzen fast schmerzhaft zusammen und sie stöhnte leise auf, als sie sich vorstellte, dass es sein Finger war, der eine sanfte, warme Linie über ihren Körper malte.

„Joshua...“

Leise flüsterte sie seinen Namen und merkte wie ihr Herz anfing zu rasen und diese vermaledeiten Krabbelviecher wieder wach wurden und unter ihrer Haut ein Wettrennen von den Füßen zu ihren Händen unternahmen.

Langsam tauchte sein Gesicht vor ihrem inneren Auge auf, wie er sie die Nacht angesehen hatte, so hungrig und doch so liebevoll und zärtlich und dann sein entsetzter Blick, als er dachte, er hätte ihr wehgetan.

Immer noch zögerte sie, unter die Dusche zu treten, sie wollte seinen Geruch an sich behalten, doch gleichzeitig wusste sie, dass sie nicht ewig hier stehen und an ihn denken konnte. Sie konnte noch nicht einmal daran denken, wenigsten für heute seinen Geruch zu behalten, wenigstens noch ein paar Stunden und erst morgen früh duschen zu gehen, weil Pam draußen saß und auf sie wartete. Genauso wie die Schwestern damals im Waisenhaus, wenn sie auf Joy gewartet hatten, um sie für etwas zu maßregeln.

Seufzend trat sie nun doch unter die Dusche und griff nach ihrem Früchteduschgel. Es brachte ja nichts, wenn sie hier noch ‘ne Stunde stand und von Josh träumte, denn wenn sie dann nach draußen kommen würde, würde Pam immer noch dasitzen und auf sie warten wie eine alte spanische Inquisitorin.

Kaum hatte sie ihr Duschgel geöffnet und der warme, leckere Duft ihres Früchtemix-Duschgels stieg ihr in die Nase, hörte sie wieder Josh's leise, heisere Stimme an ihrem Ohr.


...„Du schmeckst einfach nur so unglaublich gut, Fruchtzwerg.“ ...  „Wieso Fruchtzwerg?“ …  „Du bist winzig und riechst nach Früchten.“...


Augenblicklich wurde ihr wieder mehr als warm und glühende Blitze schienen durch ihren Körper zu schießen. Gott … Joy schloss die Augen und spürte wieder seinen warmen Atem auf ihrer Haut, seine Lippen und Zunge an ihrem Hals und wie er sanft an ihm knabberte und ihn küsste.

„Oh, Himmel...“ Joy merkte, wie ihre Beine anfingen zu zittern und eine Gänsehaut sich auf ihrem Körper ausbreitete. „Oh, Herr im Himmel.“ Das war doch Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn. Warum huschten jedes Mal Schauer über ihren Körper und ihr Herz fing an zu rasen, wenn sie auch nur an Josh dachte?



Knapp eine halbe Stunde später betrat sie, nur in ein riesiges Badelaken gewickelt und mit einem Handtuch um den Kopf gebunden, das Wohnzimmer und ließ sich in den zweiten Sessel fallen. Pam ignorierend, goss sie sich einen Kaffee ein und zog dann ihre Beine unter ihren Körper.

„Glaubst Du wirklich, Du kannst mich lange ignorieren? Ich bin die ganze Nacht da, schon vergessen? … Weil Du die letzte Nacht vor Deiner Hochzeit nicht alleine sein wolltest und ich so morgen früh schon da bin, um Dir bei allem zu helfen.“

Joy seufzte innerlich und trank einen Schluck ihres Kaffees. Das hatte sie total vergessen, hatte die Hochzeit morgen einfach beiseitegeschoben.

„Joy? … Hallo? Zum Teufel, was ist los mit Dir?“

Seufzend sah Joy nun doch zu Pam und zuckte die Schultern. „Was soll schon sein? Nichts, alles gut. Wahrscheinlich nur kalte Füße wegen morgen...“

„Laber keinen Scheiß. Das ist es nicht. Es ist was anderes.“ Aufmerksam sah sie ihre Freundin an und seufzte dann. „Du hast mit ihm geschlafen, oder?“

„Was? Nein...“ Joy trank erneut einen Schluck Kaffee und Pam zog spöttisch eine Augenbraue hoch.

„Und wieso ist dann ein Knutschfleck an Deinem Hals? So was passiert bestimmt nicht zufällig, sondern...“ Grinsend brach sie ab, als Joy's Hand unbewusst zu ihrem Hals glitt.

„Ich hab‘ keinen...“ Ertappt brach sie ab und warf Pam einen wütenden Blick zu als sie merkte, das Pam sie angelogen hatte, um sie zu provozieren.

„Joy, ich bin wahrlich die Letzte, die Dich verurteilen würde. Aber ich glaube, Du hast nicht nur mit ihm geschlafen, es ist viel mehr passiert, oder?“

„Nein, es war nur ein … eine einmalige Sache. Ich heirate morgen und selbst wenn nicht, was natürlich nicht zur Debatte steht, Josh hat gesagt … naja, mehr unterschwellig, dass er kein Typ für eine Beziehung ist.“

„Du hast Dich verliebt … Himmel. Und was ist mit John?“ Pam riss die Augen auf und sah fassungslos zu Joy, die nicht verhindern konnte, dass sie rot wurde und nun verlegen auf ihre Hände sah.

„Ich bin dumm, oder? Erst interessiere ich mich nie für einen Mann und dann komme ich mit John zusammen und denke, ich liebe ihn und dann...“ Sie machte eine verzweifelte Geste mit den Händen und sah dann wieder auf ihren Schoß.

„Du musst die Hochzeit absagen, Joy. Du liebst John doch gar nicht, sonst hätte Josh Dich nicht so umhauen können, dass Du mit ihm mitgehst und sogar mit ihm schläfst.“

„Nein, ich werde die Hochzeit nicht absagen. Ich habe John mein Wort gegeben, Pam, und obendrein werde ich Josh niemals wiedersehen. Er hat mich ja nicht einmal nach meiner Nummer gefragt. Es war nur was für eine Nacht, mehr nicht.“

„Verdammt. Du liebst John nicht, Joy. Das hab‘ ich mir schon immer gedacht und mit John stimmt doch auch was nicht. Sonst hätte er wenigstens einmal versucht mit Dir zu schlafen und wenn er es versucht hätte, hattest Du mir davon erzählt. Er passt, verdammt nochmal, nicht zu Dir. Du rennst mit offenen Augen in Dein Unglück.“

Langsam stand sie auf und setzte sich neben Joy in deren Sessel, vorsichtig nahm sie sie in die Arme und drückte sie an sich. „Du bist wie eine kleine Schwester für mich, Joy. Du hast mehr verdient als diese Schlaftablette. Und jemanden zu heiraten, wenn man sich in jemand anderes verliebt hat, ist saublöd. Obendrein, wenn Du John lieben würdest … hättest Du Dich nicht in Josh verlieben können oder Dich auf ihn eingelassen.“

„Das ändert aber nichts an der Situation. Ich wusste worauf ich mich einlasse, ich wollte trotzdem mit Josh zusammen sein und das ich mich … mich Hals über Kopf in ihn verliebt habe, ist meine eigene Schuld.“

„Gott, Kleines. Das ist eine so verdammt bescheuerte Situation.“

„Nein, ich werde John morgen heiraten und dann ist alles gut.“

Joy versuchte zu lächeln und sah den ungläubigen Blick von Pam. Seufzend machte sie sich von ihr los und griff erneut zu ihrer Kaffeetasse. Sie konnte Pam nicht einmal die Wahrheit sagen, sie würde absolut ausflippen, wenn sie erfuhr, dass John und sie niemals in einem Bett schlafen würden oder Sex haben würden, weil er nicht konnte.
Joy fühlte sich schlecht als sie gleichzeitig die Erleichterung darüber verspürte, dass John niemals mit ihr schlafen würde.
Sie könnte es wahrscheinlich sowieso nicht ertragen, wenn er sie berühren würde, nicht nach Josh. Und nicht, wenn sie sich wünschte, dass er morgen Anstelle von John neben ihr stehen würde. Ein dummer, blöder Gedanke, der sie durchzuckte und der niemals in Erfüllung gehen würde.

Gedankenverloren sah sie in ihre Kaffeetasse und bemerkte nicht den forschenden, unglücklichen Blick, den Pam ihr zuwarf.

Pam seufzte innerlich und verfluchte John erneut, dass er sich an Joy ran gemacht hatte. Sie konnte ihn nicht leiden, absolut nicht. Zwar hatte sie es ihn niemals merken lasen und auch Joy nichts gesagt, doch wenn es nach ihr ging, könnte er auf nimmer wiedersehen irgendwohin verschwinden. Und jetzt hatte sich Joy auch noch verliebt. Und anstatt die Hochzeit abzublasen und zu versuchen sich diesen Josh zu schnappen, der ihr ohne Probleme den Kopf verdreht hatte, wollte sie trotzdem John heiraten. Pam hätte Joy am liebsten geschüttelt damit sie endlich wach wurde.

„Wir sollten schlafen gehen. Sofern Du nicht doch noch endlich klar im Kopf wirst und die Hochzeit sausen lässt, wird das morgen ein verdammt langer Tag für Dich.“ Pam stand abrupt auf und ging in das kleine Gästezimmer, bevor sie wirklich noch etwas dummes tat und Joy anschrie, dass sie endlich ihren verdammten Verstand benutzen sollte.
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