Our little challenges

von YaraScott
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
14.11.2019
14.11.2019
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Dieses Kapitel
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Hey,
an alle, die sich zufällig hierher gekommen sind: den ersten Teil findet ihr hier.
Ansonsten: Willkommen zurück :D Freut mich, dass ihr noch dabei seid :)
Meine To Do Liste war doch schneller abgehandelt, als ich gedacht hätte und plötzlich war das erste Kapitel schon fertig. Bis Januar kann ich keine Regelmäßigkeit versprechen, aber ich versuche es :)
Es fängt noch recht langsam an, aber es werden noch ein paar Dinge passieren, gebt also mir ein paar Kapitel. Viel Spaß beim Lesen, danke für das ganze positive Feedback zum ersten Teil und gebt mir sehr gerne auch dieses Mal wieder Rückmeldung! :D
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Es klopfte an meiner Tür. Ich zuckte zusammen. Eigentlich hatte ich die letzten Stunden genau darauf gewartet, doch in diesem Moment war es unerwartet.
Ich blickte von meinem Schreibtisch hoch. Dad öffnete meine Tür und schaute mich an. Ich konnte seinen Gesichtsausdruck nicht lesen. Er schaute mich einfach nur an. “Er ist da”, sagte er schließlich und wandte sich wieder zum Gehen.
“Warte, Dad”, sagte ich und zu meinem Erstaunen blieb er wirklich stehen.
Ich stand auf und lief auf ihn zu. Er beobachtete jeder meiner Bewegungen. War er sauer? Enttäuscht? Verletzt?
Ohne zu fragen, ließ ich mich in seine Arme fallen. Er schmunzelte nur und schloss die Arme um mich.
“Ich werde gar nicht erst noch einmal versuchen, dich davon abzuhalten”, flüsterte er nah neben meinem Ohr. “Aber ich möchte, dass wenn irgendetwas ist, dass du mir Bescheid sagst. Amsterdam ist zwar nicht um die Ecke, aber wenn irgendwas ist, setze ich mich sofort ins Auto.”
Ich musste grinsen. Dad hatte in den letzten Tagen oft versucht, mich doch von meinem Plan abzubringen und mich davon zu überzeugen, dass ich hier bleiben sollte. Doch keines seiner Argumente hatte mich überzeugen können. Die Vorfreude auf Amsterdam war einfach zu groß und ich wollte mir nicht im letzten Moment meine Chance darauf verbauen.
“Danke, Dad”, flüsterte ich. Er konnte nur erahnen, wie dankbar ich ihm wirklich war. Ich konnte mir zwar nicht vorstellen, dass es irgendwie dazu kommen würde, dass er mich abholen sollte, aber es war schön zu wissen, dass es einen Plan B gab, sollte irgendwas gehörig schiefgehen.
Er löste sich wieder von mir und nahm eine meiner Reisetaschen. Linus und ich hatten nie definiert, wie lange wir unterwegs sein wollten und es war schwer gewesen, zu packen, wenn man nicht wusste, wie lange man weg war. Doch die nächsten Monate würden wir komplett in Amsterdam verbringen. Weit weg von allem, was hier in dem vergangenen Jahr passiert war.
Ich schulterte meine Tasche und nahm meine zweite Reisetasche. Ein letztes Mal schaute ich mich um, bevor ich meine Zimmertür hinter mir schloss.

Unten vor dem Haus stand Linus mit seinem Wagen. Die Sonne spiegelte sich auf dem schwarzen Lack  seines Autos. Als er sah, wie wir aus dem Haus kamen, stieg er selbst aus.
“Hey.” Er lächelte. Sein Blick schwankte zwischen mir und Dad hin und her.
Schnell lief ich zu ihm und ließ mich in seine Arme fallen. Am liebsten hätte ich ihn geküsst, doch so weit war Dad vermutlich doch noch nicht. Es würde für ihn schon schwer genug, wenn ich gleich in Linus Auto steigen und wegfahren würde. Linus Nähe tat gut und ich freute mich darauf, bald viel Zeit mit ihm verbringen zu können.
Eine ganze Weile genoss ich seine Nähe, bevor ich mich wieder von ihm löste. Viel mehr als ein freundliches Nicken hatte Dad doch nicht für ihn übrig, doch das war genug für diesen Moment. Viel mehr als Smaltalk tauschten sie nicht aus, doch immerhin machte Dad nicht Anstalten, mich abzuhalten oder Linus noch mal zu verprügeln. Alles in allen waren wir also auf einem guten Weg.
Dad verfrachtete meine Taschen in den Kofferraum.
Der Kofferraum war nicht klein und doch war er völlig überfüllt. Wenn man ihn sich anschaute, könnte man denken, dass wir umziehen würden. Doch wir fuhren nur auf fast unbestimmte Zeit weg. In spätestens einem Jahr wären wir eh wieder hier und ich würde anfangen zu studieren. Doch daran wollte ich noch nicht denken. Dieser Teil meiner Zukunft war noch weit weg.
Ich verabschiedete mich von Dad, der mir nochmal sagte, dass ich ihm jeder Zeit anrufen könnte. Er bestand darauf, dass ich ihm versprach, dass ich ihm bei jeder noch so unwichtigen Kleinigkeit anrufen würde. Das war irgendwie niedlich von ihm. Nach der kalten Schulter, die er mir lange zugewandt hatte, war das eine sehr erfrischende Abwechslung.
Dann wandte sich Das Linus zu. “Pass auf sie auf.”
Linus nickte. “Keine Sorge, ich werde dafür sorgen, dass ihr nichts passiert.” Es fühlte sich gut und gleichzeitig komisch an, wenn sie so über mich redeten. Vor allem, wenn ich dabei war.
“Wenn du ihr irgendetwas tust, komme ich und dann wird es dir leid tun.” Dads Stimme klang unglaublich ernst. Ich dachte, über diesen Punkt wären wir schon längst hinaus. Doch scheinbar musste Dad es nochmal klarstellen.
Linus nickte. Er ließ sich nicht anmerken, dass Dad ihn gerade gedroht hatte. Ich konnte nur erahnen, dass ihn diese Worte verletzten. “Ich werde Dia niemals etwas antun”, sagte er selbstbewusst.
Ich fühlte mich Fehl am Platz. Mir war klar, dass sie schon mehrfach solche Gespräche geführt hatten, doch sonst war ich nie dabei gewesen. Es fühlte sich komisch an, die Person zu sein, über die geredet wurde.
“Wollen wir?”, fragte ich, um aus der Situation zu kommen. Linus nickte, doch Dad war nicht begeistert. Ich winkte Dad nochmal zu und stieg in Linus Auto. Auch er setzte sich und startete den Motor. Dieses Mal fühlte es sich nicht anders an, als die vielen Male zuvor, die wir weggefahren sind. Ich lehnte meinen Kopf zurück und schaute zu Linus. Seine Augen waren auf die Fahrbahn gerichtet.
“Er wird dir irgendwann wieder vertrauen”, sagte ich leise. Ich wollte nichts Falsches sagen.
Linus musste schmunzeln. “Elias ist nur besorgt und ich kann es ihm nicht verdenken.”
Ich nickte nur. Das hatte ich eigentlich nicht gemeint, doch ich wollte ihm gerade nicht widersprechen.
“Freust du dich auf Amsterdam?”, fragte ich, um das Thema zu wechseln.
Für einen kurzen Moment schaute er zu mir herüber und lächelte mich an. “Vor allem freue ich mich auf sehr viel Zeit mit dir.” Er grinste mich an.
Ich freute mich wirklich auf die Zeit, die vor uns lag. Es könnte fantastisch werden.
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