Normales Leben?

KurzgeschichteFreundschaft / P12
Jacob "Jake" Long / American Dragon
14.11.2019
14.11.2019
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Hallo zusammen :)

Hier kommt mal ein Fandom, dass ich noch nie zuvor geschrieben habe, dass aber vollkommen meiner Kindheit entspricht. Momentan gucke ich es wieder und finde es immer noch genau so toll.

Ich finde es schade, dass es hier kaum bis keine Geschichten zu gibt und noch schader finde ich es, dass auch im Englischen die Beziehung zwischen Jake und seinem Vater nicht so oft thematiesiert wird. Immerhin muss Jake die ganze Zeit lügen. Und ich finde es auch mega schade, dass es hier noch nicht einmal Jakes Eltern oder seine Schwester zum Auswählen gibt...

Naja, ich wünsche viel Spaß beim Lesen und Kommentare sind immer gerne gesehen:)

Wie immer gehört mir nichts, nur die Idee.


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Vor noch nicht einmal sehr langer Zeit hatte Jake ein normales Leben gehabt. Er war ein normaler Junge gewesen. Das einzige worum er sich hatte Sorgen machen müssen, war über die Schule und über seine Freunde. Nichts weiter und damit wäre er zufrieden gewesen.
Er hatte gute Freunde, war gut in der Schule und hatte eine gute Beziehung zu seinen Eltern. Besser hätte es nicht laufen können.
Doch dann hatte sich sein Erbe mit dreizehn Jahren offenbart. Er war ein Drache und dazu auserwählt, die USA zu beschützen. Am Anfang war es noch cool gewesen. Er war ein Drache. Er konnte fliegen und Feuer spucken.
Aber sehr schnell musste Jake lernen, dass es nicht so einfach war.
Je mehr die Zeit verging, desto schwerer fiel es ihm, sein Schulleben mit Freunden, sein Familienleben und sein Drachenleben unter einem Hut zu bringen.

Ein Seufzen entwich Jake als er seine kleine Schwester beobachtete, wie sie wieder Lob von ihren Eltern bekam, weil sie erneut eine gute Note in der Schule bekommen hat.
Seitdem er ein Drache geworden war, hatte sich vieles verändert. Seine Noten wurden schlechter und seine Beziehung zu seinem Vater war auch merklich schlechter geworden, dadurch dass er ihn anlügen musste.
Und nun zu sehen, wie Haley wieder Lob bekam und er wusste, dass er gleich genau das Gegenteil erfahren musste, machte ihn innerlich fertig. Seine Mutter verstand ihn, da sie wusste, wodurch er musste. Aber sein Vater wusste nichts davon und deswegen hatte er immer diesen enttäuschten Gesichtsausdruck, wenn sein Sohn mal wieder eine schlechte Note nach Hause brachte.
Dabei war es noch nicht einmal so, dass er es versuchte. An vielen Tagen blieb er bis spät in der Nacht auf, um zu lernen. Aber es brachte nichts. Irgendwann hatte er seine Grenze erreicht, dessen war er sich sicher. Und er war sich sicher, dass er diesen enttäuschten Ausdruck in den Augen seines Vaters auch nicht mehr länger standhalten könnte.

Seitdem sein Erbe ausgebrochen war und er es geheim halten musste, hatte sich die Beziehung zwischen ihnen verändert.
Jake musste aufpassen, dass sein Vater ihn nicht erwischte. Jake musste aufpassen, dass er sich nicht versprach. Jake musste auf so vieles aufpassen. Aber eigentlich wollte er mit ihm reden, wollte ihm alles sagen. Schon immer war er ein Papakind gewesen. Wenn er irgendetwas hatte, war er immer zu ihm gegangen. Nun konnte er es nicht mehr, weil sonst alles aus ihn ausbrechen würde. Aber das durfte nicht passieren. Und deswegen hielt er sich von seinem Vater fern. Er wusste, dass es ihn auch verletzte, aber es ging nicht anders.

„Jake?“, die Stimme seines Vaters und er benutzte seinen Spitznamen nicht, den er immer verwendete. Es war ernst.
Er sah dabei zu, wie seine Mutter seinem Vater eine Hand auf den Arm legte. Ein klares Zeichen dafür, dass sie versuchte ihn davon abzuhalten, mit seinem Sohn über seine Noten zu sprechen.
Aber sein Vater blieb ernst. Sein ganzer spielerischer Charakter war verschwunden.
Jake ließ etwas den Kopf hängen und akzeptierte es.
Ohne ein weiteres Wort ging sein Vater an ihn vorbei und Jake folgte ihm, spürte die Blicke seiner Mutter und seiner Schwester auf seinem Rücken.

Nervös setzte sich Jake auf sein Bett. Sein Vater vor ihm im Schreibtischstuhl.
Stille breitete sich aus. Sein Vater schien abzuwarten, dass Jake etwas sagte, aber Jake konnte sich nicht dazu bringen, etwas zu sagen.

Dann ein Seufzen seines Vaters: „Jake, was ist los?“

Unbeholfen zuckte er nur mit seinen Schultern. Er wusste ganz genau, was los war. Aber er durfte es seinem Vater nicht sagen. Die Auswahl bestand aus Schweigen oder Lügen und dann würde Jake lieber schweigen. Er wollte seinen Vater nicht mehr anlügen. Er hasste es, dass seine Mutter seinem Vater noch nicht die Wahrheit gesagt hatte. Jake war sich sicher, dass sein Vater es gut aufnehmen würde. Er liebe seine Familie. Aber es war nicht an Jake, die Wahrheit zu offenbaren.

„Seit einiger Zeit sacken deine Noten immer weiter ab. Du verbringst immer mehr Zeit im Shop und wirkst immer müder. Also, was ist los?“, fragte er wieder und wieder zuckte Jake nur mit den Schultern.

Wieder ein Seufzen und dann bewegte sich sein Vater und setzte sich neben seinem Sohn auf die Bettkante. Eine warme Hand legte sich auf seinen Rücken und strich sanft auf und ab: „Was ist es? Wirst du in der Schule gemobbt? Ärger mit deinen Freunden? Du kannst mit mir darüber reden. Früher bist du immer zu mir gekommen, um zu reden. Was hat sich geändert?“

So vieles hat sich geändert und Jake wollte nichts weiter als alles raus lassen. Aber er durfte es nicht, deswegen schüttelte er nur den Kopf.

„Ach, Jake. Ich hoffe, dass du irgendwann wieder mit mir reden kannst. Egal was es ist, ich werde nicht sauer werden“, meinte sein Vater und Jake sah auf, blickte seinem Vater in die Augen und was auch immer in ihnen zu sehen sein musste, brachte seinen Vater dazu, sanft zu lächeln.

Er zog seinen Sohn in seine Arme und flüsterte in sein Ohr: „Egal was es ist und egal wie es weiter geht, ich werde immer stolz auf dich sein.“

Nun breitete sich auch ein Lächeln auf Jakes Lippen aus. Irgendwann würde der Moment kommen, an dem sein Vater die Wahrheit erfuhr und wenn das geschah, würde sich alles wieder zum normalen entwickeln. Er könnte dann mit seinem Vater reden und er würde es verstehen.
Dessen war er sich sicher.
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