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Brìghde Moireach

GeschichteFantasy / P12 / Gen
OC (Own Character)
13.11.2019
13.11.2019
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13.11.2019 3.191
 
Es war wieder einer dieser Abende, Brìdghe saß alleine in ihrem kleinen Appartment in Renton. Sie war erst seit zwei Wochen hier in Seattle, demzufolge hatte sie auch noch keine Freunde oder Bekannten. Ok, wohl eher Bekannte, denn Freunde in diesem Business waren sehr, sehr rar gesät und konnten manchmal auch zur Belastung werden.
Zwar hatte Sie Familie, aber die war knappe 3000 Meilen entfernt, und diese vermisste Sie am meisten. Allein der Gedanke an ihren Daddy reichte um ihre Stimmung noch mehr zu drücken.

Was um alles in der Welt hatte sie sich dabei gedacht, von ihrer geliebten Stadt, ihrer Mannschaft,  ihrem Haus, ihrer Familie wegzugehen. Ach so …. da war ja was …. sie hatte nicht wirklich eine Wahl gehabt. Es war im Endeffekt eine gemeinsame Entscheidung zwischen ihr, ihrem Vater und dem Familienrat gewesen. Und ja, sie war Anfangs von der Idee begeistert gewesen. Sie witterte eine Chance, sie roch förmlich das es hier in der Stadt etwas zu holen gab. Es muss etwas von Wert sein, ihre Instinkte hatten sie noch nie getäuscht. Sie musste es haben, gleichgültig ob wertvoll oder Ramsch. Es lag einfach in ihrer Natur, Dinge zu bekommen die sie wollte. Und was das entscheidenste war der Don wollte es auch, und was der Don wollte war Gesetz nein es war mehr, es war der eigene Wunsch. Das war jahrelang ihre Welt gewesen, in der sie aufgewachsen war und gelebt hatte, es war ihr in Fleisch und Blut übergegangen, hatte ihr aber auch Halt und Rückendeckung gegeben. Es war das Einzige was sie, neben ihrem Sport, wollte und dafür nahm sie auch diese einsamen Stunden in Kauf.

Mit diesem Gedanken rappelte sie sich auf, betrat die kleine Küchenzeile um sich einen kleinen Abendsnack zu zubereiten. Jedoch hatte sie kaum die Sachen vor sich ausgebreitet unterbrach Sie das eindringliche Piepen ihres Kommlink's in der Ausführung. Zu bequem ihr Kommlink in der Wohnung zu suchen und auf herkömmliche Weise zu kommunzieren, materialisierte sie in der Matrix und sah wenige Meter entfernt ein altertümliches Wählscheibentelefon welches ringförmige zentrische Kreise absonderte. Das öffentliche Seattler Gitter war für sie noch sehr ungewohnt, erinnerte Sie aber auch gleichzeitig daran, das sie noch ihren neuen Knoten einrichten musste. Die ganzen wild und unkoordiniert herumschwirrenden Feeds, Emails, Bilder, Chaticons und was weiß die Urmutter noch alles von irgendwelchen ungeübten oder Möchtegerndeckern verbreiter Spam, verwirrten und stifteten Unruhe. Auch die Matrix war anders als in ihrem Heimatgitter, aber die würde sie kultivieren und nach ihren Wünschen formen können, anders als die fleischliche Welt.

Als denn trat sie erst einmal an das Telefonicon heran und nahm ab.
„Hallo Briddi, mein Schatz.“ die ruhige und sonore Stimme würde sie überall erkennen, und diese ließ ihr Stimmungsbarometer sofort um 100% steigen.
„Daddy, was für eine freudige Überraschung, ich habe gerade an Euch denken müssen.“, kaum hatte sie diese Worte unübertroffener Freude ausgesprochen, kroch ein kleiner Schatten in ihren Kopf.
„Es ist doch nichts passiert, oder? Wir haben ja erst gestern telefoniert und wollten es auf viermal die Woche beschränken.“ Ihr Vater lachte leise aber sanftmütig auf.
„Nein, zumindest nichts schlimmes. Aber ich hoffe Du hast heute Abend noch nichts vor?“
„Für dich habe ich doch immer Zeit, Daddy.“
„Gut, den ich habe keine Kosten und Mühen für meine Kleine gescheut und mich auf den Weg zu Dir gemacht um ein paar Kontakte zuknüpfen.“ Fast wäre Sie vor lauter Freude ihrem Vater in der virtual Reality entgegen gelaufen, merkte aber noch rechtzeitig dass das nicht sonderlich klug wäre.
„Wann soll ich dich vom Sea Tac abholen, Daddy?“
„Gar nicht, ich bin schon in der Stadt. Treffen wir uns unten bei Dir 515 Ecke 167 in 15 Minuten?“
„Jaaa“, flötete sie während sie schon am ausloggen war und auf dem Weg in die kleine Naßzelle die notwendigen Sachen in die Tasche warf.  

                                                                                                           ***

13,38 Minuten später stand eine rothaarige, 1,95m große Elfe in einem blauen Mortimer of London Summit Kleid, beigen Ballerinas und lederner Umhängetasche unter einem Baldachin an besagter Straßenkreuzung im typischen Seattler Nieselregen. Als keine zwei Minuten später eine schwarzer Porsche Aguilar um die Ecke bog und passgenau mit der hinteren Tür vor ihr stehenblieb. Ohne zögern trat Brìdghe auf die Straße öffnete die Tür und verschwand im Wagen inneren.
Den ersten Begrüßungs- und Umarmungsansturm ließ ihr Vater wie gehabt über sich ergehen. Die zweite, meist ausgedehntere, Begrüßungsarie brach er mit einem sanften, aber doch bestimmten
„Briddi“ ab.
„Ich freue mich ja auch dich zu sehen, nur um ehrlich zusein bin ich auch aus geschäftlichen Gründen hier.“ Die rothaarige Elfe sah ihren Vater etwas verwirrt an.
„Sollte nicht ich ...“, weiter kam sie jedoch nicht.
„Schon, allerdings dachte ich mir ein bisschen Starthilfe könnte nicht schaden. Und habe mich ein bisschen umgehört und ein kleines Lokal ausgemacht das weit genug unten in der Hierarchie steht um niemandem auf die Füße zu treten aber doch bedeutend genug um Hallo zu sagen.“
Brìdghe strahlte bis über beide Ohren. „Und da hast Du gedacht, warum nicht das nützliche mit dem angenehmen verbinden und gehst mit mir essen.“
„Ja so ungefähr, allerdings ist es bei weitem nicht das was du gewöhnt bist. Aber warum nicht mal Burger essen.“ Mr. Moireach grinste schelmisch was immer ein etwas trügerisches Anzeichen war.

Und so verließen sie denn auch bald die Grenzen von Renton und man merkte anhand der Beleuchtung, des Straßenuntergrundes und des Geräuschpegels ausserhalb des Wagens, das die Außenbezirke von Redmond erreicht waren.
Es dauerte auch nicht mehr lange bis der Wagen auf den Parkplatz einer namhaften
Burger-Schnellrestaurantkette fuhr, welche alle zwei Meter sowohl in der reallen wie auch in der Matrix mit dem heutigen Candlelight-Dinner-Familienabend die 15 verschiedenen Burgervarianten bewarb.
Der Wagen hielt am Rand des Parkplatzes in gebührendem Abstand zum Gebäude und Seiteneingang. Jeder Beobachter der Szenerie der das nun folgende sah, hätte wohl an seinen Geisteskräften gezweifelt. Aus dem allein schon sehr für diese Gegend auffälligen Auto stiegen zwei Gestalten elfischer Herkunft in eindeutig nicht für diese Umgebung gemachtem Outfit. Ein älterer Herr, augenscheinlich um die 65, und eine sehr jugendlich-sportlich wirkende Frau, geschätzt nicht älter als 22, in maßgefertigter Geschäfts- und Abendgarderobe.
Brìdghe rümpfte beim Verlassen des Aguilar kurz aber sichtlich die Nase, hakte sich dann jedoch bei ihrem Vater unter und schlenderte Richtung Nebeneingang.

Beim betreten schwappte ihr eine Welle aus altem und neuem Ölgeruch, verbrannten Fleisch und Soy entgegen. Wiedererwartend war das Lokal gut besucht.
In der linken Ecke saß ein ebenfalls im Geschäftsanzug gekleideter Mensch der vergeblich versuchte seinen Burger zu essen ohne Beweise auf dem Anzug zu hinterlassen. Des Weiteren saßen an der hinteren Wand ein Pärchen beide ebenfalls besser gekleidet, allerdings er weitaus besser als sie. Daneben saß ein einsamer Mann in Waldtarnflecklatzhose und sinierte wohl über die Qualität des Fleisches. An dem Tisch daneben Ein Vater mit, hoffentlich seiner Tochter und am Ecktisch ein Ork vor einem Haufen Bücher und Burgern.
Daneben befanden sich zwei Automaten und die Zubereitungsstation. In der Mitte des Raumes saß ebenfalls ein Pärchen, Sie mit einem sehr modischen und kurzen Haarschnitt in Rock, Pumps und Perltop, ihr gegenüber saß ein relativ großer, offensichtlich vercyberter Mensch in typischem Mechanikeroutfit.

Auf dem Weg zur Zubereitungs- und, wie sie annahm, Servicetheke fiel ihr noch ein ebenfalls alleinsitzender Mensch im Geschäftsanzug auf der nervös einen Punkt im Raum fixierte und offensichtlich eine Waffe unter seinem Sakko bereit hielt. Dies stellte jedoch für sie keinen aktuellen Grund zur Sorge da, sie hatte sich in der Matrix auf der herfahrt einen Überblick über Redmond verschafft und es schien hier normal zu sein offensichtlich bewaffnet aufzutreten.
Dieser Eindruck auch durch den vollgepanzerten und bewaffneten Mitarbeiter am Eingang verstärkt. Dennoch hielt sie es für angebracht ihren Geräuschfilter und Richtungsdetektor zu aktivieren, denn Vorsicht war in jedem Fall besser als überrascht zu werden.
Als sie den Küchenbereich erreicht sah sie einen doch sehr motivierten Mitarbeiter die Burgerpatties inbrünstig wenden.
„Entschuldigung, ich hätte gerne einmal das Menü des Tages, dazu einen Salat und etwas zutrinken.“ Ohne sich ihr zu zuwenden, wurde ihr ein „Bestellungen drüben am Automaten“ entgegen geworfen, gefolgt von einem Richtung Büro gerichteten „Frank, die Kundschaft quatscht mich schon wieder an“.
Doch etwas von den Umgangsformen erschrocken entgegnete Brìdghe mit einem „Geht das auch höflicher?“, was den Mitarbeiter zu einer Korrektur seiner Aussage in Richtung „Entschuldigung, die Scheißkundschaft quatscht mich schon wieder an“ verleiten ließ.
Sichtlich angewiedert drehte sich die Elfe um und tippte mit größter Vorsicht nicht zu viel des Automaten zu berühren ihre Bestellung ein, ehe sie sich wieder zu ihrem Vater an den Tisch begab.
In dem darauffolgenden Gespräch teilte ihr Vater seine Informationen über die Finnigan-Familie mit ihr und wies sie daraufhin das der Herr im Anzug mit den Burgerflecken im Eck zu ebendieser gehörte. Freundlich in die Richtung nickend nahm sie dies erstmal zur Kenntnis.

Weitere Gäste, genauer gesagt drei Zwerge in untypischen sportlichen Dress betraten das Lokal, bestellten und warteten im Eingangsbereich offensichtlich auf ihr Essen to go.
Die Bestellung war keine 5 Minuten her, bis in dem bis dato eher ruhigen Lokal die Hölle ausbrach.
Durch den Haupteingang betrat ein weiterer Zwerg in offensichtlich gepanzerter Sicherheitsmontur das Restaurant und eröffnete ohne Zögern und Vorwarnung das Feuer durch eine automatische Waffe, während Zeitgleich die linken Fensterscheiben anfingen zu zerbersten. Wie sich wenige Sekunden später herausstellte ebenfalls durch Beschuss allerdings von Außen.
Brìdghe die seitlich zum Eingang sah registrierte im ersten Moment nur die Schreie der anderen Besucher, das Zersplittern von Holz und Glas und das Klacken des automatischen Gewehrs. Geistesgegenwärtig und ihren trainierten Reflexen dankend sprang sie über den Tisch Richtung Wand und Riss im Vorflug ihren Vater schützend zu Boden. Aus dieser Position raus konnte sie erst einmal durchatmen und sich einen schnellen Überblick verschaffen.
So wie es aussah hatte der Zwerg vom Eingang aus Richtung hinterer linker Ecke ein Sperrfeuer entfacht welches durch irgendetwas von außerhalb durch die Glasfront in die selbe Ecke verstärkt wurde. Alle Gäste hatten, zumindest dem ersten Anschein nach, sich schützend in Bodennähe begeben können. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie wie ein ebenfalls sehr gut gekleideter Herr aus seiner Deckung hervorlugte und irgendetwas sagte, jedoch war ihr Geräuschfilter nicht schnell genug aktiviert um es genau verstehen zu können. Sie verspürte einen kühlen Lufthauch und anschließend verschwand der Mann wieder hinter seiner Deckung.
Der Vater mit seiner Tochter, sowie der Ork hatten sich in die gegenüberliegende Ecke geflüchtet.
Der Herr im Tarnfleck hatte sich einfach links von seinem Stuhl rollen lassen und befand sich nun außerhalb des abgedeckten Feuergebietes.
Die gegenüberliegende Wand war durch den Dauerbeschuß von Außen so in mitleidenschaft gezogen, dass sie quasi nicht mehr existent war und auch die angrenzenden Bodentiefen Fenster wiesen Risse auf.  Einer der sportlichen Zwerge sprang mit einem Satz auf den Zubereitungstresen und verpasse dem Koch, ob absichtlich oder unabsichtlich konnte sie nicht feststellen, mit seiner Tasche einen Schlag an den Kopf wodurch dieser zu Boden ging.

Nach dieser kurzen Situationsaufnahme bemerkte sie, wie eine Wand aus Feuer und Wasser die gerade eben entstandene Fassadenlücke zu schließen begann und schrieb dies dem Herrn im Anzug zu ihrer linken zu. Kurz entschlossen die Gefahr für sich und ihren Vater zu minimieren zog sie die mit Neurostun gefüllte Gasgranate die sie immer für Notfälle dabei hatte, aus ihrer Tasche und warf sie relativ zielsicher auf den uniformierten Zwerg. Dieser bekam zwar beim Aufprall die volle Ladung des Nervengases ab, wirkte aber ziemlich unbeeindruckt, sie folgerte daraus dass er über eine gute Konstitution sowie evtentuellen implantierten Toxinextraktor zusätzlich verfügte.  
Da für sie die oberste Priorität die Rettung des Vaters und ihres Lebens hatte, beschloss sie nach diesem Versucht der Deeskalation einen Fluchtplan auszuarbeiten.

Jäh, durch das krachen weiterer Holzwände das vorbeifahren eines Vans aus den Gedanken gerissen, widmete sie ihre Aufmerksamkeit wieder vollständig der Umgebung. Soeben war ungefähre 2 Meter vor ihnen ein Van durch die Wand gebrochen, hatte das halbe Lokal durchfahren und dabei einfach sämtliches Mobiliar im Weg beiseite geschoben um dann vor dem mittleren Tisch an dem der Mechaniker mit seiner Freundin gesessen hatte zum stehen zu kommen. Offenbar handelte es sich bei dem offensichtlich vercyberten Menschen um einen Rigger. Die Frau die noch vor wenigen Minuten ihrem Freund euphorisch mitgeteilt hatte das sie schwanger war, beeilte sich nun in das schützende innere des Autos zu kommen.
Diese kurzfristige Unterbrechung des Sperrfeuers nutze der Mann im Designeranzug zu ihrer linken erneut um hinter seiner Deckung hervor zu schielen und fast im selben Augenblick spürte sie wieder einen leichten Hauch von Kühle und sah wie sich um den Zwerg, welcher ihrer Gasattacke widerstanden hatte, eine Feuer und Wasser Kugel manifestierte. Die erste an der gegenüberliegenden Wand hatte sich mittlerweile wieder aufgelöst.
Diesen kurzfristigen Verwirrungszustand nutzend, gab sie per Kommlink dem Fahrer ihres Vaters durch zu der eben entstandenen zusätzlichen Lokaleinfahrt zu kommen und robbte hinter ihrem Vater Richtung Abholort. Bei der kurzen Deckungsunterbrechung  die der Fluchtweg erforderte wurde sie von einer Salve des Zwerges erfasst und wurde instantan mit Kopfschmerzen und Schwindel belohnt. Die Zähne zusammenbeißend robbte sie hinter den nächsten schützenden Tisch.
Welcher ebenfalls dem ihr zuvor als nervös aufgefallenen Herrn als Deckung diente, welcher sich liegend mit einem Mitglied der Finnigans ein Duell lieferte.
//Als ob hier nicht schon genug Kugeln rumfliegen// ging es ihr durch den Kopf.  

Der Rigger der nun ebenfalls das Fahrzeuginnere seines Vans erreicht hatte, zögerte keine Sekunde und setzte die Flucht vorwärts durch die von Kugeln zerstörte Wand an. Der darauf erneut einsetzende doppelte Kugelhagel zwang alle Gäste wieder in ihre Deckung.
Von einem Augenblick zum anderen hörte man einen weiteren Motor aufheulen und beide Feuerquellen versiegten augenblicklich. Da auch der Porsche ihres Vaters inzwischen nur noch eine Sprintreichweite entfernt und damit ihre Flucht gesichert war. Beschloss sie kurzerhand die Zwistigkeit zwischen dem nervösen Anzugträger und dem Mitglied der Finnigans zu Gunsten der herrschenden Familie zu beenden. Nahm ihren Taser vom Gürtel, steckte diesen in seinen Nacken und drückte ab. Der elektrische Stoß führte zu einem kurzen Aufbäumen des Körpers bevor der Herr sich in einen unfreiwilligen Schlaf verabschiedete. So nun auch die letzte Gefahrenquelle ausgeschaltet, sprintete sie ihrem Vater hinterher Richtung Auto.
Noch im aufstehen begriffen warf sie einen kurzen Sicherheitsblick Richtung Mafiaganger und stellte fest das dieser nun auf sie anlegte. Mit einer gekonten Finte die sie gerne auf dem Spielfeld einsetzte ging sie vom laufen in eine gesprungene Drehung über und hechtete hinter die geöffnete Autotür. So entkam sie zwar dem Schuss, streifte jedoch mit ihrer Hüfte die offene Türe.
Im innern des schützenden Porsche Aguilar gab ihr Vater erstmal Anweisung eine sichere Distanz zu den noch rauchenden Resten des Mobiliars aufzubauen.

In einem ersten Versuch die Kopfschmerzen und sonstigen Ausfallerscheinungen der Schockmunition unter Kontrolle zu bekommen, griff sie zu dem Notfallmedipack welches unter ihrem Sitz lag. Stellte jedoch relativ schnell fest, das hier nur ein Tag ausgiebiger Bettruhe helfen würde können. Bei einem weiteren Prüfenden Blick zu ihrem Vater und an sich selbst auf blutende Verletzungen stellte Brìdghe lediglich den hohen Verschmutzungsgrad ihres Kleides fest.
//Die Reinigung werde ich dem Lokalbesitzer in Rechnung stellen, sofern er überlebt//

Bei der folgenden Umrundung des Redmonder Wohn- und Geschäftskomplexes, waren sich die beiden Mitglieder der O`Rilley-Familie darüber im klaren, dass trotz oder gerade wegen des Chaos ein guter Moment war heute noch mit dem Besitzer des Lokals über eine mögliche Investition ihrerseits in Verhandlung zu treten. So ließ man den Chauffeur den Wagen zurück zu den rauchenden Resten des Schnellrestaurants bringen.

Als ob nichts gewesen wäre ließen sich Brìdghe und ihr Vater Patrick ganz selbstverständlich vor die Tür des Geschäftsführers fahren. Da auch ihr Vater ziemlich mitgenommen war und es eigentlich ja auch ihre Idee war, wollte erstmal Brìdghe die Verhandlungen in Eigenregie führen.
Weit kam sie jedoch nicht, denn kaum hatte sie das Auto verlassen wurde sie von einem wahrscheinlichen Beobachter des ganzen Spektakels auf ihre erstaunlichen akrobatischen Fähigkeiten hingewiesen mit der Anfrage eines potenziellen Jobinteresse. Nach kurzer Darlegung ihrer eigentlich eher technischen Fähigkeiten zeigte sich dieser ominöse Herr, welcher sich als Mr. Paladin, vorgestellt hatte noch viel begeisterter und bestand quasi auf einem Austausch von Kommnummern. Also ließ sie sich auf den Austausch mit einer ihrer Pseudoadressen und dem Versprechen sich einmal in einem gewissen Club Pelumbra sehen zulassen ein.  

Unbeirrt dessen winkte sie den sich in der nähe befindlichen Restaurantbesitzer heran und begab sich zu einer Unterredung in sein mittlerweile durch eine spätere Explosion lädiertes Büro.
Und um gleich einmal die Fronten zu klären und ihren Status zeigend nahm sie auf seinem Stuhl platz.
„Nun ich hoffe sie wissen welchen Ärger sie sich mit den heutigen Ereignissen eingehandelt haben“, aufgrund der noch bestehenden Auswirkungen des Schockschadens konnte sie sich nur leicht stotternd artikulieren.
Ein vom Besitzer kommendes „Oh verdammt, sind sie Bullen“, ließ ein leichtes Lächeln auf ihrem sonst ausdruckslosen Gesicht erkennen.
„Nein, aber die wären ihr kleinstes Problem.“
„Was wollen Sie dann, eine Reklamation?“
„Also eigentlich wollten mein Vater und ich hier nur eine gemütliches Mahl genießen. Also vielleicht sollte ich erwähnen das wir „Verwandte“ aus Boston sind.“ Sichtlich nervöser werdend rutschte der Besitzer auf seinem Stuhl hin und her.
„Wir haben schon leider eine Kooperation mit den Finnigans.“ Brìdghe sah ihn wissend an.
„Nun der Schutz der Finnigans scheint die Ereignisse beurteilend aber nicht ausreichend zu sein.“ Und keine 60 Sekunden nachdem sie diesen Satz ausgesprochen hatte stand der sehr gut gekleidete Herr, der ihr während dem Angriff schon als vermeintlicher Magier aufgefallen war, im Türrahmen.
„Ich denke dieses Gebiet verfügt schon über genügend Schutz.“ Ihren Blick durch den Raum streifend kam nur ein „Ach ja.“.
„Sie sollten nun besser gehen, ich begleite sie zu ihrem Wagen.“
„Und sie sind? Ich befinde mich mit diesem Herrn gerade in Investitionsverhandlungen.“
Bei dem Wort Investition kehrte sofort Leben in Franky den Lokalbesitzer zurück.
„Also lass sie doch hier, wenn sie investieren will, warum nicht?“
„Das sollte dann aber eher der Don entscheiden.“ kam es prompt aus Richtung Tür.
Brìdghe die gerade gefallen an ihrer ersten Verhandlung fand, entgegnete ganz ruhig:
„Sehr gerne, ich benötige nur die Kommlink-Adresse.“
„Geben sie mir einfach ihre, dann wird sich der Consigliere sicher melden.“
Brìdghe ihre Schein-Sin aktivierend „Nun normalerweise rufen wir an, aber so herum könnte es auch interessant werden.“
Sie stand auf nahm das Angebot der Wegbegleitung an und stieg in den Aguilar zu ihrem Vater.

                                                                                                           ***

Auf dem Rückweg in ihr Appartment um den seelischen und körperlichen Genesungsprozess zu beginnen, erhielt sie eine neutral gehaltene Kommlinkanfrage mit 10 aufgelisteten Adressen und der Bitte in den nächsten zwei Wochen soviel möglich über diese in Erfahrung zu bringen...
 
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