Funke im ewigen Schatten [Yami Bakura / ThiefKingBakuraxOC]

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Atemu Bakura - König der Grabräuber Marik Ishtar OC (Own Character) Yami Bakura Yami-Yuugi
11.11.2019
18.01.2020
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Kapitel 55          Die Person, die ich nicht war



Ray‘s Sicht

Mit Tränen in den Augen sah ich ihn an. Denjenigen dem ich mich anvertrauen würde. Warum auch immer.

Und jetzt lag er da. Halb tot vor mir. Ich saß kniend neben ihm. Meine Hose war mittlerweile vollgetränkt mit Blut. Und ich sah genau von wo das ganze Blut kam. In seinem Bauch klaffte eine große Schnittwunde.

Ohne auch nur einen Moment weiter darüber nachzudenken presste ich meine Hände auf seine Wunde. Versuchte damit die Blutung zu stoppen. Dabei zitterte mein ganzer Körper. Bakura war am Rande des Todes, ich mit den Nerven am Ende und noch dazu spielten meine Gefühle verrückt.
Angst, Panik, Sorge, Hysterie, Furcht, Schmerz, Trauer......all das schwirrte in meinem Kopf herum. All diese Gefühle waren dort, als ich verzweifelt versuchte Bakuras Leben zu retten.

Seine blutgetränkte Haut war eiskalt. Er musste schon sehr viel Blut verloren haben. So fest ich konnte drückte ich auf die Wunde damit er nicht noch mehr verlor.

Der ganze Boden war schon voll mit der roten Flüssigkeit. Wie lange musste er schon hier gelegen haben? Und Marik dieses Schwein machte sich auch noch einen Spaß daraus. Er hatte ihn verletzt. Er wollte, dass ich ihn so vor fand. Er wusste, dass ich ihn nicht einfach sterben lassen würde. Ich schwor mir selber, wenn ich ihn das nächste Mal sehen würde, konnte er das bereuen.

Doch das war gerade alles nicht wichtig. Wichtig war, dass mir Bakura hier nicht wegstarb. Denn ich wollte ihn nicht verlieren. Ich konnte ihn nicht verlieren. Nein......das würde mich zerstören. Denn ich spürte ein Gefühl. Ein Gefühl, welches ich noch nie zuvor gefühlt hatte. Verlustängste.

Ich zitterte überall. Krampfhaft presste ich weiter meine bloßen Hände auf seine Wunde. Immer mehr Tränen stahlen sich aus meinen Augen und tropften auf Bakuras halbtoten Körper. Ich sah wie er atmete, doch nur sehr schwach und unregelmäßig. Ich wusste nicht wie lange er das noch aushalten konnte.

Aber eins war definitiv klar. Ich würde nicht aufgeben! Und wenn ich hier die ganze Nacht sitzen musste. Ich würde ihn niemals sterben lassen. Nein, das würde ich nicht.

Sein Atem ging schwach. Ich wusste nicht wie lange das noch gut ginge. Er brauchte schleunigst einen Arzt. Doch von wo? Und wie? Ich saß hier auf dem Boden. Ganz alleine und mit den Nerven am Ende. Wie sollte ich da nach Hilfe suchen? Wenn ich hier weg ginge würde er definitiv sterben. Und genau das wollte ich verhindern.

Ich musste also bleiben. Die Wunde weiter zudrücken und hoffen. Hoffen, dass bald jemand hier vorbei käme.
*
*
*
*
Ich versuchte ihm die ganze Zeit das Leben zu retten. Ich zitterte überall. Meine Hände warn überall mit Blut bedeckt. Bakuras Blut. Und sein Körper.......er war kalt. Er war so verdammt kalt. Vorsichtig nahm ich einen meiner Hände von der Wunde, drückte die andere aber immernoch weiterhin an die Schnittwunde.

Ich legte meine Hand an seine Wange. Seine Augen waren geschlossen. Man konnte ihn ab und zu atmen hören. Ich weinte immernoch. Diesmal tropften die Tränen aber auf sein Gesicht. Ich sah zu wie diese Tränen langsam seine Wange hinunterflossen bis sie schließlich auf den Boden tropften.
„Bakura....“ sagte ich leise mit gebrochener, tränengefüllter Stimme. Keine Reaktion. Wie soll es auch anders sein.
„Du stirbst hier nicht. Verstanden? Wenn du mich hörst. Dann geh nicht in dieses helle Licht verstanden? Bleib in der Dunkelheit.“ sagte ich weiter zu ihm. Ich wollte ihn nicht verlieren. Es würde mich zerstören. Etwas was alle anderen hier auf diesem Schiff niemals verstehen könnten.

Ich nahm meine Hand wieder Weg und drückte wieder mit beiden Händen auf die Wunde. Ich wusste nicht wie lang es noch dauern würde bis jemand kam. Ich musste durchhalten. Sei es, dass ich noch so erschöpft war. Ich musste weiter auf die Wunde drücken. Auch wenn meine Arme langsam taub wurden. Ich durfte nicht aufhören. Er würde Sterben und das würde ich nicht zulassen. Da würde ich lieber selber sterben.

Es war Nacht. Ich war müde. Mein Körper am zittern. Meine Arme taub und mein Gesicht total nass. Mir war kalt. Nur das warme Blut an meinen Händen wärmte etwas, aber das war schlimm. Denn das Blut.....es war Bakuras.

Ich wusste nicht mehr wie lange ich da saß. Stunden? Minuten? Die Zeit hatte für mich jedenfalls angehalten. Ich nahm nichts mehr war. Nur das atmen von Bakura auf das ich immer hörte. Denn das war ein Zeichen. Ein Zeichen, dass er noch lebte.

Es wurde langsam unangenehm hier auf dem blutüberströmten Boden zu sitzen. Ich legte mich also hin. Meine Hände weiter an seinen Bauch gepresst und legte dann meinen Kopf an seine Brust. Ich lauschte dem Herzschlag. Er war schwach, aber regelmäßig. Nach jedem Schlag hoffte ich immer wieder, dass ein nächster folgen würde. Und das tat er auch. Doch die Angst war allgegenwärtig. Denn wenn kein Schlag mehr folgen würde, dann musste ich mich auf das was folgen würde bereit machen. Und das würde mich zerbrechen. Dabei wusste ich nichtmal wieso. Warum mochte ich ihn so? Wieso musste ich ihn immer beschützen? Wieso wollte ich ihn nicht verlieren? Hatte es was mit meiner angeblichen Vergangenheit zu tun? Mit meinen Träumen? Die Träume in denen ein Mann vorkam? Immerwieder. Er war immer da. War Bakura dieser Mann? Als er sich selbst beschrieben hatte, hörte es sich genau nach diesem Mann an.

War er also der Geist von diesem Mann? Und was hatte das mit mir zu tun? War ich auch ein Geist und konnte mich nur nicht mehr an meine Vergangenheit erinnern?
Nein, nein das kann nicht sein. Ich war hier geboren. Da war ich mir sicher. Und einen Wirt hatte ich auch nicht. Ich war also ein ganz normaler Mensch, aber wieso dann?

Wieso habe ich Erinnerungen, wenn man die so nennen konnte, aus einer Zeit, in der ich nichtmal existierte? Waren es Erinnerungen von jemand anderem? Wurden sie mir eingepflanzt? Doch wenn ja wann und wie. Ich hatte diese Träume schon mein ganzes Leben lang. Das war also irgendwo ausgeschlossen. Doch warum dann? Ich versuchte mich an die Worte zu erinnern, die der Mann in meinen Träumen immer gesagt hatte.
‚~Verlass mich nicht~‘ sagte er zu mir. War
ich also dort am sterben. Oder diejenige, die diese Erinnerungen besaß?

Dann machte es klick. Dann hatte ich endlich eine Idee. Etwas, was alles erklären könnte.
‚Sterben......Bakura.......Verlass mich nicht......Waren diese Erinnerungen von dieser Person? Diese Person, die Bakura soviel bedeutete? Diese Person, die gestorben war? Wenn das stimmen sollte....dann müsste Bakura dieser Mann sein. Dann müsstet der Geist dieser Mann sein. Der, der immerwieder in meinen Träumen war.

War ich diese Person? War ich diese Person, die ich eigentlich nicht war?

Doch was machten diese Erinnerungen in meinem Kopf? Das war doch unmöglich. Ich musste es herausfinden. Sonst hätte ich nie meine Ruhe. Doch all das war gerade nicht wichtig. Wichtig war gerade, dass Bakura nicht starb. Sein Herz schlug immernoch. Er lebte also noch. Meine Augen dabei verschlossen. Sie mussten mittlerweile schon total rot sein.

Ich redete immer wieder mit ihm. Vielleicht konnte er mich ja hören.
„Hey........du stirbst jetzt nicht ok? Das kannst du mir nicht an tun. Ich weiß......das ist bestimmt lächerlich.....aber ich mag dich....auch wenn wir uns nichtmal 2 Tage kennen. Mir ist als würde ich dich schon mein ganzes Leben lang kennen... und ich weiß nicht wieso.....also bitte zu mir einen Gefallen und..... ~Verlass mich nicht~.“ hauchte ich leise, während mein Kopf immernoch an seiner Brust ruhte.

Ich war am Ende meiner Kräfte. In meinen Armen hatte ich kaum noch Gefühle, da ich sie die ganze Zeit angespannt hatte. Doch ich kämpfte gegen den Drang an. Den Drang meine Arme zu entspannen und somit Bakura zu töten. Ich kämpfte gegen meinen eigenen Körper. Ich würde nicht locker lassen. Nie.

Meine Wangen waren noch immer nicht trocken. Nach all der Zeit flossen immernoch Tränen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass man so viel weinen konnte.

Da lag ich nun. Mein Kopf auf seiner Brust. Die Hände krampfhaft auf die Wunde gepresst. Die Augen waren fest verschlossen und ich lauscht die ganze Zeit seinem Herzschlag. Der immer schwächer zu werden schien. Es musst bald jemanden kommen. Sonst wäre er tot.

Bei dieser Erkenntnis erlitt ich einen erneuten Heulkrampf. Mir war diese heftige Reaktion selbst sehr Fremd. Ich kannte sowas nicht.
„Bitte.....irgendwer......bitte, jemand muss kommen.....es muss mir doch jemand helfen.....wenn nicht......dann stirbt er.....bitte nur einer.........“ flehte ich unter Tränen. Dabei drückte ich meinen Kopf mehr an seine Brust.

Der Herzschlag nur noch ganz leise. Und langsam. Viel zu langsam. Er wird sterben. Das stand klar. Wenn genau jetzt nicht jemand kommt, dann wäre er tot. Zumindest Ryou, aber ohne Ryou konnte der Geist nicht existieren. Er durfte also nicht sterben.

Plötzlich hörte ich Stimmen. Ganz dumpf und leise, aber sie waren da.
„Wir sollten ihn ins Krankenzimmer bringen.“
„Ja und Joey sollte sich ausruhen.“
„Was ist nur mit Marik geschehen?“

Mir war total egal, worüber sie da geredet haben. Mir war nur eins klar. Bakura hatte noch eine Chance eine Chance, dass er lebte.
„HILFE!“ schrie ich so laut ich konnte. Ich war schwach und erschöpft. Mit Stimme bebte förmlich.

„Habt ihr das gehört Leute?“
„Was sollen wir gehört haben?“

Sie schienen mich nicht richtig zu hören. Kein Wunder. Ich musste durch die Erschöpfung kaum noch eine Stimme besitzen. Aber ich hab nicht auf.

„HILFE! Bitte.......irgendwer.“ versuchte ich wieder so laut es ging zu rufen. Es musste Jetzt passieren. Sonst würde ich ihn verlieren.

„Leute, jetzt mal im Ernst. Hört ihr das nicht? Da ruft jemand Hilfe.“

Ich versuchte es nochmal.
„BITTE......ER WIRD SONST STERBEN!“ rief ich voll mit Tränen.

„Ja stimmt du hast recht. Wir müssen dahin. Tristan, Duke? Bringt Odion in ein Zimmer. Tea, Serenity, Joey kommt mit!“

Dann hörte ich Stritte auf uns zu kommen.
Ich hatte es geschafft. Hilfe würde kommen.

Schlagartig wurde die Tür aufgeschlagen. Ich hob meinen Kopf von seiner Brust an und sah zur Tür. Dort standen der andere Yugi, Joey, eine jüngeres Mädchen und Tea. Alle sahen mich total geschockt an. Kein Wunder. Der Anblick musste schrecklich sein. Der Boden voll mit Blut. Meine Arme und meine Kleidung ebenfalls. Bakura total blass und halb tot auf dem Boden liegendend. Ich lag neben ihm. Die Hände immernoch auf die Wunde gepresst.
„Hil....Hilfe bitte...“ hauchte ich leise. Tränen liefen aus meinen Augen und tropften auf das blutbedeckte Hemd von Bakura.

„Oh Gott, Ray! Was ist passiert?!“ sagte der andere Yugi sofort.
„Er stirbt.....bitte.....“ hauchte ich leise. Ich zitterte noch immer an meinem ganzen Körper. Meine Arme waren taub. Trotzdem nahm ich sie nicht weg. Die Angst war zu groß.

Alle vier rannten auf mich zu. Ich bekam nicht viel mit. Ich war zu erschöpft. Ich Yugi kam auf mich zu.
„Na komm. Lass mich übernehmen. Du musst doch total erschöpft sein.“ sofort wurde ich hytsterisch.
„NEIN ICH BLEIBE HIER! GENAU HIER. HOLT EINEN ARZT BITTE!“ schrie ich panisch und drückte weiter meine Hände auf die Wunde. Mich würde hier keiner weg bekommen.
„Ray......Gut Serenity hol einen Arzt.“ sagte der andere Yugi. Darauf verschwand sie auch schon. Jetzt waren nur noch Tea, Joey und Yugi hier. Joey sagte nichts. Hielt einfach nur seinen Mund. Er schien sehr gefasst.

„Ray bitte. Du hältst das nicht mehr lange aus. Lass mich das übernehmen!“ drängte der Pharao weiter. Ich wollte das aber nicht. Er würde ihn nicht bekommen. Nein nicht er.
„VERGISS ES. DIR ERST RECHT NICHT! DU WIRST IHN NICHT ANFASSEN! NICHT DU!“ schrei ich ihn an. Dabei zog ich Bakura nur noch mehr an mich.
„Ray.....auch wenn er keine nette Person ist. Zumindest uns gegenüber. Es ist auch noch Ryou und Ryou ist mein Freund. Und meinen Freund würde ich nicht sterben lassen.“ sagte er weiter. Er log. Er log auf ganzer Linie.
„JA DAS HAT MAN GESEHEN! DU HAST IHN EINFACH MIT DEINEM GOTT ANGEGRIFFEN!“ warf ich ihm vor. Meine Stimme wurde immer lauter.
„Ray.....beruhig dich. Vertrau mir. Du wirst das nicht mehr lange aushalten.“ drängte er weiter.

Ich kam nicht drumherum zu zugeben. Das er recht hatte. Ich spürte meine Hände kaum noch. Ich sah kurz zu Bakura. Sein Gesicht hatte etwas friedliches ansich.
„Gut. Aber wehe er stirbt! Dann kannst du was erleben.“ drohte ich ihm.
„Vertrau mir.“ sagte er nur. Ich nickte und nahm meine Hände von der Wunde. Sofort presste der Pharao seine Hände auf die Wunde. Ich wusste ich konnte ihm bei dieser Sache vertrauen. Er schien es ernst gemeint zu haben.
„Tea? Bring sie in ein Zimmer und gib ihr neue Anziehsachen.“ während er das sagte.
Saß ich immernoch auf dem Boden und starrte zu Bakura.

Plötzlich spürte ich Hände auf meinen Schultern. Ich sah zur Seite. Blaue Augen funkelten mich an. Es war Tea.
„Nah komm. Holen wir dir etwas zum Anziehen.“ ich hatte nicht viel, was ich dagegen einzuwenden hatte weshalb ich mich von ihr hochziehen ließ.

Sie stützte mich ab und zusammen liefen wir aus dem Raum. Bakura ließ ich zusammen mit dem Pharao und Joey zurück. Auf dem Weg zu dem Zimmer liefen uns Serenity und der Arzt entgegen. Sie beachteten uns nicht. Sie liefen einfach weiter. Ich hoffte er konnte ihn retten. Dass es noch nicht zu spät wäre.
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