9 – The Flying Doctors – Wie Wasser in der Wüste

von mops1980
GeschichteDrama / P12
10.11.2019
22.03.2020
20
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17.11.2019 1.156
 
Inzwischen waren einige Wochen vergangen. Die kleine Kirsty entwickelte sich prächtig und war eine große Freude für Sam und Emma.
Tom stand an diesem Abend in der Küche und räumte das letzte Geschirr von seiner Geburtstagsparty in den Geschirrspüler. Lächelnd schüttelte er den Kopf. Wie schon so oft stellte er mal wieder fest, dass er Kelly eigentlich gar nicht verdient hatte.
Seine Frau hatte doch tatsächlich eine Überraschungsparty für ihn organisiert. Er war nach einer mehrtägigen Kliniktour etwas erschöpft nach Hause gekommen und hatte sich gewundert, warum Kelly auf sein Rufen nicht reagierte. Als er dann das Wohnzimmer betrat, hatte er gewusst, warum.
Gefühlt halb Coopers Crossing hatte dort gestanden und für ihn „Happy Birthday“ gesungen. Es war ein richtig schöner Abend gewesen, den Tom sehr genossen hatte.
Tom schaltete den Geschirrspüler ein, als ihn zwei schlanke Arme von hinten umarmten.
„Danke für diesen wundervollen Abend, mein Schatz.“, sagte er, nahm eine von Kellys Händen und küsste diese.
„Sehr gerne, Liebling.“, antwortete Kelly. „Der Abend ist aber noch nicht vorbei.“
„Ach ja?“, fragte Tom und drehte sich zu Kelly um.
„Ja, du hast noch nicht alle Geschenke bekommen. Ich hab da noch eine Kleinigkeit für dich.“
Kelly nahm Toms Hand und zog ihn ins Wohnzimmer, wo sie sich auf die Couch setzten. Neugierig sah Tom zu seiner Frau, die neben sich griff und ihm ein kleines Päckchen mit einer Schleife überreichte.
„Was ist das?“, wollte Tom wissen.
„Mach auf und schau rein.“ Kelly lächelte ihn an.
Tom löste das Geschenkband, nahm den Deckel von der Schachtel und zog ein Ultraschallbild heraus. Fragend sah er Kelly an.
„Na, Herr Doktor, was wird das wohl sein?“ Kellys Grinsen wurde immer breiter.
Tom sah sich das Bild nochmal genauer an und schien plötzlich zu begreifen. Auf seinem Gesicht zeichnete sich ein verstehendes und glückliches Lächeln ab.
„Wirklich?“, fragte er lächelnd und sah Kelly an.
„Ja, du wirst Vater.“ Auch Kelly lächelte.
Stürmisch nahm Tom seine Frau in den Arm und küsste sie.
„Das ist das schönste Geschenk, das du mir machen konntest. Seit wann weißt du es?“
„Seit drei Tagen. Wir waren auf dem Rückweg von der Kliniktour auf Curtin Springs und ich bin im Flugzeug eingeschlafen. Das ist mir noch nie passiert. Weil ich mich schon länger so schlapp gefühlt habe, hab ich mit David gesprochen.“
Kelly dachte an den Abend vor drei Tagen zurück.

Erschöpft betrat Kelly hinter David die Zentrale. Es war ein langer Tag gewesen. Im Flugzeug war Kelly doch tatsächlich eingeschlafen. Sie hatte nicht mal die Landung in Coopers Crossing mitbekommen. Erst als David ihr an die Schulter fasste, war sie wach geworden.
Es war schon spät, selbst DJ war nicht mehr in der Zentrale gewesen. David hatte sich in sein Büro zurückgezogen und Kelly machte sich daran, die Patientenkarteien wieder einzusortieren. Die ganze Zeit musste sie daran denken, dass sie im Flugzeug eingeschlafen war. Wenn sie ehrlich war, fühlte sie sich schon länger schlapp und müde. Nicht erst seit ein paar Tagen, sondern schon seit einigen Wochen. Sie hatte da einen Verdacht, fasste sich ein Herz und ging zu David.
„Kelly, ich dachte, du bist schon weg. Du siehst ganz schön erledigt aus. War ein anstrengender Tag, oder?“
„Ja, das war es. Ich bin wirklich erledigt. Deswegen wollte ich mit dir sprechen.“
„Okay, wie kann ich helfen?“ David zeigte auf einen Stuhl und bat Kelly, sich zu setzen.
„Also… ich…“, stotterte Kelly unsicher.
David sah sie erstaunt an. So hatte er Kelly noch nie erlebt.
„Hey, was ist los? Ich bin‘s doch, David, einer deiner Freunde. Also, raus mit der Sprache, wo drückt der Schuh?“
„Ich fühl mich schon länger schlapp und müde. Und um ehrlich zu sein, bin ich schon länger überfällig. Vielleicht bin ich ja schwanger.“ Unsicher lächelte Kelly ihn an.
„Das wäre doch schön, oder?“
„Ja klar, Kinder waren immer ein Thema und wir haben es einfach darauf ankommen lassen. Dass es jetzt so schnell klappt, hätte ich nicht gedacht.“
„Na komm, wir machen einen Test, okay?“, meinte David, griff in eine Schublade und reichte ihr einen Schwangerschaftstest.
„Ich bin gleich wieder da.“, meinte Kelly nur und verschwand Richtung Toilette. David schmunzelte. Einige Minuten später kam Kelly zurück.
„Und?“, fragte David.
„Ich hab noch nicht geguckt, ich trau mich nicht.“
„Soll ich für dich gucken?“ David sah Kelly amüsiert an. Das war eine Kelly, die er nicht kannte.
„Ja, bitte…“ Kelly reichte ihm den Test. Der Arzt nahm ihn und warf einen Blick darauf.
„Jetzt spann mich nicht unnötig auf die Folter.“
„Herzlichen Glückwunsch, das ist eindeutig. Du bist schwanger.“
„Oh wow.“ Kelly war überwältigt. „Jetzt weiß ich auch, warum mir der Kaffee in letzter Zeit überhaupt nicht mehr geschmeckt hat.“ Ein strahlendes Lächeln zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab.
„Ja, das wird ein erstes Anzeichen gewesen sein. Also gut, ich möchte gerne noch ein Ultraschall machen.“
„Druckst du mir ein Bild aus?“, fragte Kelly, als sie sich auf die Untersuchungsliege legte und ihren Bauch frei machte.
„Na klar.“
„Schön, dann hab ich auch endlich ein passendes Geburtstagsgeschenk für Tom.“
Lächelnd gab David etwas Gel auf Kellys Bauch und setzte den Schallkopf auf.
„Das sieht sehr gut aus.“ David drehte den Bildschirm ein wenig. „Hier, schau. Da ist euer Baby. Wenn du mich fragst, sieht es ganz nach einem Flitterwochen-Baby aus.“


„Was bin ich nur für ein Arzt? Merkt nicht mal, dass seine Frau schwanger ist.“ Toms Bemerkung holte Kelly in die Gegenwart zurück. Sie lachte.
„Ach mein Schatz, das ist doch kein Wunder, so oft wie wir in letzter Zeit immer entgegen gesetzte Dienste hatten. Wir haben uns doch kaum gesehen.“
„Und wie geht es dir? Alles in Ordnung?“
„Ja, es ist alles in Ordnung. Ich bin nur schnell erschöpft. Bis jetzt leide ich nicht mal an Morgenübelkeit.“
„Oh Schatz, es ist einfach wundervoll.“ Tom war immer noch ganz aus dem Häuschen und küsste sie wieder. Sanft legte er seine Hand auf ihren noch flachen Bauch.
Trotzdem sah Kelly ein wenig traurig aus. Sie seufzte auf.
„Hey, was ist los?“, wollte Tom wissen und strich eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht.
„Ach, ich würde so gerne Chris davon erzählen. Sie ist schließlich meine beste Freundin. Aber sie ist ja mit Scott in Alice Springs, bei seinen Eltern.“
„Ja, das stimmt. Aber nächste Woche sind sie zurück und dann kannst du es ihr erzählen.“
„Aber sonst erzählen wir es noch niemandem, okay? Es ist noch zu früh.“
„Du hast völlig Recht. Die anderen erfahren es noch früh genug. Na komm, lass uns ins Bett gehen. Es war ein langer Tag und du brauchst jetzt deinen Schlaf.“
Gemeinsam standen sie auf und gingen ins Schlafzimmer.
„Tom, tust du mir einen Gefallen?“, fragte Kelly, als sie sich hinlegte.
„Alles was du willst, Liebling.“
„Behandle mich bitte nicht wie ein rohes Ei, nur weil ich schwanger bin. Ja?“
„Versprochen, mein Schatz.“, antwortete Tom und gab ihr einen zärtlichen Kuss.
Kelly kuschelte sich an ihn und Arm in Arm schliefen sie ein.
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