They never know

KurzgeschichteRomanze / P18 Slash
Byun Baekhyun Park Chanyeol
10.11.2019
30.11.2019
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Haaallooooo, ich bin hier! Mit was Neuem. Und das wird auch wirklich nur eine kurze Geschichte mit vielleicht drei Kapitel. Bitte bitte gebt ihr eine Chance, denn ich kann grad an nix anderes denken als an diese Storyline und ich persönlich mag sie voll gern.
Es wäre nett, wenn ihr eure Gedanken dazu zurücklassen würdet. So bald ich das hier fertig habe, werde ich mich wieder um meine andere Story kümmern (hoffe ich zumindest).
Viel Spaß beim ersten Kapitel von zwei oder drei ;)

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Grinsend starrte ich auf mein Handy. Ich war endlich da wo ich schon seit einer Ewigkeit sein wollte. Es hatte mich viel Überredungskünste gekostet, dass mein Freund letztendlich zugestimmt hatte, dass ich nach Japan fliegen durfte. Er machte sich immer viel zu viel Sorgen, dass was passieren könnte. Aber mal ehrlich, was sollte mir in einer Menge von kleinen Mädchen und Frauen schon passieren? Sie fanden es doch immer süß, wenn ein „Fanboy“ in ihrer Mitte war. Noch nie hatte ich irgendwelche Probleme gehabt. Es war ja nicht mein erstes Konzert, dass ich besuchte. Okay, bisher hatte ich immer irgendwo auf der Tribüne gesessen, wenn meine Lieblingsband in Seoul aufgetreten war. Ich war bei jeder Tour während ihrer Fünfjährigen Karriere dabei gewesen. Ich habe mitbekommen, wie die Locations immer größer und größer wurden. Wie sie mehrmals hintereinander die Hallen ausverkauften und ihre Shows immer größer und spektakulärer wurden. Und es erfüllte mich mit Stolz, dass ich von Anfang an dabei war. Und heute war ich ihnen so nah wie noch nie. Ich stand direkt an der Barriere vor der Mittelbühne, auf denen sie die meiste Zeit performten und ihre Ments abhielten.

Es war eine Schande, dass es in Japan strengstens verboten war Bilder oder Videos während der Show zu machen. So gerne hätte ich meine Jungs und vor allem mein Bias fotografiert und gefilmt. Heimlich knipste ich ein Bild von der Bühne und verschickte das Bild an meinen Freund.

Yeol

Baaaabyyyyy, schau wo mein Platz ist. Das wird soooo gut.

Meine Nachricht war bespickt mit Emojis, die meine Begeisterung ausdrückten. Ein paar Minuten später kam die Antwort von meinem Freund. Ich war nicht enttäuscht, dass er länger gebraucht hatte, um mir zu antworten, immerhin war er sehr beschäftigt.

Baby


Pass bitte auf dich auf. Lass dir nicht die Augen auskratzen.


Ich will dich unverletzt zurückbekommen


Ich lächelte noch mehr auf mein Handy herab. Er war so unglaublich fürsorglich, dass es mir ganz warm in der Magengegend wurde.

Yeol

Glaubst du, sie werden mir die Augen auskratzen, wenn ich nach meinem Bias schreie?

Baby


Ich denke so lange du keine obszönen Dinge schreist, sollte das kein Problem sein


Yeol

Aber wie soll mein Bias denn sonst wissen wie geil er mich macht?

Baby


Glaub mir, er weiß das auch so :D :D :D


Ich lachte leise vor mich hin. Auf mich waren neugierige Blicke gerichtet. Natürlich fiel ich wie ein bunter Hund auf. Mir taten all die Mädchen hinter mir leid, die wohl nicht wirklich was vom Konzert zu sehen bekommen würden. Meine 1,85 m konnte ich nicht verbergen. Aber ich wollte mein Platz nicht an der Barriere aufgeben. Mein Bias sollte mich bemerken. Das war mein Goal für den Abend. Schließlich hatte ich was Besonderes vor. Ich wollte, dass er ein Lächeln nur mir schenkte. Vielleicht war auch ein Fingerheart drin.

Yeol

Okay Baby, ich muss mich jetzt seelisch darauf vorbereiten, dass ich meinem Bias mit meinem Charme den Boden unter den Füßen wegreiße

Baby


Gut das ich nicht eifersüchtig bin ;)


Hab viel Spaß, wir reden später weiter


Ich liebe dich


Yeol

Du hast auch keinen Grund zur Eifersucht

Immerhin bist du meine große Liebe ;*

Bis später mein Schatz

Hab auch viel Spaß



Schmunzelnd steckte ich mein Handy in meine Hosentasche. Ich erwartete keine Antwort mehr von ihm. Außerdem war es kurz vor sieben und Exo fing immer pünktlich an.

„Bist du ein Fanboy?“, fragte mich plötzlich das Mädchen neben mir und ich schaute zu ihr runter. Sie war so winzig und musste ihren Kopf in den Nacken legen, um zu mir aufsehen zu können.

Das war der Moment, in dem ich froh war, dass ich Japanisch in meinem Studiengang mit dazu genommen hatte. Ich hatte so selten die Gelegenheit meine Japanisch Kenntnisse unter Beweis zu stellen, dass ich ihr fast zu euphorisch geantwortet hatte. „Natürlich, ich liebe Exo. Das ist meine dritte Tour, die ich mitmache, aber mein erstes Konzert in Japan. Normalerweise gehe ich immer nach Seoul. Ich bin so gespannt wie es hier so ist“, strahlte ich sie an.

„Awww wie süß“, quäkte sie. „Hast du ein Bias?“

„Ob ich ein Bias habe? Was ist das eine Frage? Klar habe ich einen. Baekhyun!“

Die Kleine schrie auf und fing an auf und ab zu hüpfen, während sie begeistert in die Hände klatschte. „Oh mein Gott, Baekhyun ist auch mein Bias. Er ist so niedlich, oder?“

Ich nickte grinsend. Oh ja, er war niedlich, aber auch so unsagbar hot. Er hatte Seiten an sich, die kannte nicht jeder. Aber ich war nicht jeder …

„Wie lange bist du schon Fan? Hast du sie jemals bei einem Fanmeeting getroffen? Wie alt bist du eigentlich?“ Ihre Fragen waren so wunderbar unschuldig. „Glaubst du Baekhyun datet jemanden?“ Oder doch nicht so unschuldig.

Ich lachte verlegen auf. „Hahaha, ich bin schon von Anfang an dabei. Ich war ehrlich gesagt noch nie auf einem Fanmeeting. Und ich bin 23.“

„Oh so alt wie Baekhyunnie und Chen“, jauchzte sie. „Ihr seid … Chingus sagt man in Korea, oder?“

Ich nickte zustimmend, hoffte aber auch, dass sie die andere Frage vergessen hatte. Baekhyuns Beziehungsstatus war ein großes Geheimnis und es drang rein gar nichts nach draußen. Seit Beginn seiner Karriere war er nicht mal in Gerüchte oder Skandale verwickelt gewesen.

„Ich shippe ihn ja heimlich mit Sehun“, murmelte sie. „Aber ich glaube das ist wirklich alles nur Fanservice.“

„Das ist definitiv nur Fanservice“, stimmte ich energisch zu.

Neugierig musterte sie mich. „Und du bist extra wegen Exo nach Tokio geflogen?“

Ich nickte grinsend. „Ja, ich wollte sie schon immer mal außerhalb von Seoul live sehen. Sehen wie anders sie sind, wenn sie nicht in ihre Heimatstadt auf der Bühne stehen.“

„Wow, du musst ja wirklich viel Geld verdienen, so dass du dir das einfach mal so leisten kannst“, staunte sie. Mittlerweile war sie mir ganz zugewandt.

Verlegen kratzte ich mir den Hinterkopf. „Eigentlich nicht. Ich bin Student. Mein Freund hat mir diesen Trip ermöglicht und die Kosten übernommen“, gestand ich.

„Oh man, ich werde immer neidischer. Du hast einen Freund, der kein Problem damit hat, dass du für ein Idol schwärmst und noch dafür bezahlt so dass du ihn sehen kannst?“

„Erm … ja.“ Ich biss mir auf die Unterlippe, um mir mein Grinsen zu verkneifen.

„Dein Freund muss ein toller Mann sein“, hauchte sie.

„Ja … das ist er. Er ist nicht umsonst die Liebe meines Lebens“, seufzte ich verträumt.

Sie wollte noch was sagen, aber als die Lichter ausgingen und die Leinwand an, wandte sie sich kreischend um. Grinsend schaute ich sie mir an, bevor auch ich nach vorne schaute. Die Show hatte ich schon ein paarmal in Seoul gesehen gehabt. So wusste ich ganz genau wann was dran kam, wer wo stand und wer was sagen würde, da der größte Teil der Ments gescript war. Aber noch nie war ich so nah an der Bühne, dass ich jeden Schweißtropfen auf den perfekt geschminkten Gesichtern sehen konnte.





Meine Augen lagen auf Baekhyun ab den Moment, als er auf die Bühne trat. Seine weißen Haare waren wie ein Heiligenschein, der ihn erleuchten ließ. Passend dazu trug er an diesem Abend auch noch blaue Kontaktlinsen. Er sah aus wie Jack Frost, einer meiner animierten Lieblingscharaktere. Aber genauso gut könnte er auch einfach ein Engel sein. Überraschenderweise war er heute kaum geschminkt. Kein schwerer Lidschatten, kein Contouring oder diesen Lipgloss, der die Lippen voller wirken ließ. Nur ein schmaler Eyelinerstrich zierte seine strahlenden Augen. Er wirkte jünger als er war und als sie während dem dritten Song den Steg zur Mittelbühne entlang schritten und die Fans laut ihrer Namen kreischten, bekam er diesen Glow, den ich so faszinierend an ihm fand. Dieses Strahlen, das zeigte wie glücklich er in diesem Moment war, dass er auf der Bühne stehen konnte und das tat, was er liebte.

Doch während Sehun und Kai mich breit angrinsten, vermisste ich jegliche Aufmerksamkeit von meinem Bias. Es verletzte mich mehr, als es sollte.

Vielleicht hatte er es bemerkt, oder er wurde von den anderen darauf aufmerksam gemacht, denn als es endlich zum ersten Ment kam, schaute er mich endlich direkt an, ohne dass ich nach ihm rufen musste. Okay, die Kleine neben mir hatte das eh schon für mich übernommen gehabt. Aufgeregt wedelte sie mit dem Fächer, auf dem Baekhyuns Gesicht drauf war, in der Luft rum. Baekhyun wank ihr zu, was sie so schrill auf quieken ließ, dass ich befürchtete diesen schrillen Ton nicht mehr so schnell aus meinem Ohr zu bekommen. Mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht rieb ich mir über besagtes Ohr. Aber ich konnte es ihr nicht mal übelnehmen. Himmel Herr Gott, immerhin war er Byun Baekhyun. Und dessen Blick triftete von ihr zu mir und seine ganze Mimik änderte sich. Sein Lächeln wurde noch breiter und rechteckiger, zeigte so viel mehr von seinen strahlend weißen Zähnen, seine Augen formten sich zu meinen geliebten kleinen Halbmonden und seine Wangen wurden so squieschie, dass ich am liebsten in sie hineinbeißen wollte. Er schenkte mir dieses besondere Lächeln, für das ich mich vor ihm in den Dreck niederknieen würde.

Zaghaft hob er etwas die Hand an und winkte mir leicht zu. Seine wunderschönen langen, schlanken Finger wurden von fünf bunten, schmalen Ringen, die selbstgemacht waren und aus kleinen Perlen bestanden, geschmückt. Im Fandom wurde spekuliert von wem er die hatte. Und so lange er nicht verriet wer sich für ihn die Arbeit gemacht hatte, würde es wohl auch für ewig ein Geheimnis bleiben. Ich hatte kein Problem damit, immerhin war es sein Privatleben. Und das war ihm heilig.

„Oh mein Gott, Baekhyun weiß, dass wir existieren“, schrie die Kleine aufgeregt, die mich am Oberarm packte und mich rüttelte.

Baekhyuns Blick lag immer noch auf mir, zuckte aber erschrocken zusammen, als Sehun ihn anschubste, da sein Ment an der Reihe war. Verlegen und ertappt rieb sich Baekhyun den Nacken, bevor er die Fans begrüßte und sich unnötigerweise vorstellte. Als ob jemand in der Halle nicht wüsste wer er war.

Wieder war ich erfreut, dass ich japanisch gelernt hatte.

Und bevor er sich umdrehte, nachdem Sehun sein Ment abgehalten hatte, grinste er mich tatsächlich schief und frech an. Der Fucker wusste wie er mir weiche Knie machen konnte. Was ein Lächeln mich alles für ihn machen ließ.



Flashback



„Hahaha Hyung, gehst du etwa Haemin aus dem Weg, oder warum willst du uns unbedingt zum Training begleiten.“

Augenverdrehend schubste ich meinen besten Freund und Nachbar mit der Schulter an. „Sie ist mir zu anhänglich und sie nervt. Ich wollte nicht schon wieder mit ihr shoppen gehen und ihre Tüten tragen. Und ihre schrille Stimme verursacht mir eine unangenehme Gänsehaut und Migräne.“

„Warum bist du dann überhaupt mir ihr zusammen?“, fragte mich mein anderer bester Freund.

„Gute Frage Jongin, gute Frage“, seufzte ich.

„Liebst du sie überhaupt?“, fragte mich Sehun.

„Nein“, antwortete ich ehrlich.

„Hast du sie überhaupt jemals geliebt oder zumindest gemocht?“, hakte Jongin nach.

„Nein“, meinte ich trocken. „Sie sieht gut aus, aber ist dumm und humorlos. Es macht kein Spaß mit ihr zusammen zu sein.“

„Dann mach mit ihr Schluss“, stöhnte mein bester Freund genervt auf. „Ich wünschte ich hätte Zeit für eine Freundin.“

„Ich auch“, jammerte Jongin theatralisch auf. „Wir haben so süße weibliche Trainees, aber wir haben nicht mal Zeit zum daten.“

Ich verdrehte die Augen. „Selbst schuld. Ihr wolltet unbedingt Idols werden.“

„Ich mach das nur, weil mein Dad mir eine Playstation versprochen hat“, schmollte Jongin.

„Das macht das alles noch trauriger“, lachte ich auf, als wir ins SM Ent Gebäude liefen.

„Dafür hast du die Zeit und die Qual der Wahl, Hyung. So viele Mädchen rennen dir hinterher. Haemin kannst du schnell ersetzen. Suche dir die Liebe deines Lebens. Sie könnte schon um die nächste Ecke auf dich warten“, trällerte Sehun.

„Liebe meines Lebens“, schnaufte ich auf. „Ich bin erst 17. Auf die Liebe meines Lebens rechne ich erst in zehn Jahren.“

„Oh, da seid ihr ja. Wir warten schon auf euch. Zieht euch schnell um. Saal 3.“

Mein Kopf ruckte nach recht und ich konnte nur noch einen braunhaarigen Hinterkopf erkennen, bevor er um die nächste Ecke verschwand.

„W-wer war das?“, fragte ich verblüfft.

„Oh, das ist der neue Trainee. Er kam letzte Woche neu dazu und er ist soooo gut. Nicht wahr, Nini?“

Jongin nickte. „Baekhyun Hyung ist cool und total witzig. Er ist so alt wie du, Hyung. Ich mag ihn voll gerne.“

„Bleibst du hier? Nach dem Training können wir ihn dir vorstellen“, schlug Sehun vor.

Ich wusste nicht genau was mich dazu bewegte, aber ich nickte. „Klar, ich kann meine Hausaufgaben ja währenddessen machen.“

„Hahaha, was du nicht alles tust, um deiner Freundin aus dem Weg zu gehen. Hyung, mach einfach Schluss mit ihr“, lachte Sehun und klopfte mir auf die Schulter, bevor er mit Jongin in die Umkleide verschwand.



Pffff Hausaufgaben am Arsch. Als hätte ich mich nur noch eine Minute lang auf Mathe oder Englisch konzentrieren können, während acht Jungs ihre tägliche Routine abriefen. Obwohl ich zugeben musste, dass ich erstaunt war, dass es nur acht waren und darunter zwei neue. Dafür fehlte Johnny, der von Anfang an, zumindest seit Sehun Trainee war und ich ihn als ab und zu begleitet hatte, dabei war. Aber das war nicht mal das, was mich so ablenkte.

Dieser eine kleine Hüpfer, der neu war, zog mich in seinen Bann und das wortwörtlich. Ich glaubte, dass ich zweitweise nicht mal blinzelte, während ich ihn anstarrte. Noch nie in meinem bisherigen frischen 17-jährigen Leben, hatte ich einen so hübschen Jungen gesehen. Screw that, noch nie hatte ich einen so hübschen Menschen überhaupt gesehen gehabt. Er war kleiner als ich, was keine Überraschung war. Die meisten in meinem Alter waren kleiner als ich. Er war sehr schlank, aber besaß Kurven, die man nicht bei einem Kerl erwarten würde. Breite Schultern und Becken, schmale Hüfte, volle Oberschenkel und einen Hintern, von dem die Mädchen auf meiner Schule nur träumen konnten. Seine Figur und Probationen waren perfekt. Doch der größte Hingucker war einfach sein bildschönes Gesicht. Kleine dunkelbraune Puppyeyes, die sich zu Halbmonden verformten, wenn er lachte (was nebenbei bemerkt das schönste Lachen war, das ich jemals gehört hatte), die niedlichste kleine Nase überhaupt und einen Mund, oh mein fucking Gott, der sah aus wie eine rosa Rosenknospe. Seine Lippen sahen so köstlich und süß aus, vor allem wenn er so bezaubernd schmollte. Er versprühte Welpen-Charme und ich hatte das Bedürfnis ihm durch seine fluffy aussehende braunen Haare zu streichen oder ihn den Kopf zu tätscheln.  

Fuck, ich war whipped ohne jemals ein Wort mit ihm gewechselt zu haben.



Drei Stunden und keine einzig gelöste Matheaufgabe von mir später, setzten sich die acht Trainees in einen Halbkreis auf den Boden, während ich in meiner Ecke saß und so tat, als würde ich etwas für den Englischunterricht lesen, anstatt Baekhyun zu beobachten. Darin war ich weniger erfolgreich. Zumindest schien mein bester Freund es sehr amüsant zu finden, als er mich darauf aufmerksam machte, dass ich mein Buch kopfüber hielt. Alle lachten über mich, außer Baekhyun. Er lächelte nur leicht und senkte den Blick. Anscheinend war mein Starren nicht so subtil wie ich geglaubt hatte.

„Ich darf heute was verkünden“, meldete sich Junmyeon zu Wort. „Ihr wundert euch bestimmt, warum wir heute nur zu acht sind. Die Sache ist die, ab sofort werden mir in den nächsten Wochen genau in dieser Besetzung trainieren.“

„Warum Hyung?“, fragte Jongin.

Junmyeon lächelte breit. „Weil wir acht zusammen nächstes Jahr debütieren werden.“

Was darauf folgte war ein wildes, lautes Durcheinander. Es war eine Mischung aus unbändiger Freude und völliger Ungläubigkeit. Nur einer saß völlig geschockt da und deutete auf sich selbst.

„Ich? Warum ich? Ich soll debütieren? Aber ich kam doch erst letzte Woche dazu. Was ist mit Johnny?“, hauchte Baekhyun fassungslos.

„Ja, aber du bist verdammt gut und passt wohl genau in das geplante Konzept. Außerdem sollst du mit Kyungsoo und Jongdae Main Vocalist sein“, erkläre Junmyeon ihm. „Fühle dich bitte nicht schlecht, dass du welche überholt hast, die viel länger dabei sind.“

„Aber … aber das ist unfair“, murmelte er und ich bekam das Verlangen ihn umarmen und den Kopf tätscheln zu müssen.

„In diesem Business geht es nicht um Fairness, Baekhyun. Man muss jede Chance ergreifen, die einen geboten wird. Denn es könnte die einzige und letzte sein.“ Junmyeon, der schon seit Jahren hier Trainee war, wusste wohl wovon er sprach.

Mehr bekam ich von ihrem Austausch auch nicht mit, weil ich von meinen besten Freunden überrannt wurde, die ihr Glück nicht fassen konnten, dass sie zusammen in der ein und selben Band debütieren durften.

„Hyung, Hyung, kannst du das glauben? Kannst du das glauben?“, brüllte Jongin in mein Ohr, während Sehun heulend an meiner Schulter lehnte. „Wir werden berühmt.“

Ich tätschelte Sehuns Kopf und nickte Jongin lächelnd zu. „Ihr werdet die beste Band werden, die KPop jemals gesehen hat.“

„Wirst du unser Fan sein?“, fragte Sehun schniefend.

„Der größte von allen“, bestätigte ich.

„Kann ich dein Bias sein?“, kicherte Jongin.

„Ich glaube Hyung hat sich schon ein anderen Bias ausgeguckt“, flüsterte Sehun und ich lief rot an.

Jongin folgte Sehuns Blick und so starrten wir zu dritt Baekhyun an. „Ahhh, ich verstehe“, hauchte Jongin schließlich und beide ließen von mir ab, als Baekhyun bemerkte, dass wir ihn anstarrten.

Mein Herz setzte einen Schlag aus, als er auch noch tatsächlich auf uns zukam. „Hey, Junmyeon hat gesagt wir gehen alle zusammen zur Karaoke, um zu feiern. Es geht auf ihn. Macht er das häufiger?“

„Oh Baekhyun Hyung, du hast gar keine Ahnung wie scheiße reich er ist. Gewöhn dich daran“, lachte Sehun, schlug ihn freundschaftlich auf den Rücken und er und Jongin ließen mich mit Baekhyun alleine stehen.

„Hi … uhm … erm … ich bin neu hier“, murmelte er.

„Ich weiß“, lächelte ich verlegen zurück.

„Mein Name ist Baekhyun.“

„Chanyeol … also … ich bin Chanyeol“, lachte ich auf. „Sehuns bester Freund. Und Jongins auch. Ja … erm … ich bin ihr Hyung. Also … hiiiii?“ Oh Gott, am liebsten hätte ich mich selbst geohrfeigt. Oder noch besser, mich selbst begraben.

Baekhyun lachte auf. „Du bist lustig. Also kommst du auch mit. Zur Karaoke, meine ich.“

„Wenn … wenn ich darf?“

Baekhyun drehte sich zu den anderen um. „Hey Jungs, habt ihr ein Problem, wenn Chanyeol mitkommen würde?“

„NEIN!“ „KEIN PROBLEM.“ „WÄRE NICHT DAS ERSTE MAL.“ Wurde uns entgegengerufen und Baekhyun drehte sich lächelnd zu mir um. Sein Lächeln war fucking rechteckig und perfekt und charmant und niedlich. Dieses Lächeln war zum niederknien. Und in diesem Moment wusste ich noch nicht, dass ich zwei Stunden später genau das tun würde. Dass ich vor ihm in einer Kabine von der Herrentoilette auf meine Knie ging und ich mich danach fragte, ob ich auf Jungs stand.

Am nächsten Tag hatte ich mit Haemin Schluss gemacht.



Flashback Ende





„Oppa, wie lange bist du eigentlich schon mit deinem Freund zusammen?“, fragte mich meine neue Bekannte, während wir auf Baekhyuns Solo warteten. Das sie mich Oppa nannte, fand ich irgendwie niedlich. So zeigte sie Respekt gegenüber unserer koreanische Anredeform.

„Um ehrlich zu sein haben wir heute unser sechsjähriges“, lächelte ich sie an und ihr fiel die Kinnlade runter. Für einen Moment schien sie wirklich sprachlos zu sein.

„Heute ist euer sechsjähriges Jubiläum und du bist stattdessen auf ein Exo Konzert? Dein Freund stört das wirklich nicht?“

Unschuldig zuckte ich mit den Schultern. „Er ist ziemlich beschäftigt. Sein Job hält ihn gut auf Trap und er hätte für mich heute eh keine Zeit gehabt.“

„Und für dich ist das auch okay? Das er sein Job über dich stellt?“

„Es ist nicht so, als ob er eine andere Wahl hätte. Aber hey, so kann ich mir immerhin meine Lieblingsband ansehen“, lachte ich. „Ich weiß, dass er mich liebt und wir feiern einfach nach. Außerdem widmet er mir immer seine ganze freie Zeit, die er zu Verfügung hat.“

„Ich fasse es immer noch nicht, dass dein Freund nicht eifersüchtig ist, dass du für ein Idol schwärmst.“

Ich lachte laut auf. „Weil er absolut keinen Grund hat.“

„Stimmt ja schon“, seufzte sie nachdenklich. „Byun Baekhyun ist unerreichbar. Wir sollten uns mit einem Lächeln von ihm zufriedengeben, oder? Mehr werden wir von ihm nie bekommen.“

„Ja“, murmelte ich. „Solltet ihr.“



Die Show verlief weiter ohne Fehler oder Komplikationen. Die Jungs performten, als wären sie dafür geboren worden. Sie waren so gewachsen seit ihrem Debüt vor fast sechs Jahren. Selbstbewusst interagierten sie mit den Fans. Während ihrem zweiten Ment starrte Baekhyun mich die ganze Zeit an und ich glaubte schon ich hätte irgendwas im Gesicht. Verwirrt strich ich mir über meine Wange, Nase und Stirn, aber da war nichts. Selbst meine „neue Freundin“ bemerkte es und schaute immer wieder zu mir. Baekhyun legte amüsiert den Kopf schräg und lächelte mich an. Ab den Moment wartete ich eigentlich nur noch darauf, dass die Kamera mich irgendwann einfing und mich auf der Leinwand zeigte, weil mein Bias es wohl lustig fand mich rot anlaufen zu lassen.

Ich war versucht meinen Plan jetzt schon umzusetzen, da ich ja seine ungeteilte Aufmerksamkeit hatte, aber es war noch zu früh. Wenn ich nicht den erwünschten Erfolg damit hatte, wäre es peinlich den gesamten Encore hier vorne durchzustehen. So schoss ich einfach ein paar Fingerhearts in seine Richtung und wackelte suggestiv mit den Augenbrauen. Dies ließ Baekhyun laut und mitten in Chens Ment auflachen. Erschrocken schlug er sich seine Hände vor den Mund. Doch sein vibrierender kleiner Körper (okay … so klein war er eigentlich nicht, aber in Vergleich zu mir war er schon winzig) verriet, dass er weiterhin vor sich hin lachte. Als er sich beruhigt hatte, tat er so, als würde er sich das pochende Herz aus der Brust reißen und es in meine Richtung schmeißen. Spielend fing ich es auf und streichelte es zärtlich bis ich sein imaginäres Herz verschluckte. Auf einmal war es so, als wären wir in unserer eigenen Welt. Wir flirteten in Gesten, Mimik und Zeichensprache miteinander, bis wir von Suho brutal herausgerissen wurden, indem er Baekhyun eine Kopfnuss gab und ihn an seinen eigenen Ment erinnerte. Den hielt mein Bias mit einem hochroten Kopf ab, aber seine Augen strahlten heller als jeder Stern am Nachthimmel. Ich verliebte mich tatsächlich noch ein bisschen mehr in ihn. Und es war gar nicht so schwer zwei Männer gleichzeitig zu lieben.

Während das Video vor dem Encore auf der Leinwand lief, starrten mich alle Mädchen um mich herum an. Natürlich, das war nicht anders zu erwarten gewesen.

„Ooooppaaaaa, er hat mit dir geflirtet“, schrie das Mädchen, deren Namen ich immer noch nicht wusste. Aber ich hatte sie auch noch nie gefragt gehabt.

„Nein, nein … hat er nicht“, versuchte ich herunter zu spielen. „Das war nur freundschaftlich gemeint.“

Ihre Augen wurden zu kleinen Schlitzen, als sie mich eingehend musterte. „Du verheimlichst mir was. Ihr kennt euch? Du hast gesagt, du hättest sie nie bei einem Fanmeeting getroffen.“

„Hab ich auch nicht.“ Ich senkte meine Stimme, weil ich nicht wollte, dass es jeder um mich herum mitbekam. „Okay, wie heißt du eigentlich?“, fragte ich sie endlich nach ihrem Namen.

„Kimiko“, antwortete sie überrumpelt.

„Okay Kimiko, das bleibt jetzt aber unter uns, okay? Hast du mich verstanden?“

Sie nickte langsam mit ihrem Kopf und ich seufzte leise.

„Sehun und Jongin sind meine besten Freunde seit Kindertagen und deswegen kenne ich den Rest von Exo und somit auch Baekhyun persönlich. Also habe ich nicht gelogen, als ich meinte ich war niemals auf ein Fanmeeting. Ich habe sie während ihre Trainee Zeit schon gekannt.“

Mit offenem Mund starrte sie mich an. Kimiko brauchte eine Weile, bis sie ihre Sprache wiederfand. „Und Baekhyun weiß, dass er dein Bias ist?“

Ich nickte.

„Und er weiß, dass du einen Freund hast?“

Erneut nickte ich.

„Und dein Freund weiß, dass du dein Bias persönlich kennst?“

„Jap, jeder weiß Bescheid.“

„Und es gibt echt keine Probleme damit?“

„Jeder weiß wo sein Platz ist“, nickte ich.

„Das ist so abgedreht, aber auch total abgefahren“, hauchte sie. „Was steht eigentlich auf dein Spruchbanner? Du hast ihn noch kein einziges Mal hochgehalten.“

Schnell drückte ich den Banner noch mehr an meine Brust. „Eine Botschaft an Baekhyun. Ich hebe ihn hoch, wenn die Zeit dafür kommt.“

„Und wann kommt die?“

„Bald“, murmelte ich, als der Encore anfing und die Jungs mit ihren schwarzen Tour T-Shirts zurück auf die Bühne kamen.  

Nach dem ersten Encore Song sangen sie ihren neuen japanischen Song, den sie nur in Japan performten. Ich hörte ihn zum ersten Mal live und ich war begeistert wie die ExoLs alle mitsingen konnten, obwohl der Song erst vor kurzen rausgekommen war. Doch das bedeutete auch, dass das Ende immer näher rückte. Und nicht nur das Ende, sondern auch mein Vorhaben. Mein Ziel hatte ich schon erreicht gehabt. Mein Bias hatte mich bemerkt. Aber ich brauchte noch ein letztes Mal für diesen Abend seine Aufmerksamkeit. Nur noch einmal! Während dem Abschlussment konnte und wollte ich nicht seine Aufmerksamkeit auf mich lenken, da ich wusste was mein Stunt bewirken konnte und das Letzte was ich wollte war, dass ich es den anderen Jungs und vor allem für Baekhyun unangenehm machte.

Geduldig wartete ich ab, bis sie ihre Reden beendet hatten und den letzten Song für den Abend anstimmten. Smile on my face. Und ich hoffte, dass ich mit meiner Botschaft genau das auf Baekhyuns Gesicht zaubern konnte.

„I stood there blankly for a long time”, begann Baekhyun seinen Part zu singen und richtete seinen Blick in meine Richtung. Ich konnte nicht richtig ausmachen ob er auf mich fokussiert war oder auf jemanden anderen. „I weakly look at you who is far. I don’t understand why I’m like this, just like the day I let you go.” Er lächelte schwach und ich suchte mir den Moment aus als Jongin das singen übernahm, um mein Banner hochzuheben. Hoffend, dass Baekhyuns Blick wirklich mir galt.

Heirate mich, Byun Baekhyun!

Es war keine Frage. Keine Bitte. Das war das was ich wollte. Mehr als alles andere auf der Welt.

Und während die anderen sieben ihre Runden auf der Bühne liefen, stand Baekhyun bewegungslos vor mir. Seine Mimik verriet nichts, doch seine Augen wurden glasig.

„To be honest, everything about you is so clear, even your name, speech and gaze”, hörte ich meinen besten Freund Sehun mit Jongdae singen.

“The memories loving you, they just bury inside my heart naturally”, sang Minseok weiter und Beakhyuns Hand zitterte, als er sein Mikro zu seinem Mund führte, um weiter zu singen.

„I did it all with a smile on my face, the traces have disappeared in my memories. What if they return back to me? I’ll just smile and send them back.”

Ich biss mir auf die Unterlippe und streckte ihm den Banner entgegen. Er machte einen Schritt auf mich zu, blieb kurz unschlüssig stehen, bevor er die letzten zwei Schritte bis zum Bühnenrand nahm, um den Banner entgegen nehmen zu können. Ich erwartete keine Antwort von ihm. Er war mir auch keine schuldig. Mein Ziel war, das er wusste, was ich wollte, egal wie peinlich unser nächstes Aufeinandertreffen werden würde.

Als die erste Träne fiel, drehte er sich um und eilte vor zur Hauptbühne wo sich schon die anderen versammelt hatten. Wie in Trance starrte ich ihm hinterher und als aus ihr erwachte, war das Konzert auch schon vorbei. Die Lichter gingen an und um mich herum wurde es hektisch. Aufgeregt tauschten sich die Fans untereinander aus, fangirlten laut oder wie in meinem Fall, wurden angestarrt.

„Was stand auf dem Banner? Baekhyun sah so gerührt aus.“

„Tat er das?“, fragte ich verdutzt.

„Oppa, bist du blind? Er hat es an seine Brust gedrückt, als er zurücklief. Das war ganz groß auf der Leinwand zu sehen.“

„Oh, darauf habe ich nicht geachtet“, gestand ich peinlich berührt und vergrub meine Hände in meine Jeanstaschen. Meine Finger ertasteten den Backstage Pass, aber ich hatte nicht vor ihn zu benutzen. Ich wollte meine Freunde noch nicht sehen. Sehun und Jongin hätten sicher ihren Spaß dabei mich mit meiner Aktion aufzuziehen und ich war nicht in der Stimmung das über mich ergehen zu lassen.

„Also was stand da drauf?“, bohrte Kimiko nach. „Ich kann kein koreanisch lesen.“

„Etwas persönliches, sorry“, murmelte ich.

„Och Oppa“, schmollte sie, aber ich wurde nicht weich. Das vibrieren von meinem Handy in meiner Hosentasche rettete mich noch zusätzlich.

Baby


Hey, wie war das Konzert?


„Sorry, das ist mein Freund“, entschuldigte ich mich bei ihr und widmete mich eben diesen.

Yeol

Gut wie immer.

War nicht anders zu erwarten.

Baby


Und hat dein Bias dich beachtet?


Yeol

Wenn ich ja sagen würde, wärst du eifersüchtig?

Baby


Hätte ich denn einen Grund?


Yeol

Er hat mit mir geflirtet. Und eifersüchtig?

Baby


Hmmm, um ehrlich zu sein ja


Yeol

Keine Sorge, er liebt mich nicht so wie du mich liebst

Baby


Bist du dir da so sicher?


Yeol

Wo bist du?

Baby


Auf den Weg zurück von meinem Job


Yeol

Du musst sicher erschöpft sein

Baby


Bin ich, aber lass uns später reden


Wenn du zurück im Hotel bist


Yeol

Okay

Baby


Bitte sei vorsichtig auf der Rückfahrt


Mir wäre es lieber, wenn du mit den anderen gefahren wärst


Yeol

Du meinst auch mit meinem Bias? ;)

Baby


Ja


Yeol

Es ist besser so

Ich denke er muss eh über was nachdenken

Aber ich werde vorsichtig sein

Baby


Okay


Yeol

Okay

Baby


Die Antwort ist übrigens ja




























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