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Die Gepardin und der Löwe

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Kiara Kion Kovu Nala Simba Vitani
10.11.2019
13.02.2022
28
43.256
6
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Dieses Kapitel
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24.11.2019 1.538
 
Simba und Nala kamen zusammen mit dem Löwenrudel aus der Höhle und warteten gespannt auf Kion und Rani, die unmittelbar mit den Blumenkränzen eintrafen. Jasiri platzierte den ersten Kranz auf Kion`s Kopf und Fuli den zweiten auf Rani`s. Als nächstes kam der Pavianaffe Rafiki mit seiner Farbe um die Trauung vorzubereiten. Nun tauchten Tunu und Wema mit Chuka auf und verteilten die Blüten, bis sie direkt vor Kion und Rani standen. Liebevoll beobachtete er Simba`s Sohn und flüsterte zu Wema: „Das ist der Richtige. Er ist der Vater, den ich mir immer gewünscht habe. Ich war mir noch nie so sicher wie heute. Aber Rani, die mag zwar eine gute Löwin sein, aber als Mutter könnte ich sie mir überhaupt nicht vorstellen. So ist es leider bei den Erwachsenen. Immer müssen sie sich in die falschen verlieben.“

„Chuka“, flüsterte Wema zurück. „Bist du dir ganz sicher, dass Kion als Vater für dich geeignet wäre, immerhin ist er ein Löwe und jeden Moment mit Rani verheiratet. Die Gepardin, die da neben ihm steht, ist Fuli und seine Trauzeugin.“ „Wema“, antwortete leise der gefühlsvolle Gepardenjunge, „dass Kion ein Löwe ist, würde für mich keine Rolle spielen. Wir sind zum Beispiel doch auch befreundet, obwohl wir unterschiedliche Tierarten sind. Warum kann Kion nicht einfach seine Trauzeugin heiraten, ich könnte sie mir so gut als Mutter vorstellen. Aber das alles sieht aussichtslos aus. Denn ich sehe gerade, dass sie auch schon mit einem anderen Gepard zusammen ist. Er wirkt zwar auch sehr nett. Aber als Vater könnte ich ihn mir einfach nicht vorstellen. So ist es nun einmal. Wünsche bleiben Wünsche. Aber wenigstens darf ich hier bei der Hochzeit dabei sein.“  Mit diesen Worten beendete Chuka sein Geflüster und beobachtete weiterhin aufmerksam Kion.

Nun sprach Rafiki zu der versammelten Tiermenge direkt vor dem Königsfelsen: „Liebe Tiere, König Simba und Königin Nala. Es freut mich, dass ihr heute alle erschienen seid, um einen wichtigen Lebensabschnitt zu feiern. Rani und Kion`s Hochzeit!“ Kurz nachdem der Pavianaffe das verkündet hatte, merkte jetzt auch Simba`s Sohn, dass ihn ein aus seiner Sicht fremder Gepardenjunge sehnsuchtsvoll ansah. Chuka sah genauso aus wie der Gepardenjunge, von dem Kion heute Nacht geträumt hatte. Das führte dazu, dass Rani`s Freund plötzlich sehr traurig wurde und sich in Gedanken hinterfragte, ob er mit ihr auf Dauer wirklich glücklich werden würde.  Rafiki malte mit seiner Farbe einen blauen gebogenen Strich auf Rani und fragte sie: „Möchtest du für Kion eine treue Löwin sein und sie lieben, bis der ewige Kreis euch scheidet? Dann antworte mit Ja.“  
„Ja“, sagte Rani und schmunzelte dabei ihren zukünftigen Lebensgefährten freudig an. Dann sprach Rafiki zu Kion, während er ihm ebenfalls die blaue Farbe auf seine Stirn malte: „Und Kion, möchtest du ebenfalls für Rani ein treuer Löwe sein und sie lieben, bis der ewige Kreis des Lebens euch scheidet, dann antworte mit ja.“ Der königliche Löwensohn mit seiner fast ausgewachsenen roten Mähne antwortete darauf, während er immer trauriger den lieben Gepardenjunge ansah: „Rani, es tut mir leid, aber ich kann nicht. Ich bin noch nicht bereit dafür.“

Als Kion diesen Satz fertig gesprochen hatte, brachten alle anwesenden Tiere eine schockierte Reaktion hervor und Rani meinte zu ihm: „Kion, was ist denn los mit dir? Nur Mut, du packst das schon. Du brauchst nicht aufgeregt zu sein.“ „Nein, Rani“, erwiderte Kion. „Ich kann wirklich nicht. Ich möchte dir auch nichts vormachen. Aber ich fühle, dass unsere Beziehung nicht die richtige ist und das mein ich ernst.“ „Und das sagst du mir jetzt!“, reagierte Rani wütend und man konnte ihr ansehen, wie ihre ersten Tränen einsetzten. Dann zog sie ihren Blumenkranz vom Kopf und schmiss ihn mit Gewalt auf einen Stein.
„Kion, warum tust du mir das an? Das ist echt verletzend. Ich hasse dich.“ Mit diesen Worten verließ Rani mit weinenden Tränen den Königsfelsen. Und Jasiri versuchte sie unten zu trösten. Dann lief Simba zu seinem Sohn und sagte direkt zu ihm: „Kion, ich verstehe das nicht, wie konntest du das Rani bloß antun? Mitten in der Hochzeit sie abblitzen zu lassen.“ „Ist schon gut Kion, ich verstehe dich und weiß jetzt genau wie du dich fühlst“, sprach Nala vertraulich zu ihm. „Ich bin mir sicher, du hast das Richtige getan. Wenn man bei einer Beziehung das Gefühl bekommt, dass sie nicht die Richtige ist, muss man auch den Mut aufbringen, es derjenigen zu sagen. Bevor sich das irgendwann nach der Hochzeit rausstellt und es zu einer schmerzhaften Scheidung kommt.“

„Nala, was soll denn das?“, brachte Simba als Einwand hervor. „Du nimmst unseren Sohn für dieses Verhalten auch noch in Schutz. Du solltest dich eigentlich für Rani einsetzen. Ich kann deiner Handlungsweise nicht ganz folgen.“ „Simba, es gibt da etwas Wichtiges, was ich dir noch nie erzählt habe“, meinte seine Lebensgefährtin sehr vertraulich. „Das Beste ist, wenn wir dazu zu einem Ort laufen, wo wir beide unter uns sind. Dann kann ich dir alles in Ruhe sagen.“ „Also gut, Nala“, antwortete der König. „Ich vertraue dir und werde mit dir zum Wasserfall laufen. Dort sind wir dann unter uns. Doch jetzt muss ich allen anwesenden Tieren noch etwas verkünden. Liebe Tiere des geweihten Landes, leider stellte sich die Hochzeit zwischen Kion und Rani als Irrtum heraus. Damit ihr aber alle aber nicht umsonst von weit weg hier hergekommen seid, feiern wir heute den Friedensjahrestag mit den Hyänen. Genießt die Früchte vom Affenbrotbaum und habt einen schönen Tag. Solltet ihr mich später noch brauchen, ich bin derweil mit Nala am Wasserfall unterwegs.“

Als der König diesen Vortrag beendet hatte, sagte er zu der Gepardin: „Fuli, du kennst Kion doch schon so lange. Vielleicht kannst du ihm helfen und herausfinden, was ihm wirklich fehlt.“ „Ja Majestät Simba, ich werde Kion helfen“, Antwortete Fuli motiviert und beobachtete, wie sich Kion weiterhin von Nala trösten ließ und schließlich zu ihr lief. Im selben Moment ging auch Chuka zu ihr und sagte: „Mama, nein ich mein Fuli, weißt du was Kion fehlt?“ Die Gepardin antwortete darauf: „Nein, ich weiß es leider nicht. Moment Mal, du bist doch Chuka, der neue Gepardenjunge. Binga hat mir alles über dich erzählt. Ich finde das einfach nur traurig, dass sich keiner im Gepardental um dich Sorgen macht. Wie du sicherlich gemerkt hast, bin ich die einzige Gepardin im geweihten Land. Wenn du möchtest, kann ich dir ja beibringen, wie man am besten rennt und auf die Jagd geht.“ „Oh ja sehr gerne, schrie Chuka freudig auf.“
Doch als Fuli danach ihren Geparden Azaad erwähnte, dass er auch für ihn da sei, fiel dem Gepardenjungen das Gesicht wieder herunter und er legte sich desinteressiert zu Boden, was Azaad daraufhin bemerkte und er sicher war, dass die Harmonie zwischen ihm und Chuka nicht stimmte.

Kurz danach stand auch Kion vor Fuli und sagte zu ihr: „Ich kann mir immer noch nicht richtig erklären, warum ich mir plötzlich so sicher bin, dass Rani für eine Beziehung nicht die Richtige ist. Fuli, das Erwachsenwerden ging einfach viel zu schnell für mich. Ich vermisse einfach die Zeit, als ich am Abend mir dir immer zum Wasserloch gerannt bin und anschließend mich mit dir ins hohe Gras gelegt habe.“ „Aber Kion“, sprach die Gepardin vertraut zu ihm. „Das können wir doch immer noch machen. Gleich heute Abend holen wir das nach und Chuka kann auch gleich mitkommen. Azaad hat bestimmt nichts dagegen.“ „Keine Sorge Fuli, ich habe wirklich nichts dagegen. Aber bleibt am Abend nicht zu lange weg, damit ich mir keine Sorgen um euch machen muss“, brachte Azaad als Antwort hervor und streckte dabei seine Beine nach vorne. Kion bedankte sich darauf und Binga brachte für den restlichen Nachmittag erstmal die jungen Tiere zusammen mit Chuka zur Kinderwiese zurück. Rani verabschiedete sich hingegen von Jasiri und lief mit den Löwenrudel zurück zum Königsfelsen, wo sie sich weiterhin trösten ließ.

In der Zwischenzeit war Simba mit seiner Lebensgefährtin zum Wasserfall gelaufen und Nala sagte gefühlsvoll zu ihm: „Simba, damit du verstehst, warum ich Kion in Schutz genommen habe, erzähle ich dir jetzt ein kleines Geheimnis, bei dem ich immer gehofft habe, es würde nie relevant werden. Also, als ich in Kion`s Alter war, es war kurz bevor ich dich in dem Dschungel wieder getroffen habe, war ich in einen anderen Löwen verliebt. Sein Name war Tojo. Wir wollten gemeinsam auch heiraten und hatten uns lange auf diesen einzigartigen Tag gefreut. Doch dann, es war eine Nacht vor unserer Hochzeit, hatte ich einen außergewöhnlichen Traum, in dem ich mit dir glücklich auf einem rosafarbigen Fantasieelefanten, so wie du ihn dir in deinem Königslied damals vorgestellt hattest, mehrfach in ein Wasserloch springe und freudig mit dir plansche. Am nächsten Tag erinnerte ich mich wieder daran. Und mir wurde klar, dass die Beziehung mit ihm nicht die Richtige ist. Unterbewusst spürte ich das und als Rafiki mich fragte, ob ich Tojo heiraten will, lehnte ich entschlossen ab. Tojo fühlte sich danach natürlich sehr verletzt und meine Mutter versuchte ihn zu trösten. Doch ich war mir sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Hätte ich damals nicht auf mein Gefühl gehört, hätte ich dich wahrscheinlich nie wieder getroffen und das geweihte Land wäre durch Scars weitere Herrschaft untergegangen. Jetzt weißt du, warum ich Kion in Schutz genommen habe und ihm vertraue.“
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