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Kinder-Kurz-Märchen

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Freundschaft / P6 / Gen
09.11.2019
09.11.2019
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Zufrieden lies das Kind sich neben dem Schatten ins Gras sinken und sah zu den Wolken hoch. "wie war dein Tag?" fragte der Schatten nach einiger Zeit des Schweigens. Das Kind brauchte gar nicht erst zu überlegen und fing direkt zu schwärmen an. Unbewegt hörte der Schatten den Erzählungen des Kindes zu. Wie jede Nacht berichtete es von den tollen Freunden, großartigen Spielen und Tiere die zu ihm kamen um sich streicheln zulassen. All dies konnte der Schatten beinahe vor seinen Augen sehen. Doch viel zu schnell war auch dies Nacht vorbei und ihre Wege trennten sich über den Tag wieder..

"Wie kommt's dass du immer früher als ich hier bist?" fragte das Kind in der nächsten Nacht, als es sich erneut neben dem Schatten niederließ. Kurz betrachtete es seinen Sitznachbarn ehe es den warmen Wind genoss der stets sanft über den Hügel glitt und das hohe Gras zum Wiegen brachte.
Obgleich die Stille stets angenehm war, wurde das Kind langsam ungeduldig. Warum erzählte der Schatten nie selbst etwas? Einige Fragen flogen ihm im Kopf herum. Diese Art von Traum wiederholte sich nun zum vierten Mal. Nacht für Nacht saßen sie beieinander. Zuerst still, dann würde das Kind von seinem Tag berichten. Der Schatten würde still zuhören und nur selten etwas wie "das ist schön" leise von sich geben.
"Willst du nichts erzählen?" fragte das Kind irgendwann und sah etwas schüchtern zu dem Schatten den es nur genau so kannte, zusammengerollt, still und dunkel. Er war immer vor dem Kind da und erhob sich auch nicht wenn die Nacht sich dem Ende zuneigte.
Nach einiger Zeit schüttelte der Schatten leicht den Kopf und nickte kurz dem Kind zu, als Aufforderung das es selbst erzählen sollte.
"Na gut. Ich war heute mit meiner Klasse in einem Naturpark. wir haben alle ein Eis bekommen. ich hab mir Schoko-Erdbeer ausgesucht. In dem Park gab es total viele Tiere! Die Frau Aarma meinte das da sogar Fledermäuse im Sommer wohnen. Nina hat gefragt ob da auch Pinguine wohnen, weil man die hier ja auch nicht oft sieht, so wie Fledermäuse, aber die Frau Aarma meinte das es denen zu warm hier ist. Ich hoffe ganz dolle das es dieses Jahr schneit! Dann kommen die bestimmt. Nina meinte dann, 'Du Vanessa, dann können wir eine Schneeballschlacht gegen Pinguine machen!' Wenn die nicht kommen spiele ich aber mit Nina und ihrer Schwester!" Das Kind erzählte wie jede Nacht und wie jede Nacht ging auch diese wieder um. Obwohl das Kind sich auf den neuen Tag freute, war es doch traurig. "Erzähl mir Morgen von deinem Tag! Ich will wissen was Schatten so in ihrer Freizeit machen." mit einem strahlenden Grinsen erhob das Kind sich und begann den Tag.

Voller Aufregung setzte das Kind sich neben den Schatten und sah ihn aufmerksam an. Sie wären gleichgroß, würde der Schatten sich nicht immer so zusammen rollen. „..Also..?“ fragte das Kind freundlich und zwang sich etwas zur Ruhe. „Ich..“ Der Schatten atmete tief ein. „Ich hatte heute Schule. Wie immer war die viel zu lang und zuhause habe ich dann die Hausaufgaben gemacht.
So begann der Schatten zitternd von seiner Schule  zu erzählen. Eine schwere Schule die er eigentlich gar nicht wollte. Doch seine große Schwester hatte diese besucht und mit Bravur ihren Abschluss dort gemacht. Er erzählte wie schwer es war, im Unterricht mitzukommen und den Erwartungen der Lehrer und seiner Mutter gerecht zu werden. Das er kaum Zeit zum Spielen hatte und abends müde ins Bett fiel.
Mit großen Augen sah das Kind den Schatten an. Dieser blickte nun, nach diesen fünf Nächten das erste mal zurück und das Kind sah groß, gespenstisch weiße Augen. Und doch wusste es, das sie eine Farbe haben konnten. Sie war einfach vom steten weinen Raus gewaschen, doch sie würde wiederkommen wenn man diese Augen mit buntem Lachen füllte, da war das Kind sich sicher.
Der Schatten, der nun ganz angespannt da saß regte sich keinen Zentimeter, als er auf eine Antwort wartete. Das Kind rutschte zu ihm, legte seine Arme um die dunkle Gestalt und zog sie fest an sich. „Weiß deine Mutter das du eigentlich nicht auf diese Schule willst?“ fragte das Kind nach einiger Zeit, in der es den Schatten still in den Armen gehalten hatte. Es spürte wie der Schatten den Kopf schüttelte. „Willst du es ihr sagen?“ fragte das Kind weiter. Nun dauerte es einen Moment bis der Schatten zögerlich nickte. Das Kind entließ ihn aus seinen Armen und griff in die Luft und holte einen Zettel und Buntstifte herbei. Mit verhohlener Neugier beobachtete der Schatten das Kind dabei, auf dem Zettel herum zu kritzeln.

-Liebe Mama von meinem Freund.
Ich weiß das du dein Kind sehr lieb haben musst. Schließlich bist du seine Mama.
Aber dein Kind ist sehr traurig. Bitte kümmer dich darum!!-

Grinsend faltete das Kind den Brief einmal, eher es dem Brief dem Schatten übergab. „Gib das deiner Mutter. Sie wird dir zuhören.“ Zögerlich nahm der Schatten den Brief entgegen und nickte.


Gedankenverloren sah Nina auf den Brief. Den echten von seiner Freundin hatte sie auf dem Weg aus dem Traum verloren, doch sie hatte sich Mühe gegeben, den neuen genau so aussehen zu lassen.
Nun stand sie oben an der Treppe und war sich nicht mehr sicher. Doch ehe ihre Zweifel sie übermannen konnten, spürte sie einen leichten Schubs im Rücken und das Lächeln ihrer Freundin blitzte vor ihren Augen auf. Sie atmete nochmal tief durch, dann stieg sie die Treppe hinab. Es war früh am Morgen. Ihre Mutter stand immer früh auf und weil heute Samstag war, saß sie vor dem Fernseher, eine heiße Tasse Kaffee in den Händen. Überrascht sah sie auf als sie Ihre Tochter so früh unten sah. „was gibts den meine Liebe?“ fragte sie und machte den Fernseher aus.
Mit gesenktem Kopf übergab sie ihr den Brief und sah aus den Augenwinkel zu wie ihre Mutter auf den Brief reagierte. Kurz weiteten ihre Augen sich, dann stellte sie die Tasse weg und klopfte neben sich aufs Sofa. Still nahm Nina platz und sah auf ihre Hände. „Du hättest es mir doch sagen können..“ Murmelte ihre Mutter und nahm sie in den Arm. Nina schüttelte den Kopf, doch ihre Mutter drückte ihr einen Kuss auf das Haar und zog sie näher an sich. „Doch natürlich. Es geht um die  Schule, nicht? Bist du nur wegen deiner Schwester dahin gegangen?“ Diesmal nickte Nina. „Ach Nina....“ Nun schloss auch sie ihre Arme um ihre Mutter und fing an zu weinen. „Tut mir leid Mama“


-
„Was hat sie gesagt?“ Fragte das Mädchen den Schatten, den man nun kaum mehr 'Schatten' nennen konnte. Nach dem Brief vor drei Jahren hatte sie die Schule gewechselt, Freunde gefunden und kam gut im Unterricht mit. Nun saßen die beiden Mädchen auf der Wiese und sahen sich an. „Sie hat Ja gesagt“ Murmelte Nina ganz leise. Das andere Mädchen sprang auf und schloss sie in die Arme. „Das is doch super! Deine erste Freundin!! Wie heißt sie denn?“

„ Vanessa „
 
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