[Schreibblock.]

von Rhia
GeschichteAllgemein / P12
09.11.2019
09.11.2019
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AND I SAID HEY!

Mir ist danach irgendetwas Dummes zu schreiben.

Es ist genau 0:00 Uhr.

Und.
Das ist genau der Kram, den man um 0:00 macht.
0:01
0:02
0:03

Im Übrigen fällt mir auch nichts dazu ein wie ich „Ete Petetes“ Geburtstag
bzw. „Jolenes“ Geburtstag feiern könnte. Denn wenn mich nicht alles täuscht ist meine Lieblingskurzgeschichte zum Thema Inspirationslosigkeit und bösen Schafen irgendwann um den 10. August herum entstanden!

Nun gut,
zwar häkle ich gerade eine eigenartig verformte Picknickdecke mit einem gigantischen (dafür aber weißen und kastenförmigen) Schaf, aber
das ist ja nicht wegen Etejolenepetete.

[10.08.2013, nachmittags]

Natürlich könnte ich mich jetzt beim Häkeln nach draußen setzen, anstatt vor dem Fernseher – das hätte ja sowieso mehr von diesem obercoolen „Etejolenepetete“-Style –, weil ich dann so voll krass in den Himmel starren könnte auf der Suche nach dem wunderschönen und einzigartigen
Himmelblau.

Aber da es wirklichnach Regen aussieht und ich eigentlich schon krank bin (und ich es trotz Volljährigkeit noch immer nicht über mich bringe freiwillig einen Arzttermin zu vereinbaren), lasse ich es.
Schweren Herzens.

Im Ernst, Ärzte sind voll gruselig.


Mit Grausen erinnere ich mich an eine Episode in meinem Leben, als ich, geplagt von einer Erkältung, einen Arzt aufsuchte.

Es war übrigens ein höchst eigenartiger Arzt, der genau wissen wollte welche Farbe mein Schnodder in der Nacht hätte.
Er fragte also:

„Rot, Gelb, Grün?“

  Und ich dachte:
  Äh, schwarz? Wissen Sie, ich sehe nichts im Dunkeln...

„Braun? Gold? Violett? Grün?“

  Nein, mein Schnodder ist nicht golden, aber er fluoresziert stark grün im
  Dunkeln und weist
  zudem silberne Sprenkel auf.


„Gelb? Grün? Magentarot? Cyanblau?“

  Jetzt hör'n se mal, ich male auch nicht mit
  meinem Schnodder, also ist mir der Farbton so was von schnurzpiep.

  Nein, ich will Ihre Schnodderkunstwerke nicht sehen. Nein!




Okay, dass mit den Schnodderkunstwerken hat der Arzt nicht gesagt.
Den Rest aber.

Ja man, sorry Etejolenepetete.
Ich geh jetzt aber nicht raus.

[...]

An dieser Stelle,
lieber imaginärer Leser,
könnte ich normalerweise unendlich lang weiterschreiben – denn

a) es führt zu nichts
b) es hat auch im Augenblick keinen speziellen Sinn und
c) ist auch an niemanden gerichtet.

Um es aber auf den Punkt zu bringen – wenn ich anfange zu schreiben, bin ich meist in einer seltsamen Quasselstimmung, in der genau so ein Unsinn anfängt das Blatt zu füllen.
Konkret heißt das, ich bin


*gähn*
übermüdet.


Gelangweilt.
-.-

Depressiv. :´(
Oder doch nur melancholisch?

VÖLLIG AUFGEDREHT, AHHHHH!

Mitgenommen... von irgendwas.
(Im Ernst, es tut mir voll Leid, dass ich nicht länger beim Grillen geblieben bin
obwohl ich mit den Leuten sowieso nichts anfangen kann...ähem.
aber, wenn man in H. wohnt, Papa grad sein blödes Auto verkauft hat und man wirklich überhaupt gar keine Mitfahrgelegenheit hat, dann muss man eben den letzten Bus um 20:09 Uhr nach Hause nehmen (Gott, was ist das für ein Scheißkaff???) oder man muss halt zu Fuß gehen und das Gewitter war ja wohl das allerletzte und verdammt, der Fußmarsch von der Bushaltestelle aus war dann ja so gruselig, dass ich völlig durchnässt in diese blöde Gaststätte gerannt bin, der H. seinen Namen zu verdanken hat, um auf das Gewitterende zu warten. Und das etwa eine halbe Stunde lang, nur um dann festzustellen:
oh das Gewitter geht ja doch nicht vorüber, aber zwei Straßen weiter ist ein verf*ckter Blitz in ein Gartenhaus eingeschlagen.
Alter, in ein verflucht NIEDRIGES Gartenhaus. *Panik* Wie komme ich denn jetzt bitte nach Hause????)

Sauer.
So was von stinkwütend!!!!!!!

SDHQVW%=()Z“$ Z Q%P$EVTGBHNARTWE%&ZTHVB

Kitschkramig, Kitschkrämerisch?
(hach, es ist so herzzerreißend süß Gänseblümchen zu köpfen und dann, hoffend, bangend, schwelgend, träumend, liebend nach und nach zu sehen ob man... zurück geliebt wird *seufz*)

Irgendwie fröhlich, aber eher so kichererbsenmäßig :))))
(so wie jetzt.
Ich fürchte ich bin gerade die einzige, die das alles total witzig findet... *prust*)



Und du, lieber imaginärer Leser? :) Wann schreibst du eigentlich?

Geschichten, Gedichte oder einfach irgendwelche Zeilen?
Zu welchen Zeiten, an welchen Orten, aus welchem Gefühl heraus?
Oder schreibst du gar nicht? Hast du ein ähnliches Hobby oder brauchst du das gar nicht so sehr wie ich?

Dann:
wann liest du, was, wo, wie lange, warum... jetzt?

Manchmal schreibe ich, weil ich ein Lied gehört habe, über das ich noch irgendwas sagen wollte. Manchmal hab ich einen Film gesehen, dessen Bilder ich nicht in Worte fassen kann. Manchmal sind es „Was-wäre-wenn“-Geschichten, die ich niederschreibe. Hin und wieder sind einzelne Zeilen auch nur das, was mein Hirn so gerade ausspuckt und im Nachhinein nähe ich die Flicken zusammen, gucke zu welchen Personen, zu welchen Situationen diese oder jene Ausdrücke passen und versuche mich weiter hineinzudenken, weiterzuschreiben.

Manchmal habe ich auch rein gar nichts zu sagen, ganz genau wie im richtigen Leben, und möchte aber dem weißen Blatt Papier gegenüber trotzdem nicht still sein.



AND I SAID HEY!

(little girl, girl with one eye, I cut your little heart out because you made me cry → Girl with one eye by Florence + Machine)


So heißt mein aktuelles „Schmierpapierdokument“.
Und zwar so betont wie in dem Lied, deshalb nenn ich's hier noch mal.
Ansonsten hat es aber nicht viel mit dem Text gemein.

[18.8., Etejolenepetetes Geburtstag ist vorbei, ich schreibe wieder.]

Das Schmierpapierdokument.
In einem Schmierpapierdokument finden sich immer einige fertige Gedichte. Wahrscheinlich werde ich sie gleich auch noch mal in der Reihenfolge wiedergeben in der sie hier stehen. Vielleicht ist es ja wichtig.
Keine Ahnung.

Ansonsten besteht es aus Satz- oder Wortfetzen, halbfertigen Gedichten oder kurzen Prosa-Sachen, die ich vorher auf echtes Schmierpapier gekritzelt habe oder eben nicht.
Manchmal schreibe ich die Satz- und Wortfetzen auf Papier immer weiter und weiter und wieder ab und zu streiche ich sie durch, bis etwas dabei ist, was mir gefällt oder ich schreibe Angefangenes am PC weiter, wenn ich nicht direkt beginne am PC anfange zu schreiben so wie jetzt.


Schmierpapierdokumente an sich
hab ich noch gar nicht so viele – „And I said hey“ ist das neuste.

Ein anderes, das stolze elf Seiten lang war, hat den hübschen Namen „wortlos glücklich“ (ach was, ich neige überhaupt nicht zu Übertreibungen, nein, nein, nein!), dann gab's noch „sinnverschnörkelt“ (eines meiner Lieblingswörter schlechthin) und „verdichtet“.

Oh ja, und ein Sammelbehälter für Gedichte heißt „Projekt“, weil es aus Gedichten zu diesem Schreibprojekt mit den zwölf Bildern besteht – meines hatte ich unter dem Namen „Bilderrahmen“ gepostet.

Dann hätten wir noch: „Irrgefühl in Irrworten“. „Hiergehört“.
Und: „Das ist mir alles höchst subjekt“, aber in dem sind nur zwei Gedichte drin.

Auch wenn ich bezweifle, dass das hier überhaupt wer liest: hat denn der liebe Leser eigentlich auch solche komischen Eigenheiten beim Schreiben? :)

Vielleicht kommt es auch ein bisschen darauf an, was man überhaupt schreibt. Wenn man hauptsächlich längere Geschichten schreibt, schreibt man vielleicht auch eher in ein Notizbuch und hält die wichtigsten Stichpunkte dort fest, oder so was in der Art?
Vielleicht hat man dabei eine ganz eigene Ordnung oder Struktur, eine eigensinnige Arbeitsweise.

Im Laufe dieser Tagebucheinträge? Im Laufe dieser Schmierpapiereinträge jedenfalls dokumentiere ich meine Arbeitsweise, indem ich dir die unterschiedlichen Texte, unfertig und später fertig, einfach zeige, man sieht nach und nach wie ich Dinge umschreibe, wenn Neues dazu kommt, oder wie ich Texte lasse wie sie sind.

Um das ganze etwas interessanter zu gestalten, erkläre ich vielleicht auch woher der ein oder andere Satz kommt :)

Dies ist jedenfalls das Dokument am 18.8.2013 um 0:52.



Später
Und die kleinen Schlampen

spürst du den Aschen-
puttelgeruch aus
ihren Puppenaugen
quellen?

Die Gesichter nicht
verschleiert – verrucht
und ich weiß,
wie man ihre Lippen malt,

und dass
gepiercte Nasen
nicht pinocchiowachsen,
selbst wenn

'Schönheit' NICHTS
als Lüge ist

→ der Ausdruck „die kleinen Schlampen“ ist aus einer Unterhaltung, wir sind mit dem Auto durch die nächste „Großstadt“ hier in der Gegend gefahren. Es geht um diese zwölf oder dreizehn Jahre alten Mädchen, die halt immer noch so verdammt kindlich aussehen, obwohl – oder gerade weil – sie mit ihrer Kleidung und ihrem Verhalten genau das Gegenteil zeigen wollen.
Oder sind es tatsächlich ihre Mütter, die sie so
„hübsch“/ „erwachsen“ (das definiert ja jeder anders)
aussehen lassen wollen, und sie darum in solche Klamotten stecken?

Also, diese Billigklamotten, die süßlich, künstlich nach Plastik riechen. Zu knapp.
Und dann die hochhackigen Schuhe oder Stiefel. Die Schminke.

Der Piercing.
Die gefärbten Haarsträhnen.
Die Zigarette.

Wahrscheinlich klinge ich wie eine alte Omi.

Aber dieser abschätzige Ausdruck „die kleinen Schlampen“ im Zusammenhang mit diesen kindlichen Gesichtern hat mich irgendwie traurig gemacht.


[...]
– manchmal.

zähle
ich die Sekunden
bis ich deine Schritte

höre
und das Vergehen wider-

hallt


Das Bedeutungs-Los
Es ist die Zerrissenheit
die es hier zu analysieren gilt –
pompös in Gold gehalten, weil
die Wege daraus gemacht sind

wenn wir den Idealen glauben

und die
Suche nach dem
Glück
steht mir zu
bis obenhin:

weil
die Kinofilme an meine Generation
erzählen wie [er sie es] schon
immer gewöhnlich bis normal
plötzlich

fantastenbesetzte Muster
in der Seele gestickt hatte
Schicksalsmonogramm
Glitzergarn in
Taschentücherknoten

und das nur Hollywood ist

→ tatsächlich glaube ich inzwischen, dass ich damit nicht wirklich richtig liege.

In dem Moment jedoch, in dem ich das schrieb, hatte ich das Gefühl, dass es „modern“ ist (oder wie auch immer man das nennen will), dass in vielen Teenie-Geschichten oder Filmen ein relativ normaler Durchschnittsmensch, plötzlich eine Art Gabe hat oder Schicksal, das ihn mit einem mal wichtig und bedeutungsvoll macht.

Aber
wenn man genau drüber nachdenkt ist das a) nicht unbedingt nur ein Thema in Teenie-Geschichten und b) es ist nicht mal besonders neu.
Ich meine, wer will schon lesen, wie ein ziemlicher Normalo morgens aufsteht und, keine Ahnung, sich die Zähne putzt?

Und doch hatte ich gerade bei übertriebenen Sachen – vielleicht auch in gewisserweise Mary Sues und Gary Stues oder wie sie heißen – das Gefühl, dass sich vielleicht auch gerade Jüngere wünschen perfekt, makellos zu sein.
Wichtig.
Bedeutsam.

Lieber Leser, das, was jetzt folgt ist auch kein zusammenhängender Gedankengang, es sind eher Gedankensplitter und Assoziationen.
Aber vielleicht hilft es zu verstehen, woher die Inspiration kam.

Okay. Bedeutsam, angesehen, bekannt?
Ich musste an den Ausdruck „15 Minuten Berühmtheit“ denken (Warhol, richtig?).

Sprung:
Dachte an die Leute, die im Internet beispielsweise mit Videos berühmt werden (wollen?).

Sprung:
ich hatte zuvor ein Musikvideo gesehen, ein selbstgemachtes, in dessen Beschreibung es hieß, dass man doch versucht hat es irgendwie künstlerisch wirken zu lassen.
Das Video sagte für mich nicht viel aus.
Aber es war vermutlich auch nicht ernst gemeint.

Trotzdem
musste ich an diese eigentlich sogar richtig bekannten Sänger und Sängerinnen bei (bei? Was sagt man da eigentlich?) YouTube denken.

Also, an die Leute, bei denen man gleich „Autotune?“ denkt, und die auch diese eher professionell gedrehten Musikvideos haben, in denen auch gerne die übermäßig geschminkten Gesichtszüge der Musiker in Szene gesetzt werden, sodass man perfekt sieht wie scheiße übertrieben man beim Singen eigentlich gucken kann.
Überhaupt ist diese ganze Aufmachung so... „gekünstelt“ perfekt, dass ich mir das meistens nicht anschaue. Meine eigenen Voruteile? Wer weiß.

Interessanterweise haben solche Leute auch gerade sehr junge Fans, die... zu solchen Leuten aufsehen?

Möglicherweise ist das mit den „jungen“ Fans, auch nicht besonders relevant, es passte nur ganz gut in die Theorie mit den Teenie-Geschichten und Co.

Mein Vater beispielsweise ist der Ansicht, dass sich jüngere Menschen eher für Musik interessieren (nicht für das Musizieren selbst, sondern für das Hören der neusten Hits), denn es sind ja gerade junge Leute, die beispielsweise die Musik im Auto voll aufdrehen und durch die Straßen ballern, und wenn sie älter werden hören sie vielleicht hin und wieder mal Radio oder falls es eine Gewohnheit ist, stellen sie es zu Essenszeiten an.

Sprung:
Der Versuch etwas künstlerisch wirken zu lassen + etwas künstlich Perfektes kreieren
→ bemüht um Anderssein, Besonderssein, Makellossein oder Wichtigsein?

Ähem.
Sollte mir vage bekannt vorkommen.
Ich musste also an meine eigenen Sachen denken, das ganze Geschreibsel, so verkompliziert und verrätselt und vor vermeintlichen Tiefsinn nur so triefend.

Ich denke aber kaum, dass ich die einzige bin, die bemüht ist irgendetwas künstlerischer wirken zu lassen als es ist.
Besonders.
Besonderer.

Ich denke nicht, dass ich die einzige bin, die versucht anders zu sein.
Ist es nicht beispielsweise bei Mode so?
Also klar, am Ende sehen alle wahrscheinlich recht ähnlich aus, am Anfang ist aber irgendjemand, der anders aussehen will.
Oder etwa nicht?

Na ja,
zumindest meinte Miley Cyrus bei den Teen Choice Awards dieses Jahr (sie wurde zur fashion icon gewählt), dass es bei Mode wichtig sei anders zu sein.
Da ich selbst wenig Ahnung von Mode habe – glaub ich ihr mal. Sie hat eine... hübsche Frisur, nicht wahr? ;)

Der Gedankengang neigt sich zum Ende.
Wir haben jetzt:
anders, berühmt, anerkannt, besonders, wichtig?

Sprung:
ich musste daran denken, dass ich die Schule jetzt abgeschlossen hab und jeder Arsch fragt: „Hey und was machst du jetzt so?“

Irgendwas total einzigartiges?
Oder sinnvolles? Irgendwas, womit man später richtig viel Geld verdienen kann?

Ich verrate es dir:
ich mache irgendwas, von dem ich nicht mal weiß ob ich es mich wirklich interessiert.
Ich verrate es dir:
ich hab auch keinen Plan, was ich damit später machen soll, egal wie oft du mich jetzt noch fragst.

Aber im Ernst, was soll aus uns werden?
Was soll aus uns werden?
Kind, was soll nur aus dir werden?

Alles ist möglich, wenn wir den Idealen glauben.
Oder an so was die Suche nach dem Glück, vom Tellerwäscher zum Millionär und so'n Krams.
Aber so besonders sind wir doch gar nicht wie wir es gerne hätten.
Oder doch?

Und dann... stand da auf einmal ein Gedicht.
Na gut, vielleicht nicht ganz so plötzlich ;)



Jetzt Unfertig
den
poetischen Atemhauch
zwischen den gebrochenen
Häuserzeilen
oder Menschenherzen

mit jeder Faser
begreifen

→ Danke noch einmal an Wortlos für diesen Titelvorschlag und sollte sie das hier lesen... Fanfiktion hat die Mail gelöscht.
Und an alle anderen möglichen Leser vom Schreibblock... zur Erklärung – ich brauche ab und zu und oft einfach viel zu lange um Antworten zu schreiben. Also, falls mir jemand freiwillig ein Review oder eine Mail schreibt und ich (erst mal) nicht antworte,
das kommt bei mir häufiger vor. ^.^;


Holzpflock
Aus diesem Grund und
Boden,
aus dieser Stadt, da oben
gingen mir die Reime
und der Sinn für immer wieder

weg und verloren.
Hier bin ich geboren,
hab die Stille noch
zwischen den Zähnen stecken.

In den Ecken, find ich
keinen Holzpflock
für die Vampire oder die
Fehler hier in meinem Kopf
gut genug.

wenn sie wie ich hier
die Zähne blecken:

*klick*

→ „Frau G, heißt es Abi-Entlassfeier oder Abi-Entlassungsfeier???“
*Rhia scheißt grad auf beides*


Endlospirouetten aus Stimmen
Dieses Gefühl ist bösartig
ein Klumpen in meinem Hirn
ich brauch eine schlaflose Nacht
mehr
brechende Lichter, ein Glücksgestirn

Ätherische Klänge,
Beerdigungsmusik zu meinen Füßen,
Endlospirouetten aus Stimmen
führen abwärts (drop.)


Faszination Wut
Man bröselt die Wut auseinander
ein klirrendes Gefühl von

wirklichkeitsfremdem Naturalismus
physikalischem Aufhebungsgesetzen
ein System äußerster Ordnung durch Null


dutzende Startpunkte zum Planeten in
grellster und belanglosester Erscheinungsform
und die Schwerkraft zieht zum Kern

*HEFTIG* werden Schuldigkeiten
in Schatten gerissen –
an die Wand gespielt oder projiziert
Fest-geklascht, gefeiert, ausgeschissen
in Bruchstein injiziert,
um die eckigen Rundungen
letzter Worte manövriert.

Zweifel blinken wie Sterne auf
brechen ab
sofort an den gläsernen Konturen
eines Scheinherzens um
ein Universum mit dunklen Du-Löchern

und die Nischen für die Scham
des
Heute-Sagens & Morgen-Lassens

sprengen das Glas.



[28.08.2013, 0:32, verdammt, ich sollte schlafen]

Hin und wieder kommt es vor, dass ich Gedichte im Nachhinein verlängere. Nicht unbedingt, weil ich es besonders sinnvoll oder in gewisserweise wichtig oder ergänzend finde, sondern, weil ich sonst das Gefühl hätte, dass meine Gedichte zu wirr sind.

Weil zu viele scheinbar unzusammenhängende und zudem noch komplexe Bilder aufeinander folgen
und der Sinn wahrscheinlich irgendwo in den Sternen steht.

Manchmal baue ich Nachdenk-Puffer ein, obwohl sie kaum zum bisherigen Stil passen wollen.
Und sie nerven mich.
Ob wohl irgendjemand ein ähnliches Problem beim Schreiben hat?

Okay, her damit:
ich will deine eigenartigen und eigensinnigen Schreibprobleme hören :)

Oh, da fällt mir ein – ich hab noch eines, also, mal abgesehen von Schreibblockaden und Nachdenkpuffern. Ein geläufigeres Schreibproblem, nehme ich an:

Titel.


Egal ob für Gedichte oder Geschichten.
Titel sind total lästig.

Irgendwann hatte ich mal gelesen, dass Ein-Wort-Titel, die genau ins Schwarze treffen am besten, Zusätze wie Artikel unnötig, der Name des Protagonisten nichtssagend und englische Titel bei deutschen Geschichten doch irgendwie seltsam sind.
Und das erschien mir logisch.

Aus diesem Grund wurde aus „Der Autor“ einfach „Autor“, aber „Autor“ ohne alles
klingt in meinem Kopf einfach total doof, also
wurde wieder „Der Autor“ draus.

„Die Quelle der Inspiration“ wurde zur „Inspirationsquelle“.
Und (huch?) ist so geblieben.
Obwohl es doch irgendwie lieblos kurz klingt, vor allem, wenn man bedenkt wie ausschweifend die Protagonistin reden kann!

Inzwischen nehme ich an, dass irgendwelche Regeln zur Titelfindung ohnehin Humbug sind.

Es kommt halt auf die Geschichte an.
Und davon abgesehen ist einer der coolsten Titel, die ich kenne:

Maia
oder Als Miss Minton ihr Korsett in den Amazonas warf


Ha,
mehr als ein Wort und
„nichtssagender Name“ hoch zwei.

Den Titel fand ich sogar so gut, dass ich diese „Oder“-Form für die Überschrift einer eigenen Geschichte in der sechsten Klasse nahm, die ich dann auch ganz stolz vorlas.
Meine Deutschlehrerin unterbrach mich allerdings schon nach dem ach-so-tollen Titel und fragte mürrisch: „Soll ich mir jetzt etwa aussuchen, welche Überschrift besser ist?“
.
.
. Ach, die Titelfindung für Geschreibsel aller Art ist und bleibt schwierig.
Da gibt’s aber doch diesen Trick irgendeine Zeile zu zitieren oder irgendein bestimmtes Wort aus dem Text zu nehmen.
Letztendlich ist das auch meine Methode – wie du auch an dem Gedicht sehen kannst:

„Faszination Wut“ ist doch kacke.
„Scheinherz um ein Universum“ – klingt doch recht aufgeblasen, ein großes Gummiherz mit Lachgas gefüllt.

Ach, Schnickschnack.
Hier geht’s um Aufmerksamkeit. Irgendwer soll meine Sachen doch gefälligst lesen und bitte ein liebes Review dalassen.
Warum tut das nur keiner????
Maaaaannnnnoooooooo.

Dem ein oder anderen ist dieser Aspekt bei der Titelfindung wichtig.
Den nächsten kümmert das wiederum nicht. Nach welchen Kriterien sollte man bei Titeln vorgehen?
Und: wie findet man den ultimativen Titel?

Oder findet er etwa dich? ;)


[...]
Wünsche über dir,
mein
geschlafwandeltes Kind
zu meinen Armen,
schlaf mit



Wind in den Haaren
fällt dir
die Musik aus den Ohren?
Sie weht gegen die Nacht.

Und fällt es mir schwer.
Fällt es dir auf?

Ich riss dir mit beiden Händen
die Augen aus,
als wären sie aus Glas
so sah ich durch sie die Welt

und
sah nichts von dem,
worüber du lachst.

Und warum bist du so.
Traurig?

Sag es mir.
Sag es.


[...]
wiedergefundene Gedanken
wandern zirkelgezogen
in alten Winkeln um die neue Ecke

Folge

ihren Fußstapfen im Sommer
gefroren wie Schokoladeneis
all die hoffnungslosen Wanderer
erahnst du über oder hinter dir.
Wie einen Geist.

Also... bleib

ganz einfach.
Ganz einfach.
Ganz einfach.

Dort wo du bist.

Ganz gleich wie du heißt
oder wer du auch bist –
applaudierst du weinend dem Clown.
Es ist heut ein Zirkuszelt ohne Farben

denn wir
befinden uns irgendwo im Raum
eines Undefinierbarkeitsrahmen

  Reck die Fingerspitzen

Tastend, ergreifend, zum Jubel?

  Reck die Fingerspitzen

Hände erhoben, mit dem Rücken zur Wand.

  Reck die Fingerspitzen
  in die Luft!


→ Ich liebe die Fingerspitzen-Zeilen. Aber sie sind irgendwie nirgends heimisch.
Ja, sie sind schon älter und hin und wieder schreib ich sie in andere Gedichte rein.

Ich weiß nicht, es ist zögerlicher als die Hände bzw. die Arme in die Luft zu reißen, es ist noch keine fertige Geste, es könnte auch ein Ertasten sein, es ist zarter als lautes Gejubel.

Als nächstes kommt der Versuch ein Gedicht auf verschiedene Arten zu schreiben:


Umgeben von Goldgischt
Talerklirren auf Stein
nachtkalt, unverfroren
die Frage nach Sinn

wer ich bin?
Sag's nicht,
ich will's nur wissen.

Und?
Und?
Und?

Ist das nicht beschissen?
Gerissen (wie Geduldsfäden)
fragst du mich:

Kopf oder Zahl?

Die Qual der Wahl.
Aber „Es ist dunkel.“
Nur du
bist umgeben von Gefunkel

und dann gehst du fort
vielleicht über Wasser.



Du bist umgeben von goldener Gischt,
drei Taler klirren auf steinigen Boden
es ist tiefste Nacht und es ist mir entwischt/
wurd' mir ungefragt den Gedanken enthoben:

Weißt du wer, wer bin ich nicht?
Sag es nicht, ich will es nur wissen.

Kopf oder Zahl –
du kommst nicht umhin
mich dieses Rätsel zu fragen.
Es ist die Qual der Wahl
und es ist so dunkel,
da kann ich dir nichts darauf sagen.

Und du lachst.
Gehst über Wasser
und goldene Gischt.



Talerklirren auf
steinigem Boden
der Weg ist weit
und ich bin verloren

Goldgischt
Wasser
wer du bist
ist

dir so verdammt unwichtig.
Dieser Worteneid, hier jetzt.
Denn ich will es wissen,
ich will es wissen

nur du kannst mir sagen
wer ich bin,
weil „Du“s Spiegel sind.



Raufreif zieht
von den Armen bis zur Kehle
ein

SCHRECK
-gedanke
[250ms, Lidschlussreflex]

das Ungefühl.
schmilzt/brennt? Jetzt.
Wieder. Sekundenschnel-
-les Gift.

Kristallklares Ultimatum.
In meiner Haut.

Der Zweifel.
wie überwältigend groß
in die
Regenbogenhaut tätowiert.

Nur in 2 Sek.
Nur in 2 Sek.
Nur in 2 Sekunden (deiner Zeit)
verliert

der Atem, die Haltung, der Blick sich
in den Wolken

ich bin

kristallklar gefroren
und der kleinste Schlag.



[18.08.2013]
Bei Geschichten sind Self-Inserts eher nicht so gern gesehen, bei Songtexten sieht's anders aus, Taylor Swift ist doch beispielsweise ziemlich erfolgreich mit ihren Liedern, in denen sie ihr Leben stets eigene Erfahrungen beschreibt, wenn ich mich nicht irre.

Ich schreibe Gedichte.
Wie viel Ich steckt wohl darin?

Es ist so schwer ehrlich in diesem Zusammenhang zu sein.
Und wenn mich jemand fragt, sage ich
viele meiner Texte wären in meinem richtigen Leben sowas von unmöglich und ich nenne diejenigen bei denen ich das ernst und ehrlich auch so meine:

Texte wie Paparazzi-Augen oder der Text mit den Endlospirouetten und dem Typen mit den Drogen,
ich bin auch nicht das Mädchen in den rosa Flipflops in einem abgeschlossenen Klassenzimmer.

Ich hab mir noch niemals diese Frage stellen müssen,
bei der man am Ende tote Köpfe rollen sieht.

Und diese Songtexte mit den Zombies oder anderes grausiges Geschreibsel
zeigen doch nur, dass ich was fürs Gruselige oder viel mehr Groteskes übrig habe, aber wenn man mich so ansieht wird das wahrscheinlich kein Mensch von mir denken.

Oder doch?
o.o

[25.08.2013]

Also, oft ist es tatsächlich so, dass ich nicht direkt über mich, mein Leben, meine Situation schreibe, aber ich schreibe doch manchmal, oft und hin und wieder aus einem bestimmten Gefühl heraus, das mir in jenem Moment zu eigen ist.

Dabei entstehen vereinzelte Zeilen, die ich dann zusammen puzzeln kann.

Dass ich aus der Schule raus bin, ist zum Beispiel im Moment gerade so ein Whoa, das mich zum Schreiben animiert.
Also fange ich eher Themen wie Zweifel ein, Suche nach der eigenen Identität (uff, das hätte ich so jetzt in einer Analyse im Deutschunterricht geschrieben. Abisolut hirnlos), was in der Situation allerdings auch nichts allzu Ungewöhnliches ist, so nehme ich jedenfalls an.

Während der Abi-Prüfungen wiederum, hab ich diese ganzen Penner-Gedichte geschrieben.
Oder die „Ich-will-hier-weg“-Gedichte.
Ähm.

Das allerdings
nicht unbedingt, weil ich das Lernen oder die Prüfungen so furchtbar fand (nur immer die Tage vor den Prüfungen, logisch. Ich hab wahnsinnige Prüfungsangst. Bei der Führerscheinprüfung hab ich daher die Straße übersehen, in die ich abbiegen sollte, sodass mein Fahrlehrer eine Vollbremsung machen musste. Das... war irgendwie nicht ganz so gut.).

In Wirklichkeit schrieb ich diese Sachen nur, weil das letzte, was ich gelesen hatte, die Geschichte einer Freundin war – eine Geschichte, die ich auch recht ausführlich kritisiert habe, ergo hatte ich mich recht lang damit beschäftigt –, in der die Hauptperson unbedingt fort wollte.
(Am Ende ist sie kopfüber aus einem hohen Fenster gesprungen. Joah.
Supiiii)

Das ist irgendwie hängen geblieben.
.
.
. Boah, kennst du das, wenn man sich voll lange mit einem Text beschäftigt, einen Text mit einem bestimmten Stil oder ein bestimmtes Lied total oft hörst, zum Beispiel im Radio, und man später einfach unbewusst irgendwas übernimmt?

Ich hasse das.
Ich hasse das so sehr.
Echt, manchmal denkt man, man hat jetzt was megageniales rausgehauen, liest es 'ne Woche später und denkt sich: sag mal hast du das jetzt schon wieder geklaut???!

So bescheuert.



[...]
Ich möchte so tun
als würdest du glauben
die Wahrheit hätte kein
Gewicht für mich,

sodass ich sie ertragen könnt.

Doch hätte sie kein Gewicht,
ich kenne dich doch,
würdest du mir wieder vorschweigen

und alles bleibt wie früher.

→ das folgende Gedicht ist eigentlich schon seit geraumer Zeit vollendet, aber das, was jetzt folgt, ist ein kleines Gedankenspiel zu einer Zeile bzw. einer Ersten-Idee-Zeile daraus.

Irgendwie ist das echt krass, ich hatte gerade die Idee, das man aus dem Refrain von One Directions „Best Song Ever“ und Miss Lis „Dancing the whole way home“...

[Oh Gott, ich liebe Miss Li, Zeilen wie „You got long dark hair like in the 70s and I said boy I dig your style and I got his number on a tiny little paper and it said: please call, please be part of my life“ sind zwar irgendwie recht simpel, aber total süß und viele ihrer Lieder machen einfach total fröhlich, so keine Ahnung, schon von der Melodie her]

...ein Mash-Up machen könnte, okay, nicht das ich das kann, also schreib ich stattdessen diesen Mist und dann ruft so eine aus Schweden an und redet wirres Zeug von wegen „DU MUSST MEINE VERDAMMTEN E-MAILS CHECKEN. ICH HAB GRAD KEIN INTERNET.“
Aus einem... na ja, im Prinzip recht ähnlichen Grund wie in diesem Miss Li-Lied und man sitzt dann einfach so da und denkt sich, weil man sich jetzt schon eine geraume Weile mit so einem Thema beschäftigt hat:

Och.
Jetzt im Ernst?




Telefonnummer flüchtig auf das einzige Blatt gekritzelt, das zur Verfügung stand.
Frage: was für ein Blatt, was für eine Schrift?

Ist es ein Stadtplan
ein Flyer (den du selbst verteilst?)
ist es ein Fahrplan
eine ausgelesene oder ungelesene
Zeitung (welche?)
Werbung
eine Quittung (von was?)
wer bist du?
ein Einkaufszettel
ein raus gerissener Terminkalenderzettel
ein fein säuberlich geführtes Notizbuch
(groß, klein, schlicht, mit Knopf, bunt?)
Filterpapier einer Zigarette
ein Stück Serviette
(aus welchem Restaurant?)
wer bist du?
geklautes Papier
von irgendeinen unwichtigen Plakat gerissen
(welches denn?)
Kaugummipapier
Bonbonpapier
Reste einer Verpackung
(Kekse vielleicht? Cornflakes?)
wer bist du?
Wer bist du?
Wer bist du?
Wer bist du?

Schreibst du mit
Kugelschreiber, Bleistift, Füller? (nah, unwahrscheinlich
unmodern, unhandlich, klecksig, aber verdammt,
ich seh's nicht bei dem Licht)

hastig geschrieben.



Don't fear the blank page.



Die Ausrufe deiner winzigen Schritte
jodelnd begleiten
und/ oder neben dir stehen zu können
wie dein Geist.



Schuldigkeit in Schattenrissen/Schatten gerissen



Nun erscheint das Losfliegen einem Noch-Nie-Geflogenen evtl. viel interessanter als es eigentlich ist. Aufregung, wenn man das Flugzeug starten sieht, man hat es mal im Fernsehen gesehen, schräg, fast senkrecht?, steigt es in die Höhe. Wie schnell es eigentlich fährt, bevor es abhebt, man erkennt es als Insasse eigentlich nur daran wie schnell plötzlich Bäume und Gebüsch am Fenster vorbeizieht, und man erkennt es an dem Bildschirm, 200km/h steht dort, 300 km/h, man spürt es nicht, oder jetzt doch, man wird in den blauen, leicht kratzigen Sitz gedrückt und wenn man die Nasse an das sonnendurchflutete und recht warme Fenster drückt sieht man in schräger Art und Weise wie die Häuser kleiner werden, wie angrenzende Kuh- und Schafsweiden kaum mehr von einander zu unterscheiden sind und die Welt zu einem eckigen Puzzle wird. Tatsächlich verwundert es selbst einem Dörfler wie mich wie viele unbebaute Flächen, welche Weiten die Welt zu bieten hat. Wie viele Wälder, wie viel Himmel. Wie wenig man eigentlich von der Welt gesehen hat, ich bin verwundert, angenehm überrascht, nein, ich fühle Neugier in meinen Beinen kribbeln, atme Wehmut, warum ging ich nur zwischen den gleichen Häusern hin und her, obwohl mich selbst die Leute darin kaum interessieren?
Wie wenig man eigentlich von der Welt gesehen hat.

→ das hier ist schon älter. Wie auch einige der folgenden Sachen. Aus unterschiedlichen Zeiten, ungeordnet, entweder hatte ich sie in irgendeiner Schrankecke vergessen oder es sind Zeilen zum Recyceln.

„Losfliegen“... ist zwei Jahre alt, mehr oder weniger eine Art Dokumentation von meinem letzten Flug. Im Prinzip gehört auch das Gewitter über den Wolken dazu, aber das habe ich schon irgendwo mit eingearbeitet.



Man bröselt die Wut auseinander
ein kribbelndes Gefühl von Chaos
ein Startpunkt in seiner grellsten
und belanglosesten Erscheinungsform
Schuldigkeit als Seelenklette
Wäscheklammer für weiße Westen
Zweifel blinken wie Sterne auf
und jeder in seine Ecke des runden Universums,
das mein Wesen umspannt

die kleinen Grausamkeiten haben hier ihre Nischen
für die Scham des Heute-Sagens und
Morgen-Lassens
wir bleiben für immer und ewig
wir selbst und wirklichkeitsfremd



Erfinden wir eine neue Kunstrichtung oder Belanglosigkeit und nennen sie Imperfektionismus, denn genau das hat die Welt gerade nötig. „Leistung“ in Linol hineingeschrieben und verschwommen und spiegelverkehrt auf Pappe gedruckt. Die Listen zerrissen, die Medaillen in der Sonne geschmolzen wie Schokotaler.



Tatsächlich geht nichts Magisches von den Worten aus,
erst wenn wie sie uns zu eigenen machen
mit ihnen verwachsen,
dann.



Und wenn wir sterben,
möchte ich mich neben dich legen
und warten,
bis das Meer uns mitnimmt.



Ich warte auf ein Nachwort, das mir sagt, dass sie genau richtig gehandelt hat.
Es gibt kein Nachwort.



Ich habe mich in ein Buch verliebt und werde nie wieder lesen.
Und dieses Lied macht mich auf die Dauer heiser.
Aber Stimmbänder können nicht brechen.



Ich beneide den Jodler um seine Berge, denn selbst in einer Kleinstadt wie dieser gibt es keine dieser stillen und abgelegenen und gleichzeitig so überschaubar idyllischen Jubelorte.
Vielleicht würde es auch keiner hören wollen, so sind wir ja nicht aufgewachsen, wir
treten uns gegenseitig auf die Zehen,
wenn ich mich aufmache und wenigstens diese gottverdammte Stille finden will.



Die alten Münder mit den vergammelten Zähnen, vergilbten Ansichten sind mir zuwider.



Rote Pfeile,
dort wo Worte nicht reichen,
sind meine einzigen und letzten
Befehle über deinen Blick,
durch deine Besitztümer auf
mich.

→ jep, Rhia schreibt manchmal direkt nach dem Fernsehen ^^
Wer kennt den Film, der diese Zeilen inspiriert hat?



Ich wünschte mir einen Menschen, der diese seltsamen Augenblicke mit ansieht und
nicht
unterbricht, mir erst mit der Realität kommt, wenn ich wieder wach bin.



Sie ist nicht in Ordnung
aber tu so als ob –

damit du mit ihr wieder wie mit einem normalen Menschen reden kannst.

Sie fühlt sich doch schon längst
wie ein Verrückter.



Bleibe deiner treu, doch es gibt nichts zu bleiben.



Du stellst dich in den Vordergrund
es ist nur ein Schritt
über den Bilderrahmen,
du weißt, wie die Leute reden
über den, der aus dem Rahmen fiel



es ist so bescheuert
in den falschen Momenten im Film
zu heulen



das ist unsere Welt,
bis wer ein anderes Urteil fällt



Bleibe deiner treu,
doch hier gibt es nichts zu bleiben
der Moment ist noch ganz neu
und zugleich niemanden zu eigen,
doch du bist der erste Siedler
hast dich bis zur Vergabestelle durchgeboxt

sagst das ist dein Boden und Grund
stellst dich schön nach vorne
machst 'nen runden Mund
ganz wie um zu staunen,
hast sie so gesehen
die Leute in der Glotze
weißt, so muss das gehen

15min Berühmtheit.

→ Ein Gemisch aus mehreren nicht zusammenhängenden Gedanken.
Das mit dem Siedler ist aus einem Buch.
Das aufgesetzte Staunen, eine Kritik, irgendwo mal gelesen.
15 Minuten Berühmtheit.
Das ist eines der „Gedichte“, die noch aufgelöst und neu gemischt werden.

Zumindest
wenn es eine Zeile gibt, die mir gut gefällt.



Hol dir einen Stift
hol dir ein Papier
hol dir diesen Mut

Such dir diesen Faden
Such dir diesen Strick
verfange dich in Hoffnung

Bleibe deiner treu
es gibt nichts zu bleiben
nicht mal ein Moment

ach, diese alte Leier
Wortkrumen
Geier über mir



Es ist der Augenblick in dem
alle Leute an Bord
dem Piloten applaudieren,
und das bist du,
der, der fliegt
und jetzt völlig überzeugt wurde,

dass sie dir eig. alle misstraut haben.



Schultütenwahnsinn, Bastelkleber, Stoffreste, manikürte Finger, Eheringe, Linkshändlerscheren,



Stillsteckbrief



Gelassenheitsphilosophie,
Endlossarkasmus, mit dem ich nicht leben kann
Stillsteckbrief, Argusaugen



Echtheitswahn
eines Zwiegespaltenen
das Beil rostig in einem verfallenen Schuppen aufgefunden
nur die Schlosshunde heulen
wie Geister

jemand fehlt und sie bewachen
jenes gesetzlose Stück Land,
eine Idee von Schutz und Stärke



Fingerhüte, Nadeln, Knopflöcher,
der Rücken gebeugt vor schmerzlichem Dank
Lottie weint, das Herz ist fort und
nicht dabei,
die Nähte, die Nähte, die Naht

→ öhm.
Um Himmels Willen und was zur Hölle ist das?



es gibt hier nur keine zweite Realität.



Verdrehte Augen(blicke)
blickdichtes
Gemüt voll Schweißperlen
Kehle eng, Hände kalt,
Atem schwer, übermalt
Buntgelächter

über der Brust
unter der Haut
Prickeln von tausend
Füßen, Albgewicht

Federkratzen an den Wangen
gezwirbelte Striemen,
dein Mund bewegt sich
doch du hörst dich nicht



Zerpflücktes Kuscheltiergemetzel



Happy-End-Geschwafel
fahrig aus dem Haar gestrichen
bist über die Wege gestapft, Ende offen
wie Wunden



Verrücktengefunkel
Betrunkenengeschichte
Wartescheifengeheul
Spinnengetier aus Strichen
Schuldenkind, Worteneid,
und Gier
Kampflos erkämpftes

Du.



Nutzgefühl: Vertrauen
bricht
über um mich neben mit mir
zusammen, du
ein Begräbnis unter Gold.



Kopf schmerzt vor Denken



Glückszahlengebräu
Löwenzahnflecken auf Leinwand
wolkenloses Konzept
die schönere Geschichte
als die mit dem Dixiklo



Das Denken voll und ganz einstellen.
Deine eigenen Befehle
unverzüglich ausführen.



Kontaktloses Anfragegewirr
antwortheraus, roter Schalter
Kugelschreiberspitze
Kugel lautlos,
Schalldämpfer?



Billige Kopie.



Die Fliegerin.

→ das ist nur ein Stichpunkt, eine Notiz, ein Anhaltspunkt. Ähnlich wie das mit dem Dixiklo (für diejenigen, die sich jetzt fragen was das sollte. Also nein, es war jetzt überhaupt gar keine Metapher für irgendwas, sondern ein reales Dixiklo.)

Vielleicht schreibe ich dazu was. Vielleicht auch nicht.

Ich hab keine Macht über meine Kreativität oder meine Ideen. Oder meine Gedanken, wenn ich irgendwelchen Leuten in der Stadt über den Weg laufe, die ich ganz komisch anstarre, weil ich sie seltsam, SELTSAM! und
irgendwie auch bemerkenswert finde :)

Lieber imaginärer Leser, warst du das etwa?



Das Schweigen
(verkannte Schuld)
ändern wollen,
begreifbar machen.

Aber es ist nur Luft,
die nicht genug schwingt
für Geräusche



Die Schwierigkeit
in den ausgehöhlten Raum zu singen,
erst im Stimmengewirr misch ich mich ein

in
eine vorgefertigte Kontur



You may choose a dozen words
which you'll soon dismiss
you'll spend three hours in guilt
but only one shatters into a guess



But were it a sin
I'd still pray to the moon
wishing that my unborn daughter
lose my face as soon

as possible.



you don't need my presence
I know, you'd still take my hand,
but you won't kiss me ever again
I just fell into you soul
recovered in splashes of paint

outline your being with fingerprints
left when I lost my fingers.

→ inzwischen schreibe ich recht ungern auf Englisch. Zum einen, weil ich's nicht mehr üben muss zum anderen, weil ich es auch danach nicht wirklich kann.

Obwohl ich tatsächlich mal Nachhilfe in Englisch gegeben hab
(so Grammatikgrundlagen und so Zeugs, oh Gott, wahrscheinlich ist das Schrottgeschreibsel da oben voller Fehler und ich hab mich mit dieser Aussage so eben total blamiert. Ahhhh!!!)

Vor jeder Stunde hatte ich Bauchschmerzen wie sonst was.

Ach ja, und eine Sache, die ich unbedingt anmerken muss:
nie wieder EnglischLK.
Yeah, Yeah, Yeah!

Damit angefangen auf Englisch zu schreiben hatte ich irgendwann zwischen der achten und neunten Klasse.
Warum?
Na ja, ich hatte unwahrscheinliche Schwierigkeiten damit Vokabeln zu lernen. Und dann hatte ich zunächst einmal angefangen englische Sachen zu lesen und mehr auf die Texte der Lieder zu achten, die ich sang. Das Schreiben kam dann so nach und nach.
Und das ist alles.

Nun. Aber jetzt brauche ich es ja nicht mehr so wirklich. Also versuchen. Ich meine, ich brauche nicht mehr versuchen irgendwas auf Englisch zu schreiben.
Ohnehin kann ich mich besser auf Deutsch ausdrücken.
Auch wenn ich das nicht immer tue *hust*

Warum habe ich den Mist vorhin auf Englisch geschrieben??????



Mein Herz fällt wieder
in den alten Trab



perfection
I met you a thousand years ago
they try to print you in magazines
but don't even come close



Ich brauch nicht deine Worte
nur dein Lächeln muss ich sehn
wie's aufblinkt zwischen andern
spontan und ungelenk
anders als meine errungen Trophäen

als ich glaubte es wäre wichtig,
dass mich die ganze Welt liebt.

Und weißt du, du und deine Freunde
habt es gepetzt:
tja, was jetzt
ich glaube noch immer,
es gäbe am Himmel keine Sterne

ich sah halt nur zwei Flugzeuge blinken
aber weißt du,
mir reicht auch dieser Gruß,
„flieg mir nicht in meine Spur“
und „hallo“

ich überlege, ob ich's fortschreibe,
in eine Romanze hinein,
Kitsch gibt’s grad im Überfluss
aber in jenen Zeilen sind wir echt nicht
heimisch.

Also anders.

Du und deine Freunde
wolltet mir den Chamäleon-Preis verleihen,
meine „Veränderung“ ist das Unsichtbarsein
vor jeder Wand
aber vielleicht hast du zwischen den Eisbechern
meinen Schatten erkannt

und vielleicht siehst du deinen Namen
im Weiß dieser Zeilen,
wenn ja
druck dir diesen Briefbuch-Brief aus
und heft ihn ab für mich.

Denn es ist Sommer 2013
jedes Gefühl ist wie Abschied
und neben dir fühl ich schon
wie ich dich vermiss

→ ...verrätselt. Wird da irgendwer schlau draus?

Will ich überhaupt deutlicher schreiben?
Nö. Warum auch? ;)

Aber sag mal, wenn du schreibst:
welchen Leuten würdest du dein Geschreibsel niemals zu lesen geben?



Unsere Arme rekeln sich
in die Schatten
Silhouetten sind Lichtverschiebungen
gelbe Scheinwerfer
werfen Licht auf uns und

[kurzschluss
stromausfall]



Tränen sind wie eigenartige Datenträger
sie speichern jedes Gefühl
und nehmen es mir,
sie verflüchtigen sich in der Sonne
und in der getrockneten Landschaft
kann ich endlich schlafen.



Nachdem die Fotoladenbesitzerin und ich uns erfolgreich gegenseitig missverstanden haben, halte ich nun vier tadellose Schwarz-Weiß-Kopien meines Abschlusszeugnisses in der Hand.
Das einzig Sinnvolle, was mir zu der Papierverschwendung einfällt, ist, darauf zu warten, dass meine Eltern nicht zuhause sind, um dann Papierflieger zu bauen und sie anschließend aus dem Schlafzimmerfenster in den Garten zu werfen.



Ich vermisse die Traurigkeit
um mich herum,
in die ich mich hineinfallen lassen kann
wie in ein frisch gemachtes Bett
ich vermisse den Luftzug
wie von einer leichten Sommerdecke,
die kühl auf mich herabsinkt



[25.8.2013. Ich schreibe wieder!!!!!! Was neues!!!!!!! Abgesehen von komischen Anmerkungen zu meinem Geschreibsel]

Der Riemen der Kameratasche scheuert auf seiner Haut, während die Tasche schwer hin und her baumelt, nachlässig gehalten streift sie fast den Boden.

Ihr Blick fällt auf seine Schuhe. Ein vielleicht schabendes Geräusch über den Bürgersteig, den rauen Platten, über einzelne Grashalme, die zwischen den Fugen hervorlugen. Und über den helleren Pflastersteinen in den Einfahrten zwischen den nahezu spießigen Vorgärten, welche mal künstlerisch übergestaltet sind oder ganz von der schlichten Eleganz einiger millimetergenau gestutzten geometrischen Buchsbäumchenskulpturen profitieren.

Das Kamerastativ hält er an einem Bein in der linken Hand mit so wenigen Fingern wie möglich – die Kombinationen Daumen-Zeigefinger-Mittelfinger und Mittelfinger-Ringfinger-kleiner Finger wechseln sich jeweils ab.

Sie kann sich vorstellen, dass das schwarz lackierte Metall kalt ist, wenn nicht sogar eisig.
Regentropfen perlen nach vorne hin ab, eine nachlässige Schräglage des Gegenstandes begünstigt das Getropfe. Jetzt. Jetzt. Und jetzt.

Aber es regnet ohnehin in Strömen.
Der Mann verschwindet in einem Haus.

Sie lehnt sich in das weiche Polster des uralten Sitzes zurück. Zwar geht das Gebläse ganz schön – die warme Luft brennt ein wenig in ihren trockenen Augen und ihre Gesichtshaut fühlt sich wie glatt gezerrt und gereizt an –, aber die Autoscheiben sind noch immer von innen beschlagen. Sie macht zwei Punkte in das Glas, nebeneinander, wischt sie dann aber weg wird die Sicht dadurch freier? Die Scheibenwischer hat sie jedenfalls nicht angestellt, sodass draußen an der Scheibe tausende Miniaturflüsse nebeneinander fließen und einen Wasserfall bilden.

Sie macht das Radio an,
sie ist gerade aus einem Haus gerannt,
blind fünfzig Meter weiter
wieder an den Straßenrand gefahren und hat
nicht einmal das Gefühl weinen zu müssen.

Sie kuschelt sich in die geborgte Regenjacke, die sie wohl irgendwann zurückbringen muss. Und atmet diese warme, vertrocknete Luft ein, mit künstlichem Geschmack und denkt sich in eine Wüste.

Der Mann ist wieder da.
Während sie mit zittrigen Händen eine Zigarettenschachtel aus dem Handschuhfach kramt, beobachtet sie ihn.

Er hat wieder keinen Schirm. Doch er geht sehr gerade, er schlurft nicht mit den Füßen, er trägt noch immer den durchnässten grauen Anzug, baumelt mit den Armen und hebt das Gesicht gegen den Himmel wie um die ersten Frühlingssonnenstrahlen mit der Nasenspitze einzufangen, es regnet.

Er geht gemächlich, nein er spaziert, schlendert beinahe ziellos.
Dabei regnet es doch. Es ist nicht Frühling und erst recht kein Sommer mehr, es ist Ende September.
Seine Haare fallen ihm in die Augen und er wischt sie trotzdem nicht fort.

Sie verliert ihn aus den Augen, als sie die Schachtel öffnet und eine Kette herausgleiten lässt, eine mit so feinen und gleichzeitig so dichten Gliedern, dass sie sich, wenn man zwei Seiten jeweils mit Daumen Zeigefinger umschlossen hält und aufeinander zu schiebt, windet wie eine Schlange.



Den Mann zieht es zu dem Baum zurück.
Dafür muss er nicht wirklich weit laufen. Bis ans Ende der Straße, bis an die Kreuzung, man schaut über den Asphalt hinweg auf einen maximal zehn Meter hohen Baum, der so gerade gewachsen ist und dessen Blätterpracht eine nahezu ideale Tropfenform bildet, dass es fast wie in einem Miniaturmodell wirkt, um Echtheit bemüht, allerdings mit Kleinigkeiten, die die Unechtheit schmerzlich heraus bringen.

Kleinigkeiten wie die Bank neben den Baum. Der Mann ist fasziniert von diesen Motiv, wenn er morgens auf der gegenüberliegenden Seite bei Wind und Wetter überpünktlich auf seine Mitfahrgelegenheit zur Arbeit wartet. Denn würde man ein Lineal über ein Foto davon halten und so die Spitze des Baumes mit der äußerten Ecke der Bank verbinden, führte die Linie ein ganzes Stück an der Kontur des Blättertropfens entlang, jetzt kommt er ihm fast gerade vor, so gerade wie der Stamm, es ist ein Dreieck, die Kontur eines Etwas, das er bei Telefonaten gedankenlos auf die karierten Notizblockblätter zu zeichnen pflegt.

Und noch etwas ist faszinierend an dem Motiv: vielleicht ist es in der hübschen Geometrie begründet, denn irgendwie scheinen beide Bildgegenstände unzertrennlich zu sein, so was wie Brüderchen und Schwesterchen, beide mit dem Rücken zur Straße, über ein Feld zu einem etwas entfernten Wald blickend, idyllisch, vielleicht blicken sie aber auch auf einige Häuser des Neubaugebiets.

Während er die Straße hinauf flaniert, legt er den Kopf in den Nacken und schließt die Augen. Er spürt die Müdigkeit in seinen Armen pulsieren und ansonsten fühlt er sich überhitzt. Er spürt den einzelnen Regentropfen nach, die über sein Gesicht rutschen, von der Stirn, von der Nase, unter den Augen, über die Wangen, auf den Zähnen, denn er gehört zu den Menschen, die eher durch den Mund als durch die Nase atmen, selbst wenn sie nicht erkältet sind.

Ihm ist bewusst, dass er ein seltsames Bild abgibt, als er sich in die Bank Plumpsen lässt wie in einen bequemen Sessel mit diesem schwermütigen, gelassenen und gleichermaßen zufriedenen Lächeln im Gesicht.
Aber andererseits sind die Straßen bei diesem Dreckswetter auch leer. Deswegen ist er doch hier.

Und er lässt sich vom Regen durchweichen.



Wromm!
Natürlich ist die Autotür nicht beim ersten Versuch richtig zugegangen. Leise fluchend greift sie nach dem Türgriff, öffnet und schlägt die Tür mit aller Kraft zu.

So.
Sie stopft den Autoschlüssel in ihre Jeans. Und versucht den Schirm, einen Knirps, mit Gewalt zu öffnen. Er ist hellblau und mit dunkelblauen Regenmotiven bedruckt, an sich noch gut, das heißt: nicht löchrig, aber es ist ihr Kinderschirm, ein Ersatzschirm, die Stange von der Zeit verbogen und von anderen Regenschauern – nach denen sie sich nicht die Mühe gemacht hat den Schirm ordentlich trocknen zu lassen, ehe sie ihn zusammenschob – mit Rost gesegnet, sodass er nun nur noch schwer zu öffnen ist.

Nach einigem Rucken und Schütteln, Schieben und Drücken, gelingt ihr dieses Manöver so plötzlich, dass sie den Schirm beinahe fallen lässt. Worüber
sie sich maßlos ärgert, als sie ihn über den Kopf hebt und die Straße entlang stapft. Nicht mal Autos, die ihr die Straßenrandpfützen vor die Beine spritzen könnten, sind unterwegs.

Während sie so geht, fällt ihr auf, dass die Anwohner vielleicht doch nicht so spießig sind, weil sie Unkraut zwischen Pflastersteinen der Einfahrten entdeckt wie auch in den Beeten, unter ihren Füßen knirscht Kies, dieser dunkle, den man manchmal im Winter streut und den danach niemand weggefegt hatte.



Eine Gestalt setzt sich neben ihn. Eine junge Frau mit blauem Schirm. Mitten ins Nass.
„Sieht aus, als ob sie einen Schirm brauchen könnten“, sagt sie, ringt mit sich um ein Lächeln, das die Lücken zwischen ihren Zähnen entblößt.

Er rafft seinen Blick vom Boden auf und richtet ihn mit einem Erwiderungslächeln in die richtige Richtung, aber das Lächeln setzt verspätet ein, sodass er diese nun versinnloste Geste rasch von seinem Gesicht löst.

„Also, nur wenn sie wollen“, setzt sie vorsichtig hinzu.

„Das ist nett von Ihnen, aber danke, nein.“

Sie ist wesentlich jünger als er und baumelt ein wenig mit den Beinen, um Schweigen herum, bis es ihr auffällt und sie die Füße fest nebeneinander auf den Boden stellt.

„Ich weiß nicht“, beginnt sie und weiß es wirklich nicht, aber sie muss fortfahren: „Sie sehen so...“

Mitgenommen? Melancholisch? Schwermütig? Traurig? Versunken
aus.
Nichts davon ist das richtige Wort.

„Deprimiert aus“, endet sie den Satz schließlich, woraufhin ihr auffällt, dass das eigentlich auch nicht besonders schmeichelhaft klingt. Jetzt wartet sie.



→ Jo. Cliffhanger. Hab ich seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht.
Schreib ja auch eher Gedichte.

Jetzt bin ich müde.

Heute morgen um halb zwei, bin ich noch durch die Gegend gefahren, mit vollgefülltem Kofferraum, hab am Ende alles selbst reingepackt, sodass ich die Kofferraumklappe so hoch gehievt habe, dass ich nun zwei strichförmige blaue Flecken über den Knien habe, Helfer hatte ich schließlich keine außer
solche Bekloppten wie das Geburtstagskind und ihre Schwestern, die es nicht schlimm fanden ein... Pilzragout offenstehend in meinen Kofferraum zu verfrachten.
Oder eine missglückte, d.h. flüssige Erdbeercremetorte, frei schwingend oder schwappend, je nach dem, oben drauf zu setzen.

Leute,
mein Auto ist cool, von 1989 und von den Vorbesitzern tiptop gepflegt also nein, ich will darin keine Pilzragouterdbeerflecken mit Streuselkuchenstreusel oben drauf haben
Der Kofferraum stinkt jetzt ohnehin schon nach Spanferkel.

Okay. Ich mach jetzt den Fernseher an und gucke... Bad Teacher
(lohnt sich das jetzt überhaupt noch?)
oder schalte gleich zu Harry Potter und schlafe dann.
[25.08.2013, 21:05 Uhr.]

[25.08.2013, 21:30 Uhr] Fernseher immer noch nicht angemacht, über die Regel im Regelwerk von FF.de gestolpert, dass man keine Schreibblockaden posten soll.
Ähem.
Was wollte ich gerade eigentlich tun?

[26.08.2013] Als ob mein Geschreibsel hier wirklich gegen die Regeln ist.

[27.08.2013] Das, was ich geschrieben habe ist bestimmt total dumm.

[28.08.2013] Okay, ich kürze einige Stellen und schreibe was Neues dazu. Hoffentlich erkennt man einen roten Faden.

[29.08.2013] Ich denke, dieses Dokument wirkt eher wie eine Art Kolumne (erlaubt!) oder Blog, Tagebucheintrag (erlaubt!) und Schreibratgeber. Alles auf einmal, sinnlos miteinander verknüpft und vor allem mit absolut hirnrissigen Geschwafel garniert.
Ja, wirklich toll.
Sollte ich es wagen?
Es posten und hoffen, dass die, äh, „Geschichte“ nicht gemeldet wird?

[30.08.2013] Ich würde ja viel lieber irgendwelche neue Textstücke hinzufügen, als darüber nachzudenken, ob meine Kommentare wie die zu Youtube-Musikern wirklich dämlich sind oder wirklich-wirklich dämlich.

[31.08. 2013] Doch noch mal kurz hier reingeschaut.
Ach manno.
Ich denke, ich werde einfach gucken, dass ich die Fortsetzung überhaupt fertig kriege, weil sonst bringt dieses Kolumnendingens nichts.

[07.09.2013] Na na na na na. Na na na na na na na na. Shut up, just shut up, shut up.
Die Lieder wären doch auch voll cool zusammen.
Ich denke, dass Dokument bleibt so. Punkt. Und wird demnächst gepostet. Zusammen mit dem anderen. Wenn es fertig ist.

Ich gestehe, ich bin ein Mensch voller Selbstzweifel.
Ich habe Angst davor meine Texte dem Internet preiszugeben und deshalb gehen meine Gedichte wie Mädchen auch nur gemeinsam auf Klo.

Hast du etwa auch so Angst vor'm Veröffentlichen? :)

Ich hatte mit einem Schrottbeitrag bei einem Schreibwettbewerb gewonnen und
im Nachhinein die Seiten aus den beiden Heften gerissen, die ich bekommen hatte, weiterhin habe ich die verbliebenen Zeilen mit Edding geschwärzt und mich im Anschluss nicht einmal mehr getraut die ach-so-genialen Texte der anderen Gewinner zu lesen (die sind überhaupt nicht besser als mein als Grönemeyertext bezeichnetes Etwas, überhaupt nicht besser, überhaupt gar nicht besser)...

Und was ist schlimmer:
hier im Internet zu veröffentlichen und fürchten zu müssen, dass das Geschreibsel von möglichen Kritikern zerrissen wird?

… oder einfach gar nicht gelesen wird?

Denn man sich unendlich lange damit beschäftigt, an Formulierungen gefeilt oder Charaktere ausgearbeitet, überraschende Plotänderungen und weiß der Geier was.
Oder man hat einfach irgendwas hingekritzelt, was nichts wert ist und doch unglaublich viel über einen selbst aussagt.
Will man selbst zerrissen werden?

Tja, aber warum zur Hölle sollte einem die Meinung anderer Leute so interessieren?
Ist doch egal was andere denken.
Aber, wenn es so wäre würde ich doch all mein Geschreibsel für mich behalten.
Ich beharre darauf: dann wäre ich wohl nicht hier ;)

Oder bin ich nur hier, weil ich dein Lob hören will, lieber imaginärer Leser, weil – alles andere will ich doch gar nicht wissen.
Oder etwa doch?


~ Liebe Grüße, Rhia :)
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