Lost

von ssoukoku
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18
Atsushi Nakajima Chuya Nakahara Dazai Osamu Ryunosuke Akutagawa
06.11.2019
06.11.2019
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Der Plan war klar, alles was sie tun mussten, war ihn nicht zu vermasseln, was genau das war, was sie getan hatten.

Während die Bodentruppen der Port Mafia gegen die gegnerischen Truppen kämpften, schaute Chuya zu, wie sein Team immer weiter dezimiert wurde. Ihm gefiel das gar nicht und so langsam sollte der Selbstmordfanatiker auch mal hier auftauchen. Typisch, selbst auf die ADA war keinen Verlass. Als einer der fünf Führungskräfte hatte Chuya die Verantwortung so wenig von seinen Leuten zu verlieren wie möglich. Doch um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müsste er seine gefährliche Fähigkeit Corruption einsetzten und wenn dieser Idiot nicht rechtzeitig kommen würde, würde Chuya selbst sterben. Dieses Risiko musste er auf sich nehmen. Er zog seine schwarzen Lederhandschuhe aus und ließ sie einfach fallen. Auf Chuyas gesamten Körper zeichneten sich die spezifischen roten Male. Seine sonst so durchdringenden, blauen Augen wurden ganz klein, sodass man von weitem nur noch weiß in seinen Augen sah. Jetzt gab es kein zurück mehr. Ein ohrenbetäubender Schrei, von Chuya, ließ die Gegner erzitternd aufsehen, währenddessen sich die Port Mafia zurück zog.

Rote, blitzende Kugeln bildeten sich in den Händen des rothaarigen, die er such sogleich auf seine Ziele feuerte. Nicht nur die Gegner wurden erledigt, sondern auch die Umgebung um Chuya herum. Ganze Krater sind dort, wo einst ein verlassener Gebäudekomplex stand. Die anderen Mafiamitglieder versuchten ein einigermaßen sicheres Versteck zu finden, um nicht von einem dieser schwarzen Löcher verschlungen zu werden. Seine Fähigkeit geriet immer mehr außer Kontrolle. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sein Körper vor Erschöpfung zusammenbrechen würde. Bis er tot sein würde. Irgendwann am Rande seines Bewusstseins spürte er wie jemand mit ihm sprach, aber er verstand die Worte nicht, noch konnte der Mafiosi sagen wer es war. Kurz darauf wurde alles schwarz vor seinen Augen.

Leblos hang der rothaarige in Dazais Armen. Wäre nur nicht eine so wunderschöne Frau gewesen, die er mit seinem Charme gefragt hatte, ob sie nicht einen Doppelsuizid mit ihm vollbringen möchte. Dann wäre er schon früher da gewesen. Doch nachdem sie Dazai eine verpasst hatte, kam ihm sofort sein Ex-Partner wieder in den Sinn. Auch wenn es nach außen hin so aussehen mochte, als könnten sich beide überhaupt nicht ausstehen, war genau das Gegenteil der Fall. Beide waren in den jeweils anderen verliebt. Doch zu stur, um es jemals zuzugeben, weshalb sie ihre Gefühle als Hass ausdrückten. Es war nämlich leichter jemanden zu hassen, als von der Reaktion auf ein Geständnis verletzt zu werden.
Außerdem hoffte der bandagierte Mann Chuya eifersüchtig zu machen, indem er mit Frauen flirtete wenn er in der Nähe war. Doch das einzige was der Hutträger verspürte, war Schmerz und Enttäuschung.

Aber zurück zum eigentlichen Geschehen.
Dazai starrte auf den Mann in seinen Armen. Überall war Blut und nicht nur Chuyas, vermutete der braunhaarige. Ihm fiel außerdem auf, dass der kleinere einen anderen Gesichtsausdruck hatte, als sonst, wenn Dazai seine Fähigkeit wieder 'einsperrte'. Er sah wütend oder verärgert aus. Ober Chuya unterbewusst wahr nahm, dass sein Ex-Partner ihn trug? Während Dazai durch die Trümmern lief, kamen die verbleibenden Mitglieder aus ihrem Versteck. Sie stellten sich dem größeren in den Weg.

"Wir bringen Chuya zum Hauptquartier zurück," sagte Akutagawa. Auch wenn Dazai wusste, dass sein ehemaliger Schüler ihn nicht hassen könnte, sagte dessen Blick stets etwas anderes. Doch er dachte nicht daran seinen langjährigen Schwarm in die Obhut der lausigen Ärzte der Mafia zu übergeben.
"Nein." War seine simple Antwort darauf und ging zur Agency, um Yosano zu bitten den rothaarigen zu untersuchen.
Der dunkelhaarige lief, so gut es ging, die Straßen Yokohamas entlang, um möglichst schnell auf Yosano zu treffen. Zwischendurch blieb er stehen, da er den Puls des Tragenden prüfen wollte. Er hatte wirklich Angst um Chuya.
Nach Minuten des Laufens erreichte er endlich die Detektei, rannte die Stufen hinauf und trat die Tür gewaltsam auf.
"D-Dazai-san?" Sein Schüler schaute ihn verdutzt an. Auch Kunikida und Ranpo sahen ihn an.
"Was ist denn mit Mister Fancy-Hat passiert?" Dazai ging auf die Fragen seiner Kollegen nicht ein.
"Ist Yosano-Sensei noch da? Es ist wirklich dringend. Irgendwas stimmt nicht mit Chuya." Alle anwesenden schüttelten den Kopf, doch der blonde Detektiv hatte schon die Nummer gewählt. Die Angst um den rothaarigen war in Dazais braunen Augen deutlich zu erkennen.

Während des Wartens hielt er den Mafiosi eng an sich gedrückt, um sicher zu gehen, dass er noch lebte. Sein Puls wurde immer schwächer. Dazais Kinn fing an zu beben. Seine Augen brannten. Tränen liefen ihm übers Gesicht. Er konnte ihn jetzt nicht verlieren. Yosano stürmte in den Raum hinein, sah den braunhaarigen weinen und machte sich gleich darauf an die Arbeit. Die ganze Zeit hielt Dazai Chuyas Hand und überprüfte manchmal den Puls. Er wurde kräftiger, aber immer noch relativ schwach. Die Minuten verstrichen quälend langsam. Sekunden vergingen wie Minuten, Minuten wie Stunden und Stunden wie Jahre.
Nach einer geschlagenen Stunde war sie endlich fertig. Chuya wurde ins Krankenzimmer gebracht.
"Er wird durchkommen, Dazai. Gib ihm die nötige Ruhe." Sie ging aus dem Zimmer und ließ beide alleine.

Dazais relativ warme Hand schloss sich um Chuyas eiskalte. Er war blasser denn je. Man konnte jede einzelne Ader auf seinem Arm sehen und auch spüren, genauso wie seine Knochen. Dieses Mal hatte er es übertrieben mit seiner Verspätung.
"Ich kann nicht anders als mir die Schuld hierfür zu geben. Ich weiß nicht einmal, ob du mich hören kannst. Aber ich habe mal gehört, dass die Leute immer noch hören können, zum Glück für dich. Lass mich dich mit Geschichten überhäufen. Und der einzige Weg mich aufzuhalten, dich zu nerven, ist aufzuwachen," redete er darauf los. Zärtlich strich er mit seinem Daumen über den Handrücken.

Die Tage vergingen, ohne eine Regung von Chuya. Aus den Tagen wurden Wochen. Dazai wich nicht von seiner Seite. Die Verzweiflung war ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Er wollte so sehr, dass der rothaarige wieder aufwachte. Yosano überprüfte morgens und abends die Werte. Zwar hatten sich diese nicht verschlechtert, aber eine Verbesserung war auch nicht zu erkennen.
Die vierte Woche hatte begonnen und noch immer keine Anzeichen,  dass er bald aufwachte. Eigentlich wollte Dazai stark bleiben, die Hoffnung aufrecht erhalten, doch er konnte es nicht. Jeden Tag gab er es ein Stückchen auf. Der Tod seines Geliebten lastete auf seinen Schultern und viel mehr auf seinem Herzen. Er hatte ihn umgebracht. Der braunhaarige umfasste die Hand des kleineren und presste seine Stirn dagegen und schluchzte.
"Wach auf... bitte."

Eine weitere Woche zog vorbei. Nicht ein einziges Mal war Dazai da gewesen. Er konnte den Anblick nicht ertragen. Aber auch von der Port Mafia hatte sich niemand blicken lassen. Lediglich hatte Mori angerufen und gefragt wie es dem Hutträger gehen würde. Betrübt schaute der Ex-Mafiosi aus dem Fenster. Es regnete. Das tat es schon seit drei Tagen. Seine Stimmung wurde dadurch nur noch betrübter. Atsushi versuchte wirklich alles, um seinen Mentor aufzuheitern, aber es war so als würde man gegen eine Wand sprechen. Selbst Kunikida kam nicht zu ihm durch. Ruhe kehrte in die Detektei. Genau dreiunddreißig Minuten bestand diese Stille. Dazu machte den ganzen Tag nichts anderes, als aus dem Fenster zu starren oder die Uhr zu beobachten. Eine aufgeregte Yosano stand in der Tür und stammelte irgendwas vor sich hin.
"ER IST WACH!" Sie schrie die Wörter so laut, dass bestimmt die Arbeiter im Café es hören konnten. Dazais Augen weiteten sich, sofort sprang er auf und stürmt in das Krankenzimmer.
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