I wanna see you smile again

von Egoistic
GeschichteDrama, Angst / P18
Don Quichotte Rocinante / Corazon Trafalgar Law
06.11.2019
16.11.2019
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                                                                                                              Two



                                                                            I cannot stop this sickness taking over
                                                                    It takes control and drags me into nowhere
                                                                        I need your help, I can't fight this forever

                                                                                          I know you're watching
                                                                                          I can feel you out there










Bis Robin ihn zum Essen abholte, hatte er nicht mehr geschlafen - zu groß war die Angst, von einem neuen Albtraum heimgesucht zu werden.
Rocinante hatte einfach sein Zeug ausgepackt, den Blick kurz aus dem Fenster schweifen lassen und sich dann an den Tisch gesetzt, um ein wenig zu zeichnen.
Dieses Hobby hatte er sich als Kind angeeignet und nutzte es, seit dieser schrecklich-grausamen Zeit, viel intensiver um sich abzulenken.
Wenn er Nachts, aufgrund der Albträume, nicht hatte schlafen können, hatte er sich oft mit seinem Skizzenblock und einem Bleistift in seine Sitzecke am großen Panoramablickfenster niedergelassen und einfach drauf los gekritzelt.

Die Stadt - das Land - Wälder - Kirschblüten - seine Familie


Egal, was es gewesen war - solange es ihn abgelenkt hatte, zeichnete er alles.
Letztendlich war das seine einzige Beschäftigung gewesen, um sich von all dem Schmerz abzulenken - er tat etwas, was er gut konnte und das ihm Spaß machte.
Seine Mundwinkel zuckten.

Vielleicht sollte er das seinem Quacksalber erzählen - der würde ihm das ruckzuck als Therapie vorschlagen.

Er neigte den Kopf ein wenig zur Seite.
Obwohl - so abwegig klang das nun wirklich nicht.



Vollkommen abgedriftet in Gedanken, bemerkte er Robin gar nicht, die ihn zum Essen abholen wollte und sich, aufgrund seiner geistigen Abwesenheit, einfach neben ihn gestellt hatte.
Bestaunt blickte sie auf den Skizzenblock.
„Das ist wirklich ein hübsches Bild“ lächelte sie und riss ihren Neuling aus seiner Gedankenstrecke.
Erschrocken zuckte er zusammen und duckte sich, wie ein geprügelter Hund, kurzzeitig weg - ehe er erkannte, dass seine sanftmütige Pflegerin neben ihm stand.
Er atmete erleichtert durch.
„Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken“ flüsterte sie entschuldigend und Rocinante schmunzelte ein wenig, ehe er abwank und sich erhob, um sie in den Speisesaal zu begleiten.
Natürlich nahm er sein neustes Kommunikationsmittel gleich mit - immerhin würde seine Pflegerin sicher mit ihm kommunizieren - und sie war zu freundlich, als das er sie einfach ignorieren wollte.
Robin deutete noch einmal auf seine Zeichnung.
„Das ist wirklich ein hübsches Bild“ wiederholte sie ihre eigenen Worte und lächelte. „Du scheinst ein talentierter und begeisterter Zeichner zu sein. Vielleicht sollten wir darüber mit Law sprechen - du wirktest beim zeichnen sehr entspannt und vielleicht könnte das deine Therapie werden.“
Rocinante zuckte mit den Schultern. Seine Pflegerin schüttelte lächelnd ihren Kopf und sah dann auf ihre Hände, ehe sie ihm die sich darin befindenen Hausschuhe reichte.
„Hier bitte sehr. Die kannst du innerhalb des Gebäudes tragen - sie sind äußerst bequem.“
Nickend nahm er ihr das paar Pantoffeln ab, ohne es wirklich zu registrieren und stellte sie auf den Boden, ehe er hineinschlüpfte.
Sie passten perfekt.
Zufrieden nickte seine Pflegerin.
„Und jetzt wird es Zeit für das Abendessen.“  








Der Speisesaal, der bei ihrer Besichtigung mit nur wenigen Leuten geschmückt gewesen war, wirkte plötzlich wie ein vollbesetztes Restaurant und war vollkommen belebt.
Überall saßen Patienten, ihre Pfleger - und auch die Therapeuten selbst speisten hier gemeinsam und unterhielten sich mal mehr, mal weniger angeregt.
Rocinante presste gequält die Lippen zusammen.
Er hasste Menschenmassen - fremde Leute überhaupt - und konnte es gar nicht erwarten, wenn er endlich wieder in sein Zimmer zurückkehren durfte.

Seine gewaltige Körpergröße setzte dem ganzen noch die Krone auf - er konnte die Blicke förmlich an sich kleben spüren.

Doch seine unbeholfene Pflegerin schleuste sie und ihre Tabletts gekonnt durch die Tischreihen.
Sie wurde gegrüßt, sprach im gehen ungebunden einen Gesprächsfetzen - und deutete nebenbei noch auf andere, ihr bekannte, Menschen die er unbedingt kennen lernen musste.
Irgendwie wirkte seine, eigentlich, ruhige Pflegerin plötzlich wie ein aufgewecktes Kind auf dem Rummelplatz. Aber gut, dass würde er jetzt wohl einfach ertragen müssen.



Als sie letztendlich einen Tisch fanden und sich Rocinante erleichtert niederließ, stellte er zu spät fest, dass sein eigener Quacksalber auch hier speiste.
Er betete innerlich, Robin würde die Zeichnen-Geschichte nicht zur Sprache bringen und reimte sich im Kopf bereits zusammen, dass er womöglich mit Fingerfarben und Leinwänden kleine, bunte Grinsemännchen malen sollte.
Allerdings schien Robin, zu seinem Pech, genau das bei Law ansprechen zu wollen.
Sie lächelte bis über beide Ohren.
„Law, wusstest du das Rocinante ein absolut talentierter Zeichner ist? Vielleicht könnte man seine Therapie danach gestalten.“
Sein Therapeut, der sich gerade eine neue Gabel Reis in den Mund schieben wollte, hielt in seinem tun inne und hob überrascht die Brauen.
„Ach, tatsächlich?“ fragte er interessiert und Rocinante rollte, unbemerkt aller, mit seinen Augen.

war.ja.klar.

Seine Pflegerin klatschte begeistert in die Hände. „Und wie! Er hat ein fantastisches und genaues Auge für Details und Schattierungen! Wirklich beeindruckend! Du solltest sie dir mal ansehen! Ich war hin und weg!“
Ihre Schwärmerei ließ ihn ein wenig erröten und er widmete sich unbeteiligt seinem Abendessen.
Law nickte. „In Ordnung. Ich werds' mir merken - aber darüber sprechen wir ja dann morgen. In aller Ruhe.“
Er hatte durchaus bemerkt, dass sich Rocinante ein wenig unwohl in seiner Haut fühlte - wenngleich er das Augenrollen nicht gesehen hatte - und beschlossen, sich morgen einfach mit ihm darüber zu unterhalten.
Mit dieser Antwort schien Robin zufrieden, denn sie schob sich eine Gabel in den Mund, begann über einen gewissen Zorro zu reden und weil er natürlich keine Ahnung hatte wer das denn sein sollte, hielt er sich natürlich aus dem Gespräch raus - erstens sprach er sowieso nicht, und zweitens wusste er gar nicht worum es eigentlich ging.
Allerdings hatte er Angst beim Essen in seine düstere Gedankenwelt abzurutschen und beschloss zur Ablenkung, mit einem Ohr ihren Gesprächsfetzen zu lauschen.
„Weisst du Law, Zorro ist momentan recht oft in der Kendoschule - vielleicht solltest du mal mit ihm reden und ihm klar machen, dass zuviel Training auch krankhaft sein kann!“
Er hob eine Braue. Kendoschule? - Ok. Davon hatte er mal gehört.
Law allerdings, zuckte nur mit den Schultern und griff nach seinem Becher, aus dem ein herb-süßer Kaffeegeruch schwabte.
„Solange er sich nicht überlastet, kann ich da auch nichts machen - außerdem sprechen wir hier von Zorro. Der würde sich in hundert Jahren nichts vorschreiben lassen - und von mir schon zehnmal nicht.“
Robin plusterte beleidigt ihre Wangen auf - wie ein Kind. „Wie soll das nur werden, wenn wir mal Kinder haben? Will er mich dann auch den ganzen Tag alleine lassen?“
„Also, momentan bist du nicht alleine - du bist bei der Arbeit. Zweitens, ist die Kendoschule Zorros' Arbeit - die er, nebenbei bemerkt, spitzenmäßig macht. Ich habe bisher nur gutes gehört.
Und drittens - ihr wollt Kinder? Seit wann denn das?“
Sie lächelte errötet und legte ihre Hände an die Wangen. „Ich kann es kaum erwarten, Mama zu werden. Ich bin immerhin auch schon dreißig! Und Zorro wird auch nicht jünger!“
Ihre Empörung brachte Law zum lachen. „Er ist genauso alt wie du, Robin. Aber ich finde, nach über zehn Jahren Beziehung kann man ruhig darüber nachdenken. Da hast du recht.“
Er lächelte. „Und ich bin mir ziemlich sicher, ihr wärt tolle Eltern.“
Robin lächelte, seufzte aber. „Ich befürchte nur, wenn wir noch länger warten, wird das nichts mehr - genauso wenig wie die Hochzeit! Zehn Jahre - und siehst du einen Ring an meinem Finger?“  
Demonstrativ hielt sie ihren Ringfinger in die Luft und Rocinante stocherte unliebsam in seinem Essen.
Irgendwie wäre er lieber in seinem Zimmer geblieben und hätte weiter gezeichnet - er fühlte sich hier nicht gerade wohl.
Law seufzte genervt. „Also wirklich. Wenn du so ein Problem damit hast, dass er dir noch keinen Antrag gemacht hat, mach du ihm doch einen.“
Die Pflegerin schüttelte energisch den Kopf. „Nein, da bin ich traditionell. Ich warte, erwarte, dass er mir den Antrag macht! Punkt!“
Um ihren Standpunkt zu unterstreichen, tippte sie einmal kräftig gegen die Tischplatte und widmete sich dann wieder vollkommen unbeteiligt ihrem Essen.
Rocinante hob eine Braue. Scheinbar schien der, sonst so ruhige Charakter von Nico Robin, wie Law sie beschrieben hatte, bei diesem Thema gewaltig an die Decke zu gehen - außerdem schien sie, beziehungstechnisch, eine "altmodische" Sichtweise zu betrachten - jedenfalls wirkte es so.
Er widmete sich seinem eigenen Essen.

Der sonst so resigniert wirkende Trafalgar Law - und die sonst so ruhige und freundlich wirkende Nico Robin, schienen also mehrere Gefühls- und Charakterebenen zu besitzen, die einen starken Kontrast zu ihren ausstrahlenden Charaktereigenschaften malten. Interessant - gut zu wissen.







Das restliche Essen verlief eher ruhig - und als Robin ihn zurück in sein Zimmer brachte, wirkte sie ein wenig schuldbewusst. Jetzt hatte er zum Essen seine Tafel vollkommen umsonst mitgeschleppt.
Aber darum ging es ihr wohl gar nicht.
„Entschuldige, dass ich beim Essen einfach so dein künstlerisches Talent zur Sprache gebracht habe. Aber da du so entspannt und friedlich gewirkt hast als ich dich abholen kam, dachte ich, dass das für dich genau das richtige wäre.“

Rocinante, der gerade gewillt war das Fenster zu öffnen und sich eine Zigarette anzuzünden, hielt in seiner Bewegung inne und sah sie überrascht an, ehe er zu seinem Täfelchen samt Stiftchen griff und begann, etwas zu schreiben.

"Du entschuldigst dich dafür, dass du deinen Job machst?"

Sie lachte. „Ich dachte, vielleicht hättest du dich hintergangen oder auf den Schlips getreten gefühlt, weil du so seltsam reagiert hast, als ich Law darauf ansprach.“


Er blinzelte perplex. Jetzt hatte sie es geschafft, ihn ernsthaft aus der Fassung zu bringen - mit der Wahrheit.

Natürlich hatte er vor Begeisterung keinen Purzelbaum geschlagen und sie mit herzallerliebsten Dankesreden überschüttet, als sie aus dem nichts sein "Hobby" auf den Tisch gepackt hatte - aber es war nun einmal ihr Job.

Rocinante lächelte und kritzelte wieder auf der Tafel herum.


"Ist schon in Ordnung. Ich denke, dass das vielleicht sogar helfen könnte - außerdem beweist das doch deine enorme Auffassungsgabe und bestätigt, dass du deine Arbeit gut machst. Zumal ich selbst denke, dass du vielleicht recht haben könntest."


Jetzt hatte er ein wenig in die "Sülz-sie-zu"-Kiste gegriffen - aber ganz so unrecht hatte er damit ja auch nicht.

Robin lächelte erleichtert. „Dann bin ich ja froh. Es hätte meine Arbeit nicht erleichtert, wenn du nun sauer auf mich gewesen wärst - das ist das letzte, was ich wollen würde. Wir wollen dir nämlich wirklich helfen.“
Sie lächelte wieder breit - und seines verschwand, ehe er nickte.
Was auch Robin merkte, die nun ein wenig seufzte. „Gut, ich denke, ich gehe jetzt - wenn du etwas brauchst, musst du einfach nur klingeln oder du spazierst einfach ein wenig herum, bis Law oder ich dir über den Weg laufen.“

Er nickte wieder - und Robin machte sich auf, sein Zimmer zu verlassen.
Sie hob die Hand zum Abschied und schlüpfte dann durch die Türe, ehe Rocinante wieder alleine in seinem Zimmer stand.





Ein lautloser Seufzer entwich seinen Lippen und er blickte aus dem Fenster, wo der November sich allmählich dem Ende neigte und dem letzten Monat des Jahres Platz schaffte.
Rocinante kräuselte die Stirn. Er würde sein Weihnachtsfest und die beiden darauf folgenden Feiertage also, höchstwahrscheinlich, in dieser "Klapse" verbringen - das waren ja fabelhafte Aussichten.


Er setzte sich an den Tisch zurück und griff wieder nach dem Bleistift, um an seiner Zeichnung weiter zu arbeiten.



Und dachte doch irgendwie fieberhaft über Robins' Worte nach.



Sein Bein begann, zu wippen.
Rein logisch betrachtet, könnte Robin natürlich recht behalten - beim zeichnen dachte er eigentlich nicht nach. Weder über sein Leid, noch über sich selbst. Weder über seine Vergangenheit, noch über seine Zukunft.

Er klapperte mit dem Bleistift, während er fieberhaft überlegte. In der Theorie sah das ganz gut aus - aber würde das in der Praxis auch so einfach funktionieren?

Rocinante runzelte die Stirn und setzte dann zu neuen Linien auf seinem Papier an.
Theorie und Praxis waren bekanntlich zwei unterschiedliche paar Schuhe - aber so wie Law heute gesagt hatte, könnte es ihm vielleicht helfen, sich Dingen zu widmen die ihm gut lagen und ihn positiv ablenkten.

Dann fiel sein Blick kurzzeitig auf die Fragebögen, die ihm Doktor Konfuzius heute Vormittag mitgegeben hatte.
Die könnte er natürlich auch mal beantworten - aber irgendwie wollte er gerade keinen Blick da hinein werfen. Auch, wenn er das heute noch irgendwann tun musste - denn morgen wollte sein "Seelensorger" sicher Antworten.  


Seufzend griff er also doch nach dem Klemmbrett und las sich die Fragen einmal durch, ehe er die Stirn runzelte und nicht so recht glauben konnte, was die da wissen wollten.



Was sind ihre liebsten Hobbys? Bei welcher Tätigkeit denken sie über schöne Dinge nach? Gibt es Tätigkeiten, die sie absolut Gedankenfrei machen und wenn ja, welche?  



Aha, so lief das also. Der Doc wollte seine Therapie also, wie angenommen, an seine Hobbys anpassen.
Rocinante wippte ein wenig mit dem Kopf hin und her.
Klang doch eigentlich relativ entspannt.  


Jedenfalls solange, bis Rocinante wieder an die Frage Warum sind sie hier?  seines Therapeuten erinnert wurde.






Und da war es dann auch schon wieder vorbei mit seiner lockeren Haltung - und er wollte sich am liebsten im nächstbesten Loch verkriechen und niemals wieder herauskommen.











ooc-robin. i'm sorry.
but she's kinda' cute one.
und ohne ooc funktioniert hier sowieso nichts. fantastisch.


letztendlich hat unser patient also ein hobby - das zeichnen.
und unser doktor konfuzius scheint robins vorschlag, dass mit der therapie unseres precious rocinantes' zu verbinden, eventuell ernsthaft in erwägung zu ziehen.
wenn das mal nicht schief geht - poor precious rocinante.


well.
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