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Blue Moon

von Rikarin
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Mix
Bardock Bulma Nappa Radditz Son Goku Vegeta
05.11.2019
10.04.2021
44
342.301
51
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05.11.2019 1.456
 
Der Mond war blau.
Nach acht Jahren leuchtete der Vollmond über Planet Vegeta auf und dann war er blau?!
Bardock, Unterklassekrieger der Saiyajins, verstand dieses seltsame Naturphänomen nicht, aber jetzt war nicht die Zeit, um in den Himmel zu starren.
Etwas stimmte mit Gine, seiner Gefährtin, nicht; das konnte er spüren.
Er rannte durch den Wald und vermied es, in den Himmel zu schauen. Die blauen Schatten, die das Licht des neuen Mondes auf die Erde warf, beunruhigten ihn. Nach acht Jahren gab es wieder einen Vollmond, allen Saiyajins war es verboten nach draußen zu gehen, damit es zu keiner unkontrollierten Zerstörung kam und ausgerechnet heute musste Gine ihr zweites Kind bekommen.
Er rannte durch den Wald; das dichte Blätterdach schützte ihn vor einen unbeabsichtigten Blick nach oben. Das laute Kreischen des Burag-Vogels, ein handgroßer Vogel mit blauen Gefieder und orangen Schnabel, war zu hören.
Er stürmte auf die fensterlose Jurte zu, ein großes, blickdichtes Zelt, das einsam im Wald stand.
Er konnte ihr Schreien hören.
„GINE?!“ rief er laut, kaum dass er herein stürmte.
„Was bei allen Monden?“ rief eine ältere Frau erbost auf. „Männer haben bei einer Geburt nichts verloren. Verzieh dich, Junge.“
„Etwas stimmt nicht. Der Vollmond ist blau und Gine ist…“ begann der Krieger schwer atmend, aber die ältere Frau mit den grauen Strähnen im Haar unterbrach ihn mit einer Handbewegung.
„Dummer Junge, es ist nur ein blauer Mond. Manchmal kommt es vor, dass der Mond rot oder blau leuchtet. Sieh es als gutes Vorzeichen an, dass heute dein Kind geboren wird.“
Ruhig wusch sie das blutige Laken in einer Schüssel aus.
Bardock konnte sich nicht beruhigen, besonders nicht, als der Geruch des Blutes in seine Nase drang. Es war Gines Blut. Er starrte auf den dunklen Vorhang, der mit alten, weißen Symbolen bemalt war und den Raum abtrennte.
Dahinter lag Gine, seine Gefährtin.
Plötzlich hörte er ein lautes, schmerzerfülltes, weibliches Schreien.
Er zuckte zusammen. Er wünschte sich bei ihr zu sein, aber die Tradition verbot es.
Die ältere Frau, die ein rituelles, langärmeliges Gewand in dunkelblau trug, verziert mit drei goldenen Streifen am Ärmeln, sah ihn mitleidig an.
Sie wusste, dass der junge Krieger mit der gebärenden Frau den Bund eingegangen war: Sarang- der Wunsch, bis zum Tod mit jemanden zusammen zu bleiben. Nur deshalb ignorierte sie seine Anwesenheit, obwohl es Männern verboten war, in einen solchen Moment anwesend zu sein.
„Noch einmal, komm schon, Gine!“ konnten die beiden den Befehl hinter den Vorhang hören. „PRESSEN!“
Ein tiefes Brüllen ließ beinahe das Zelt erzittern.
Dann hörten beide das hohe Kreischen eines Neugeborenen.
Bardock sank dankbar auf die Knie.
Es war geschafft. Vielleicht war der blaue Mond doch ein gutes Omen.
Der Vorhang öffnete sich und eine jüngere Saiyajin trat heraus. Ihr Gewand war im selben Stil wie der Älteren, allerdings hatte es nur einen goldenen Streifen am Ärmel.
Sie war blass und sah die ältere Frau hilfesuchend an.
„Ehrwürdige Mutter, das Kind…“ sagte sie und verstummte, als sie die Anwesenheit des Mannes bemerkte.
„Was ist mit ihr? Es lebt, ich kann sein Schreien hören“ sprach die Ältere ungeduldig.
„Es ist…ungewöhnlich.“
Bardock sah alarmiert hoch und sprang auf.
In diesen Moment kümmerte er sich nicht um die Traditionen und trat hinter den Vorhang.
Dahinter befand sich ein Bettgestell, blutbefleckte Laken lagen drauf und aufgerichtet, mit einem Bündel in der Hand und halb nackt lag sein Weib.
Gine hatte Tränen in den Augen und beruhigte das Neugeborene.
Vorsichtig trat Bardock näher.
„Sieh dir deine Tochter an. Sie ist so wunderschön“ sprach sie erleichtert zu ihm und rückte das Tuch zur Seite, das sein zweites Kind bedeckte.
Bardock zuckte zusammen.
Also das hatte die Hebamme mit „ungewöhnlich“ gemeint.
Das Haar und die Augen der Kleinen waren blau.
Eine solche Farbe kannte er vom strahlenden Himmel, schimmernden Wasser und einigen Blumen, aber noch nie hatte es einen Saiyajin mit solcher Haar- und Augenfarbe gegeben.
Er schaltete seinen Scouter an.
Auch das noch…die Kampfkraft lag gerade mal bei Fünf.
Was immer mit ihren Haare  und Augen passiert war; sie besaß noch nicht mal die Kraft, sich deswegen zu wehren.
Was würde mit seiner Tochter geschehen?
Gine sah auf und erkannte die Sorge in Bardocks Augen.
„Bardock, was ist los? Ich weiß, ihr Aussehen ist ungewöhnlich, aber ich versichere dir, sie ist dein Kind“ sagte sie aufgeregt.
Bardock griff nach ihren Händen und berührte dabei indirekt seine Tochter.
„Natürlich ist sie meines. Wir beide haben den Sarang geschworen. Niemals wärst du mir untreu. Ich vermute, es liegt an dem blauen Mond, dass sie so aussieht. Aber was sollen wir tun? Auch wenn sie ein Mädchen ist, mit ihrer niedrigen Kampfkraft und ihrem andersartigen Aussehen…was wird sie erwarten?“
Das Volk der Saiyajins war relativ klein; nur mehrere tausend und Mädchen waren aufgrund der Seltenheit ihrer Geburt ein kostbares Gut. Trotzdem konnte es geschehen, dass man seine Tochter eine Missgeburt nennen würde und ihren Tod verlangte.
Vielleicht würde sie als Dienerin oder Zweit-Frau erniedrigt werden.
Furcht kroch in das sonst so tapfere Herz von Bardock. Auch Gine schien langsam zu verstehen, was ihr ungewöhnliches Aussehen in der strengen Welt der Saiyajins bedeutete.
Wenn sie wenigstens stark wäre…
„Werden sie sie mir wegnehmen?“ flüsterte sie ängstlich und sah zum Vorhang hin. Noch waren die Hebammen nicht eingetreten. Wegen dem Mond konnten sie auch keine Meldung zum Palast machen. Der Befehl lautete schließlich, dass niemand nach draußen gehen durfte.
„Bardock, es ist doch nicht ihre Schuld. Der Mond…es muss am Mond liegen. Vielleicht werden sie ihr verzeihen. Sie ist so hübsch…schau wie ruhig sie geworden ist“ Gine schaute zärtlich auf ihr Baby, das angefangen hatte, an ihrer Brust zu trinken
Bardocks Gehirn raste.
Er musste diesen Moment ausnutzen und seine Familie beschützen. Noch wusste niemand von ihr, außer den Anwesenden.
Man könnte das Baby für eine Missgeburt halten, eine Mutation.
Er war bereits auf einigen Missionen gewesen und wusste von der Sitte, Halblinge, die aus den Vergewaltigungen stammten, zu töten.
Das Erbe der Saiyajins war rein zu halten und zu schützen; das war die oberste Regel jedes Truppenführers.
Aber hier ging es um einen reinrassigen, weiblichen Saiyajin…
Gine liebte dieses Kind bereits und hatte eine Bindung zu ihm aufgebaut. Auch er musste zugeben, dass diese fremden blauen Augen eine Saite in ihm zum Schwingen brachte.
Seine Tochter… er würde sie beschützen.
Entschlossen sah er seine Frau an.
„Sie ist dein zweites Kind. Könntest du sie alleine aufziehen?“ flüsterte er.
Gine nickte.
„Ich werde die Laken um sie wickeln und den Frauen sagen, dass ich es umbringen werde. Schhh“ er stoppte mit einen Finger den empörten Aufschrei seiner Frau.
„Das ist eine Lüge. Schrei ruhig, sei wütend, damit sie es glauben. Während du dich reinigst, fliege ich los und hole Radditz aus seinem Bett. Er wird mit der Kleinen an einen geheimen Ort warten, damit ich dich holen kann. Wir werden sagen, dass wir unsere Tochter töten mussten und du trauerst  und Einsamkeit brauchst. In Wirklichkeit werden wir uns ein Zuhause weit weg vom Dorf aufbauen und dort heimlich mit ihr leben“ erklärte er.
Gines Augen fingen an zu leuchten und sie lächelte hoffnungsvoll.
„Schau nicht so glücklich. Denk daran, du musst traurig und wütend wirken, beinahe wahnsinnig. Dann werden sie uns eher in Ruhe lassen“ erklärte er und nahm das Neugeborene auf seine Arme.
Gekonnt wickelte er es in ein einigermaßen sauberes Stück Stoff ein, damit es warm gehalten wurde.
Das Baby schmatze empört, hörte aber auf, als es an einer anderen warmen Brust gedrückt wurde.
Bardock atmete tief durch.
Er sah sie zu seiner Frau hin, die ihren Kopf unbeugsam aufgerichtet hatte.
Beide nickten sich entschlossen zu.

Gine stimmte ein furchtbareres Geheul an, während Bardock mit harten, finsteren Blick durch den Vorhang trat.
Die beiden Frauen  sahen furchtsam auf.
„Ich werde mich um diese Missgeburt kümmern. So etwas hat keinen Platz in unserer Welt“ sagte er grimmig. „Kümmert euch um mein Weib, bis ich wieder zurück bin.“
Die Frauen verneigten sich, murmelten ihr Beileid und stürmten hinter den Vorhang zur klagenden Frau.
Bardock trat aus der Jurte und hielt den Blick gesenkt und das Baby an sich gedrückt, um ja nicht den verführerischen Anblick des Mondes ausgesetzt zu werden.
Erst als er unter den Bäumen stand, wagte er einen erneuten Blick auf seine Tochter.
Wie sollte er sie nennen?
Er hatte ja noch nicht mal geahnt, dass es ein Mädchen werden würde.
Der Ruf des nachtaktiven Burag-Vogel ertönte durch den Wald.
„Bulaahh, Bulaahh“
„Was für ein hässliches Geräusch für so einen schönen Vogel“ lachte Bardock leise und das Baby, davon angesteckt, gluckste auf.
„Na, gefällt dir das?“ flüsterte Bardock und grinste. „Dann wird das dein Name. Ein ungewöhnlicher Name für eine ungewöhnliche Schönheit. Bulma…so sollst du heißen.“
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