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Ein wahrer Freund

GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Combeferre Courfeyrac Enjolras Grantaire Joly
05.11.2019
05.11.2019
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Ein wahrer Freund

Flauschige Pfoten huschen die Treppenstufen hinauf. Immer höher schraubt sich der Kater, bis die warme Nachmittagsluft seine Schnauze umweht. Genüsslich streckt er sich und mit den Muskeln bewegt sich das samtige schwarze Fell. Schwach glänzt es im schwindenden Sonnenlicht und lässt goldene Reflexe über den kleinen Körper wogen. Zufrieden maunzt der Kater und schüttelt sich. Er wendet sich zum Geländer um und bleibt wie angewurzelt stehen, als sein Blick auf Enjolras fällt.
Seine Augen weiten sich und seine Ohren zucken nach vorne. Für einen Moment blicken sich Mensch und Tier an, bis der Kater entscheidet, dass ihm keine Gefahr droht. Er schüttelt den Kopf und setzt seinen Weg zum Geländer des Astronomieturmes fort. Er setzt sich an den Rand der Plattform, die Pfoten gefährlich nahe am Abgrund, doch die Katze scheint dies nicht zu beunruhigen. Stattdessen ringelt sie ihren Schwanz um sich und blickt hinaus auf die Ländereien.
Ein Lächeln schleicht sich auf Enjolras’ Gesicht. Er ist wohl nicht der Einzige, der den Anblick des Sonnenuntergangs genießen möchte. Er kommt nicht umhin den Kater zu beobachten. Sein Anblick hat etwas Beruhigendes. Es scheint, als könnte nichts in der gesamten Welt dem Kater Unheil bescheren. Wie sehr wünscht er sich, dieselbe Sorglosigkeit zu verspüren. Wenn auch nur für einen kurzen Augenblick.
Doch wie kann er das? Stetig lastet der Druck auf ihm. Die Schularbeiten, der Kampf um die Gerechtigkeit und er wegen jenem muss er sich jeden Tag vor seinen Mitschülern und Lehrern rechtfertigen. Dazu kommt, dass seine Freunde sauer auf ihn sind und nichts mehr von ihm wissen wollen.
Es ist alles seine Schuld. Er hatte sie vor den Kopf gestoßen. Er war unnachgiebig gewesen und wollte nicht einsehen, dass sein Plan zu viele Fehler hat. Und nun liegt Jehan auf der Krankenstation, verletzt durch den Hippogreif, der ihren Mitschülern zeigen sollte, dass man keine Angst vor magischen Geschöpfen haben muss. Im Endeffekt hat er genau das Gegenteil bewiesen. Er kann seine Freunde verstehen. Er hätte es besser wissen müssen.
Eine Träne rollt über seine Wange. Eilig wischt er sie beiseite. Es gibt keinen Grund zu weinen. Tränen sind ein Zeichen von Schwäche und er ist nicht schwach. Warum kann er sie dann nicht aufhalten? Er schnieft kaum hörbar. Für den Kater ist es jedoch laut genug.
Seine Ohren zucken in Enjolras’ Richtung und er wendet sich zu ihm um. Der Kater legt den Kopf schief. Was auch immer in seinem Kopf vorgeht, lange scheint der Prozess nicht zu dauern. Zögerlich kommt der Kater auf ihn zu, bis er einige Schritte vor Enjolras stehen bleibt.
Enjolras ist noch nie ein Freund von Katzen gewesen. Sie verteilen überall ihre Haare, kratzen alles an und sind dickköpfig. Dennoch haben die grün-gelben Augen des Katers etwas Beruhigendes. Langsam, um ihn nicht zu erschrecken, streckt Enjolras die Hand aus. Der Kater kommt etwas näher und schnuppert an seinen Fingerspitzen. Aus der Nähe fällt Enjolras der weiße Tropfen auf, welcher direkt auf dem Nasenrücken das schwarze Fell durchbricht. Neugierig berührt der Kater mit seiner feuchten Nase Enjolras’ Finger. Die Schnurrhaare kitzeln auf seiner Haut. Der Kater scheint ihn nicht als Bedrohung wahrzunehmen, denn er überwindet die letzten trennenden Zentimeter und rollt sich neben Enjolras zusammen. Lächeln blickt er auf den Fellball hinab. Die Wärme des kleinen Körpers ist tröstlich. Mit einem leisen Seufzen legt er seine linke Hand auf das Fell und beginnt den Kater zu kraulen. Es dauert nicht lange, da ertönt ein Schnurren. Es ist leise und hauptsächlich spürt er nur die Vibration, doch Enjolras bemerkt, wie er sich selbst langsam entspannt.
„Wenn du wüsstest, was ich getan habe, wärst du weg. Genauso, wie meine Freunde.“ Seine Stimme scheint den Kater aufzuschrecken. Er hebt den Kopf und sieht ihn an. „Sie haben ja recht. Ich habe einen Fehler gemacht. Dabei will ich nur das Beste für alle. Und nun sind sie wütend auf mich.“
Der Kater steht auf. Enttäuschung durchzuckt Enjolras. Selbst der Kater hält es nicht lange mit ihm aus. Zu seiner Überraschung stellt er seine Vorderpfoten auf seinen linken Oberschenkel. Als würde er um Erlaubnis bitten, sieht der Kater zu ihm auf. Enjolras lächelt. Der flauschige Vierbeiner klettert auf seinen Schoß und rollt sich zusammen. Erleichtert fährt Enjolras mit dem Kraulen fort. Leise beginnt er dem Kater von seinen Sorgen zu erzählen. Von all den Dingen, die sich über die Jahre aufgestaut haben, von denen er niemals gewagt hatte, sie laut auszusprechen. Und obwohl ihm der Kater nicht antwortet, verspürt er Trost.
Die Sonne sinkt immer tiefer und langsam kriecht die kalte Nachtluft in Enjolras’ Knochen. Entgegen jeglicher Instinkte, kann er sich nicht überwinden den Kater loszulassen. Erst als er beginnt zu zittern, gewinnt sein Verstand die Oberhand.
„Ich sollte gehen.“
Der Kater scheint ihm zuzustimmen. Er leckt ihm einmal über die Hand, bevor er aufsteht und auf die Treppe zuläuft. Dort angekommen wendet er sich ein letztes Mal zu um, bevor er von dem Astronomieturm entschwindet. Ohne die Katze ist der Turm ein trister Ort.
Enjolras steht auf und streckt seine Arme über den Kopf. Seine Muskeln ziehen schmerzlich. Zu lange mussten sie auf den kalten Steinen aushalten. Mit einem letzten Blick zum Sternenhimmel folgt Enjolras der Katze.

Ein Jahr später ist Enjolras’ Zusammentreffen mit der Katze vergessen, ebenso wie der Vorfall mit dem Hippogreif. Weihnachten steht bevor und endlich kann sich Enjolras etwas Entspannung erlauben. Er hat sich in die Bibliothek zurückgezogen, um einige Bücher zu wälzen sowie um Courfeyrac zu entkommen, der angekündigt hatte eine Runde Koboldstein mit ihm zu spielen.
Lustlos blättert er in einem Buch. Er hat keine Ahnung worum es geht, denn seine Gedanken sind woanders. Er hatte schon wieder eine Auseinandersetzung mit Grantaire gehabt. Wie in aller Welt schaffte es der andere Junge jedes Mal seine Nerven überzustrapazieren. Zugegeben, er ist passioniert, wenn es um die Verteidigung seiner Überzeugungen geht, aber er war niemals aufbrausend gewesen. Doch Grantaire schafft es ihn zu verwirren und er legt es förmlich darauf an von ihm aus den Treffen geworfen zu werden. Dennoch kommt er jedes Mal wieder.
Seufzend klappt Enjolras das Buch zu. Er muss raus aus dieser Bibliothek. Sie erdrückt seinen Verstand. Er räumt die Bücher zurück an ihren vorgesehenen Platz und macht sich auf dem Rückweg zu seinem Schlafsaal. Oben im Turm angekommen lässt er sich rücklings auf sein Bett fallen. Ein Knistern ertönt. Enjolras runzelt die Stirn und setzt sich auf. Dort, wo zuvor sein Rücken lag, ruht ein zerknittertes Stück Papier. Enjolras ergreift es, um es lesen zu können. Die Tinte bildet in schwungvollen Bögen die Worte „Es tut mir leid.“ Selbst ohne die Unterschrift hätte Enjolras gewusst, wer ihm den Zettel hinterlassen hatte. Gewiss hatte Bahorel ihn reingelassen. Grantaire raubt ihm wirklich die Nerven.
An Ruhe ist nun nicht mehr zu denken. Er schlüpft in seine Jacke und macht sich auf den Weg an die frische Luft. Die Türen des Schlosses gehen auf und sofort schlägt ihm der Winter entgegen. Er ist kalt und belebt augenblicklich seine Sinne. Tief atmet Enjolras ein. Bis zum späten Nachmittag hatte es heftig geschneit, doch nun ist die Luft klar. Das perfekte Wetter für einen Spaziergang.
Ziellos wandert er über die Ländereien. Mit jedem Schritt sinken seine Füße bis zum Knöchel ein. Hinter ihm erinnern die Fußabdrücke an seinen zurückgelegten Weg. Vor ihm erstreckt sich die weite, unberührte Schneedecke. Verheißungsvoll glitzert sie ihm Licht der untergehenden Sonne.
Enjolras’ Überraschung ist groß, als er auf die Abdrücke kleiner Tatzen trifft. Obwohl sich die Katzen in Hogwarts frei bewegen dürfen, ist es unüblich eine von ihnen so weit draußen zu finden. Vor allem bei diesem Wetter. Enjolras zuckt mit den Achseln. Wahrscheinlich sitzt die Katze längst vor einem der wärmenden Kamine oder auf dem bequemen Schoß ihres Besitzers. Ohne einen weiteren Gedanken an den womöglichen Verursacher zu verschwenden, geht er weiter.
Die peitschende Weide kommt in sein Sichtfeld und Enjolras entscheidet sich, zurück zum Schloss zu gehen. Er wendet sich um und hält inne. So oft ihm seine Freunde vorwerfen, dass er nur Augen für seine Ziele hat, sind es Momente, wie diese, welche ihm zeigen, wofür er kämpft. Die Sonne ist beinahe vollkommen hinter den umliegenden Bergen verschwunden. Glühend rot leuchten ihre schneebedeckten Kuppen. Der Himmel ist durchzogen von orangenen Streifen, welche sich gegen die anrückende Nacht aufbäumen und dem immer dunkler werdenden Blau die Stirn bieten. Die ersten Sterne, auch wenn nur schwach, kündigen funkelnd den Niedergang des Tages an.
Schnaubend schüttelt Enjolras den Kopf. Er hatte in letzter Zeit eindeutig zu viele von Jehans Gedichten gelesen. Obwohl jene in letzter Zeit einen deutlich düsteren Grundton entwickelt haben. Zu seiner Erleichterung ist er nicht der Einzige, dem es eingefallen war. Courf hatte sich Jehan angenommen und Gespräche mit ihm geführt. Enjolras würde nicht tauschen wollen. Gespräche über Gefühle liegen ihm nicht wirklich. Ein Glück, dass er Freunde hat.
Er folgt seinen eigenen Fußabdrücken zurück in Richtung Schloss. Er hat die Hälfte des Weges zurückgelegt, da beginnen erneut Schneeflocken zu fallen. Wie fallende Sterne glitzernd, bedecken sie seine Spuren.
Mit einem Mal ist seine Aufmerksamkeit nicht mehr auf die Schönheit um ihn herum gerichtet. Ein kleiner schwarzer Fleck inmitten des Schnees lässt ihn die Stirn runzeln. Neugierig geht er auf ihn zu. Beim Näherkommen erkennt er ein paar Ohren, welche aus dem dichten Fellball hervorragen. Erschrocken atmet Enjolras ein. Es ist eine Katze. Wahrscheinlich eben jene, deren Spuren er zuvor entdeckt hatte.
Eilig geht er neben ihr in die Hocke. Er legt eine Hand auf ihre Flanke. Die Katze ist eisig kalt. Trotz der Berührung regt sich die Katze nicht und nur die schwache Bewegung, welche er mit seiner Handfläche wahrnimmt, versichert ihm, dass der kleine Vierbeiner noch am Leben ist. Behutsam hebt er den Schwanz von der Nase der Katze, unter welchem sich jene zusammengerollt hatte. Der ihm zuvor verborgen gebliebene weiße Tropfen auf der Nasenspitze weckt eine Erinnerung.
„Hey, mein Freund. Was machst du hier draußen?“
Er erhält keine Antwort. Stattdessen öffnet der Kater seine Augen. Abwesend blicken sie zuerst an Enjolras vorbei, bevor sie sich auf ihn richten. Der Kater miaut. Er versucht sich hinzustellen, doch er schafft es nicht, seine Pfoten unter seinen Körper zu ziehen.
„Lass mich dir helfen.“
Langsam, um ihn nicht zu erschrecken, streckt Enjolras seine Hände aus. Er legt sie um den kleinen Körper und hebt ihn auf seinen Arm. Mit der anderen Hand öffnet er den Reißverschluss seiner Jacke. Er hebt den Kater hinein und schließt die Jacke wieder, sodass nur der Kopf des Katers hinausschaut. Zusätzlich drapiert er seinen Schal um die Katze. Er spürt die Kälte des Körpers an seiner Brust. Das Rasen des Herzens, während es bemüht ist den Kater am Leben zu erhalten. Enjolras rennt zurück zum Schloss.

Die Tür zum Gemeinschaftsraum der Ravenclaws schwingt auf und Enjolras verliert keine Zeit. Sofort sprintet er hindurch. Er hofft, dass er Joly hier finden wird. Er ist der einzige seiner Freunde, der sich mit der Heilkunst überdurchschnittlich gut auskennt. Zu seiner Erleichterung entdeckt er ihn auf einem der Sessel.
„Joly! Joly!“
Verwirrt blickt der Ravenclaw auf, als er Enjolras auf sich zustürmen sieht.
„Bei Merlin! Was ist los? Du siehst aus wie ein Irrer.“
„Du musst ihn retten!“
„Wen denn?“
Ohne auf die Frage einzugehen, öffnet Enjolras seine Jacke und hebt den Kater heraus. Schwach miaut jener, als sein Fell mit der kälteren Luft des Schlosses in Berührung kommt. Er versucht sich an Enjolras festzukrallen.
„Wir wollen dir nur helfen.“
Als würde die Katze ihn verstehen, lässt sie ihn los. Zögerlich nimmt Joly ihn entgegen.
„Das ist eine Katze“, konstatiert er.
„Ja. Kannst du ihm helfen?“
„Sehe ich etwa aus wie ein Tierarzt?“
„Bitte.“
Falls ihn Enjolras’ Flehen verwirrt, lässt es sich Joly nicht anmerken. Stattdessen seufzt er.
„Was ist mit ihm geschehen?“
„Ich habe ihn draußen im Schnee gefunden. Er ist total unterkühlt.“
Joly nickt und trägt den Kater hinüber zum Feuer, welches in dem Kamin geräuschvoll knistert.
„Gib mir die Decke.“
Enjolras ergreift besagte Decke, welche auf einem der Sofas liegt und reicht sie seinem Freund. Dieser wickelt sie um den Kater, welcher die Prozedur reglos über sich ergehen lässt.
„Viel kann ich nicht für ihn ausrichten, Enj. Er braucht Wärme, Ruhe und Zeit.“
„Danke.“
„Danke mir noch nicht. Der kleine Kerl ist noch nicht überm Berg.“
Behutsam streicht Joly über den Kopf des Katers. Sein Blick fällt auf die Kratzwunden an Enjolras’ Arm.
„Das könnte sich entzünden.“
„Es sind nur Kratzer“, sagt Enjolras und verdreht die Augen.
Kritisch beäugt Joly die Wunden und beißt sich auf die Unterlippe. Enjolras zieht seinen Ärmel über den Unterarm.
„Mach dir lieber um ihn Sorgen.“
Joly öffnet den Mund, schließt ihn jedoch ohne ein Wort zu sagen. Stattdessen schüttelt er den Kopf, steht auf und geht zurück zu seinem Buch, welches er auf dem Sessel zurückgelassen hatte.
Eine Bewegung in dem Deckenhaufen lässt Enjolras’ Aufmerksamkeit umschwenken. Der Kater ist soeben bemüht, schwach wie er ist, der wärmenden Hülle zu entkommen.
„Keine Angst. Dir passiert nichts.“
Vorsichtig hebt er die Decken an und setzt die kostbare Fracht auf seinem Schoß ab. Er fährt mit seinen Fingern in kreisenden Bewegungen über den Kopf des Katers. Dennoch verschwindet die Anspannung nicht aus dessen Körper.
„Was ist los? Kennst du den Gemeinschaftsraum der Ravenclaws nicht? Mach dir keine Sorge. Die Schüler hier sind gewiss wie dein Herrchen. Oder Frauchen. Da du weder ein Ravenclaw noch ein Gryffindor bist, bleiben nur noch Slytherin und Hufflepuff. Wobei ich jegliche Unterteilung missbillige.“ Enjolras blickt hinab in seinen Schoß. Verwundert stellt er fest, dass sich der Atem der Katze beruhigt hat. Ob dank seiner Worte oder der Streicheleinheit vermag er nicht zu sagen. Beides aufrechterhaltend fährt er fort, bis der Kater in einen heilsamen Schlaf gesunken ist.
Enjolras verharrt in völliger Stille, bis der Kater wieder aufwacht. Leise maunzt er und stupst mit seiner Nase Enjolras’ Hand an, bevor er jene mit seiner rauen Zunge ausgiebig abschleckt. Kichernd bringt Enjolras seine Hand in Sicherheit.
„Du brauchst dich nicht bedanken.“
Der Kater scheint dies anders zu sehen. Er schubst die Decke von sich und rollt sich auf Enjolras’ Schoß zusammen.
„Du bist ganz schön dickköpfig.“
Dennoch hat es der Kater geschafft, ihn zu überreden. Es macht eh keinen Sinn mehr in seinen Schlafsaal zurückzukehren. Er krault den Kater hinter den Ohren, bis er gegen das Sofa hinter sich gelehnt einschläft.

„Enjolras.“
Ein nerviges Piksen an seiner linken Schulter reißt Enjolras aus seinem Schlaf. Er schreckt auf und verzieht das Gesicht. Sein Nacken war eindeutig zu lange überdehnt gewesen.
„Was?“, fragt er mürrisch.
„Du hast auf unser Sofa gesabbert.“
Combeferre lässt sich neben ihn auf den Boden sinken. Mit einem finsteren Blick fährt sich Enjolras mit dem Ärmel über den Mundwinkel.
„Hab ich nicht!“
„Sicher?“ Enjolras gibt Ferres Schulter einen Schubs, was dessen Grinsen allerdings nur verbreitert. „Was machst du hier?“
„Ich hatte Joly gesucht, weil er dem Kater helfen sollte.“ Bei diesen Worten blickt Enjolras in seinen Schoß. Von der Katze fehlt jede Spur. „Wo ist er? Hast du ihn gesehen?“
Verwirrt schüttelt Ferre den Kopf. „Ich wusste gar nicht, dass du einen Kater hast.“
„Habe ich nicht“, sagt Enjolras, während er aufspringt. „Ich hatte ihn halb tot draußen im Schnee gefunden.“
„Wo willst du hin?“
Enjolras ist fast aus der Tür, als er sich zu Combeferre umdreht. Dieser sieht ihn mit einem fassungslosen Gesichtsausdruck an. Bei seinen nächsten Worten wird er ihn eindeutig für verrückt erklären.
„Ich gehe ihn suchen.“
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