Dr. Kim Taehyung - Taekook Version

KurzgeschichteHumor, Romanze / P12 Slash
Jungkook V
05.11.2019
14.03.2020
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12.11.2019 658
 
Dr. Kim Taehyung war in Eile. Es war unheimlich warm für einen Tag im kalendarischen Noch-Frühling und er hatte sein Lieblingshemd und eine Krawatte angezogen. Leider hatte sein Auto vorgestern beschlossen, dass es Mal wieder Zeit war, für eine Rundum-Kur in der Werkstatt und hatte sich dementsprechend nicht vom Fleck bewegt. Batterie leer... Er würde so was von ein Elektroauto kaufen und nur noch das benutzen – sobald es genug Tankstellen dafür gab. Wirklich. Also ganz bestimmt. Genug Geld verdienen, tat erschließlich schon seit seinem letzten Jahr an der Uni.



Der Koreaner seufzte. Wieso hatte er sich nochmal dazu breit schlagen lassen, nächstes Jahr einen wissenschaftlichen Vortrag in Liechtenstein zu halten? Es lag nicht daran, dass er nicht gerne über seine Arbeit sprach, aber wirklich richtig wissenschaftlich? Seriös? Das konnte er nicht. Er war eher der spontane, witzige Typ und er traute sich so etwas wie einen ernsthaften Vortrag nicht zu. Der junge Mann würde definitiv Hilfe brauchen. Und genau deshalb war er auf dem Weg zu seinem alten Professor, Kim Namjoon: Dieser hatte immer ein paar gute Studenten im Angebot, die zu allem bereit waren, für ein bisschen Rum und Anerkennung.

Zugegeben, so ausgedrückt klang das etwas zweideutig und falsch, aber was konnte man schon von einer 25-Jährigen Jungfrau mit viel Fantasie erwarten? Ja, Jungfrau– wann bitte sollte er denn auch Zeit für eine Beziehung haben? Da war zuerst die Schule, welche er viel zu schnell abgeschlossen hatte– ja, er hatte zwei Klassen übersprungen und ja, er war sehr intelligent. Oder er hatte einfach nur ein guter Lerner gehabt –wer wusste das schon so genau. Und als es dann zum Studieren ging, war er mehr aus trotz, als wirklich Interesse in die Okkulten Kurse gegangen.



In seinem zweiten Studienjahr hatte dann Prof. Dr. Kim Namjoon angefangen, das Fach 'Träume und Ihre Bedeutung' zu unterrichten. Und ja, Taehyung war da am Anfang nur hingegangen, weil alle gesagt hatten, dass dies Schwachsinn war und man Träume nicht zu 100 % entschlüsseln konnte, was ja auch stimmte. Er selber betonte dies immer wieder. Aber man konnte ein paar der sogenannten Schlüsselelemente finden, welche viel über die Person aussagen, und darüber was diese geträumt hatte. Hauptsächlich verarbeitete man in seinen Träumen die Erlebnisse des Tages, aber auch seine Ängste, Hoffnungen und Sorgen wurde mit eingesponnen.



Es hatte ihn einfach gepackt und er hatte sich immer tiefer mit diesem Thema beschäftigt – und alle anderen uninteressanten Kurse sausen lassen. Traumdeutung war sein neues Hobby und er war erstaunlicherweise sehr gut darin. Vielleicht, weil er die Menschen, deren Träume er deutete, vorher gründlich studierte? Sie von Ihrem Leben erzählen ließ, ihrer Kindheit, von Sachen, die ihnen Wichtig genug schienen, sich zu erinnern. Nicht, dass er immer richtig lag, gerade am Anfang machte er Fehler und bei seiner Familie oder Menschen, die ihm wichtig waren, konnte er es mal so gar nicht. Vermutlich, weil da eine gewisse intime Nähe und Vertrautheit war, welche man nicht zerstören wollte.



Gerade befand sich Taehyung auf dem Weg um einem Test mit den aktuellen Studenten des letzten Semesters zu machen. Er wolle sich einen Assistenten aussuchen, der ihm helfen sollte. So hatte er die Hoffnung, Namjoon nicht doch noch auf Knien anflehen zu müssen, den Vortrag mit ihm zu machen.

DerTest an sich war simpel, einfach und banal – aber genau das sollten die Schüler nicht denken. Es sollte wie eine komplizierte Traumdeutung wirken. Das Taehyung eigentlich nur testen wollte, wer ihm nur wegen seines Ruhmes helfen wollte, sollte keinem bewusst werden.

Namjoon würde alle, wirklich alle, zu ihm rein schicken, ihm aber ein paar Favoriten nennen. Also, notentechnische Favoriten. Aber damit alle auch die gleichen Chancen hatten, dürfte er sich mit knapp 60 Studenten befassen. Wer weiß, vielleicht überraschte ihn ja einer?

Taehyung wollte kein Traumdeutungsgenie, das war er schon, er wollte jemanden, der nicht auf Fame aus wahr. Sondern jemanden, bei dem er sich sicher sein konnte, dass er danach noch ein Freund war.
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