Fleisch & Blut

GeschichteDrama, Krimi / P16
Aaron "Hotch" Hotchner Derek Morgan Dr. Spencer Reid Jason Gideon Jennifer "JJ" Jareau OC (Own Character)
05.11.2019
03.12.2019
6
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Spencer saß über einer Karte, die das geographische Profil des Täters beschreiben sollte. Seit er und Gideon aus der Gerichtsmedizin ins Präsidium gefahren waren, hatten sich die Ereignisse beinahe überschlagen. Einerseits war ein Haar auf der Kleidung des jüngsten Opfers gefunden worden, das nun zur Untersuchung weitergereicht wurde. Andererseits hatte die Presse ein riesiges Fass aufgemacht, weil diese Morde ausgerechnet in Billy Stantons altem Revier stattgefunden hatten und die Polizei bisher noch nichts dazu gesagt hat.

Die Menschen fühlten sich offenbar betrogen, denn auch die Bewohner aus den angrenzenden Bezirken, sogar aus dem östlichsten Zipfel von Cuyahoga County, pilgerten bis hierher, um sich zum einen über die unterlassene Sorgfaltspflicht der Polizei zu echauffieren und zum anderen das Tourismusgeschäft in Stowey anzukurbeln.

Er wusste nicht, was er davon halten sollte.

Die Faszination für Serienmörder war tief in der menschlichen Psyche verwurzelt. Die Menschen konnten nicht verstehen, wieso jemand so grausam war und seine sadistischen Fantasien an anderen Menschen auslebte. Und doch wollten sie jedes noch so widerliche Detail wissen, um sich daran aufzuputschen.

„Haben Sie schon was?“ fragte Gideon, als er den Raum mit zwei Tassen Kaffee betrat und sich neben Spencer am Konferenztisch niederließ. Spencer musste den Kopf schütteln, denn scheinbar waren die Ablageorte absolut zufällig. Außerdem war die letzte Leiche anders entsorgt worden als die ersten beiden Opfer. Die letzte Leiche war abgelegt worden, das sah er an der Art und Weise, wie sie drapiert war.

„Über das geographische Profil kann ich nichts sagen, nur gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den ersten Leichen und der neuesten. Sie ist abgelegt worden, die anderen wurden weggeworfen“, erklärte Spencer nachdenklich und Gideon nahm einen Schluck von seinem Kaffee, nur um dann zustimmend zu nicken.

Es klopfte an der Tür und der Rest des Teams trat ein. Morgan und Sharon hatten Chief Brady im Schlepptau, der sich dem Team nun offiziell vorstellte und sich für die bisherige Arbeit und die schnelle Anreise bedankte.

„Es gibt einen Unterschied zwischen den Leichen“, warf Morgan sodann auch ein, woraufhin Gideon ein halbes Lächeln zustande brachte. „Ihr seid auch schon darauf gekommen? Na dann“, setzte Morgan abwinkend hinterher, während JJ und Hotch fragend zwischen ihnen hin und her blickten. „Erklärt es uns, alle Details“, befahl Hotch ernst und Spencer ließ Morgan den Vortritt.

„Agent Lively hat anhand der Art und Weise, wie die letzte Leiche abgelegt wurde, herausgefunden, dass sie wortwörtlich abgelegt wurde. Die ersten beiden Opfer wurden an scheinbar zufällig ausgewählten Orten einfach weggeworfen, damit sie verwesen können. Ein Begräbnis kam für den Täter offenbar nicht infrage. Er scheint zu denken, sie wären so etwas wie Wegwerfgegenstände. Müll, könnte man sagen. Außerdem haben wir ein Handy gefunden, nicht weit von der Fundstelle entfernt. Es wird gerade überprüft, ob es mit dem Fall zu tun hat. Es ging nämlich ein anonymer Anruf von einem Mann ein, der die Leiche gefunden hat. Bis heute ist nicht klar, wer es war und wohin er verschwunden ist. Was habt ihr?“ führte Morgan aus.

„Wir können kein geographisches Profil erstellen, das irgendwie nützlich wäre. Die erste Leiche ist mitten im Wald in einer Grube gefunden worden, das Land dort gehört dem Staat Ohio. Die zweite Leiche ist auf dem Gebiet von North Olmsted in einer Jagdhütte gefunden worden, und die dritte jetzt im Bezirk Fairview Park, allerdings weitab vom Nationalpark, wo er sie besser hätte verstecken können. Er scheint wahllos herumzufahren. Beziehungsweise scheint er die ersten Leichen wahllos entsorgt zu haben. Die letzte lag im Prinzip wie auf dem Präsentierteller, nicht einmal im Wald, sondern davor“, erklärte Spencer frustriert.

Gideon räusperte sich und warf Spencer einen versöhnlichen Blick zu. Das tat er immer, wenn er meinte, dass Spencer zum Schwarzseher wurde. „Was wir allerdings als Erfolg verbuchen können, ist der Fund eines Haars, das sich an der Kleidung des Opfers befand. Das Opfer ist brünett, das Haar blond und sogar mit Wurzel erhalten. Auf den anderen Leichen wurde auch Fremd-DNA festgestellt, die zusammenpasste. Leider konnte der Täter nicht identifiziert werden, doch wissen wir, dass es sich um einen männlichen, weißen Täter handelt“, fügte Gideon hinzu.

In diesem Moment wurde die Tür zum Konferenzraum so schnell geöffnet, dass der Sichtschutz an der Scheibe der Tür raschelte. „Es gibt einen Durchbruch mit dem Handy, das Sie gefunden haben. Sie müssen sich das anhören“, sagte der Mann, den Spencer als Detective Marks identifizierte. Er war mit JJ und Hotch hergefahren und hatte damals das erste Massengrab von Billy Stanton gefunden.

Kurz darauf trug ein Techniker ein Gerät inklusive des Handys in den Konferenzraum, um beides auf den Tisch zu stellen. Gespannt sah das Team auf das Gerät und der Techniker schaltete es ein. Ein Knacken war zu hören.

„Notrufzentrale Bezirk Westlake, um welchen Notfall handelt es sich?“ – „Im Bezirk Fairview Park, direkt an der Mastick Road, Meilenmarker 4.329, liegt eine weibliche Leiche mit brünettem Haar. Kommen Sie her, wenn Sie sie finden wollen.“ – „Sir, haben Sie mit der Leiche zu tun? Sir?“

Nach seinem letzten Satz hatte der Mann schon aufgelegt. Die Dame aus der Notrufzentrale sprach also mit einem Freizeichen, das kurz darauf abbrach. „Das war die Aufnahme von letzter Nacht. Und Peter hier hat noch etwas anderes herausgefunden“, verkündete Marks aufgeregt und klopfte dem Techniker auf die Schulter.

„Das Handy konnte nicht geortet werden, aber er hatte die genaue Lage ja schon verraten. Doch was seltsam ist, ist die Herkunft des Anrufs. Es war eine Umleitung. Jemand muss dieses Handy genutzt haben, um es als Verstärker zu missbrauchen. Der eigentliche Anruf kam nämlich von einem Münztelefon in Washington, D.C. Wer auch immer angerufen hat, war vermutlich nicht einmal in der Nähe der Leiche, sondern hat das Handy so platziert, dass der Notruf auf jeden Fall in der Zentrale in Westlake eingeht“, erklärte Peter neutral.

„Der Täter ist also längst über alle Berge“, warf Sharon missmutig ein und verschränkte die Arme vor der Brust. JJ stieß die Luft durch die Nase aus und wirkte erschrocken. Spencer bedachte diese Möglichkeit ebenfalls, doch schüttelte er den Kopf. „Ich denke nicht, dass der Täter weg ist. Selbst wenn seine Ablageorte zufällig sind, so ist er doch von hier und scheint nicht in der Lage, diese Gegend zu verlassen. Vor allem wäre das zu clever. Ich denke, dass derjenige, der die Leiche dort abgelegt, auch den Anruf getätigt hat“, hielt er dagegen.

„Na schön, angenommen, du hast Recht. Wo ist dann unser Täter? Das letzte Opfer war mindestens zwei Wochen tot“, warf Morgan nachdenklich ein und es war dann JJ, die das Gesicht verzog, um eine Vermutung auszusprechen, die wie ein Damoklesschwert über dem Konferenztisch schwebte: „Was ist, wenn der Täter zum Opfer wurde?“

„Detective Marks, Chief Brady, wir müssen uns über die richtige PR-Strategie verständigen. Wenn wir die Stimme des Anrufers in den lokalen Nachrichten abspielen, dann könnte sie vielleicht jemand wiedererkennen. Nun, da alle Bewohner der Umgebung ohnehin alle Informationen zum neuen Serienmörder aufsaugen, könnten unsere Chancen gut stehen. Bitte vereinbaren Sie einen Termin für eine Pressekonferenz und laden Sie vor allem lokale Sender ein, auch Radiosender“, beschloss Hotch kurzerhand und bedankte sich bei Peter.

Bis dahin sollte sich das Team darum kümmern, den Fall zu ordnen und weitere Nachforschungen anzustellen. Spencer und Sharon wurden damit beauftragt, sich weiter um das geographische Profil zu kümmern, nun auch mit dem Hintergrundwissen, dass der Anruf aus Washington, D.C. gekommen war.

Als sie allein im Konferenzraum zurückgeblieben waren, stand Sharon mit dem Rücken zu Spencer und starrte die weiße Übersichtstafel an, die er in der Zwischenzeit bereits angelegt hatte. Ihre Hände steckten in ihren Hosentaschen und sie schwieg beharrlich. Spencer wusste nicht, was er zu ihr sagen sollte, also schwieg er ebenfalls.

Sein Blick wanderte wieder auf seine Karte, wo die drei Fundorte sorgfältig in roter Farbe markiert waren. Er überlegte. Er überlegte für einige, lange Sekunden und spürte dann einen Gedanken in sich gären, der ihn aufspringen ließ.

„Gehen wir davon aus, dass der Täter die ersten beiden Leichen selbst entsorgt hat. Dann fällt auf, dass er sich scheinbar relativ gut in der Gegend auskennt. Zwar wurden die Leichen immer gefunden, doch waren sie schon relativ stark verwest, als man sie fand. Warum ist die Leiche, die ein Unbekannter meldet, bereits so stark verwest, als sie abgelegt wird? Bei den anderen Leichen konnte aufgrund des Insektenbefalls und der Untersuchung der Fundorte festgestellt werden, dass die Leichen an ihren Fundorten verwest sind. Die dritte nicht, ihr Verwesungsprozess muss schon mindestens zwei Wochen vorher eingesetzt haben. Wenn es also jemand anderes war, der die dritte Tote abgelegt und gemeldet hat, dann hat er es aus einem bestimmten Grund getan. Er hat so lange gewartet, bis es ihm nützlich sein würde, anzurufen.“

„Wie hat er aber die Akkulaufzeit des Handys eingeplant? Dass das Handy letzte Nacht noch funktioniert hat, war sicher kein reiner Glücksfall. Er muss es später dort abgelegt haben. Aber ja, es ist von vorne bis hinten inszeniert. Sie sind ein Genie“, sagte Sharon triumphierend und deutete mit dem Finger auf ihn.

„Ich frage mich nur, was der Unbekannte davon hat. Was hat er mit dem Mörder hier zu tun und worauf zielt sein Manöver ab?“ fragte Spencer niemand Bestimmtes und starrte die Karte wieder an, doch gab sie ihm keine Antwort.

„Keine Ahnung. Wir werden aber sicher nachfragen können, sobald wir ihn haben.“

***

Die Pressekonferenz war nicht einmal eine halbe Stunde her, da gingen schon mehrere Anrufe aus der Bevölkerung ein, die die meiste Zeit eigentlich nur aus Behauptungen und Anfeindungen untereinander bestanden. Einer war sich sogar relativ sicher, dass sein neunzigjähriger Nachbar der Mörder war.

Sharon sah sich pausenlos die Beweislage und die Theorien an, die sie bisher aufgestellt oder schon wieder verworfen hatten. Bis zu dem Moment, in dem JJ mit jemandem am Telefon sprach, der offenbar beruhigt werden musste.

„Beruhigen Sie sich, Ma’am. Wir werden zu Ihnen kommen, in Ordnung? Geben Sie mir Ihre Adresse“, lenkte die Blondine das Gespräch in die gewünschte Richtung und machte sich einige Notizen auf einem Zettel. Kurze Zeit später legte sie auf und wurde von mehreren Dutzend Augenpaaren fixiert, die auf den Hinweis gespannt waren.

„Das war eine Mrs. Karen Fitzgerald, eine Witwe, die behauptet, dass ihr Sohn auf dem Band zu hören wäre. Er sei seit drei Wochen verschwunden und hätte sie mit der Farm allein zurückgelassen, was nicht zu ihm passen würde“, erklärte JJ und Hotchner forderte zum Aufbruch auf.

Die BAU fuhr zusammen mit Detective Marks und Chief Brady zu der Adresse, die JJ vorhin auf dem Zettel notiert hatte. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde, weil die Farm weitab von jeglicher Zivilisation lag. Der Hof war alles andere als gepflegt und Sharon erkannte die Gegend um die Farm herum, weil sie nicht weit weg von Stowey waren.

„Dieser Farm durften wir nie zu nahe kommen. Der alte Besitzer, Mr. Fitzgerald, war ein schießwütiger Trinker. Zumindest erzählte man sich das. Er und seine Frau haben einen Sohn, er wurde zu Hause unterrichtet. Sein Name ist Robert“, sagte Sharon, während sie auf dem Rücksitz hinter Morgan nicht angeschnallt und nach vorn gelehnt saß.

Es dämmerte bereits, weshalb die Gegend umso dunkler wurde. Hier gab es keine Straßenlaternen und die Fitzgeralds hielten offenbar auch nicht viel von Außenbeleuchtung. Sie hatten während der Fahrt ausgemacht, dass Hotchner und JJ zusammen zur Haustür gehen würden, um die Frau nicht zu überfordern.

Nach relativ kurzer Zeit wurde ihnen die Tür geöffnet und sie wurden hereingebeten, während Hotch das Zeichen dafür gab, dass sich der Rest auf der Farm umsehen durfte. Sharon ging zusammen mit Gideon zur Scheune, die ebenfalls vernachlässigt aussah.

„Robert scheint tatsächlich schon länger verschwunden zu sein. Ein routinierter Farmer würde die eigene Lebensgrundlage wohl kaum derartig verkümmern lassen. Zumindest sieht es nicht aus, als wäre dieser Hof schon länger ohne Sorgfalt gepflegt worden. Wäre Robert ein schlechter Farmer, sähe es hier anders aus“, sagte Sharon und leuchtete mit ihrer Taschenlampe in die leere Scheune.

„Allein kann Mrs. Fitzgerald diesen Hof niemals halten, sie ist weit über siebzig. Wissen Sie noch mehr über den Sohn?“ fragte Gideon und bewegte eine Jacke mit dem Haltestiehl seiner Lampe zur Seite, um sie sich genauer anzusehen.

„Nein, er war immer hier, durfte kaum den Hof verlassen. Wie gesagt, sie haben ihn zu Hause unterrichtet. Es gingen immer einige Gerüchte um, aber das gehörte eben zum Tratsch dazu. Sie wissen sicher, wie es ist, in einem Dorf zu leben. Immerhin passieren diese Morde nicht bloß in Großstädten – jeder weiß angeblich genau, wer der Mörder ist. Bei Billy Stanton war es genau so. Die eine Hälfte wollte ihn hängen sehen, die andere Hälfte hatte angeblich Beweisfotos davon, wie die Mitglieder einer Verschwörergruppe Billy als Sündenbock benutzten, während eigentlich die Regierung dahintersteckte. Es war zum Kopfschütteln“, erklärte Sharon augenrollend und erinnerte sich an die Hexenjagd nach Billys Verhaftung.

„Ich habe auch davon gelesen, dass es eine Komplizen-Theorie gab, die relativ schnell nach seinem Geständnis verworfen wurde. Er behauptete felsenfest, dass er allein gewesen sei“, sagte Gideon und leuchtete zur Deckenkonstruktion, wo ebenfalls keinerlei auffällige Hinweise zu sehen waren.

„Ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht. Es gibt allerdings auch dafür keinerlei Beweise, nicht einmal Indizien.“ Das Funkgerät an Gideons Gürtel knackte einmal, es drang Agent Hotchners Stimme hindurch: „Kommt rein, das müsst ihr euch ansehen.“

Sharon ließ Gideon den Vortritt und sie gingen zu den anderen, die vor dem Haus standen und sich um Agent Hotchner versammelten. Er hielt einen Bilderrahmen in der Hand und zeigte ihnen das darin eingerahmte Foto. Es war ein Hochzeitsfoto von den Fitzgeralds. Mrs. Fitzgerald konnte auf diesem Foto gerade einmal um die zwanzig Jahre alt sein. Sharons Augen weiteten sich und sie tauschte einen Blick mit Morgan aus.

„Scheint, wir hätten die Inspiration unseres Täters gefunden. Sie sieht genau so aus, wie die Opfer. Wenn es der Sohn ist, dann wird er seinen Ödipus-Komplex kompensiert haben. Wissen wir, wie der Vater gestorben ist?“ fragte Gideon in die Runde, doch konnten sie alle darauf nur den Kopf schütteln. „Ich vermute, dass Mr. Fitzgerald bei einem vermeintlich unglücklichen Unfall auf der Farm verschieden ist. Robert scheint seine Mutter etwas mehr begehrt zu haben als normal ist.“

„Sie weiß nicht, wohin er verschwunden ist. Er sei vor etwa drei Wochen zur Arbeit auf dem Feld aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Das Feld liegt drei Meilen südlich von hier. Dort sollten wir mit unserer Suche anfangen. Ich denke, wir sind uns einig, wenn ich sage, dass Robert nicht das Münztelefon in Washington, D.C. benutzt hat. Derjenige, der die Leiche abgelegt hat, muss seine Stimme aufgenommen haben“, sagte Hotchner und bedeutete Detective Marks, Verstärkung zu rufen.

„Glauben Sie, er ist tot?“ hakte Sharon nach und erntete ein energisches Nicken von Agent Hotchner.

Sie mussten etwa eine Dreiviertelstunde auf die Hundestaffel warten, doch dann konnte die großangelegte Suchaktion endlich losgehen. Sharon wurde damit beauftragt, zusammen mit Morgan einer Suchgruppe zu folgen, die das Gebiet durchforsten sollte, das etwas weiter vom Feld entfernt war.

Zunächst regte sich nichts, die Dunkelheit wurde von den Lichtkegeln der Taschenlampen zerrissen, doch blieben die Hunde still. Etwa zwei Stunden dauerte es, bis einer der Spürhunde anschlug und sich auf den Boden legte, um die Stelle zu markieren, die er als Treffer erschnüffelt hatte.

Morgan beugte sich über die Stelle, die der Hund freigab, und zog sich Handschuhe an, mit denen er die erste Schicht Erde zur Seite schaufelte. Er musste etwa zehn Zentimeter tief buddeln, bis er das graue Gesicht eines Menschen freilegte. „Treffer. Ruft die anderen zusammen, sofern die nicht auch etwas finden“, raunte Morgan und gab den Fundort frei, damit die professionellen Spurentechniker mit ihren Ausgrabungen beginnen konnten.

„Das ist Robert Fitzgerald“, sagte Sharon und leuchtete sein erdiges Gesicht an. „Ich erkenne ihn wieder.“
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