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Erste Liebe rostet nicht

OneshotLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Aomine Daiki Kasamatsu Yukio Kise Ryōta Momoi Satsuki
05.11.2019
05.11.2019
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Geneigter Leser!
Vielen Dank, dass Du Dich für diese Geschichte entschieden hast. Möge sie Dich unterhalten und zu Fanfictions, Fan-Arts und Tagträumen inspirieren.
Ich begrüße besonders herzlich all jene Leser, denen meine anderen Geschichten bereits gefallen haben. Vielen Dank für den regen Zuspruch!
Natürlich seien auch alle Neueinsteiger aufs Herzlichste begrüßt!

Hinweis:
Die auftretenden Charaktere gehören nicht mir, sondern Fujimaki Tadatoshi, ich habe sie mir nur ausgeliehen und für meine Zwecke missbraucht. Ich verdiene mit dieser Fanfiction kein Geld.
Ähnlichkeiten zu sonstigen realen sowie fiktiven Personen oder Vorkommnissen sind zufällig. Das Kopieren und Verbreiten dieser Fanfiction ohne Genehmigung des Autors ist untersagt.
Es handelt sich bei dieser Geschichte um reine Fantasie, deshalb sind einige Fakten aus dem Original abgeändert worden. Die Namen der auftretenden Charaktere richten sich nach der japanischen Reihenfolge, beginnend mit dem Familiennamen und gefolgt vom Eigennamen. Teile der Geschichte können auf Anfrage gern weiter verwendet werden.

Meine Anime-Empfehlung:
Ich möchte den Anime „Barakamon“ empfehlen. Einzuordnen in das Genre Comedy und Alltägliches handelt dieser Anime auf Grundlage des gleichnamigen Mangas von dem aufstrebenden Kalligrafie-Künstler Handa Seishuu, der nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung zur Strafe aufs Land geschickt wird. Die Rückständigkeit erschüttert den arroganten Handa, gleichzeitig lernt er die Herzlichkeit der Dorfbewohner schätzen.
Der Manga „Barakamon“ umfasst – erschienen in Deutschland – bislang 2 Bände und wird fortgesetzt.
Der Anime umfasst 1 Staffel zu 12 Episoden plus mehrere kurze Specials mit Chibi-Charakteren.
Das später erschienene Prequel „Handa-kun“, das sich mit Handas Oberschulzeit, insbesondere mit seinen mangelnden sozialen Kompetenzen beschäftigt und ebenfalls auf einem gleichnamigen Manga basiert, umfasst 1 Staffel zu 12 Episoden.
Wer sich für die hohe Kunst der japanischen Kalligrafie und einen sozial verdrehten Künstler interessiert, der sich durch das beschauliche Landleben kämpfen muss, ist bei „Barakamon“ genau richtig.



Erste Liebe rostet nicht


Der da war ihm schon lange ein Dorn im Auge – oder wieder? Das war ein wenig schwierig zu sagen. Auf jeden Fall hatte er jetzt das Gefühl, von ihm bedroht zu werden. Natürlich nicht körperlich oder so, sondern eher… emotional. Also musste er weg. Kasamatsu Yukio. Aomine würde nie verstehen, was Kise an ihm fand.
Andererseits sollte Aomine vielleicht in erster Linie überlegen, was er selbst an Kise fand. Wie jeder andere der Kiseki no Sedai war Kise möglicherweise besser als andere Basketballspieler, aber längst nicht so gut wie Aomine oder gar besser als die anderen vier. Vielleicht hatte das alles aber auch überhaupt nichts mit Basketball und Bessersein zu tun. Kise hatte in der Mittelschule immer sehr an Aomine gehangen, also, sie hatten sich immer wieder Duelle geliefert, hatten immer wieder Einer gegen Einen gespielt. Es gab nicht viele gute Basketballspieler in Aomines Umgebung, deshalb war er froh, wenn er gegen Kise spielen konnte. Kise gab nie auf, obwohl er immer wieder verlor und Aomine nichts entgegenzusetzen hatte. Kise war genau genommen der letzte helle Lichtstreifen in der Düsternis, die Aomine gefangengenommen hatte, als die Talente der Kiseki no Sedai ihre volle Pracht entfaltet hatten. Kise war der Lichtpunkt in Aomines Leben, der ihn nicht vollends resignieren ließ, der ihn davor bewahrte, Basketball zu hassen. Kise war Aomines Rettung – irgendwie.
Darüber nachzudenken stimmte den Dunkelhaarigen allerdings extrem sentimental, deshalb schob er diese rührseligen Gedanken stets von sich. Er hatte genug Probleme.
Das Basketballteam der Touou Gakuen hatte das Team der Kaijou-Oberschule vernichtend geschlagen. Kise hatte sich wirklich enorm angestrengt – so wie immer eben. Tatsächlich musste auch Aomine seinen Respekt dem gesamten Team von Kaijou zollen, denn sie hatten sich nicht von Aomines unschlagbarer Spielart entmutigen lassen. Es hatte nicht für den Sieg gereicht, aber sie hatten zumindest nicht aufgegeben. Sie hatten Aomine ins Schwitzen gebracht. Er durfte austesten, wie sehr Kise sich verbessert hatte. Wieder war Kise Aomine weit unterlegen, doch eine Entwicklung war eindeutig zu erkennen. Aomine hatte viel Spaß bei diesem Spiel gehabt. Er hatte sich gut und erfrischt und herausgefordert gefühlt. Es war wie in den alten Mittelschulzeiten, wenn er gegen Kise gespielt und ihn ausgetrickst hatte. Es war wunderbar gewesen.
Deshalb war er überrascht, welche Verzweiflung das Team von Kaijou heimgesucht hatte, als feststand, dass sie verloren hatten. Tränen hatten Aomine noch nie gerührt, aber… Kise war erschöpft zu Boden gegangen. Der Schweiß war ihm über das hübsche Gesicht geronnen und da hatten sich garantiert auch Tränen daruntergemischt. Kise wirkte völlig fertig, schutzlos, hilfebedürftig… In Aomines Augen hatte Kise wie ein kleines, verlorenes Kind ausgesehen. Er, Aomine Daiki, mochte ein hartherziger junger Mann sein, doch dieser Anblick seines ehemaligen Teamkameraden, der ihm aus irgendeinem sentimentalen Grund etwas bedeutete, rührte sein Herz an. Über einen Sieg hatte Aomine sich schon lange nicht mehr gefreut, das konnte also überhaupt nichts mit seinen Gefühlen zu tun haben. Vielleicht war es die Furcht davor, dass Kise jetzt, da er alles gegen Aomine gegeben hatte und einsehen musste, dass er niemals gegen ihn gewinnen konnte, auch aufgab. Dass Kise einfach nie wieder gegen Aomine spielen wollte. Dass er sich endgültig von Aomine abwandte – für immer. Diese Erkenntnis war schockierend und zwar dermaßen schockierend, dass Aomine wie versteinert auf dem erhitzten und schweißbedeckten Spielfeld stand, seinen Blick starr auf den gebrochenen blonden Kise gerichtet und von seinen Gefühlen überwältigt.
Wie in einem Zeitraffer sah er vor sich die nahende Zukunft. Wie Kise sich von Aomine lossagte. Wie Aomine vereinsamte. Wie er in ein dunkles Loch fiel, das ihn verschlang. Plötzlich wusste Aomine, dass ein Leben ohne Kise nicht möglich war. Sicher, der Blonde mochte vorlaut und nervig und anhänglich und überselbstbewusst und hinterlistig und sarkastisch und unselbstständig und dämlich und aufdringlich und idiotisch und handgreiflich und emotional sein… Und Aomine mochte sich ewig mit ihm herumstreiten und prügeln. Das würde alles nichts daran ändern, dass Aomine genau das liebte. Dass er es brauchte. Er war ja kein Stück besser, oder? Denn anderenfalls hätte er bestimmt kein halbes Jahr an einer anderen Schule weit weg von Kise gebraucht, um sich über diese Tatsache klar zu werden. Wenngleich es Aomine einiges abverlangte, sich diese Gefühle einzugestehen.
Da hockte Kise nun also auf dem Boden und hatte keine Kraft mehr, um aufzustehen. Alles in Aomine zog ihn zu dem Blonden. Seine Beine schrien, seine Arme zuckten bereits in die Richtung… Doch es kam ihm jemand zuvor.
Offenbar hatte noch jemand anderes ein Auge auf Kise. Das war dieser Mannschaftskapitän Kasamatsu Yukio, von dem Kise ständig sprach – und zwar in den höchsten Tönen. So hatte Kise früher eigentlich nur von Aomine oder von Kuroko gesprochen. Da war immer so eine… Zärtlichkeit in seinem Blick, wenn er über Kasamatsu redete. Naja, das hatte Aomine sich jedenfalls berichten lassen. Von Momoi. Seine Kindheitsfreundin musste es ja wissen, denn sie sammelte jede noch so kleine Information, egal wie unbedeutend sie erschien. Momoi war es auch, die Aomine stets auf dem Laufenden bezüglich Kise hielt. Vielleicht wusste sie mehr darüber Bescheid, was in Aomine vor sich ging, aber er dankte ihr im Stillen, dass sie es niemals aus- oder ansprach.
Kasamatsu also. Der, von dem Kise so häufig sprach in letzter Zeit. Dieser rückte in Aomines Sichtfeld, als er sich dem gebrochenen Kise näherte. Er war es, der die Arme nach Kise ausstreckte. Er war es, den Kise verwirrt und mit Tränen in den Augen ansah – hoffnungslos. Es war Kasamatsu, der Kise in seinem dunkelsten Moment beistand – und nicht Aomine. Aomine wusste, wie wichtig und bedeutend es war, jemanden in seinem Leben zu haben, dessen Licht die drohende Finsternis durchbrach. Es war Kasamatsu, der sich um Kise kümmerte, der ihn anfasste… ihm unter die Arme griff… ihn hochhob… ihn stützte…
In diesem Moment passierte etwas mit Aomine. Zuerst schlug ein sehr dumpfer Schmerz wie… Besorgnis durch seinen Körper, gepaart mit dem erstickenden Gefühl von… Zuneigung. Aomines Atmung geriet völlig durcheinander. Und dann raste ein sehr heißes, brennendes Gefühl durch seine Adern. Dieses Gefühl kannte er: Es war Zorn. Wut. Verärgerung. Er wusste zwar nicht recht, woher das rührte, aber er empfand es sehr stark, als er Kise dort so hilflos in den Armen von Kasamatsu Yukio hängen sah. Herrgott, Aomine wollte sich auf der Stelle mit einem wilden, gefährlichen Knurren auf das Paar stürzen, Kise zwischen seinen Pranken einfangen und vor Kasamatsu beschützen. Aomine wollte Kasamatsu wehtun, ihn anfauchen, beißen, kratzen… Irgendetwas Tödliches vielleicht…
Der Moment dauerte nur für einige wenige Sekunden an, die sich schier zu einer Unendlichkeit auszudehnen schienen, aber so intensiv hatte Aomine noch nie etwas gefühlt. Das war etwas anderes als sein ungezügelter Instinkt beim Basketballspielen. Das war… emotional. Und verdammt furchteinflößend. Kise hatte jemanden gebraucht, einen Lichtstrahl. Aomine, für den Kise immer dieser Lichtstrahl gewesen war, stand tatenlos daneben. Dieses Gefühlschaos in ihm legte sich ein wenig und wurde überschattet von einem unbehaglichen Selbsthass. Bis die Wut auf Kasamatsu wieder überwog.
Das Team von Kaijou verließ das Spielfeld und Aomine beobachtete noch immer völlig erstarrt, wie Kise von Kasamatsu gehalten und gestreichelt, ja, getröstet wurde. Gott, wie lange sollte Aomine sich noch beherrschen können, diesem Kapitän eine reinzuhauen? Er bemerkte erst später, dass er seine Hände tatsächlich zu eisenharten Fäusten geballt hatte. Er war verdammt wütend auf Kasamatsu, weil… er derjenige war, der Kise festhielt und von dem Kise festgehalten werden wollte. Aomine war frustriert.
In der Umkleide sprach er kein Wort, während seine Teamkameraden über das gewonnene Spiel diskutierten. Gedanken wirbelten in seinem Kopf umher, aber ein einziger setzte sich fest und es formte sich eine Idee daraus, die es dringend umzusetzen galt. Es gab ein paar Komponente zu bedenken, doch das Grundgerüst war bereits perfekt. Jetzt musste er nur noch etwas vorspielen können…
Als Aomine auf den Korridor trat, auf dem sich die Umkleidekabinen der Kaijou-Oberschule befanden, schlich besagtes Team gerade aus der Tür. Kise war auch dabei, denn er drehte sich besorgt noch einmal um.
„Wo ist Kasamatsu-senpai?“, fragte er.
Sein Teamkamerad antwortete, dass der Kapitän sie schon vorausgeschickt hätte. Eine weitere Welle von fassungsloser Wut kochte in Aomine hoch, als Kise erklärte, er würde zurückgehen und sich um Kasamatsu kümmern. Zum Glück hielt der andere Teamkamerad den Blonden auf und das Team verließ das Stadion. Aomine atmete aus und lehnte sich wartend an die Wand.

Etwa eine Viertelstunde später klapperte die Tür erneut und Kasamatsu trat heraus. Er wirkte auf den ersten Blick vollkommen normal – und es kümmerte Aomine nicht sonderlich, was vielleicht mit ihm los war. Er stieß sich von der Wand ab und machte den Älteren auf sich aufmerksam.
„Hallo“, sagte er.
Kasamatsu zuckte fürchterlich zusammen, wirbelte herum und starrte Aomine mit weit aufgerissenen Augen an. Sie waren leicht gerötet, woraus Aomine schloss, dass er geheult hatte. So eine Erfahrung hatte Aomine noch nie gemacht, also, wegen eines verlorenen Spiels zu flennen. Deshalb dachte er auch nicht darüber nach, ob er diesem Kapitän hier Respekt dafür zollen sollte, dass er seinen Gefühlsausbruch vor seinen Teamkameraden geheim gehalten hatte.
Nachdem er den Schock überwunden hatte, straffte Kasamatsu sich und hob das Kinn. Aomine stellte belustigt fest, dass er wie üblich sein Gegenüber überragte. Größer als er war eigentlich nur noch Murasakibara… Kasamatsu schien nicht in Plauderlaune zu sein. Nun, Aomine auch nicht.
„Was willst du?“, zischte Kasamatsu.
Es gelang ihm nicht, gelassen zu bleiben, wie Aomine registrierte. Es war egal.
„Ich habe auf dich gewartet“, erklärte Aomine lässig.
Das nahm Kasamatsu augenblicklich den Wind aus den Segeln.
„Hu?“
Aomine zog seine linke Augenbraue hoch.
„Du bist doch Kasamatsu Yukio? Wir müssen mal reden.“
Völlig verdutzt starrte Kasamatsu ihn an und brachte keinen Ton heraus.
„Also, du bist der Glückliche, für dessen Mannschaft Kise sich entschieden hat“, begann Aomine. „Was ist er für dich?“
Kasamatsu blinzelte.
„… Was? Äh, er ist einfach nur ein Kohai von mir“, antwortete der Ältere langsam.
Aomine zögerte, um zu entscheiden, ob er die folgende Frage stellen sollte oder nicht. Er entschied sich schließlich dafür.
„Bist du mit ihm zusammen? Mit Kise?“
„Wie bitte? Nein!“, empörte Kasamatsu sich. „Ich bin nicht in dem Sinne mit Kise zusammen, auf keinen Fall!“
Hm, das wirkte ein kleines bisschen zu aufgeregt, befand Aomine. Dennoch entspannte er seine Augenbraue, sah sich um, ob jemand den Korridor entlanglief, und dann näherte er sich dem anderen um einen Schritt und beugte sich ihm ein wenig entgegen.
„Ich hoffe, du verstehst das jetzt nicht falsch, aber ich möchte dir raten, diese Beziehung nicht weiter zu vertiefen“, knurrte er verhalten.
„... W-wie bitte?“, krächzte Kasamatsu verdattert.
Genervt rollte Aomine mit den Augen. War der wirklich so schwer von Begriff? Aber wie konnte er es ihm verdeutlichen, ohne allzu deutlich zu werden?!
„Er... Er spielt nur mit den Menschen seiner Umgebung und bricht ihnen die Herzen“, erklärte Aomine. „Verschone dich selbst und such dir einen anderen!“
Kasamatsu blieb stumm. Anscheinend wusste er nicht, was er dazu sagen sollte.
„Aha“, antwortete er schließlich bemüht herablassend.
Verdammt noch mal! Wieso flogen die denn bloß alle so sehr auf Kise? Und jetzt hatte Aomine genau das angesprochen, was er sich selbst immer wieder vorbetete, um die Nerven zu behalten, wenn Kise mal wieder von einer Traube von Fans umringt wurde: Er spielte nur mit ihnen, er meinte es nicht ernst... Hoffentlich meinte er seine Avancen und Liebschaften wirklich nicht ernst!
Kasamatsu schüttelte den Kopf, um einen klaren Gedanken fassen zu können.
„Hör mal, du musst dir darum keine Sorgen machen, Aomine-kun“, erklärte der Ältere mit einem unglücklichen Lächeln. „So weit wird es zwischen mir und Kise niemals kommen, das verspreche ich. Ich stehe nicht auf Kerle.“
‚Wieso auch?‘, dachte Aomine missvergnügt. ‚Du hast keine Ahnung, was dir mit Kise entgeht. Kise hat Ansprüche! Wie könnte er dich auswählen?!‘
Andererseits hatte Kise es bereits getan, oder? Kasamatsu ausgewählt… Gott, Aomine wollte echt nicht wissen, was Kise für diesen Idioten empfand! Es nervte ihn, wie vertraulich Kasamatsu von Kise sprach. Es beschäftigte ihn und es ließ sein Herz flattern, wenn er überlegte, ob er selbst Kises Namen mit all den Gefühlen aussprach, die er für ihn empfand... Stopp, nicht so weit denken! Gefahr!
„Wenn das so ist, dann lass uns doch mal zusammen was unternehmen“, schlug Aomine aus heiterem Himmel vor. „Ich könnte dir ein paar Mädchen vorstellen.“
Kasamatsu wurde erst kalkweiß und dann feuerrot im Gesicht, sogar seine Ohren brannten förmlich. Es ließ Aomine völlig kalt. Auch das unverständliche Stammeln des Älteren war nur sehr schwer zu ertragen.
„Ich, äh… weiß nicht, ob das…“
„Komm schon, das ist die Gelegenheit, es ohne Kise zu versuchen“, überwand Aomine sich zur Freundlichkeit. „Ich bin ja nicht daran interessiert, dir die Weiber abspenstig zu machen. Also, was meinst du?“
Er schob noch einen intensiven Blick hinterher, der direkt in Kasamatsus stahlblaue Augen krachte und erneut eine tiefe Röte auf sein Gesicht zauberte. Oh Mann. Selbst wenn Aomine es ernst meinen würde, was er hier sagte, sollte er wohl besorgt darüber sein, ob Kasamatsu sich einem lebendigen Wesen, egal welchen Geschlechts, stellen konnte, wenn man ihn allein mit einem einzigen Blick in die Flucht schlagen konnte.
„Äh… Ähm… Mh, also gut, okay“, hauchte der Ältere endlich und nickte.
„Schön. Gib mir deine Nummer, dann schicke ich dir die Daten, wann und wo wir uns treffen, ja?“, sagte Aomine und Kasamatsu kramte hektisch sein Mobiltelefon aus der Tasche.
Sie tauschten die Nummern aus. Damit war für Aomine die erste Phase seines Plans abgeschlossen. Der andere würde sicher nicht absagen, wenn er ihn einlud…
„Dann gehe ich jetzt“, sagte Aomine eilig.
„Mh“, machte Kasamatsu schüchtern, doch Aomine schnaubte lediglich entnervt Luft durch seine Nase und bog bereits um die Ecke.

„Du hast Aominecchi getroffen?“
Kises laute Stimme wackelte plötzlich enorm. Entgegen Kasamatsus möglicher Erwartung fürchtete Kise nicht um dessen Wohl, sondern um sein eigenes. Wieso hatte er seine selbstauferlegte Aufsichtspflicht derartig schleifen lassen, dass die beiden sich ungestört treffen und unterhalten konnten? Was für ein Idiot er doch war! Er fasste sich verzweifelt an den Kopf.
„Was hat er zu dir gesagt?“, wollte Kise wissen.
Kasamatsu reflektierte kurz.
‚Warum brauchst du dafür so lange?‘, fauchte Kise in Gedanken und strahlte nach außen hin wie eh und je. Das war sein Job als Model. ‚Wenn Aominecchi etwas zu einem sagt, dann brennt sich das doch in die Gehirnzellen! So etwas vergisst man doch nicht!‘
Erschrocken beobachtete Kise, wie sein verehrter Senpai feuerrot im Gesicht anlief. Gott, was hatte Aomine zu Kasamatsu gesagt?
„Er... Er hat… auf mich gewartet“, antwortete Kasamatsu. „Und er wollte gern mal mit mir reden…“
Kise glaubte, in Ohnmacht zu fallen. Nicht wahr! Hatte Aomine ihn ernsthaft gefragt, „ob er öfter hier wäre“? Hatte er etwa einen Haken ausgeworfen, um sich Kasamatsu zu angeln? Am liebsten hätte Kise laut geschrien, aber besser hätte er sich danach wohl auch nicht gefühlt. Eigentlich müsste es ihn, Kise, doch eher verblüffen. Seit wann stand Aomine auf Männer? Und dann auch noch auf Kasamatsu?
Was hatte Kise nicht alles unternommen, um zu verhindern, dass Frauen jeglicher Art Aomines Weg kreuzten! Wie hatte er Momoi angefleht, Aomine nicht mehr aus ihren Augen zu lassen, ihn notfalls einzusperren – immer im Hinblick darauf, dass er kontinuierlich zum Training erschien. Es hatte bisher mit jedem Mädchen geklappt, es zu verführen und das Interesse für Aomine auf Kise umzuwälzen. Es ärgerte Kise maßlos, wenn Aomine von Mädchen umzingelt war. Es kam vielleicht nicht oft vor, aber einmal war schon einmal zu viel. Kise hatte bereits in der Mittelschule haufenweise Frauen mit großer Oberweite und hübschem Gesicht – wie Aomine sie eben bevorzugte – für sich umgepolt, auch wenn es ihm ein kleines bisschen leid tat, wenn er sie am Schluss wieder fallen ließ... Er war ein Meister des Verführens. Was sexuelle Bedürfnisse und die Befriedigung derer anbelangte, so war Kise jedoch als das zu bezeichnen, was er nicht nach außen darzustellen pflegte: eine unberührte Jungfrau. Weder hatte er Ahnung, was er dabei tun sollte, noch hatte er es jemals tatsächlich getan. Sein erstes Mal wartete noch auf ihn. Und er wusste genau, mit wem er es erleben wollte...
Aber dieser Jemand befand sich in gefährlicher Gesellschaft, in der alle Frauen allmählich Oberweiten entwickelten, mit denen sie ihn erschlagen könnten. Kise wollte es nicht zulassen, dass Aomine einer dieser Frauen zum Opfer fiel. Er konnte die Vorstellung nicht ertragen, von der Realität ganz zu schweigen. Kurzum, er musste sich selbst eingestehen, dass er Aomine einzig und allein für sich haben wollte.
Doch das ging nicht, denn Aomine stand unwiderruflich auf Frauen und außerdem glaubte er, Kise bewunderte ihn jahrelang und hätte sich nur von dieser Mentor-Schüler-Beziehung distanziert, um ihn zu besiegen. In Wirklichkeit wurde Kise klar, dass er mehr für Aomine empfand und dass er diese belehrende Beziehung nicht länger ertrug. Er musste sich davon lösen, um Aomine als gleichwertiger Mann entgegen treten zu können. Und er musste hart dafür arbeiten, um diese gleichwertige Stellung zu erreichen. Wie konnte er sich anmaßen, Aomine auf gleicher Augenhöhe zu begegnen, wenn er rein gar nichts in dieser Hinsicht vorzuweisen hatte? Nein, er würde so lange an sich arbeiten, bis Aomine ihn anerkennen würde, und dann würde Kise ihm seine Gefühle gestehen!
„...nett und doch sehr männlich“, plapperte Kasamatsu munter weiter, als wäre nichts gewesen.
Kise hörte nicht mehr zu, sondern lenkte seine Gedanken mit größter Mühe auf etwas anderes, unbedeutendes, um Ruhe zu bewahren, denn erneut war die Fantasie mit ihm durchgegangen und hatte Bilder in seinem Kopf produziert, die eindeutig nicht hierher gehörten!
Als er sich endlich mit gebührender Höflichkeit von Kasamatsu loseisen konnte, rannte er fast nach Hause, schlug die Türen hinter sich zu und zerrte in seinem Schlafzimmer die Hose von seinen Beinen, gerade weit genug, um es sich selbst besorgen zu können. Dabei dachte er an Aomine, an sein Gesicht, seine Statur, seinen Körper, wie sich seine Muskeln spannten, wie er seine Arme und Hände bewegte... wenn er es sich selbst machte... was für ein Gesicht er dabei wohl machte... Kise stöhnte, als er kam, und schnappte dann nach Luft. Nein, so durfte es nicht weitergehen! Aomine auf diese Weise zu beschmutzen, beschämte Kise aufs Äußerste und er verbarg sein Gesicht in seinen Armen. Was war er nur für Abschaum! Aomine würde ihn niemals als gleichwertig akzeptieren, niemals...

Irgendwie hatte Kasamatsu es geschafft, ein Date mit Aomine zu vereinbaren, wie Kise erfuhr. Es machte den Blonden fuchsteufelswild, wenn er daran dachte, dass Aomine aus irgendwelchen unbekannten Gründen plötzlich Lust auf einen Mann wie Kasamatsu bekommen hatte. Gut, an sich war das schon mal die richtige Richtung: Kise war schließlich auch ein Mann und von Kasamatsu zu Kise zu wechseln war nicht mal ein Katzensprung… Also lud Kise sich selbst zu diesem Date ein, indem er sich an Kasamatsu klammerte und ihn einfach begleitete. Der Ältere moserte und schlug wie üblich auf Kise ein, doch das störte den Blonden nicht. Er würde Aomine sehen, das ließ ihn fast alles andere vergessen.

Aomine hingegen zitterte leicht vor Aufregung, als er dem Treffpunkt immer näher kam. Stundenlang hatte er in seinem Zimmer Klamotten an- und wieder ausgezogen, sich eingehend im Spiegel betrachtet und sich vorgestellt, was Kise wohl dazu sagen würde. Verflucht noch eins, der Blonde war immerhin Model! Er wusste, was Stil war; Aomine hatte keinen blassen Dunst davon. Noch mehr blamieren konnte er sich also ohnehin nicht. Aber er wollte erreichen, dass Kise über ihn nachdachte, ihn ansah und dass ihm gefiel, was er sah. Wäre ja möglich, dass sie sich in der Stadt trafen, rein zufällig auf dem Weg zum vereinbarten Treffpunkt mit Kasamatsu… Lächelnd hatte Aomine sich schließlich für ein schlichtes Shirt und nicht allzu abgewetzte Jeans entschieden.
Das Familienrestaurant, in dem er sich mit Kasamatsu treffen wollte, war gut gefüllt und Aomine suchte mit Momoi einen geeigneten Tisch für vier Personen. Er hatte seine Sandkastenfreundin mitgeschleift, denn… sie war die Frau überhaupt. Sie konnte jedem Mann spielend leicht den Kopf verdrehen. Ganz sicher war Kasamatsu Yukio genau wie alle anderen und ließ sich um den kleinen Finger wickeln. Das war der geniale Plan von Aomine: Kasamatsu an Momoi vermitteln, damit er nicht länger Gefallen an Kise fand. Aomine hatte Momoi nicht in sein Vorhaben eingeweiht, deshalb glaubte sie, er würde ihr einen Gefallen tun und endlich mal wieder Zeit mit ihr verbringen. Ob Aomine ein schlechter Mensch war? Vielleicht. Er versuchte doch nur, seinen Rivalen in Sachen Liebe aus dem Weg zu räumen. Nach dem heutigen Abend sollte Kasamatsu Kise vollständig vergessen haben und Momoi zu Füßen liegen. Seine Freundin würde mit diesem Kapitän schon fertig werden und Aomine war frei, um Kise zu trösten…
Als Kasamatsu schließlich eintrat, schlug Aomines Herz einen Trommelwirbel, der seinen ganzen Körper erzittern ließ. Hinter dem Kapitän tauchte nämlich der helle Schopf von Kise auf. Oh Gott, er war hier? Plötzlich wurde Aomine verdammt nervös.
Kise winkte und strahlte wie üblich über das ganze Gesicht, wenn auch etwas verhaltener diesmal. Aomine ließ sich ebenfalls zu einem Lächeln hinreißen und erwiderte das Winken knapp.
‚Scheiße, was macht er hier? Takku, er sieht so heiß aus!‘, dachte Aomine. ‚Wie soll ich den Abend nur überstehen, wenn ich ihn die ganze Zeit anstarren muss?! Wieso ist er nur so hübsch!‘
Kasamatsu war nun völlig vergessen. Was sollte Aomine auch tun, wenn Kise seine ganze Aufmerksamkeit und Selbstbeherrschung erforderte? So viel zu seinem tollen Plan, Kasamatsu auszuschalten. Der hatte Kise gleich mitgebracht… Also lief doch etwas zwischen den beiden, oder? Man konnte nichts auf die Versprechen anderer Leute geben…
Der Abend verging, indem Aomine überwiegend schwieg und sich krampfhaft bemühte, nicht öfter als notwendig zu Kise hinüberzublicken. Kasamatsu stammelte, Momoi lachte und Kise gab ab und an einige Anekdoten zum Besten. Das Touou-Ass konnte nicht genau sagen, ob ihm dieser Abend gefallen hatte, denn Kise war unbestreitbar auf Tuchfühlung mit dem schwarzhaarigen Kapitän gegangen, was Aomine ziemlich verärgerte.
Er musste es zugeben: Er mochte Kise mehr als nur auf der Freundschaftsbasis. Es war unheimlich und verunsicherte ihn, andererseits fühlte er sich so stark zu dem Model hingezogen, dass er an nichts anderes mehr denken konnte. Und wenn Kise mit seinem Senpai ein Verhältnis anfing, dann brach Aomine wohl zusammen. Lieber wollte er alles versuchen, damit Kasamatsu Kise in Frieden ließ! Er hätte sogar sich selbst angeboten, wenn Kasamatsu eher Interesse an Männern hegte…
Obwohl Aomine Kises Rumspielereien mit seinen weiblichen Fans kannte, so betrachtete er sie doch mühevoll nicht als Rivalinnen, denn Kise ließ sie bei ernsthafteren Andeutungen schneller fallen als eine heiße Kartoffel. So hatte er es auch schon in der Mittelschule gehalten und Aomine blieb durch Momoi bestens über seine Liebschaften informiert, die eben nicht lange dauerten, wenn überhaupt. Alles hätte er dafür gegeben, wenn Kise ihn nur ein einziges Mal so zuvorkommend behandeln würde, ihn mehr beachten würde, ihm näherkommen würde...
Aber bei Kasamatsu war es etwas anderes, denn offenbar interessierte er sich kaum für Kise, was zumindest während des Essens zu beobachten war. Lag es möglicherweise an dieser verqueren Konstellation, dass Aomine Momoi mitgebracht hatte? Oder konnte Kasamatsu sich Kises Zuneigung einfach sicher sein?
So schlecht, wie Aomine angenommen hatte, endete der Abend jedoch nicht.
Als Kasamatsu sich verabschiedete (endlich brachte er mal ein zusammenhängendes Wort heraus) und auch Momoi bereits den Heimweg antrat, drehte Kise sich noch ein letztes Mal um. Sein und Aomines Blick, den er bis zuletzt nicht von dem Model abgewandt hatte, trafen sich – ungesehen von den beiden anderen – wie funkensprühende Blitze und sie zuckten erschrocken zusammen. Dann wanderte Kises Blick über Aomines Körper, der zu kribbeln begann, lächelte und winkte ihm unauffällig zu. Aomine hob nur kurz die Hand, denn Kise eilte bereits hinter Kasamatsu her.
‚Er hat mich angesehen‘, dachte Aomine und stand da wie ein Baka. ‚Er hat mich angesehen...‘

‚Er hat mich angesehen‘, dachte Kise und wollte juchzen vor Glück. ‚Er hat mich angesehen! Aominecchi, weißt du, wie wunderschön sich das angefühlt hat?‘
Kise schwebte in gänzlich anderen Sphären und achtete kaum auf den Weg. Kasamatsu, der neben ihm herging und vor sich hin plapperte und vor allem verlegen über Momoi sprach, bemerkte nichts von Kises innerem Aufruhr, sondern verabschiedete sich bald. Kise wusste, dass diese glückliche Fügung heute – nur ein einziger Blick, eine Kleinigkeit für jeden anderen – mit ausführlicher Selbstbefriedigung gefeiert werden würde, also trabte er nach Hause und spürte bereits, wie sich sein Unterleib vorbereitete. Züge sollten schneller fahren…
Die Unmengen an Bildern, ausgeschnitten aus Sportmagazinen und ausgedruckten Internetseiten, taten ihr Übriges dazu, Kise in Stimmung zu bringen. Natürlich bildete niemand anderes als Aomine Daiki das Objekt dieser Bilder! Kise verteilte sie in seinem Zimmer auf dem Boden, nachdem er gewissenhaft jede Tür abgeschlossen und jedes Fenster verdunkelt hatte, und stellte dann ein paar Kerzen auf seinen Schreibtisch, um etwas erkennen zu können.
Wie göttlich war Aomines Lächeln heute Abend gewesen, auch wenn er Kise kaum angeschaut hatte… Dabei hatte Kise mit geradezu obszöner Leidenschaft ein Outfit für das Date ausgewählt, um Aomine zu gefallen und seinen Augen zu schmeicheln. Kaum auszudenken, wenn er es bevorzugt hätte, stattdessen Kasamatsu anzuschauen... Aber als Kise sich nach dem Abschied noch einmal mit Verlangen im Blick umgedreht hatte, war Aomine seinem Beispiel gefolgt. Das Model hatte diese aufgeladene Spannung zwischen ihnen beiden deutlich gespürt und sämtliche feine Härchen hatten sich aufgestellt und eine Gänsehaut verursacht, die ihm kalt und heiß zugleich über den Rücken gelaufen war. Bei dem Gedanken daran, dass Aomine ihn endlich angesehen und dabei kein abfälliges Gesicht gezogen hatte wie sonst üblich, kam Kise beinahe ohne Hilfe zum Orgasmus. Schnell umklammerte er sich und fuhr mit der Hand sein bestes Stück rauf und runter. Er musste vorsichtig sein, um kein Sperma über die wertvollen Aomine-Fotos zu verspritzen, denn sie waren Kises kostbarster Schatz. Er liebte Aomine so sehr...

Zuhause warf Aomine sich auf sein Bett, verhakte sich zu seinem Übel mit der Hose in seinen Shorts und musste sie gleichzeitig herunterziehen. Eigentlich hasste er es, es sich selbst zu besorgen, es gab nichts Widerlicheres. Aber der Druck musste weg. Wenn Kise ihn mit so einem lodernden Blick ansah, blieb die Konsequenz nicht aus.
„Uh.... Er macht... es sich bestimmt...hnnh... nie selbst!“, sagte Aomine zu sich selbst und rief sich Kises Gesicht in Erinnerung.
Bei all den Frauen um ihn herum mochte das wohl wirklich stimmen, denn ob er je eine mit nach Hause genommen hatte, wusste Aomine nicht. Was hatte er sich nicht schon alles ausgemalt und zusammenfantasiert! Wenn er Kise seine Liebe gestehen würde und wenn Kise sie erwidern würde und wenn sie wirklich zusammenkommen würden und wenn sie sich dann küssen würden und wenn sie miteinander schlafen wollen würden... dann müsste Aomine ihm gestehen, dass er keine Ahnung davon hatte, wie man jemand anderen – außer sich selbst – sexuell befriedigte. Er war eine Jungfrau ohnegleichen und das vermittelte ihm den Eindruck, er wäre ein Mädchen. Andererseits hatte Aomine es sich auch zur Genüge vorgestellt, was mit ihm passieren würde, wenn Kise seine Liebe ablehnte. Am schlimmsten wäre wohl die Distanz, die Kise verlangen und strikt einhalten würde. Das würde Aomine in den Wahnsinn treiben! Wie sollte er überleben, wenn er Kise nicht mehr sehen durfte oder konnte? Er war doch schließlich sein ganzer Lebensinhalt... Oh, er war wirklich zutiefst in das Model verknallt.

Einige Tage nach diesem Date erfuhr Aomine, dass Kise, aus welchem Grund auch immer, Kasamatsu seine Liebe gestanden hatte. Und Kasamatsu hatte ihn abgewiesen. Momoi, die ihm das gerade auf dem Heimweg von der Schule erzählte, starrte ihn wissend an und Aomine wusste, dass er ein schrecklich peinliches, tief getroffenes und mehr als verwirrtes Gesicht zog.
„Kise-kun ist am Boden zerstört und hat sich zu Hause eingeschlossen“, sagte Momoi und ließ Aomine, der ihr aufmerksam zugehört hatte, keine Sekunde aus den Augen. „Vielleicht sollten wir ihn beizeiten mal besuchen gehen, Dai-chan?“
Wieso hatte Kise das getan? Wieso wollte er unbedingt mit diesem… Kapitän – egal wie hervorragend er auch immer mit Kise umgehen konnte und egal wie toll er aussehen mochte – zusammen sein? Und was noch viel rätselhafter war: Wieso hatte Kasamatsu Kises Liebe nicht erwidert? Wie konnte man ihm denn einen Korb geben, diesem schönsten aller Menschen? Wenn Aomine Kasamatsu gewesen wäre, hätte er nicht nur zugesagt, sondern auch noch gleich eine Hochzeit drangehängt! Was fiel diesem Senpai eigentlich ein, Kise derartig zu verletzen?
„Ich gehe“, sagte Aomine mit rauer Stimme. „Ich gehe Kise besuchen.“
Momoi lächelte sanft, als hätte sie längst durchschaut, was zwischen ihrem besten Freund und dem blonden Model für Gefühlsspannungen existierten.
„Ja, mach das, das wird ihn sicherlich aufmuntern.“

Etwas später nach dieser Unterhaltung stand Aomine eine ganze Weile unentschlossen vor Kises Haus und rang um Fassung. Wie sollte er ihm denn jetzt begegnen? Was sollte er sagen? Und vor allem: Was für ein Gesicht sollte er jetzt eigentlich machen? Denn allein schon die Tatsache, dass er hier vor Kises Haus stand und ihn gleich sehen würde, zauberte ihm ein Lächeln auf die Lippen, das er einfach nicht mehr verbergen konnte. Er atmete ein paar Mal tief durch und setzte dann seinen Finger auf den Klingelknopf. Ein schriller Ton fiepte durch das Haus und erschreckte Aomine. Danach tat sich eine Weile nichts, bis er endlich das leise Geräusch des Haustürschlüssels vernahm und jemand die Tür einen Spalt breit öffnete.
Aomine zuckte erneut zusammen. Das Gesicht, das ihn empfing, sah dem Gesicht des Models, das er kannte, nicht mehr ähnlich: Schmutzige getrocknete Tränenströme hatten sich darüber verteilt, es wirkte grau und gealtert und vor allem machte es den Eindruck, als wäre Kise am Ende seiner Lebenskräfte angelangt.
„Aominecchi!“, rief er mit leiser, krächzender Stimme. „Was machst du denn hier?“
„Hallo, Kise. Ich... ich wollte nur mal nach dir sehen“, antwortete Aomine zögernd. „Darf ich reinkommen?“
Seinem Gesicht nach zu urteilen hielt Kise das für keine gute Idee und er schaute sich unwohl in dem Hausflur hinter sich um.
„Hm... ich weiß nicht...“, druckste er herum und verkleinerte den Spalt, durch den Aomine ihn sehen konnte, doch das wollte das Touou-Ass nicht hinnehmen.
„Oh, Mann! Keine Sorge, ich werde dir nicht allzu lange auf die Nerven gehen. Bitte, Kise...“, flehte Aomine regelrecht, obwohl das sonst so überhaupt nicht seine Art war.
Das schien auch Kise zu denken, aber immerhin öffnete er seufzend die Tür und ließ Aomine eintreten.
„Danke, Kise“, sagte Aomine.
Kise mied seinen Blick, schlang dafür aber einen Arm um sich, als fröstelte er, was Aomine besorgt registrierte.
„S-soll ich Tee machen?“, fragte Aomine deshalb.
„Eh? Ah, nein, nein, schon gut...“, sagte Kise ausweichend und ging seinem ehemaligen Teamkameraden voran in die Küche, wo sie sich einander gegenüber setzten.
Dies stellte sich als eine sehr schlechte Idee heraus, denn dadurch waren sie gezwungen, sich in die Augen sehen zu müssen. Verlegen strich sich Aomine über seinen Nacken und suchte nach geeigneten Worten, aber da begann Kise, das Gespräch zu eröffnen.
„Du hast also davon gehört“, sagte er sehr leise.
„Eh? Ah, ja, das habe ich“, antwortete Aomine schnell. „Satsuki hat es mir gesagt.“
Dann schwiegen sie wieder unbehaglich.
„Kise“, fing Aomine dann an, der einen Entschluss gefasst hatte, „ich muss dich etwas fragen. Wieso hast du das gemacht? Wieso hast du deinem Kapitän deine… Liebe gestanden?“
Kise wurde rot und malte mit seinem rechten Zeigefinger Kreise auf die Tischplatte.
„Ich... hatte meine Gründe“, meinte er.
„Das ist keine sehr befriedigende Antwort“, gab Aomine zu bedenken.
„Das kann dir doch egal sein“, raunzte Kise leicht verärgert. „Sag du mir lieber, warum dich das interessiert! Magst du Kasamatsu-senpai etwa?“
„Huh? Wie kommst du denn darauf?“, fragte Aomine überrumpelt.
„Naja... er ist großartig und toll und einfach spitze in allem, was er tut und sagt und macht“, erklärte Kise.
„Wie bitte? Meine Güte, du bist ja wohl echt total in ihn verknallt! Kein Wunder, dass du mit ihm zusammen sein willst. Scheiße, regt mich das auf! Ich halte ihn für den größten Idioten aller Zeiten, weil er deine Liebe nicht angenommen hat, aber du schwärmst immer noch so für ihn? Warum zum Teufel kann ich nicht auch so ein Idiot sein!“, fluchte Aomine und ballte seine Hände zu Fäusten.
Er war sehr aufgebracht. Kise versteinerte.
„Nein, ich mag deinen Kapitän kein Stück, aber wenn du ihn liebst, dann kann ich nicht einfach untätig dabei zusehen, wie er dich verletzt!“, erläuterte Aomine. „Ich kann es ja sowieso nicht verhindern... Aber ich möchte nicht, dass du verletzt wirst.“
Kise sah ihn nun mit einem offenen Blick an.
„Du... du magst Kasamatsu-senpai nicht?“, vergewisserte sich das Model.
„Ist halt so, na und? Jetzt weißt du’s.“
„Du magst ihn wirklich kein Stück?“
„Oh Mann, wie oft soll ich das denn noch sagen? Manche Menschen mag man eben und andere nicht. Wenn er derjenige ist, der dich glücklich machen kann, dann bitte, nur zu. Andererseits – er hat dich ja abgewiesen, was ich überhaupt nicht verstehen kann...“
„Du magst ihn nicht“, wiederholte Kise.
„Mann, ich hab do-“
In diesem Moment hob Aomine seinen Kopf und blickte geradewegs in Kises Augen, die ihn aus einem freudestrahlenden Gesicht anblinzelten. Wieder bemerkte Aomine, wie wunderschön Kise eigentlich war und wie sehr er ihn mochte. Warum lächelte dieser Idiot denn jetzt so glücklich, dass es einen schwindlig machte?
„Du magst Senpai nicht“, sagte Kise zum letzten Mal und weinte plötzlich.
„Oi!“, rief Aomine besorgt und ging um den Tisch herum und hätte beinahe seine Hände nach Kises Gesicht ausgestreckt, um seine Tränen zu trocknen.
„Ich kann’s einfach nicht glauben“, stieß Kise hervor. „Ich dachte echt, du findest ihn klasse, aber das Gegenteil ist der Fall! Uh, jetzt hab ich mich aber schön blamiert...“
„Was meinst du damit?“, wollte Aomine hilflos wissen.
„I-ich hatte Angst, dass du ihn so sehr mögen würdest, dass ihr beide... naja...“ Kise schniefte. „Es ist nur so... Aominecchi, ich wollte nicht, dass er dir zu nahe kommt.“
„Warum? Hattest du Angst, ich würde ihn dir wegnehmen? Diese Gefahr besteht nicht, da kann ich dich beruhigen.“
‚Verdammt, warum steht der so auf der Leitung?!‘, dachte Kise erbost.
„Nein, ich meine: Ich habe ihm absichtlich meine Liebe gestanden, damit er nicht an dich denkt. Leider habe ich mich etwas vertan, obwohl es auf der Hand liegt, weil Senpai keine Männer mag... Aber du magst ihn gar nicht, deshalb fühle ich mich gerade so erleichtert!“
„Warum hattest du Angst, dass er an mich denken könnte?“, fragte Aomine mit normaler Stimme.
‚Wieso redet er um den heißen Brei herum und macht solche komischen Andeutungen?‘, dachte er verärgert. ‚Rück endlich raus damit und mach klare Ansagen, Kise!‘
Kise wurde rot.
„Urgh... Nun ja... Ich... ich glaube, ich... wollte nicht riskieren, dass du mehr Zeit mit ihm verbringst“, brachte Kise schließlich heraus. „Ich meine, ich wollte einfach verhindern, dass ich dich nicht mehr so oft sehen kann...“
‚War das jetzt zu viel gesagt?‘, dachte er unruhig.
Das war es wohl, denn Aomine hob seine Augenbrauen.
„Du wolltest... mich öfter sehen?“, fragte er perplex.
‚Das kann doch nur eins bedeuten, oder?‘
„Du... du hast mich sozusagen... vermisst?“
Verlegen vergrub Kise sein Gesicht in seinen Händen.
„Ach, verdammt! Es tut mir leid, Aominecchi, aber ich muss dir etwas sagen, jetzt, da es eh schon so gut wie klar ist“, sagte das Model gedämpft und seufzte schwer. „Also... Ich... Ich mag dich, Aominecchi.“
Stille. Aomines Gehirn ratterte und Bilder stiegen in ihm auf, die er noch eine Weile mühsam zurückhalten musste. Reden war nicht sein Ding, aber jetzt vor Freude über Kise herzufallen, war vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt, noch nicht.
„Ähm... Du meinst sicherlich nicht mögen im freundschaftlichen Sinne, oder?“, hakte er nach.
Kise schüttelte den Kopf.
„Ich meine es nicht freundschaftlich. Ich meine es... darüber hinaus. Verstehst du? Ich meine es wie...“, er stockte.
„Liebe“, vollendete Aomine seinen Satz und spürte förmlich, dass Kises Gesicht nun so rot und heiß anlief, dass man darauf hätte Reis kochen können.
„Entschuldige, Aominecchi. Sicher bist du jetzt angewidert von mir, aber bitte, ich möchte nicht, dass es unsere Freundschaft beeinträchtigt. Ich kann es nicht ertragen, wenn ich dich nicht mehr sehen darf oder kann, also bitte tu mir das nicht an!“, flehte Kise immer noch mit verstecktem Gesicht.
Aomine hielt sich eine Hand vor den Mund, denn er musste lächeln, liebevoll und gerührt und glücklich lächeln. So warm ums Herz war ihm schon lange nicht mehr gewesen! Es fühlte sich unheimlich gut an und er wollte es nicht mehr missen.
„Tja, aber es wird unsere Freundschaft beeinträchtigen“, bemerkte er bemüht ernst. „Du kannst nicht erwarten, dass ich alles so belasse, wie es bisher gewesen ist, Kise!“
Kise schwieg und rührte sich nicht. Offenbar hatte Angst ihn gepackt, Angst und Verzweiflung. Aomine näherte sich seinem Ohr und flüsterte dann:
„Ich kann nicht länger ein Freund für dich sein, weil ich dich liebe, Kise.“
Das Model hob zitternd sein Gesicht von den Händen und starrte mit feuchten Augen in Aomines Gesicht, das nur wenige Millimeter von dem seinen entfernt war.
„Ist... ist das ein Witz?“, hauchte er.
„Nein, wie könnte ich darüber einen Witz machen, Kise?“, erwiderte Aomine. „Einem Mann seine Liebe zu gestehen ist viel schwieriger, als es einem Mädchen zu sagen. Wie könnte ich es da nicht ernst mit dir meinen?“
Kise schniefte und wischte sich mit dem Ärmel seines schlabbrigen Pullovers, der ihn dennoch stilvoll kleidete, als stünde er wie eine unglaublich gutaussehende Schaufensterpuppe in einem Modegeschäft, über die Augen.
„Ich liebe dich auch, Aominecchi. Ich liebe dich sogar sehr“, gestand Kise endlich. „Ich habe aus Angst davor, dass du mir von jemandem weggenommen wirst, alle Mädchen, die deinem favorisierten Typ entsprachen, für mich gewonnen und sie so von dir abgelenkt. Falls ich dich damit verletzt habe, weil du ja eigentlich nicht mir gehörst, dann verzeih mir bitte dieses Laster. Ich war nur verzweifelt...“
„Verzweifelt verliebt, so hört es sich jedenfalls an“, meinte Aomine und nahm Kise sanft in seine Arme. „Aber ich gehöre schon lange dir, seit dem Tag, an dem ich mich in dich verliebt habe.“
„Und wann war das?“, wollte Kise leise wissen.
„An dem Tag auf der Teiko-Mittelschule, als ich dir den Basketball an den Kopf geworfen habe. Sorry dafür. Aber ich wusste mir nicht anders zu helfen... Ich war wie hypnotisiert von deiner Erscheinung.“
Kise schmiegte sich lächelnd an Aomines breite Brust und umklammerte dessen Oberkörper.
„So ein Zufall“, flüsterte er. „An genau demselben Tag habe ich mich auch in dich verliebt, Aominecchi.“
Aomine hob mit seiner rechten Hand Kises Kinn und betrachtete sein Gesicht ein paar Sekunden.
„Dann ist ja gut, dass das auf Gegenseitigkeit beruht“, sagte er und küsste seinen Teamkameraden mit viel Gefühl.
Kise schien es, als ob er gleich vom Boden abhob, so sinnlich schmeckte dieser Kuss. Doch was danach kam, wussten sie nicht, deshalb lösten sie sich verlegen voneinander.
„Gomen, ich hab keine Ahnung, w-wie das geht“, beichtete Kise.
„Ich auch nicht“, gab Aomine kleinlaut zu.
Dann sahen sie sich an und lachten leise.
„Dann lass es uns zusammen herausfinden“, sagten sie beide gleichzeitig und begaben sich ins Schlafzimmer.
Wieder pressten sie ihre Lippen aufeinander, versuchten es erst fordernd, dann etwas sanfter, bis sie ihre Münder öffneten und schmatzend das Innere davon mit ihren Zungen erkundeten. Aomine umspielte Kises Zunge und schluckte allerlei Speichel, während Kise eher an seinem Mund saugte und auf seine Zähne aufpassen musste. Der lange Speichelfaden, der entstand, als sie sich zum Luftholen lösten, zerteilte sich in der Mitte und tropfte auf ihre Klamotten, doch das ignorierten die beiden, die ihre Hände benutzten, um sich mit dem Körper des anderen vertraut machten, indem sie jedes einzelne Kleidungsstück langsam auszogen.
Kises Körper glitzerte förmlich, nachdem Aomine ihn komplett oben herum freigelegt hatte und ihn nun mit liebevollen Streicheleinheiten verwöhnte. Kise tat dasselbe bei ihm und zeichnete vereinzelte Muskelstränge nach, was Aomine erregte. Dass sie bereits keuchten, fiel ihnen gar nicht auf.
„Kise, ich möchte dich küssen“, wisperte Aomine und näherte sich ihm. „Darf ich?“
Kise nickte bloß, denn vor Aufregung versagte ihm die Stimme. Aomine küsste ihn wieder, dann verlagerte er seine Lippen auf weitere Regionen von Kises Körper: Hals, Nacken, Schlüsselbein, Schulter, Brustbein, Brustwarzen... Die fühlten sich besonders gut an, fand Aomine, deshalb küsste er sie nicht nur, sondern leckte und saugte daran. Unter dieser Behandlung verhärteten und vergrößerten sie sich und Aomine machte es Spaß, über die andere Brustwarze seinen Daumen schnippen zu lassen, denn dann gab Kise wahnsinnig geile Geräusche von sich. Er küsste das Model wieder auf den Mund, zwirbelte dabei jedoch seine Nippel zwischen den Fingern und trieb Kise an den Rand des Kontrollverlusts. Der hatte längst vergessen, Aomines Körper genauer unter die Lupe zu nehmen, und war Wachs in Aomines Händen.
Das Touou-Ass legte sich vorsichtig mit Kise ins Bett und setzte dort seine Küsserei fort. Großzügig nahm er Kises tollen Körper in Beschlag und steigerte dessen Erregung. Als er ihn zufällig unten an einer empfindlichen Stelle berührte, platzte Kise der Kragen.
„Aaaaaah! Aominecchi, tu es, tu es!“, schrie er wie von Sinnen und wand sich hin und her.
Aomine sah ihn verständnislos an.
„Was meinst du? Was soll ich denn tun?“, wollte er wissen.
„Egal, aber mach i-irgendwas mit diesem... hnnnh, aaah, ... Ding!“
Unsicher machte Aomine sich an Kises Hose zu schaffen, der ihn mit seinem Geschrei „Ja, JA!“ antrieb, da es offensichtlich Befriedigung oder Erleichterung oder einfach ein gutes Gefühl versprach. So viel anders als sich selbst zu befriedigen konnte das hier nicht sein, sagte sich Aomine und überwand sich, Kise dort anzufassen.
Obwohl es ihn immer ein bisschen angeekelt hatte zu onanieren, fühlte sich Kises Penis in seiner Hand unglaublich gut an. Manche Menschen liebten es, wenn sie weichen Strandsand durch die Finger rieseln ließen oder diese in ein flauschiges Handtuch oder Kätzchen vergruben. Das Gefühl, das Aomine empfand, war ungefähr damit vergleichbar, löste allerdings ein noch viel heftigeres Prickeln in seinem Magen aus. Kise stöhnte und zuckte, wenn Aomine seine Hand bewegte. Sein Penis war hart wie ein Stein geworden. Gleich würde er abspritzen und Aomine sollte dem besser aus dem Weg gehen. Doch irgendwie machte ihm diese Vorstellung überhaupt nichts aus, im Gegenteil: Es spornte ihn an, Kise noch mehr dazu zu bringen, sich gehen zu lassen. Deshalb zog er seine eigene Hose aus, nachdem Kise gekommen war, und bat Kise um einen Hand-Job, den er ihm anfangs zurückhaltend, dann mit immer mehr Motivation gewährte und sich sogar zu einem heißen Kuss hinreißen ließ.
Anschließend fielen sie übereinander her. Da Aomine noch nicht gekommen war, konnte er gut in Kise eindringen, musste das Model jedoch vorher auf die Vereinigung vorbereiten, denn das hatte er irgendwo mal gelesen. Außerdem war angeblich jedes erste Mal schmerzhaft und er wollte Kise nicht wehtun. Deshalb ergriff er die notwendigen Maßnahmen zur Vorbeugung und führte zuerst einen, dann zwei Finger ein, bewegte sie hin und her und begutachtete das Ergebnis.
„Du bist so weit, Kise, ich fange dann jetzt an, ja?“, sagte Aomine.
Kise nickte, keuchte schon wieder und erwartete den Stoß und den Schmerz. Doch es lief viel glatter als erwartet. Langsam drang Aomine in Kise ein, den ein wohliges Gefühl neben einem schwachen Schmerz überkam und ihn zum Schreien brachte, Schreien vor Lust. Dadurch angeheizt bewegte Aomine sich immer schneller in Kise, schob seine Hüften vorwärts, rieb dabei an Kises verschwitztem Körper und kam kurz nach Kise.
Aomine zog sich selbst vorsichtig heraus und eine Pfütze Sperma ergoss sich aus Kises Unterleib auf das Bettzeug, doch das kümmerte sie vorerst wenig, denn sie konnten sich kaum rühren. Aomine hatte sich eng an Kise geschmiegt und verlegen auf eine Reaktion in Form einer Umarmung gewartet, aber dazu war das Model wohl zu erschöpft. Also legte Aomine zärtlich seine Arme um ihn und drückte ihn an sich, um sich zu vergewissern, dass Kise bei ihm war.
„Das war wunderschön, Kise“, flüsterte Aomine und kam sich vor wie ein anderer Mensch, denn solche Emotionen kannte er nicht an sich selbst. So warm und lieb und sanft und gefühlvoll...
Er wollte Kise umarmen und beschützen, ihn umsorgen und streicheln, ihn lieben und wärmen, ihn halten und trösten, ihn schmecken und riechen, ihn spüren und küssen. Grob gesprochen: Er wollte Kise ganz und gar.
Als Kise allmählich wieder zur Besinnung kam, drehte er seinen Kopf zu Aomine um, der mit geschlossenen Augen ganz nah an seinem Gesicht lag und offensichtlich schlief. Mit der rechten Hand strich er behutsam durch Aomines kurzes, dunkelblaues Haar, über sein Gesicht und über seinen Arm, der Kise umschlungen hielt. Dann wälzte er sich herum, umarmte Aomine an der Taille und presste sein Gesicht an Aomines nackte Brust.
„Ich liebe dich, Aominecchi. Geh niemals fort von mir“, wisperte er halblaut.
„Ich werde nicht von dir fortgehen“, murmelte Aomine. „Denn ich liebe dich ja auch, Kise.“
Unter Kises weggeblinzelten Tränen küssten sie sich erneut, bevor sie Arm in Arm einschliefen.


Vielen Dank fürs Lesen!

Wenn Dir, geneigter Leser, diese Geschichte gefallen hat, dann schaue doch gern auch bei meinen anderen Geschichten vorbei. Die nächste Fanfiction von mir ist eine Überraschungsgeschichte. Du findest sie Mitte November 2019 unter dem Titel „Schicke Schuhe“, die im Free-Universum spielt. Ich würde mich sehr über Deinen Besuch freuen.
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