Your lips making everything gay

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Lu Han Suho / Kim Jummyeon
03.11.2019
15.02.2020
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07.11.2019 840
 
Natürlich wusste er es.

Es gab nie einen bestimmten Moment oder eine Situation, es machte einfach irgendwann klick. Wie bei einer Kamera, mit der man versucht die Wahrheit eines Moments einzufangen, aber Jahre braucht um den Auslöser zu drücken.

Ab dem Zeitpunkt war es wahr.

Luhan liebte Junmyeon.

Einer seiner besten Freunde liebte ihn.

Das war die erschreckende und doch tief im Innern herrlich kribbelnde Wahrheit.

So wahr, wie dass die Erde rund war.
So wahr, wie ein Naturgesetz, das versprach Luhans Lippen bald auf den eigenen zu spüren.

Doch er hatte es ihm und auch sonst niemandem je erzählt. Weder dass er von Luhans Gefühlen wusste, noch von dem eigenen Gefühl, dass er nicht ganz Hetero war.

Nicht aus Angst vor der Reaktion der anderen oder ihres Umfeldes. Sein halber Freundeskreis war nicht Hetero, seine Eltern interessierte es nicht welches Geschlecht seine zukünftige Liebe haben würde und die Schule war tolerant.

Doch Junmyeon war sich seiner eigenen Gefühle viel zu unsicher.

Ab wann wusste man, dass man sich verliebt hatte?

Woran erkannte man, dass die eigenen Gefühle romantischer und nicht freundschaftlicher Natur waren?

Junmyeon wusste es nicht, aber genau diese dumme Unwissenheit frustrierte ihn und sorgte dafür, dass er einfach allen Annäherungsversuche seines Freundes aus dem Weg ging.
Viel zu groß war die Möglichkeit Luhan zu verletzten und das wollte er nicht.

Warum konnte die Liebe nicht wie eine Mathematik Aufgabe sein?

Knifflig, Haare raufend - ok - aber wenigstens logisch und zielbringend.

Stattdessen war sie ein von Menschen erfundenes Konstruckt, das er bis heute nicht verstanden hatte und wohl auch nie verstehen würde.

"Du hast da was in den Haaren," unterbrach ihn ein glucksender Luhan mit rotgefärbten Wangen und großen Rehaugen seine Gedanken und beugte sich vor, um seine Haare von dem orange-roten Laub zu befreien, das sich darin verfangen hatte.

Sie hatten sich zu einem Herbstspaziergang verabredet und genossen ihre Zweisamkeit.

"Na, woran hast du gedacht, Junmyeonie~"

"An Mathe," murmelte er nur als Antwort und versuchte nicht allzu verlegen auszusehen. Wenn Luhan nur wüsste woran er wirklich gedacht hatte...

Zusammen in dicke Mäntel gepackt schlenderten sie durch die Straßen von Seoul. Der Herbst war angebrochen, die Blätter flogen malerisch verfärbt umher und wie immer standen bereits jetzt Lebkuchen zum Verkauf in den Läden - dabei war es gerade mal Ende Oktober.

Das bestätigte Junmyeon noch viel mehr in seinem Denken. Liebe, ein von Menschen ausgedachtes Produkt, dass sich gut vermarkten ließ. Schließlich war Weihnachten DAS Fest der Liebe.

"Hach, du solltest schleunigst auf andere Gedanken kommen, es sind immerhin bald Ferien.....Wie wärs mit einem Mistezweig, der lenkt dich bestimmt ab."

Luhan wackelte neckisch mit den Augenbrauen, während ihm dabei die Rentiermütze auf dem Kopf ins Gesicht rutschte.

"Ich würde mich auch als Opfer anbieten."

Leicht begann Junmyeon zu lächeln, als er den Jungen neben sich betrachtete und hatte das Bedürfnis ihn in die Arme zu schließen und seine Stirn zu küssen - aber dieses Gefühl war nichts Neues für ihn in Luhans Nähe und selbstverständlich rein freundschaftlich.

"Lern erstmal dich richtig anzuziehen, bevor du dich ans Küssen wagst," kommentierte er und setzte ihm die Mütze wieder richtig auf.

"Pah," gespielt beleidigt drehte Luhan sich weg und begann auf der Bordsteinkannte der Straße zu balancieren.

"Warum sollte ich auch dich küssen...du bist mir viel zu spießig."

"Dafür schaust du mich aber ganz schön oft mit Herzchenaugen an," gab Junmyeon säuselnd zurück und hätte sich im nächsten Moment dafür schlagen können.

Seit wann ging er auf Luhans Flirtversuche bitte ein. Sofort wurde sein Gesicht abweisend.

Luhan wäre derweil fast vor Überraschung von der Bordsteinkannte gepflogen und der Länge nach hingekracht, wenn Junmyeon nicht geistesgegenwärtig einen Arm um seine Hüfte geschlungen und zu sich gezogen hätte.

Mit stockendem Atem und so schnell schlagendem Herzen, dass es selbst Junmyeon mitbekam, blickte Luhan auf, genau in seine Augen.

Gott, wo waren sie? In einem kitischigen Weinachtswunderfilm mit weißen Rentieren und romantischem Sonnenuntergangs Geknutschte?

Ohne ihn.

Ruckartig schob er den kleineren von sich, der ihm schon hoffnungsvoll auf die Lippen gestarrt hatte und jetzt peinlich berührt zu Boden schaute. Von Junmyeons plötzlicher Wandlung ernüchtert.

"Natürlich schaue ich dich mit Herzchenaugen an..."

Luhan zögerte und entschied sich schließlich für den feigen Weg.

"Immerhin bist du mein bester Freund und ich liebe dich wie einen Bruder und schaue zu dir auf."

Autsch...Er wusste nicht warum Luhans leise und widerwillig ausgesprochene Worte ihm so verdammt wehtaten.

Es war doch nur Luhan.

Wahrscheinlich hatte er Mitleid mit seinen Freund~

"Naja, ich muss dann auch los. Hab Minni versprochen noch mal vorbei zu kommen. Wir sehen uns..."

Das hatte er ja mal wieder super hinbekommen.
Hätte Baekhyun das mitbekommen, hätte er ihn jetzt volle Kanne ausgelacht.

Er musste diese Angelegenheit endlich klären.

Er musste mit Luhan reden.

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Jaja, Liebe ist schon kompliziert.

Ab wann weis man auch wirklich, dass man verliebt ist...?

Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen.

Alles Liebe,

Eure MissZ :)
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