Nur einen Schritt weiter (OC x KAI)

GeschichteDrama, Romanze / P12
Byun Baekhyun Chen / Kim Jongdae Kim Jong-in OC (Own Character) Park Chanyeol Xiumin / Kim Min-seok
03.11.2019
03.11.2019
1
1387
2
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Goldenes Sonnenlicht scheint in den großen Raum und bricht am Fenster wie an einem klaren Kristall. Hell erleuchtet von dem abendlichen Strahlen durchzieht eine schlanke Gestalt den wunderschön gearbeiteten Saal, dabei hat sie die Augen geschlossen und laute Musik prallt von den mit farblichen Blumen verzierten Wänden ab. Die eine Wand ist komplett mit Spiegeln ausgestattet und der Boden aus weichem Holz, dass jedem Tänzer einen festen Untergrund und Halt gibt. Graziös windet sich die junge Frau im Takt der klassischen Melodie und tänzelt auf den Fußspitzen, die Arme bewegen sich wie Schlangen langsam durch die Luft, während sie stumm mitzählt. Ihre Haltung ist perfekt, keine Fingerspitze ist unbedacht gespreizt und keine Bewegung lässt sie unelegant wirken, dabei spielt das Licht wie kleine Scheinwerfer auf ihrer hellen Haut. Die Schweißperlen auf ihrer Stirn glänzen wie Tautropfen am Morgen und ihr elfengleiches Antlitz wird dadurch unterstrichen. Ihr schwarzes Haar steckt in einem hohen Zopf und ist durchzogen von roten dicken Strähnen, die ihr etwas Rebellisches verleihen und sie wild machen.

Die Musik wird leiser und klingt langsam aber sicher aus, zugleich wird auch sie ruhiger mit ihren Bewegungen und wickelt ihre Arme am Schluss eng um ihren Brustkorb. Der letzte Atemzug und der letzte Ton der Musik gleiten zusammen in die Stille. Dann ist es vorbei. Sie öffnet ihre goldigen Augen und blinzelt ein paar Mal, bevor sie sich streckt und auf und ab wippt. "Eine wirklich gute Runde!" grinst sie stolz und wischt sich mit ihrem Schweißband über die nasse Stirn. Die andere Hand hat sie in die Hüfte gestemmt und wirft einen misstrauischen Blick auf ihr sehr lebloses Handy, das sonst immer vibriert oder sonst welche Geräusche von sich gibt. Sie pirscht sich an das kleine Gerät und schaltet gleichzeitig noch die Musik aus, erst dann ergreift sie es und lässt das Display aufleuchten. Zu früh gefreut... 5 verpasste Anrufe ihrer kleinen Schwester. Genervt seufzt sie und streicht sich einige lose Strähnen hinter ihr Ohr, dann drückt sie auf zurückrufen und hält sich das Fiepende Ding an ihr rechtes Ohr. Die schlanken Finger sind ziemlich ramponiert und mit einigen kleinen Wunden überseht, die sie nur notdürftig mit kleinen Pflastern abgedeckt hat. Als sie bemerkt wie jemand abnimmt erhebt sie ihre Stimme:"Hyori? Dir ist bewusst, dass wenn ich nicht ans Handy gehe, du auch nicht noch fünf Mal anrufen musst! Wenn etwas brennt und ich nicht da bin, dann war es auch definitiv nicht meine Schuld." geduldig wartet sie, hört im Hintergrund viele aufgeregte Stimmen und setzt sich erst mal um ihre Ballettschuhe von ihren Füßen zu streifen. Wo treibt sie sich denn wieder rum?

"Nyu!! Komm nach Hause! Bitte. Es ist wirklich dringend und du wirst gebraucht." wie aus dem Nichts ertönt die hohe und völlig chaotische Stimme des bekannten Wuschelkopfes. Verwirrt runzelt Nyu die Stirn und fragt vorsichtig:"Was? Wieso? Ist irgendwas passiert?!" Mit etwas schnelleren Handgriffen wirft sie ihre Sachen in eine große Tasche und kramt nach dem Schlüssel in eben dieser. "Deine Hilfe und Meinung wird benötigt. Du schuldest mir was!" abrupt bricht das Telefonat ab und die Tänzerin ist immer noch völlig perplex, dennoch wirft sie sich ihre Tasche über die Schulter, klopft mit den Zehen auf den Boden und verlässt dann den Tanzraum, der immer noch von einer gewissen Anspannung durchzogen ist. Die ersten Laternen erleuchten schwach ihren Weg zur U-Bahnstation, dazu wird das Ganze von Musik begleitet und sie streicht über ihre fröstelnden Arme. Der Herbst kommt immer stärker heran und ausgerechnet heute hat sie ihre Lieblings Jacke vergessen, die rote abgetragene Jeansjacke mit Teddybärenfell innen drin. Also beschleunigt sie, währenddessen zerbricht sie sich ihren kleinen Kopf über das Spektakel was sie wohl erwarten wird. Was kann es denn nur sein? Gähnend wiegt sie ihren Kopf leicht zur Musik und sieht die Menschen um sich herum an, es sind nicht so viele wie sonst immer und vielleicht besteht sogar die Chance das sie einen Platz bekommt, doch mehr interessiert sie was diese Leute wohl für ein Leben führen. Sind sie einfache Leute oder gar geheime Agenten? Haben sie ein glückliches Leben? Man kann so viele Geschichten erfinden für jeden von ihnen und doch ganz weit entfernt von der Wahrheit sein.

Sobald die Bahn aber einfährt dreht sie ihren Kopf wieder nach vorn und macht ihre Musik noch lauter. erst gehen alle Leute raus, dann wird sie reingedrückt und bahnt sich einen schnellen Weg zum ersten freien Platz den sie erspähen kann. Erleichtert lässt sie sich auf diesen fallen und überlegt ob sie auch alles abgeschlossen hat, doch nachher kommen sicher noch einige zum üben in das Studio und deshalb legt die ihren Kopf einfach nach hinten an das kühle, verschmutzte Glas. Ihr Haar fällt lang und glatt über ihre zarten Schultern und verfängt sich spielerisch an manchen unebenen Ecken ihres Körpers. Heute hat sie sich wirklich verausgabt und ihr Hals schmerzt von dem vielen Erzählen und Erklären. Ein Tee wird wohl das Beste sein, sobald sie zu Hause ist.
Ein junger Kerl, um den Mund trägt er eine Atemmaske und auf seinem Kopf eine dunkle Sonnenbrille, beobachtet sie aufmerksam und scheint etwas fasziniert von ihr zu sein. Seine Augen scannen sie ganz ´zufällig´ und betrachten die ganzen Verletzungen und vom jahre langen Sport trainierten Muskeln. Ihre Turnschuhe sind unheimlich abgenutzt und dreckig, das Oberteil klebt an ihrer zarten Haut vom Schweiß und lässt ihn in eine ungezogene Richtung abschweifen, doch schnell schüttelt er seinen Kopf um eben diese Gedanken zu vertreiben. Dann erst bemerkt er wie sie sich immer wieder über die Arme streicht und zusammenzuckt wenn die Tür aufgeht und der Wind in den Waggon kommt. Ein leichtes Lächeln bildet sich auf seinen Lippen und er wartet noch einige Stationen bevor er weiß das er hier aussteigen muss. Er zieht etwas aus seiner Tasche und geht auf sie zu. Der junge Kerl kann gar nicht seine Augen von ihr lassen.

"Hier!" erschrocken fährt sie zusammen und ist nun wieder hellwach. Ein schwarzes Bündel wird ihr vor die Nase gehalten und verwundert blinzelt sie den jungen Kerl vor sich an, dieser aber zwinkert nur und bevor sie etwas erwidern kann liegt das Bündel auf ihrem Schoß und er ist im letzten Moment aus der Tür der U-Bahn gehüpft. Als sie die Überraschung verarbeitet hat betrachtet sie was er ihr zugeworfen hat und ist noch überraschter. Es ist ein schwarzer, dünner Pullover und sie bemerkt das es wohl ein ziemlich teurer noch dazu sein muss. Viele Stars tragen zurzeit von dieser Marke Klamotten und dennoch hat er ihn ihr einfach so gegeben... hat er mitbekommen das ihr kalt ist? Trotz allem zieht sie ihn einfach über und fühlt sich mit einem Mal viel wohler. Ein starker Geruch steigt ihr in die Nase, der an eine frische Wiese erinnert, und unbewusst saugt sie diesen in sich auf. Dieser Fremde wusste was es heißt gut zu riechen und dann auch noch so frisch und belebend. Vielleicht trifft sie ihn bald wieder, denn den muss sie unbedingt zurückgeben oder nicht? Nach einer halben Stunde Fahrt kann sie endlich auch aussteigen und tritt ihren Weg durch eine familiäre kleine Ecke in Seoul an. Hier stehen nette kleine Häuser, die von vielen freundlichen Familien bewohnt sind und eines davon, ein hellgraues, ist ihres.

Noch bevor sie zur Tür rein ist steht ein Mädchen mit wilden, kurzen Locken vor ihr und bestaunt sie wie ein aufgeregter Hund der sein Fressen will. Etwas verwundert zieht Nyu eine Augenbraue hoch und schürzt die Lippen:"Was willst du, Welpe?" ihre kleine Schwester knurrt auf und antwortet:"Ich bin kein Welpe ... EGAL! Ich brauche deine Hilfe! Ich habe Karten für das EXO Konzert gewonnen!" Ihre große Schwester lächelt und klopft ihr stolz auf die Schulter:"Das freut mich sehr! Dann viel Spaß!" mit den Worten drückt sie sich an ihr vorbei und stapft in die kleine Küche, wo zu ihrer Verwunderung ihre Eltern schon sitzen und sie strahlend anlächeln. "Was ist denn nur los? Wieso sind denn alle hier versammelt?" sie versteht den Aufruhr nicht und stellt ihre Tasche ab, bevor sie die beiden begrüßt und nach ihrem Tag fragt. Ihre Mutter aber kommt schnell zur Sache und meint:"Du wirst sie begleiten. Sie brauchen eine Volljährige  Begleitung." Für einen Moment hält sie das für einen schlechten Witz, doch die ernsten Mienen ihrer Eltern bestätigen das Gegenteil.

"BITTE WAS!?" schreit sie aufgebracht durch das ganze Haus und man hätte meinen können die Scheiben der Fenster wären dadurch erzittert.