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Sein letzter Kampf [Teil 1]

von Ortakh
GeschichteThriller, Horror / P18 / Gen
02.11.2019
09.02.2020
24
30.760
5
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09.11.2019 1.082
 
Es war nur ein Schatten und er ist so schnell wieder weg wie er kam. „Was?“, frage ich leise. Wohlwissend keine Antwort zu erhalten. Leicht geduckt schleiche ich weiter die Treppe hinunter und hoffe, das Haus schnell und leise wieder verlassen zu können. „Bin ich doch nicht allein?“ Bisher habe ich niemanden gesehen und es hat mich überrascht jemanden draußen in dieser Eile vorbeilaufen zu sehen. Ich gehe weiter, halte mich bedeckt und schaue nach draußen.  

Die Häuser stehen alle in Reih und Glied nebeneinander. Jedes unterschiedlicher als das andere und doch haben sie alle eines gemeinsam. Sie sind leer. Teilweise offene Türen und Fenster, kein Licht, kein Hinweis darauf, dass hier irgendjemand wohnen soll. Im Augenwinkel kann ich wieder diesen Schatten sehen. Dieses Mal jedoch habe ich einen bessern Blick auf seine Besitzerin. Sie trägt einen dunklen Mantel mit dunkler Kapuze über dem Kopf. Doch an ihrer Körperhaltung und ihrem Körperbau ist sie gut als Frau zu erkennen. Auf einmal schaut sie in meine Richtung und ich schnelle mit meinem Kopf unter das Fenster und außerhalb ihres Blickfeldes – hoffe ich. Für einen kurzen Moment kann ich in ihre finsteren, eiskalten Augen sehen. Mein Herz schlägt schneller und mein Atem wird lauter. „Ganz ruhig. Sie hat dich bestimmt nicht gesehen“, versuche ich mich zu beruhigen. Ich muss hier weg.

Ich schaue mich im Haus um und suche ein offenes Fenster oder eine Hintertür. Aber da ist nichts. Also verharre ich an Ort und Stelle.  

Es dauert. Und dauert. Und dauert. Bis ich den Mut fassen kann und mich über die Fensterbank zu stützen und einen Blick nach draußen wage.  

Niemand da. „Gut so.“  

Immer noch gebückt schleiche ich aus dem Haus und schaue die Straße hoch und runter. Ein Haus nach dem anderen betrachte ich etwas genauer und versuche mich an irgendetwas festhalten zu können. Aber ich erinnere mich an nichts. Kein Haus, keine Tür, kein Brett kommt mir auch nur auf irgendeine Art bekannt vor. Entmutigt verlasse ich das Grundstück über den Garten in der Hoffnung, dort vor dieser seltsamen Frau sicher zu sein.  

Mit einem sehr unbeholfenen Sprung überquere ich den Zaun und – wie doch zu erwarten war – zieht mir der Aufprall durch den Rücken und verpasst mir einen heftigen Stich, der mich sofort zu Boden reißt. „Ahh, verdammte scheiße!“, fluche ich mit verzerrtem Gesicht in den von Gras überwachsenen Nachbargarten. Eine kurze Pause muss sein. Keuchend liege ich auf dem Gras und versuche den Schmerz zu unterdrücken. Trotz aller Versuche wieder aufzustehen, zwingt mich mein Körper zur Ruhe und Vorsicht. Vielleicht habe ich mir ja doch etwas gezerrt. Oder ich bin gerade sehr empfindlich. Wie dem aus sei.  

Also stehe ich vorsichtig auf und gehe langsam durch den nächsten Garten, und den nächsten. Und überall siehe ich das gleiche; oder auch nicht. Niemand ist hier. Keine Elf, kein Mensch und kein Tierwesen. Das kann doch nicht sein. Warum ist hier niemand auf den Straßen, oder in seinen Häusern, wenn hier doch so viele stehen. Es kann doch nicht sein, dass hier alle ausgeflogen sind, oder?  

„Warte, das Haus kenne ich?“, flüstere ich verwirrt und überrascht zugleich. Aber woher? Der Garten unterscheidet sich nicht sonderlich von den andern. Und auch sonst ist es ein Haus wie jedes andere auch. Ich schaue vom Garten ins Fenster hinein und plötzlich erkenne ich die Einrichtung wieder.  

Auch hier steht an einer Seite des Wohnzimmers ein Kamin mit zwei Sitzgelegenheiten davor. Sie sind nicht so schlicht wie im vorherigen Haus, sondern sehr geräumig und offen eingerichtet. Der Tisch steht in der Küche und an ihm sind ganze zwei, drei, vier, … fünf Stühle? Warum so viele. Wird das Haus von so vielen bewohnt?... Da, die Kochstelle. Das ist meine Kochstelle, meine Küche.  

„Das ist mein Haus!“, murmle ich. Das ist tatsächlich mein Haus und ich wohne da drin – also eigentlich. Erst vor ein paar Wochen saß ich dort mit … Skelgrof, heißt er glaube ich. Wir haben über einer Karte gesessen und über irgendetwas geredet. Und es gab leckeres … Meine Frau! Ich bin verheiratet!  

„Verheiratet?!“, rufe ich und halte mir direkt den Mund zu. Ich möchte immerhin nicht, dass mich die seltsam gruselige Frau von vorhin hört. Wer weiß, was sie vorhat. Ich will es jedenfalls nichts herausfinden. Aber ja, ich bin verheiratet. Ich habe eine wunderschone Frau, El… Esil… Elsil. Ich habe sie in Grünherz kennengelernt. Und das hier ist Grünherz. Das ist die Stadt, in die ich vor einigen Jahren gezogen bin. Aber es beantwortet mir immer noch nicht die Frage, was in dieser Stadt los ist? Wo sind die ganzen Bewohner? Wo ist meine Frau? Was macht diese gruselige Frau da auf den Straßen?  

Zum Garten hin ist eine Tür, die direkt ins Wohnzimmer führt. Mein Magen dreht sich bei dem Gedanken, das Haus zu betreten. Aber ich kann mich nur bruchstückhaft an dieses Haus und meine Vergangenheit erinnern. Möglicherweise finde ich etwas, das mir auf die Sprünge hilft. Die Tür ist nicht verschlossen – wie alle Türen in dieser Stadt habe ich das Gefühl. Von drinnen kommt mir ein wohl bekannter und angenehmer Geruch entgegen. Eine selbstgekochte – mir ist leider der Name entfallen – Mahlzeit, die... Elsil immer sonntags zubereitet hat. Aber in der Küche ist nichts zu sehen. Bilde ich mir das nur ein oder ist hier Magie am Werk?  

Durch das Fenster kann ich beobachten, wie sich der Himmel rot färbt und die Welt um mich herum wieder hell wird.  

“Die Sonne geht auf. Vielleicht hat dieser Albtraum ja nun endlich ein Ende.” Ich spreche mir selbst Mut und Hoffnung zu, nichtsahnend, dass das erst der Anfang ist.  

Beim Verlassen meines Hauses sehe ich ein gutes Stück die Straße hinunter ein großes hölzernes Schild. Da ich es nicht lesen kann laufe ich darauf zu. Es besteht aus einer anderen Holzsorte, als jene, die hier in der Stadt verbaut wurde. So hell und glatt. Sieht eher aus, als wäre der Baum, aus dem die Bretter hergestellt sind, nicht aus dieser, sondern einer anderen Gegend; aus einem anderen Teil Tamriels. Die Schrift ist glücklicherweise von weitem durch ihre Größe gut lesbar. Die Worte überraschen mich und schüren meine Verwirrung nur noch mehr. Aber sie geben mir auch ein Stück weit Hoffnung, dieser Situation endlich entkommen zu können.  

[HABT IHR EUCH VERLAUFEN? WISST IHR NICHT, WO IHR HIN SOLLT? FRAGT IHR EUCH, WO EURE FREUNDE UND NACHBARN SIND?

KOMMT IN DIE KAISERSTADT. DORT WERDEN EUCH ALLE FRAGEN BEANTWORTET WERDEN]
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