the sweet call of mother fortune

von Dacolea
GeschichteRomanze, Familie / P16
J-Hope OC (Own Character) RM Suga V
02.11.2019
30.11.2019
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×Thea POV×

"Aufwachen Dornröschen", rüttelte mich die raue Stimme meines Bruders wach und ich spürte, wie mir unsanft in die Wange gekniffen wurde. Müde murrte ich beleidigt und schlug ihm beim strecken ganz beiläufig meine Hand ins Gesicht. Gähnend kommentierte ich: "Oh das tut mir aber Leid", und fing an zu lachen als er mich anfing zu kitzeln.
"Das ist gemein!", lachte ich und sah hilfesuchend um.
Doch wer hätte mir helfen können?
"Alec du bist so böse", murrte ich als er endlich von mir ablies und sich durch seine locker fallenden dunkelbraunen Locken strich und seinen Kopf in den Nacken legte. Langsam suchte sein Blick meinen und er flüsterte: "Ob wir hier einen gescheiten Kaffee bekommen?"
Er hatte die selben eisgrauen Augen wie ich und auch, zu meinem Bedauern, teilten wir die selben markanten Gesichtszüge. Dominante Wangenknochen, kantiges Kinn, volle Lippen. Ok er malte sie sich nicht tiefrot an. Aber ja. Jeder Blinde hätte gesehen, dass wir Geschwister waren. Den einzigen den man nicht mit uns in Verbindung gezogen hätte, wäre unser Vater gewesen. Er hatte strahlendblaue Augen und sein Haar glich mittlerweile reinem Platin. Auch seine Gesichtszüge ähnelten unseren nur wenig. Nur die Wangenknochen stachen sichtbar hervor. Sonst war er eher ein unauffälliger Mann um die 50...dachte ich zumindest.
"Kaffee? Also wenn die hier keinen anständigen haben dann nehme ich den nächsten Flieger zurück", entgegnete ich verzögert meinem Bruder und musste mir ein Grinsen verkneifen. Der Blick den mein Bruder mir entgegen brachte war zu lustig. Schmollend schob er seine Unterlippe vor und sah mich mit seinem Welpenblick an. Dazu kamen noch die vorwurfsvollen Seufzer, welche er in seiner theatralischsten Form von sich gab.
Ich verlor mein Pokerface, sofern ich es überhaupt davor hatte, und lachte herzhaft. Kopfschüttelnd knuffte ich seine Schulter und lächelte.
"Ich würde dich doch nie hier alleine lassen", meinte ich grinsend und sah aus dem Fenster.
Wir würden gleich landen. Nach 10 Stunden Flug würden wir endlich ankommen! Ich musste dringend mal stehen und mir die Beine vertreten. Das ständige Sitzen macht einen nur noch schläfriger.

Nachdem wir das Flugzeug verlassen hatten, wäre ich am liebsten auf die Knie gegangen und hätte den Boden geküsst. Ich glaube ich war noch nie so froh festen Boden unter den Füßen zu haben.
"Ich hole Kaffee und du wartest auf unsere Koffer?", fragte er grinsend und sah sich um, "Ich soll die schweren Koffer von dem Band runter bekommen?", fragte ich überrascht und hob demonstrativ meinen Arm an, "mit welchen Muskeln denn?"
Amüsiert hob er eine Augenbraue und sah mich prüfend an. "Ja mit den dünnen Ärmchen wird das nix. Schaffst du es zwei Kaffeebecher zu tragen?", scherzte er und ich spürte wie er mich lachend umarmte.
"Ich glaube das liegt gerade noch im Bereich des möglichen", lachte ich und löste mich aus seinen Armen, "bis gleich"

Mit einem Lächeln auf den Lippen suchte ich also nach dem nächsten Starbucks und orderte unseren Kaffee. Mein Bruder bekam einen ganz schlichten schwarzen Kaffee und ich freute mich bereits auf meinen Eiscafé. Während ich die Bestellung in englisch tätigte sah ich mich um. Viele der Menschen hier waren eindeutig asiatischer Herkunft und nur eine Handvoll Touristen aus aller Herren Länder suchten nach einem Ausgang. Es war schon faszinierend wie unbeschreiblich groß hier alles war. Allein an den Dimensionen der Halle in der wir uns hier befanden, konnte ich mir schon ausmalen wie gigantisch erst die ganze Stadt sein müsste. Frankfurt war dagegen ein kleines unbedeutendendes Dorf. Der Gedanke daran ließ mich erschaudern. Ich mochte große Menschenmassen nicht und doch zog ich mit meinem Bruder hier her. Zu unserem Vater. Nach Seoul. Schon verrückt.

Gedankenverloren nahm ich den Kaffee entgegen und bezahlte brav, ehe ich mich auf den Weg zur Gepäckausgabe machte. Ich wusste gar nicht wo ich als nächstes Hinschauen sollte. So war es auch absehbar, dass ich geflasht von meiner Umgebung nicht merkte, dass mich jemand unsanft zur Seite drängte. Ich verlor ungeschickt mein Gleichgewicht und im Versuch mich auf den Beinen zu halten kippten mir beide Becher über die Brust. Die heiße Flüssigkeit verbrühte meine Haut und ich schrie beinahe auf. Lautstark ächzte ich und sah wütend zu dem Mann, der mich so weggedrängt hatte. Er trug einen schicken Anzug und eine Sonnenbrille. Seine Türsteherfigur verriet mir, dass er von einem privaten Sicherheitsunternehmen kam.
Aber egal wie wichtig sein Kunde war!? Das war keine Entschuldigung für das drängeln!
Zorn glitzerte in meinen Augen als ich wütend ihn anfuhr...auf deutsch...im Nachhinein war es wohl besser so dass er mich nicht verstand. Ich sagte unschöne Dinge zu ihm.
Der Mann nahm kaum Notiz von meinem Wutausbruch, was mich nur noch rasender machte.

"Sieh mich gefälligst an wenn ich mit dir rede!", zischte ich wütend und stellte mich vor den Mann. Meine Hände stämmte ich verärgert in meine Hüften. In einem harten Englisch versuchte ich es nochmal: "Du kannst nicht einfach jemanden schubsen und dich danach nicht mal entschuldigen! Deinetwegen ist mir der Kaffee übergekippt! Also entschuldige dich! Mehr will ich dich gar nicht!"

Der Mann sah mich ernst an und knurrte auf koreanisch: "Geh einfach weg. Es ist nur Kaffee. Ich habe Wichtigeres zu tun"

Empört sah ich ihn an und warf ihm den leeren Becher an den Kopf. "Idiot!", rief ich außer mir und spürte wie er mein Handgelenk unsanft packte und mir mit einem strengen Blick sagte, dass ich mich nicht so anstellen sollte.
"Lass mich los!", ächzte ich auf englisch und versuchte mich aus seinem Griff zu lösen. Ohne Erfolg.

Einer seiner Kollegen kam zu uns und knurrte: "Lass das Mädchen und komm. Wir müssen weiter. Die Jungs warten nicht gerne"

Der Mann ließ mich also los und grummelte etwas in sich hinein, ehe er mit dem anderen ging.

Wütend schrie ich: "Ich bin noch nicht fertig!"
Doch in dem Moment war mir klar. Er war fertig und ich realisierte umsomehr wie meine Brust kochte. Scheiße war das heiß! Warum musste Kaffee so heiß sein?!
Ich lief schnell in eine Toilette und versuchte meinen Oberkörper zu retten. Ich tupfte den Kaffee so gut es ging ab und zog mein Oberteil aus. Es war mir mehr als unangenehm nur im BH in dieser Großraumflughafentoilette zu stehen, aber was hätte ich machen sollen?
Ich versuchte zu retten was zu retten war und schlüpfte in meine Lederjacke. Schnell machte ich diese zu und freute mich das sie wenigstens etwas bedeckte. Ich trug zwar jetzt bauchfrei und weit ausgeschnitten, aber wenigstens sah man meine Unterwäsche nicht.
Ich sah auf mein Oberteil und dachte nach. Es war nur ein einfaches graues TShirt gewesen...und so durchnässt könnte ich es nicht gut transportieren...
Es fiel mir schwer, doch ließ ich es in den Nächsten Mülleimer verschwinden. Ich könnte mir hier ein neues kaufen...redete ich mir ununterbrochen ein, während ich mich auf den weg machte einen neuen Kaffee zu besorgen.
Aber dieses Mal würde mir keiner es mehr überkippen!

"Was ist mit dir passiert?", fragte mein Bruder mit erhobener Braue und nahm seinen Kaffee entgegen.
"Lange Geschichte...ist nicht so wichtig", meinte ich. "Doch das ist wichtig. Warum trägst du nur Unterwäsche! Man sieht viel zu viel Haut!", "Beruhig dich", "Und warum leuchtet deine Haut so rot?", "Ich habe Kaffee abbekommen und mein Oberteil musste leiden wie auch meine Brust...ganz einfach."
Er beobachtete mich genau und zog meine Jacke mehr zu. "Du wirst mir nicht mehr sagen, habe ich recht?"
Ich nickte nur und nahm einen großen Schluck von meinem Eiskaffee. "Komm...ich will zu Vater", meinte ich ausweichend und lief Richtung Ausgang, meinen großen Koffer dicht hinter mir.

Kaum waren wir draußen hörten wir wie viele, meist weibliche, Fans von irgendwas anfingen zu kreischen. Genervt rollte ich mit den Augen und sah zu meinem Bruder.
"Ich wette die sind wegen dir hier", lachte ich und sah zu ihm. Er fuhr sich sexy durchs Haar und grinste. "Natürlich. Sie wussten, dass ich komme", lachte er mir entgegen und schüttelte seinen Kopf. "Sie quietschen allerdings etwas von BTS...und ein paar Namen...ich glaube das war ne Boygroup", dachte er nach. "Boygroup?", fragte ich blinzelnd und sah ihn an, "es gibt noch Menschen die Boygroups toll finden? Bitte sag mir das das nicht sowas wie diese 0815 Klonkrieger sind?! Ich glaub nicht dass ich in einem Land leben kann das Boygroups klasse findet!"

Er sah mich ernst an und nach einer Sekunde brach er in schallendes Gelächter aus. "Tut mir leid. K-Pop liebt seine Boy- und Girlgroups", "Ich muss hier weg!", stöhnte ich mit leidenden Blick und sah zu ihm, "wann geht der nächste Flieger?"

"Ich fürchte gar nicht", lachte er und schien sichtlich amüsiert zu sein. Mein sonst so berechnender Bruder zeigte Emotionen...selten aber wahr. Die Reise war bestimmt Schuld. Das wühlte ihn doch auch mehr auf als er zugab.



×Namjoon POV×

"Wieso bleiben wir stehen?", murrte ich gedankenverloren und nahm meine Kopfhörer ab. "Einer der Security hat ein Problem", kommentierte Suga gähnend und deutete in eine Richtung.
Ich schloss kurz meine Augen und drehte mich in die Richtung in die er zeigte und sah...erstaunliches.
Eine junge Frau schrie den Mann wütend an. Ich verstand nicht was sie sagte, da es eine ganz andere Sprache war. Doch hörte sie sich nicht erfreut an. Erst jetzt sah ich das sie zwei, ich glaube leere, Kaffeebecher in der Hand hielt und der Inhalt sich wohl auf ihrem Oberteil verteilt hatte.
"Oh", kam es nur von mir und ich beobachte das geschehen weiter.
Sie fing nun an auf Englisch ihn um eine Entschuldigung zu bitten, doch der Mann sagte nichts mehr. So warf sie ihm den Becher an den Kopf.
Ich prustete ein unterdrücktes Lachen und hob eine Augenbraue. Sie hatte Feuer.
"Hat sie gerade?", fragte J-Hope mit offenem Mund. "Sieht ganz danach aus", antwortete ich ihm und sah wie er sie grob packte. Automatisch machte ich einen Schritt auf das Geschehen zu und wollte eingreifen, doch ein anderer Bodyguard kam mir zuvor. Er holte seinen Kollegen und ohne eines Blickes zu würdigen ließen sie die Frau da einfach stehen.
Ihr sah man an, dass sie das Gespräch für noch nicht beendet hielt.
"Das war mutig von der kleinen...", "Ich würde sie nicht kleine nennen. Mir scheint sie ist größer als du", schmunzelte J-Hope amüsiert und wuschelte Jimin durch sein perfekt sitzende Haar. "Hey!", murrte dieser und begann sofort sich wieder herzurichten, "nicht die Haare!", "Wie schnell er dadurch vergessen hat, dass du ihn klein genannt hast", kommentierte Tae die Situation und grinste.
Oh nein jetzt geht das wieder los...
"Kommt Jungs. Ich will nur noch heim", maulte ich und zersprengte die Diskussion.
Mit einem letzten Blick zu der jungen Frau, wand ich mich ab und ging weiter. Doch blieb mir das Bild wie sie den Kaffeebecher warf die ganze Zeit über vor Augen.
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