Mentally fragile

von Sandsturm
GeschichteKrimi / P16
Aaron "Hotch" Hotchner David Rossi Derek Morgan Dr. Spencer Reid Jennifer "JJ" Jareau OC (Own Character)
01.11.2019
21.02.2020
20
24448
6
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Disclaimer: Criminal Minds gehört nicht mir, ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.
Olivia Brown und die anderen Personen, die in diese Geschichte auftauchen, habe ich frei erfunden.


Schuldigkeit


„Strauss“, meldete sie sich am Telefon.
„Erin, schön deine Stimme zu hören. Wie geht es dir?“
Sie kannte die Stimme und sie konnte den sarkastischen Unterton heraushören. „Colin, was gibt es?“, fragte sie und versuchte, dabei kühl zu klingen. Eigentlich hatte sie keine Lust, mit ihm zu telefonieren, auf der anderen Seite hatte sie ewig darauf gewartet, dass er sich mal wieder bei ihr meldete. Wahrscheinlich war es nur der falsche Zeitpunkt.
„Ach, es ist immer wieder ein Vergnügen, mit dir zu telefonieren“, sagte er dieses Mal ohne den Sarkasmus in seiner Stimme zu verstecken. „Ich ruf dich an, um dich an deine Schuld zu erinnern.“
„Als hättest du sie mich jemals vergessen lassen“, war ihre Antwort. „Was willst du von mir, Collin?“ Ja, meistens rief er nur noch an, wenn er etwas von ihr wollte. Es machte sie traurig. Früher waren sie zwei unzertrennlich gewesen, aber das war schon lange her.
„Meine Tochter Olivia braucht eine gute Stelle. Sie soll zur BAU. Regel das!“
Strauss wusste, dass seine Tochter eine FBI-Agentin war. Sie hatte vor gut einem halben Jahr die Prüfungen bestanden und war seitdem in Australien. „Wie stellst du dir das vor? Ich kann doch nicht einfach jemanden einstellen, nur weil es mir passt.“
„Regel das! Sie kommt in zwei Tagen.“ Dann legte er einfach auf.
Müde rieb sie sich mit den Fingerspitzen beide Schläfen. Lange dachte sie darüber nach, wie sie eine Stelle aus dem Nichts herzaubern sollte. Irgendwann seufzte sie und wusste, dass es nur ein Team gab, in das sie ihre Nichte stecken konnte, ohne dass es allzu große Probleme geben würde. Er würde sicherlich nicht erfreut sein, aber er würde es akzeptieren.

Das, was sie daran jedoch störte, war die Tatsache, dass Olivia ihrer Mutter so ähnlich war in Aussehen und Charakter und sie diese wiederum gar nicht leiden konnte. 'Das ich mir so was gefallen lassen muss', dachte sie wütend, aber sie stand, wie er es immer wieder gerne betonte, tief in seiner Schuld und, wenn sie ehrlich mit sich war, noch viel mehr in Olivias. Erneut seufzte Strauss. Es gab Tage, die einfach kein Ende nahmen. Ihr Blick schweifte über den Stapel an Akten, die sie heute noch bearbeiten musste. Die untergehende Sonne tauchte ihr Büro in warme Farben und da sie sich sicher war, dass kaum noch Leute im Gebäude waren, öffnete sie ihre Schreibtischschublade und holte eine Flasche raus. Sie goss sich von dem rotbraunen Getränk ein Glas ein und nahm einen großen Schluck. Sie schenkte noch einmal nach und legte die Flasche dann zurück.


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Olivia betrat das große Gebäude und wand sich an die Dame an der Rezeption. „Hallo, mein Name ist Olivia Brown und ich habe einen Gesprächstermin mit Chief Direktor Erin Strauss.“
Die Dame sah sie kurz an und schaute in ihrem Computer nach ihrem Namen. „Einen Moment, bitte. Ich melde Sie an“, sagte sie und lächelte dabei Olivia freundlich an. Kurz darauf sagte sie: „Dritter Stock. Sie können mit dem Aufzug hochfahren.“
Olivia nickte nur. Sie war nervös und aufgeregt. Das letzte Treffen mit ihrer Tante war schon Ewigkeiten her und es hatte damals alles andere als gut geendet. Eindutzend Fragen schossen ihr durch den Kopf, warum Strauss ausgerechnet ihr ein Jobangebot gemacht hatte, wo die zwei doch wie Hund und Katze waren.

Seufzend stand sie vor den Aufzügen und wartete. Sie befürchtete, dass das alles nicht wirklich gut laufen und die zwei sich in die Wolle bekommen würden wie beim letzte Mal, als Olivia noch auf der Akademie gewesen war. Strauss war damals so in Rage geraten, dass ihre Stimme zwei Oktaven höher als üblich geworden war, während sie Olivia quer durch den Raum angefahren hatte. Das Unbehagen in ihr wuchs und als der Aufzug unten ankam und sie in diesen einstieg, war sie sich nicht mehr sicher, ob sie das alles so wollte.

Oben angekommen hielt der Aufzug und die Türen öffneten sich. Sie stieg aus und sah sich in dem Büro um. Leute liefen geschäftig hin und her, Telefone klingelten und einige unterhielten sich angeregt. Es roch nach Papier, Druckern und Computern.... „Oh, ja irgendwie hab ich das vermisst“, stellte sie für sich fest.
Eine blonde Frau kam gerade an ihr vorbei, sah sie und fragte sie freundlich: „Hallo, kann ich helfen?“
„Oh, ja gerne. Ich suche das Büro von Chief Direktor Erin Strauss. Sie hat mich zu sich bestellt.“
Über das Gesicht der Blonden huschte kurz ein mitleidiger Blick, ehe sie mit einem leicht bedauernden Unterton sagte: „Ich kann Sie hinführen, wenn Sie möchten. Mein Name ist übrigen Jennifer Jareau, JJ.“ Sie streckte ihr freundlich lächelnd die Hand entgegen.
Olivia reichte ihr ihre und sagte: „Olivia Brown, Liv.“

So begleitete JJ Olivia zu Strauss. Liv war der bedauernde Unterton nicht verborgen geblieben und sie fragte sich insgeheim, ob alle so dachten. Sie kannte Strauss, sehr gut sogar, und sie wusste, was sie von ihr hielt. Es beruhte ja auf Gegenseitigkeit, immerhin trug sie die Schuld an... Nein, daran wollte sie jetzt nicht denken.
Als sie durchs Büro gingen, sagte JJ im Vorbeigehen zu einem jungen Kollegen: „Spencer, bist du so nett und sagst dem Team Bescheid? Ich hab einen Fall für uns.“ Dieser nickte als Antwort, stand auf und verschwand. Liv sah ihm hinterher.

Als sie weitergingen, sah Liv sich weiter um und achtete nicht darauf, wo sie hinlief. Sie wäre beinahe in JJ reingelaufen, die vor Strauss' Bürotür stehengeblieben war. Zum Glück hatte sie es gerade noch rechtzeitig bemerkt. JJ drehte sich mit einem Lächeln zu ihr und sagte: „So, da wären wir. Das ist ihr Büro. Viel Glück.“
„Vielen Dank“, sagte Olivia nur und meinte damit sowohl die Begleitung, als auch die Glückwünsche. Sie klopfte sachte an die Tür, wie sie es immer tat, und wartete. Ein strenges „Herein“ kam von Drinnen und sie öffnete die Tür.




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