Legends Never Die

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Albus Dumbledore Gellert Grindelwald
31.10.2019
31.10.2019
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Legends Never Die





Der Horizont war pechschwarz und ein Donner zerriss die Stille. Albus Dumbledore stand in der großen Halle, die verlassen war. Kein Schüler war anwesend, lediglich die Professoren standen da, starrten auf ihn und Direktor Dippet, die einander gegenüber standen.
„Sie müssen etwas machen!“, hielt der Ältere dagegen, während Albus selbst die Hände zu Fäusten ballte. Dippet war nicht der erste, der ihm sagte, dass etwas getan werden musste. Das er handeln musste. Doch er konnte nicht. Er konnte nicht gegen ihn in die Schlacht ziehen. Es ging einfach nicht.
Alles in Albus wehrte sich dagegen. Er wollte kein Held werden, keine Legende. Er war nie dafür geschaffen. Legenden, sie gehörten nur den guten. Aber er, er war es nicht. Zu eng verband ihn eine düstere Vergangenheit, um die niemand wusste mit dem anderen. Legenden aber, sollten gut sein; unsterblich. Wenn die Welt nach ihnen rief, mussten sie den Schrei ihres Namens hören und daraufhin reagieren und handeln. Das war ihre Pflicht. Doch nicht die seine.

Weder war er gut, noch konnte er etwas gegen ihn ausrichten.
Die Bande, die ihn mit Grindelwald verbanden, waren zu eng, enger, als es irgendjemand für möglich gehalten hätte. Niemand wusste um die gemeinsame Vergangenheit. Niemand wusste um ihr früheres, gemeinsames Interesse, ihr Wunsch nach Macht, ihr Wunsch danach, sich nicht mehr verbergen zu müssen … und welche katastrophalen Folgen dies beinahe gehabt hätte. An welchen Abgrund sie die magische Welt beinahe getrieben hätten. Diese und die der Menschen.
Nein, sie waren keine Legenden.
Und Albus wollte auch keine werde, zu sehr haftete die gemeinsame, düstere Vergangenheit noch an ihm. Würde es immer tun. Jeden Tag wenn er in den Spiegel blickte, hasste er sich dafür. Hasste sich für diese Gedanken, diese Neigung, dieser Gier, der er beinahe endgültig erlegen wäre. Im aller letzten Moment hatte er den Absprung geschafft; hatte es geschafft die verhängnisvollen Bande, die ihn gedroht hatten, endgültig in die Dunkelheit zu ziehen, zu vernichten.


Legenden, sollten dem guten Dienen. Sie sollten mit allem was sie hatten für das Gute einstehen, und dafür kämpfen, bis zur Vernichtung.





Legends never die
When the world is calling you
Can you hear them screaming out your name?




„Professor Dumbledore!“ Die Stimme Dippets erreichte den Braunhaarigen kaum. Vor seinen Augen tauchten Bilder aus längst vergangenen Zeiten auf. Bilder, wie es früher war. Früher – hing damals schon der bedrohliche Schatten über ihm? Hatte er damals schon seine Hände nach ihm ausgestreckt? In dem Moment, in dem er in sein Leben trat? War er damals schon empfänglich für das Dunkle, das Böse gewesen, oder war es danach erst passiert? Laut seinem Bruder Aberforth, hatte er sich langsam, schleichend, beinahe unbemerkt, verändert. Immer weiter, immer mehr. So lange, bis ihn selbst sein eigener Bruder nicht mehr wieder erkannt hatte.

„Krieg steht vor unseren Toren. Selbst das Ministerium ist Machtlos gegen ihn. Keiner unserer Professoren ist so gut in Magie, in Duellen, in Zauberkunst, wie Sie. Sie sind der einzige, der ihn vernichten kann!“ Die Worte hallten in der Großen Halle wieder, doch Albus hörte sie kaum. Vor seinen Augen sah er Bilder aus längst vergangenen Tagen aufblitzen. Er sah einen blondhaarigen Jungen, der ihn warm anlächelte. Seine zweifärbigen Augen musterten ihn neugierig. War es damals schon in ihm? Diese Dunkelheit, die ihn nun antrieb? Die ihn zu all diesen grausamen Dingen befähigte?



„Ich bin Gellert. Gellert Grindelwald. Und wer bist du?“

„Albus. Albus Dumbledore.“




Legends never die
They become a part of you




Vernichten. Wollte er das überhaupt? Konnte er das? Konnte er den Zauberstab gegen ihn erheben? War er dazu fähig? Die Frage, ob Grindelwald es konnte, stellte Albus sich nicht. Er hatte gehört, was er getan hatte. Welche Massaker er befehligt oder gar selbst ausgeführt hatte. –Ja, du bist zu allem fähig- ging es ihm durch den Kopf, während sein Herz in seiner Brust raste.
Der Junge, den er einst geliebt hatte, war längst verschwunden. Verschluckt von der Finsternis. Zurückgeblieben war jenes Monster, dass nun die Welt terrorisierte; das meinte, sie sich untertan machen zu können. In den vergangenen Monaten waren immer wieder Mitarbeiter des Ministeriums an ihn herangetreten, hatten ihn geben, aufgefordert, oder gar befohlen, etwas gegen Grindelwald zu unternehmen.

Er dachte zurück an den Tag vor einigen Wochen, in dem Newt mit dem Blutpakt bei ihm aufgetaucht war. Ungläubig hatte Albus diesen angestarrt, hatte nicht glauben können, dass dieses Ding, wirklich vor ihm lag. Er hatte es gehasst; gehasst, weil er sich damals dazu überreden lies. Und geliebt, weil es eine Verbindung aus längst vergangenen Tagen war. Tage, die ihm wie aus einer anderen Welt, wie aus einem Traum erschienen. Und er hatte Angst. Große Angst, dass irgendjemand dahinter kam. Das irgendjemand heraus fand, was er damals in seiner Leichtgläubigkeit und blinder Liebe getan hatte.
Es war unverzeihlich gewesen. Denn nur weil er sich zu diesem Blutpakt überreden hatte lassen, war er Jahre lang, Jahrzehnte lang daran gehindert gewesen, etwas gegen Grindelwald zu tun.


-Die ganzen Toten, habe ich zu verantworten. Ich will kein Held sein. Ich war nie einer und werde es auch nie sein.-


Albus ballte die Hände erneut zu Fäusten. Nur mit Mühe konnte er das Zittern seines Körpers verbergen. In ihm tobte ein Gefühlsorkan. Hass, Wut, Schmerz, Sehnsucht, Angst. Er drohte, darin zu ertrinken, sich gänzlich darin zu verlieren.

Albus war ein Überlebender. Er hatte das wohl schlimmste in einer Beziehung erleiden müssen, ein Schmerz, der kaum vorstellbar und noch viel weniger zu ertragen war. Oft fragte Albus sich, wie er es bis hier her geschafft hatte. Er hatte einfach jeden Tag weiter gemacht, hatte sich mit aller Macht die er aufbieten konnte gegen die Verzweiflung, den Schmerz und die Trauer gestemmt. Die Sehnsucht hatte ihn innerlich zerrissen, in Millionen Scherben. Alleine zu hören, was Grindelwald tat, schmerzte mehr, als eine Wunde es jäh konnte. Aber nun, nun sollte er ihm auch noch gegenüber treten? Das war mehr, viel mehr, als er jemals ertrug.



Every time you bleed for reaching greatness
Relentless you survive




Albus Herz blutete. Blutete jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde. Ob sich das jemals ändern würde? Nein, er würde für den Rest seines Lebens dafür zahlen, sich selbst bestrafen für das, was er getan hatte; was sie nun in diese Situation gebracht hatte. Hätte er sich damals nicht so von Grindelwald blenden lassen, hätte er damals erkannt, was dieser wirklich wollte … wäre er damals nicht so der Finsternis verfallen gewesen, der Macht, die sie versprach – es wäre nie so gekommen, wie es nun war.

Ja, Albus überlebte. Jeden Tag. Auch wenn es wehtat. Sehr wehtat.


Am liebsten würde er einfach die Augen verschließen. Verschließen vor allem. Der Wahrheit, der Realität, einfach vor allem. Und sein Herz sollte einfach taub werden, erkalten, zu Eis erstarren. Oder er selbst gar sterben. Hauptsache, er musste diese Qual nicht länger ertragen.
Aber er durfte nicht aufgeben. Es ging nicht länger nur um ihn und das, was er wollte. Es ging um viel mehr. Es ging um alles. Es ging um die gesamte Magische Welt, um jede Hexe und jeden Zauberer. Egal wie Dunkel es auch war, er musste kämpfen. Und diese Kämpfe – sie waren weit aus näher, als er es gerne hätte.




They never lose hope when everything's cold
And the fighting's near




Die Angst, eines Tages Grindelwald wieder gegenüber zu stehen, fraß sich wie Säure durch seine Knochen. Es ließ sein Herz erzittert und in seinem Kopf alles leer werden, wie ein unbeschriebenes Stück Pergament. Es presste ihm den Sauerstoff aus den Lungen, bis ihm beinahe schwarz vor Augen wurde und sein Herz in Milliarden Scherben zersplittern.
Er wusste, dass er der einzige war, der es mit Grindelwald aufnehmen konnte. Egal wie groß die Angst auch war, er war die einzige Hoffnung für diese dunkle Zauberwelt, die immer mehr in Finsternis versank. Und dieser Kampf, denn er um alles auf der Welt so weit von sich wegschieben wollte, kam immer näher.




run into smoke
When the fire is fierce
Oh, pick yourself up, 'cause




„Professor Dumbledore! Sie müssen etwas tun! Das sind Sie den Schülern hier schuldig!“
Direktor Dippets Worte rissen ihn aus seinen eigenen, wirren und vor Angst verhangenen Gedanken. Er blickte dem Älteren ins Gesicht, der ebenso wie alle anderen nicht verstand, was den jungen Professor vor ihm, zögern ließ. Albus sah ihn an, wissend, dass er geradewegs in den Rauch hinein rennen würde, der ihm umbringen, der ihn ersticken würde, wenn er einen Schritt auf Grindelwald zu machte. Konnte er das? Konnte er quasi selbst in den seelischen Tod gehen, um die anderen zu retten?
Er würde zu einer Legende werden, wenn er das unmögliche möglich machte und Grindelwald besiegen sollte. Wenn… denn Albus hatte keine Ahnung, wie weit Grindelwalds Macht mittlerweile reichte. Wie stark seine Magie war, welche verbotenen, dunklen Zauber und Flüche er sich mit den Jahren angeeignet hatte.
Aber er musste aufstehen und etwas machen. Er musste handeln.




Legends never die
When the world is calling you (the world is calling you)
Can you hear them screaming out your name?
Legends never die




Und damit, dass er handeln würde, weil er einfach nicht mehr länger zusehen konnte, wie die Welt in Dunkelheit versank, würde er, wenn er aus diesem Duell als Sieger hervorgehen würde, zu einer Legende werden. Egal ob er wollte oder nicht.
Aber eigentlich waren das doch gute Aussichten, wenn man davon ausging, dass Legenden niemals starben. Er würde allen in Erinnerung blieben, egal ob er wollte oder nicht. Aber Albus wollte, dass man ihn wegen seiner guten Taten und nicht wegen seiner dunklen, zweifelhaften Vergangenheit, in Erinnerung behielt. Die Welt rief verzweifelt nach einem Retter und Albus ahnte, dass er dieser werden würde, wenn er siegreich sein sollte.


„Sie werden eine Legende sein, wenn Sie gegen Grindelwald in die Schlacht ziehen und siegreich sind. Und Legenden sterben nie.“

Die Worte Dippets verklangen und Albus schloss die Augen, erfüllt von Verzweiflung.


„Ich muss darüber nachdenken.“
„Da gibt es nicht zum Nachdenken! Es muss etwas getan werden! Und Sie sind der einzige, der ihm Einhalt gebieten kann! Sie sind der einzige, der ihn aufhalten kann!“
„Ich will aber keine Legende werden! Ich hab es nicht verdient eine zu werden.“ Den ersten Satz schrie er, den zweiten flüsterte er leise. Seine Nerven lagen blank, waren zerrissen, sein Herz zerfetzt. Zersplittert. „Ich überlege es mir“, flüsterte er abermals leise, bevor er sich abwandte und mit festen Schritten die Große Halle und so auch die Professoren verließ, allen voran aber erneut vor seiner Verantwortung davon rannte.


-Aber vielleicht habe ich doch eine Chance, denn ich bin ja jetzt schon fast eine Legende, und Legenden sterben doch nie- dachte er zynisch.





Legends Never Die



ENDE



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Albus Dumbledore will keine Legende werden, er denkt über Grindelwald nach und all das, was ihn mit ihm verbindet. Er fühlt sich zerrissen und hat Angst, Angst vor der Zukunft.

Was haltet ihr von diesem One-Shot?
Und dem Song, den ich damit verarbeitet habe?