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Proelia Draconigenarum  Season III - Rondeau Royal

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Het
Aki Izayoi / Akiza Izinski Crow Hogan Jack Atlas Rua / Leo Ruka / Luna Yusei Fudo
31.10.2019
25.01.2023
16
62.510
2
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25.01.2023 2.020
 
Am Montagmittag der neuen Woche kam Mikaja ganz aufgeregt in den Hotelgarten gerannt. "Ich hab's geschafft!", verkündete sie glücklich, erntete jedoch nur verdutzte Gesichter von Aki und Suke, die gerade auf ein Glas Saft an einem der Tische saßen.
"Was meinst du?", erkundigte Aki sich.
"Mein Troubleshooting war ein voller Erfolg!", fuhr ihre Freundin zufrieden fort. "Endlich hab ich den Fehler im Code entdeckt, ich muss also wirklich nicht schon wieder ganz von vorne anfangen! …Zumindest solange Crow seine übereifrigen Fingerchen weglässt."
Sie lachte ein wenig. Die Rothaarige hingegen sah unwohl drein. "Ich war bei Troubleshooting schon raus."
"Soll ich es dir erklären?"
"Musst du nicht, ich verstehe doch sowieso kein Wort…"
Mikaja faltete verträumt die Hände. "Du verstehst aber, wie es sich anfühlt, wenn man eins seiner liebsten Hobbys ausübt. Coding geht mir unter die Haut. So wie meine Liebe zu den Silverfeather, die geht mir auch unter die Haut, aber auf eine nochmal umso schönere Weise." Für einen Augenblick unterbrach sie sich selbst, als sie nachdachte. "Hm…Unter die Haut? Da kommt mir eine Idee. Silberne Flügel als Tattoo, das wäre doch was…"
"Was für Flügel?", fragte eine nicht unbekannte, weibliche Stimme.
Die Mädchen fuhren überrascht herum. Suke staunte nicht schlecht, denn da stand aus heiterem Himmel Swan vor ihnen. Mit ernster Miene hatte sie die Fäuste in die Hüfte gestemmt.
"Wer bist du denn?", fragte Mikaja verblüfft.
"Jedenfalls kein so Paradiesvogel wie du," konterte sie frech. "Ich bin Swan Orton und suche einen gewissen Crow Hoogan. Weil ich seine allerbesteste Freundin bin. Andere Details interessieren mich nicht. Ich brauche ihn, damit wir zu zweit endlich wieder Chaos anrichten können, so wie es sich gehört."
"Er ist wahrscheinlich mit Johka und den anderen in der Werkstatt," antwortete Aki und nippte an ihrem Glas. "Oder ist mit seiner Blackbird Delivery unterwegs."
"H-hey, warte kurz," warf Mikaja ein und hielt Swan an deren Unterarm fest, bevor sie den Schauplatz verlassen konnte. "Was genau willst du von Crow?"
"Und das bist du für 'ne alte Furie?", gab diese trocken zurück. "Wie kommst du darauf, mich einfach so anzulabern? Sind wir bei Martha's schon mal zusammen die Treppe runtergefallen? …Na ja, wenn ich dich so anguck, bist du wohl schon öfter gefallen."
"Hey, wirst du jetzt auch noch unverschämt??"
"Das kann ich am besten. Wir können uns auch duellieren, wenn du dich überhaupt traust." Swan verengte herausfordernd die Augen. "Das kann ich am zweitbesten."
"Oh, wenn du einen Kampf willst, kannst du einen haben!", sprang Mikaja umgehend darauf an. "Ich hole meine DuelDisk!"
Aki schaute verdutzt hinterher, als die Schwarzblauhaarige hastig zurück in das Gebäude rannte. "…So aufgewühlt habe ich Mika schon lange nicht mehr erlebt," raunte sie Suke zu.
"Ich auch nicht," antwortete diese. "Komm, gehen wir sie anfeuern."


Derweil machte Jaime sich auf eigene Faust auf den Weg nach Satellite. Letztes Jahr um diesen Zeit noch hätte sie niemals freiwillig auch nur einen Fuß hierher gesetzt, doch seit der Vereinigung und der darauffolgenden großen, beeindruckenden Veränderung des Erscheinungsbildes dieser Stadt war sie im Verlauf der vergangenen Monate schon das eine oder andere Mal mit den anderen hierher gekommen. Sie parkte ihre Cherry Blossom vor Martha's Haus und klopfte nach einem kurzen Zögern an der Haustür.
"…Oh, Jaime Delevingne besucht uns in Satellite!", rief die ältere Frau überrascht aus, nachdem sie geöffnet hatte. "Was führt dich her?"
"Bonjour, Madame Martha," grüßte sie. "Ich hätte da eine Frage an Sie. Sie kennen Jack Atlas von allen Menschen am besten, da haben Sie doch sicherlich Ideen, was man ihm als Geburtstagsgeschenk reichen könnte?"
"Wenn du mich nicht duzt, muss ich mit dir schimpfen," rügte Martha sie und lachte. "Komm doch erstmal auf einen Tee in meine gute Stube."
Jaime zog die Tür hinter sich zu und folgte der Hausherrin in das Esszimmer.
"Du sagtest etwas von Geburtstagsgeschenken?", erkundigte Martha sich und ging in die Küche.
"Ja." Jaime ließ sich auf einem der freien Stühle nieder. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, dass ein paar der Kinder aus einem anderen Raum heraus auf sie zeigten und leise, aber aufgeregt tuschelten. "Es sind zwar noch einige Wochen hin, aber ich möchte vorbereitet sein." Sie seufzte leise. "Ob er überhaupt eins verdient hätte, ist jedoch diskutabel…"
"Also…" Martha kehrte mit einer Kanne und zwei Tassen in das Zimmer zurück. "Wenn du für dein Geschenk auf Nummer sicher gehen willst, schenk ihm Cup Ramen."
"…C-Cup Ramen?", wiederholte Jaime verblüfft und verschluckte sie beinahe an ihrem Tee.
"Aber ja doch." Die ältere Frau nickte selig. "Jack hat eine große Vorliebe für Ramen, schon seit seiner Kindheit. Zusammen mit seinen Freunden hat er sie immer hier gegessen…bevor sie erwachsen geworden sind und die liebe Martha vergessen haben."
"Aber das stimmt doch nicht, Jack und die anderen suchen Sie—dich doch stets auf."
"Egal, wie alt sie werden, sie bleiben immer meine Söhne. Ihr werdet mich und meine Worte eines Tages nachvollziehen, sobald ihr selbst einmal Kinder habt. Als Geschenkidee könnte ich dir zumindest Oshiruko Noodles vorschlagen, sofern man noch welche finden kann. Ich habe gehört, dass die immer sehr schnell ausverkauft sind. Oder Red Demon's Noodles, wenn es die überhaupt noch gibt. Ansonsten ist etwas Selbstgemachtes natürlich immer sehr schön. Vielleicht ein gutes Abendessen? Du weißt ja…Liebe geht durch den Magen."
"S-s-so ist das nicht, Madame Martha," stammelte Jaime hektisch. "Jack ist mir lediglich ein Freund…auch wenn ich mich regelmäßig über ihn ärgern muss."
"Nicht? Nehmt ihr denn nicht als Pärchen am Circus Maximus teil?"
"Als Zweierteam, nicht als Pärchen! Jack hatte damals einmal mehr über meine Fähigkeiten als Duellantin hergezogen, deswegen habe ich mich seiner angeschlossen, um zu beweisen, dass er Unrecht hat! Er ist nur neidisch, weil ich netter, klüger, hübscher und besser bin als er!"
Martha lächelte wissend. "Ihr seid euch in so manchen Eigentümlichkeiten ähnlicher, als ihr glaubt."
Die Rosahaarige verdrehte die Augen. "Nun, wenigstens bin ich immer noch beliebt."
"Hey, Jaime-nee-chan," riefen auf einmal drei der Mädchen über sie und rannten fröhlich auf sie zu. "Wir haben diesen Schminkkoffer geschenkt gekriegt. Kannst du uns Schönheitstipps geben und uns schminken?"
Überrascht über den unverhofften Spitznamen zuckte sie auf. "Nun…Ich plante eigentlich, nicht allzu lange zu bleiben, um der Hausherrin nicht zur Last zu fallen…"
"Bitte, Jaime-nee-chan!", flehten die Kleinen.
"Na, hör mal. Du fällst mir doch nicht zur Last," korrigierte Martha und lachte wieder herzlich. "Los, geh schon."


"Was hat diese Swan gegen mich? Kann das mir jemand nachvollziehbar erklären? Wir kennen uns doch gar nicht," zischte Mikaja vor sich hin, kurz bevor sie sich mit ihrer anstehenden Gegnerin im Garten traf.
"Würdest du uns zuerst erklären, warum das dich so sehr aus der Bahn wirft?", stellte Aki als Gegenfrage.
"Eigentlich freue ich mich ja über Herausforderungen, ob ich sie jetzt selbst ausspreche oder erhalte," antwortete die Schwarzblauhaarige, "aber irgendwie…Ich mag es nicht, dass sie Crow scheinbar noch besser kennt als ich ihn."
"Och, bist du etwa eifersüchtig?"
"B-bei mir funktioniert das nicht, Aki!", schlug Mikaja sofort aus und erhob ihre Stimme ein wenig. Sie lief dennoch ein wenig rot an. "Immerhin gehe ich ganz offen damit um, dass ich ihn mag, daraus mache ich kein Geheimnis…!"
Swan auf der anderen Spielfeldseite hatte ihre Aussage durchaus gehört. Sie verzog das Gesicht zu einer zornigen Fratze. "So ist das also…", brummte sie in wütender Enttäuschung. "Hat er sich auch so eine aufgetakelte Tussi aus der Stadt gesucht, während ich brav und geduldig zuhause auf ihn gewartet hab…! Seid ihr bald fertig mit Quatschen?!"
"Bereit, wenn du es bist!", entgegnete Mikaja furchtlos.
"Na dann, bereite dich auf das schlimmste und dreckigste Match deines Lebens vor!"
"Hörst du jetzt mal damit auf?!"
Das Duell begann.
"Ich fange an," beschloss Swan und zog. "Ich beschwöre Whitefeather - Malva the Bonds of Friendship im Angriffsmodus!"
"White—die was jetzt?!", stieß Mikaja aus, als der angekündigte anthropomorphe Vogel in einem korallenrosa Kimono auf der gegnerischen Seite des Felds erschien. "Passiert das gerade ernsthaft??"
"Oh, ja! Natürlich!" Suke zuckte auf, als sie sich erinnerte. "Mika-chan, sie benutzt die Whitefeather-Series! Das sind auch Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer!"
"Danke für die Auskunft, Su-chan, ich sehe es!"
"Es gibt also mindestens drei verschiedene Series, die Feather im Namen tragen," mutmaßte Aki.
"Wie kommst du zu diesen Karten?", wollte Mikaja wissen.
"Weil wir dir jetzt Flügel verleihen!", warf Swan ihr prompt an den Kopf. "Ich bin besser, immerhin komm ich aus Satellite und bin nicht so ein Abziehbildchen wie du Tussi! Weil ich ein anderes Whitefeather-Monster als sie kontrolliere, kann ich Whitefeather - Rosa the Prickly Flower als Spezialbeschwörung von meiner Hand beschwören!"
Immer noch sprachlos blinzelte Mikaja den vermenschlichten weißen Vogel mit roten Kopffedern an. Das Monster schlug warnend die dunkelgrüne, dornige Peitsche mit roten Rosen, die es als Waffe mit sich trug, sodass es zischte.
"Ich setze zwei Karten verdeckt und beende meinen Zug!"
"Meine Güte, du bist ja richtig unverschämt." Mikaja zog. "Da du Monster kontrollierst und ich keine, darf ich Silverfeather - Sura the Symbol of Unity als reguläre Normalbeschwörung beschwören!"
Anmutig flog das Monster—ebenfalls ein anthropomorpher Vogel mit einem hellsilbernen Rumpf, dunkelblauen Augen, dunkelsilbernen Flügeln und langen Schwanzfedern—auf ihre Spielfeldseite. Seine feuerroten Kopffedern und der kleine Diamant auf seiner Stirn glitzerten sanft im Sonnenlicht.
"Ach, das hast du vorhin also gemeint mit Flügel," stellte ihre Gegnerin fest. "Mann, kann ich denn etwa Geflügelte Ungeheuer zerstören?? …Jawoll, ich kann!"
Mikaja ließ sich nicht beirren. "Da ich ein anderes Silverfeather-Monster als sie kontrolliere, kann ich Silverfeather - Ruma the Symbol of Concord als Spezialbeschwörung von meiner Hand in Verteidigungsposition beschwören!
Neben dem größeren Monster erschien ein kleiner, kugeliger Vogel mit hellsilbernen Flügeln und Körperfedern. Zudem besaß er hellgrüne Kopffedern und eine weiße Kehle.
"Ich aktiviere Sura's Effekt. Einmal pro Spielzug kann ich ein offenes Silverfeather-Monster wählen, das ich kontrolliere, und dieses erhält Angriffspunkte in Höhe der Summe der Angriffspunkte aller weiteren Silverfeather-Monster auf dem Spielfeld, außer sich selbst. Andere Monster außer dem gewählten Monster können in diesem Spielzug nicht mehr angreifen. Ich wähle sie selbst! Diamond Force!"
Sura strahlte ein violettes Licht aus ihrer Stirn in die Höhe, das anschließend wie klitzekleine Schneeflocken auf sie niederfiel und ihr 400 zusätzliche ATK verlieh. Im nächsten Augenblick sprang sie auf.
"Wir greifen an! Argent Wing Slit!!"
Mit scharfen Krallen schlug das silbrige Geflügelte Ungeheuer nach dem kleineren der beiden gegnerischen Monster. Es wurde zerstört und Swan verlor 1900 LP.
"Ich aktiviere meine Falle White Payback!", rief sie, nachdem sie sich berappelt hatte. "Wenn eins meiner Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer mit 1000 oder weniger Angriffspunkte durch Kampf zerstört und auf den Friedhof gelegt wird, beschwöre ich zwei Whitefeather - White Emblem-Token als Spezialbeschwörung auf meine Spielfeldseite!"
Tokens, hm?, überlegte Mikaja bei sich, während die beiden weiß gefiederten Vögel mit 0 ATK und 800 DEF, über die sich ein blauer Schleier legte, da Swan sie im Verteidigungsmodus beschworen hatte, auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfelds aus dem Boden stiegen. Plant sie eine Tributbeschwörung? …Oder wohl eine Synchrobeschwörung.



tbc
 
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