Du gehörst mir

von S-Mimi
GeschichteDrama / P16
Paul Richter Stephan Sindera
31.10.2019
16.11.2019
12
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Mit diesem Kapitel wünsche ich Euch ein schönes Wochenende.
Nach wie vor nehme ich gerne Anregungen jeder Art entgegen für eine neue Story.


Teil 8 Beschmiertes Auto

Als Stephan an diesem Sommertag aus dem Haus kam um zum Dienst zu fahren, traute er seinen Augen kaum. Sein Auto war mit Herzen bemalt. Fassungslos guckte er sich um, konnte aber nichts Auffälliges entdecken. Nun war die Frage, was er tun sollte. Sollte er seine Kollegen rufen oder erst zum Dienst fahren um seinen Kollegen den Weg zu ersparen. Sollte er überhaupt seine Kollegen informieren? Sie würden sich wohlmöglich lustig machen. Aber er war Polizist und er wusste, wie er zu handeln hatte. Aber gab es keine Ausnahmen? Konnte er als Polizist die Sachbeschädigung nicht eigenständig aufnehmen? Brauchte er seine Kollegen dazu?
Stephan griff zum Handy und wählte direkt Klaus Dienstnummer.
„Stephan? Was gibt es?“ Klaus hoffte, dass sie der Kollege nicht Krankmeldete so kurz vor Dienstbeginn.
„Mach mir mal einen Fall auf“, erklärte Stephan.
„Um was geht es?“
„Ähm… Sachbeschädigung“, war Stephan ehrlich.
„Brauchst du Unterstützung?“
Jetzt war der Moment gekommen, wo Stephan entscheiden musste welchen Weg er ging.
„Stephan?“ wunderte sich Klaus über die Pause.
„Mein Auto ist beschmiert“, entschied sich Stephan für die Wahrheit, er wollte das Vertrauen nicht missbrauchen. „Ich komme alleine klar“.
„Kommt nicht in Frage. Du rührst dich nicht von Fleck, ich schick dir die Kollegen“.
„Klaus…“.
„Keine Widerrede. Wir halten uns an die Vorschriften. Hast du mich verstanden?“
„Ja. Soll ich hier warten oder zur Dienststelle kommen um meinen Dienst aufzunehmen?“
„Bleib da. Du kannst mit den Kollegen zur Wache fahren, wenn dein Wagen Sichergestellt werden muss“.
„In Ordnung, dann bis später“, verabschiedete sich Stephan und hatte ein mulmiges Gefühl. Ein Polizist, der die Kollegen rufen muss, war ihm unangenehm. Vielleicht hätte er doch eine fremde Dienststelle anrufen sollen, dann wären ihm fremde Kollegen gekommen.
Er musste eine halbe Stunde warten bis Heidi und Cornelia ankamen.
Stephan guckte sie entschuldigend an. „Sorry, ich durfte nicht“.
„Wissen, wir. Der Chef hat uns aufgeklärt“, fand es Heidi nicht schlimm, so waren die Vorschriften.
„Hast du irgendwas mitbekommen?“
„Ne, sonst würde ich hier nicht stehen“. Stephan wurde Bewusst, wie unlogisch die Fragen der Polizei manchmal sein konnten.
„Irgendeinen Verdacht? Verflossene Liebe?“
„Nein und auch keine Affäre oder ähnliches die sich mehr verspricht. Keine Ahnung. Auch keine die ich Dienstlich kennen gelernt habe“, versuchte Stephan die Fragen vorwegzunehmen.
„Hast du dich schon umgeguckt?“
„Nur nach dem möglichen Täter. Vom Auto habe ich mich fern gehalten um die Spuren nicht zu verwischen“.
„Sehr gut“.
„Ich bin Polizist, ich weiß wie man sich Verhält“.
Heide spürte die Spannung in Stephan. Er war ein Kollege der selber arbeitete und nicht zuguckte. Jetzt als Zeuge oder eher Geschädigter dazustehen, musste für ihn schrecklich sein.
Cornelia machte inzwischen reichlich Fotos zur Beweisaufnahme und wischte dann über eine Stelle. „Das Scheint Lippenstift zu sein. Einmal Waschanlage und du müsstest es abbekommen“.
„Immerhin kein größerer Schaden. Willst du noch eine Probe nehmen?“.
In dem Moment hielt Cornelia schon das Probenstäbchen in der Hand.
„‘Schuldigung. Ihr wisst was zu tun ist“, Stephan fand es immer schrecklich, wenn die Geschädigten ihm sagten, was er zu tun hatte. Jetzt verhielt er sich nicht besser.
„Hast du auch Anrufe oder ähnliches bekommen?“ fragte Heidi.
„Nein“.
„Glaubst du, es könnte dieselbe Person sein, die dir damals die Rosen geschickt hat?“
„Wohl kaum“, schloss Stephan aus, für ihn lagen zu viele Wochen dazwischen. „Ich habe wirklich keine Ahnung“.
„Willst du mitfahren oder selber fahren?“
„Ich fahre mit euch mit. Der muss erst durch die Waschstraße und die Zeit habe ich jetzt nicht“.
„Klaus wird sicher nichts sagen, wenn du eine halbe Stunde später kommst“.
„Ich bin jetzt schon zu spät“, wollte Stephan nicht noch später kommen. Außerdem musste er auf andere Gedanken kommen und Arbeit lenkte ihn schon immer ab.

„Hey, was war los?“ begrüßte ihn Paul am Streifenwagen.
„Frag nicht“, winkte Stephan ab.
„Nun sag schon, ich finde es eh raus“.
„Sachbeschädigung“, hielt sich Stephan bedeckt.
„Bei dir?“ wurde Paul ernst.
„Mein Auto wurde bemalt. Lass uns jetzt los. Haben wir schon einen Einsatz?“
„Noch nicht“.
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