Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Erotik / Evan

Evan

von Deidara-
GeschichteDrama, Familie / P18 Slash
31.10.2019
20.11.2019
9
12440
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Evan Mackenzie

                                                                                                     * 30.12.1980

                                                                                                     + 22.10.2005







Verdammt, du warst jung und naiv.
Dumm genug, um nicht auf dich, auf uns zu achten.
Alles hattest du locker gesehen, so gelebt, als wäre es schon immer dein letzter Tag im Leben gewesen.
Und jetzt?
Jetzt stand ich hier im Regen, vor deinem Grab und war genauso verzweifelt wie damals, als du für immer von mir gingst.
Ich konnte dich nicht aufhalten, war zu spät und hatte es nicht kommen sehen.
Zu sehr genoss ich unser kurzes aber sehr intensives Glück, von dem ich keine Erinnerung mehr missen wollte, gerne darin schwelgte und mir die Bilder bewusst vor Augen führte.

Ganz gleich, was Tristan dazu sagte oder ob ich wieder zu lange in der Vergangenheit weilte.
Verstanden hatte er, fragte aber nicht und nahm es hin, wenn ich an deinem Todestag eine Kerze im Wohnzimmer aufstellte und beinahe zärtlich unser letztes, gemeinsames Foto streichelte.
Tristan gab mir die Zeit zu trauern, hielt mich und ihr hättet euch sicherlich gut verstanden.
Du wärst stolz gewesen, allein deswegen, weil er den Platz eingenommen, den du vor Jahren leer zurückgelassen hattest.
Nicht mal gefragt hattest du, du warst einfach weg, hattest nicht ein Wort gesagt und über drei Ecken musste ich erfahren, dass du sterben würdest.
Von deiner Mutter, die es mir unter Tränen am Telefon sagte.
An jenem verdammten Tag, an dem du beschlossen hattest, deine braunen Augen für immer zu schließen.
Ich hatte nicht mal die Wahl und es machte mich sauer, hilflos und verletzlich.
Es warf mich für Monate in ein tiefes Loch, in scheinbar nie endende Trauer und noch heute war es für mich, als würde ich träumen und jeden Moment aufwachen.
"Evan hätte nicht gewollt, dass du unglücklich bist." Die Stimme meines Freundes riss mich aus den Gedanken und noch ehe ich etwas erwidern konnte, hatte er mich bereits in seine Arme gezogen und einen Strauß weißer Lilien auf dein Grab gelegt.
"Leb wohl, Evan", murmelte ich leise und griff nach Tristans Hand. "Eines Tages sehen wir uns wieder und solange werde ich für uns beide leben."
Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen, der dicke Knoten in meiner Brust platzte und ließ mich wieder atmen.
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