Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Castle & Beckett - Partner und Freunde fürs Leben

von Ahadi
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
30.10.2019
10.12.2020
50
162.835
6
Alle Kapitel
164 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
04.12.2019 4.345
 
Guten Tag allerseits.

Ja, ich weiß, dass ihr es mittlerweile wahrscheinlich schon nicht mehr hören könnt und es euch allmählich auch so vorkommen muss, als hätte ich eine Schallplatte, ein Tonbandgerät oder ähnliches verschluckt, aber ich kann leider nun mal nicht anders und von daher werde ich auch heute genauso vorgehen, wie ich es immer tue.

Infolgedessen möchte ich mich, bevor ihr mit dem Lesen loslegt, so wie üblich, vorher noch einmal vielmals bei all den Lesern unter euch bedanken, die mir zum letzten Part ein Feedback zukommen ließen, darunter Ramona34, Hicksmarri, Lary29, Vorgesetzter und JohannaJames, ein Dankeschön aber auch vorab schon mal an die, die noch vorhaben, mir eines zu schreiben.

Aber nun, macht es euch allesamt bitte bequem, ganz egal, wo auch immer ihr euch im Moment gerade befinden solltet, ob ihr jetzt gerade im Büro, im Pausenraum oder ganz gemütlich im Wohnzimmer sitzt, völlig egal, werft auf jeden Fall einfach mal einen Blick auf mein neuestes Kapitel, dabei wünsche ich euch natürlich viel Spaß!

***************************************************************************

Katherine Houghton Beckett, ihres Zeichens Polizistin des NYPD, leitender Detektive im Morddezernat des 12. Reviers und Inspiration des weltberühmten Krimiautors Richard Castle, befand sich inzwischen schon seit über einer halben Stunde im reviereigenen Schießstand und feuerte ein Magazin nach dem anderen ab, ohne irgendwelche Anzeichen zu machen, in bälde damit aufhören zu wollen.

Grund für ihre andauernde Schießwut war allerdings nicht ein nervenaufreibender oder emotionaler Mordfall, wie es in der Vergangenheit schon des öfteren der Fall war, sondern ihr derzeitiger Gemütszustand, sie war nämlich stinksauer und zwar auf ihren so genannten Partner, den sie bislang für einen ihrer besten Freunde hielt und von dem sie dachte, dass sie ihm blindlings vertrauen könnte.

Doch wenn sie daran dachte, was er getan hatte, dass er ihr etwas so Wichtiges verheimlicht hatte, dann war sie sich auf einmal nicht mehr so wirklich sicher, ob er ihr wertvolles Vertrauen jetzt überhaupt noch verdiente und eins war sicher, nämlich, dass, wenn er ihr Vertrauen erst mal verloren hatte, er es dann auch nie wieder zurück gewinnen können würde, denn wenn es einmal weg wäre, dann wäre es unwiederbringlich weg, für immer.

Sie hatte, nachdem sie eine weitere Salve Kugeln abgefeuert hatte, gerade ihre Waffe fertig nachgeladen, als sie urplötzlich eine große, männliche Hand auf ihrer rechten Schulter spürte, woraufhin sie blitzschnell herum fuhr und reflexartig ihre frisch geladene, schussbereite Pistole auf den Besitzer der Hand richtete, bei dessen Anblick sie einerseits überrascht war, sich andererseits jedoch auch ihre Wut noch um einiges mehr steigerte.

„Wow, ganz ruhig Detektive, Sie können Ihre Waffe ruhig wieder wegstecken“, sagte der Bestsellerautor mit erhobenen Händen, halb ernst und halb belustigt, obwohl er sich natürlich schon mächtig erschrocken hatte, als sie sich ruckartig zu ihm herumgedreht hatte, auch wenn er genau das mit seiner Berührung bezwecken wollte und ihn jetzt zu allem Überfluss auch noch mit ihrer Dienstwaffe bedrohte.

Und wenn sie den finsteren und tödlichen Blick sah, mit dem sie ihn bedachte, dann schien sie auch wirklich sehr große Lust dazu zu haben, die Drohung, die sie in der Vergangenheit bereits zig mal an ihn ausgesprochen hatte, jetzt wahr zu machen und ihn tatsächlich zu erschießen, wobei ihr der Papierkram, der dann automatisch auf sie zukommen würde, in diesem Fall höchstwahrscheinlich völlig egal wäre.
   
„Da bin ich mir nicht so sicher, Castle, vielleicht brauche ich sie ja noch“, erwiderte die Brünette, ohne ihre Waffe wieder runter zu nehmen oder diese auch nur einen einzigen Zentimeter weit zu senken, sie wusste zwar, dass sie es eigentlich nicht tun sollte, aber sie überlegte schon ernsthaft, ob sie nun abdrücken sollte, in der Hoffnung, dass es ihr dann besser ging oder ob sie es nicht vielleicht doch lieber lassen sollte.

„Ich bitte Sie, Beckett. Sie wissen doch ganz genau, dass ich keine Bedrohung für Sie bin. Es sei denn natürlich, Sie wollen unbedingt, dass ich eine für Sie darstelle. Dann würde ich das natürlich liebend gerne für sie tun“, grinste er sie schelmisch an, obwohl ihm sein Herz noch immer bis zum Hals schlug und auch seine Hände ließ er vorsichtshalber noch erhoben, schließlich wusste er nicht hundertprozentig, ob sie wirklich schießen würde oder nicht.

„Das weiß ich. Und ich habe auch gar nicht darauf anspielen wollen, dass ich Sie als Bedrohung sehe“, spürte sie merklich, wie ihre Wut ein klein wenig nachließ, aber dennoch nach wie vor wie ein Feuer in ihrem Inneren loderte und es würde auch nur ein einziges, falsches Wort von ihm genügen, um es in Null Komma Nix wieder in einen regelrechten Großflächenbrand zu verwandeln und das wäre für ihn absolut tödlich.

„Ich weiß“, war er einerseits zwar wirklich sehr froh darüber, dass ihre Wut ein kleines bisschen gesunken war, war sich andererseits aber auch vollkommen darüber bewusst, dass er ab sofort akribisch auf seine Wortwahl achten musste, wenn er nicht Gefahr laufen wollte, am Ende womöglich doch noch von ihr kalt gemacht zu werden, schließlich hing er, genauso wie jeder andere normale Mensch auch, sehr an seiner Gesundheit.

Außerdem wollte er natürlich keinesfalls, dass sie etwas tat, was sie hinterher wahrscheinlich zutiefst bereuen und was sie für den Rest ihres Lebens verfolgen würde, denn so gerne sie ihn heute auch erschießen wollte, so gut könnte sie sich schon morgen wünschen, dass sie es nicht getan hätte und alles, wirklich einfach alles dafür tun und geben wollen, um es wieder rückgängig zu machen, was völlig unmöglich wäre.

„Hör zu, Kate. Ich weiß, dass ich einen riesen Fehler gemacht habe und ich kann auch verstehen, dass Du mächtig sauer auf mich bist, weil ich Dir nichts von dem Jobangebot erzählte habe. Und es tut mir wirklich schrecklich leid, dass ich dadurch dein kostbares Vertrauen in mich erheblich beschädigt habe“, begann er schließlich das zu äußern, weswegen er hier runter zu ihr in den Schießstand gekommen war, während er seinerseits langsam die Hände und sie ihrerseits die Waffe senkte.

„Und auch wenn ich nicht weiß, ob Du es kannst, geschweige denn überhaupt willst, bitte ich Dich trotzdem mich zu verstehen. Ich war doch selbst völlig baff, als Captain Montgomery mich gestern morgen in sein Büro bat, während Du noch bei Gericht warst und mir gesagt hat, dass das SFPD mir eine Stelle als offizieller Berater bei Mordfällen anbietet“, berichtete er ihr weiter und hoffte im Stillen, dass sie ihn irgendwie verstehen können würde.

„Ich habe Dir deswegen nichts davon erzählt, weil ich diese Nachricht erst einmal selber sacken lassen musste. Schließlich bekommt man als Autor nicht jeden Tag ein solches Angebot. Und ich bereue es wirklich zutiefst, Dir von all dem nichts gesagt zu haben und wenn ich irgendetwas tun kann, um es wieder gut zu machen, dann zögere nicht es mir zu sagen. Ich würde alles tun, damit Du mir vergibst, wirklich einfach alles.“

Mit diesen Worten beendete er seine Ansprache, Erklärung oder wie auch immer man es nennen wollte, auf jeden Fall hatte er hiermit alles getan und gesagt, was er im Moment tun bzw. sagen konnte, um ihre Vergebung zu erwirken und alles oder besser gesagt das einzige, was er jetzt noch machen konnte, war zu hoffen, dass er mit seinem Versuch, sie dazu zu bewegen, ihm zu verzeihen, auch tatsächlich Erfolg haben würde.

Andernfalls würde ihm nämlich nur noch sein Plan B bleiben, der darin bestand, dass er seine sämtlichen Karten offen vor ihr auf den Tisch legte, allen voran seine Herz-Ass-Karte, mit anderen Worten: Wenn sein erster Versuch bei ihr nicht fruchtete, würde er einen zweiten starten und ihr endlich seine Liebe gestehen, etwas, was er schon ewig lange tun wollte, wozu er aber bislang einfach nicht den nötigen Mut hatte aufbringen können.

Er hatte zwar zunächst daran gedacht, ihr gleich beim ersten Versuch zu sagen, dass er sie liebte, hatte sich jedoch nach langer Überlegung letztendlich dagegen entschieden, weil er im Bezug auf sein Liebesgeständnis keinen verzweifelten oder gar unaufrichtigen Eindruck auf sie machen wollte, denn wenn er ihr seine Liebe gestand, dann sollte sie ihm auch glauben und nicht denken, dass er das nur tat, damit sie ihm verzieh.

Es vergingen unzählige Sekunden, in denen keiner der beiden auch nur ein einziges Wort zum anderen sagte, es herrschte völlige Stille, sowohl zwischen ihnen, als auch im gesamten Schießstand, da sie die einzigen dort waren, was ihnen ehrlich gesagt auch ganz recht war, denn das Letzte, was sie im Augenblick gebrauchen konnten, waren irgendwelche Kollegen, die drum herum standen und jedes Detail ihrer Unterhaltung mit bekamen.

Und zusätzlich zu ihrem, wenn auch eher zufälligem, aber dennoch großem Glück, dass sie im Schießstand ganz unter sich waren, kam die ebenso glückliche Tatsache, dass sie überhaupt gar keine Worte brauchten, um einander völlig problemlos verstehen zu können, denn es genügte, so wie immer, auch jetzt ein winziger Blick in die Augen des anderen, damit sie hundertprozentige Gewissheit darüber hatten, was er bzw. sie dachten und fühlten.

Von daher reichte ihm ein einfacher Blick in ihre wunderschönen Augen, die eine einzigartige Mischung aus rehbraun und waldgrün enthielten, um ihn zweifelsfrei wissen zu lassen, dass sie momentan innerlich zweigeteilt war, einerseits wollte sie ihn zwar gerne verstehen, andererseits tat sie sich jedoch schwer es zu tun, es war fast so, als würde sie gerade aus zwei Personen bestehen, zum einen aus Engelchen und zum anderen aus Teufelchen.

Auch ihr genügte es vollkommen, ihm in seine wunderbaren, azurblauen Augen zu blicken, um ohne jeden Zweifel zu wissen, dass in seinem Inneren, ähnlich wie bei ihr, ein wahrer Sturm an unterschiedlichen Emotionen tobte, denn in den Fenstern zu seiner Seele, die sie normalerweise jugendlich schalkhaft anblitzten, konnte sie im Augenblick stattdessen nur einen Mix aus Flehen, Hoffnung und Verzweiflung erkennen.

„Ich kann Dich ja schon irgendwie verstehen, Rick, wirklich. Aber trotzdem hättest Du mir sofort von dem Jobangebot erzählen sollen. Schließlich sind wir nicht nur Partner, sondern auch Freunde“, merkte sie, als sie das zu ihm sagte, dass das Gefühl der Wut und des Verrats inzwischen von einem ganz anderen abgelöst worden war und zwar von Enttäuschung, mit einem winzigen Hauch von Traurigkeit, das einfach nicht verschwinden wollte.

„Ja, ich weiß. Und glaub mir, wenn ich die Zeit zurückdrehen und es Dir sofort erzählen könnte, dann würde ich das auch, ohne zu zögern, tun. Aber da das leider nicht möglich ist, kann ich nichts anderes tun, als Dich hiermit nochmal in aller Form um Verzeihung zu bitten“, entgegnete er mit ruhiger, einfühlsamer Stimme, bevor er die kurze Distanz zwischen ihnen überbrückte, indem er zwei kleine Schritte auf sie zuging.

Wobei er dies mit der größtmöglichen Vorsicht tat, da sie immer noch ihre Waffe in der Hand hielt und weil er weder wissen, noch abschätzen konnte, wie sie auf seine Annäherung reagieren würde, wollte er lieber kein Risiko eingehen und stattdessen lieber auf Nummer sicher gehen, schließlich wollte er ja ihre Vergebung und nicht von ihr erschossen werden, nur weil er so dumm war, das Jobangebot vom SFPD vor ihr geheim zu halten.

Doch dieses Mal richtete sie, sehr zu seinem Glück, ihre Waffe nicht gegen ihn, sondern ließ diese in ihrer locker nach unten baumelnden, rechten Hand und somit gesenkt, sodass ihm offenbar zunächst einmal keine Gefahr von ihr drohte, wobei ihm natürlich vollkommen bewusst war, dass sie ihre Pistole nicht unbedingt brauchen würde, um ihn zu verletzen oder sogar zu töten, wenn sie das wirklich wollen würde.

Und als er Sekunden später schließlich direkt vor ihr stand und sie immer noch nichts unternahm, um ihn ab zu wehren und ihn auch nicht wieder bedrohte, wurde er endlich etwas mutiger und ergriff infolgedessen mit seinen beiden, großen Händen ihre freie, linke, die ihm im Vergleich zu seinen geradezu winzig erschien, er umschloss ihre Hand behutsam mit seinen und strich ihr mit allergrößter Zärtlichkeit über den Handrücken.

„Mir ist zwar vollkommen klar, dass ich mich wiederhole, aber ich sage es Dir trotzdem gerne nochmal: Ich würde alles, absolut alles in meiner Macht stehende tun, damit Du mir vergibst, Kate. Ganz egal, was auch immer dafür nötig ist, ich werde es tun. Ohne zu zögern oder irgendwelche Fragen zu stellen“, versicherte er ihr erneut, dass er alles erdenklich, was er überhaupt nur tun konnte, machen würde, um ihre Vergebung zu erwirken.

„Hast Du Dich denn bezüglich des Jobangebots schon entschieden?“, kam anstelle von verzeihenden Worten, stattdessen eine Frage von ihr, die ihr schon die ganze Zeit über auf der Zunge brannte und ihr einfach keine Ruhe mehr ließ, seit sie heute morgen rein zufällig durch Roy von Castles Geheimnis erfahren hatte, als der Captain sie fragte, ob ihr werter Herr Partner ihr denn schon von seinem tollen Jobangebot berichtet hatte.

„Nein, noch nicht“, antwortete er ehrlich, denn auch wenn das Angebot vom SFPD völlig unerwartet und somit entsprechend überraschend für ihn kam, konnte er diese Entscheidung, die den gesamten weiteren Verlauf seines Lebens beeinflussen würde, nicht einfach mal so übers Knie brechen, oh nein, eine solch lebensverändernde Entscheidung sollte gründlich überlegt sein und er würde sich die nötige Zeit nehmen, um auch genau das zu tun.

„Wozu tendierst Du denn, wenn ich fragen darf?“, war sie zwar insgeheim natürlich schon heilfroh darüber zu erfahren, dass er noch keine endgültige Entscheidung gefällt hatte, ob er die ihm angebotene Stelle nun an nimmt oder nicht, beschloss aber ihm dies nicht offen zu zeigen, um sich ihm gegenüber nicht unnötig verwundbar zu machen und stellte ihm stattdessen eine weitere, für sie ebenfalls sehr wichtige Frage.

„Nun, ich möchte ganz ehrlich zu Dir sein, Kate: Ich denke tatsächlich ernsthaft darüber nach, das Jobangebot an zu nehmen“, tat er exakt das, was er sich selbst hoch und heilig versprochen hatte, nachdem sie ihn vorhin im Großraumbüro vor allen Leuten zur ordentlich Sau gemacht hatte, unmittelbar nach ihrem Gespräch mit Montgomery, nämlich ab sofort nie wieder irgendwelche Geheimnisse vor ihr zu haben und von heute an immer ehrlich zu ihr zu sein.

„Ich meine, stell Dir das doch mal vor: Ich, als offizieller Berater des San-Francisco-Police-Departments. Ich würde zwar nicht bezahlt werden, aber dafür würde ich wenigstens endlich ein vollwertiges Mitglied der Polizei sein“, begann er ihr ein wenig davon vor zu schwärmen, wie es für ihn sein würde, sollte er das Jobangebot tatsächlich annehmen, nach San Francisco ziehen und das dortige Morddezernat bei ihren Fallen unterstützen.

Im Prinzip genauso wie er es bereits hier in New York tat, nur dass er dann beim SFPD kein Außenseiter mehr wäre, es war jetzt zwar nicht so, dass er sich im Revier wie ein solcher fühlte, zumindest nicht immer, aber es gab immer wieder mal gewisse Moment, in denen er erkannte, dass er von den anderen inzwischen zwar voll und ganz akzeptiert worden war, er aber trotzdem nicht wirklich einer von ihnen war.

Der einzige und zugleich große Nachteil von einem Umzug nach San Francisco wäre, dass er Beckett und die Jungs, sowie seine Familie dann wohl für einige Zeit nicht mehr sehen würde, zwar könnte er sie natürlich hin und wieder mal besuchen oder sie ihn, aber da beide Parteien beruflich sehr stark eingespannt waren, genauso wie es wahrscheinlich auch bei ihm der Fall sein würde, würde ein gegenseitiger Besuch so gut wie unmöglich sein.

So weit von seiner Mutter und seiner Tochter entfernt zu sein, darüber machte er sich, so merkwürdig sich das vielleicht auch anhören mag, eher weniger Sorgen, da Erstere sehr gut in ihrer Rolle als Schauspiellehrerin aufging und Zweitere nächstes Jahr aufs College gehen und somit dann eine ganze Menge um die Ohren haben würde, so oder so, seinen zwei geliebten, rothaarigen Damen würde es auf alle Fälle gut ergehen und sie würden auch ohne ihn prima zurecht kommen.

Dafür würde es für ihn aber umso schwerer werden, von Kate getrennt zu sein, ungefähr 4.130 Kilometer von der Frau, die er über alles liebte, entfernt zu sein, wenn er am anderen Ende von Amerika leben würde, würden sie nur noch über Telefon oder Internet miteinander kommunizieren können und wenn sie sich mal wieder sehen wollten, dann könnten sie dies, wenn sie sich nicht besuchen konnten, auch nur über Skype tun.

Außerdem würde keiner von ihnen versprechen können, dass sie den Kontakt zueinander stets aufrecht erhalten würden, schließlich war dies ja bekanntlich alles andere als eine leichte Aufgabe, wenn man so weit voneinander entfernt wohnte und der bloße Gedanke daran, seine Herzensdame womöglich nie wieder sehen oder ihre Stimme hören zu können, schmerzte ihn zutiefst und ließ ihn in Sekundenschnelle eine Entscheidung fällen.

Und zwar die, in seinen Augen, einzig richtige Entscheidung, nämlich die das Jobangebot ab zu lehnen und hier in New York zu bleiben, bei seiner Familie, bei seinen Freunden und bei der Liebe seines Lebens, denn nur dort, wo Beckett war, fühlte er sich wirklich Zuhause, das war schon so, seit sie beide sich kennen lernten und es würde auch stets so sein, genauso wie ihr stets sein Herz gehören und er sie somit stets lieben würde, für immer.

Eigentlich hätte er von Anfang an wissen sollen, dass es für ihn nur die eine wirklich richtige Entscheidung gab, aber er war wohl einfach kurzzeitig davon verblendet gewesen, die Möglichkeit zu haben, als offizieller Mordberater des SFPD zu fungieren, doch nun sah er endlich wieder glasklar, seine Entscheidung stand zu einhundert Prozent fest und jetzt würde ihn auch nichts und niemand mehr von dieser abbringen können.

Doch noch bevor er seinen Mund öffnen konnte, um ihr seine Entscheidung mit zu teilen, entzog sie ihm in der nächsten Sekunde plötzlich ihre linke Hand, während sie mit ihrer rechten ihre Waffe wieder ins Holster steckte, das sich an ihrer Hüfte befand, er blickte ihr verwirrt in die Augen, die ihn feucht anglitzerten, was für ihn ein sicheres, untrügbares Anzeichen dafür, dass sie den Tränen nahe war und verzweifelt versuchte, diese zu unterdrücken.
   
Er wusste jetzt zwar nicht, ob sie den Kampf, den er bis eben innerlich mit sich selbst führte, mitbekommen hatte oder nicht, aber dafür glaubte er zu wissen, dass sie irgendwie gespürt hatte, dass er eine Entscheidung gefällt hatte, sie schien jedoch ganz offensichtlich zu denken, er habe sich für das Jobangebot, für die Stelle als offizieller Mordberater beim SFPD entschieden und nicht so, wie es nun tatsächlich der Fall war, nämlich dagegen.

„Schon gut. Nimm Dir ruhig die Zeit, die Du brauchst, Rick und sag mir einfach Bescheid, sobald Du Dich entschieden hast“, sagte sie im nächsten Augenblick zu ihm und neben dem ersten Indiz, ihren feucht glitzernden Augen, war jetzt auch am Klang ihrer Stimme unverkennbar zu hören, dass sie kurz davor war endgültig die Kontrolle über sich und ihre Emotionen zu verlieren und vor ihm in Tränen aus zu brechen.

„Und nur damit Du es weißt: Ich würde Dich sehr vermissen, wenn Du gehen würdest“, schenkte sie ihm ein aufgesetztes Lächeln, senkte dann den Blick und ging schnurstracks an ihm vorbei, ohne ein weiteres Wort oder ihn noch ein einziges Mal an zu sehen, weil sie nicht wollte, dass er sie noch verletzter sah, als ohnehin schon, geschweige denn wollte sie, dass er in ihrer Nähe war, wenn die Tränen sie schließlich übermannen würden.

Aber so groß ihre Trauer auch war, sie hatte bei ihrer Aussage keinesfalls gelogen, denn er würde ihr wirklich furchtbar fehlen, wenn er sich tatsächlich dazu entschließen sollte das Jobangebot an zu nehmen und nach San Francisco zu ziehen, er war ihr Partner und neben Lanie ihr bester Freund, aber was am meisten wog war die Tatsache, dass er der Mann war, dem ihr Herz gehörte und das, da war sie sich ganz sicher, auch für den Rest ihres Lebens.

Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen, würde sie seine endgültige Entscheidung akzeptieren, ganz egal, wie auch immer diese ausfallen sollte, ob nun für oder gegen das Angebot, sie würde seine Wahl respektieren, ohne wenn und aber, aus dem einfachen Grund, dass sie ihn genug liebte, um ihn gehen zu lassen, wenn ihn das, wozu er sich entschied, glücklich machte, denn solange er glücklich war, würde sie ihm keine Steine in den Weg legen.

Die Ermittlerin wurde abrupt aus ihren Gedanken gerissen, als ihr Berater sie plötzlich sanft, aber bestimmt von hinten packte, sie zu sich herum drehte und so fest wie nötig, gleichzeitig aber auch so behutsam wie möglich an die Wand neben der Ein- bzw. Ausgangstür zum Schießstand drückte, sie war von dem ganzen Geschehen so dermaßen überrascht, dass sie zunächst nicht dazu in der Lage war, irgendwie darauf zu reagieren.

Und sie kam auch überhaupt gar nicht dazu, irgendetwas zu sagen oder zu tun, denn gerade als sie die Situation realisiert hatte und ihn fragen wollte, was er denn bitteschön damit bezwecken wollte, da spürte sie auch schon seine Lippen auf ihren, zärtlich und dominant zugleich und sobald der Überraschungsmoment, der zweite innerhalb weniger Sekunden, schließlich verflogen war, erwiderte sie den Kuss mit ebenso viel Gefühl.

„Ich brauche keine Bedenkzeit mehr, Kate, weil ich mich schon entschieden habe. Und zwar habe ich mich dafür entschieden, das Jobangebot abzulehnen und hier in New York zu bleiben. Bei Dir. Eigentlich hätte mir von Anfang an klar sein sollen, dass ich das Angebot unmöglich annehmen kann, aber ich schätze mal, dass ich einfach vorübergehend verblendet war, von dem Gedanken daran endlich ein vollwertiges Mitglied der Polizei zu werden.

Aber dann wurde mir mit einem Mal, quasi aus heiterem Himmel klar, dass ich das unmöglich tun kann. Ich kann nicht ans andere Ende des Landes ziehen und meine Familie, meine Freunde und erst recht nicht Dich einfach so verlassen. Ihr alle würdet mir viel zu sehr fehlen. Ich liebe meine Familie, ich liebe meine Arbeit im Revier, aber vor allem liebe ich Dich, Kate, von ganzem Herzen und von Dir getrennt zu sein, würde mich über kurz oder lang umbringen.

Und ich hoffe sehr, dass Du mir nochmal verzeihen kannst. Auch wenn ich weiß, dass ich es eigentlich nicht verdient hätte, weil ich wirklich ein riesen Idiot war. Sowohl deswegen, weil ich Dir nicht gleich von dem Jobangebot erzählt habe, als auch, weil ich überhaupt nur eine einzige Sekunde lang daran gedacht habe, es an zu nehmen. Aber ich möchte, dass Du trotz allem weißt, dass es nie meine Absicht war Dich zu verletzen.“

Offenbarte er ihr, sobald er den Kuss beendet hatte, offen und ehrlich seine sprichwörtliche Erleuchtung, wobei er, während er sprach, seine Stirn an seine gelehnt ließ und außerdem seine Nase ganz sachte an ihrer rieb und am Klang seiner Stimme war klar und deutlich zu hören, dass ihm sein fehlerhaftes Verhalten aufrichtig leid tat und das er wirklich inständig hoffte, dass sie so gütig sein würde, ihm seine Dummheit zu verzeihen.

„Ich weiß, dass es Dir leid tut, Rick. Und ich verzeihe Dir, voll und ganz“, sagte sie mit einer sanften Stimme zu ihm, die voll Ehrlichkeit und Vergebung war, während sie ihm mit ihrer rechten Handfläche liebevoll über seine linke Wange streichelte und ihm zusätzlich einen versöhnlichen Kuss gab und ihre verzeihenden Worte, sowie der Kuss ließen sein Herz vor Freude springen und zauberten ihm ein überglückliches Lächeln ins Gesicht.

„Und nur damit Du es weißt: Ich liebe Dich auch“, hauchte sie ihm zu, bevor sie ihre Lippen erneut in einem Kuss miteinander vereinte, der all die tiefen und reinen Gefühle, die sie füreinander empfanden, voll und ganz aus zu drücken vermag und die gegenseitige Liebkosung ihrer Münder hatte Auswirkungen auf ihre gesamten Körper, die ein Ausmaß und eine Intensität innehatten, die sie bisher noch niemals zuvor erlebt hatten.

Ihre Herzen klopften wie wild, schienen aber in einem Takt zu schlagen, ihrer beider Puls raste, als würden sie gerade einen Marathon absolvieren und sie fühlten sich irgendwie komisch, ihre Körper kribbelten wie verrückt, fast so als stünden sie unter Strom und auch ihre Erregung nahm von Sekunde zu Sekunde immer mehr zu, bis sie schließlich fast nicht mehr aus zu halten war und es sich so anfühlte, als würden sie jeden Moment vor lauter Verlangen platzen.

„Sagen Sie, Mr. Castle, ist das da etwa eine Waffe in Ihrer Hose oder gefällt es Ihnen so sehr mich zu küssen?“, fragte sie ihn frech grinsend, nachdem sie gezwungen waren den Kuss zu beenden, weil ihre Lungen förmlich brannten und nach Sauerstoff lechzten und ließ ihr Becken kreisen, sodass seine Erektion an ihrer empfindlichsten Körperregion rieb, was ihm ein erregtes Knurren und ihr dagegen ein lustvolles Stöhnen entlockte.

„Wissen Sie, Detektive, ich würde es zwar sehr heiß finden, Ihnen hier und jetzt zu zeigen, was ich da in meiner Hose habe. Aber ich fürchte, dass hier leider nicht der geeignete Ort dafür ist“, entgegnete er, sobald er seinen, durch ihre provokante Handlung hervor gerufenen Drang, gleich hier und sofort über sie her zu fallen, erfolgreich zurück drängen konnte und machte ihr den Vorschlag, ihr leidenschaftliches Tun woanders fort zu führen.

„Na, wenn das so ist, würde ich sagen: Lass uns zu mir fahren“, gab sie verführerisch lächelnd zurück und sowohl der Ton in ihrer Stimme, als auch der Ausdruck in ihren Augen, verhießen ihm eine Nacht, die er seinen Lebtag nicht mehr vergessen würde, von daher folgte er ihr, als sie in der darauffolgenden Sekunde seine Hand ergriff, auch bereitwillig und nur allzu gerne aus dem Schießstand heraus und direkt in Richtung ihres Wagens.

Genauso wie er es immer tat und er es, solange sie ihn ließ, auch immer tun würde, obwohl an ihrem Willen, ihn immer in ihrer Nähe haben zu wollen, überhaupt kein Zweifel bestand, ebenso wenig wie an seinem Willen, sie stets in seiner Nähe haben zu wollen, denn getrennt voneinander wären sie nichts als traurig und todeinsam, aber zu zweit, zusammen als Paar waren sie dagegen einfach nur verliebt und glücklich…und das für immer.

***************************************************************************

Puh…dieses Kapitel wäre damit auch geschafft und da ihr sicher ein wenig oder vielleicht sogar ziemlich geschafft seid vom Lesen, mache ich das Abschluss- bzw. Abschieds-Prozedere, euch meinen werten Lesern zuliebe, genauso wie beim letzten Mal auch, so auch heute einfach mal nur kurz und knackig:

A: Ich setze erneut all meine Hoffnung darin, dass es euch auch dieses Mal wieder gefiel.

B: Ich freue mich schon wie ein Pustekuchen auf eure diesmaligen Reviews.

C: Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und natürlich eine geruhsame Nacht.

Tschüss, bis bald, euer Ahadi.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast